PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Die­se Nord­ko­rea­ner!

Ach­jeh, was sind die Medi­en wie­der voll mit Poli­tik heu­te.

Micha­el Han­feld von der Föje­tong-Abtei­lung der „FAZ“ (wegen LSR-Dro­hung nicht ver­linkt) fin­det die ein­sei­ti­ge Bericht­erstat­tung von „Rus­sia Today“ ver­werf­lich:

Fak­ten wer­den aus dem Zusam­men­hang geris­sen und mit einem ganz bestimm­ten Spin ver­se­hen (…), so dass am Ende (…) immer ein und die­sel­be Bot­schaft: Ame­ri­ka ist an allem schuld, Russ­land wird von allen Sei­ten ein­ge­kes­selt, die öffent­li­che Mei­nung im Westen ist von A bis Z fern­ge­steu­ert. So wer­de der „Krieg her­bei­ma­ni­pu­liert“ – der Krieg, den „der“ Westen gegen „die“ Rus­sen führt. „Poli­tik und Medi­en“, so die Fest­stel­lung, sei­en in „Vor­kriegs­lau­ne“.

Ein will­kom­me­nes Gegen­bei­spiel, wie aus­ge­wo­ge­ne Bericht­erstat­tung funk­tio­nie­ren kann, lie­fer­te gestern die Bun­des­kanz­le­rin, als sie die Ver­feh­lun­gen der USA auf­zähl­te:

Den­noch müs­sen wir erle­ben, dass es auch in Euro­pa immer noch Kräf­te gibt, die sich dem gegen­sei­ti­gen Respekt und einer Kon­flikt­lö­sung mit demo­kra­ti­schen und rechts­staat­li­chen Mit­teln ver­wei­gern, die auf das angeb­li­che Recht des Stär­ke­ren set­zen und die Stär­ke des Rechts miss­ach­ten.

Ent­schul­di­gung, „in Euro­pa“ hat­te ich über­le­sen – es ging wohl doch um Russ­land.

Hagen Rether: Alles Nord­ko­rea…!? Oder was..? #nord­ko­rea #usa #krieg #kriegs­ver­bre­chen

Aber Krieg – nein, Krieg möch­te nie­mand. „Auf­ge­wacht, Euro­pa!“ titel­te man bei der „FAZ“ noch im Okto­ber; mit „Deutsch­land erwa­che!“ mag man sich in glo­ba­li­sier­ten Zei­ten nicht mehr begnü­gen. Putin, die­ser Aggres­sor mit sei­ner Vor­kriegs­lau­ne, gehört „gestoppt“ („DER SPIEGEL“), viel­leicht reicht’s ja schon, ein­fach mehr Pan­zer hin­zu­stel­len: „Die Nato for­dert (…) mehr Trup­pen für Ost­eu­ro­pa“ (FAZ.net, 4. Novem­ber 2014).

Das hat er dann davon, dass er Poli­tik und Medi­en in Vor­kriegs­lau­ne ver­setzt.

Netzfundstücke
Meta­me­di­en­kri­tik extern: „Kras­se Zeit­schrift ent­deckt, will­ste mal haben?“

Die­se Jugend heut­zu­ta­ge – ret­tungs­los ver­dor­ben:

Selbst­ver­such eines Teen­agers: Moritz, 16, kauft eine Zeit­schrift

Man möch­te ihm „Nein!“ zuru­fen und „Tu‘ das nicht, du bist zu jung, um dein Leben weg­zu­wer­fen!“, dann erst liest man, dass sich Moritz gar kei­nen SPIEGEL gekauft hat, son­dern was Anstän­di­ges:

Mir fiel sofort ein Heft auf. Nicht, weil es beson­ders gut aus­sah, son­dern weil es 10 Euro kosten soll­te. Das mach­te mich neu­gie­rig. „GEO Epo­che“, Schwer­punkt: „Der Kapi­ta­lis­mus“.

