SonstigesIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Medi­en­kri­tik extra: Alt­her­ren­wit­ze

Dass „alte, wei­ße, hete­ro­se­xu­el­le Män­ner“ an allem schuld sei­en und auf­grund ihrer Hete­ro­se­xua­li­tät, sta­ti­stisch gese­hen, lei­der auch irgend­wann mal null­kom­ma­noch­was Femi­ni­stin­nen gezeugt haben, ist längst nicht mehr als ein müder Trep­pen­witz derer, die der Ansicht sind, ihr von Grund auf fal­scher Cha­rak­ter sei nur des­halb nicht dazu befä­higt, ihnen den Weg in höch­ste Gna­den zu bah­nen, weil sich ihnen das Patri­ar­chat in den Weg gestellt habe, und nicht etwa des­halb, weil sie außer Spra­che­ver­hun­zen und Quo­ten­frau­sein nichts an Eig­nung vor­zu­wei­sen haben.

Etwas sel­te­ner ist dies:

Das Pro­blem von „TV total“ ist nicht mal mehr der niveau­lo­se Witz. (…) Die Show wirkt wie von alten Män­nern gemacht, her­ge­stellt mit dem Humor-Werk­zeug der Neun­zi­ger­jah­re.

Alte Män­ner, so heißt’s dort, sei­en somit als Urhe­ber von Unter­hal­tungs­me­di­en nicht geeig­net. Jung ist gut, frisch und im Best­fall auch nicht männ­lich, lese ich dar­aus, habe schlim­me „jun­ge Komi­ke­rin­nen“ wie Caro­lin Kebe­kus, Cin­dy aus Mar­zahn sowie Mar­ti­na Hill in ihrer ein­zi­gen uner­träg­li­chen Rol­le als „Tina Hau­sten“ viel zu gut im Gedächt­nis und rol­le ein wenig thea­tra­lisch mit den Augen. Der Jüng­ste war Heinz Erhardt auch nicht mehr, als er gegen Ende sei­nes Lebens immer noch Men­schen amü­sier­te, und wie auch der Dich­ter Robert Gern­hardt und der, nun, Fern­seh­kri­ti­ker Lori­ot, alle­samt alte Män­ner, hät­te er „TV Total“ ver­mut­lich schon damals für viel zu albern gehal­ten.

War­um das jetzt, drei Mona­te nach der Ver­öf­fent­li­chung des beschä­men­den Arti­kels auf „SPIEGEL ONLINE“, noch von Belang ist? Ste­fan Raab höre auf, ver­kün­de­ten die Medi­en, und nur weni­ge Stun­den zuvor war gera­de erst die erste Trau­er über den Tod des Lite­ra­ten Har­ry Rowohlt ver­klun­gen, der erst mit 70 Jah­ren sei­nen sub­ti­len, bis­wei­len auch bra­chia­len Witz nicht mehr zu haben imstan­de war. Was auf „TV Total“ folgt und auf „SPIEGEL ONLINE“ als geeig­ne­ter Ersatz beschrie­ben wird, nennt sich „Cir­cus Hal­li­Gal­li“ oder „Neo Maga­zin Roya­le“ und wirkt wie die Harald-Schmidt-Show (ihrer­seits wenig mehr als eine Kopie des­sen, was Jay Leno per­fek­tio­nier­te) ohne Harald Schmidt, dafür mit drei Oli­ver Pochers, die gleich­zei­tig ver­su­chen, völ­lig unter­schied­li­che Wit­ze falsch zu erzäh­len. Es mutet ande­rer­seits tra­gisch an, dass man Raab und Pocher hin­sicht­lich ihres Unter­hal­tungs­werts kaum von­ein­an­der unter­schei­den kann.

Ste­fan Raab, die­se wahr­haf­ti­ge Inkar­na­ti­on Troy McClu­res, ist ein Ana­chro­nis­mus aus einer Zeit, in der man mit per­so­na­li­ty shows – auch Tho­mas Gott­schalk ist ja mit meh­re­ren Ver­su­chen dazu geschei­tert – noch pri­ma Sen­de­zeit fül­len konn­te. Das indes hat­te er mit Har­ry Rowohlt gemein: Sie sind aus der rich­ti­gen Zeit in eine ande­re gefal­len, in der Beschleu­ni­gung die Maxi­me bil­det. Zumin­dest für Rowohlt blieb nur mehr eine Nische, die er aller­dings bes­ser zu fül­len ver­moch­te als sie ihm Platz bot; er war die Nische.

Ste­fan Raab hin­ter­lässt im deut­schen Fern­se­hen nichts als ein paar Stun­den vakan­te Sen­de­zeit. Wenn ihm das als Ver­mächt­nis genügt, ist das vali­de. Har­ry Rowohlt, der das Fern­se­hen allen­falls in der „Lin­den­stra­ße“ beein­fluss­te, hin­ter­lässt hin­ge­gen etwas, was von Jan Böh­mer­mann oder, herr­je!, Gün­ther Jauch wohl nur schwer kor­ri­giert wer­den könn­te.

Scha­de drum.

