ComputerIn den NachrichtenMontagsmusik
Pea­ches & Iggy Pop – Kick It

NachteuleDer Moment, in dem ihr anfingt, komisch zu reden. Immer schnel­ler, immer höher, immer wei­ter, immer bes­ser. Wir spa­ren uns nicht nur die Höf­lich­keit, wir spa­ren uns auch noch den Rest des hal­ben Sat­zes, so lan­ge noch Platz bleibt für ein paar „Alter„s, Alter. Die Wis­sen­schaft tut nichts dage­gen. Die hat ande­rer­seits auch ande­re Sor­gen: „Jeder hält sich nun für einen Com­pu­ter­fach­mann, weil er die Maus zwei Stun­den lang her­um­schie­ben kann, ohne sich dabei den Fuß zu bre­chen“, was halt dann schon eini­ges erklärt. Uner­klär­lich bleibt der­weil der Lauf der Welt. Schon wie­der Mon­tag, es bleibt auch nichts erspart. Der Über­schwang vom Wochen­en­de ent­pupp­te sich nicht gera­de als Schmet­ter­ling. Jün­ger wird man ja doch nicht. Ein Schwei­gen im Blät­ter­wald, wäh­rend die Insas­sen rau­schen: „Meer­kat“, eine Art Twit­ter-Medi­en­stream, wird hoch­ge­ju­belt; und dann benutzt es doch nur wie­der Sascha Lobo.

Wer übri­gens auch nicht jün­ger wird: Iggy Pop.

Pea­ches & Iggy Pop – Kick It

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenPiratenparteiMir wird geschlecht
Netz­na­zis und Daten­schutz­ta­li­ban

Sie haben Angst vor uns, weil wir ihre Wer­te bedro­hen; weil wir das Neu­land, in das sie sich ver­irrt haben, wie kei­ne ande­re Grup­pe zu beherr­schen wis­sen. Wir über­zie­hen die­ses Neu­land mit einer Wel­le des File­sha­ring­ter­rors und ver­ge­wal­ti­gen die Urhe­ber­rech­te, wo immer wir nur kön­nen. Wir len­ken unse­re Flug­zeu­ge (im Flug­si­mu­la­tor) gegen die Gebäu­de derer, die unse­re Mis­si­on gefähr­den. Der bewaff­ne­te Klas­sen­kampf wird mit LAN-Kabeln und Club-Mate-Fla­schen aus­ge­tra­gen.

Das Fleisch gewor­de­ne Peter-Prin­zip Gün­ther Oet­tin­ger hat Recht: Wir sind gefähr­lich. Wir sind die 99 Pro­zent. Wir sind die Tali­ban.

Was die Netz­neu­tra­li­tät betrifft, da haben wir gera­de in Deutsch­land Tali­ban-arti­ge Ent­wick­lun­gen. Da ist die Netz­ge­mein­de, da sind die Pira­ten unter­wegs, da gehts um per­fek­te Gleich­ma­che­rei.

Arrrrr! :irre:


Heu­te ist übri­gens Welt­frau­en­tag, pas­send dazu war Had­mut Danisch unlängst auf einer von Steu­er­gel­dern finan­zier­ten Gen­der-Kon­fe­renz. Kei­ne Sor­ge, es fand kei­ner­lei Wis­sen­schaft statt.

PolitikIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Gleich­stel­lung, Geheim­dien­ste und ato­ma­re Gegen­wehr

OleoleLesens­wert (1): Bir­git Kel­le über Geschlech­ter­po­li­tik.

Seit der aktu­el­len Debat­te um die Novel­lie­rung des Bun­des­gleich­stel­lungs­ge­set­zes haben wir es jetzt schwarz auf weiß: Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­te sol­len auf kei­nen Fall auch für Män­ner zustän­dig sein. Der Ent­wurf hier­für ist kurz­fri­stig ver­än­dert wor­den, nach­dem auf­ge­fal­len war, dass eine pari­tä­ti­sche Beset­zung von Män­nern und Frau­en bei allen Posten dazu füh­ren könn­te, dass sich die Gleich­stel­lungs­da­men in den Berei­chen des öffent­li­chen Dien­stes, in denen Frau­en teil­wei­se über 75 Pro­zent hal­ten, dann ja auch um Män­ner küm­mern müss­ten.


Lesens­wert (2): Über­ra­schen­der­wei­se ist der BND nicht dar­an inter­es­siert, dass man ihm bei der Arbeit zuguckt.

