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Guido und der Kommunismus

(Vor­weg: Fol­gen­der Text ent­stand spon­tan und ist daher weniger pointiert, dafür ein wenig bis­siger als üblich. Für Pointen im Kom­men­tar­bere­ich bin ich daher jed­erzeit dankbar.)

Hitlerver­gle­ichen, so häu­fig sie auch vorkom­men, wohnt längst nicht mehr der Reiz des Unverzeih­lichen inne. Da ist es doch schön, dass der F.D.P.-Vorzeigeaußenminister des laufend­en Jahrzehnts eine Alter­na­tive aus der Schublade gekramt hat, ein­drucksvoll tran­skri­biert von flat­ter:

Aber was ist denn die Alter­na­tive? Rot- Rot-Grün! Da – möchte – ich – unser – Land – vor – bewahren;
Das hat unser Land nicht ver­di­ent, dass in unserem Land 20 Jahre danach Sozial­is­ten und Kom­mu­nis­ten wieder etwas zu sagen kriegen.

Natür­lich ist das nicht viel mehr als schmieriger Pop­ulis­mus, wie ihn auch die ungeliebte Gegen­seite gern prak­tiziert, und natür­lich wer­den Sätze wie diese nicht dazu beitra­gen, dass die Boule­vardme­di­en for­t­an objek­tiv über Her­rn West­er­welle, Neolib­er­al­is­mus und Wirtschaft­skrim­i­nal­ität ein­mal bei­seite geschoben, bericht­en, ohne ständig sug­ges­tiv nach der Nähe zum recht­en Rand (also, ver­mut­lich, der CSU) zu fra­gen. Mit jedem Satz dieser Art, sofern die richti­gen Schlag­wörter enthal­ten sind, beg­ibt er sich ins Abseits, nur kann man ihn nicht ein­fach rauswer­fen wie Eva Her­man ihrerzeit, son­dern muss sich damit auseinan­der­set­zen, was er sagt. Lei­der beschränkt sich das meist darauf, dass alle Lesenden ein erschüt­tertes Gesicht machen, so etwas sage man doch nicht, wehret der Anfänge und über­haupt, weil manche Anfänge eben brisan­ter sind als andere und die Linke zwar den bürg­er­lichen Sozial­is­mus pflegt, aber son­st mit der Illu­sion der sozialen Gerechtigkeit, wie sie kom­mu­nis­tis­che Regimes seit Dekaden mit bekan­ntem Erfolg predi­gen, nichts zu tun hat; nicht wahr?

Marx­is­mus jeden­falls, so scheint es, ist die neue (und bessere) Auto­bahn.