SonstigesNetzfundstücke
He, Mat­thi­as Hei­ne (Feuil­le­ton, „WELT“)!

Es ist ja löb­lich, dass Sie sich gegen eine Ver­harm­lo­sung des Natio­nal­so­zia­lis­mus‘ auch im Aus­land enga­gie­ren und klar das Übel benen­nen, das sich hin­ter­rücks anschleicht, wenn man mit dem Vor­wurf des Gram­ma­tik­na­zi­tums all­zu sorg­los um sich wirft.

Blockwarte und Grammatiknazis

Aber wie genau wehrt man sich eigent­lich gegen Sie?


Nach­trag, auch mal schön trotz ande­rem The­ma: Logo: Steht nicht drauf, dass etwas pas­sie­ren kann, dann las­se ich etwas pas­sie­ren, kla­ge und schie­be Doof­heit vor. Es gibt die­sen Schlag Men­schen.

PolitikIn den NachrichtenWirtschaftMontagsmusik
Acid Mothers Temp­le & The Mel­ting Parai­so U.F.O. (live)

Hi.Es ist Mon­tag, es ist Krieg oder auch nicht: „Mer­kel will Oba­ma die deutsch-fran­zö­si­sche Frie­dens­in­itia­ti­ve erklä­ren“, was ja beim The­ma Bür­ger­rech­te schon regel­mä­ßig schei­tert, aber man will ja nicht das Frei­han­dels­ab­kom­men auf’s Spiel set­zen, der Juni­or­part­ner der USA wahrt sei­nen Stand. Anders­wo schwätzt Nils Mink­mar für die „FAZ“ etwas über „Putin­ver­ste­her“ ins Inter­net. In die­ser schö­nen kla­ren diplo­ma­ti­schen Welt ist zumin­dest sicher, wer über jeden Zwei­fel erha­ben ist. Sor­gen um Grie­chen­land und die Ukrai­ne trü­ben den Markt, +++ EIL +++ PANIK +++, also müs­sen Grie­chen­land und die Ukrai­ne schnellst­mög­lich befrie­det wer­den. Schicken wir doch Waf­fen und/oder Sol­da­ten hin, viel­leicht haben die Kin­der dort dann wie­der mehr zu essen.

Ande­rer­seits: Was ist schon von Medi­en zu erwar­ten, die einen Arti­kel über den rot­bäcki­gen Bel­gi­er mit dem Mords­wumms für Jour­na­lis­mus hal­ten? Der Tem­pel der Wirt­schaft ist eine Festung.

Die­ser hier übri­gens auch:

Acid Mothers Temp­le & The Mel­ting Parai­so UFO – La Maro­qui­ne­rie, Paris, 10-18-2013 (full show)

Guten Mor­gen.

Fotografie
„Das machen wir mor­gen gleich noch­mal, ja, Schatz?“

In der so genann­ten deut­schen „Ama­teur­por­no­sze­ne“ hat, wie mir zuge­tra­gen wur­de, vor eini­gen Jah­ren eine jun­ge Frau unter dem Spitz­na­men „Merry4Fun“ eine gewis­se Bekannt­heit erlangt.

Mei­ne bis­he­ri­gen Ver­su­che, die­sen Spitz­na­men zu deu­ten, ver­san­de­ten alle­samt. „Fröh­lich für Spaß“? Auf einer merk­wür­di­gen Web­site nicht son­der­lich seriö­ser Gestal­tung ent­deck­te ich über­dies „mer­ry“ als alter­na­ti­ve Schreib­wei­se für „mar­ry“, also Hei­ra­ten. „Hei­ra­ten zum Spaß“? Das klingt doch, so schien’s mir, noch absur­der als der Ver­such der wört­li­chen Über­set­zung.

Am Zeit­schrif­ten­re­gal mei­nes Ver­trau­ens füg­te sich indes heu­te alles wie von selbst zusam­men.

Spaß am Heiraten

Man­che Leu­te haben ulki­ge Hob­bys.

Spaß mit Spam
Rich­tig pro­fit­wit­tern mit #Twit­terAds

Da schau‘ her, eine E‑Mail, hoch­of­fi­zi­ös von Twit­ter them­sel­ves. So etwas sieht man nicht alle Tage. Das sind sicher sehr, sehr wich­ti­ge …

TwitterAds Plaintext

Ähm, hm, naja, dann ist viel­leicht die Brow­ser­ver­si­on weni­ger bescheu­ert.

