In den NachrichtenMontagsmusik
Eloi­te­r­on – Once

Facepalm ((c) Joel McNeal)Kreisch, schluchz:

„Dagi Bee“ und „LionT“ sit­zen auf ’nem Baum haben sich getrennt;
zum Glück gibt’s N Vier­und­zwan­zig, sonst hätt‘ ich das ver­pennt! *reim*

:-?

All good things. End. Fla­mes. Mon­tag. Wie eigent­lich immer. Das Para­dies ist ver­lo­ren.

Apro­pos: 1981 ver­öf­fent­lich­te das Schwei­zer Sex­tett Eloi­te­r­on sein offen­bar ein­zi­ges Album namens „Lost Para­di­se“, was in mehr­fa­cher Hin­sicht Pro­gramm war. Das dunk­le Jahr­zehnt der Musik war gera­de ange­bro­chen, vie­les ging in Flam­men auf, gan­ze musi­ka­li­sche Kul­tu­ren star­ben qual­voll. Zum Glück inter­es­sier­te sich die Schweiz noch nie für den Rest der Welt, und so zeu­gen Titel wie „Yapi­tutti­pers­lik­ken­bers“ noch vom alten Prog oder bereits vom Retro-Prog. Jaz­zi­ges steht hier neben Yes­si­gem, und wahr­schein­lich soll­te ich auf­hö­ren, mon­tags Neo­lo­gis­men zu erfin­den. Was ich eigent­lich sagen woll­te: Eloi­te­r­on haben recht gute Arbeit gelei­stet. Ihr soll­tet es mögen.

Guten Mor­gen.

Sonstiges
iNetz­po­li­tik (fortg.)

Es ist wahr­schein­lich, ande­rer­seits, auch nicht in Ord­nung von mir, mich über das schrä­ge per­so­na­li­ty-Pro­pa­gan­da-Blog Netzpolitik.org (aus ethi­schen Grün­den nicht ver­linkt) immer wie­der so zu erei­fern, immer­hin arbei­ten sei­ne Betrei­ber uner­müd­lich auf höch­stem jour­na­li­sti­schen Niveau im Dien­ste der Wahrh-

BILD sprach mit Mar­kus Becke­dahl, Chef­re­dak­teur des Blogs, über die jüng­sten Ent­wick­lun­gen.

:nein:

Sonstiges
Medi­en­kri­tik XCIII: „Clo­ser“ to Hass­at­tacke

„Clo­ser“. So ein schö­nes altes Lied der Nine Inch Nails.

„Clo­ser“. So ein schreck­li­ches neu­es Maga­zin der Bau­er Media Group, bekannt von den Erfolgs­for­ma­ten „JOY“, „InTouch“ und „COSMOPOLITAN“.

closer 35-2015

„Nad­del“, so titelt das dies­wö­chi­ge Heft („Stars, die wirk­lich inter­es­sie­ren“), das auch wie zur War­nung eine ganz­sei­ti­ge Wer­bung für RTL ent­hält, habe einen „schockie­ren­den Absturz“ hin­ter sich, irgend­ei­ne „Sabia“ wol­le irgend­ei­nen „Rafa­el“ erpres­sen, weil sie „doch krank“ sei, außer­dem habe eine „Lena“ mit „schlim­men HASS-ATTACKEN“ (sic!) zu kämp­fen. End­lich mal ein biss­chen Span­nung! Gucken wir mal rein:

„Schlim­me HASS-ATTACKE“ steht über dem Arti­kel, der damit gleich zu Beginn den Plu­ral rela­ti­viert, aber eigent­lich geht es doch um meh­re­re. Die mir bis dato weit­ge­hend unbe­kann­te Lena Gercke („Top­mo­del“, ebd.) wur­de für ein in der „Clo­ser“ abge­druck­tes Urlaubs­fo­to, auf dem sie von hin­ten mit – viel­leicht, um ihr model­ty­pi­sches image als Dumm­chen zu festi­gen – ver­kehrt her­um auf­ge­setz­ter Schirm­müt­ze mit dem Auf­druck „BONNIE“ sowie in einem nicht beson­ders straff sit­zen­den Biki­ni zu sehen ist, auf Face­book „übel beschimpft“ („Clo­ser“). Vie­le ihrer „Fans“ (ebd.) zie­hen, so „Clo­ser“, „über die Kehr­sei­te des Models her“, indem sie schrei­ben:

Wo ist dein Po? :|

Oder:

Sor­ry Viel (sic!) zu dünn, sieht nur extrem krank aus.