In den NachrichtenComputerMir wird geschlechtPolitik
Nach­rich­ten­re­tro­spek­ti­ve in Kür­ze, 16. Juni 2015

Gen­der der Woche: Eltern von Jungs beschwe­ren sich, dass trans­gen­der-Mäd­chen auf die Jungstoi­let­te gehen darf, Eltern des Mäd­chens beschwe­ren sich anschlie­ßend, dass es das nicht mehr darf. Da wird wer zu Hau­se auf „was habt ihr heu­te in der Schu­le gemacht?“ sicher mal eine span­nen­de­re Ant­wort als „Mathe“ geben kön­nen.


Skandal!!1! der Woche: Poli­tisch rech­te Frak­ti­on stimmt einem berech­tig­ten Antrag einer ande­ren poli­tisch rech­ten Frak­ti­on zu. Nicht, dass so was noch zur Gewohn­heit wird und eine demo­kra­tie­feind­li­che rech­te Par­tei eines Tages auf­grund der so gewon­ne­nen Mehr­hei­ten noch die Kanz­le­rin stellt!


Java­pro­blem der Woche: Uni­code macht Kom­men­ta­re aus­führ­bar.

In den NachrichtenMontagsmusik
Emer­son, Lake & Pal­mer – Karn Evil 9

MüdeEs ist Mon­tag; nicht irgend­ein Mon­tag, son­dern Mon­tag 1 nach der für alle über­ra­schen­den Erkennt­nis, dass jemand, der sich in ein Netz­werk hackt, auch beim Rech­ner der Kanz­le­rin nicht sagt: „Oh, das ist der Rech­ner der Kanz­le­rin, da geh‘ ich mal nicht drauf.“ Dafür, aller­dings, wol­len sie EDV-Sicher­heit zur Pflicht machen, jeden­falls für Unter­neh­men, beim Bun­des­tag ist es ja bereits zu spät.

Was die Bun­des­re­gie­rung unter Daten­si­cher­heit ver­steht, ist indes wohl­be­kannt, das De-Mail-Deba­kel eben­so wie die enge Zusam­men­ar­beit mit der Tele­kom, die ihrer­seits gern mal Nut­zer­da­ten raus­trägt, noch nicht ver­jährt. Ver­schlüs­se­lung, die die Arbeit der Geheim­dien­ste erschwert, soll­te zur Wah­rung des bis­her erzeug­ten Bil­des in den Hacker­pa­ra­gra­phen auf­ge­nom­men wer­den, wo auch nmap u.dgl. drin­ste­hen. Sicher­heit ist nichts, was man selbst prü­fen dürf­te. Und man will ja auch nur Sicher­heit gegen den Iwan, die Chi­ne­sen oder wer auch immer der­zeit für das Ein­drin­gen in den Bun­des­tag ver­ant­wort­lich gemacht wer­den soll, nicht gegen unse­re ame­ri­ka­ni­schen Freun­de, anson­sten wür­de – man hört Par­la­men­ta­ri­er erschreckt ein­at­men – der Markt auch wei­ter­hin ohne TTIP fluk­tu­ie­ren müs­sen. Eine schier uner­träg­li­che Vor­stel­lung.

Frü­her war vie­les bes­ser. Auch die Musik.

Emer­son, Lake & Pal­mer – Karn Evil 9 (Cali­for­nia Jam 1974)

Guten Mor­gen.

Nerdkrams
Das sozia­le Netz­werk, das dein Pri­vat­le­ben ach­tet

Bei Mozil­la ist man trotz des Behar­rens auf die Umset­zung von DRM – sonst müss­ten die Leu­te ihren gehyp­ten Strea­ming­scheiß ja über Chro­me lau­fen las­sen, und Fire­fox soll sich ja schon optisch nicht mehr von Chro­me unter­schei­den las­sen – stolz auf sei­nen ver­meint­li­chen Ein­satz für ein frei­es, offe­nes Netz.

So stolz, dass die Fire­fox-Start­sei­te mitt­ler­wei­le dazu auf­for­dert, auch allen Freun­den davon zu erzäh­len, dass man so viel Wert auf Daten­schutz und Pri­vat­sphä­re legt, dass man sogar Fire­fox nutzt.

Zum Bei­spiel auf Face­book.

Privatleben

:roll:

KaufbefehleMusikkritik
Katie Dey – asdfasdf

katie dey - asdfasdfVor ein paar Jah­ren, als You­Tube noch cool und nicht von blon­dier­ten Dum­men mit anstren­gen­der Stim­me und geschmink­ten drei­zehn­jäh­ri­gen Jungs bevöl­kert war, mach­ten sich Men­schen mit einem unfass­bar schwar­zen Humor dar­an, dort Din­ge zu ver­öf­fent­li­chen, die für­der­hin zum Teil kul­tisch ver­ehrt wur­den, dar­un­ter die „asdfmo­vies“ (ass-duff-movies).

Bei Nico, der nach elf Jah­ren und unge­zähl­ten Rück­zü­gen von der Blog­ge­rei zum Glück immer noch ab und zu über Musik berich­tet, fand ich jüngst ein eben­so ver­schro­be­nes Werk von der mir zuvor unbe­kann­ten Musi­ke­rin Katie Dey. Der Name der EP: „asdfasdf“. Das kann man sich gut mer­ken.