Was wol­len sie denn von mir? Ach so, natür­lich – was ver­kau­fen:

Twitter Ads sind jetzt in Deutschland verfügbar

Hur­ra!

Aber was bringt mir das?

Mit Twit­ter Ads hast Du fol­gen­de Mög­lich­kei­ten:

  • Die Zahl der Fol­lower, Leads, Inter­ak­tio­nen oder Web­site-Klicks zu erhö­hen

Pri­ma: Nie wie­der was Gutes selbst schrei­ben, ein­fach was abon­nie­ren und schon hat man sehr vie­le pas­si­ve, qua­si auto­ma­ti­sier­te Leser. Wie ein­la­dend!

Dei­ne Mit­tei­lun­gen ziel­ge­nau abzu­stim­men

Hä?

Grö­ße­re Ziel­grup­pen zu errei­chen

Pri­ma: Nie wie­der … ihr wisst schon.

Klingt span­nend? Um Dich beim Start zu unter­stüt­zen, laden wir Dich zu unse­rem Launch-Web­i­nar „Ein­füh­rung in Twit­ter Ads“ ein.

Das ist aber nett! Viel­leicht ler­ne ich dort, wor­um es eigent­lich geht. Näm­lich um dies:

In die­sem Web­i­nar wer­den wir erklä­ren, wie Twit­ter Ads funk­tio­nie­ren und wer­den auf fol­gen­de Punk­te ein­ge­hen:

  • Wer­be­for­ma­te auf Twit­ter
  • Tar­ge­ting-Optio­nen
  • Erfolg mes­sen

Denn wer ernst­haft dach­te, so ein Mikro­blog­sy­stem wie Twit­ter die­ne dem Zweck, ande­ren Leu­ten nicht auf den Zei­ger zu gehen, son­dern Din­ge aus dem Leben hin­ein­zu­pu­sten, der lag so was von dane­ben. Wie konn­te ich so blöd sein und ganz ohne Wer­be­ein­nah­men in jeweils höch­stens 140 Zei­chen über Poli­tik und blö­de Wit­ze zu quat­schen? Eine schier unver­zeih­li­che Dumm­heit.

Aller­dings von denen.

Montagsmusik
Bent Knee – Way Too Long

Superb OwlUnd wie­der ein­mal ein Mon­tag, ein viel zu wacher oben­drein. Das Schnee­trei­ben ging mit dem Janu­ar vor­über, geblie­ben ist ein wenig Schlaf im Auge, und noch wäh­rend man das schreibt, bemerkt man, wie sehr „Schlaf im Auge“ eigent­lich nach „da steht noch Trin­ken auf dem Schrank“ klingt, und fin­det das plötz­lich gar nicht mehr so tref­fend. Und nun?

Ein neu­er Mon­tag. Ein neu­er Ohr­wurm.

Wheeeee.

BENT KNEE „WAY TOO LONG“ #BASEMENTSESSIONS

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeWirtschaft
Medi­en­kri­tik extern: Links­po­pu­lis­mus auf Grie­chisch

Dass ich noch mal uniro­nisch die „taz“ ver­lin­ken wür­de, hät­te ich mir selbst bis eben nicht geglaubt, aber was ihr Autor Robert Misik zum Umgang der deut­schen Medi­en mit der neu­en grie­chi­schen Regie­rung zu sagen hat, ist’s dann doch mal wert:

Womög­lich ist ja die Eigen­art und das Pro­blem der zeit­ge­nös­si­schen Lin­ken, dass sie die Men­ta­li­tät von Besieg­ten hat. (…) Lustig fin­de ich ja, dass Syri­za-Chef Alexis Tsi­pras mit dem Label „links­po­pu­li­stisch“ belegt wird, weil er nicht den Habi­tus fader tech­no­kra­ti­scher Ver­nunft aus­strahlt, der in den kon­ti­nen­ta­len links­li­be­ra­len Regie­rungs­mi­lieus vor­herr­schend gewor­den ist. Als wäre das ein Defi­zit!

Bezie­hungs­wei­se halt:

Die Kre­dit­ver­trä­ge mit der EU und dem IWF für nich­tig erklä­ren, den Beam­ten­ap­pa­rat wie­der auf­blä­hen, fröh­li­ches Leben auf Pump, alles wie­der wie frü­her, das ist Tspi­pras‘ Bot­schaft.

