Piratenpartei
Piraten: Vorsicht vor dem Miteinander!

Ende 2013 wird in Bre­men ein weit­er­er Bun­desparteitag der Piraten­partei stat­tfind­en. Da die Organ­isatoren von Piraten­zusam­menkün­ften offen­sichtlich davon aus­ge­hen, dass man sich als Pirat nicht mit anderen Pirat­en unter­hal­ten kann, ohne min­destens ihre Würde kon­tinuier­lich ein­schnei­dend zu ver­let­zen, wird gele­gentlich ein “Aware­ness-Team” ein­gerichtet.

Das “Aware­ness-Team” ist vielle­icht eini­gen von euch bere­its von der #Piratin­nenKon bekan­nt. “Aware­ness-Team” bedeutet auf Deutsch unge­fähr “Obacht-Mannschaft”, trotz­dem sind’s meist eher Frauen, die diese Funk­tion ausüben. Dabei haben sie sich solche Mühe gegeben und sog­ar aus­drück­lich darum gebeten, dass nicht nur hun­dert­prozentige Frauen sich bewer­ben, son­dern auch, äh, andere Men­schen:

Das Aware­nessteam für den #bpt132 sucht noch Men­schen, die mithelfen (gern männlich sozial­isiert).

Man gren­ze diese Gruppe von Men­schen von denen ab, die nicht­männlich sozial­isiert wur­den. Ich wurde übri­gens musikalisch sozial­isiert. Was nun?

Die Auf­gabe dieses “Aware­ness-Teams” war es auf der #Piratin­nenKon, denen, die men­schlich­es Miteinan­der — wie auch immer dies definiert wird — mutwillig destruk­tiv ausübten, je nach Art und Schw­ere­grad des Verge­hens eine Rüge oder Sank­tio­nen zu erteilen. Dabei lag es im Wesentlichen in ihrem Ermessen, welche Art von Ver­hal­ten der­lei Maß­nah­men recht­fer­tigte; sowohl Exeku­tive als auch Judika­tive lag in ihrer Hand. Nun ist so ein Bun­desparteitag natür­lich eine ganz andere Ver­anstal­tung als eine Kon­ferenz über Fem­i­nis­mus (obwohl die Gren­zen mitunter ver­schwim­men), insofern hat auch das “Aware­ness-Team” andere Voraus­set­zun­gen, da nicht mehr davon auszuge­hen ist, dass das Gros der Anwe­senden dessen Weltan­schau­un­gen unkri­tisch teilt.

Auf­se­hen erregte — hihi­hi — gestern die Kür von Bir­git Rydlews­ki (das war die hier) als Mit­glied Teil des “Teams” auf dem Bun­desparteitag. Zulet­zt fiel sie in den Medi­en dadurch auf, dass sie ver­meintlich Men­schen pauschal “sus­pekt” nan­nte, die aus freien Stück­en Anzüge tra­gen. Ihren erk­lären­den Blog­a­r­tikel (Twit­ters Län­genbeschränkung eignet sich eben nur beschränkt für die Diskus­sion kon­tro­vers­er The­sen) haben offen­bar die wenig­sten Leute, die sich über den Tweet aufgeregt haben, gele­sen, und so blieb für die meis­ten Mit­twit­ter­er, die aus Grün­den nicht weit­er nach­fragten, vor allem dies im Raum ste­hen: Eine aktive Fem­i­nistin, die Män­ner in typ­isch männlich­er Klei­dung für Repräsen­tan­ten des kap­i­tal­is­tis­chen Patri­ar­chats hält, wird auf einem Parteitag mitver­ant­wortlich für die Ein­hal­tung sozialer Nor­men sein.

