SonstigesIn den NachrichtenNerdkrams
Medienkritik XXIV: “Wetten, dass…?” wird wieder besser.

Soeben endete die so genan­nte Unter­hal­tungssendung “Wet­ten, dass…?”, und sie hat­te nach langem mal wieder gute Wet­ten und mit Andrew Lloyd Web­ber sog­ar ein wenig Kul­tur zu bieten; allein die ständig doof guck­ende Michelle Hun­zik­er, dies­mal anfangs in einem ger­adezu lächer­lichen Kleid, ist ein Grund, den von der All­ge­mein­heit her­beio­rakel­ten Abwärt­strend dieser Sendung zu bestäti­gen. Es mag den Quoten zuträglich sein, wenn die BILD-Klien­tel jeman­den zum Besab­bern hat, jedoch ist diese Frau in dieser Sendung min­destens deplatziert.

Die musikalis­che Begleitung war weit­ge­hend nicht von Belang, neben Gos­sip und der Shaki­ra war wieder ein­mal “unser Star für Oslo”, Lena Mey­er-Lan­drut, mit ihrem Beitrag “für Deutsch­land” zu sehen und zu hören, der da “Satel­lite” betitelt ist und einen englis­chen, gle­ich­falls belan­glosen Text vorzuweisen hat. Inwiefern eine englis­chsprachige Pop­schnulze Deutsch­land repräsen­tieren soll, wusste wed­er sie noch ihr Mäzen Ste­fan Raab zu beant­worten, einig waren sie, wenn ich das recht ver­standen habe, sich aber immer­hin, dass sie bess­er auf Englisch als auf Deutsch vor­tra­gen sollte, weil sie let­zteres nicht so gut beherrscht; und da stimme ich voll zu. (Außer ihrer man­gel­nden Aus­drucks­fähigkeit im Deutschen ist mir per­sön­lich auch ihre Stimme ein Graus, aber das ist, immer­hin, noch immer Geschmackssache.)

Zu loben ist aber, dass statt der üblichen Hol­ly­wood-Quatschköpfe unter den Gästen neben Genan­nten und dem immer­hin großteils stillen Han­si Hin­ter­seer auch sym­pa­this­che Gestal­ten waren; Beth Dit­to, Sän­gerin der von mir hier schon mehrfach gerühmten Gos­sip, ehe­mals The Gos­sip, blieb gar frei­willig bis zum Ende, kam jedoch nur sel­ten zu Wort.

Die Wet­ten, die ja eigentlich den Kern der Schau bilden sollen, waren endlich auch mal wieder anschauenswert: Neben der Neuau­flage der mehreren Jahre alten Wette “Treppe gegen Fahrstuhl”, für die der Fahrstuhl gegen ein Ein­rad aus­gewech­selt wurde, erre­ichte auch ein ergrauter Lehrer die Final­runde, der wet­tete, den Unter­schied ein­er min­i­mal mod­i­fizierten Fotografie des Ster­nen­him­mels und der unverän­derten Fotografie erken­nen zu kön­nen, und gewann. Wet­ten, für die man tat­säch­lich etwas kön­nen muss, sind die einzi­gen, die wirk­lich anse­henswert sind; das Pub­likum hon­ori­erte bei­de Leis­tun­gen entsprechend.

Mor­gen wer­den die Feuil­letons der deutschen Presse sich wieder in Lobeshym­nen und/oder Ver­risse über Her­rn Gottschalks Klei­dung, seine blö­den Witze und seine großar­tige Komod­er­a­torin erge­hen und dabei das Wesen der Sendung, wie inzwis­chen üblich, gän­zlich ignori­eren. Mancher­lei Berichter­stat­tung, wen­ngle­ich so benan­nt, ist gar keine.

(Schade ist es alle­mal, dass sich aus diesen pos­i­tiv­en Ein­drück­en keine ver­lässlichen Aus­sagen über die fol­gen­den Sendun­gen tre­f­fen lassen; allein: Es geht doch!)
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Aktion lebendiges Deutsch
Es ist an der Zeit, ein Zeichen zu setzen.

Damit es nicht immer nur heißt, der Typ kann immer nur nörgeln und die Klappe aufreißen und kriegt son­st den Hin­tern nicht aus dem Ses­sel, hier fol­gende Begeben­heit, die heute ihren Abschluss fand:

Vor eini­gen Tagen stieß ich in der Stadt auf ein Wer­be­plakat des nieder­säch­sis­chen Telekom­mu­nika­tions­di­en­stleis­ters htp. Das Motiv des Plakates war nicht allzu anspruchsvoll und soll hier daher nicht näher beschrieben wer­den, jedoch inter­essierte mich das Kleinge­druck­te:

Aus Grün­den des Lesekom­forts, keines­falls der bloßen Wer­bung, hier die Textfas­sung:

Der monatliche Paket­preis bein­hal­tet einen DSL-Anschluss mit ein­er Band­bre­ite von bis zu 16384/1024 kbit/s und eine DSL-Fla­trate. Prak­tis­che htp Online-Rech­nung und Lastschriftver­fahren (alt. Papier­rech­nung zzgl. 1,95 €/Monat, Über­weisung zzgl. 1,50 €/Monat). Min­destver­tragslaufzeit für den htp DSL Solo-Anschluss 24 Monate. Kündi­gungs­frist 3 Monate. Ohne Kündi­gung automa­tis­che Ver­längerung um 12 Monate. DSL ist fast im gesamten htp Anschlussge­bi­et ver­füg­bar. Hard­ware­ver­sand 9,95 € je Vor­gang. Aktion für htp Neukun­den bei Ver­tragsab­schluss bis zum 31.03.2010: Der Preis für das monatliche Grun­dent­gelt htp DSL 16000 Solo ergibt sich aus dem Stan­dar­d­ent­gelt in Höhe von 29,95 € abzüglich ein­er dauer­haften, monatlichen Gutschrift von 5 €; die Startgutschrift wird auf der ersten htp Tele­fon­rech­nung gut­geschrieben, das Bere­it­stel­lungsent­gelt in Höhe von 99,95 € ent­fällt.

