Bislang war ich der Ansicht, die grauenhafte Fernsehsendung “Germany’s Next Topmodel”, in der entgegen ihrem Namen allerlei eher mittelmäßig aussehende junge Frauen ohne Scham- oder Selbstwertgefühl darum wetteifern, sich für die maximale Dauer einer Staffel nach Kräften blamieren zu dürfen, beleidige lediglich die Intelligenz der Zuschauer, Verwandten und Teilnehmerinnen. Offensichtlich ist mir da ein wichtiger Aspekt entgangen, wie mir die Folgen der gestrigen Bombendrohung — als wäre die nicht schon bescheuert genug — aufgezeigt haben:
Die Jury — samt Thomas Hayo und Wolfgang Joop — soll an einem geheimen Ort untergebracht worden sein. (…) Zunächst sei auch ihnen von einer “technischen Störung” berichtet worden, erst etwa 20 Minuten nach dem Abbruch sei mit der Evakuierung der Halle begonnen worden, sagt der Insider unter Berufung auf einen Publikumsgast. (…) “Wenn die 10.000 Menschen verrecken, ist es nicht so schlimm, wie wenn die Promis (sic! A.d.V.) verrecken”, sagte demnach eine 23-Jährige aus Ludwigshafen.
Zumindest kann man den Machern der Sendung nicht vorwerfen, ihren Zuschauern vorzuspielen, sie seien ihnen wichtig und kein austauschbares Element im Konzept, weil’s ja eben schon egal ist, wie die Kinder heißen, die ihr Taschengeld für den Unsinn verplempern.
Apropos verplempern: Hat Hans-Peter Uhl eigentlich schon die Vorratsdatenspeicherung gefordert?
Triggerwarnung des Tages: Lateinische Klassiker.