Das Mini­al­bum klingt skan­di­na­visch, ist aber austra­lisch. Eine eigen­ar­ti­ge Klang­mischung aus sigur­rós­quem Ambi­ent („fear o the dark“), Pop­rock von einer aus­ge­lei­er­ten Kas­set­te („unkillable“), Lo-Fi-Noi­se­r­ock („h o e“) und Dub­step­ele­men­ten über­rascht den Hörer mit einer Ein­gän­gig­keit, die zusätz­lich ver­wirrt.

katie dey – fear o the dark

Ein Musik gewor­de­nes WTF, das im noch ver­gleichs­wei­se unver­brauch­ten 2015 bis­her eine Aus­nah­me­erschei­nung dar­stellt. Ich mag das.

MusikPolitikIn den Nachrichten
Nach­rich­ten­re­tro­spek­ti­ve in Kür­ze, 10. Juni 2015

Vor­aus­sicht­lich schon heu­te der Brül­ler des Jah­res: Die umstrit­te­ne Vor­rats­da­ten­spei­che­rung wird erst im Herbst im Bun­des­tag als Gesetz dis­ku­tiert wer­den. Das gibt der SPD-Basis mehr Zeit für Wider­stand gegen das Vor­ha­ben. Die gabriel’sche SPD, Hort der klu­gen Gei­ster, geführt mit Bril­lanz.

Was ja auch nötig ist, denn:

In die­ser kopf­la­sti­gen poli­ti­schen Land­schaft, in der die Zen­tral­ge­walt die ent­schei­den­de ist, muss eine Par­tei bun­des­weit so auf­ge­stellt sein, dass sie mit den eta­blier­ten kon­kur­rie­ren kann. Das heißt vor allem, dass es hun­der­te Funk­tio­nä­re braucht, die sich sou­ve­rän im poli­ti­schen Geschäft bewe­gen, nicht auf­fal­len und nur inner­halb geplan­ter Aktio­nen für Auf­se­hen sor­gen.

(Quel­le)

Wider­stand war sowie­so gestern. Poli­ti­scher Punk ist tot. Die Plat­ten der Sex Pistols sind ein Kre­dit­kar­ten­mo­tiv. Gegen das anti­ka­pi­ta­li­sti­sche Schwei­ne­sy­stem oder so. Dro­gen besorgt die Poli­zei für euch. Das muss die­ser neue Libe­ra­lis­mus sein, von dem immer alle reden; der alte wur­de bekannt­lich hin­ge­rich­tet.


Fein aller­dings: Von Guil­ty Ghosts, nach wie vor ein Solo­pro­jekt von Tri­stan O’Don­nell, gibt es ein neu­es (lei­der recht kur­zes) Album zum Down­load und Anhö­ren ab 0 Euro. Musik für Nebel­ta­ge und melan­cho­li­sche Momen­te auch im Som­mer. Zurück­leh­nen bit­te.

In den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlecht
Alv­vays – Par­ty Poli­ce

Auf's Maul?!Es ist Mon­tag. Ist das eigent­lich legal? Ande­res jeden­falls nicht: Wo ande­re mit dem Flug­zeug flie­gen, fliegt Kate Moss her­aus.

Wahr­schein­lich war das aber auch nur ein Miss­ver­ständ­nis, Frau­en tun nicht nur nie­man­dem was; laut Clau­dia Roth („Grü­ne“, das waren die mit den Kin­dern) sind Frau­en oben­drein die ein­zi­ge Lösung für die Kor­rup­ti­ons­an­fäl­lig­keit der FIFA: Das größ­te Pro­blem der FIFA sei es, dass es dort kei­ne Frau­en­quo­te gibt, das biss­chen Käuf­lich- und Gesetz­lo­sig­keit ist ja neben­säch­lich. Apro­pos: In der Tür­kei hat die als unbe­sieg­bar gel­ten­de Regie­rungs­par­tei aber­mals eine Mehr­heit erhal­ten, aber nur noch eine nor­ma­le, was Kom­men­ta­to­ren als kla­ren Beweis dafür sehen, dass dort alles mit rech­ten Din­gen zugeht; und was das über die etwa 80 Pro­zent für die Regie­rungs­ko­ali­ti­on in Deutsch­land aus­sagt, möge sich ein Jeder selbst aus­ma­len.

Es ist ja doch immer das­sel­be.
Alv­vays the same.

Apro­pos Alv­vays: Unter die­sem Namen ist seit 2011 ein kana­di­sches Quin­tett aktiv, das 2014 sein Debüt­al­bum ver­öf­fent­lich­te. Zu hören gibt es gara­gi­gen Post­punk, nicht unähn­lich Sava­ges und den Raveo­net­tes, gepaart mit dem Gesang von Front­frau Mol­ly Ran­kin, die Erin­ne­run­gen an „Nixe“ von den guten alten Huah! her­bei­hext. Ich weiß das zu schät­zen.

ALVVAYS – Par­ty Poli­ce – live 13.02.2015 Mila­no

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Das ist ja wohl der Gip­fel!