Wie die Erfahreneren mein­er Leser nun fest­gestellt haben soll­ten, scheint der zuständi­ge Wer­be­tex­ter der Fir­ma htp ein Prob­lem mit der Kop­plung von Eigen­na­men und Sub­stan­tiv­en zu haben. Ich schrieb also an die angegebene Mailadresse fol­gen­den Text:

Sehr geehrte Damen und Her­ren,

mit Bestürzung wurde ich heute in Wolfen­büt­tel Ihres gegen­wär­ti­gen “solo”-Plakates gewahr. Die Bestürzung traf mich keines­falls ob der Plakat­gestal­tung, son­dern beim Kon­sum Ihres Kleinge­druck­ten; aus nicht nachvol­lziehbaren Grün­den wer­den dort Kom­posi­ta, also zusam­menge­set­zte Sub­stan­tive mit Eigen­na­men, offen­bar nach dem Zufall­sprinzip statt nach gängi­gen Regeln mal zusam­men, mal auseinan­der geschrieben, zum Beispiel “htp Anschlussge­bi­et” statt “htp-Anschlussge­bi­et”.

Sich­er haben Sie besseres zu tun als sich mit bloßer Sprache abzugeben; allein ist auch die Fähigkeit, die eigene Lan­dessprache kor­rekt anzuwen­den, ein nicht unwichtiges Kri­teri­um des Fir­me­nanse­hens. Die kor­rek­te, mit den nöti­gen Binde­strichen verse­hene Fas­sung des klein gedruck­ten Infor­ma­tion­s­textes lautet entsprechend wie fol­gt:

(Hier fol­gte der mit kor­rekt geset­zten Binde­strichen verse­hene Wer­be­text.)

Hochachtungsvoll im Namen der deutschen Sprache,
Name unle­ser­lich.

Heute nun erre­ichte mich ein Dankess­chreiben der GmbH; zusät­zlich zu den üblichen Floskeln lag auch ein Leseze­ichen bei. Wie passend!

Eine sehr nette Geste und ein Zeichen dafür, dass es auch in ein­er Zeit der durch Glob­al­isierung und Nach­läs­sigkeit ver­lot­terten Nutzung der deutschen Sprache dur­chaus nicht verkehrt ist, die Augen offen zu hal­ten. Danke, sehr vor­bildlich, Fa. htp!

:)

(Und die näch­ste E‑Mail schicke ich dann, glaube ich, den für die Wer­bung zuständi­gen Mitar­beit­ern von Kather­ine Jenk­ins, die laut Fernse­hwer­bung zwar noch keine Duette, dafür gle­ich mehrfach Duetts sang. Autsch.)

PiratenparteiMir wird geschlecht
Piratinnen: Hauptsache, mal mit der Presse reden

Vor etwa einem Monat schrieb ich eine erboste Reak­tion auf die Grün­dung ein­er män­ner­freien Zone inner­halb der Piraten­partei, danach war recht lange nur noch wenig von diesem fem­i­ni­nen Zirkel zu hören. Anfang März 2010 wurde ein offen­er Brief veröf­fentlicht, der die Kri­tikpunk­te zusam­men­fasst und von ein paar sehr richti­gen Kom­mentaren ergänzt wird.

Der Umgangston der stolz unmännlichen Per­so­n­en scheint untere­inan­der auch nicht der beste zu sein:

Die Dame warf mir mehrere Unge­heuer­lichkeit­en vor, die aus dem, was ich schrieb, nicht zu ent­nehmen waren, für alle Mit­glieder les­bar, und wies mich an, ihr pri­vat zu antworten oder im Forum, da sie die Liste nicht weit­er vergiften lassen will. Abge­se­hen davon, dass ihr eigenes Gift in Form ein­er ver­i­ta­blen Ver­leumd­nung anscheinend nicht so das Prob­lem zu sein scheint. Nun ist meine Antwort auf die Mail nicht erschienen, da ich (oder alle, so genau kon­nte man das nicht erken­nen) auf mod­eriert geset­zt bin, das heißt, man nimmt mir sog­ar die Möglichkeit, mich zu vertei­di­gen. So nicht, meine Damen. Wenn das die Vorstel­lung von Schutzraum sein soll …

Nun aber war es nach mehreren Wochen der Stille um diese unsäglich kindis­che Debat­te falsch zu hof­fen, dass da nichts mehr käme; Lena Simon hat heute aus­gerech­net (und öffentlichkeitswirk­sam) im Spree­blick nachgelegt:

Bizarr: Ich wurde ver­warnt für etwas, was ich nicht getan hat­te, denn die Ver­war­nung wurde wegen parteis­chädi­gen­dem Ver­hal­ten aus­ge­sprochen (und nicht wegen Ver­stoßes gegen eine Regel, die besagt, dass ich als Pri­vat­per­son keine Pressemit­teilung hätte her­aus­geben dür­fen, die gibt es näm­lich in der Form nicht).