Die Abge­ord­ne­ten des NSA-Unter­su­chungs­aus­schus­ses glau­ben inzwi­schen, dass die ihnen vor­ge­leg­ten Akten extra für sie ange­fer­tigt wur­den. Was natür­lich viel Raum für Spe­ku­la­tio­nen lässt, wie die Ori­gi­na­le aus­se­hen mögen und was das Par­la­ment davon sehen darf.

Wenn sich jetzt auch noch her­aus­stellt, dass ein Geheim­dienst eine staat­li­che Insti­tu­ti­on ist, dann wird es bestimmt scharf for­mu­lier­te Brie­fe hageln.


Auch schön: US-ame­ri­ka­ni­sche Atom­waf­fen blei­ben in Deutsch­land, um den Frie­den in der Ukrai­ne zu sichern. Si vis pacem para bel­lum. Die Guten, das sind – wie im Film – die mit dem mei­sten Wumms.

In den NachrichtenComputer
Sam­sungs Wand­kusch­ler

2014 – anläss­lich der Vor­stel­lung des damals neu­en Modells Gala­xy S5 – ließ das korea­ni­sche Unter­neh­men Sam­sung eine Wer­bung auf die Leu­te los, in der Nut­zer von Kon­kur­renz­pro­duk­ten (ins­be­son­de­re des iPho­nes) als „Wand­knudd­ler“ (wall hug­gers) bezeich­net wur­den, weil sie sich nur sel­ten weit von der nächst­ge­le­ge­nen Steck­do­se ent­fer­nen kön­nen, ohne all­zu vie­le Ein­bu­ßen in Kauf neh­men zu müs­sen. Man kön­ne, haha­ha, die Akkus ja meist nicht mal ein­fach ohne beson­de­res Werk­zeug aus­tau­schen.

Sam­sung Gala­xy S5 – Wall Hug­gers (The Next Big Thing is Alre­a­dy Here) Legend­ado Pt-Br

Auf dem Mobi­le World Con­gress in Bar­ce­lo­na stell­te Sam­sung nun jüngst das Nach­fol­ge­mo­dell Gala­xy S6 vor. Man kann, haha­ha, den Akku, nun, ihr ahnt es.

Gibt es dazu eigent­lich auch schon einen Wer­be­spot?

MontagsmusikIn den Nachrichten
Pan­da Bear – Sequen­ti­al Cir­cuits

Selber aggressiv, Hässlichkeit!Es ist Mon­tag. Irgend­wo in den Nie­der­lan­den, so ähn­lich steht’s in den Nach­rich­ten, greift ein aggres­si­ver Uhu Spa­zier­gän­ger an. Der hat wohl auch kei­nen Bock. Frü­her war mehr Dop­pelt. Mar­tin Luther gibt es nun auch in klein, auf „ZEIT ONLINE“ fin­det man das nicht vor­be­halt­los gut, weil inne­re Grö­ße und äuße­re Grö­ße mit­ein­an­der kon­form gehen soll­ten oder so, was nicht so ganz erklärt, wie­so die „ZEIT“ immer noch im Rie­sen­for­mat und nicht als Taschen­buch daher­kommt, aber ich ver­ste­he viel­leicht ein­fach nichts von wah­rer Grö­ße und fin­de die Idee, Play­mo­bil soll­te einen „Pla­stik-Papst“ (ebd.; war das nicht viel­mehr Hei­di Klum?) model­lie­ren, auch nur bedingt gut. Ande­rer­seits: Reli­gi­on in Kin­der­zim­mern – was soll­te da schief­ge­hen?

Und ich?

Pan­da Bear – Sequen­ti­al Cir­cuits (Uni­on Trans­fer 5-17-2014)

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Musik 12/2014 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se

Die­ser Arti­kel ist Teil 14 von 29 der Serie Jah­res­rück­blick

2015? Da war doch was? Mir war, als hät­te ich etwas ver­ges­sen. Nein, ver­ges­sen wohl nicht, aber es gibt tat­säch­lich noch etwas aus dem Vor­jahr zu ver­mel­den, näm­lich den zwei­ten Teil der Liste der wun­der­voll­sten Musikal­ben von 2014. Auch, wenn dies­mal nicht noch in letz­ter Minu­te neue Alben dazu­ge­kom­men sind, da ich mir genug Zeit genom­men hat­te, erhebt natür­lich auch die­se Liste nicht den Anspruch auf Voll­stän­dig­keit; schon weil mit Bent Knees Debüt­al­bum ein fre­ne­tisch gefei­er­tes Album fehlt, was nicht dar­an läge, dass es schlecht ist (es ist gut), son­dern schlicht dar­an, dass die Band stu­dio­sei­tig weit unter ihren Mög­lich­kei­ten agiert. Eine Kon­zert-DVD wäre will­kom­men.