Wäh­rend hoch­ran­gi­ge Ver­tre­ter der G7-Staa­ten für meh­re­re Hun­dert Mil­lio­nen Euro stan­des­ge­mäß auf Schloss Elmau über Ver­trä­ge dis­ku­tie­ren, die sie für­der­hin nicht zu erfül­len beab­sich­ti­gen, und dabei zumin­dest aus­ge­wähl­te Demon­stran­ten zulas­sen, weil den Übri­gen für die Geneh­mi­gung zur Wahr­neh­mung ihres grund­rechts­ver­brief­ten Rech­tes auf Demon­stra­ti­on das Fein­ge­fühl feh­le, und so selbst auf dem so genann­ten „Kir­chen­tag“ mehr Poli­tik statt­fand als dort, wo bis heu­te Welt­frem­de ihr Unwe­sen trei­ben, fragt sich ganz Deutsch­land, wie­so aus­ge­rech­net die NATO Russ­land nicht mehr mit­spie­len las­sen will, bezie­hungs­wei­se:

Die­se Woche traf ich in Mos­kau mit einem nam­haf­ten Pro­fes­sor zusam­men, der auch an Russ­lands wich­tig­ster Diplo­ma­ten-Hoch­schu­le lehrt. Sei­ne Aus­sa­gen waren depri­mie­rend. Putin und sei­ne Füh­rung sei­en men­tal nicht mehr erreich­bar, sie hät­ten sich von der Wirk­lich­keit abge­kop­pelt, sagt der Pro­fes­sor. Die poli­ti­sche Kul­tur in Russ­land habe sich seit 500 Jah­ren nicht geän­dert.

Und was macht eure Regie­rung gera­de so?

ProjekteNetzfundstückeNerdkrams
FOAAS

Ihr kennt das: Euch geht irgend­ein Idi­ot per Online­dienst auf die Ner­ven, ihn aber auf Distanz zu hal­ten wür­de Ener­gie kosten.

Das Inter­net der Auto­ma­ti­sie­rung hat die Lösung für euch: FOAAS (Fuck Off As A Ser­vice) stellt ein API zur Ver­fü­gung, das die­se unan­ge­neh­me Auf­ga­be über­nimmt.

(via BITblokes.de)


Nach­trag vom 5. Juni: Ich habe eine ent­spre­chen­de Erwei­te­rung für Thun­der­bird und Sea­M­on­key ver­öf­fent­licht.

Sonstiges
Medi­en­kri­tik XCII: „JOY“ und „Jolie“ im Män­ner­check

Ein neu­er Monat, ein paar neue Frau­en­zeit­schrif­ten. Grell­bunt wett­ei­fern im Zeit­schrif­ten­re­gal, wie so oft, tur­nus­mä­ßig auch „JOY“ und „Jolie“, bei­de häu­fi­ge Gäste in die­ser Rubrik, um die Gunst der Käu­fe­rin­nen. Ach, was soll’s Gegen­der? Natür­lich auch der Käu­fer, steht doch immer auch vie­les dar­in, was auch dem Man­ne gefällt.

Vie­les? Man wird sehen.

1. „JOY“

joy juni 2015

In knal­li­gen Far­ben legt die „JOY“ vor: Das Extra­heft „107 Beau­ty-Tipps“, das wohl zur titel­bild­lich kol­por­tier­ten Mis­si­on, aus jeder Lese­rin eine beknackt aus­se­hen­de Frau mit schlech­ter Haut und kaput­ten Haa­ren zu machen, bei­tra­gen soll, mag neckisch sein, aller­dings begeht Chef­re­dak­teu­rin Ann Thorer bereits im edi­to­ri­al einen Faux­pas, indem sie die „lie­be Lese­rin“ anspricht. Als wären wir Män­ner nicht an Mode („die 70 cool­sten Klei­der des Jah­res“), Sport („Yoga, Rad­fah­ren, Jog­gen & Co.“, wer immer die Kom­pa­gnons sein mögen) und unse­rem Aus­se­hen („sty­li­sche 3‑Mi­nu­ten-Fri­su­ren“, so was tra­ge ich ja gra­tis, sowie „Make-up ohne Pan­nen“) inter­es­siert!

Aber dar­um soll’s nicht gehen; viel­mehr – pas­send zum auf Sei­te 17 abge­druck­ten „klu­gen Satz des Monats“ von Shai­le­ne Wood­ley, der „Kei­ner ent­wickelt sich wei­ter, wenn er sich an dem misst, was es schon gibt.“ lau­tet – emp­fiehlt die „JOY“ aus einer Aus­wahl der Din­ge, die es schon gibt, „22 klei­ne Ver­füh­rungs­tricks, die jeden Mann ver­rückt nach Ihnen machen“. Man möch­te ja als Mann schon gern wis­sen, wie­so man so ver­rückt ist. Dazu zählt offen­bar:

Ach Mist, zu viel Body­lo­tion erwischt! „Süßer, kann ich dir was abge­ben?“ Hui, das flutscht aber…

Hui. – Oder:

Ein Klas­si­ker: Schlüp­fen Sie beim Abend­essen aus einem Ihrer Schu­he und füh­ren Sie Ihren Fuß vor­sich­tig in Rich­tung sei­nes besten Stücks. Hi, Klei­ner…

„Klei­ner“. Ich bin schon ganz rol­lig. Aber da geht noch mehr:

Guten Mor­gen! Ver­sü­ßen Sie ihm das Auf­wa­chen, indem Sie Ihre nack­ten Brü­ste mit krei­sen­den Bewe­gun­gen an sei­nem Rücken rei­ben. Das sorgt für eine extra­schnel­le Auf-STEH-Pha­se (hihihi).