Das ist etwas kurz gegrif­f­en (und sach­lich falsch), aber so ist Twit­ter nun mal: Laut und schrill. Wie so’n Män­ner­mikro­fon. Da bleibt für eine sach­liche Auseinan­der­set­zung kaum aus­re­ichend Gele­gen­heit. (Weil ich ger­ade erst per Mail gezielt darauf ange­sprochen wurde, weise ich an dieser Stelle im Übri­gen darauf hin, dass Leute, die ich per­sön­lich anzu­greifen gedenke, dies meist dur­chaus bemerken — wenn es jeman­dem unklar ist, ob ich ihn angreifen möchte, ist er entwed­er zu däm­lich oder ich möchte es wahrschein­lich tat­säch­lich nicht. Für die sim­ple Nach­frage, wie ein Mit­men­sch etwas, was er geäußert hat, denn gemeint habe, habe jeden­falls ich jedoch noch nie ein “Aware­ness-Team” benötigt.) Trotz dieser über­flüs­si­gen, weil nicht zielführen­den Per­sonald­iskus­sion taucht hier eine bedeut­same Frage auf: Was tut ein Parteitags­be­such­er eigentlich, wenn er sich vom “Aware­ness-Team” bedrängt sieht? Gibt es eine über­ge­ord­nete Instanz, qua­si ein “Aware­ness-Team-Aware­ness-Team”, oder ist man sozusagen dem Wohlwollen der Men­schen, die mithelfen, aus­geliefert?

Ich wandte mich mit diesen Fra­gen per E‑Mail an die Organ­isatoren — beziehungsweise einen der Organ­isatoren — des Bun­desparteitags. Meine Bedenken wur­den von vorn­here­in zer­streut:

Falls du davon aus­gehst, dass das Aware­ness Team eine Art Sicher­heit­steam ist, wie beispiel­sweise bei der Piratin­nen­Con, dann ist das falsch. Das Aware­ness-Team hat kein­er­lei Befug­nisse.

Wir haben es hier also mit einem zahn­losen Tiger zu tun, dessen Macht nicht beschränkt, son­dern gar nicht erst vorhan­den ist; soll heißen: Selb­st, wenn das “Aware­ness-Team” samt und son­ders aus tat­säch­lich Män­ner has­senden, das Hacke­beil schwin­gen­den Radikalfem­i­nistin­nen bestünde, kön­nten sich die männlichen Parteitags­be­such­er ihres Lebens weit­er­hin sich­er sein. Leute totzubeilen ver­stößt meines Wis­sens näm­lich zumin­d­est gegen die Hau­sor­d­nung am Ver­anstal­tung­sort.

Aber wofür, wenn nicht als Exeku­tive zwecks Klärung sozialer Unruhen, ist das “Aware­ness-Team” denn dann da? Hm, tja, das sei eine gute Frage, und da könne man jet­zt auch nur spekulieren:

Wohl wenn jemand mal reden muss oder so

Soll heißen: Wer auf dem Bun­desparteitag Lust zu pöbeln hat, der möge dies zunächst am Shit­stormkanal­i­sa­tion­spunkt — beim “Aware­ness-Team” eben — beantra­gen. Es geht hier also nicht um die Wahrung von Inter­essen ein­er kleinen Gruppe, son­dern um Deeskala­tion auf aus­drück­lichen Wun­sch. Das finde ich gut.

Was sagt das nun über die Pirat­en und ihre Kom­mu­nika­tion untere­inan­der aus? Min­destens zweier­lei:

  1. Pirat­en kön­nen — ich erwäh­nte es ein­gangs — der gängi­gen Mei­n­ung entsprechend nur sel­ten miteinan­der reden, ohne sich ständig gegen­seit­ig Belei­di­gun­gen an den Kopf zu wer­fen, so dass ständig jemand auf­passen und allen Beteiligten ihr Schäufelchen zurück­geben muss. Das ist allerd­ings auch etwas, wofür man aware­ness bewahren sollte. Und wisst ihr auch, wie man das nen­nt, wenn Men­schen auf emo­tionale Weise über The­men disku­tieren, die ihnen am Herzen liegen? Richtig: Men­schlichkeit.
  2. Twit­ter eignet sich nicht für tief­gründi­ge philosophis­che Exkurse.