Bezie­hungs­wei­se (aber­mals „taz“):

Man muss ja nicht gleich von Mei­nungs­ma­che oder gar Lügen­pres­se reden, aber ganz offen­sicht­lich gibt es hier einen Kon­for­mi­täts­druck, einen Magne­tis­mus hin zu einem Main­stream, der Plu­ra­lis­mus grosso modo nur mehr im engen Rah­men des vom hege­mo­nia­len Mer­kel-Austeri­täts­kurs Erlaub­ten zulässt.

Man selbst hat eben immer am rech­te­sten.

In den NachrichtenNerdkrams
Ein­falt und Viel­falt (2): Das Phan­tom / der Ope­ra

Gele­gent­lich beklag­te ich bereits hier und anders­wo die feh­len­de Diver­si­tät auf dem hart umkämpf­ten Brow­ser­markt. Wäh­rend sich Fire­fox, Chromium/Chrome und Inter­net Explo­rer optisch und funk­tio­nal – was bedeu­tet, dass Fire­fox immer weni­ger kann – ein­an­der immer wei­ter anglei­chen, ste­chen nur noch weni­ge Son­der­lin­ge wie Sea­M­on­key und uzbl aus der Mas­se optisch wie tech­nisch her­aus; wobei das ja auch schon wie­der nicht stimmt, denn uzbl basiert wie vie­le ande­re Brow­ser auf der Web­Kit-Ren­de­ring-Engi­ne. Der immer glei­che Wein in immer neu­en Glä­sern. Irgend­wann schmeckt’s fad.

Den letz­ten eini­ger­ma­ßen bekann­ten ande­ren Brow­ser Ope­ra hat eben­falls Web­Kit dahin­ge­rafft, sie­he zum Bei­spiel hier und hier und hier und hier und hier. Zu auf­wän­dig sei es gewe­sen, mit den Ent­wick­lun­gen Schritt zu hal­ten, und für ein Nischen­pro­dukt sei man nicht mehr bereit, ver­kün­de­te man aus dem Hau­se Ope­ra Soft­ware. Die Mas­se macht’s.

Mit dem bedrücken­den Ergeb­nis, dass die Bewoh­ner der Nische, die Ope­ra bis ein­schließ­lich der Ver­si­on 12 besetz­te, gegen ihren neu­en Glück­lich­ma­cher revol­tie­ren und plötz­lich von so gro­ßer Zahl sind, dass es für immer neue Brow­ser reicht. Das schä­bi­ge Geschäfts­mo­dell „Wir bau­en, weil wir so unfass­bar krea­tiv sind, Ope­ra 12 auf Chro­mi­um-Basis nach“ wirft rege Trie­be.

Der Otter Brow­ser, ein frei­er Ope­ra-12-Nach­bau, der irgend­wann auch E‑Mail und ande­re Brow­ser­en­gi­nes als Web­Kit unter­stüt­zen kön­nen soll, hat­te dabei gute Chan­cen, trotz der Kon­kur­renz durch Fifth (u.a.) dau­er­haft zu bestehen. Immer­hin steck­te der Ent­wick­ler vie­le Res­sour­cen in die ste­ti­ge Wei­ter­ent­wick­lung.

Bis Diens­tag, denn Diens­tag geschah dies:

Vival­di Tech­no­lo­gies AS hat gera­de den Brow­ser Vival­di her­aus­ge­bracht.

Vival­di Tech­no­lo­gies wur­de von Jón von Tetzch­ner gegrün­det, nach­dem er Ope­ra ASA Nor­we­gen ver­ließ. (…) Jón von Tetzch­ner hat­te ange­kün­digt einen eige­nen Brow­ser her­aus­zu­brin­gen, der ein voll­wer­ti­ger Ersatz für den von Ope­ra ASA ver­nach­läs­sig­ten und vor über einem Jahr in der Ent­wick­lung auf­ge­ge­be­nen Brow­ser Ope­ra 12 sein soll­te.

