WirtschaftIn den Nachrichten
Der Rubel rollt

Was die Medi­en berich­ten:

Russ­land hängt vom Öl ab, und die Regie­rung unter­nimmt nichts dage­gen. (…) Vie­le Men­schen spü­ren die auf­zie­hen­de Kri­se. Arbeits­plät­ze wer­den abge­baut, die Kauf­kraft der Löh­ne sinkt.

Was die Medi­en des­halb for­dern:

Die dra­ma­ti­schen Kurs­ver­lu­ste des Rubels set­zen den rus­si­schen Prä­si­den­ten Putin unter Druck. Er muss jetzt han­deln und auf den Westen zuge­hen, um die Sank­tio­nen zu mil­dern, (…) auch wenn die­se gar nicht der eigent­li­che Grund für den Kurs­ver­fall sind. (…) Er oder ein ande­rer Prä­si­dent. Anson­sten wird die öko­no­mi­sche Rea­li­tät den stol­zen rus­si­schen Bären in sehr kur­zer Zeit in die Knie zwin­gen.

(Her­vor­he­bung von mir.)

Was die Medi­en eigent­lich sagen wol­len: Zwar sei die rus­si­sche Wirt­schaft durch die euro­päi­schen Sank­tio­nen stark geschwächt, aber, nun, Putin sei schuld und müs­se weg.

Was die Medi­en dabei ver­schwei­gen, sind der in glei­chem Maße stark sin­ken­de Ölpreis …

Ölpreis 2014

…, der glei­cher­ma­ßen fal­len­de Kurs des bra­si­lia­ni­schen Reals …

Real 2014

…, der bin­nen eines Tages mit eben­falls erschrecken­der Geschwin­dig­keit gefal­le­ne Kurs der tür­ki­schen Lira …

Türkische Lira 2014

… sowie der Zehn­jah­res­tief­stand der Euro­bonds:

Eurobonds 2014

Man könn­te das mit der Infla­ti­on erklä­ren, aber die Infla­ti­on kann’s nicht sein: Wäh­rend die Welt­wirt­schaft sich behen­de abwärts schraubt, steigt die Zahl der bei­na­he Armen eben­so wie die der Rei­chen. Das kann kein Zufall sein.

Armutsschere

„Deutsch­land geht es gut“ (A. Mer­kel in ande­rem Zusam­men­hang), selbst Putin zum Trotz. „Stoppt Putin jetzt“, for­der­te der „SPIEGEL“ vor weni­gen Wochen, denn das Pro­blem ist nicht, dass die NATO ihn umzin­gelt und sein Volk blu­ten lässt, son­dern, dass er sich trotz­dem nicht zum Spiel­ball der west­li­chen Mäch­te machen lässt. Da wird man schon mal fuch­sig als west­li­che Macht.

Wirk­lich blöd, dass Russ­land Atom­ra­ke­ten besitzt. Da kann man das Pro­blem ja gar nicht demo­kra­tisch lösen.

(über­wie­gend via @pmarca)

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlecht
Þur­saf­l­ok­ku­rinn – Nútí­minn

KauzselfieWie­der ein Mon­tag, wie­der erwacht man allein. Das Feu­er ver­zehrt alles außer dem Ver­zehr; und drau­ßen tobt ein Sturm und mit ihm die Dumm­heit: Femi­ni­stin­nen blockie­ren aus Ver­se­hen Leu­te auf Twit­ter; wird schon irgend­wie gut sein, weil ein Pro­gramm das für sie über­nimmt. Wir sind die Borg, Ver­stand ist zweck­los. Den­ken ist Män­ner­sa­che.

Was auf Twit­ter sonst noch irgend­wie gut ist, ver­sucht die unsäg­li­che, skru­pel­lo­se Made My Day GmbH her­aus­zu­fin­den und in einem Buch zusam­men­zu­fas­sen. Die Erlö­se sol­len an die „Ärz­te der Welt“ statt an die Urhe­ber der Tweets gehen; die „Ärz­te der Welt“ wol­len aber mit Heh­lern nichts zu tun haben und neh­men das Geld nicht. Jetzt muss die Made My Day GmbH auf dem Geld sit­zen blei­ben. Doof.