Auf der Web­site der “Süd­deutschen Zeitung”, die am freien Inter­net nicht teil­nehmen möchte (LSR), schrieb Alex Rüh­le gestern, die etwa zwei Prozent Stim­men für die Piraten­partei — “diese dig­i­tal­en Klap­skallis” (ebd.) — seien auch eine Folge der Konzen­tra­tion auf dig­i­tale Kanäle. Dabei ist eine häu­fige Nutzung des Inter­nets dur­chaus nicht zu bean­standen. Nur das mit der Medi­enkom­pe­tenz, das mit dem Nach­fra­gen, das müssen die Pirat­en — Wahlkampf­mot­to: “wir stellen das mal in Frage” — noch ler­nen.

Aber das braucht so ein “Jour­nal­ist” bei der “Süd­deutschen Zeitung” ja auch nicht und wird trotz­dem nicht gefeuert.

In den NachrichtenWirtschaft
Kurz verlinkt CXCVI: Zahlungsfähigkeit mit Extras

Das, Deutsch­land, passiert übri­gens, wenn man Kon­ser­v­a­tive an die Regierung lässt:

Der erbit­terte Stre­it zwis­chen Repub­likan­ern und Demokrat­en im Kongress hat eine Eini­gung über den Haushalt ver­hin­dert. Damit ist die Regierung nun teil­weise lah­mgelegt, kann viele Gehäl­ter nicht mehr zahlen. (…) Mit der finanziellen Läh­mung müssen rund 800.000 Staats­be­di­en­stete unbezahlt in Zwang­surlaub geschickt wer­den. Zahlre­iche Ämter und Ein­rich­tun­gen, wie etwa Nation­al­parks, müssen geschlossen bleiben. Aus­nah­men gel­ten nur für Angestellte, die der Grund­ver­sorgung und der Sicher­heit des Lan­des dienen.

In anderen Worten: Spi­onage- und Mord­kom­man­dos bleiben selb­stver­ständlich im Dienst. Für alle anderen Län­der außer­halb der USA wird sich also nichts ändern. Gut, dass die nicht auch noch in der Euro­zone sind.

So pleite, dass ich mir nur noch ein paar Geheim­di­en­ste leis­ten kann, wäre ich im Übri­gen auch gern mal.


In weit­eren Nachricht­en: Es ist witzig, wenn ein Mann Gewalt erfährt. Aber was weiß das Inter­net schon über Witzigkeit? Mario Barth ist bei Twit­ter (hier bewusst nicht ver­linkt). Keine Pointe — auch dort nicht.

In den NachrichtenPolitik
“Der Internetdienstleister NSA…”

Fast richtig: Neuen Google-Doku­menten zufolge verknüpft der Inter­net­di­enst Orts‑, Tele­fon- und Inter­net­dat­en etwa mit Bank- und Flug­gast­dat­en sowie Ver­sicherungsin­for­ma­tio­nen. So entste­hen umfassende Per­so­n­en­pro­file. Google spe­ichert täglich Mil­liar­den Tele­fon­verbindun­gen.

Ach nein — da habe ich mich ver­lesen. Richtig muss es natür­lich heißen:

Neuen NSA-Doku­menten zufolge verknüpft der Geheim­di­enst Orts‑, Tele­fon- und Inter­net­dat­en etwa mit Bank- und Flug­gast­dat­en sowie Ver­sicherungsin­for­ma­tio­nen. So entste­hen umfassende Per­so­n­en­pro­file. Die NSA spe­ichert täglich Mil­liar­den Tele­fon­verbindun­gen.

Das ist skan­dalös, nicht? Man sollte das ver­bi­eten, nicht?

Denkt daran, wenn ihr näch­stes Mal die Google-Suche, Google Mail und Google Maps im Chrome-Brows­er benutzt, mit dem ihr son­st auch Onlinebank­ing betreibt.