(Zitat unver­fälscht abge­tippt; resp.: sic!)

Voll­ends zum Orgas­mus aber treibt mein Zwerch­fell Tipp 19:

Geben Sie ihm einen Grape­fruit-Blo­wjob. Dafür die Enden der Frucht abschnei­den und in der Mit­te ein Loch in der Grö­ße des Penis-Durch­mes­sers boh­ren. Wenn sein bestes Stück so weit ist, drü­ber­stül­pen und auf und ab bewe­gen …

Die mei­nen das ernst.

Tipp 22 („grei­fen Sie ihm ohne Vor­war­nung in den Schritt“) fragt abschlie­ßend:

Män­ner sind in Sachen Sex ein­fach gestrickt. (Ach so! A.d.V.) War­um nicht auch mal Sie?

Beim Sex so ein­fach gestrickt zu sein, dass man sich für die erfolg­rei­che Ver­füh­rung eines ein­fach gestrick­ten Man­nes – die typi­sche Lese­rin legt auf einen Mann mit Stil offen­sicht­lich kei­nen Wert – Obst­be­gat­tungs­tricks aus einem Quietsch­bunt­ma­ga­zin anle­sen muss, gehör­te bis­lang aller­dings auch nicht zu den Din­gen, um die ich Frau­en benei­det habe.

Viel­leicht ist die Kon­kur­renz ja schlau­er.

2. „Jolie“

jolie juni 2015

Die „Jolie“ hält dage­gen: Zwar gibt es hier statt 107 nur „55 coo­le Beau­ty­tricks“, dafür aber auch „36x Traum­bo­dy“ („Die schön­sten Biki­nis für jeden Figur­typ“, ich bin dann mal ein­kau­fen) und „15 Tipps, die sofort glück­lich machen“ („Das Instant-Rezept für gute Lau­ne“), dar­un­ter „Trau­ri­ge Musik hören“ („What?“, ebd.), „Den Mül­ler machen“ („Jubeln wie der Bay­ern-Star“) und „Das Bett machen“. Scha­de, dass es nur für 15 gereicht hat – so war für die uner­läss­li­chen wei­te­ren Tipps „Den Rasen mähen“, „Ein­kau­fen“ und „Zahn­arzt­ter­mi­ne ver­ein­ba­ren“ lei­der kein Platz mehr. Aber ich hel­fe doch gern!

Dafür hilft mir im Gegen­zug die „Jolie“ wie auch die „JOY“ dabei, zu ver­ste­hen, wie ich für alle Betei­lig­ten (noch) bes­se­ren Sex haben kann: „Set­zen, Sex!“ („Sex­schu­le für Män­ner“) lau­tet die Über­schrift; ver­mut­lich soll­ten die Män­ner zumin­dest froh sein, dass die Zeit der Züch­ti­gung durch den Rohr­stock bereits lan­ge genug zurück­liegt. Die sechs „Lek­tio­nen“ (sowie der unver­meid­li­che „Exkurs: G‑Punkt“, wobei Letz­te­rer, ich zitie­re, „sozu­sa­gen im ersten Stock“ lie­ge) sind wie eine typi­sche Schul­lauf­bahn aus der Sicht von jeman­dem, der nie eine Schu­le besucht hat, struk­tu­riert:

Ein­füh­rungs­ver­an­stal­tung: Ver­füh­rung

(…) Um eure Hand auf unse­rem Po plat­zie­ren zu dür­fen, reicht es (…) nicht, dass wir uns ange­schickert eine Por­ti­on Pom­mes Schran­ke geteilt haben. (…) Ihr sagt schmun­zelnd „Selbst Ketch­up steht dir“ und schaut schief grin­send ein biss­chen zu lang auf unse­ren Mund? Hot!

Wäh­rend die „JOY“-Zielgruppe sich also aus blö­den Frau­en mit wenig stil­vol­len Män­nern zusam­men­setzt, geht man bei „Jolie“ von Frau­en ohne Tisch­ma­nie­ren und Män­nern ohne Sub­ti­li­tät aus. Schön, dass Kava­lier­s­tum auch 2015 noch zur Beson­der­heit genügt.