Die Partei geschädigt haben jedoch ganz andere.

Bizarr: Jemand grün­det inner­halb ein­er Partei män­ner­freie Zonen und kann nicht ver­ste­hen, wieso selb­st Frauen das als abson­der­lich und zweck­fremd beze­ich­nen; und statt also sich mit der Kri­tik auseinan­derzuset­zen, trom­melt man mit den Fäusten auf dem Linoleum herum und fühlt sich ganz furcht­bar ungerecht behan­delt, wenn nicht gar diskri­m­iniert. (Frauen, die von Frauen diskri­m­iniert wer­den, sind natür­lich auch eine inter­es­sante Entwick­lung in den Sphären des Radikalfem­i­nis­mus’.)

Welche “anderen” durch welche Untat­en die Partei geschädigt haben sollen, beant­wortet die Dame nur unzulänglich, sie geht aber auch von den falschen Voraus­set­zun­gen aus. Die Grün­dung der Mail­ingliste ist nicht das entschei­dende Ele­ment gewe­sen, die Vorge­hensweise hinge­gen schon. Wer erst ein­mal mit der Presse und dann erst mit den Betrof­fe­nen redet, set­zt die falschen Pri­or­itäten.

Jedoch noch mal zum Inhaltlichen: Dass manche Men­schen sich nicht trauen, in Gegen­wart des anderen Geschlechts über Prob­leme zu disku­tieren, ist kein rein weib­lich­es Phänomen, es ist also der völ­lig falsche Ansatz, es über die Geschlechter­frage zu lösen zu ver­suchen. Die ewige Isquier­da hal­luziniert sich jedoch wieder ganz andere Zusam­men­hänge her­bei:

Das Prob­lem bei den Pirat­en sehe ich vor allem im extremen Androzen­tris­mus, der eine Welt neben der bewußt männlichen, über­haupt nicht akzep­tiert und sich radikal abschot­tet unter Zuhil­fe­nahme auf klein­bürg­er­liche Feind­bilder: Fem­i­nis­mus!

… weil es eben ger­adezu absurd erscheint, wenn Parteiar­beit auf das Geschlecht keine Rück­sicht nimmt, weil eben nicht die Pro­fes­sion­al­ität desjeni­gen von Bedeu­tung ist, der gute Ideen hat und sie umzuset­zen weiß, son­dern allein sein Geschlecht. Da hat die Gute sicher­lich nicht Unrecht: Der Fem­i­nis­mus forciert Diskus­sio­nen, die der poli­tis­chen Arbeit unnötig im Weg herum­ste­hen. Der Maskulis­mus allerd­ings auch. Wer sich monate­lang damit beschäftigt, ob ein weib­lich­er Pirat nicht bess­er Piratin, Pira­teuse oder Pira benan­nt wer­den sollte, ver­liert das Ziel aus den Augen, das die Piraten­partei poli­tisch ver­fol­gt. (Inter­essierte Zwis­chen­frage: Wählt ern­sthaft jemand eine Partei anhand der vere­in­barten Anrede für ihre Mit­glieder? Wenn ja: Warum?)

Dieser ganze Gen­der­mist hat jet­zt schon viel zu viel Energie ver­bran­nt. Vielle­icht soll­ten wir uns darauf ver­ständi­gen, statt “Pirat” kün­ftig ein gram­matikalisch neu­trales Wort zu ver­wen­den, damit wir uns endlich wieder dem Frauen­hass den wichtigeren Din­gen zuwen­den kön­nen.
“Mit­glieder der Piraten­partei Deutsch­land wer­den geschlecht­sneu­tral als Geschöpfe / Wesen / Kamele beze­ich­net.”

Hmm, Kamele.

Sonstiges
Gemurmel im Haus Anubis

(Hin­weis: Der fol­gende Text dient bewusst dem bloßen Ver­riss. Eventuelle inhaltliche Fehler sind beab­sichtigt.)

Als Inhab­er eines oder mehrerer junger, zumal weib­lich­er Geschwis­ter kommt man auch als weit­ge­hend medi­enkom­pe­ten­ter Men­sch nicht umhin, bisweilen eige­nar­tige Fernsehse­rien ver­fol­gen zu dür­fen. Beliebt scheint derzeit Das Haus Anu­bis zu sein. Hier­bei han­delt es sich um eine fik­tive Serie, die ein selt­sames Inter­nat und seine Bewohn­er zum Inhalt hat.

Haupt­darsteller sind neben den Auf­sichts- und Lehrper­so­n­en natür­lich nicht alle dort unter­richteten Schüler, son­dern nur einige von ihnen. Eins ist ihnen gemein: Sie sind alle­samt grotesk überze­ich­nete Charak­tere.