Es ist schwer vor­stell­bar, wie das Frol­l­ein Gercke die­se „fie­sen Beschimp­fun­gen“ (ebd.), sie habe kei­nen dicken Po, nur erträgt.

Auch schwer zu ertra­gen, wie man weni­ge Sei­ten spä­ter in der „Clo­ser“ liest, sei das Dasein als Teil­neh­mer der offen­bar irrele­van­ten Fern­seh­schau „Pro­mi Big Brot­her“, in der es augen­schein­lich dar­um geht, dass Leu­te, die jeman­den ken­nen, der mal mit jeman­dem den Geschlechts­ver­kehr voll­zo­gen hat, der mal als Sta­tist durch eine Vor­abend­se­rie getor­kelt ist, vor einer Kame­ra ein mög­lichst nor­ma­les Leben simu­lie­ren. „Clo­ser“ hat hier­zu Ela Tas (woll­te mal eine Liai­son mit einem der ehem. „Bachelor“-Protagonisten ein­ge­hen) und Jani­na Yous­se­fi­an (hat­te mal Sex mit Die­ter Boh­len), zwei durch und durch geschmack­lo­se Per­so­nen, die in einer frü­he­ren Staf­fel der Sen­dung also gut auf­ge­ho­ben waren, zu ihren Erfah­run­gen befragt.

„Wir wur­den jeden Tag eine knap­pe Stun­de mit extrem lau­ter Musik ein­ge­schlos­sen, weil die Bat­te­rien der Kame­ras aus­ge­wech­selt wer­den muss­ten (…)“, erin­nert sich Jani­na, die sich „wie ein Sol­dat im Krieg“ fühl­te.

Wenig­stens muss­te sie dabei kein Pre­ka­ri­ats­fern­se­hen sehen; ande­rer­seits, so weiß es der Volks­mund, bil­de Fern­se­hen, und viel­leicht hät­te sie ein weni­ger komi­sches Bild vom Krieg, wenn sie mehr fern­ge­se­hen hät­te, aber wer sein Geld damit ver­dient, vor Jah­ren mal einem rei­chen Schwe­re­nö­ter unters Gemächt gerutscht zu sein, der braucht augen­schein­lich nichts im Kopf zu haben. Ich habe mei­nen Beruf ver­fehlt.

Ihre zehn Jah­re jün­ge­re Lei­dens­ge­nos­sin Ela ist noch immer sicht­lich trau­ma­ti­siert davon, dass man sie in einer Sen­dung, in der sie beim Leben gefilmt wird, auch beim Leben sehen kann:

Ich wach­te nachts schweiß­ge­ba­det auf, wenn mei­ne Bett­decke ver­rutscht war, aus Angst, man wür­de zu viel sehen. (…) Das war Psy­cho-Ter­ror und wirk­lich eine der schlimm­sten Erfah­run­gen, die wir bis­her gemacht haben.

Ach, Mädels. Ihr müsst es euch wenig­stens nicht hin­ter­her anse­hen. Dass so eine Schlaf­klei­dung deut­lich mehr Haut zeigt als so ein Bade­bi­ki­ni, bezweif­le ich aller­dings.

Vie­le „Pro­mi-Ehen“, so infor­miert mich „Clo­ser“ im Wei­te­ren, ste­hen der­zeit viel­leicht mög­li­cher­wei­se vor dem Aus, was mich fast so sehr schockiert wie der Umstand, dass ein deut­li­cher Groß­teil aller Tex­te in der „Clo­ser“ mit drei Punk­ten („…“) endet. Sei­te 49 berich­tet über die Toch­ter von Ophy­lia Adé, die klei­ne Ange­la Mer­kel, und wenn ich Redak­teur der „Clo­ser“ wäre, hät­te ich die Steil­vor­la­ge „Ange­la Mer­kel Adé“ ja treff­si­cher ver­wan­delt, aber ich habe wohl doch noch zu viel Anstand für sol­che Schund­li­te­ra­tur.

„Qua­li­täts­jour­na­lis­mus“ hat sei­nen Preis (1,90 Euro) …

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Elton John – I’m Still Stan­ding

Traurige Eule ist traurigGestern war mehr Mon­tag. In der Braun­schwei­ger Zei­tung stand heu­te, dass in der beleb­ten Innen­stadt, also vor Publi­kum, zwei süd­län­di­sche Män­ner es geschafft haben, zwei Mäd­chen per Schwitz­ka­sten das jewei­li­ge Mobil­te­le­fon zu ent­rei­ßen und damit zu ent­kom­men, und wahr­schein­lich sagt das irgend­was aus. Man kann sich ande­rer­seits auch als Pas­sant nicht um alles küm­mern, wo’s doch so viel mehr Schlech­tes auf der Welt gibt: Es ist eine Ver­ge­wal­ti­gung, wenn der Sex doof war, wäh­rend ich ja der Mei­nung bin, es sei Zeit­ver­schwen­dung, wenn die Frau so doof ist, aber was weiß ich schon?

