PersönlichesLyrik
Sie. (Frag­ment 9 drei­föd­del)

„Kis­ses for me, save all your kis­ses for me.“
– Brot­her­hood of Man: Save Your Kis­ses For Me


… Er wuss­te nicht, was all das zu bedeu­ten hat­te. Sicher, er hat­te vie­les falsch gemacht. Sie hat­te ihm bei­gestan­den, er hat­te es ihr nie gedankt; schlim­mer noch: er hat­te nie ver­stan­den, selbst bei­zu­ste­hen. Aber war sie nicht schon so oft fort gewe­sen, hat­te er nicht trotz­dem nie lan­ge auf sie ver­zich­ten müs­sen?

Dies­mal schien es anders, so lan­ge waren sie sel­ten getrennt. Etwas schien zu glü­hen, als er einen kur­zen Blick auf sie erha­schen konn­te. War sie in der kur­zen Zeit noch schö­ner gewor­den? Den­noch mied sie ihn. Es war ein sau­be­rer Abgang, natür­lich, etwas ande­res konn­te man ihr kaum nach­sa­gen, aber es war trotz allem ein Abgang. Der Tag der toten Ente. Er wur­de nicht schlau aus ihr.

Sie wür­de ihn nie­mals sei­nem Schick­sal über­las­sen, des­sen war er sich sicher. Trotz allem war da immer mehr gewe­sen als ein Neben­ein­an­der­le­ben, jeden­falls hat­te er das immer gehofft. Nun aber war es zum ersten Mal sie, die ihn brauch­te; und er hat­te wie­der ein­mal ver­sagt.

Sie hat­te die ver­meint­lich letz­te offe­ne Tür zuge­schla­gen. Er fühl­te sich allein. Aber gera­de, als er den Faden für geris­sen hielt, tauch­te sie wie­der auf. Weni­ge Zei­len genüg­ten, die ihn zum Strah­len brach­ten, weil sie von ihr kamen, bevor sie wie­der ver­schwand und ihn mit all den Mon­den allein ließ.

Sein Har­ren blieb ziel­los. Was soll­te er tun? …


„Es ist mir abso­lut egal, ob du nur noch mit mir spielst; tu, was du willst.“
– Die Ärz­te: Mach die Augen zu

Netzfundstücke
2015. (Sym­bol­pro­dukt)

NoPhone

Tele­fo­nie­ren. Foto­gra­fie­ren. Tol­le, hoch­auf­lö­sen­de Vide­os auf­neh­men. Unse­re Smart­phones erle­di­gen vie­les – aber was ist mit einem Tele­fon, das über­haupt nichts tut?

Das ist die Idee hin­ter dem ZERO, einem neu­en „Smart­phone“ von der New Yor­ker Fir­ma NoPho­ne. (…) War­um wür­de jemand einen tele­fon­ar­ti­ges Klotz kau­fen, der nur her­um­liegt? (…) Das ZERO funk­tio­niert wie tech­ni­sches Metha­don, es befrie­digt die Sucht eines Nut­zers zu der gewohn­ten Form und dem gewohn­ten Gewicht des ech­ten Dings. Die durch­dach­te Kon­struk­ti­on füllt den glei­chen Teil Ihrer Jeans wie Ihr eigent­li­ches Tele­fon aus, aber sie hält Sie davon ab, es her­aus­zu­neh­men, in ein digi­ta­les Loch zu fal­len und die Welt um Sie her­um zu ver­pas­sen. Es ist eine ein­fa­che­re Alter­na­ti­ve zum kal­ten Ent­zug, indem es Ihre Gewohn­hei­ten simu­liert und Ihnen gleich­zei­tig dabei hilft, sie all­mäh­lich zurück­zu­las­sen.

(schlecht über­setzt von mir; Quel­le)

:bravo:

In den NachrichtenMontagsmusik
Black Space Riders – Give Gra­vi­ta­ti­on to the Peo­p­le

RoboteuleEs ist Mon­tag. Habt Angst! Angst!

Aber wovor? Vor Kim Kar­da­shi­an, vor der CDU oder vor der Apo­ka­lyp­se? Nah‘ dran: Fürch­tet euch vor Robo­tern! Zumin­dest scheint die­se Angst ver­brei­tet zu sein; so ver­brei­tet, dass Ste­phen Haw­king höchst­selbst, sei­ner­seits ja längst auf Robo­tik ange­wie­sen, beschwich­tig­te, ihr müss­tet euch vor man­chen Din­gen fürch­ten, aber nicht vor Robo­tern. Fürch­tet den Kapi­ta­lis­mus und tötet den Ther­mo­mix!