Drau­ßen blei­ben muss­ten über­dies Hei­no („Schwarz blüht der Enzi­an“) und Unhei­lig aus Qua­li­täts­grün­den, im Gegen­zug ver­zich­te­te ich auf die Mehr­fach­nen­nung der bereits anders­wo von mir gewür­dig­ten neu­en Alben von Boris, Mar­gin und den Fan­ta­sti­schen Vie­ren. Das ziem­lich gute „Good­night Civi­lizati­on“ von Zu muss lei­der eben­falls feh­len – als EP gelingt ihm das Hin­ein­mo­geln in die­se Liste dies­mal nicht.

Nichts­de­sto­we­ni­ger schlie­ße ich nicht aus, auch schlicht etwas ver­ges­sen zu haben. Euch fehlt ein rele­van­tes Album? Kommentiert’s hier gern unten drun­ter!

‘Musik 12/2014 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se’ wei­ter­le­sen »

PolitikIn den Nachrichten
Links, zwo, drei, vier: Arbeit macht spaß­frei!

Das ist aber nett von der Sozi­al­de­mo­kra­tie:

Ver­trags­spie­ler von Min­dest­lohn befreit

Weil:

Ama­teur-Ver­trags­spie­ler im deut­schen Sport fal­len nicht unter das Min­dest­lohn­ge­setz. Dies stell­te Bun­des­ar­beits­mi­ni­ste­rin Andrea Nah­les (SPD) am Mon­tag (…) klar. (…) „In die­sen Fäl­len steht nicht die finan­zi­el­le Gegen­lei­stung, son­dern der Spaß an der Sache im Vor­der­grund. Des­halb kön­nen wir hier nicht von einem klas­si­schen Ver­hält­nis zwi­schen Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer spre­chen“, sag­te Nah­les in Ber­lin.

Ein „klas­si­sches Ver­hält­nis zwi­schen Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer“, das min­dest­lohn­wür­dig ist, kön­ne dem­nach nur bestehen, wenn der Arbeit­neh­mer sei­ne Arbeit auf­rich­tig ver­ab­scheut. Blöd für Leu­te, die einen Beruf ergrif­fen haben, den sie gern aus­üben: Ihr Chef sei dem­nach nicht an den Min­dest­lohn gebun­den. Arbeit darf nicht lustig sein. Arbeit muss betrü­ben.

Arbeit ist Krieg! :hitler:

Inso­fern machen’s die nie­der­säch­si­schen „Lin­ken“ gera­de rich­tig:

Der bis­he­ri­ge Lan­des­vor­sit­zen­de der nie­der­säch­si­schen Lin­ken, Man­fred Sohn, hat sei­nen Aus­tritt aus der Par­tei erklärt. Der 59-jäh­ri­ge Diplom­so­zi­al­wirt zog damit die Kon­se­quen­zen aus hef­ti­gen Macht­kämp­fen im Lan­des­ver­band (…).

Die Arbei­ter­re­vo­lu­ti­on ist auch nicht mehr, was sie mal war.

In den NachrichtenMontagsmusikComputer
Ani­mals As Lea­ders – CAFO

Seht nur, wie flauschig es ist! (gefunden auf owlaktuell.de)Ein Mon­tag, der sich wie das Gegen­teil eines Sonn­tags anfühlt. Das Käuz­chen wun­dert sich. Frü­her war mehr Ach und weni­ger Jeh. Und sonst? Spe­sen. Gewe­sen. Kof­fe­in, wir brau­chen Kof­fe­in.

Offen­siv wie Micro­soft. Es gibt Gra­tis­spei­cher auf dem One­Dri­ve, wenn man bis­lang Drop­box genutzt hat. Kampf­los lässt sich Micro­soft sei­ne Markt­an­tei­le nicht neh­men. Nicht neh­men lässt es sich der­weil der SPIEGEL, sei­nen Ruf als Bou­le­vard­quatsch­blatt noch zu festi­gen: Eine Liai­son zwi­schen Emma Wat­son und dem bri­ti­schen Prin­zen Har­ry von Wales sei Wunsch­den­ken, lei­der ohne nähe­re Anga­ben dar­über, wer sich das wün­sche.

Kof­fe­in, Kof­fe­in. Oder Rock.