Schät­zungs­wei­se auch doof ist es übri­gens, wenn man ein grö­ße­res Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men ist und plötz­lich die Sta­si im Haus hat: Der BND hat­te sich bei der Tele­kom ein­ge­mie­tet (Vor­sicht: Java­Script-Track­ing!), der dama­li­ge Tele­kom-Chef weiß von nichts. Eigent­lich soll­te das nie­man­den erstau­nen, immer­hin ver­gisst die Tele­kom sogar Tech­ni­ker­ter­mi­ne bin­nen weni­ger Minu­ten nach Ver­ein­ba­rung. Die Ver­ant­wort­li­chen für die­se spar­ten­über­grei­fen­de Ver­let­zung von Grund­rech­ten haben heu­te hoch dotier­te Posten in Auf­sichts­rä­ten und sit­zen häss­li­che For­men in die Par­la­ments­be­stuh­lung. Die Men­schen gehen gegen die AfD auf die Stra­ße, weil sie rech­te Ten­den­zen schei­ße fin­den, und wäh­len dann doch wie­der bloß die SPD. Die mor­gend­li­che Tas­se Lack war wohl schon abge­lau­fen.

Man wacht auf und ver­steht die Welt nicht mehr. Und Islän­disch auch nicht.

Þur­saf­l­ok­ku­rinn – Nútí­minn Er Trun­ta

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Alles, nichts, oder?

Man soll­te ja anneh­men, dass Ana­tol Ste­fa­no­witsch (der war hier schon mal The­ma) – sei­ne Unbe­darft­heit in Fra­gen gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halts sei ihm ver­zie­hen – als „Sprach­wis­sen­schaft­ler“ (Wiki­pe­dia) zumin­dest über die deut­sche Spra­che abseits irgend­wel­cher Gen­der­theo­rien kei­nen all­zu gro­ßen Unfug redet. Immer­hin erwar­tet er das ja auch von sei­nen Mit­men­schen:

Das Pro­blem ist, dass es ganz offen­sicht­lich bei der Gesell­schaft für deut­sche Spra­che nie­man­den gibt, der sich mit der deut­schen Spra­che aus­kennt, oder sich wenig­stens ein biss­chen für sie inter­es­siert.

Da muss erst ein Ana­tol Ste­fa­no­witsch kom­men, damit die­se Nean­der­ta­ler end­lich mal was über die deut­sche Spra­che ler­nen. Die ken­nen ja nicht mal die ein­fach­sten Regeln, zum Bei­spiel Regel 111:

Das Pro­blem ist, dass es ganz offen­sicht­lich bei der Gesell­schaft für deut­sche Spra­che nie­man­den gibt, der sich mit der deut­schen Spra­che aus­kennt, oder sich wenig­stens ein biss­chen für sie inter­es­siert.

Oder Regel 31:

Hastig setzt man sich zusam­men und über­legt sehr lieb und lei­den­schafts­los, (…).

Oder den Unter­schied zwi­schen „das“ und „dass“:

Wenn es ganz schlecht läuft, kommt dann schon mal ein Wort her­aus, dass eine Ver­wen­dungs­häu­fig­keit von Eins hat (…).

Nean­der­ta­ler, sag‘ ich. Alles Nean­der­ta­ler.

(Herr Ste­fa­no­witsch hat mei­nen zunächst als Kom­men­tar hin­ter­las­se­nen Hin­weis auf feh­len­des Lek­to­rat gelöscht, jedoch kei­ner­lei Kor­rek­tur vor­ge­nom­men.)

MusikNetzfundstückeWirtschaft
Sprecht mehr Wirt­schaft!

Mar­tin Wei­gert, regel­mä­ßi­gen Lesern mei­ner Tex­te als Goog­le-Anhän­ger bekannt, fin­det den Vor­schlag der CSU, man sol­le Migran­ten dazu anlei­ten, auch pri­vat mehr Deutsch (haha, CSU! Bay­ern! Deutsch! Hihihi! – wis­sen­schon) zu spre­chen, nicht gut. So weit die Mär vom blin­den Huhn und dem Dop­pel­korn.