Das Haus selb­st hat eine mehrere Dekaden lange Geschichte und unter­hält zwei eigene Gehe­im­bünde. Bei­de spüren einem geheimnisvollen Schatz nach. Während der “Klub Sibuna”, gegrün­det von eini­gen Schülern, eigentlich nur durch seinen pein­lichen Namen auf­fällt und sich anson­sten dadurch ausze­ich­net, dass sich seine Mit­glieder gegen­seit­ig das, nun, geheime Code­wort “Sibuna” an den Kopf wer­fen und ver­schwörerische Blicke aus­tauschen, ist die “Brud­er­schaft des Anu­bis” ein durch­weg absur­der Haufen: Trotz der ange­blichen Verehrung von Anu­bis, Isis, Osiris und ähn­lich­er ägyp­tis­ch­er Got­theit­en wird in (schlechtem) Latein kom­mu­niziert. Eins der Mit­glieder, Hausver­wal­ter Vic­tor Rode­mer, der sich durch völ­lige Humor­losigkeit ausze­ich­net und, wenn er nicht ger­ade schlechte Laune ver­bre­it­et, mit seinem aus­gestopften Raben redet, ist wegen eines geheimnisvollen Trankes bere­its über 130 Jahre alt und hat eben­so wie der eben­falls ständig (schlecht) lateinisch rade­brechende Direk­tor, Herr Altrichter, irgen­det­was mit dem Ver­schwinden ein­er Schü­lerin zu tun, die eine Zeit­lang wieder auf­taucht, dann aber wieder ver­schwindet. Zum Schatz, worum auch immer es sich genau han­deln mag, führen irgend­wo herum­liegende Wach­srollen, auf denen eine ehe­ma­lige Schü­lerin ein Ton­tage­buch geführt hat (sic!), das sich jedoch noch immer prob­lem­los und ohne allzu große tech­nis­che Ken­nt­nis abspie­len lässt, und eben­falls irgend­wo herum­liegende Gedichte, die anscheinend min­destens jahrzehn­te­lang unge­le­sen blieben; logisch!

Die haupt­darstel­lende Schüler­schaft (erwäh­nte ich schon, dass ihre Mit­glieder grotesk überze­ich­nete Charak­tere sind?) set­zt sich aus bei­der­lei Geschlechtern zusam­men, vertreten ist von dem hin­terlisti­gen Snob adliger Herkun­ft bis zu dem auch charak­ter­lich sprich­wörtlich blonden Mod­e­püp­pchen jedes nur denkbare Extrem, nur ein poli­tis­ches Ele­ment fehlt zum Glück. Ihr aller Schaus­piel ist schlecht und sollte von nie­man­dem gelobt wer­den.

Da jede Folge täglich wieder­holt wird, lässt es sich nicht ver­mei­den, dass man, sitzt man der­weil aus unglück­lichen Umstän­den her­aus im Fernse­hz­im­mer, bisweilen einige der selt­samen Dialoge auf­schnappt. Die heute wieder­holte Folge hat­te unter anderem zum The­ma, dass (was eigentlich jedem bis­lang noch Unbescholte­nen das Inter­esse an ein­er der­art däm­lichen Serie gründlich aus­treiben sollte) die Kan­di­dat­en für die Schüler­sprecher­wahl die Auf­gabe beka­men, jew­eils ein Land vorzustellen und ein dies­bezüglich­es Fest auszuricht­en. Und was sprach das blonde Mod­e­püp­pchen, als man es über die bevorste­hende The­men­wahl informierte?

“Ich liebe The­men!”

Mich beschle­icht allmäh­lich das ungute Gefühl, Kinder sind mit dem Inter­net doch wahrlich bess­er aufge­hoben als mit der­lei Serien.

Netzfundstücke
Kurz verlinkt XIII: Werbalinjurien

SPIEGEL Online:

42 Prozent der weltweit­en Online-Wer­beum­sätze fließen allein Google zu.

(…) Wer Wer­bung als Beläs­ti­gung wahrn­immt, sollte sich eines klar­ma­chen: Der Deal, der auch dieses Ange­bot hier möglich macht, funk­tion­iert nur, solange nicht zu viele Nutzer die Wer­bung ver­weigern. (…)

Wann schal­ten Sie ihren Wer­be­block­er ab?

wirres.net:

schuld haben, wie immer, die anderen. statt darüber zu kla­gen, dass „42 Prozent der weltweit­en Online-Wer­beum­sätze fließen allein Google“ zufliessen, kön­nte er ja auch mal fra­gen warum das so ist. vielle­icht ist ein grund dafür, dass die wer­bung bei google nicht nervt.

Jan Schejbal:

Ihr habt die Wahl – ihr kön­nt darauf verzicht­en, die Aufmerk­samkeit der User mit Gewalt an euch zu reißen, und nur noch nor­male, faire Wer­bung schal­ten. (Da ihr inzwis­chen ver­lernt habt, was das ist, schaut nochmal nach oben, da ste­ht es.) Oder ihr kön­nt weit­er­hin ver­suchen zu ner­ven. Dann wer­den wir eure Wer­bung eben gar nicht mehr sehen. Auch gut.

Wer nervt, ist selb­st schuld, wenn kein­er mehr mit ihm spie­len will.
Ach, wem sag ich das?

FotografieNerdkrams
Schaug* und saug! (Heute mal niveaulos.)

Schon als mir das in der Hochschule ver­wen­dete Mail­pro­gramm aber­mals ein­drucksvoll die Entwick­lung der kün­stlichen Intel­li­genz ver­an­schaulichte, wusste ich, dass es das noch nicht gewe­sen sein sollte:

Begieriger als gewöhn­lich also sog ich die Impres­sio­nen auf, die meine Umwelt mir ver­mit­telte, und wurde nicht ent­täuscht:

Wieder ein­mal gilt: Hihi!

*: bairisch f. “guck”

PolitikIn den Nachrichten
Medienkritik XXIII: Ein Gespenst geht um im nahen Osten.