Nerdkrams
Chocolatey: Cremiger Paketmanager für Windows

Über Npackd hat­te ich ja bere­its berichtet. Dieser Paket­man­ag­er für Win­dows-Sys­teme erlangte jedoch nie allzu große Aufmerk­samkeit. Ganz anders Choco­latey NuGet. Hmm, Nugat.

Choco­latey basiert (daher wohl der Name) auf NuGet, ein­er Visu­al-Stu­dio-Erweiterung. Im Gegen­satz zu Npackd arbeit­et Choco­latey bevorzugt auf der shell. Dabei wird eine instal­lierte Pow­er­Shell — zumin­d­est für die Instal­la­tion — voraus­ge­set­zt. Den Befehl, um Choco­latey zu instal­lieren, kann man allerd­ings auch in sein­er nor­malen Eingabeauf­forderung eingeben:

@powershell -NoProfile -ExecutionPolicy unrestricted -Command "iex ((new-object net.webclient).DownloadString('https://chocolatey.org/install.ps1'))" && SET PATH=%PATH%;%systemdrive%\chocolatey\bin

Danach ist Choco­latey ein­satzbere­it.

Alle Funk­tio­nen von Choco­latey sind nur einen Befehl ent­fer­nt. Dabei kann man entwed­er die Lang­form (choco­latey [BEFEHL] [PAKET]) oder die Kurz­form ver­wen­den. Ich mein­er­seits wäh­le let­ztere.

Nehmen wir ein­mal an, ihr würdet gern Vim instal­lieren. Der Stan­dard­weg unter Win­dows: Geht auf Vim.org, klickt euch durch, ladet das Instal­la­tion­spro­gramm herunter und so weit­er und so fort. Mit Choco­latey ist das ein­fach­er. Zunächst sollte man nach­se­hen, ob es Vim über­haupt in der (lan­gen) Paketliste gibt:

clist vim

Sieht gut aus:

clist vim

Vim lässt sich also direkt von hier aus instal­lieren. Machen wir das mal.

cinst vim

cinst vim

Direkt nach der Instal­la­tion ist Vim (vim) ein­satzbere­it, Choco­latey nimmt die nöti­gen Ein­träge in den Pfad­vari­ablen automa­tisch vor. Pro­gramme, die man dann doch nicht mehr braucht, wirft ein sim­ples cuininst [PAKET] wieder vom Rech­n­er.

Und was, wenn es eine neue Ver­sion gibt? Kein Prob­lem: Choco­latey kann alle instal­lierten Pakete per cup all auf den neuesten Stand brin­gen. Oben­drein ist das ganze Sys­tem Open Source (lizen­ziert unter der Apache License 2.0), jed­er Entwick­ler kann selb­st zum Pro­jekt beitra­gen und seine eige­nen Pro­gramme als Pakete ein­re­ichen. Man sollte dies goutieren.

KaufbefehleMusikkritik
Bolus — Triangulate

Bolus - TriangulateDie kanadis­che For­ma­tion Bolus war mein­er Aufmerk­samkeit bish­er erfol­gre­ich ent­gan­gen. Mit ihrem drit­ten Album “Tri­an­gu­late”, auf dem sie mit dem Beitritt von Bassist Daniel Avn­er vom Duo auf ein (na, so was!) Trio angewach­sen sind, ändere ich das mal.

Das Intro zum eröff­nen­den “For­ward Fac­ing”, ver­mut­lich mit einem Ban­jo instru­men­tiert, das im Ver­lauf des Albums noch häu­figer Gehör find­et, sollte keine falschen Erwartun­gen weck­en. Das Ländliche ist ihre Sache aber nicht, stattdessen dominiert solide, teils kom­plexe Rock­musik. Waren frühere Musikalben von Bolus dem Vernehmen nach noch hör­bar von den Land­sleuten Rush (kanadis­che Hard-Rock-Band, die man im Übri­gen auch ken­nen sollte) inspiri­ert, haben sich die Präferen­zen auf “Tri­an­gu­late” ver­schoben, woran der Neuzu­gang vielle­icht nicht ganz unschuldig ist.