Die Poli­tik, so postu­liert Hen­rik Mül­ler vom ewig seich­ten „SPIEGEL ONLINE“, sei „gefan­gen in einer Abfol­ge von Aus­nah­me­zu­stän­den“, und viel­leicht könn­te man vie­les davon lösen, wenn man end­lich Sig­mar Gabri­el aus dem Land jagen wür­de, viel­leicht aber auch nicht. Kri­se? Wel­che Kri­se?

„Goog­le Incor­po­ra­ted“ schickt mir eine „ver­trau­li­che“ Gewinn­nach­richt von einer *.or.id-E-Mail-Adres­se. Das klingt seri­ös, täuscht aber nicht dar­über hin­weg, dass das, was fehlt, in kei­nem Gewinn­spiel jemals errun­gen wer­den könn­te.

Erst mal wach wer­den.

BLACK SPACE RIDERS – Give gra­vi­ta­ti­on to the peo­p­le (Offi­ci­al Video)

Guten Mor­gen.

Sonstiges
„JOY“ und die 9 schön­sten Penis­zeich­nun­gen

Hele­ne Fischer, so fand man beim „Play­boy“ her­aus, ist der­zeit die ero­tisch­ste und ner­vigste Sän­ge­rin. Das ist ein biss­chen unfair, denn beson­ders hübsch fin­de ich sie nun nicht gera­de, aber viel­leicht bin ich auch nicht Teil der Ziel­grup­pe des „Play­boys“, was ich wie­der­um sehr (an mir) schät­ze.

Was aber ist das Geheim­nis von Hele­ne Fischers Aus­se­hen? Fra­gen wir die Pro­fis für – fra­gen wir „JOY“.

JOY 11-2015

Denn die „JOY“ weiß, wie man in nur 3 Minu­ten per­fekt geschminkt ist und zumin­dest auf Fotos end­lich super aus­sieht: Dünn näm­lich („Die 25 größ­ten Abnehm-Irr­tü­mer“, Sei­te 40 bis 42) soll­te man sein und sich auf sel­fies nicht etwa natür­lich zei­gen, son­dern hin­ter dem rich­ti­gen Fil­ter und mit der rich­ti­gen Bema­lung und im rich­ti­gen Win­kel prä­sen­tie­ren („die Zau­ber­wor­te lau­ten: üben, fil­tern und ein klein wenig trick­sen!“, Sei­te 54 bis 58), denn wer will schon das ech­te Leben sehen?

Wenn man die­se Tricks berück­sich­tigt, kann man sich dar­an machen, einen „Wahn­sinns-BLO­WJOB!“ zu prak­ti­zie­ren. Natür­lich kommt dafür nicht jeder Penis in Fra­ge, es muss schon min­de­stens ein John­ny sein:

Johnny, oh Johnny Hätte ich einen Penis, wäre er RIESIG! Hoden hängen

O_o

Und wie geht so ein „Wahn­sinns-BLO­WJOB!“? Nun, zuerst muss man üben, zum Bei­spiel so: „Eine Bana­ne schä­len und sie oral lieb­ko­sen“. Oder so: „Kau­gum­mi in den Mund – dann knal­len las­sen“. Oder so: „die Ton­lei­ter auf und ab sin­gen“. Wenn man sich nach aus­gie­bi­ger Übung dann dazu durch­rin­gen kann, es mal mit einem rich­ti­gen Penis zu pro­bie­ren, wer­den als Stim­mungs­auf­hel­ler Eis­wür­fel und Sprüh­sah­ne emp­foh­len, was gegen­über einer Grape­fruit („JOY“, Aus­ga­be vom Mai 2015) immer noch eine gerin­ge Ver­bes­se­rung der Aus­sich­ten dar­stellt. Wenn jetzt einer mei­ner männ­li­chen Leser Angst vor der „JOY“-Klientel bekom­men haben soll­te: Gut so!

Weni­ger Furcht hat Mar­vin (21) aus Mann­heim, der sich sicher­lich spä­ter ein­mal sehr dafür schä­men wird, hier aber noch den Rat gibt, es „tör­ne“ Män­ner „immer an“, wenn man Sprüh­sah­ne vom Penis lecke, nach­dem er den per­fek­ten Blo­wjob als sport­li­ches, wür­zi­ges Ritu­al geschil­dert hat:

Die Kom­bi­na­ti­on aus Lecken, Hand­job und Hoden­krau­len. Ich nen­ne das den One-Han­ded-Egg-Twister. Auch gut: die Pfef­fer­müh­le – das Mädel nimmt mei­ne Eichel in den Mund und dreht dabei leicht mit bei­den Hän­den an mei­nem Penis in ver­schie­de­ne Rich­tun­gen.