Pflicht­prak­ti­kum: Knut­schen

(…) Man kann es sich vor­stel­len, wie wenn zwei Kat­zen auf­ein­an­der­tref­fen, sich erst mal vor­sich­tig beschnup­pern, umkrei­sen und sich dann anein­an­der­schmie­gen und ‑wer­fen. (…) Pro­bie­ren Sie mal Fol­gen­des aus: „Ein­mal mit der Zun­ge über die Lip­pen der Freun­din fah­ren, dann erst mal auf­hö­ren, die Berüh­rung nach­wir­ken las­sen. Wenn sie mehr will, sich lang­sam stei­gern, in klei­nen Bewe­gun­gen ran­ta­sten.“

Wenn meh­re­re Kat­zen auf­ein­an­der­tref­fen, ist das sel­ten vor­sich­ti­ges Beschnup­pern, so weit ich das bis­her mit­er­lebt habe; und man schel­te mich einen Nar­ren, wenn ich irre, aber die Ver­mu­tung liegt nahe, dass eine Frau, der man über den Mund leckt, wenn sie knut­schen will, das nur wenig betö­rend fin­det. Sei’s drum, Theo­rie­fin­dung ist ange­sichts der dürf­ti­gen Quel­len­la­ge viel­leicht auch unan­ge­mes­sen.

Fort­bil­dung: Fum­meln

Schon klar: Ihr habt selbst kei­ne Brü­ste, des­we­gen stim­men euch unse­re natur­ge­mäß sehr auf­ge­regt. Das ist auch gut so – zumin­dest so lan­ge, bis ihr sie komisch mit dem Fin­ger pikt und dabei am besten auch noch „Möp-möp“ oder „Ding-dong“ sagt.

Man­no! :lachtot:

Prü­fungs­pha­se: Sex

(…) Wäh­rend [die Erre­gungs­kur­ve] bei euch meist von null auf geil ver­läuft, brau­chen wir eine gewis­se Auf­wärm­pha­se. Sta­ti­stisch gese­hen liegt die bei 20 Minu­ten.

Nütz­li­ches Sexu­ten­sil Nr. 1: eine Eier­uhr.

„Ach­ten Sie auf Ihre Kör­per­spra­che“, rät [Sex-Coach] Vanes­sa del Rae. (…) Ihr Tipp: die tao­isti­sche Rhyth­mus­theo­rie. Neun­mal kurz ein­drin­gen, ein­mal tief, dann acht­mal kurz, zwei­mal tief, sie­ben­mal kurz, drei­mal tief, und wenn man bei eins ange­kom­men ist, das Gan­ze rück­wärts. „Das ist ziel­füh­ren­der als ein Rein-raus-Einer­lei. (…) Auch Krei­sen kommt immer gut!“

Nütz­li­ches Sexu­ten­sil Nr. 2: ein Rosen­kranz.

Zusatz­aus­bil­dung: Cun­ni­lin­gus

(…) Vanes­sa del Rae rät (…) zum „Adler­such­sy­stem“, also krei­sen, aber nicht direkt lan­den.

Mit Krei­sen hat die Frau es offen­bar. Das Adler­such­sy­stem ken­ne ich aller­dings von Com­pu­ter­nut­zern, es zeich­net sich dadurch aus, dass es quä­lend lan­ge dau­ert und man bei kon­se­quen­ter Nut­zung auch lang­fri­stig kei­ne qua­li­ta­ti­ven Fort­schrit­te machen wird.

Abschluss­prä­sen­ta­ti­on: Orgas­mus

(…) Und wenn’s bei uns mal nicht klappt? Nicht so wild, so lan­ge ihr euch danach nicht grun­zend auf die Sei­te rollt. Lie­ber eine Ehren­run­de dre­hen! (…) Die Erek­ti­on schwillt ja erst lang­sam ab …

„Nicht so wild, aber ändern müsst ihr’s schon“. Grunz.

3. Fazit

Die „Jolie“ erweist sich zwar als das Maga­zin, das zumin­dest in der Theo­rie Klü­ge­res zu leh­ren beab­sich­tigt, aller­dings scheint man dort – anders als bei der „JOY“ – sei­ne eige­nen Tipps nicht selbst aus­zu­pro­bie­ren. Der Sie­ger? Unent­schie­den. Sicher ist nur: Bereits am 5. Juni die­ses Jah­res erscheint von bei­den Zeit­schrif­ten die Juli-Aus­ga­be. Das ist nichts für Män­ner. Wir mögen es logisch.

Habe ich jeden­falls irgend­wo gele­sen.

PolitikIn den Nachrichten
„Nicht beson­ders klug“

SPIEGEL ONLINE, 30. Mai 2015:

Die Bun­des­re­gie­rung hat Russ­land auf­ge­for­dert, über wei­te­re Ein­rei­se­ver­bo­te gegen deut­sche Poli­ti­ker auf­zu­klä­ren. (…) Außen­mi­ni­ster Frank-Wal­ter Stein­mei­er kri­ti­sier­te die Erstel­lung der Ein­rei­se­stopp­li­ste wäh­rend sei­nes Ukrai­ne-Besuchs: Er hal­te es „nicht für beson­ders klug“, eine sol­che Sper­re über­haupt aus­zu­spre­chen, sag­te er nach einer Visi­te im Flücht­lings­la­ger in Dni­pro­pe­trowsk. (…) Laut Medi­en­be­rich­ten wur­de gegen Dut­zen­de wei­te­re EU-Poli­ti­ker ein Ein­rei­se­ver­bot aus­ge­spro­chen. (…) Dies sei kein geeig­ne­ter Bei­trag zu den Bemü­hun­gen, „einen hart­näcki­gen gefähr­li­chen Kon­flikt in der Mit­te Euro­pas zu ent­schär­fen“, so Stein­mei­er.