Er hät­te das damit begrün­den kön­nen, dass das pri­vat gespro­che­ne Idi­om eines Bür­gers Pri­vat­sa­che zu blei­ben habe, dass oben­drein oder wenig­stens statt­des­sen kul­tu­rel­le Viel­falt in Deutsch­land kei­ne Fra­ge der Spra­che sei und dass, haha, man in Bay­ern, hihi, selbst erst mal Deutsch ler­nen soll­te.

Statt­des­sen postu­lier­te er:

Die CSU soll­te “Eng­lisch-Pflicht” statt “Deutsch-Pflicht” for­dern

Denn:

Aber wo bleibt der Auf­ruf an die Bun­des­bür­ger, ihr Eng­lisch auf­zu­po­lie­ren? In der ver­netz­ten, glo­ba­li­sier­ten Welt ist das ein weit­aus wich­ti­ge­rer Erfolgs­fak­tor als aus­ge­zeich­ne­tes Deutsch.

Die Wirt­schaft, die Wirt­schaft! Migran­ten, die vor einem Bür­ger­krieg nach Deutsch­land flie­hen, ohne dazu bereit zu sein, schlech­tes Eng­lisch zu ler­nen, um sich an der glo­ba­li­sier­ten Wirt­schaft die­ses armen Mer­kel­staa­tes zu betei­li­gen, kön­nen gleich wie­der gehen. Deutsch ist Amts­spra­che min­de­stens sie­ben euro­päi­scher Län­der, Eng­lisch spricht man euro­pa­weit allen­falls im „Ver­ei­nig­ten König­reich“ und Irland sowie den diver­sen bri­ti­schen Insel­pro­tek­to­ra­ten, aber das ist viel­leicht nicht glo­bal genug gedacht. Kein Wun­der geht’s mit Deutsch­land berg­ab, wenn wir immer nur an Euro­pa („Wir in Euro­pa“, A. Mer­kel) den­ken. Die Belan­ge der Wirt­schaft haben den Bür­ger zu inter­es­sie­ren, und die Wirt­schaft ist nicht gern Pro­phet im eige­nen Land.

So wird das nix mit dem Auf­schwung.


Das war mir völ­lig ent­gan­gen: Ste­ve Albi­ni von der groß­ar­ti­gen Band Shel­lac hat was zum aktu­el­len Stand der Musik­in­du­strie gesagt.

Music has ente­red the envi­ron­ment as an atmo­sphe­ric ele­ment, like the wind, and in that capa­ci­ty should not be sub­ject to con­trol and com­pen­sa­ti­on. Well, not unless the rights hol­ders are wil­ling to let me turn the tables on it. If you think my listening is worth some­thing, OK then, so do I. Play a Phil Coll­ins song while I’m gro­cery shop­ping? Pay me $20. Def Lepp­ard? Make it $100. Miley Cyrus? They don’t print money big enough.

Könn­te funk­tio­nie­ren. :mrgreen:


Habt ihr eigent­lich die­ses Jahr schon für Kaka­pos gespen­det?

Spaß mit Spam
Kurz­spam: Ver­ma­chen

Am 30. Dezem­ber 1899 (sic!), so behaup­tet es mein Mail­pro­gramm, erhielt ich unter obi­gem Betreff fol­gen­de Mail:

Ich wer­de Sie brau­chen, um mich in der Aus­füh­rung eines Busi­ness-Pro­jekt von einem der Asi­en-Pazi­fik-Natio­nen, um Ihr Land zu unter­stüt­zen.

So schlimm ist es um Deutsch­land bestellt?

Sie wer­den freund­lich gebe­ten, mit fol­gen­den Anga­ben auf mei­ner pri­va­ten E‑Mail reagie­ren: auf grp(…)@aim.com Ihr voll­stän­di­ger Name und Anschrift, Ihr Geburts­da­tum und Ihren Geburts­ort und Ihre pri­va­ten Tele­fon Details wer­de ich Ihnen mehr Details, wie man auf gehen lie­fern Ein­gang Ihrer Ant­wort.

Ich unfreu­dig gele­sen Spam­mers Sam­mel Daten Ver­such. Gehe lie­fern ihm Unmut.

