Sonstiges
Medi­en­kri­tik LXXXII: Das kann auch jedem ande­ren Inter­net­nut­zer passieren.

Mike hat die dies­wö­chi­ge Aus­ga­be des SPIE­GEL der­art über­zeu­gend gele­sen, dass ich nicht umhin kam, mir die digi­ta­le Aus­ga­be auch mal zu, nun ja, besor­gen, und zwar wegen eines ein­zi­gen Arti­kels. Die­ser Arti­kel trägt die Über­schrift „Der Tag, an dem ich schwul wur­de” und beschreibt einen Selbst­ver­such des SPIE­GEL-Mit­ar­bei­ters Uwe Buse – hihi -, der ein paar White-Hat-„Hacker” (infla­tio­när ver­wen­de­te Berufs­be­zeich­nun­gen genie­ße ich bevor­zugt mit Vor­sicht) auf die Fra­ge ange­setzt hat, was für Mög­lich­kei­ten sich so erge­ben, wenn man vol­len – auch phy­si­schen – Zugriff auf frem­de Hard­ware erhält.

Das macht der inve­sti­ga­ti­ve SPIE­GEL-Mensch dann etwa so:

Zwi­schen uns auf dem Tisch lie­gen ein Lap­top und ein Han­dy. Auf bei­de Gerä­te haben mei­ne Hacker Spio­na­ge­pro­gram­me geschleust (…).

So funk­tio­niert die Infek­ti­on in frei­er Wild­bahn: Drückt den Böse­wich­tern eure Hard­ware in die Hand und geht mal für eine Wei­le aus dem Zim­mer. :D

Dabei hat er doch so schön vorgesorgt:

Der Viren­scan­ner des Lap­tops mel­det: Die­ser Rech­ner ist virenfrei.

Und was die „Hacker” da nicht so alles Span­nen­des herausfinden!

Nach­dem die Hacker auch mei­ne E‑Mails durch­for­stet haben, wis­sen sie, dass ich ver­hei­ra­tet bin, zwei Kin­der habe, eine Toch­ter und einen Sohn, der noch in den Kin­der­gar­ten geht. Mei­ne Hacker ken­nen den Namen mei­ner Frau, Birgit.

Man­che müs­sen dafür Herrn Buses Mails lesen, ande­re nur den SPIE­GEL. So kann’s gehen. Und was die „Hacker” sonst so tun? Sie besor­gen sich Ama­zon- und Goog­le-Pass­wör­ter und gucken mal hin­ein. Das sei aber auch nicht wei­ter schwer:

Den Hackern wer­den all die­se Infor­ma­tio­nen auf sehr kom­for­ta­ble Wei­se gelie­fert. Es ist kaum Exper­ten­wis­sen vonnöten.

Um für den SPIE­GEL zu schrei­ben, muss man offen­bar auch nicht viel wis­sen. Eine stei­le Kar­rie­re steht so jedem Men­schen offen, der leid­lich gut lesen und schrei­ben kann. Wenn da nur nicht der Ekel­fak­tor wäre!

Zumin­dest hat sich der Autor ein paar höf­li­che „Hacker” aus­ge­sucht, die vor­her nachfragen:

Mei­ne Hacker las­sen mich wis­sen, dass sie mir nun noch Kin­der­por­nos auf den Rech­ner schie­ben kön­nen, danach könn­ten sie die Poli­zei alar­mie­ren. Ich bit­te sie drin­gend, von die­ser Idee Abstand zu nehmen.

Scha­de, viel­leicht wäre der Arti­kel dann doch noch was geworden.

Gibt es eine Moral von der Geschich­te? Klar:

Um künf­tig bes­ser auf sol­che Angrif­fe vor­be­rei­tet zu sein, fra­ge ich mei­ne Hacker ein paar Tage spä­ter, wie ich mich schüt­zen kann. (…) Kei­ne Win­dows-Rech­ner mehr benut­zen, sagen sie, son­dern Linux als Betriebs­sy­stem. Soft­ware-Updates immer instal­lie­ren, und zwar schnell, das gilt vor allem für den Viren-Scanner.

Linux, nicht erst seit 2003 ein beque­mes Angriffs­ziel von Schuf­ten, sieht so ein „Hacker” natür­lich beson­ders gern auf frem­den Gerä­ten. Da hilft auch nicht, dass die im Arti­kel ver­wen­de­te Mal­wa­re namens Mobis­te­alth „für Android, nicht für Linux” – das las­se ich der Däm­lich­keit wegen ein­fach mal als Zitat ste­hen – ver­füg­bar ist. Und Viren­scan­ner („Viren-Scan­ner”)? Ihr wisst schon, das war das, das den Rech­ner anfangs viren­frei nannte.

Der SPIE­GEL hat im Print­res­sort halt nicht so fähi­ge Autoren wie Frank Pata­long.

Senfecke:

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