Eine Zeit­schrift über den Kapi­ta­lis­mus, die zehn Euro (die Älte­ren unter euch rech­nen das in D‑Mark um) kostet. Gut gespielt, „GEO“. Aber euren neu­en Leser könnt ihr trotz­dem nicht hal­ten:

Jetzt kann ich nicht wei­ter klicken, son­dern muss mich mit dem zufrie­den­ge­ben, wofür ich bezahlt habe. Ich habe mehr erwar­tet, viel­leicht zu viel. Ich bin ent­täuscht. (…) Ein gro­ßer Zeit­schrif­ten­le­ser wer­de ich wohl nie mehr.

Markt­lücke Klick­buch. Denkt doch mal an den Nach­wuchs!

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Aleph – Man Who Fell

Montag! Oh nein!Es ist Mon­tag, ein sport­li­ches Wochen­en­de liegt hin­ter uns.

Damit mei­ne ich nicht mal unbe­dingt „Schlag den Raab“, eine furcht­bar ein­tö­ni­ge Fern­seh­sen­dung ohne gei­sti­gen Anspruch, deren Kon­sum nichts­de­sto­trotz Usus zu sein scheint; nein, in der gro­ßen Poli­tik wird eben­so Gro­ßes aus­ge­foch­ten: „Mer­kel bear­bei­tet Putin“ (heute.de) wäh­rend eines „Macht­po­kers in der Nacht“ (WELT ONLINE) bezie­hungs­wei­se „Mer­kel ringt mit Putin“ (ebd.), wie sie’s am 18. Okto­ber (WELT ONLINE im Okto­ber) eben auch schon getan hat („Show­down ohne Durch­bruch: Mer­kel und Putin rin­gen bis in die Nacht“). Offen­sicht­lich haben beim Duell („Das Duell (…) heißt nun Mer­kel gegen Putin“, tagesspiegel.de, März d.J.) bei­de dane­ben­ge­schos­sen.

Was der Sie­ger bekommt, ist frag­lich – wahr­schein­lich zumin­dest einen Mus­kel­ka­ter. Eigent­lich scha­de, dass so etwas nie im Fern­se­hen gezeigt wird.

Wie’s im Fern­se­hen eben auch, seit der „Rock­pa­last“ zum Poprock­pa­last ver­küm­mert ist, nicht mehr zu guter Musik langt. Aber irgend­was Gutes muss die­ser Mon­tag ja haben.

Guten Mor­gen.

Spaß mit Spam
Kurz­spam, Novem­ber 2014

Ab und zu mal in den Spam­fil­ter gucken und jede schlech­te Lau­ne ver­fliegt. Allein schon die Betreff­zei­len!

BE A LETHAL WEAPON IN THE BEDROOM-

Und wie krieg‘ ich dann das Blut wie­der raus?

Das Pro­blem: Paypal Kon­to Uber­pru­fung

Die Lösung: Losch­en

Wake up to a won­derful days with a big­ger tool !!

Mehr Power!

Wir zwin­gen Sie jeden Monat 43,000 aus­zu­zah­len?

Das woll­te ich schon immer mal müs­sen!

:irre:

In den Nachrichten
Schwanz­gie­ri­ge Sport­wie­le

Stück‘ mal ’n Rück, Herr Lei­se­rei­ter, Way­ne kann sich vor Inter­es­se kaum noch hal­ten:

Herz­li­chen Glüh­strumpf: am 12. Novem­ber 2014 ist mal wie­der Tag der schlech­ten Wort­spie­le.

Das kann doch nicht War­stein! Hoch­sai­son für Twit­ter, aber da ist bei mir Ende Gelän­de. Schlech­te Wort­spie­le lie­gen mir fern, ich mach‘ nur Jute. Wenn das nur nicht alles schon mal da gewe­sen wäre.

Ken­tucky Schreit Ficken ein gagen wegin­nen

Und wie sich die Medi­en gera­de gegen­sei­tig dar­in zu unter­bie­ten ver­su­chen, wer wohl die mei­sten spä­te­stens seit den 80ern ver­brei­te­ten „Wort­wit­ze“ – die „Jolie“ berich­tet von „fie­sen Kalau­ern“ und meint dabei die dümm­ste mir bekann­te Defi­ni­ti­on von „fies“ – zum Besten geben kann. Zwar ist das Wort­spiel selbst ein wich­ti­ges Ele­ment dar­in, eine Spra­che zu beherr­schen (nicht umsonst spie­len gera­de Kin­der gern mit Rei­men und lachen sich über Homo­gra­phe scheckig), aber in sei­ner blo­ßen Funk­ti­on als von jedem Kon­text befrei­tes ver­meint­lich unter­hal­ten­des Ele­ment ver­sagt es völ­lig. Otto Waal­kes zum Blei­stift ist seit Robert Gern­hardts Tod ja auch nicht mehr lustig.