Nein, die Cle­ve­ren sit­zen in den Regie­run­gen. Mar­kus Söder hält Sol­da­ten­fo­tos von sich für zei­gens­wert, mia san mia (also die da unten), wir hier oben sind empört, empört!!1!. Ich glaub‘, ich spin­ne: Per Fin­ger­tipp auf dem Touch­screen oder per Maus­klick am Rech­ner zeigt man der Spin­ne, wohin sie krab­beln, sprin­gen und wie sie das Netz auf­span­nen soll, per Fin­ger­tipp an die Stirn zeigt man der­weil dem Mit­men­schen von der Jour­nail­le, zu wel­chem Gewürz er rei­sen soll. Die Zukunft zeigt indes­sen, dass Sicher­heit sooo 90er ist: Den Boot­loa­der per Web laden, was über das Wort „Hyper­text“ auch schon alles Nöti­ge aus­sagt. Was kann schon schief­ge­hen? Es ist zum Eulen.

Wid­rig­kei­ten. Kann das weg?

Elton John – I’m Still Stan­ding (Live)

Loo­king like a true sur­vi­vor, fee­ling like a litt­le kid.

Ange­neh­me Nacht­ru­he.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Abfakeln

Es ist, neh­me ich an, ein gro­ßes Glück für ARD und ZDF, dass die Lau­te­sten der­je­ni­gen, die mit der Rund­funk­ab­ga­be nicht ein­ver­stan­den sind, so unbe­darft sind.

hoffedasihrabfakelt

(Quel­le)


Ihr kennt das Pro­blem: Ihr habt euch einen schä­bi­gen, schon drei Jah­re alten Fer­ra­ri für 300.000 CHF gekauft und nur wenig spä­ter kommt das Nach­fol­ge­mo­dell auf den Markt, für euer Uralt­mo­dell bekommt ihr aber nicht genug Geld erstat­tet, um es euch lei­sten zu kön­nen. Da gibt’s nur eins: Anzün­den, die alte Kar­re. Man hat’s nicht leicht ohne Liqui­di­tät.

SonstigesIn den Nachrichten
Mond­kalb des Tages: Mar­tin Hol­land (hei­se online)

Ich erfuhr jüngst davon, dass es einen „Ver­trau­ens­ver­lust“ in die so genann­ten „Qua­li­täts­me­di­en“ gebe. Da gucke ich doch erst mal in mei­ne Lese­li­ste; es kann doch nicht sein, dass man Ver­lags­er­zeug­nis­sen nicht mehr trau­en kann! – Oh, ein von einem Herrn Mar­tin Hol­land ver­fass­ter Astro­no­mie­ar­ti­kel auf „hei­se online“, und ich erstar­re in Panik:

Das Uni­ver­sum gibt heu­te nur noch halb so viel Ener­gie ab wie vor zwei Mil­li­ar­den Jah­ren.

Das Uni­ver­sum behält heu­te mehr Ener­gie für sich! Wir wer­den ster­ben! Also zumin­dest irgend­wann, spä­te­stens aber in vie­len Jah­ren:

Mit ins­ge­samt sie­ben Tele­sko­pen – vier der lei­stungs­stärk­sten der Welt und drei Welt­raum­son­den – haben die Astro­no­men aus aller Welt mehr als 200.000 Gala­xien unter­sucht. Genau­er als zuvor und in ins­ge­samt 21 Wel­len­län­gen­be­rei­chen haben sie dabei ver­mes­sen, wie­viel Ener­gie dort erzeugt wird. Zwar sei bereits seit den 1990er-Jah­ren bekannt, dass die­se Ener­gie­men­ge immer wei­ter nach­lässt. (…) „Das Uni­ver­sum hat es sich im Prin­zip schon auf dem Sofa gemüt­lich gemacht, eine Decke über­ge­zo­gen und ist dabei für immer und ewig ein­zu­nicken“. Das wer­de aber noch lan­ge dau­ern, beru­higt mit Aaron Robo­t­ham einer der betei­lig­ten For­scher in einem Arti­kel auf The Con­ver­sa­ti­on. In eini­gen Bil­lio­nen Jah­ren wür­den wir von der Erde nur noch die Milch­stra­ße sehen, weil alle ande­ren Gala­xien zu weit weg sind und in eini­gen Hun­dert Bil­lio­nen Jah­ren wer­den dann nir­gend­wo mehr Ster­ne ent­ste­hen.