Bei Vival­di Tech­no­lo­gies han­delt es sich – wie bei Ope­ra Soft­ware ASA – bereits jetzt um ein gewinn­ori­en­tier­tes Unter­neh­men mit eini­gen wohl bezahl­ten Mit­ar­bei­tern, der Brow­ser ist zumin­dest nicht – wie Otter – ein Hob­by­pro­jekt von Bast­lern, son­dern soll ver­mut­lich frü­her oder spä­ter auch kom­mer­zi­ell ver­mark­tet wer­den.

Die erste öffent­li­che Vor­ab­ver­si­on zeigt neben dem gewohn­ten Trend zur Ver­fla­chung bereits eini­ge Funk­tio­nen, die man am alten Ope­ra, wie es heißt, durch­aus zu schät­zen wuss­te, dar­un­ter die mehr­tei­li­ge Sei­ten­lei­ste („Panel“, lei­der nicht mehr so schön wie damals als „Panee­le“ über­setzt). Es las­se sich täu­schen, wer will: Auch Vival­di basiert auf Blink, der Ope­ra-/Chro­me-Ver­si­on von Web­Kit. Ein wei­te­res Glas für die abge­stan­de­ne Fla­sche. Natür­lich wird’s trotz­dem gefei­ert, denn, hui, ein neu­er Web­Kit-Brow­ser, der aus­sieht wie ein alter Nicht-Web­Kit-Brow­ser, das gibt es nicht so oft. Auch die­se Inkar­na­ti­on der Ope­ra-Idee kommt ohne sinn­vol­len Wer­be­fil­ter oder Lese­zei­chen­lei­ste daher, aber der Trend geht zur Ver­knap­pung von Grund­funk­tio­nen. (Dass man unter Android meist nicht mal mehr eine Opti­on zum Abschal­ten von Java­Script auf Web­sites fin­det, spie­gelt die­sen erschrecken­den Trend sehr ein­drucks­voll wider. – Aller­dings ist Vival­di momen­tan noch sehr desk­top­fo­kus­siert.)

Ich habe Opern ja noch nie gemocht.

PersönlichesNetzfundstückeIn den Nachrichten
Face­book / You­Tube / Blogs

Was wir auch noch gelernt haben: Bri­ti­sche Breit­band­nut­zer haben ihr Netz lie­ber unge­fil­tert. Doch, echt! Die kön­nen sich das aller­dings auch aus­su­chen und blei­ben nicht wie die­je­ni­gen Deut­schen, die die Nut­zung von Pro­xys aus ver­schie­de­nen Grün­den nicht bevor­zu­gen, auto­ma­tisch außen vor, weil zum Bei­spiel die GEMA Medi­en weg­fil­tert. Dass die eigent­li­che Absur­di­tät dar­an ist, dass aus­ge­rech­net die Deut­schen die Fei­er zur Befrei­ung Ausch­witzs nicht am hei­mi­schen Bild­schirm mit­ver­fol­gen dür­fen, zie­he ich im Übri­gen in Zwei­fel; immer­hin ver­zich­te­te man sogar dar­auf, die Befrei­er selbst ein­zu­la­den.

Apro­pos You­Tube: „Schö­nen Account haben Sie da. Wäre doch scha­de, wenn dem was pas­siert.“ Damit geht You­Tube viel­leicht noch nicht so weit wie SPIEGEL ONLINE, die Urhe­bern deren eige­ne Wer­ke teu­er ver­mie­ten wür­den, aber wer weiß, welch‘ absur­de Blü­ten Goo­gles Drang nach Mone­ta­ri­sie­rung noch trei­ben wird.

Wäh­rend die Deut­schen doch sowie­so schon genug Pro­ble­me haben: Gestern Vor­mit­tag war Face­book vor­über­ge­hend nicht erreich­bar.