Alles Roger in Kam­bo­dscha? :winken:

Spaß mit Spam
✔Ich bin nackt für dich! Wol­len wir uns heu­te abend tref­fen?

Ach, Mädel, bei dem Wet­ter bist du doch heu­te Abend total erkäl­tet. Zieh‘ dir erst mal was an und mach‘ dir einen war­men Tee.

Nur bei uns: Ficken in 3 Schrit­ten!

(und fick sie heu­te noch)

Wen jetzt genau? Und – eigent­lich noch wich­ti­ger – war­um soll es reiz­voll sein, für Tri­via­les 3 Schrit­te zu brau­chen? „Aus­zie­hen und los­le­gen“ sind laut Taschen­rech­ner nur zwei.

Hi ,

„Ple­nken ist (…) eine dum­me Ange­wohn­heit [und] typo­gra­phisch völ­lig falsch.“

Mel­de dich hier schnell und kosten­los an und erhal­te direkt Zugang zu tau­sen­den Frau­en die für alles offen sind.

Oder ein­fach mal das Haus ver­las­sen.

Schau dir an wie die­se Frau­en ganz ein­fach alle Hül­len für dich fal­len las­sen!

Ganz ein­fach! Sie schaf­fen es mühe­los, sich aus­zu­zie­hen! Mei­nen aller­herz­lich­sten Glück­wunsch!

Aber ist das – ich frag­te ja bereits – nicht etwas kalt?

100% Garan­tie auf Kon­tak­te

Und was für tol­le Kon­tak­te!

Frau­en die Sex wol­len

Män­ner, die das auch mal dach­ten.

Kon­trol­lier­te Pro­fi­le

Eine begut­ach­te­te Nase. Toll.

Ich hat­te ja erst „Pro­fi­te“ gele­sen.

Nackt­fo­tos anschau­en»

http://www.new-hiter.de/(…)

Und was ich hier erst gele­sen habe, möch­tet ihr wahr­schein­lich gar nicht so genau wis­sen.
(Vor­sicht: Der­lei Web­sites nur mit Umsicht besu­chen.)

Direk­ter Sexkon­takt »

http://www.new-hiter.de/(…)

Ja, wie – nur einer? Das ging aber schnell.

Frü­her haben sich die Spam­mer wenig­stens noch Mühe gege­ben.

Montagsmusik
Raw Mate­ri­al – Ice Queen

Ich bleib' im Bett.Es ist Mon­tag. Es ist kalt. Ter­mi­ne, Ter­mi­ne. Die Bahn wird bis auf Wei­te­res nicht mehr bestreikt, man kann wie­der durch’s Leben het­zen. Austra­li­en hat uns was vor­aus.

Vie­le fei­er­ten gestern den Mau­er­fall, die mei­sten Par­tei­en dabei bevor­zugt sich selbst, denn die Mau­er wur­de natür­lich von Funk­tio­nä­ren nie­der­ge­run­gen, wie’s halt in jedes Jahr auf’s Neue „jetzt ver­öf­fent­lich­ten“ Doku­men­ten steht. Wolf Bier­mann und David Has­sel­hoff haben Hon­ecker weg­ge­sun­gen. Über­haupt: Der Bier­mann. Er hat­te ja Recht, es war nicht alles gut damals.

Noch frü­her hin­ge­gen war etwas viel bes­ser, die Grup­pe Raw Mate­ri­al näm­lich. Roh­ma­te­ri­al – welch pas­sen­der Name in die­ser stür­mi­schen Zeit.

Raw Mate­ri­al – Time is … Ice Queen – Pro­gres­si­ve

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik extern: Hät­ten sie halt sei­ne Exfrau gefragt!