Ani­mals As Lea­ders – „CAFO“ Pros­the­tic Records

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Fer­ke­lei­en

Glück­li­che Skur­ri­le Umstän­de lie­ßen mich der aktu­el­len Aus­ga­be des Maga­zins „Hea­vy Rub­ber“, offen­sicht­lich ein Fach­or­gan für Freun­de der völ­li­gen Gum­mi­um­man­te­lung sexu­ell inter­es­san­ter Men­schen, hab­haft wer­den. Offen­sicht­lich han­delt es sich bei „Hea­vy Rub­ber“ nicht um einen ein­fa­chen Latex­fe­tisch, viel­mehr um eine Vor­lie­be dafür, den Sex­part­ner nur noch erah­nen zu kön­nen. Unter dem Stich­wort „Hea­vy Rub­ber“ fin­det man im Inter­net jeden­falls Gas­mas­ken und der­glei­chen. Anschei­nend gibt es einen flui­den Markt für der­lei Ent­span­nungs­ge­rät. Fragt ihr euch nicht auch manch­mal, was eure Nach­barn nachts so trei­ben?

In die­ser Aus­ga­be kommt neben manch ande­rer Feti­schi­ko­ne auch „Sae­borg“, eine Latex­künst­le­rin, die nach eige­ner Aus­sa­ge momen­tan an einer Schlan­gen­fi­gur arbei­tet, zu Wort. In gan­zer sexu­el­ler Pracht erstrahlt Frau „Sae­borg“ übri­gens auf die­sem Bild:

Saeborg Playmobil

In der „Hea­vy Rub­ber“ abge­druckt ist sie aller­dings wie folgt:

Saeborg Schwein

Es han­delt sich um eine glän­zen­de Dop­pel­sei­te. Inter­es­sen­ten erhal­ten gern eine lami­nier­te Farb­ko­pie.

So haben sich die Acht­und­sech­zi­ger das mit der „frei­en Lie­be“ wahr­schein­lich nicht vor­ge­stellt; aber auch Bau­ern brau­chen Wär­me. – Ich las­se mich nicht gern für einen ver­klemm­ten Kon­ser­va­ti­ven hal­ten, schon gar nicht sexu­ell, wes­halb ich mich mit der Bewer­tung an die­ser Stel­le viel­leicht doch lie­ber zurück­hal­te. Zumin­dest wäre es wohl unan­ge­mes­sen, von die­ser einen Künst­le­rin auf alle Men­schen zu schlie­ßen, die sich für „Hea­vy Rub­ber“ inter­es­sie­ren. In der „Hea­vy Rub­ber“ kom­men immer­hin auch nor­ma­le Men­schen zu Wort, zum Bei­spiel Lara Aimée, ihres Zei­chens nie­der­län­di­sches Mode­mo­del, das von sei­ner Lei­den­schaft wie folgt schwärmt:

Mei­ne Lie­be zu Gum­mi reicht von ein­fa­chen, leicht anzu­zie­hen­den Sachen bis hin zu kom­ple­xen Out­fits mit vie­len Schich­ten. (…) Die (mit Mas­ken usw., A.d.V.) ver­bun­de­ne Anony­mi­tät macht es mir leich­ter, aus der Kom­fort­zo­ne her­aus­zu­kom­men. Nie­mand sieht mich oder mei­ne Gefüh­le; ich kann machen, was ich will. (…) Die Schein­wer­fer und der Applaus geben mir einen gro­ßen Kick, wäh­rend ich den Lauf­steg her­un­ter­stol­zie­re, (sic) in den schön­sten Krea­tio­nen der besten Desi­gner.

In den schön­sten Krea­tio­nen.

Der besten Desi­gner.

Lara Aimée

Wie­her.

(irre kichernd ab)

NetzfundstückeIn den NachrichtenComputer
Leno­vos Super­fi­sche

Ziemlich dumm - schade trummMan könn­te die­se Mel­dung jetzt natür­lich höh­nisch kom­men­tie­ren:

Leno­vo lie­fert neue Lap­tops mit der Adware Super­fi­sh Visu­al Dis­co­very aus. Die blen­det nicht nur lästi­ge Anzei­gen ein, son­dern macht das System auch anfäl­lig für gefähr­li­che Man-in-the-Midd­le-Angrif­fe.