murica

Vie­le sind viel­leicht auf schnelllebi­ge Chats umge­stie­gen. Twit­ter führt nun Grup­pen­chats ein. 140 Zei­chen für nichts zu sagen. Gestam­mel, das nicht von Dau­er ist und sich von schreck­li­chen „Vlogs“ („Video-Web­logs“) wie – hihi – Signi­fi-Cunt (min­de­stens eine der bei­den Prot­agonö­sen war hier gele­gent­lich The­ma) nur in der Art der Dar­rei­chung und Ner­vigkeit unter­schei­det. Wer wirk­lich etwas zu sagen hat, der schrei­be ins Inter­net hin­ein. Ein gutes Blog besteht auch, wenn es nie­mand liest. Schrei­ben als Spie­gel zur See­le. Schrei­ben als ver­tief­tes Selbst­ge­spräch, nicht beglei­tet von Gefällt­mirs und Ret­weets, im Dia­log mit sich selbst. Schrei­ben als Gesprächs­the­ra­pie zum Tiefst­preis. Nur wo? Auf Face­book lie­ber nicht, da ver­schwin­det es im Glücks­keks­stru­del. Medium.com war noch 2014 eine belieb­te Alter­na­ti­ve. Puste­ku­chen: Eure Tex­te gehö­ren dann denen. Dem Mit­men­schen Essens­blog­ger – schö­nes Zitat auch: nur weil irgend­wo Wer­bung mög­lich ist, gibt es kei­nen Grund, sie dort auch unbe­dingt zu plat­zie­ren – mag’s egal sein, er schreibt ja aus Freu­de am Genuss und hat sonst kei­ne ande­ren Hob­bys, aber intim­ste Gedan­ken, not­dürf­tig ein­ge­hüllt in wat­ti­ge Wort­wol­ken zum Schutz des Ichs, gehö­ren nicht in die Hän­de böser Scho­ko­la­den­on­kel und damit eigent­lich auch nicht ins Inter­net, aber es fil­tert, es rei­nigt, es befreit. Raus mit dem Gedan­ken­kraut, her mit neu­em, immer neu­em.

Solang’s nur die Mie­te im Ober­stüb­chen bezahlt.

In den NachrichtenMontagsmusik
Madon­na – Vogue

Eule geht ja schonMög­li­cher­wei­se will Goog­le Twit­ter kau­fen. Das eige­ne Netz Goog­le+ ent­wickelt sich ja nur schlep­pend, und nach all den Goog­le Waves und Goog­le Buzzs wäre ein Pro­dukt, das auch mal irgend­wer haben möch­te, mög­li­cher­wei­se wie­der ein inter­es­san­ter Teil des Port­fo­li­os, denn Twit­ter, das seit sei­ner Grün­dung kein brauch­ba­res Geschäfts­mo­dell außer „wir machen unse­ren Dienst immer wer­be­la­sti­ger“ auf die Bei­ne gestellt hat, ist für den welt­weit größ­ten Wer­bungs­an­bie­ter nur ein kon­se­quen­ter Kauf. Ins Inter­net hin­ein­zu­schrei­ben ist eine Pas­si­on. Je unat­trak­ti­ver frem­de Platt­for­men wer­den, desto wich­ti­ger wird das eige­ne digi­ta­le Heim. Dar­an sind schon ande­re Dien­ste gran­di­os geschei­tert.

Apro­pos Goog­le: Wiki­Leaks fin­det, Goog­le gibt zu vie­le Daten wei­ter. Was eigent­lich amü­sant ist, schließ­lich ist das Pro­blem, das man­che Men­schen mit Wiki­Leaks haben, ja, dass man dort zu vie­le Daten wei­ter­gibt. – War­um man sich auf Goog­le Mail ver­lässt, ist im Jahr 2 nach Snow­den dann sowie­so noch so eine Fra­ge. Ande­rer­seits ist er halt im Trend, der Goog­le-Fir­le­fanz.

En vogue.

Madon­na – Vogue (Offi­ci­al Video)

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Frie­den­ster­ro­ri­sten

Im Febru­ar 2013 schrieb ich über die schlim­men „Grü­nen“:

Die ehe­ma­li­ge Frie­dens­par­tei fin­det Kampf­ein­sät­ze unter bestimm­ten Bedin­gun­gen also ziem­lich in Ord­nung, wenn sie nur nicht all­zu lan­ge dau­ern oder wenig­stens vom Gewalt­mo­no­po­li­sten UNO ange­ord­net wer­den. Des­sen Befehls­ge­walt ist selbst­ver­ständ­lich bin­dend.

Wes­halb sich auch auf den „Friedenswinter“-Demonstrationen zugun­sten eines unmi­li­tä­ri­schen Mit­ein­an­ders mit Russ­land allen­falls ver­ein­zel­te Grü­ne mit Flag­ge sehen las­sen, die wohl das Memo nicht gele­sen haben. Wer Frie­den will, ist ver­däch­tig; bezie­hungs­wei­se:

Die nach­hal­ti­ge Dif­fa­mie­rung der neu­en Frie­dens­be­we­gung ist gelun­gen. Das ist ein gro­ßer Sieg jener Kräf­te, die mili­tä­ri­sche Inter­ven­tio­nen und die soge­nann­te mili­tä­ri­sche Lösung von Kon­flik­ten hof­fä­hig machen wol­len.