Man hät­te den Bahn­streik natür­lich auch vor­aus­se­hen kön­nen, indem man nicht erst nach der Ver­öf­fent­li­chung von Claus Wesel­skys Heim durch den unsäg­li­chen „Focus“ mal in sei­nem pri­va­ten Umfeld nach­ge­fragt hät­te:

Wir haben heu­te die Gele­gen­heit, mit sei­ner Ex-Frau zu spre­chen. Sie sagt, was Mil­lio­nen Pend­ler den­ken: Ihr Ex ist unge­eig­net für die­sen Posten.

:wallbash:

KaufbefehleMusikkritik
Dal­bel­lo – who­m­an­four­says

Dalbello - whomanfoursaysDas anson­sten weit­ge­hend unauf­fäl­li­ge, mir aber geneh­me Musik­ma­ga­zin „eclip­sed“ wies mich in sei­ner aktu­el­len Aus­ga­be auf „who­m­an­four­says“ von Dal­bel­lo hin, ein Musik­al­bum aus dem dunk­len Jahr­zehnt, was allein schon so selt­sam ist, dass ich es mir nicht neh­men las­sen woll­te, doch mal rein­zu­hö­ren. Das war gut so.

Die Musik­in­du­strie ist schä­big, sie ist es in den schlim­men 1980-ern aber auch schon gewe­sen. Gleich­form, Gleich­klang. Syn­the­si­zer. New Wave. Post­punk. Lang­wei­lig. Und mit­ten in den schlim­men 1980ern – 1984 – taucht da eine Kana­die­rin auf, die vor­her unter ihrem ech­ten Namen Lisa Dal Bel­lo trotz einer gewon­ne­nen Aus­zeich­nung als Most Pro­mi­sing Fema­le Voca­list (Juno Award 1978) selt­sa­men Dis­co­pop unter die Leu­te brach­te, und macht erst mal ein komi­sches Wort­spiel. „Who man four says“. „Human forces“. Ohweh.

Eini­ge Jah­re zuvor war Mick Ron­son, unter ande­rem Gitar­rist für David Bowie und Lou Reed, eher zufäl­lig auf die gera­de pau­sie­ren­de Sän­ge­rin auf­merk­sam gewor­den und über­re­de­te sie zu einem wei­te­ren Album. Für die­ses Album hat er offen­bar eini­ge sei­ner eige­nen musi­ka­li­schen Ein­flüs­se ein­ge­bracht, denn vom Dis­co­pop wand­te sich Frau Dal Bel­lo eben­so ab wie von ihrem Vor­na­men und dem stö­ren­den Leer­zei­chen. Die viel ver­spre­chen­de Stim­me hielt ihr Wort, die Fri­sur auch.

Lisa Dal­bel­lo – Gon­na Get Clo­se to You – live

Tex­te? Ach, Tex­te. Eight­ies, bitch. Da konnt‘ man froh sein, wenn nicht jedes zwei­te bis drit­te Wort „heart“ war. Man glaubt das irgend­wo im Radio schon mal gehört zu haben, aber wahr­schein­lich war’s dann doch Kate Bush. Die fei­nen Nuan­cen machen’s inter­es­sant und hörens­wert, und die alten Maril­li­on waren ja auch nicht so viel anders. Oder Madon­na; es war ja nicht alles schlecht.

Dal­bel­lo live at Rock­pa­last 1985 – part 2 – Devious Natu­re

Die 80er sind dran, sie wol­len ihre Musik zurück. Aber Dal­bel­lo bleibt hier.

In den Nachrichten
„Aus­ge­rech­net!“: Kur­zes zum Bahn­streik

Gute Nach­rich­ten für Selbst­mör­der: Die Bahn wird erneut bestreikt. Qua­li­täts­me­di­en die­ses armen Lan­des haben sich der Sache bereits ange­mes­sen ange­nom­men; BILD und FOCUS ONLINE (aus Niveau­grün­den – Penis – hier nicht ver­linkt) ver­öf­fent­li­chen Tele­fon­num­mer und Foto vom Haus des GdL-Vor­sit­zen­den, auf dass der Pöbel sei­nem Unmut über das Streik­recht ange­mes­sen Luft ver­schaf­fen kann. SPIEGEL ONLINE stört sich der­weil am timing: Aus­ge­rech­net zur Fei­er des Mau­er­falls in Ber­lin. Zum Glück sind 1989 die Züge noch gefah­ren!