Ein bemerkenswert­er Aspekt der Berichter­stat­tung über den Nahost-Kon­flikt, der, von den USA, die ja als bekan­nt diplo­ma­tisch gel­ten und gar zu ver­mit­teln ver­suchen, bis­lang noch nicht mit demokratis­chen Mit­teln sank­tion­iert, unverän­dert zu kriegerischen Aktiv­itäten zwis­chen Israel und Nichtis­rael führt, ist lei­der, so weit mir bekan­nt, bis­lang nur in den Nachricht­en im Rund­funk erwäh­nt wor­den; dort jedoch wird er inzwis­chen qua­si wie ein Reflex wieder­holt: Wird die israelis­che Regierung in diesem Zusam­men­hang genan­nt, so zieht oder schiebt dies auf min­destens einem, hier nicht näher benan­nten Sender das Attrib­ut “rechts­gerichtet” mit sich, als wolle man sich so dafür entschuldigen, über­haupt neg­a­tive Berichte über die Poli­tik eines Lan­des mit Ver­gan­gen­heit vor­tra­gen zu lassen; “die Israeliten benehmen sich wie im Kinder­garten,” (kollek­tiv­er Auf­schrei im Audi­to­ri­um) “aber, liebe Zuhör­er, vergessen Sie nicht, es han­delt sich um Rechte!” (Aus­rufe der Erle­ichterung im Audi­to­ri­um)

Nur unter dieser Prämisse ist es, so scheint es, nicht anstößig, die Hand­lun­gen der Vertreter manch­er Staat­en zu verurteilen, die anson­sten ja bevorzugt die von ihrer eige­nen Geschichte Geknechteten sind und nur von min­destens Anti­semiten kri­tisiert wer­den dür­fen, schon rein moralisch eine Selb­stver­ständlichkeit. “Rechts­gerichtet” hinge­gen ste­ht im Wider­spruch zu “his­torisch unschuldig” und kommt mit­tler­weile der Vogel­frei­heit nahe. Ein unbe­dacht­es Wort, und du bist “rechts”, und Rechte, sagt der Volksmund, haben keine Rechte; da ist der Sprung zur Pädophilie auch nicht mehr weit, weil “rechts” eben immer radikal, skru­pel­los und Men­schen ver­ach­t­end ist.

(Was mir wiederum verdeut­licht, warum Kon­ser­v­a­tivis­mus und Wirtschaft­slib­er­al­is­mus eben auch alles andere als “mit­tig” sind. “Radikal, skru­pel­los und Men­schen ver­ach­t­end”; ich hoffe, ich darf den Tag noch erleben, an dem deutsche Massen­me­di­en darauf hin­weisen, dass auch unsere Mitte-rechts-Koali­tion nichts anderes ist als eben rechts­gerichtet, da ändert auch der mit­tlere Flügel nur wenig.)

Zu schade ist es, dass Ephraim Kishon nichts mehr davon mit­bekommt.

(Plöt­zlich als bis­lang unbeant­wortet erkan­nte Frage des Tages: Wie nen­nt man eigentlich die gesel­li­gen Abende zwis­chen “U30” und “Ü30”?)

Netzfundstücke
Vulva.

Die Benutzer­schaft der deutschsprachi­gen Wikipedia pflegt den Brauch, jeden Tag einen Artikel des Tages, kurz “AdT”, auszuwählen. Heute hat sie ins Schwarze getrof­fen; die Wahl fiel auf den Artikel Vul­va, natür­lich mit Bebilderung.

Und weil die Wikipedia zwar eine Enzyk­lopädie darstellen soll, aber eben dum­mer­weise auch von Leuten frag­würdi­ger Moralvorstel­lun­gen kon­sum­iert wird, dauert eine erbauliche Diskus­sion (der Ver­weis führt aus Archiv­grün­den zu ein­er Ver­sion von 15:40 Uhr) über diese Entschei­dung an. Es dürfe nicht ange­hen, dass wom­öglich deutschsprachige Mus­lime oder gar Kinder in ein­er Enzyk­lopädie auf Abbil­dun­gen eines unbe­deck­ten Geschlecht­steiles stoßen, die nun, ohweia!, seit bere­its fast zwei Jahren unverän­dert dort zu find­en sind! Igitt!

Der Unter­gang des Abend­lan­des ste­ht nahe bevor! Schlimm genug, dass Kinder heutzu­tage diesen wider­lichen Sex­u­alkun­de­un­ter­richt erlei­den müssen, nun ist auch noch das Inter­net ein Hort der Unzucht!

(Ich frage mich ja, ob die Moral­is­ten, die nun den Zeigefin­ger schwin­gen, ihre Kinder unbeauf­sichtigt duschen lassen. Oder bekom­men sie dann einen Blickschutz umgeschnallt?)

Der Wikipedia-Grün­der höch­st­per­sön­lich hat vorhin im Wikipedia-Diskus­sion­skanal auch seinen US-amerikanis­chen Prüderiesenf abgegeben:

(jwales) Well, I am com­plain­ing. :)
(Thogo) jwales: it will be replaced in 9 hours auto­mat­i­cal­ly.
(jwales) Thogo: that’s 9 hours too long if you ask me
(OffTo­Hades) jwales, why? May i ask, it is under­stood that wikipedia is not cen­sored. What is the com­plaint?
(jwales) I think my com­ment said it well: Prin­ci­ple of Least Aston­ish­ment