Wenn Sie nicht dar­an inter­es­siert, mein Vor­schlag ist, bit­ten wir Sie die­se E‑Mail aus Sicher­heits­grün­den zu löschen und ich wer­de dich nicht noch ein­mal zu kon­tak­tie­ren.

Nee, „du“ nicht, dafür ein knap­pes Dut­zend „dei­ner“ Ali­a­se. Viel­leicht sogar wel­che, die erst im 21. Jahr­hun­dert einen Com­pu­ter gekauft haben.

Mit freund­li­chen Grü­ßen,

Cgz

Ramm­tamm­tamm,

qwertz.

:irre:

NetzfundstückeMontagsmusik
Elec­tric Oran­ge (live)

Guten MorgenNicht nur Ralph Baer, son­dern auch Nick Tal­bot ist tot. 37 Jah­re, schlimm, das. Man guckt auf sei­ne eige­ne Geburts­ur­kun­de und ist ein biss­chen ver­un­si­chert. Ande­rer­seits: Es könn­te schlim­mer sein. In den Ver­ei­nig­ten Staa­ten gibt es 328 Men­schen namens Abcde. Wie man das wohl aus­spricht?

Und dann das Gequat­sche, das ewi­ge Gequat­sche. Auch das Nato-Info­blatt ZEIT ONLINE fin­det: Poli­ti­scher Bull­shit ist gefähr­lich. Lest also lie­ber kei­ne Tages­zei­tun­gen mehr. Und es hört ein­fach nicht auf. Hört auf euch mit Groß­mäu­lern zu iden­ti­fi­zie­ren!

Es ist Advent. Fei­er­li­ches Geschub­se gibt’s nur gegen Würst­chen­auf­preis. Musik, zwo, drei, vier.

(09) Elec­tric Oran­ge @ DBE5 [LIVE]

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Eine Fra­ge des Alters

Im Übri­gen rufen die all­täg­li­chen Nach­rich­ten über Tötun­gen, die dem jour­na­li­sti­schen Ethos, sach­lich zu berich­ten, dahin­ge­hend wider­spre­chen, dass sie einen Fokus auf Alter, Geschlecht, Ver­wandt­heits­grad oder ähn­li­che Eigen­schaf­ten des Opfers statt auf den Sach­ver­halt der Tötung legen, eben­so wie erbo­ste bis erschrocke­ne Leser­kom­men­ta­re, die ins­be­son­de­re auf­grund des Alters, Geschlechts, Ver­wandt­heits­gra­des oder ähn­li­cher Eigen­schaf­ten des Opfers voll des Mit­ge­fühls und/oder der Rage sind, in mir weni­ger Kum­mer als viel­mehr eine Fra­ge her­vor, da die Inten­si­tät des Mit­ge­fühls zu stei­gen scheint, je jün­ger das Opfer ist:

Ab wel­chem Alter des Opfers wird sei­ne Tötung eigent­lich gesell­schaft­lich gedul­det?

KaufbefehleMusikkritik
Die Fan­ta­sti­schen Vier – Rekord

Die Fantastischen Vier - Rekord(Vor­be­mer­kung: Aus ver­schie­de­nen Grün­den muss ich die eigent­lich für Ende Dezem­ber geplan­te Halb­jah­res­rück­schau 12/2014 wohl auf Anfang 2015 legen. Daher grei­fe ich ihr schon mal unge­dul­dig vor.)

Das Vor­gän­ger­al­bum „Für dich immer noch Fan­ta Sie“ war in jeder Hin­sicht eine Ent­täu­schung; man war geneigt, den von Smu­do, einem der Fan­ta­sti­schen Vie­re, gern ins Feld geführ­ten Dro­gen­kon­sum der vier Her­ren dafür ver­ant­wort­lich zu machen, dass es kraft­los und müde wirk­te.