War­um schon wie­der gestreikt wer­de? Lok­füh­rer bekom­men angeb­lich zu wenig Geld, das tun Pfle­ge­kräf­te zwar auch, aber die haben Anstand. So ein Lok­füh­rer möch­te ja auch nicht im Kran­ken­haus lie­gen und dann wegen eines Warn­streiks nicht ver­sorgt wer­den. Mehr Geld bekommt wegen die­ses Streiks aller­dings zumin­dest die Bran­che der Fern­bus­be­trei­ber.

Von der­lei mora­li­schen Über­le­gun­gen ein­mal abge­se­hen ist „aus­ge­rech­net zur Fei­er des Mau­er­falls“ (SPIEGEL ONLINE) das Streik­recht den­noch ein hohes Gut. Im Sep­tem­ber 1980 war in der DDR von einem Ter­ror­akt die Rede, nicht all­zu weit ent­fernt von den Aus­sa­gen von Sig­mar Gabri­el (SPD, ehe­mals Arbei­ter­par­tei), der von einem Miss­brauch des Streik­rechts sprach; gestreikt wer­den darf hier­zu­lan­de eben nur dann, wenn nie­mand es bemerkt. Dass die Gewerk­schaft der Lok­füh­rer aller­dings allei­ni­ges Ziel der geball­ten Empö­rung ist und sich die­je­ni­gen, die sich sonst über Preis­er­hö­hun­gen, Rekord­ge­win­ne und elend lan­ge Ver­spä­tun­gen der Bahn auf­re­gen, Hil­fe suchend an sie wen­den, zeugt im Übri­gen zumin­dest davon, dass das, was Bou­le­vard­blät­ter so ins Inter­net rein­schrei­ben las­sen, sich eines gro­ßen, wil­li­gen Publi­kums erfreu­en dürf­te.

Die Wert­schät­zung des Men­schen muß begrün­det wer­den auf der Art und Wei­se, in der er sei­ner ihm von der All­ge­mein­heit über­ant­wor­te­ten Auf­ga­be gerecht wird.
Adolf Hit­ler


Dis­kri­mi­nie­rung des Tages: Wenn eine Lob­by­or­ga­ni­sa­ti­on durch ein von ihr gefor­der­tes Gesetz Umsatz­ein­bu­ßen hat.

PiratenparteiMontagsmusik
The Who – You Bet­ter You Bet

Kauz bei NachtEine unbe­deu­ten­de klei­ne Lan­des­par­tei hat mich am Wochen­en­de ent­ge­gen mei­nem Anlie­gen nicht in den Vor­stand gewählt. Das ist etwas scha­de.

Noch scha­der ist eigent­lich nur, dass schon wie­der Mon­tag ist. Auf­ste­hen und wis­sen, dass das eine schlech­te Idee war. Die­sem Zie­hen im Kopf ist bei­zu­kom­men, das Zie­hen im Her­zen endet nim­mer­mehr.

Wie auch immer.

Guten Mor­gen.

PersönlichesSonstiges
Wie Kabel Deutsch­land mich ein­mal nicht als Kun­den woll­te

Hal­lo, Kabel Deutsch­land,

ich beschäf­ti­ge mich ja schon eine Wei­le mit euch, nicht nur, weil ihr mit eurer „Flatrate“-Drosselung ein Vor­rei­ter in etwas wart, das nicht sehr vor­bild­lich ist, son­dern auch, weil ihr ja qua­si all­ge­gen­wär­tig seid.