Ver­ord­nung 269/2014 des EU-Rates, 17. März 2014:

Der Rat hat am 17 März 2014 den Beschluss 2014/145/GASP ange­nom­men, der Rei­se­be­schrän­kun­gen und das Ein­frie­ren der Gel­der und wirt­schaft­li­chen Res­sour­cen bestimm­ter Per­so­nen, die für Hand­lun­gen, die die ter­ri­to­ria­le Unver­sehrt­heit, Sou­ve­rä­ni­tät und Unab­hän­gig­keit der Ukrai­ne unter­gra­ben oder bedro­hen, ein­schließ­lich der ukrai­ni­schen Ver­fas­sung zuwi­der­lau­fen der Hand­lun­gen in Bezug auf den künf­ti­gen Sta­tus von Tei­len ihres Hoheits­ge­biets, ver­ant­wort­lich sind, und der mit ihnen ver­bun­de­nen natür­li­chen und juri­sti­schen Per­so­nen, Ein­rich­tun­gen und Orga­ni­sa­tio­nen vor­sieht. Die­se natür­li­chen und juri­sti­schen Per­so­nen, Ein­rich­tun­gen und Orga­ni­sa­tio­nen sind im Anhang des genann­ten Beschlus­ses auf­ge­führt.

Die Liste im Anhang umfasst 21 Rus­sen und Pro­rus­sen.

Nicht beson­ders klug.

MusikkritikMontagsmusikIn den NachrichtenKaufbefehle
Lar­ry Coryell – The Lift

Och nööö...Glück im Unglück aus der EU: Netz­neu­tra­li­tät wird viel­leicht wie­der gestri­chen, dafür sind Aus­lands­te­le­fo­na­te viel­leicht bald noch gün­sti­ger. Tele­fon, ihr wisst schon, die­se App mit dem komi­schen Sym­bol, die ihr noch nie gebraucht habt.

Ande­rer­seits ist Mon­tag, und der Mon­tag ver­schlingt, was sich ihm in den Weg stellt. Fast eben­so ver­schlun­gen sind die Pfa­de, auf denen mir das Album „The Lift“ von Lar­ry Coryell über den Weg lief. Lar­ry Coryell ist ein US-ame­ri­ka­ni­scher Jazz­gi­tar­rist, der in den 1970-er Jah­ren mit Grö­ßen wie Charles Min­gus zusam­men gespielt hat­te und neben­bei noch Zeit für sei­ne eige­ne Fusi­on­band The Ele­venth Hou­se fand. Auf sei­nem aktu­el­len – es sind inzwi­schen über sech­zig – unter eige­nem Namen ver­öf­fent­lich­ten Album „The Lift“, auf­ge­nom­men 2012, ist gitar­ren­ge­tra­ge­ner, weit­ge­hend instru­men­ta­ler Jazz zu hören, der sicher­lich nicht der schlech­te­ste ist.

Lar­ry Coryell – Going Up

Guten Mor­gen.

PolitikIn den NachrichtenComputer
Byte­ge­schos­se

Nach all dem Ärger mit den nicht funk­tio­nie­ren­den Geweh­ren zieht, so liest man, unse­re Lieb­lings­mi­ni­ste­rin Ursu­la von der Ley­en die ein­zig logi­sche Kon­se­quenz und ver­knüpft ihr jah­re­lan­ges ziel­lo­ses Enga­ge­ment gegen Böse­wich­te im Inter­net mit ihrem jah­re­lan­gen ziel­lo­sen Enga­ge­ment gegen Böse­wich­te in der frei­en Natur:

Der Cyber-Krieg, sagt die Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ste­rin, sei „inde­ed very important“. (…) Um Fak­tor fünf sei­en die feind­li­chen Attacken auf indi­sche Com­pu­ter-Netz­wer­ke gestie­gen, schon 2013 habe man den Scha­den auf vier Mil­li­ar­den Dol­lar geschätzt, Ten­denz stei­gend. (…) Des­halb habe man (mit dem indi­schen Pre­mier­mi­ni­ster, A.d.V.) ver­ein­bart, „sehr viel enger zusam­men­zu­ar­bei­ten“, um den neu­en Krieg zu gewin­nen.

Frau von der Ley­en, die vor ein paar Jah­ren trau­ri­ge Cyber-Berühmt­heit erlangt hat und nun der Bun­des­wehr vor­steht, möch­te aus der Bun­des­wehr also nun Cyber-Krie­ger machen. Film­freun­de, die nun an „Tron“ den­ken, lie­gen aber wahr­schein­lich falsch:

Gleich­zei­tig will sie die Bun­des­wehr mit indi­scher Exper­ti­se bes­ser für Com­pu­ter-Angrif­fe rüsten, ein Aus­tausch­pro­gramm ist ange­dacht. (…) Seit Mona­ten plant ihr Haus eine Art Kom­pe­tenz­team für den elek­tro­ni­schen Krieg.