Mit Fire­fox / Linux / BSD / Fax wäre das nicht pas­siert; bzw. eben: boy­kot­tiert Leno­vo, bis sie das besei­tigt (letz­ten Monat) und um Ent­schul­di­gung gebe­ten (die­se Woche) haben!!1

Man könn­te statt­des­sen auch Com­pu­ter­nut­zer sen­si­bi­li­sie­ren für die rea­le system- wie her­stel­ler­un­ab­hän­gi­ge Gefahr der Spy­wa­re (Super­fi­sh, Chro­me, Ubun­tu) und die Vor­tei­le der Selbst­in­stal­la­ti­on als ersten Schritt nach dem ersten Anstöp­seln der neu­en Kiste (vul­go „Scheiß­ding“), um künf­ti­ge Über­fäl­le die­ser Art eben­so zu ent­schär­fen wie wei­land Kryp­top­ar­tys den Staat (bzw. eben nicht), aber das Fin­den eines Schul­di­gen, eines „Sün­den­bocks“ eben, was in einer Zeit, in der vie­le Lap­top­her­stel­ler beschlie­ßen, dass sich Gerä­te mit einer rich­ti­gen Tasta­tur nicht mehr her­zu­stel­len loh­nen, unhüb­sche Impli­ka­tio­nen birgt; respek­ti­ve: spio­na­ge­frei ist nur, was man gar nicht erst ein­schal­tet.

Schö­ne neue Welt.


Auch hübsch: Lip­pen­stift ver­schmie­ren gegen Krebs. End­lich tut mal einer was!

MontagsmusikIn den NachrichtenPiratenpartei
Tod­mo­bi­le – Stopp

Kame­le! Kame­le! Rosen­mon­tag­ster­ror über­all. Ob es der Gesell­schaft abträg­lich ist, wenn Wat?Rosen­mon­tags­zü­ge aus­fal­len, Anwoh­ner also das Haus ver­las­sen kön­nen, ohne Angst haben zu müs­sen, Angst vor der ver­krampf­ten Locker­heit, der man als Deut­scher moderner­wei­se anzu­hän­gen pflegt, möge ein bes­se­rer Phi­lo­soph als wie ich abschlie­ßend beur­tei­len, einen Ver­lust an Lebens­qua­li­tät kann ich zwar in der täg­li­chen Ter­ror­hy­ste­rie, nicht jedoch in dem Weg­fall von Köl­ner Tru­bel im nie­der­säch­si­schen Flach­land aus­ma­chen.

Apro­pos aus­ma­chen: Wahr­schein­lich ist es müßig zu erwäh­nen, dass auch Dani­el Schwerd, sei­nes Zei­chens Funk­ti­ons­trä­ger in der Pira­ten­par­tei Deutsch­land, nicht die Mehr­heits­mei­nung der Par­tei abbil­det, wenn er sich zumin­dest ohne bemal­te Brü­ste, aber doch in Helm’scher Tra­di­ti­on bei Arthur Har­ris bedankt; was ja sowie­so so ein Pro­blem von Par­tei­en ist, dass sie eben für Spin­ner ein will­kom­me­nes Betä­ti­gungs­feld dar­stel­len, wes­halb Par­tei­po­li­tik ja samt und son­ders eher zur Ver­wir­rung bei­trägt: Lie­be Lin­ke, wählt CDU (2013); und wer will schon „rechts“ sein?

Ach­jeh. Und: Rock.

Tod­mo­bi­le – Stopp (Stú­díó A)

Guten Mor­gen.

SonstigesMir wird geschlecht
Rudel­bums für Anfän­ger: „Cos­mo­po­li­tan“, ein Maga­zin für Unent­schlos­se­ne

Hui, eine neue „Cos­mo­po­li­tan“ („End­lich wie­der Mon­tag­mor­gen“, ebd.) mit Gwen Ste­fa­ni vor­ne­drauf, und dann gleich so ein tol­ler Auf­ma­cher:

Cosmopolitan März 2015

Neue Flirt-Tipps für mehr Spaß und bes­se­re Typen
(Wir haben sie, wis­sen­schaft­lich erwie­sen!)

Nun ja, selbst Gen­der­for­scher und Medi­en­ge­stal­ter dür­fen sich heut­zu­ta­ge „Wis­sen­schaft­ler“ nen­nen, wenn sie an der rich­ti­gen (bzw. eben grund­fal­schen) Hoch­schu­le „stu­diert“ haben; aber wer wäre bes­ser geeig­net als ein Frau­en­ma­ga­zin (vgl. „JOY“ et al.)? Eben; und bei der „Cos­mo­po­li­tan“ hat man wohl ohne­hin in letz­ter Zeit Son­der­schu­lun­gen in erfolg­rei­cher Schnack­sel­an­bah­nung absol­viert, denn direkt vor den „neu­en Flirt-Tipps“ wird ein „neu­es Orga-Tool für Poly­amo­re“ ange­prie­sen, eine Art app zur Ter­min­pla­nung, damit man nicht ver­se­hent­lich die Part­ner ver­wech­selt.