(Unbe­dingt dort wei­ter­le­sen und Spuck­tü­ten bereit­hal­ten.)

Was haben wir nur falsch gemacht?


Mal­bü­cher für E‑Book-Rea­der. Das neue gro­ße Ding.

Apro­pos: Wo bleibt eigent­lich die Revo­lu­ti­on?

MontagsmusikPolitikIn den Nachrichten
King Crims­on – The Gre­at Decei­ver

watMon­tag. Die Welt ist defekt. Gar­niert mit ein wenig Panik lässt sich man­cher Irr­sinn durch­set­zen:

Die Poli­zei­di­rek­ti­on Dres­den hat für Mon­tag alle öffent­li­chen Ver­samm­lun­gen unter frei­em Him­mel ver­bo­ten. (…) Ande­re Maß­nah­men als ein Ver­samm­lungs­ver­bot sei­en unge­eig­net, um die Sicher­heit in Dres­den am Mon­tag zu gewähr­lei­sten.

Mit Ver­bo­ten las­sen sich gesell­schaft­li­che Pro­ble­me bekannt­lich effi­zi­ent lösen; wür­de jemand Steh­len und Mor­den ver­bie­ten, so wäre die­ses Land von man­chem Übel befreit. – Der letz­te Staat, der im Raum Dres­den ein Demon­stra­ti­ons­ver­bot erlas­sen hat­te, exi­stiert übri­gens nicht mehr. Könn­te man da nicht viel­leicht …?

Mit Musik klappt es manch­mal bes­ser.

King Crims­on – The Gre­at Decei­ver – 1974 Live

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Uto­pia­ni­sti – Uto­pia­ni­sti II / Uto­pia­ni­sti meets Black Motor & Jon Ballan­ty­ne

Utopianisti IIWäh­rend ich eigent­lich eini­ge Zei­len für die über­fäl­li­ge 2014er Rück­schau (ja, die kommt noch) schrieb, fiel mir die­ses Album in die Hän­de, von dem ich dach­te, es eig­ne sich als spä­tes Album des Jah­res 2014 – lei­der erschien es bereits im Novem­ber 2013. Das ist ein biss­chen scha­de.

Nicht aus Ita­li­en, wie es der Name viel­leicht ver­mu­ten lässt, son­dern aus Finn­land kom­men die Musi­ker von Uto­pia­ni­sti. Kom­men? Nein, viel­mehr han­delt es sich um ein Solo­pro­jekt eines gewis­sen Herrn Mar­kus Pajakka­la. „Solo“ ist aller­dings auch nicht so ganz rich­tig, sind doch auf dem vor­lie­gen­den Album ins­ge­samt 27 wei­te­re Musi­ker an Saxo­pho­nen, Posau­nen, Gitar­ren und der­glei­chen zu hören.

Bei dem vor­lie­gen­den Album han­delt es sich um ein Dop­pel­al­bum, das wohl aus zwei ein­zel­nen Alben namens „Uto­pia­ni­sti II“ und „Uto­pia­ni­sti meets Black Motor & Jon Ballan­ty­ne“ besteht. Acht der drei­zehn Stücke gehö­ren somit zum zwei­ten regu­lä­ren Album von Uto­pia­ni­sti, vier wei­te­re ent­stan­den in Zusam­men­ar­beit mit Jon Ballan­ty­ne, einem kana­di­schen Pia­ni­sten und Kom­po­ni­sten, und dem fin­ni­schen Free-Jazz-Trio Black Motor, deren Kon­tra­bas­sist Ville Rau­ha­la auch in zwei Stücken von „Uto­pia­ni­sti II“ aus­hilft.