Und es wur­de nicht bes­ser, als euch Voda­fone kauf­te und die schlim­me Mar­ke O2 mit­brach­te, deren Kun­den­dienst weder viel mit Kun­den noch mit Dienst zu tun hat. Voda­fone ist mir zumin­dest in lusti­ger Erin­ne­rung, seit die Ver­tre­ter die­ser Fir­ma auch für euch zustän­dig sind: Als mir ein­mal einer von ihnen einer eurer Pro­spek­te andre­hen woll­te und ich ihn auf sein Voda­fone-Namens­schild ansprach, ver­deck­te er es schnell. Es muss eine Freu­de sein, für eure Chefs zu arbei­ten.

Dass O2 Kun­den schon mal ablehnt, weil sie im fal­schen Stadt­be­zirk woh­nen, kann ich euch natür­lich schwer vor­wer­fen. Auch, dass euer Kun­den­dienst im Inter­net (Vor­sicht: Java­Script-Pflicht) nicht beson­ders posi­tiv bewer­tet wird, kann ja mal pas­sie­ren – wer zufrie­den ist, hat sel­ten was zu nör­geln. Dass ihr das Gebot der Netz­neu­tra­li­tät nicht kennt, ist für den Ver­brau­cher zu ver­schmer­zen. Ihr müsst ja auch von irgend­was leben.

Aber mir scheint, ihr wer­det ein­fach zu groß.

‘Wie Kabel Deutsch­land mich ein­mal nicht als Kun­den woll­te’ wei­ter­le­sen »

PolitikIn den Nachrichten
Bun­des­wehr­at­trak­ti­vi­täts­stei­ge­rungs­ge­setz (Gegen­ent­wurf)

Defi­nie­re Deutsch­land:

Vor weni­gen Tagen ver­han­del­te Sven Hüber (…) über (…) den Ent­wurf eines Geset­zes zur Stei­ge­rung der Attrak­ti­vi­tät des Dien­stes in der Bun­des­wehr (BwAt­trStG).

Dass der Dienst an der Waf­fel Waf­fe attrak­ti­ver als bis­her sei, sol­le also nun gesetz­lich fest­ge­legt statt, wie bis­her, vom gesun­den Men­schen­ver­stand poten­zi­el­ler Sol­da­ten abhän­gig gemacht wer­den.

Ich habe den bestehen­den Ent­wurf zum BwAt­trStG nun nicht gele­sen, wür­de aber gern eine eige­ne Ver­si­on in Ergän­zung zu § 87a GG vor­schla­gen:

§ 1 – Selbst­ver­ständ­nis der Bun­des­wehr

(1) Leu­te tot­schie­ßen ist etwas für Arsch­lö­cher.

(2) Die Bun­des­wehr dul­det kei­ne Arsch­lö­cher in ihren Rei­hen. Sie ist nicht gewillt und sieht sich außer­stan­de, mit Ver­bän­den oder Behör­den zu koope­rie­ren, die § 1 Abs. 1 BwAt­trStG in Fra­ge stel­len.

§ 2 – Bestim­mun­gen bei Ver­stö­ßen gegen die­ses Gesetz

Ein Ver­stoß gegen die­ses Gesetz wird mit einer Frei­heits­stra­fe nicht unter zehn Jah­ren geahn­det.

Ich würd‘ die Bun­des­wehr danach bei­na­he wert­schät­zen.

In den NachrichtenMontagsmusik
The Hou­sem­ar­tins – Cara­van of Love

Skeptischer KauzTwit­ter war gestern ganz aus dem Häus­chen vor Skep­sis:

Deut­sche Hoo­li­gans ver­bün­den sich gegen Sala­fi­sten. (…) Die Poli­zei ist gewarnt.

Der Feind ist schnell aus­ge­macht: Da sind über­all Nazis! Und die Poli­zei? Sie bewer­te lin­ke Gewalt anders, sagen die Lin­ken; das tun sie selbst zwar auch, aber sie sind ja auch nur besorg­te Bür­ger. Gegen das Böse hilft nur geball­tes Gutes, da ist auch so ein Sala­fist ein Freund. Schwarz und weiß, wir steh’n auf eurer Sei­te.

Habt ihr alle schon „das Rich­ti­ge“ gefor­dert?

The Hou­sem­ar­tins – Cara­van Of Love (Live aus dem Ala­ba­ma 1986)

Guten Mor­gen.