Das “Prinzip der ger­ing­sten Anstößigkeit” ist also gefragt; anders aus­ge­drückt: Was irgend­je­man­dem miss­fall­en kön­nte, ist ungeeignet. (Ob Chi­ne­sen ein Prob­lem damit hät­ten, Tibet als AdT zu sehen, weiß ich nicht; ich nehme allerd­ings an, der Zugang zur Wikipedia ist dort ohne­hin ges­per­rt.) Immer­hin verkün­dete Herr Wales dies aus­drück­lich nur als per­sön­liche Anmerkung, nicht als Auf­trag an die deutschen Admin­is­tra­toren. Eine Enzyk­lopädie, die nur das als aus­geze­ich­neten Artikel zulässt, was garantiert nie­man­dem sauer auf­stößt, ist über­flüs­sig, und religiöse oder gar moralis­che Wertvorstel­lun­gen sind nicht Auss­chlag gebend. (Man stelle sich eine Wikipedia ohne Artikel über Erdgeschichte, Adolf Hitler, Geschlechter, Reli­gio­nen oder elek­tro­n­is­che Geräte vor.)

Wer nicht will, dass seine Kinder erfahren, mit­tels welch­er Instru­mente sie einst ent­standen, sollte sie von Inter­net, Jugend­magazi­nen und Schule fern­hal­ten, vom Fernse­her ein­mal ganz zu schweigen. Ob es allzu förder­lich für die Entwick­lung des Nach­wuch­ses ist, wenn man sie wom­öglich bis ins Erwach­se­nenal­ter von dem Unter­schied zwis­chen den Geschlechtern fern­hält, mag nun jemand anders entschei­den, ich jeden­falls bezwei­fle es.

(Schön auch, völ­lig unab­hängig von der Wikipedia-Geschichte, ist die ungute Wort­wahl, die ich soeben auf dem anson­sten sub­op­ti­malen Radiosender 89.0 RTL hören musste: Der ehe­ma­lige Pro­duzent der Chart­splage Lady Gaga ver­sucht sie auf ein paar Mil­lio­nen Euro zu verk­la­gen. Begrün­dung laut eben­jen­em Radiosender: Es wird ver­mutet, dass er in sein­er Rolle als Pro­duzent auch einige ihrer Lieder mit­pro­duziert habe. Unglaublich, darauf wäre sich­er nie­mand gekom­men.)

PolitikIn den Nachrichten
Kurz verlinkt XII: 7 Jahre Irakkrieg

Heute feiern wir übri­gens wieder ein­mal ein viel zu wenig beachtetes Jubiläum:

Mit­tler­weile hat dieser ille­gale Angriff­skrieg auf amerikanis­ch­er Seite 4’703 tote Sol­dat­en gefordert, über 100’000 Schw­erver­let­zte und sagen­hafte 750 Mil­liar­den Dol­lar gekostet.

Viel schlim­mer ist die Opfer­zahl auf irakisch­er Seite. Die ver­brecherische Inva­sion durch den West­en hat eine unglaubliche Katas­tro­phe unter der Zivil­bevölkerung verur­sacht.

Seit dem 20. März 2003 sind 1,4 Mil­lio­nen Irak­er getötet wor­den!!!

Die Anzahl getöteter Kinder beläuft sich in die Hun­dert­tausende!

35 Prozent der Kinder oder 5 Mil­lio­nen sind Waisen!

Wenn man bei­de Krieg, den ersten und zweit­en Irakkrieg, zusam­men­rech­net, dann sind in der Zeit von 1990 bis 2010 über 1,6 Mil­lio­nen Irak­er gewalt­sam umgekom­men. Weit­ere 2,8 Mil­lio­nen sind durch die Fol­gen der Kriege unnötiger­weise gestor­ben, davon 2 Mil­lio­nen Kinder unter 5 Jahren!!!

5 bis 6 Mil­lio­nen Irak­er sind Flüchtlinge!

Alles Gute, lieber Irakkrieg!
Auf die näch­sten 7 Jahre.

In den Nachrichten
Der Papst tut was gegen Kindesmissbrauch

Ein Bet­thupferl zum Woch­enende hin­ter­ließ soeben die ARD-“Tagesschau”:

Im Miss­brauchsskan­dal bricht Papst Benedikt XVI. sein Schweigen: Heute hat er den Hirten­brief an die irischen Bis­chöfe unterze­ich­net.

Das wird sie sich­er beein­druck­en.

(Ich frage mich ja, ob dieses ganze Miss­brauchs­gerei­her über­haupt ein The­ma wäre, wenn das Zöli­bat nicht wäre; kön­nten die Geistlichen [der Heilige Geist, nicht der andere, unter dessen Ein­fluss bzw. nach dessen Ein­flößen zum Beispiel Frau Käß­mann ein nach­haltig schädi­gen­des Erweck­ungser­leb­nis hat­te] ihren Druck ander­weit­ig ablassen, wären Knaben ver­mut­lich weniger inter­es­sant. Das wäre doch mal ein Ansatz; aber natür­lich gegen jede Lehre der Bibel, bekan­ntlich waren auch die Apos­tel Frauen gegenüber nicht son­der­lich aufgeschlossen und Jesus nicht ver­heiratet, und wer etwas anderes behauptet, hat vielle­icht zu viele Apokryphen Dan-Brown-Romane gele­sen, nun ja.)

In den NachrichtenKaufbefehleMusikkritik
Musikalischer Wahnsinn: The Hirsch Effekt

“Endlich”, noch vor Früh­lings­be­ginn, schwindet die Kälte, und Son­nen­strahlen statt des gewohn­ten Frostes weck­en aus unruhi­gen Träu­men. Zeit also, den trüben Postrock ein­mal bei­seite zu leg­en und sich fröh­licheren Klän­gen zuzuwen­den:

Die Fach­presse ist ger­ade begeis­tert von den Klän­gen der Han­nover­an­er The Hirsch Effekt, und wer die Fach­presse ken­nt, der weiß, dass sie oft völ­lig daneben liegt. Nicht in diesem Fall!