In die­ser Hin­sicht erken­ne ich zumin­dest ein Muster; im sel­ben Heft gibt die Dreh­buch­au­to­rin („Dreh­buch-Queen“) Anika Decker im Gespräch mit der „Cosmopolitan“-Autorin Julia Rotherbl bekannt, sie bedau­re es, dass es ihr anders als in ihrem neu­en, nur neben­säch­lich erwähn­ten Film bis­lang nicht gelun­gen sei, Lie­bes­kum­mer durch Sex mit mög­lichst vie­len Män­nern nach­ein­an­der zu ver­drän­gen. Und ich war bis­lang der Über­zeu­gung, das Gewe­se um die „gro­ße Lie­be“ in Mäd­chen­zeit­schrif­ten sei schon nur noch schwer­lich an Pein­lich­keit zu über­bie­ten. – Ande­rer­seits erklärt Moritz Pon­ta­ni im wie­der­um glei­chen Heft, Män­ner säßen nicht allein zwecks Sper­mi­en­be­lüf­tung gern breit­bei­nig her­um:

Unse­re geöff­ne­ten Bei­ne, vor allem die Ober­schen­kel, fun­gie­ren hier als Flucht­li­ni­en oder Lot­sen. Sie wei­sen euch den Weg zum zen­tra­len Flucht­punkt, unse­ren Hosen­mit­tel­punkt. Er schreit euch förm­lich weit geöff­net zu: „Hier liegt ein Pracht­stück, Baby! Greif zu!“

Ach so.

Damit wäre die Ziel­grup­pe der „Cos­mo­po­li­tan“ ziem­lich klar defi­niert: Flitt­chen zwar, aber doch zumin­dest sol­che, die auch mal neue Fil­me anse­hen und wahr­schein­lich just in die­sem Moment ihren Part­ner (oder jeden von ihnen) aus­führ­lich über die Gescheh­nis­se in dem kürz­lich ver­film­ten Weich­spül-Fick­ro­man „50 Shades of Grey“ in Kennt­nis set­zen; Frau­en von Welt also, blö­der­wei­se von einer ande­ren.

Wie ein Mann sich anläss­lich eines Ren­dez­vous‘ zu ver­hal­ten habe, erklärt die Web­site der „Cos­mo­po­li­tan“ – was aber müs­se man als eine sol­che Frau tun, um mehr Spaß und „bes­se­re“ Typen – bes­ser als wer oder was? – beim Flir­ten zu erzie­len? Nun, fol­gen­de neue Tipps befol­gen:

Regel 1: Das Beu­te­sche­ma erwei­tern

Bes­se­re Typen las­sen sich fin­den, indem man weni­ger wäh­le­risch ist; mach‘ Sachen. Ein sol­cher Traum­mann aus dem erwei­ter­ten Beu­te­sche­ma sei, so die immer glei­che Julia Rotherbl, c/o „Cos­mo­po­li­tan“, einer, der „irgend­wann viel­leicht sogar bereit dazu [sei], den Nach­wuchs zu hüten, wäh­rend Mama ins Büro geht“ – einer ohne eige­ne Kar­rie­re also, auf den „star­ke Sin­gle-Ladys“ (ebd.) ein wenig mit­lei­dig hin­ab­blicken kön­nen. Eman­zi­pa­ti­on am Arsch, aber der Sie­ges­zug der sof­ties (also Weich­bir­nen) ist nicht auf­zu­hal­ten. „77% der Frau­en sagen: Meist ent­schei­de ich, ob aus einem Date mehr wird“, die ande­ren 23 Pro­zent wer­den bestimmt von denen bevor­mun­det, die Flucht­li­ni­en auf ihre Hosen zeich­nen.

So einen sof­tie jeden­falls hat wohl jede Frau aus dem „Cosmopolitan“-Publikum sowie­so im Freun­des­kreis, daher:

Regel 2: Den eige­nen Freun­des­kreis scan­nen

Dass das in Kom­bi­na­ti­on mit einem Hang zu wech­seln­den Intim­part­ner­schaf­ten mög­li­cher­wei­se den Freun­des­kreis zer­reibt und aus­dünnt, sei gnä­dig ver­schwie­gen. „Je län­ger man Sin­gle ist, desto wich­ti­ger und grö­ßer wird der Freun­des- und Bekann­ten­kreis“ (Regel 10); es wäre doch wirk­lich scha­de um all die mög­li­che Beu­te.