Nun, ent­we­der sind sie von den Dro­gen weg­ge­kom­men oder sie haben einen bes­se­ren Dea­ler gefun­den, denn „Rekord“, das dies­jäh­ri­ge Album der nun­mehr 25-jäh­ri­gen Rap­com­bo, hat alles, was der geneig­te Hörer, der das unver­ges­se­ne „Lausch­gift“ aus dem letz­ten Jahr­hun­dert für eins der besten deutsch­spra­chi­gen Rapal­ben der ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­te hält, auf „Fan­ta Sie“ – ich kür­ze das jetzt mal ab – schmerz­lich ver­miss­te.

Natür­lich hat’s bei aller Lie­be zur deut­schen Spra­che hier und da klei­ne Män­gel (etwa: die­sen einen Mensch, „Wie geliebt“), aber für’s Vers­maß müs­sen im Rap eben manch­mal Köp­fe rol­len. Um die dis­stracks der ersten Alben ist es ein wenig scha­de, die love-and-peace-Manier von Stücken wie „Frie­den wie denn“ holt den Fei­er­freund doch ein wenig her­aus aus sei­ner Fei­er­stim­mung, aber irgend­was ist ja immer. Frie­den, Lie­be.

Du bist der leben­de Beweis für mich / für Elfen und Feen.
Gott ist mein Zeu­ge

Die erste Sin­gle „25“ moch­te man­cher schon etli­che Wochen vor Ver­öf­fent­li­chung des Albums nicht mehr hören, abwechs­lungs­rei­cher geht’s auf „Rekord“ aber schon zu. Zwar hält kein loses Kon­zept wie noch auf „Die 4. Dimen­si­on“ das Album zusam­men, zwar gibt es kei­nen roten Faden wie noch auf „Lausch­gift“, den­noch ist es ein stim­mi­ges Gesamt­werk gewor­den, das man bei aller sti­li­sti­schen ver­meint­li­chen Zer­ris­sen­heit – wie’s in „Sin­gle“ emp­foh­len wird – auch als ein sol­ches begrei­fen soll­te, denn dann ergibt es plötz­lich Sinn, dass mit­ten in die schön­ste Fei­er­lau­ne eine Lie­bes­er­klä­rung platzt und die „Fan­tas“ anders­wo, wo man es nicht erwar­tet (erwar­tet?) hät­te, irgend­ei­ne bekann­te Melo­die nach­sin­gen, deren Ursprung mir gera­de par­tout nicht ein­fal­len mag.

In einem Inter­view für Goog­le Play, wo „Rekord“ momen­tan kurz­zei­tig gra­tis zu haben ist, gab Tho­mas D., der zwei­te der drei bekann­te­ren Vier, kürz­lich bekannt, die anstren­gen­den Hüpf­be­we­gun­gen, die er bei Auf­trit­ten zu machen pfle­ge, fie­len ihm nicht mehr so leicht wie frü­her. Es ist eben so: Jün­ger wer­den die Men­schen nicht. Wenn sich aber Älter­wer­den bei den Fan­ta­sti­schen Vie­ren in einem Album wie „Rekord“ mani­fe­stiert, bin ich auf ihr Alters­werk so gespannt wie auf kein ande­res.

Wasch mein‘ Schwanz / hasch mei­ne Blunts!
Das Spiel ist aus

NetzfundstückeIn den NachrichtenNerdkramsMir wird geschlecht
Kurz ver­linkt: Gen­der, Bloat­wa­re, Nobel­preis

Vol­ker Beck von den schreck­li­chen „Grü­nen“ hat erkannt: Gen­der geht nur ganz­heit­lich. Wenn schon Beid­nen­nung, dann wenig­stens kon­se­quent. Bur­kas auch für Män­ner!


Sehens­wer­ter Comic fast zum The­ma: Die­se öffent­li­che Zur­schau­stel­lung von Homo­se­xua­li­tät stört hupen­de Hete­ro­hoch­zeits­gä­ste beim dezen­ten Fei­ern.


Ande­re bekom­men einen Nobel­preis in Che­mie oder Phy­sik, Snow­den bekommt einen Nobel­preis in Abwe­sen­heit. Hät­te ich gewusst, dass das so ein­fach ist, wäre ich viel­leicht auch mal auf einen Flug­ha­fen gezo­gen.