Gucken wir doch mal in den Arti­kel:

GAMA has been able to mea­su­re this huge span of radia­ti­on over the past 5 bil­li­on years for almost 200,000 gala­xies, cate­go­ri­cal­ly estab­li­shing that the ener­gy out­put of stars in the uni­ver­se is win­ding down.

Ach so, das Uni­ver­sum gibt gar kei­ne Ener­gie ab (an wen oder was denn auch?), son­dern die kos­mi­sche Strah­lung lässt nach. Egal – Strah­lung im Uni­ver­sum, Ener­gie­ab­ga­be, ist alles nicht sicht­bar, ist also irgend­wie das Glei­che. Wo kommt die­se Ener­gie eigent­lich her? Nun:

Die mei­ste Ener­gie im Uni­ver­sum sei direkt nach dem Urknall ent­stan­den, fasst For­schungs­lei­ter Simon Dri­ver die Grund­sät­ze zusam­men. Aber seit­dem wer­de immer wei­ter zusätz­li­che Ener­gie geschaf­fen, wenn in Ster­ne Was­ser­stoff und Heli­um fusio­nie­ren.

Wie­der was gelernt: Eine Kern­fu­si­on, durch die vor­han­de­ne Ener­gie in ande­re Ener­gie umge­wan­delt wird (in der Regel mit Ener­gie­ver­lust im Kern), erzeugt Ener­gie aus dem Nichts. Ein­stein hat­te Unrecht und erst Mar­tin Hol­land hat das bemerkt – oder ist das doch nur eine Über­set­zungs­fehl­lei­stung? Nein, auch in der Pres­se­mel­dung steht, es wer­de Ener­gie erzeugt; aller­dings aus der Mas­se der Ster­ne, nicht etwa aus dem Nichts. Ster­ne leuch­ten, indem sie ihre Mas­se sozu­sa­gen ver­hei­zen, und die so umge­wan­del­te (nicht etwa „erzeug­te“) Ener­gie könn­te sich irgend­wann wie­der zu neu­er Mas­se zusam­men­fin­den.

Es ist übri­gens zwar eine bedrücken­de Vor­stel­lung, dass in eini­gen hun­dert Bil­lio­nen Jah­ren kei­ne Stern­schnup­pen mehr von der Erde aus sicht­bar sein wer­den; aller­dings wird es in spä­te­stens sie­ben­ein­halb Mil­li­ar­den Jah­ren für eine ziem­lich lan­ge Zeit auch nie­man­den mehr geben, der über­haupt noch etwas von der Erde aus sehen könn­te.

Aber wen inter­es­sie­ren in der Astro­no­mie schon sol­che unwe­sent­li­chen Kin­ker­litz­chen?


Sehr lesens­wer­ter Rant übri­gens: Friss dei­ne Medi­zin, Post!

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Mes­hug­gah – Demi­ur­ge

Huhu!Montach. Jour­na­li­sten machen Nach­rich­ten. Ich möch­te eigent­lich gar nichts dazu schrei­ben, es ist ja doch müßig. Die Welt verei­felt.

Dafür traf immer­hin ein klas­se Musik­al­bum ein: Dr. Tho­mas „t“ Thie­len, ehe­mals bei den inzwi­schen offen­bar bedau­er­li­cher­wei­se inak­ti­ven Scy­the, bringt mit „frag­mentro­py“ dem­nächst ein neu­es ziem­lich gutes Album her­aus. Ich ver­ste­he das Cover­bild nicht.

Und wäh­rend ihr im Urlaub den Leu­ten da drau­ßen mal so rich­tig zeigt, wozu ein deut­scher Tou­rist fähig ist, wird unser­eins geweckt von den Schrei­en der Käuz­chen; viel­leicht rufen sie wie man selbst mal wie­der die Zeit mit der Part­ne­rin zurück. War­um auch nicht? Emacs kann jetzt Fen­ster, ich guck‘ mal raus. Zwei süd­ko­rea­ni­sche Sol­da­ten wur­den an der Gren­ze zu Nord­ko­rea ent­beint und ich fin­de, ein über­le­ben­der frei­wil­li­ger Sol­dat einer belie­bi­gen Nati­on ist einer zu viel. Ande­rer­seits: Die Bun­des­wehr war auf der Games­com und hat­te einen Pan­zer dabei, um den dor­ti­gen Spiel­freaks mal zu zei­gen, was sie unter einem anstän­di­gen Bal­ler­spiel ver­ste­hen. Com­pu­ter­spie­ler sei­en poten­zi­el­le Amok­läu­fer, heißt es sei­tens der Poli­tik, und ich ahne spä­te­stens jetzt, wor­an das liegt. Arsch­lö­cher.