Wenn die „selbst­be­wuss­te Sin­gle-Lady“ ihren Leu­mund beim Befol­gen die­ser Regel erst ein­mal zur Genü­ge gemin­dert hat, eilen die so genann­ten „neu­en Medi­en“ gern zu Hil­fe:

Regel 3: Selbst­be­wusst sur­fen

Näm­lich: „auf Dating-Web­sei­ten nach einer neu­en Lie­be suchen“, und zwar „tough“ (J. Rotherbl), denn sonst mache man sich als Frau nur selbst klein, wäh­rend man für weni­ger ein­sam gehal­ten wer­de, wenn man sich auf dem vir­tu­el­len Fleisch­markt ener­gisch selbst anzu­prei­sen wis­se. Selbst­be­wusst­sein, dies sei „Cosmopolitan“-Leserinnen kurz erklärt, beinhal­tet im Übri­gen auch, zu sei­nen Schwä­chen (Scham, „Cosmopolitan“-Abonnement oder noch schlim­mer) zu ste­hen und ver­meint­lich schlech­te Eigen­schaf­ten zu akzep­tie­ren, statt sie zu über­schmin­ken. Aber wem sag‘ ich das?

Frau­en natür­lich, denen man auch so etwas erklä­ren muss:

Regel 4: Nicht auf ein Date war­ten

Die Zeit, so die Argu­men­ta­ti­on, die man damit ver­brin­ge, auf „den Einen“ zu war­ten, kön­ne man statt­des­sen auch nut­zen, um im All­tag „tau­sen­de ande­re Mög­lich­kei­ten, neue Bekannt­schaf­ten zu knüp­fen“, wahr­zu­neh­men. Dass „der Eine“ dann frü­her oder spä­ter kei­ne Lust mehr hat, bei der ersten sich bie­ten­den Gele­gen­heit abser­viert zu wer­den, wird dabei impli­zit gedul­det. Soll er sich halt ein biss­chen beei­len, der Arsch.

Denn:

Regel 5: Sich auf kei­nen Fall klein machen

Den Ande­ren hin­ge­gen schon, wenn Zuwi­der­hand­lung der Erfül­lung der Regeln im Weg steht. „Star­ke Sin­gle-Ladys“ wol­len star­ke Ladys blei­ben und sich viel­leicht zur LP wei­ter­ent­wickeln. Aber auf kei­nen Fall zur Son­der­pres­sung:

Regel 6: Leicht zu krie­gen sein
Regel 7: Beim ersten Date Sex haben

Klar: Je schnel­ler eine Frau zur Sache kommt, je offen­si­ver sie bag­gert, desto lie­ber greift der typi­sche „Cosmopolitan“-Leserinnen-Zielmann zu. „Null(!) Pro­zent der deut­schen Sin­gle-Män­ner ste­hen dar­auf, wenn ihnen die Flirt­part­ne­rin die kal­te Schul­ter zeigt“, und „wie fru­strie­rend wäre es denn, nach drei Mona­ten Dating fest­zu­stel­len, dass man im Bett nicht har­mo­niert?“. Aller­dings fin­den auch „null(!)“ Pro­zent der mir bekann­ten Sin­gle­män­ner eine Frau, die leicht „zu krie­gen“ in bei­der­lei Sin­ne ist, dau­er­haft inter­es­sant, aber die lesen auch kei­ne „Cos­mo­po­li­tan“, son­dern Blogs und poli­ti­sche Maga­zi­ne.

Es muss wie­der­um ja auch nicht von Dau­er sein:

Regel 8: So bald wie mög­lich strei­ten

Dabei gehe es dar­um, her­aus­zu­fin­den, ob die (zwei­fels­frei) bei­den Dick­köp­fe, die mit den „neu­en Flirt-Tipps“ zuein­an­der gefun­den haben, ein­an­der auch im Fal­le unter­schied­li­cher Ansich­ten zu einem The­ma (zum Bei­spiel der Qua­li­tät der „Cos­mo­po­li­tan“) noch zu dul­den imstan­de sind. Nur zur Sicher­heit gibt „Cos­mo­po­li­tan“ den eher schüch­ter­nen ihrer Lese­rin­nen noch einen Rat, der die Umset­zung die­ser Regel erleich­tern soll:

Regel 9: Kei­ne Kom­pro­mis­se ein­ge­hen
Regel 12: Die bio­lo­gi­sche Uhr abstel­len

Dabei gehe es dar­um, sich bei der Part­ner­wahl nicht mit jeman­dem abzu­fin­den, bei dem das „Kni­stern“ (J. Rotherbl) aus­blei­be. Der Traum­mann müs­se es sein! Zwar ist dies viel­leicht einer der häu­fig­sten Grün­de, dass die typi­sche „star­ke Sin­gle-Lady“ eben ein Sin­gle ist, aber wer auf­gibt, hat schon ver­lo­ren.