Erin­nert ihr euch noch dar­an, dass ich vor Kur­zem schrieb, Fire­fox sei gar nicht all­zu unnö­tig auf­ge­bläht? Ich erwä­ge lei­se Revi­si­on: Fire­fox 34 kann nun offi­zi­ell auch Video­chat. Das sei nicht so schlimm, befin­det ein Mozil­la-Reprä­sen­tant, Mil­lio­nen Men­schen könn­ten die­se Funk­ti­on mög­li­cher­wei­se mal brau­chen. Das sind viel­leicht die glei­chen Mil­lio­nen Men­schen, denen Mozil­la vor einer Wei­le den RSS-Link aus der Adress­lei­ste geklaut hat, aber den brau­chen viel­leicht ande­re Mil­lio­nen Men­schen auch nicht. Ich fin­de es übri­gens auch scha­de, dass mein Smart­phone kei­nen Kühl­schrank hat. Mil­lio­nen Men­schen haben unter­wegs viel­leicht Lust auf ein küh­les Getränk. Kla­rer Fall von Markt­lücke.


Sar­ka­stisch? Ich? Dann guckt euch mal Ernie und Bert an.

Montagsmusik
Roger Waters – Sheep

Schuhuh?Die­ser Mon­tag ist so dun­kel und kalt, dass man bei jedem Schritt mit Bedacht beach­tet, nicht auf ein­ge­fro­re­ne Kon­ten oder Käu­ze zu tre­ten. Wohin, wenn’s bricht?

Viel­leicht nach Peru. Frü­her war die Hit­ze nicht so heiß. Die perua­ni­sche Volks­mu­sik ist schei­ße, dafür wird man mög­li­cher­wei­se dort nicht von all jenen belä­stigt, die offen­bar anneh­men, Men­schen hät­ten mehr Freu­de am Spen­den, wenn sie frie­ren. Über­haupt: Frie­ren. Raus, nur raus wie einst Roger Waters aus Pink Floyd.

Scha­fe, sie sind’s alle­samt; und mit­ten­drin der Autor. Cool.

(Abt.: Gelun­ge­ne Über­lei­tun­gen.)

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Die neh­men doch alle Dro­gen.

Der aktu­el­le „stern“ („inve­sti­ga­tiv“, stern.de) bril­liert mit einer knall­hart recher­chier­ten Titel­ge­schich­te, die zwei­fel­los ihres­glei­chen sucht:

STERN

Can­na­bis wird zur Volks­dro­ge, den „Som­mer der Lie­be“ haben die „stern“-Redakteure wohl bedroht ver­schla­fen, und wie gefähr­lich ist [sie] wirk­lich? Ona­nie­ren macht bekannt­lich blind und Rock­mu­sik gewalt­tä­tig. Der „stern“ wie­der­um macht ver­mut­lich blöd. Wie gefähr­lich ist er wirk­lich?

In einem Inter­view, das eine Drei­vier­tel­sei­te (Sei­te 46) ein­nimmt, darf Rai­ner Tho­ma­si­us (Sucht­me­di­zi­ner) sei­ne fach­li­che Mei­nung zum The­ma Can­na­bis­kon­sum kund­tun. Weil sich das noch nicht beson­ders inter­es­sant liest, erset­ze ich in fol­gen­den Aus­zü­gen „Can­na­bis“ durch „Bier“ – nur, um ein­mal zu sehen, wie das aus­sieht:

Der For­schungs­stand zeigt ein­deu­tig, dass Bier zu schwe­ren Gesund­heits- und Sozi­al­schä­den füh­ren kann. Das gilt sicher­lich in Abhän­gig­keit davon, wie viel von die­ser Sus­tanz kon­su­miert wird und in wel­chem Lebens­al­ter. (…) Die­je­ni­gen, die früh in den Bier-Kon­sum ein­ge­stie­gen sind, wei­sen bereits im Erwach­se­nen­al­ter Intel­li­genz­de­fi­zi­te von sie­ben bis acht IQ-Punk­ten auf. (…) [Can­na­bis-Befür­wor­ter Barack Oba­ma] über­sieht, dass es einen rie­sen­gro­ßen Unter­schied macht, ob zwei­pro­zen­ti­ges Bier auf ein eini­ger­ma­ßen aus­ge­reif­tes Stu­den­ten­hirn wirkt oder acht­pro­zen­ti­ges auf das Gehirn eines Puber­tie­ren­den.