Erst mal abre­agie­ren.

MESHUGGAH – Demi­ur­ge (Offi­ci­al Music Video)

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Kur­zer Nach­trag zu Kal­ter Krieg, rel­oa­ded

2011:

Das US-Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ste­ri­um will im kom­men­den Monat eine neue Cyber­stra­te­gie ein­füh­ren. Dar­in ist vor­ge­se­hen, Angrif­fe über das Inter­net mit kon­ven­tio­nel­len Mili­tär­schlä­gen zu beant­wor­ten.

2015:

Das Pen­ta­gon wur­de ame­ri­ka­ni­schen Medi­en zufol­ge Opfer eines Hacker­an­griffs. (…) US-Behör­den ver­mu­ten Russ­land hin­ter der Attacke.

Ihr ahnt, was folgt.

In den NachrichtenComputerPolitik
Nach­rich­ten­über­blick, 5. August 2015

Das von alten, mäch­ti­gen Män­nern ehe­dem erson­ne­ne wie errich­te­te world wide web hat, traut man John­ny Häus­ler aus­nahms­wei­se ein­mal, einen gro­ßen, ver­ständ­nis­lo­sen Fress­feind, näm­lich „alte, mäch­ti­ge Män­ner“ (ebd.), und manch­mal fra­ge ich mich, was Her­ren gesetz­ten Alters auf sol­che stei­len („pole­mi­schen“, J. Häus­ler über J. Häus­ler) The­sen bringt und war­um sie kom­ple­xe The­men immer so über­mä­ßig ein­fach in direk­te Kor­re­la­ti­on zuein­an­der set­zen. Die ein­fach­ste Erklä­rung ist nicht sel­ten die fal­sche.


Kran­ken­kas­sen über­neh­men immer weni­ger Gebüh­ren? Gute Nach­rich­ten für alle mit Seh­schwä­che Gebeu­tel­ten: Zwar reicht’s nicht für Augen­glä­ser, aber eine Apple Watch wird bezu­schusst. Blind­lings ins Ver­der­ben mit der AOK. Ob es da auch jähr­lich eine Spen­de gibt?


Kreisch: Ker­mit der Frosch und Miss Pig­gy haben sich offi­zi­ell von­ein­an­der getrennt. Über 8.250 Leser haben das allein auf Twit­ter geteilt. Som­mer­loch? Wie­so Som­mer­loch?

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Sebkha-Chott – Nigla[h] I

SommereuleEin Tag, der mit einem Käuz­chen am Teich und der Part­ne­rin beginnt, kann kein schlech­ter sein; selbst dann nicht, wenn man mor­gens eigent­lich zum Amt will und deren Infra­struk­tur einem die Teil­nah­me ver­wei­gert und man dann inmit­ten rau­chen­der Müt­ter auf den Bus war­ten muss, weil die Schie­nen gera­de nicht gehen. Die Infra­struk­tur­apo­ka­lyp­se geht wei­ter.

Pas­send dazu: Nor­bert Lam­mert for­dert fünf­jäh­ri­ge Wahl­pe­ri­ode, damit mehr Zeit zum „Arbei­ten“ bleibt, obwohl doch der Scha­den, den die Gele­gen­heits­re­gie­rung in vier Jah­ren anzu­rich­ten ver­mag, schon nur schwer wie­der zu repa­rie­ren ist.

Ein Gutes hat die­ser Monat aller­dings doch: Die Vor­freu­de auf das kom­men­de Album der fröh­li­chen Alles-ande­re-als-Pop-Band Sebkha-Chott steigt ins Uner­mess­li­che. Eigent­lich ganz nett gegen auf­kom­men­de Mon­tags­mü­dig­keit, wie eigent­lich immer schon.

Nicht wahr?

Sebkha-Chott – Nigla[h] I – OFFICIAL Video Clip

Guten Mor­gen.