Wer schon ein­mal im EDV-Bereich mit Indern zu tun hat­te, der wun­dert sich viel­leicht ein biss­chen über den Begriff des Kom­pe­tenz­teams, ist jene doch in deren Hei­mat­land zwar preis­wert, aber oft auch nicht gera­de über­wäl­ti­gend gut; sei’s drum: In einer Zeit, in der Deutsch­land nur noch in der Vasal­len­rol­le Krieg spie­len darf, bis das näch­ste Koso­vo sich erhebt, ist jedes Mit­tel recht, um nicht die Mit­tel zu ver­lie­ren.

Was hat sie denn eigent­lich im Sinn? Nun, natür­lich noch Ille­ga­les:

Für eine ech­te Abwehr, die nur durch akti­ve Attacken auf feind­li­che Rech­ner funk­tio­nie­ren kann, gibt es bis­her kein Man­dat.

Angriff. Ver­tei­di­gung. Wir sind Kol­la­te­ral­scha­den, müs­sen künf­tig nicht nur die NSA, den BND und die Chi­ne­sen, son­dern oben­drein digi­ta­les Mili­tär fürch­ten, das dann wenig­stens – hof­fent­lich – wie gewohnt dane­ben­schießt.

Von einem „High­tech-Krieg gegen Com­pu­ter-Viren“ ist in der Ein­lei­tung auf „SPIEGEL ONLINE“ die Rede. Win­zi­ge Pan­zer, die das Inter­net durch­fah­ren, sind zumin­dest, vom Ernst der Lage abge­se­hen, eine amü­san­te Vor­stel­lung. Viel­leicht sind auch win­zi­ge Sol­da­ten an Bord, die jedem Virus, des­sen sie hab­haft wer­den, ein Stopp­schild vor die win­zi­ge Nase set­zen. Damit die Viren wis­sen, dass sie da nicht durch­dür­fen.

Ich blei­be aber bei mei­ner Posi­ti­on, dass das Inter­net kein rechts­frei­er Raum ist und die Frei­heit der Mas­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on Gren­zen hat, wo die Wür­de ande­rer Men­schen ver­letzt wird.
Ursu­la von der Ley­en (CDU), 2009

In den NachrichtenSpaß mit Spam
hal­lo geschafts­vor­schlag

Auf SPIEGEL ONLINE wun­dert sich Chri­sti­an Stöcker heu­te offen­bar völ­lig uniro­nisch:

Spam, Phis­hing, Über­wa­chung – die E‑Mail ist uner­träg­lich und trotz­dem immer noch da.

So geht’s mir mit Chri­sti­an Stöcker zwar auch, aber mich bezahlt natür­lich kei­ner für sol­che Emp­fin­dun­gen. Man muss sich Chri­sti­an Stöcker als einen Men­schen vor­stel­len, der aus­schließ­lich Spam- und Phis­hing­mails bekommt und es nicht irgend­wie merk­wür­dig fin­det, sich auf einer track­ing­durch­setz­ten Web­site wie SPIEGEL ONLINE über die Über­wa­chung mit­tels E‑Mails zu empö­ren.

Dabei ist E‑Mail auch ein Medi­um für das Knüp­fen von Geschäfts­be­zie­hun­gen. Mich erreich­te zum Bei­spiel heu­te fol­gen­der Kon­takt­ver­such:

geschafts­vor­schlag

Krea­ti­ve Anre­den för­dern die Auf­merk­sam­keit des Lesers. Gut gemacht!

Grüß Gott

Ah, ein Süd­deut­scher schreibt. Oder?

Ich bin mit die­sem Medi­um, um Sie über die Trans­ak­ti­on zur Abga­be von $21.500.000 (Ein­und­zwan­zig Mil­lio­nen fünf­hun­dert­tau­send Euro) in mei­ner Bank in Chi­na, Sie als Emp­fän­ger zu infor­mie­ren.

Schlim­me Gram­ma­tik, merk­wür­di­ger Umrech­nungs­kurs, Bank im Aus­land – ja, ein­deu­tig ein Süd­deut­scher.

Es wird zu 100% sicher, dass der Finanz­vor­stand des ver­stor­be­nen Kun­den.

Es ist zu 100% sicher, dass der Ver­fas­ser.

Bit­te auf mei­ne pri­va­te E‑Mail: sangchin24@gmail.com, für wei­te­re
Infor­ma­tio­nen.

Ich schrei­be prin­zi­pi­ell nie­man­dem an eine Goog­le-Mail-Adres­se. SPIEGEL ONLINE sagt, da wer­de ich über­wacht.

Dann eben nicht.


Ach, die „Homo-Ehe“, also die Hoch­zeit zwei­er Men­schen glei­chen Geschlechts, treibt die Medi­en mal wie­der um. Von einer „Gleich­be­rech­ti­gung“ sei die Rede, die geför­dert wer­de, wenn man statt einer nun sogar zwei ver­schie­de­ne Lebens­part­ner­schaf­ten lega­li­siert. Was aber soll das für eine Gleich­be­rech­ti­gung sein, in der ein Mann nicht ein­mal sei­ne Loko­mo­ti­ve hei­ra­ten darf?