Wann immer eine noch unbescholtene Person das öffentliche Interesse gewinnt, wie zum Beispiel jüngst Lena Meyer-Landrut, dann ist es Usus, dass sich sogleich die Medien mit ihr befassen, die von sich behaupten, das öffentliche Interesse an ihr zu befriedigen (und vor Befriedigung mancherlei Art tropfen diese Schmierblätter dann auch tatsächlich oft geradezu); und wenn man nichts findet, was von Belang sein könnte, dann erfindet man entweder irgendeinen Unsinn oder denkt sich wenigstens eine hübsche Überschrift aus:
Aus der Überschrift “Wie heil ist Lenas Welt?” tropft förmlich die Hoffnung auf Familiendramen, Drogen, Sex und Schummeln bei den Vorabiklausuren, aber nichts davon hat die Autorin gefunden. Jetzt muss sie unüberprüfbare und belanglose Aussagen wie “Für 7,90 Euro ließ sie sich Spitzen schneiden” als Sensations-Meldung verkaufen. Wenn man schon sonst nichts gefunden hat und extra hingefahren ist.
Mehr dazu und über die unschöne Berichterstattung über Jörg Kachelmann gibt’s bei Lukas zu lesen.
(Sehr bezeichnend ist übrigens auch diese hübsche Bilderstrecke, die die heutige NPD-Demonstration in Duisburg und die zahlreichen Gegendemonstranten protokolliert. Von wem Gewalt und Provokationen ausgingen, vermag sie nicht zu zeigen, aber gewalttätige Rechte kann zumindest ich dort nicht erkennen. Über die Gewaltbereitschaft jedenfalls gibt der zugehörige Artikel beredt Auskunft: Laut Polizei versuchten zwischenzeitlich einige, aus der Gruppe auszubrechen und zu den NPD-Vertretern zu gelangen. Es wäre womöglich auch zu viel verlangt gewesen, den schlimmen Rechten mit Gleichgültigkeit oder friedlicher Aversion zu begegnen. Es ist schön, Pirat zu sein.)