Nerdkrams
Res­sour­cen scho­nen: µMa­trix statt µBlock und NoScript

Eins der Pro­ble­me mit heu­ti­gen Web­brow­sern ist die enor­me Res­sour­cen­last, die not­wen­dig ist, um die Dar­stel­lung von „Web­an­wen­dun­gen“ zu ermög­li­chen. Durch die­se fea­turi­tis bedingt müs­sen auch die Schutz­me­cha­nis­men gegen „Böse­wich­te“ (Dark­wing Duck) immer aus­ge­reif­ter und damit grö­ßer wer­den. Die belieb­te Fire­fo­xer­wei­te­rung NoScript, eine Art Rund­um­schutz gegen Track­ing­wan­zen, Java­Script-Mal­wa­re und Sicher­heits­lücken, treibt den Res­sour­cen­ver­brauch noch mehr in die Höhe, eben­so fil­ter­ba­sier­te Wer­be­blocker wie das belieb­te Adblock Plus oder µBlock.

Mit dem für Fire­fox, Chro­me und Ope­ra ver­füg­ba­ren µMa­trix, dem Nach­fol­ger der Erwei­te­rung „HTTPS Switch­board“, gibt es eine Alter­na­ti­ve, die deut­lich weni­ger arbeits­spei­cher­la­stig (dafür gering­fü­gig CPU-lasti­ger) ist und Erwei­te­run­gen wie NoScript, Gho­stery, Self-Des­truc­ting Coo­kies, Dis­con­nect sowie die mei­sten Wer­be­blocker bei­na­he ohne jeden Funk­ti­ons­ver­lust erset­zen kann.

Wäh­rend NoScript einem sehr engen Regel­kor­sett folgt (etwas ist erlaubt, wenn es nicht expli­zit über­all ver­bo­ten ist; etwas ist ver­bo­ten, wenn es nicht expli­zit über­all erlaubt ist), das man­chen genü­gen mag, fügt µMa­trix eine wei­te­re Dimen­si­on hin­zu – so ist es etwa mög­lich, das Ein­bin­den von Java­Scripts von jQuery.com nur auf einer bestimm­ten Web­site zu ver­bie­ten, die aber wei­ter­hin Gra­fi­ken von jQuery.com benut­zen darf.

µMatrix unter Firefox

Ein Klick auf den Domain­na­men oben links ermög­licht es, das Ziel aus­zu­wäh­len: Möch­te man im Bei­spiel allen Web­sites erlau­ben, Frames von github.com ein­zu­bin­den, ist das Ziel „*“ (alle Web­sites) aus­zu­wäh­len und die ent­spre­chen­de Zel­le in der Matrix zu akti­vie­ren. Zwar ist der Import bestehen­der NoScript-Regeln mög­lich, aller­dings emp­feh­le ich einen Neu­be­ginn, da NoScript die fili­gra­nen Ein­stel­lun­gen von µMa­trix feh­len. Als Wer­be­blocker – in den Ein­stel­lun­gen sind ähn­lich wie in µBlock (vom glei­chen Ent­wick­ler) Fil­ter­li­sten ver­füg­bar, die auch auto­ma­tisch aktua­li­siert wer­den kön­nen – funk­tio­niert µMa­trix auch erstaun­lich gut, wenn auch nur mit der Ein­schrän­kung, dass es aus­schließ­lich auf Domain­ba­sis arbei­tet, also kei­ne kom­ple­xen Fil­ter­re­geln mög­lich sind. Wem das nicht genügt, der kann µMa­trix in Ver­bin­dung mit sei­nem bis­lang bevor­zug­ten Wer­be­blocker ein­set­zen, sogar in Chro­me.

Man kann nicht vor­sich­tig genug sein.

SonstigesIn den Nachrichten
In aller Kür­ze: Bahn­bre­chen­de Ver­lu­ste

Im Mai schrieb ich impli­zit, die Gewerk­schaft der Lok­füh­rer ver­fü­ge über zu viel Geld. Heu­te wur­de bekannt, wo die­ses Geld eigent­lich her­kommt:

Der Gewinn der Deut­schen Bahn ist im ersten Halb­jahr um 18 Pro­zent ein­ge­bro­chen. Allein den Scha­den der Lok­füh­rer­streiks bezif­fert der Kon­zern auf 500 Mil­lio­nen Euro.

Oha, das klingt nach einer Men­ge Geld. Und tat­säch­lich:

Die Deut­sche Bahn hat im ersten Halb­jahr 2015 fast ein Fünf­tel weni­ger ver­dient als im Vor­jah­res­zeit­raum. Der Gewinn vor Steu­ern und Zin­sen lag nach Kon­zern­an­ga­ben bei 890 Mil­lio­nen Euro. Das sind gut 18 Pro­zent weni­ger als in den ersten sechs Mona­ten 2014.