Wie das klingt? Ins­be­son­de­re sehr instru­men­tal, ledig­lich drei Stücke („The Vul­tures were hun­gry“, des­sen Text aus nicht viel mehr als die­sem Satz besteht, „Span­king Time“, das mit sei­nen Rock­re­mi­nes­zen­zen und dem gespro­che­nen Text nicht nur vom Titel her an Cap­tain Beef­he­art erin­nert, und „Tan­go Suc­cu­bus pt. 2“, das tat­säch­lich einen Tan­go­rhyth­mus hat, für das Ver­ständ­nis des­sen Kon­texts jedoch mein Fin­nisch zu schlecht ist) beinhal­ten Gesang, der aller­dings auch eher als gestal­ten­des Ele­ment dient. Gestal­tet, apro­pos, wird hier reich­lich: Big-Band-Jazz, Opern­haf­tes, Retro-Prog, Jazz­rock, Zap­paes­kes. Vor allem eben: Jazz. Viel, viel Jazz, gewürzt mit avant­gar­di­sti­schen Bei­ga­ben, dass man vor Begei­ste­rung gar nicht so rich­tig zur Ruhe kommt. Jazz ist Fahr­stuhl­mu­sik? In so einem Fahr­stuhl würd‘ ich gern kurz stecken blei­ben – oder doch bes­ser nicht, denn das Haus, zu dem der Fahr­stuhl gehört, mag ver­mut­lich ein auch sonst sehr wohn­li­ches sein, in dem man ungern irgend­wel­che Vor­gän­ge ver­pas­sen möch­te.

Der Teil des Albums, in dem Black Motor und Jon Ballan­ty­ne mit­spie­len, beginnt mit „The Sun­days of love and peace“ dem Titel ent­spre­chend bei­na­he brav, Frei­form­jazz mit Saxo­phon- und Kla­vier­do­mi­nanz erklingt. Auch die fol­gen­de „Mecha­no­id make­out music“ wird aber ihrem Titel gerecht: Ein elek­tro­ni­scher Rhyth­mus und man­cher­lei Gefiep­se wer­den von Schlag­zeug und gera­de­zu ner­vö­sem Saxo­phon (Sami Sip­po­la ist ein Name, den man sich viel­leicht mer­ken soll­te) über­deckt. Bei „Uto­pia­ni­sti meets Black Motor & Jon Ballan­ty­ne“ tritt der avant­gar­di­sti­sche Aspekt in der Musik von Uto­pia­ni­sti ins­ge­samt etwas zurück und weicht einem nichts­de­sto­trotz alles ande­re als gemä­ßi­gen Frei­form­jazz.

Wer mit­ge­zählt hat: The­ma­ti­siert wur­den bis­her nur acht und vier, also zwölf, von drei­zehn Stücken. Das drei­zehn­te, „U.L.J.C. (The Unneces­sa­ry Lef­to­ver Jam Com­pi­la­ti­on)“, ist Teil kei­nes der bei­den Teil­al­ben, son­dern besteht aus neun­ein­halb Minu­ten Impro­vi­sa­tio­nen und – nun – übrig geblie­be­nen Jams. Ein opu­len­tes Ende zu einem gelun­ge­nen Album.

Der Hör- und Kauf­be­fehl wird hier­mit erteilt.

PersönlichesMusik
Kein Frag­ment.

(… und dann, manch­mal, unter­bricht man sein Schwe­ben und wagt einen vor­sich­ti­gen Blick zurück, um sogleich gleich­sam zu erstar­ren; gewis­ser­ma­ßen und zuvör­derst erstar­ren vor sich selbst, hat man doch end­lich mal gelebt, aber halt zu spät und/oder zu früh und über­haupt mit größt­mög­li­chem Aber; schee woar’s und dreckig, weil man nicht allein hät­te sein wol­len und sich statt mit Lie­be mit Vor­trä­gen befasst, aber wenn man auf der Flucht vor sich selbst in die ver­kehr­te Rich­tung läuft, ist das eben schlecht für’s Kar­ma. Sehn­suchts­feh­ler sind kei­ne bes­se­ren. You know I was­n’t cra­zy [Cheer-Acci­dent], aber das ändert sich ja schnell heut­zu­ta­ge. Ren­nen, ren­nen, so lan­ge die Rich­tung stimmt. Nicht nicht ver­lie­ren zu wol­len ist kei­ne Dopp­lung, son­dern hal­biert. War­um man nicht end­lich wie­der „ein Frag­ment“ schrei­be, wird man dann gefragt, denn man sei so unan­ge­nehm unde­pri­miert. Aber das ist man gar nicht. Man weiß es nur nicht mehr.)