Ich hof­fe für Mar­vin (21), dass er bis­her von den Tech­ni­ken „Stepp­tanz“ und „Gur­ken­rei­be“ ver­schont geblie­ben ist.

Im glei­chen Heft der „JOY“ ver­si­chert die Redak­ti­on der desi­gnier­ten Lese­rin, dass sie ja „kein klei­nes Dumm­chen“ sei (Sei­te 45), gibt aber Nach­hil­fe (Sei­te 35), mit wel­chen Nach­rich­ten sie ihren „Traum­mann“ – abge­bil­det ist ein typi­scher Hip­ster – erobern kön­ne, zum Bei­spiel:

„HILFE! Rie­sen­spin­ne im Bad!“ Eman­zi­pa­ti­on hin oder her – Män­ner wol­len gebraucht wer­den.

Bleibt zu hof­fen, dass die­ser Traum­mann nicht vor­her die „JOY“ liest. Sonst ist er gewarnt.

In den NachrichtenComputer
Safe Pearl Har­bor

Bei Versagen Knopf drückenHur­ra! bezie­hungs­wei­se Ach‽:

Der Euro­päi­sche Gerichts­hof in Luxem­burg hat das Safe-Har­bor-Abkom­men zwi­schen den USA und der EU für ungül­tig erklärt. Per­sön­li­che Daten euro­päi­scher Nut­zer sei­en in den USA nicht aus­rei­chend vor dem Zugriff von Behör­den geschützt.

In den Ver­ei­nig­ten Staa­ten ist man ent­täuscht, von einer „Jagd­sai­son“ ist die Rede; was ja bei deren Sta­ti­stik betreffs der Mor­de mit einem Gewehr nicht all­zu absurd klingt. Aber wor­um geht es eigent­lich genau?

„Safe Har­bor“, eini­ge von euch haben das viel­leicht schon gele­sen, ist der Sze­n­e­be­griff für qua Gesetz siche­re Her­kunfts­län­der flüch­ti­ger Daten, wie auch De-Mail qua Gesetz für sicher erklärt wur­de, und besagt im Wesent­li­chen, dass eure Daten aus der EU gefahr­los auf US-ame­ri­ka­ni­sche Ser­ver wei­ter­ge­lei­tet wer­den dür­fen, weil denen dort ja nichts Gra­vie­ren­des pas­sie­re. Im Juli 2000 hat­te zumin­dest die Euro­päi­sche Uni­on, um aus­blei­ben­den Daten­ver­kehr (dazu gleich mehr) zu ver­hin­dern, beschlos­sen, US-ame­ri­ka­ni­schen Unter­neh­men frei­zu­stel­len, sich die­sem Abkom­men anzu­schlie­ßen, um sich dadurch als Daten­schüt­zer zu erken­nen zu geben. Damit wur­de schon früh der Grund­stein für das geplan­te „Frei­han­dels­ab­kom­men“ zwi­schen der Euro­päi­schen Uni­on und den Ver­ei­nig­ten Staa­ten gelegt. Die trans­at­lan­ti­sche Part­ner­schaft, so sag­te Bun­des­prä­si­dent Gauck heu­te, sei „das essen­zi­el­le stra­te­gi­sche Bünd­nis unse­rer Tage“, wie man das eben so gelernt hat, wenn man als „Bür­ger­recht­ler“ in einem Über­wa­chungs­re­gime sei­ne erste Kar­rie­re gemacht hat.

Zu den das „Safe-Harbor“-Abkommen unter­zeich­nen­den Unter­neh­men zähl­ten Face­book, Goog­le und Micro­soft; jedes die­ser Unter­neh­men ist auf­merk­sa­men Lesern viel­leicht schon im Zusam­men­hang mit dem PRISM-Pro­gramm der ver­bre­che­ri­schen Wider­lin­ge von der NSA auf­ge­fal­len, an dem sie eben­falls im Rah­men der dor­ti­gen Ver­bre­cher­ge­setz­ge­bung teil­ge­nom­men haben. Daten­schutz und natio­na­le Inter­es­sen sind mit­ein­an­der eben oft nicht zu ver­ein­ba­ren. Die Älte­ren unter euch ken­nen das viel­leicht noch aus einem ihrer frü­he­ren Hei­mat­staa­ten.