Der Umsatz stieg leicht auf rund 20 Mil­li­ar­den Euro.

(Her­vor­he­bun­gen von mir.)

Das riecht nach Per­so­nal­kür­zun­gen, um den unauf­halt­sam schei­nen­den Sturz auf­zu­hal­ten. Und tat­säch­lich – der Bahn­chef will durch­grei­fen:

Gru­be hat­te dem Auf­sichts­rat am Mon­tag einen Sechs-Punk­te-Plan zum Umbau des Kon­zerns vor­ge­legt, um auf die Schwie­rig­kei­ten in meh­re­ren Geschäfts­fel­dern zu reagie­ren. Dazu gehört, dass die Zahl der Vor­stands­mit­glie­der von acht auf sechs ver­rin­gert wird.

Rüdi­ger Gru­be, die­ser Spar­fuchs, zählt bekannt­lich zu den Beschei­de­nen sei­ner Zunft; sein Gehalt sank 2013 laut „Süd­deut­scher Zei­tung“ von 2,66 Mil­lio­nen Euro im Jahr 2012 auf 1,66 Mil­lio­nen Euro, und es wur­de seit­dem nicht bes­ser: 2014 wur­de die Erfolgs­prä­mie um etwa 174 Pro­zent erhöht, die­ses Jahr sieht es mit der Erfolgs­prä­mie düster aus.

Viel­leicht soll­ten wir Spen­den sam­meln.

In den NachrichtenPiratenparteiMontagsmusik
Jef­fer­son Air­plane – High Fly­ing Bird

Arrrr.Ist euch auch so Mon­tag wie mir? Zwi­schen Mond und Käuz­chen erlebt heu­te auch die Pira­ten­par­tei einen Höhen­flug. Das ARD-„Morgenmagazin“ frag­te besorgt, ob die Pira­ten­par­tei jetzt pro­fes­sio­nell gewor­den sei, weil der alte Vor­sit­zen­de auch der neue Vor­sit­zen­de ist. Man sagt, man dür­fe in der Pira­ten­par­tei nicht links sein, aber eigent­lich darf man nur nicht kein Pirat sein. Digi­ta­ler Wan­del geht auch anders. Die ande­re PARTEI hat ihren Höhen­flug der­weil hin­ter sich.

Poli­tik, so viel Poli­tik. In Afgha­ni­stan gab es eine Schie­ße­rei auf einer Hoch­zeits­fei­er, effi­zi­ent sind sie ja schon. Oli­ven­öl, Alter.

Ist es der Ver­stand? Ist es ein Flug­zeug? Ist es ein Vogel? Klar doch.

Guten Mor­gen.

PiratenparteiPolitik
Vor­wärts­ver­tei­di­gung (3)

(Vor­be­mer­kung: Es folgt ein ten­den­ziö­ser, von poli­ti­scher Kor­rekt­heit weit ent­fern­ter, pole­mi­scher Text. Par­don.)

Gestern haben Mit­glie­der der Pira­ten­par­tei Deutsch­land auf ihrem Bun­des­par­tei­tag neben eini­gen ande­ren Din­gen mit nur knap­per Mehr­heit auch die­ses Posi­ti­ons­pa­pier ange­nom­men:

(…) Ein­sei­ti­ge Beur­tei­lun­gen des Nah­ost­kon­flikts, die Isra­els Exi­stenz- und Selbst­ver­tei­di­gungs­recht in Fra­ge stel­len oder gar die israe­li­sche Poli­tik in die Nähe des natio­nal­so­zia­li­sti­schen Regimes rücken, sehen wir als anti­se­mi­tisch an. (…)

So weit, so rich­tig; jedes Land soll­te das Recht haben, sich zu ver­tei­di­gen. Inter­es­sant wird es nur, wenn die­se Selbst­ver­tei­di­gung von Aggres­si­on nicht mehr zu unter­schei­den ist.

Die Geschich­te des Staa­tes Isra­el, die ihren wesent­li­chen Anfang nahm, als die Ver­ein­ten Natio­nen 1947 einen vor­ran­gig jüdi­schen Staat auf einem mehr­heit­lich von Mus­li­men bevöl­ker­ten Are­al, dem dama­li­gen bri­ti­schen Man­dats­ge­biet Palä­sti­na, errich­te­ten, ist natur­ge­mäß eine nicht beson­ders fried­li­che. Das in jüdi­sche und nicht­jü­di­sche Gebie­te auf­ge­teil­te Land bestand auch nur bis 1967 in sei­ner ohne­hin insta­bi­len Form: Im Sechs­ta­ge­krieg ver­tei­dig­te Isra­el sei­ne Exi­stenz, indem es die Sinai-Halb­in­sel, das West­jor­dan­land und wei­te­re Gebie­te mili­tä­risch erober­te und eini­ge davon bis zum heu­ti­gen Tag nicht wie­der auf­gab.