Gen­reschubladen halte ich für blöde, und auch auf das Debü­tal­bum Holon : hiber­no von The Hirsch Effekt, das ab mor­gen die Läden bere­ichert, würde ich nur ungern solche anwen­den müssen; allein, es ist Musik. Irgend­wo zwis­chen Indie, Pop/Rock, Met­al und Avant­garde bewegt sich das Trio neb­st Hil­f­s­musik­ern, die lei­der heutzu­tage unüblichen deutschen Texte sind zudem die ver­mut­lich schön­sten seit Long Live The Parts von Ira. Jedes Stück ein Kunst­werk, irre führend der beina­he unauf­fäl­lige Trail­er zum Album. Einen roten Faden zu erken­nen ver­mag jeden­falls ich nicht, die Liste der Titel, die einen Zusam­men­hang sug­geriert, ist auch nur wenig hil­fre­ich. Wer diesem Album lauschen will, sollte nicht ver­suchen, es zu erfassen. Konzen­tra­tion — ja, gerne — nur nicht auf das Bei­w­erk. Augen zu und durch.

Genug der The­o­rie, auf MySpace gibt es die Prax­is.
Eine ver­tonte Achter­bah­n­fahrt irgend­wo zwis­chen Sleep­y­time Goril­la Muse­um und Coheed and Cam­bria.

Ein guter Ein­stieg in den musikalis­chen Früh­ling 2010. :)


Nach­trag zum The­ma Musik: Die Musikin­dus­trie solle Schwarzkopier­er nicht mehr Pirat­en nen­nen, weil das Wort zu pos­i­tiv beset­zt sei, forderte die Chefin der Inter­na­tion­al Actors Fed­er­a­tion kür­zlich. Die Schuld daran trage John­ny Depp. Frei über­set­zt: “Wir wollen alle ein biss­chen wie John­ny Depp sein, aber hier geht es um eine krim­inelle Hand­lung”.

Wir hal­ten also fest: Rauben und mor­den — was in der Trilo­gie “Fluch der Karibik” dur­chaus vorkommt — sind pos­i­tiv beset­zt, das Herun­ter­laden von Nullen und Ein­sen jedoch schlim­mer als Raub, Mord und Schiff­sent­führung zusam­men. Schön, dass wir das erfahren durften.

(Eigentlich ist es nur schade, dass diese Mei­n­ung nicht von einem Vertreter der Musikin­dus­trie abgeson­dert wurde; das hätte noch ein wenig bess­er gepasst.)

In den Nachrichten
Tötung mit menschlichem Antlitz (dreist verkalauert)

Der Staat Ohio demon­stri­erte in diesem Monat wieder das US-amerikanis­che Ver­ständ­nis von Men­schlichkeit, indem er einen Selb­st­mord­kan­di­dat­en vor­erst vor dem Tod bewahrte:

Wenige Stun­den vor sein­er Exeku­tion hat­te ein zum Tode verurteil­ter US-Häftling sich umzubrin­gen ver­sucht — kon­nte jedoch gerettet wer­den. Jet­zt starb der Mann nach mehreren Gift-Injek­tio­nen. Der Gou­verneur von Ohio hat­te die Hin­rich­tung aufgeschoben, damit sich der Häftling erholen kon­nte.

Ich kann die Täter aber auch ver­ste­hen; da betreibt man so viel tech­nis­chen und men­schlichen Aufwand, um einem Häftling das Ende zu bere­it­en, und dann will der undankbare Strolch nicht mit­spie­len. Frech­heit.

(Sehr schön auch, abge­se­hen von der grauen­haften Gram­matik, der Wer­be­text auf Liefer­scheinen von 3Dsupply, auszugsweise zitiert:
“Du warst zufrieden? Verteile die Fly­er an deine Fre­unde! (…) Du warst unzufrieden? Empfehle uns den Leuten, die du vielle­icht nicht magst!” Hihi.)

Sonstiges
Kinder im Schilderwald

Über die Überbeschilderung deutsch­er Straßen wurde schon viel genörgelt. Dann stört es, so meine ich, auch nie­man­den, wenn ich ein wenig Nörgelei beitrage. Achtung, sie fol­gt:

Heute sah ich erst­mals bewusst ein Verkehrss­child, das vor unvor­sichtig die Straße über­queren­den Jung­men­schen war­nen soll. Es ste­ht vor ein­er Grund­schule, wurde neulich so ähn­lich schon in einem anderen Beitrag so ähn­lich, aber in einem völ­lig anderen Zusam­men­hang einge­bun­den und sieht ca. so aus:

Mit diesem Schild, dies nehme ich an, sollen Aut­o­fahrer darauf aufmerk­sam gemacht wer­den, dass sie an dieser Stelle einen umsichti­gen Fahrstil anwen­den sollen. Nun, ich halte dieses Schild für über­flüs­sig.