Wie der „stern“ auf das Gehirn eines Lesers wirkt, ist wahr­schein­lich noch nicht aus­rei­chend erforscht, aber irgend­ein Feind­bild braucht’s halt. Ona­nie­ren macht blind und Kif­fen halt blöd und ein­sam, wäh­rend Säu­fer spä­ter erfolg­rei­che Jour­na­li­sten wer­den kön­nen (oder blei­ben; YMMV, wie’s der geüb­te Inter­net­nut­zer zu sagen pflegt).

Auf Sei­te 114 macht der „stern“ übri­gens Wer­bung für Ries­ling-Sekt. Was kann damit schon pas­sie­ren?

In den NachrichtenWirtschaft
Infla­ti­on

Wisst ihr übri­gens, was eine Infla­ti­on ist?

Infla­ti­on (…) bezeich­net in der Volks­wirt­schafts­leh­re eine all­ge­mei­ne Erhö­hung der Güter­prei­se, gleich­be­deu­tend mit einer Min­de­rung der Kauf­kraft des Gel­des.

Genau das feh­le die­sem Land, nein, die­sem gan­zen Kon­ti­nent zur Bes­se­rung. Die stei­gen­de Kauf­kraft gera­de im Dezem­ber müs­se ein Ende haben, befin­det die Euro­päi­sche Zen­tral­bank:

„Wir wer­den das tun, was wir tun müs­sen, um die Infla­ti­on und die Infla­ti­ons­er­war­tun­gen so schnell wie mög­lich zu erhö­hen, wie es unser Auf­trag ver­langt.“ Die EZB sei bereit, bei Bedarf noch stär­ker an den Finanz­märk­ten zu inter­ve­nie­ren.

Zum Glück leben wir in einer zivi­li­sier­ten Gesell­schaft, sonst käme man als euro­päi­scher Bür­ger mög­li­cher­wei­se auf sehr häss­li­che Ideen, was den Umgang mit Herrn Draghi betrifft.

Wo bleibt eigent­lich die Revo­lu­ti­on?

Nerdkrams
Ins Inter­net schrei­ben mit Peli­can

(Vor­be­mer­kung: Dies ist eine leicht über­ar­bei­te­te Vari­an­te eines Bei­trags, den ich schon anders­wo ver­öf­fent­licht hat­te.)

Mir ist schon seit einer Wei­le auf­grund von Per­for­mance- und Sicher­heits­pro­ble­men danach, Word­Press, das ich seit inzwi­schen neun Jah­ren nut­ze, auf die­sem klei­nen Text­ver­öf­fent­li­chungs­dings ein­mal durch etwas Ande­res aus­zu­tau­schen. Nicht aber gegen ein ande­res „rich­ti­ges“ Blog­sy­stem wie s9y und Ghost, denn damit hät­te ich nicht viel gewon­nen, hin­ge­gen eini­ges ver­lo­ren (gera­de auch weil Ghost immer noch kein brauch­ba­res Kom­men­tar­sy­stem hat und ich sicher­lich nicht anfan­gen wer­de, inter­es­sier­ten Kom­men­ta­to­ren Java­Script auf­zu­zwin­gen). Inter­es­san­ter sind da schon Sei­ten­ge­ne­ra­to­ren wie Jekyll und des­sen Frame­works (etwa Octo­press), die zwar auch meist kei­ne Kom­men­tar­funk­ti­on, dafür aber vie­le wei­te­re Vor­tei­le mit­brin­gen, zum Bei­spiel, dass man sein Blog mit git ver­sio­nie­ren kann und nicht auf einen PHP/­MySQL-Stack ange­wie­sen ist, weil die Web­site direkt als HTML aus­ge­ge­ben wird und nicht bei jedem Auf­ruf neu erzeugt wer­den muss. Franz hat die Vor­tei­le eines sol­chen Blog­gene­ra­tors ein­mal auf­ge­zählt.