1980 ver­tei­dig­te sich Isra­el selbst, indem es völ­ker­rechts­wid­rig die Gegend um Ost­je­ru­sa­lem zu einem Teil sei­ner selbst erklär­te. Die so annek­tier­ten Gebie­te die­nen seit­dem der Gewin­nung von Lebens­raum im Osten:

Im ver­gan­ge­nen Jahr hat die Zahl der Aus­schrei­bun­gen für Sied­lungs­bau­ten (in Ost­je­ru­sa­lem, A.d.V.) laut einem Bericht einen neu­en Rekord­stand erreicht.

Natür­lich soll­te man Isra­el nicht mit dem Drit­ten Reich gleich­set­zen. Das Drit­te Reich hat den Krieg ver­lo­ren.

Spaß mit Spam
Hal­lo

In Russ­land gehen wohl schon wie­der die Män­ner ver­lo­ren, wes­halb eine gewis­se „Olga“ die nahe­lie­gen­de Initia­ti­ve ergreift und mir fol­gen­de Mail zukom­men lässt:

Hal­lo

Tach

Wie Sie? Ich hof­fe, bei Ihnen ist aller gut!

Ich gut! Bei mir alle Wet­ter!

Mich nen­nen Olga. Mir die 35 Jah­re! Ich suche die zwei­te Half­te!

Die ande­ren 35 Jah­re oder wie?

Ich suche den Mann, mit dem wir die Fami­lie schaf­fen kon­nen!!!

Bob

Ich inter­es­sie­re mich fur Sie und unse­rer Bekannt­schaft. Ich bin fur die ern­sten Bezie­hun­gen mit Ihnen geoff­net.

Geschäfts­be­zie­hun­gen, neh­me ich an.

Natur­lich wol­len Sie wis­sen, wer ich, und wer­de ich Ihnen ein wenig Infor­ma­tio­nen uber mich unmit­tel­bar schrei­ben.

Eigent­lich ist es mir ziem­lich egal, aber wenn Sie dar­auf bestehen …

Ich lebe in Russ­land in der guten Stadt.

Die schlech­te war schon voll.

Ich habe eini­ge Foto­gra­fien fur Sie ver­wandt, wo Sie mein Au?ere sehen kon­nen.

Ange­hängt an die E‑Mail ist eine ein­zi­ge Foto­gra­fie mit einer ziem­lich geschminkt aus­se­hen­den Blon­di­ne; der Grad der Ver­wandt­schaft wür­de mich tat­säch­lich inter­es­sie­ren, aber „Olga“ unter­bricht ihren Rede­fluss nicht für unnö­ti­ge Details und schreibt wei­ter:

Ich will den ern­sten Mann fur die star­ken Bezie­hun­gen, gera­de des­halb ken­nen­ler­nen, ich schrei­be Ihnen.

Das ist sehr bedau­er­lich. Ich bin ziem­lich lustig.

Ich hof­fe sehr, dass Sie die ern­sten Bezie­hun­gen auch suchen, da ich ermu­det bin, ein­sam in die­ser Welt zu sein.

Das kann ich ver­ste­hen. Wer will schon eine Frau an sei­ner Sei­te haben, die pau­sen­los nur von sich redet?

Ich wer­de sehr froh sein, wenn Sie mir die Foto­gra­fie in Ihrer nach­sten Post schicken wer­den.

Ihre eige­ne?

Mog­lich wer­den Sie mir etwas uber das Leben dort sagen.

Auf der Foto­gra­fie? :-?

Sie kon­nen auf mei­ne Email Adres­se schrei­ben:
Ich hof­fe, dass ich Ihnen gefal­le, und Sie wer­den die Ant­wort bald schicken.

Das ist aber eine sehr lan­ge E‑Mail-Adres­se. Lei­der scheint der Ver­sand auch nicht so rich­tig zu funk­tio­nie­ren, dar­um muss ich Ihnen lei­der hier ant­wor­ten, wer­te „Olga“. Ich hof­fe, dass Sie bald lesen es.

Des gan­zen Guten!
Olga.

Zum Wohl!
ich.