Apro­pos Neuzu­gang: Ich bin ja ein großer Fre­und von dom­i­nan­tem, knack­i­gen Bassspiel. Als ein solch­er bin ich von dessen Leis­tung dur­chaus nicht abgeneigt. In dem kurzen Instru­men­tal­stück “Back­wards Man” kann er als Front­musik­er eben­so vortr­e­f­flich bril­lieren wie als Teil der Rhyth­mus­gruppe, die in den übri­gen Stück­en im Hin­ter­grund die Fäden zieht.

Nun erwarte nie­mand, dass Bolus mit “Tri­an­gu­late” eine 180-Grad-Drehung vollführt haben; Rush (und viel Yes) sind vor allem in den Gesangspas­sagen noch immer präsent. Dass Bolus aber mehr sein wollen als nur der x‑te Abklatsch dieser Musik­grup­pen, wird in Stück­en wie “Smoke at the Mir­ror” eben­so deut­lich wie in “The Study of Mad­ness”, das eben­so von Por­cu­pine Tree oder deren Vor­denker Steven Wil­son stam­men kön­nte, wäre da nicht der Ston­er-Rock-Refrain.

Bolus — SMOKE AT THE MIRROR (Music Video)

Auch Met­al­rezensen­ten — jeden­falls die, die nicht nach einem Wach­mach­er suchen — find­en pos­i­tive Worte für “Tri­an­gu­late”, von hohem Sucht­poten­zial ist die Rede. Das ist sicher­lich nicht verkehrt. Ein Genre zu vergeben halte ich trotz­dem prinzip­iell für nicht zweck­di­en­lich, ich höre jeden­falls außer vor­ge­nan­nten Ref­eren­zen auch ein deut­lich eigen­ständi­ges Ele­ment her­aus. Bei keinem der 13 Lieder entste­ht Langeweile, Bolus hal­ten ihr Niveau auf voller Alben­länge. Auf Bandcamp.com ist dies nachzu­vol­lziehen.

“Tri­an­gu­late” ist funkiger Indie-Neo-Prog-Rock oder was auch immer. Und es ist ziem­lich gut.

MusikPolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Kurz verlinkt CXCV: Stabil und korrekt

Ich komme ja aus dem Ver­linken kaum noch her­aus dieser Tage. Ist das Som­mer­loch vor­bei?

See­hofer find­et Mit­glieder­be­fra­gung bei der SPD feige. Weil:

Die Vor­sitzen­den der beteiligten Parteien haben alle ein Man­dat und die Ver­ant­wor­tung, für sta­bile Ver­hält­nisse zu sor­gen[.]

Ach so, ich dachte, dafür gebe es Wahlen. Da habe ich wohl etwas falsch ver­standen. Sta­bile Ver­hält­nisse wären in diesem Fall offen­bar im Übri­gen auss­chließlich im Sinne der CDU/CSU, die die Zeit, in der die rot-rot-grüne Mehrheit im Bun­destag fak­tisch Deutsch­land regiert, schon jet­zt für viel zu lange hält. Deutsch­land hat eine Führungsauf­gabe in Europa, beim Euro und damit glob­al. Griechen­land find­et das auch total klasse.


Ein schon etwas älter­er Text: Frauen, esst endlich etwas!

What’s society’s cur­rent ide­al woman look like? Thin. Real­ly thin. No hips. No bel­ly. Hair­less except for the head. Basi­cal­ly a 10-year-old girl with boobs added for sex appeal.

Denn welch­er Mann träumt nicht davon, eine Zehn­jährige zu ver­führen?


Auch schade: Der Polizei in Nor­drhein-West­falen gehen offen­bar die neuen Mit­glieder aus. Wie wirbt man Jugendliche heutzu­tage? Klar: mit schlechtem Rap.

Kor­rekt, du fragst dich nach dem Stun­den­lohn,
du kriegst ’ne Waffe, kriegst ’ne Mütze und ein Mega­fon.