Es eile ja auch nicht, die qua­si sprich­wört­li­che „Tor­schluss­pa­nik“ sei „kein guter Rat­ge­ber“. Lie­ber bis ins hohe Alter allein blei­ben als mit jeman­dem zusam­men zu sein, der nicht „rich­tig gut“ (zum Bei­spiel Omar Sy, „Cos­mo­po­li­tan“, glei­ches Heft) ist, scheint das Cre­do zu lau­ten, das die „Cos­mo­po­li­tan“ hier aus­gibt. Geor­ge Cloo­ney („schar­fer Schau­spie­ler“, bri­ti­sche Web­site der „Cos­mo­po­li­tan“, 2008) sieht ja auch in ver­gleichs­wei­se hohem Alter noch aus wie jemand, den man als „Cosmopolitan“-Leserin gern vom Fleck weg hei­ra­ten wür­de – war­um dann nicht auch die Lese­rin selbst?

Unsi­cher? Da hilft nur eins:

Regel 10: Nur auf den Bauch hören

Der Bauch sei der ein­zi­ge Außen­ste­hen­de, des­sen Ein­schät­zung des poten­zi­el­len neu­en Part­ners zäh­len sol­le, Mei­nun­gen aus dem Freun­des- und Bekann­ten­kreis (ihr erin­nert euch: das sind die­je­ni­gen Per­so­nen, mit denen man vor­her aller­lei, ähem, Bekannt­schaf­ten geknüpft hat) hin­ge­gen nicht. Der Bauch als zuver­läs­si­ger Bezie­hungs­rat­ge­ber ist natür­lich nur eine Meta­pher: „Schließ­lich müs­sen nur Sie sich in ihn ver­lie­ben“. All­zu viel Zeit bleibt der „star­ken Sin­gle-Lady“ sowie­so nicht für den Aus­tausch:

Regel 11: Dating als Full­time-Job betrach­ten

Trotz eher mau­er Bezah­lung: „Was wür­den Sie den­ken, wenn Sie Ihrer Affä­re mor­gens um acht eine Whats­App-Nach­richt schicken und den gan­zen Tag über nichts von ihm hören?“, da ist ja die Fra­ge schon falsch, denn es geht bei den „Dating-Regeln“ ja letzt­lich um’s Ver­lie­ben, wofür zumeist ande­res Ver­hal­ten bedeut­sam ist als bei einer Affä­re, die sich von einer Bezie­hung ja auch in ihrer Innig­keit zu unter­schei­den pflegt, aber so wich­tig ist das viel­leicht auch nicht; die Regel lau­tet jeden­falls zusam­men­ge­fasst, dass man als Teil der Ziel­grup­pe rund um die Uhr erreich­bar sein soll­te, falls einer der zu Fick- und/oder Roman­tik­zwecken anvi­sier­ten Her­ren trotz der anstren­gend küns­at­li­chen Per­sön­lich­keit der jewei­li­gen „Lady“ auf ihre Nach­rich­ten ant­wor­ten. Die will man ja nicht war­ten las­sen.

Plu­ral? Aber natür­lich!

Regel 13: Nicht nur auf einen Typen set­zen

„Mul­ti-Dating ist mitt­ler­wei­le ganz nor­mal, ja fast schon Trend“, und wer will schon aus der Mode kom­men?

Frü­her ist man ja ein­fach in eine Bar gegan­gen.

In den NachrichtenComputer
Neu­es vom auto­ma­ti­schen Zeit­al­ter

Die Auto­ma­ti­sie­rung unse­res täg­li­chen Lebens schrei­tet unauf­hör­lich vor­an: Twit­ter-Bot setzt aus zufäl­li­gen Wör­tern eine Mord­dro­hung gegen­über einem ande­ren Twit­ter-Bot zusam­men, Betrei­ber wird ver­hört.

Da ein Skript, das zufäl­li­ge Sät­ze gene­riert, offen­sicht­lich über­ein­stim­mend für einen Men­schen gehal­ten wer­den kann: Könn­te man für die näch­ste Bun­des­tags­wahl nicht auch ein­fach ein Skript ins Ren­nen um die Kanz­ler­kan­di­da­tur schicken?

Auf die Neu­jahrs­an­spra­che freu­te ich mich dann schon jetzt.

(via @hakantee)