Seit dem Medienrummel um Tokio Hotel, die einst einer der Auslöser für den Beginn dieser Netzpräsenz waren, hat das Thema Androgynie, laut Wikipedia ein Synonym für die Eigenschaft, “nicht (eindeutig) geschlechtlich zugeordnet” zu sein oder sein zu wollen, in der Musik mit Glamrocksängern wie David Bowie schon in den 70-er Jahren populär geworden, nun endlich wieder den mainstream erreicht.
Konnte man sich als Mann, heimlich zwar mit den Zähnen knirschend, aber bis vor nicht allzu langer Zeit noch darüber freuen, dass der Titel “Inbegriff der Männlichkeit” an immerhin David Hasselhoff, dem man auch als ansonsten recht wenig an der Sexualität von Männern interessierte Person eine gewisse Männlichkeit zu attestieren vermag, vergeben wurde, sprechen Umfragen unter den heranwachsenden Generationen eine ganz andere Sprache.
Begeistert geben die Jungdamen in verschiedenen Internetforen zu Protokoll:
- “er sieht ja echt nicht schlecht aus” (Anonyma “SwEeDy”)
- “Er ist ja ganz niedlich.” (Anonyma “moondust”)
- “Er ist so süß” (Anonyma “taffy48”)
- “Er macht tolle Musik, ist total süß und total nett.” (unbekannte Anonyma)
- “Ich bin reqelrecht süchtiq nach ihm !” (sic!, eine weitere Anonyma)
- (Und aber immerhin:)
“Ein weiterer kleiner Hüpfkastrat, von dem keines der kleinen Mädels (denen jetzt ein achtel in die Wäsch’ geht, wenn sie ihn hören) mehr was wissen will, wenn er mal den Stimmbruch hinter sich gebracht hat.” (Anonymus “alpenlostie”)
So weit nicht zu beanstanden; es gehört zur Entwicklung eines Kindes, dass es sich Ziele setzt, die nicht das eigene Wohl, sondern nur den vermeintlichen Neid der ebenfalls vermeintlichen Freunde resp. Freundinnen zum Zweck haben. Nicht jedoch sprachen sie dergestalt über David Hasselhoff oder wenigstens George Clooney, sondern über diese fröhliche Gestalt:
Justin Bieber (“wie man’s schreibt”, Dagobert Duck) heißt der abgebildete Zeitgenosse und stellt, traut man den interpolierten, von etlichen Magazinen kolportierten Meinung der Befragten, die Klimax der Anschaulichkeit dar.
Zwar ist nicht überliefert, ob damit Erwartungen an etwaige Interessenten verbunden sind, da die Frage nach einer möglichen Lebensabschnittspartnerschaft mit diesem lustigen kleinen Fratz aber geradezu Welt bewegend erscheint, muss man als Mann entweder verdammt überzeugende Argumente vorweisen können oder dürfte das Nachsehen haben; das ist auf lange Sicht wohl auch besser für alle Beteiligten.
(In diesem Zusammenhang vielleicht auch interessant: Deutlich über 10 % der Frauen, die gern mal an derlei Befragungen teilnehmen, halten sich für bisexuell und/oder haben schon entsprechende Erfahrungen gemacht.)
Vielleicht spricht aus mir der blanke Neid ob der sexuellen Anziehungskraft des Justin Bieber, vielleicht hat es aber auch ganz andere, weniger pragmatische Gründe, wenn ich nun ausrufe: Ohgottohgott!
(Ich solle mehr über Sex schreiben, forderte man. Gut so?)



Besser als Politikgeschwaller alle Male.
Pah.
Ist doch so. Kümmere Dich um das wirklich Wichtige im Leben: Frauen!
Aber Justin Bieber hatten wir doch jetzt schon.
Äh ja.
Siehste — reicht erst mal mit Frauen. Sonst krieg ich noch schlechte Laune.
Das verstehe ich gut