Man muss ja Pri­or­itäten set­zen. Wer braucht schon Geld, wenn er ’ne Waffe hat? Der Rest kommt wie von selb­st.

PolitikSonstigesIn den Nachrichten
Kurz verlinkt CXCIV: Spitzel, Schwule, SPD

Ups:

Der Geheim­di­enst hat offen­bar nicht nur etliche Jour­nal­is­ten unrecht­mäßig in ein­er Extrem­is­mus­datei gespe­ichert. Jet­zt kam her­aus, dass ein­er der Bespitzel­ten wohl Opfer ein­er pein­lichen Namensver­wech­slung wurde.


Apro­pos spitz: Der Chef des ital­ienis­chen Nahrungsmit­telkonz­erns Bar­il­la hat nichts dage­gen, wenn Schwule Nudeln in den Mund nehmen. Nur bitte nicht die von Bar­il­la.

Non fare­mo pub­blic­ità con omoses­su­ali, per­ché a noi piace la famiglia tradizionale. Se i gay non sono d’ac­cor­do, pos­sono sem­pre man­gia­re la pas­ta di un’al­tra mar­ca.

Auf Twit­ter fol­gten zahlre­iche Boykot­taufrufe, und es ist eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis jed­er, der sich im Super­markt mit Bar­il­lapro­duk­ten erwis­chen lässt, über Jahre hin­weg als Homo­sex­uel­lengeg­n­er gebrand­markt wird. Ander­er­seits ist bere­its heute die Meute längst weit­er gewan­dert; da man sowieso ger­ade bei Nudeln war, geht es nun um Nudeln mit Ketchup, und alle sind ganz über­rascht darüber, dass Stu­den­ten oft mit sehr wenig Geld auskom­men müssen. Blöder­weise immer erst nach ein­er Wahl.


Ach, Wahlen. Da war ja was. Eine Regierung ist aber immer noch nicht in Sicht. Peter Sig­mar Gabriel weiß Rat:

Parte­ichef Sig­mar Gabriel schlägt (…) nun vor, die Mit­glieder in der Sache zu befra­gen — er verbindet damit die eigene poli­tis­che Zukun­ft.

Das macht das Ergeb­nis natür­lich um so span­nen­der.

Nach­trag von 19:42 Uhr: Peer Stein­brück wird’s jeden­falls nicht machen. Blöd: Das Buch “Vor­erst gescheit­ert” hat schon ein ander­er geschrieben. Vielle­icht wäre es bei all den Rück­trit­ten der let­zten Tage aber erhol­sam, wür­den nur noch diejeni­gen mit der Presse reden, die nicht von irgen­deinem Amt zurück- oder nicht wieder antreten. Wie angenehm entspan­nend wären die Nachricht­en dann!

SonstigesIn den Nachrichten
Kurz verlinkt CXCIII: Fahr’n, fahr’n, fahr’n oder Wireless LAN?

SPIEGEL ONLINE, Okto­ber 2011:

Zum drit­ten Mal in diesem Jahr ist ein ICE an Wolfs­burg vor­beig­er­auscht.

Deutsche Bahn, Sep­tem­ber 2013:

Die Deutsche Bahn erlaubt Reisenden ab sofort für 30 Minuten täglich die kosten­lose Nutzung der WLAN-Hotspots an über 100 Bahn­höfen (darunter Wolfs­burg, A.d.V.). Pendlern dürfte dies ger­ade recht kom­men.

Oder halt Leuten, die von Wolfs­burg aus irgend­wo hin­wollen.