Und was pas­siert „jetzt“ mit „unse­ren“ Daten? Das jeden­falls wol­len Fabi­an Rein­bold und Chri­sti­an Stöcker – bei­de sind regel­mä­ßi­gen Lesern hier nicht unbe­kannt – für das hip­pe Tech­mag „SPIEGEL ONLINE“ wis­sen und erklä­ren:

Dür­fen jetzt kei­ne Daten mehr in die USA wei­ter­ge­ge­ben wer­den?

Doch. Aber wer dies tut, ist nicht mehr auto­ma­tisch durch „Safe Har­bor“ vor Über­prü­fung durch natio­na­le Daten­schutz­be­hör­den geschützt.

Mit dem neu­en Urteil ändert sich also in der Pra­xis erst ein­mal nichts, zumal der siche­re Hafen ja nur einer der Tun­nel war, wäh­rend die ande­ren bis auf Wei­te­res wohl nicht zuge­schüt­tet wer­den:

Es gibt neben „Safe Har­bor“ noch zwei wei­te­re Wege, mit deren Hil­fe Unter­neh­men per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten in die USA über­tra­gen dür­fen: Soge­nann­te ver­bind­li­che Unter­neh­mens­re­geln (…), die von Daten­schutz­be­hör­den abge­seg­net wer­den, und bestimm­te Klau­seln, die die EU-Kom­mis­si­on zu die­sem Zweck als Ver­trags­bau­stei­ne zur Ver­fü­gung stellt.

Man muss also als Kun­de eines US-ame­ri­ka­ni­schen Unter­neh­mens auch wei­ter­hin davon aus­ge­hen, dass die „eige­nen“ Daten zwecks Ter­ror­ab­wehr geheim­dienst­lich erfasst wer­den, man darf dar­über nur nicht mehr belo­gen wer­den. Ver­klag‘ uns doch! Es wür­de sich indes, dies hat die Euro­päi­sche Uni­on unmiss­ver­ständ­lich klar­ge­macht, schä­di­gend auf die Volks­wirt­schaft aus­wir­ken, wären EU-Bür­ger künf­tig den US-ame­ri­ka­ni­schen Hun­ger auf Per­so­nen­da­ten weni­ger zu stil­len bereit: Die­se sei­en „das Rück­grat unse­rer Wirt­schaft“.

Eure Wirt­schaft muss mal zum Ortho­pä­den, sie ist kaputt.

In den NachrichtenMontagsmusik
John Zorn (live)

NakEin Mon­tag, und er beginnt aber­mals mit einem Pau­ken­schlag ins Gemächt. Weißt du noch, damals, der Bär? Leben funk­tio­niert so nicht und kommt einem auch nicht so vor.

Was tun? Viel­leicht den Pro­mis nach­ei­fern und – fest­hal­ten, Brü­der – arbei­ten gehen. Ach so, das tut man sowie­so, aber das inter­es­siert die ZEIT nicht, weil man noch nie dafür bekannt war, als Gesicht zu agie­ren. Man wür­de sich aber gern wie­der ver­ei­nen.

Oh, „Wie­der­ver­ei­ni­gung“, da war ja was:

Wenn ein fick­ri­ger alter Mann mit Schlapp­hut in die Kame­ras nuschelt, dass sein Son­der­zug nach Pan­kow der Anfang vom Ende der DDR war und ihm dabei auch noch Fans bestä­ti­gend zuju­beln und die Pres­se das unkom­men­tiert abdruckt, dann ist es kei­ne Zeit dafür, über die Chan­cen zu spre­chen, die uns ent­gan­gen sind.

Möch­te man ja, ande­rer­seits, auch gar nicht.

Jazz gefäl­lig?

John Zorn – Book of Angels – Mar­ciac 2012 (Full Show)

Guten Mor­gen.

PolitikIn den NachrichtenKaufbefehleMusikkritik
Von Ham­stern und Toten (sowie: Elec­tric Wizard – Time to Die)

Ah, es ist mal wie­der Fei­er­tag; nicht irgend­ein Fei­er­tag, son­dern der Fei­er­tag:

Alarrrr­ma! Ham­ster­käu­fe. Panik. Mor­gen gibt’s nix mehr. Über­mor­gen auch nicht. Nie wie­der. Wir wer­den alle ver­hun­gern. Der Laden voll. Die Ner­ven blank. Die Hon­ks in Hoch­form. Und der Wich­ser hin­ter mir fährt in mei­ne Hacken. Könnt ja schnel­ler gehen wenn er das tut.