‘Ins Inter­net schrei­ben mit Peli­can’ wei­ter­le­sen »

Montagsmusik
Por­tu­gal. The Man – And I

MorgenkauzMon­tag. Es herrscht Krieg. Putin, der alte Kana­di­er. Der Welt­schmerz lässt den eige­nen so nich­tig erschei­nen. Aber dar­über wird nicht berich­tet, das ist so nega­tiv.

Reden wir lie­ber über die glück­li­che Sün­de­rin, ihr Hund frisst zu unge­sund und in ihrer Frei­zeit wirft sie manch­mal Reis­säcke um. Die Medi­en sind schei­ße? Schei­ße ist das neue geil. Nicht mal ZEIT ONLINE kann man noch anstän­dig has­sen.

Und ich?

Por­tu­gal The Man „And I“

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenPiratenparteiComputerNetzfundstücke
Welt­knall, 20. Novem­ber 2014

Das macht Spaß.Kat­ja Kip­ping von der „Lin­ken“ bedau­ert, dass ihr gele­gent­li­cher Bünd­nis­part­ner Pira­ten­par­tei von den Medi­en seit unge­fähr 2006 für tot erklärt wird oder tot ist oder bei­des:

Als ich (…) zur Vor­sit­zen­den der Lin­ken gewählt wur­de, war eines mei­ner Zie­le, [Aus­trit­te] in Rich­tung Pira­ten zu been­den. (…) In das lei­se Ahoi vol­ler Bedau­ern mischt sich eine fast trot­zi­ge Hoff­nung. Die Hoff­nung, dass all jene, die mit den Pira­ten auf­bra­chen, die Poli­tik auf­zu­mi­schen, und nun ein Schei­tern erle­ben, doch noch eine Alter­na­ti­ve zum Rück­zug ins Pri­va­te fin­den.

In ande­ren Wor­ten: Leu­te, die sich bis jetzt lie­ber für die „Pira­ten“ als die „Lin­ke“ ent­schie­den haben, soll­ten das nun ändern, weil Kat­ja Kip­ping gehört hat, dass die Pira­ten­par­tei ja eigent­lich tot ist. Zer­strit­ten­heit und Pöst­chen­wahn immer­hin hat die „Lin­ke“ schon seit Lan­gem per­fek­tio­niert, von ihnen könnt‘ man als Pirat wohl noch was ler­nen. Quatsch mit Soße.


Der NSA-Skan­dal, der zu vie­ler­lei spon­ta­nen Wün­schen nach weni­ger Daten­kra­ken­tum führ­te, ist wohl schon zu lan­ge her: Mozil­la ändert in den USA die Stan­dard­such­ma­schi­ne von Goog­le auf Yahoo (und damit Bing), in Blogs lau­fen die Kom­men­ta­to­ren heiß, ein neu­er Benut­zer sol­le gefäl­ligst auch künf­tig auto­ma­tisch Goog­le nut­zen müs­sen und Mozil­la habe das nicht zu ent­schei­den. Ver­mut­lich – ’s ist halt Ame­ri­ka – wird Mozil­la dem­nächst vor ein Gericht gezerrt, das das Unter­neh­men wie einst Micro­soft dazu ver­don­nert, mit neu­en Fire­fox­ver­sio­nen künf­tig ein Pro­gramm zu ver­tei­len, das die Ein­rich­tung der Stan­dard­such­ma­schi­ne (also den dazu not­wen­di­gen Klick) aus­führ­lich erläu­tert.


Apro­pos Über­wa­chung: Wovor sich vie­le Men­schen offen­sicht­lich wirk­lich fürch­ten, ist, dass jemand sehen könn­te, was sie selbst öffent­lich von sich preis­ge­ben. Die häu­fig­ste Reak­ti­on im Netz auf Twit­ters Ankün­di­gung, die eige­ne Such­funk­ti­on end­lich auch älte­re Tweets fin­den zu las­sen, ist daher kei­ne Lob­prei­sung betreffs der bes­se­ren usa­bi­li­ty, son­dern Ent­set­zen nebst Anlei­tung zum pani­schen Mas­sen­lö­schen von Tweets.

Men­schen. Sie wer­den so schnell dumm.