“Glaubt man aber, dass der Fortschritt dieser Welt etwa aus dem Gehirn von Mehrheit­en stammt und nicht aus den Köpfen einzel­ner?”
– Adolf Hitler

PiratenparteiIn den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Jede Woche aufgelöst

“ZEIT ONLINE” (“arro­gant, naiv und pop­ulis­tisch”, Lenz Jacob­sen) gibt bekan­nt, dass die Piraten­partei Deutsch­land — mit einem Stim­men­zuwachs von über zehn Prozent gemessen am Bun­destagswahlergeb­nis von 2009 wohl kaum als im Absturz befind­lich zu beze­ich­nen — vor dem Zer­fall ste­he, weil der Bernd Schlömer das näm­lich gesagt habe und der Bernd Schlömer wisse, wovon er rede, weil er näm­lich Scheffe von den Pirat­en sei.

Bernd Schlömer rech­net damit, dass in den kom­menden Wochen weit­ere Mit­glieder aussteigen oder zu anderen Parteien abwan­dern wer­den.

Ich rechne ja damit, dass irgend­je­mand Bernd Schlömer mal auf die neuen Mit­glieder seit Son­ntag hin­weist, aber was soll’s; ist halt der Bernd, der braucht keinen Kon­takt zum Pöbel, weil, der’s Chef. Beziehungsweise bald nicht mehr:

Der Chef der Piraten­partei hat seinen Rück­zug angekündigt. Mit Mari­na Weis­band kön­nte eine promi­nente Poli­tik­erin in den Vor­stand der Partei zurück­kehren.

Hat ZEIT ONLINE Mari­na Weis­band nicht Bescheid gesagt, dass die Partei ger­ade zer­fällt? — Zugegeben, die Medi­en haben bish­er bei jedem größeren Skandälchen (ZEIT ONLINE) von einem baldigen Ende der Partei gesprochen, aber vielle­icht, wenn sie es oft genug wieder­holen, hören diese ver­dammten Pirat­en endlich mal auf damit, sich nicht aufzulösen. Das ist doch unfair son­st.

Aber was kön­nte für die Medi­en schlim­mer sein als eine Partei, deren Köpfe regelmäßig wech­seln? Mit Inhal­ten beschäfti­gen möchte man sich nicht, nicht umson­st kam die Piraten­partei in den Medi­en sicher­heit­shal­ber kaum noch vor, seit die AfD ihr den zweifel­haften Rang als dem Main­stream ferne Neu­partei abge­laufen hat. Zumin­d­est für SPIEGEL ONLINE ist das Prob­lem schon so gut wie gelöst — das Haus­blatt von Fabi­an Rein­bold (wir erin­nern uns) berichtet, völ­lig unbeein­druckt von ihrem Rück­zug ins Pri­vatleben, auch weit­er­hin begeis­tert über “die schöne Piratin” (BILD).

Und der Rest? Nun, die kom­mende Erset­zung einiger Vor­standsmit­glieder wird den Weg freimachen für solche, die auch noch etwas anderes mit ihrer Zeit anfan­gen als im Ram­p­en­licht rum­ste­hen. Auch bei den Grü­nen ist der Abtritt Jür­gen Trit­tins kein Zeichen von Zer­fall der Partei, son­dern ein mit­telmäßig gut gelun­gener Ver­such, die Pädophiliediskus­sion aus den Partei­in­ter­na her­auszuhal­ten.

Bernd Schlömer jeden­falls, unter dessen ver­meintlich­er Ägide große bun­desweite Wahler­folge wider Erwarten aus­blieben, tut der Piraten­partei mit sein­er aus­bleiben­den Neukan­di­datur einen wirk­lich großen Gefall­en. Um die Poli­tik im Land zu verän­dern (unter anderem das Bewusst­sein für Daten­schutz und dig­i­tale Bürg­er­rechte sowie das mit der Basis­demokratie), hat die Piraten­partei bis­lang kein Man­dat im Bun­destag benötigt — um allerd­ings aus der Stag­na­tion zu erwachen, ist ein “Parte­ichef”, der den Mit­gliedern samt und son­ders fehlende Moti­va­tion unter­stellt und auch anson­sten gern mal dummes Zeug in Mikro­fone rein­plap­pert, wom­öglich nicht die beste Wahl.