Pri­ma Begrün­dung Nr. 1:
Aut­o­fahrer soll­ten immer vor­sichtig fahren. Wenn man schon meint, sie darauf hin­weisen zu müssen, dass sie bitte vor­sichtig fahren soll­ten, dann nicht nur vor Schulen, son­dern über­all, wo Men­schen leben (es sei denn, man misst dem Leben eines Nicht­mehrkleinkindes weniger Wert zu, was reich­lich arschlochhaft wäre); also, sozusagen, alle paar Meter. Ob ein Schnell­fahrer nun für kurze Zeit weniger schnell fährt oder nicht, dürfte auf die Unfall­sta­tis­tik keinen erhe­blichen Ein­fluss ausüben.

(Wie es ja auch besten­falls reich­lich ungeschickt ist, im Radio zu verkün­den, wo geblitzt wird und, daraus fol­gend, wo nicht mehr.)

Daraus abgeleit­et wird bzw. dazu führend ist die pri­ma Begrün­dung Nr. 2:
Kinder sind als Fußgänger im Straßen­verkehr oft unvor­sichtig (und bleiben es oft bis ins Erwach­se­nenal­ter und darüber hin­aus). Sie sind es nicht nur in und vor Grund­schulen, wo wenig­stens meist Erwach­sene ihnen bei der Über­querung der Straße zur Seite ste­hen bzw. behil­flich sind, sie sind es täglich und über­all.

Das Schild ist so, wie es derzeit genutzt wird, schlicht über­flüs­sig bis gefährlich. Cui bono?

(Apro­pos Wolfen­büt­tel, Jäger­meis­ter wirbt derzeit mit dem Spruch “Jäger­meis­ter ab 18! Für ver­ant­wor­tungsvollen Genuss.” Mit Ver­laub, Fa. Jäger­meis­ter, irgen­det­was lässt mich an dem Zusam­men­hang zwis­chen Alter und Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein zweifeln.)

SonstigesIn den NachrichtenPersönlichesMusikPolitik
Weil nämlich, ne?

Da sitzt man mal wieder doof im ÖPNV der Stadt, die ver­armte Alko­holisierte seit heute zwar immer noch nicht zu ther­a­pieren ver­mag, aber immer­hin seit heute nicht mehr zu Gesicht bekom­men will, herum und wird zufäl­lig Ohren- und Augen­zeuge eines Dialogs zweier Preka­tiari­er, von denen ein­er, wie ich mit­bekam, ein wichtiges juris­tis­ches Gespräch führen sollte, und als ich ger­ade Bewun­derung für diesen Men­schen zu empfind­en begann, der sich trotz sein­er misslichen Lage nicht in end­losem betrunk­e­nen Ges­tam­mel ver­lor, son­dern eine akzept­able Aus­druck­sweise beibehielt, hob er erneut zu sprechen an und sprach wie fol­gt:

“… weil, ich kann ja gut reden.”

Ken­nt ihr diese Momente, in denen Triple Facepalm immer noch als zu wenig erscheint?

(Ger­ade, als ich an diesem Text feile, ist die Siegerin aus der Sendung “Unser Star für Oslo” im Fernse­hen zu sehen und redet ein wirres Gemisch aus deutschen Satzfet­zen mit einem hör­baren Dialekt und englis­chen Wort­brock­en. Kann nicht bitte endlich der näch­ste Sieger irgen­deines drit­tk­las­si­gen Gesangswet­tbe­werbs gekürt wer­den, am besten ein­er mit ein­er angenehmeren Stimme?)


Was ich ger­ade bei Fefe fand und auch bemerkenswert fand, war übri­gens dies:

Vor ein­er Weile haben die deutschen Steuerzahler unter anderem die Com­merzbank gerettet, und sie ver­sprach, die Ret­tung schle­u­nigst zurück­zuzahlen, und etwa zur gle­ichen Zeit wur­den der Kaupthing Bank einige Mrd. Euro in den Hin­tern geblasen. Auf Wikileaks.org wurde heute eine Liste von Inve­storen dieser Bank veröf­fentlicht; darunter neben der Com­merzbank auch die Deutsche Bank und, aufge­merkt!, Gold­man Sachs.

Es scheint, als kön­nte das mit der Rück­zahlung noch eine Weile dauern.

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Kurz verlinkt XI: Es ist ein Kreuz!

Dieser Tage, in denen sich Kirchen­vertreter durch eher unchristliche Werte her­vor­tun, sind Scherze über das Chris­ten­tum fast omnipräsent. Dabei ist ger­ade in dieser Gesellschaft ein wenig christliche Lehre drin­gend nötig!

Diese Fire­fox-Erweiterung zum Beispiel hil­ft redlichen Chris­ten, wieder auf den recht­en Weg zurück­zufind­en, indem sie darauf hin­weist, dass das Betra­cht­en von Pornografie gemäß 1 Kor 6,18 ein­er erneuten Kreuzi­gung von Jesus gle­ichkommt:

Hütet euch vor der Unzucht! Jede andere Sünde, die der Men­sch tut, bleibt außer­halb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, ver­sündigt sich gegen den eige­nen Leib.

Amen.


In, mehr oder weniger, eigen­er Sache: eMule 0.50a, das einige pri­ma Verbesserun­gen mit sich bringt, ist in der Betaphase, was bedeutet, dass sich die näch­ste Ver­sion von eMule beba sich noch ein biss­chen hin­auszögern wird. Wer mir beim Testen helfen möchte, ist her­zlich ein­ge­laden.


Apro­pos Sünde noch mal: Sind euch auch schon die Plakate aufge­fall­en, die in Städten die Jugend dazu auf­fordern, ihr Lim­it zu ken­nen (heißt: sich zu besaufen und es so her­auszufind­en)?

Ist natür­lich auch nicht schlecht.