Aber immer­hin reden wir hier von ZEIT ONLINE, einem Ableger eines dieser klas­sis­chen Medi­en. Die ste­hen kurz vor dem Zer­fall, heißt es.

Seit Jahren.

PolitikIn den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Hurra!

Beim einst sozialdemokratis­chen Schmierblatt SPIEGEL ejakuliert man fast vor Begeis­terung:

Die Zeitun­gen über­schla­gen sich in der Bew­er­tung ihres Wahlsieges, “Angela, die Große” wird Merkel genan­nt.

Und wie sie alle ges­pan­nt sind!

Mit SPD-Chef Sig­mar Gabriel habe sie einen “ersten Kon­takt” gehabt, lässt Merkel wis­sen. Aber vor möglichen Gesprächen müsse man natür­lich den Kon­vent der Sozialdemokrat­en am Fre­itag abwarten.

Seid ihr auch schon alle so neugierig wie ich?


Wie dieses “Über­schla­gen” in der Prax­is aussieht, erk­lärt übri­gens das Web­magazin “der Stan­dard” (Öster­re­ich, ver­ste­ht sich, denn in Deutsch­land saust den Medi­en die Muffe):

Hur­ra, Angela Merkel darf Europa weit­er kaputt machen!

“Der Ver­stand macht uns vor, dass sich alles wieder­holt, / doch wer daran glaubt, der hat sich selb­st verkohlt.”
– Die Fan­tastis­chen Vier: Alles ist neu

Politik
Bundestagswahl 2013: Eine kritische Analyse unter Berücksichtigung aller vorliegenden Fakten (Stand: 02:41 Uhr)

Der Wäh­ler, zieht man das Wahlergeb­nis als Anhalt­spunkt her­an, will keinen Min­dest­lohn, keine Bürg­er­beteili­gung, keinen Atom­ausstieg, keinen Sozial­is­mus, keinen Fem­i­nis­mus, keine Wom­bats, keine Pädophilie und keine D‑Mark. Struk­turelle Neuaus­rich­tun­gen jeglich­er Parteien soll­ten auf dieser Grund­lage erfol­gen.

PolitikIn den NachrichtenNerdkrams
Kurz verlinkt CXCII½: Von Fingerprinting und Befingertwerden

Wisst ihr noch, damals, 2012, als alle gesagt haben, nie­mand habe irgen­dein Inter­esse an unseren Dat­en und der Ein­satz von NoScript sei para­noi­der Quatsch? Stellt sich raus: Nicht nur Geheim­di­en­ste find­en diese Hal­tung gut.

Der Wer­bev­er­mark­ter Zanox set­zt auf soge­nan­ntes Brows­er-Fin­ger­print­ing für die Wieder­erken­nung von Browsern, wenn Cook­ies gelöscht, deak­tiviert oder per Brows­er-Ein­stel­lung block­iert wer­den.

Wäre ja auch wirk­lich schade, wüsste so ein Reklame­hei­ni nicht genau, wer die Per­son ist, die ger­ade das Ergeb­nis seines “kreativ­en Prozess­es” (ver­mut­lich also Kack­en) ertra­gen muss.

(via Nachtwächter, der ein paar Lösungsan­sätze nen­nt)


Zur aktuellen Pädophiliede­bat­te wur­den schon aller­lei großar­tige Texte ver­fasst. Ein­er der großar­tig­sten stammt von Sophie Dan­nen­berg, die beken­nt:

Um den 11. Sep­tem­ber 2001 herum wurde ich erwach­sen und hörte auf, die Grü­nen zu wählen[.]

Lesenswert!


In eigen­er Sache: Wenn mein Plu­g­in funk­tion­iert, ist hier mor­gen bis 18 Uhr kein­er­lei Inhalt zu find­en (der RSS-Feed funk­tion­iert jedoch auch weit­er­hin, gegen das Caching von RSS-Clients ist nur schw­er­lich etwas Effizientes zu tun). Nutzt diese Gele­gen­heit, um das Plu­g­in auch in eurem Blog einzuset­zen.