Deutsch­land, du Land der lie­bens­wer­ten Irren! Man soll­te euch Kalen­der schen­ken, die zwei bis drei Tage vor einem eigent­lich ver­kaufs­of­fe­nen, aber Fei­er­tag in unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den laut pie­pen und wild blin­ken und erst damit auf­hö­ren, wenn ihr ein­ge­kauft habt. Der Deut­sche mag es nicht, wenn etwas laut piept und wild blinkt.

Woge­gen der Deut­sche aller­dings nur wenig ein­zu­wen­den hat, denn sonst wür­de er auf­hö­ren, Par­tei­en zu wäh­len, die die außen­po­li­ti­sche Nähe zu den USA befür­wor­ten, ist ja so was hier:

Wäh­rend eines US-Luft­an­griffs in Kun­duz wur­de ein Kran­ken­haus von Ärz­te ohne Gren­zen getrof­fen, min­de­stens 19 Men­schen star­ben. (…) Die US-Armee hat­te am Mor­gen ein­ge­stan­den, man habe in der Nähe des Hos­pi­tals Luft­schlä­ge aus­ge­führt, dabei kön­ne es zu zivi­len Opfern in dem nahe­ge­le­gen Hos­pi­tal gekom­men sein. (…) Das Ziel der Luft­an­grif­fe in der nord­af­gha­ni­schen Stadt sei­en „Per­so­nen, die eine Gefahr für die Streit­kräf­te dar­stell­ten“ gewe­sen.

Das kann ja mal vor­kom­men. Muss man ja ver­ste­hen – da sit­zen irgend­wo Tali­ban­kämp­fer im Gebüsch, da kann man auf so was wie ein Kran­ken­haus kei­ne Rück­sicht neh­men, da muss das Gebiet weit­räu­mig ein­ge­eb­net wer­den. Sonst über­lebt noch wer.

Was ja für ein Land mit durch­schnitt­lich etwa einer Schie­ße­rei pro Tag (und das sind nur die erfass­ten) kei­ne beson­ders radi­ka­le Hal­tung ist. Waf­fen schüt­zen nun mal vor den Bösen, und ich bin mitt­ler­wei­le fest davon über­zeugt, dass jemand, der kein Jäger ist und trotz­dem eine Waf­fe trägt, ein Arsch­loch und kein Guter ist. Der zwei­te Zusatz­ar­ti­kel zur US-ame­ri­ka­ni­schen Ver­fas­sung impli­zier­te im 18. Jahr­hun­dert, dass jeder eine Mus­ke­te besit­zen darf. Wie unge­fähr­lich es doch in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten wäre, besä­ße jeder nur eine Mus­ke­te!

Dazu passt viel­leicht etwas Musik.

Electric-Wizard-Time-To-DieIn Eng­land, dem Land des Magi­ers Mer­lin, for­mier­te sich 1993 eine Doom-Metal-Band namens „Elec­tric Wizard“, „elek­tri­scher Zau­be­rer“ also. Inzwi­schen spielt die Grup­pe mit dem vier­ten Schlag­zeu­ger und dem fünf­ten Bas­si­sten ziem­lich erfolg­reich mit ihrem image, das trügt: Hin­ter Albums­ti­teln wie „Witch­cult Today“ (2007) und „Lega­li­se Drugs and Mur­der“ (2012) steckt letzt­lich Musik, die auch uns, die wir mit den mei­sten Spiel­ar­ten des Metal nur bedingt etwas anfan­gen kön­nen, zu gefal­len ver­mag. Vom guten Doom Metal zum guten Stoner-Rock ist es musi­ka­lisch nicht beson­ders weit. Ich per­sön­lich neh­me den Doom Metal ein­fach nicht ernst, dann macht er am mei­sten Spaß.

Auch auf dem aktu­el­len, 2014 ver­öf­fent­lich­ten Stu­dio­al­bum „Time to Die“ wird die Freu­de befeu­ert: Titel wie „Destroy Tho­se Who Love God“ und „Lucifer’s Slaves“ amü­sie­ren mich, wenn ich mir vor­stel­le, dass es viel­leicht tat­säch­lich Leu­te gibt, die das alles furcht­bar ernst neh­men. Dabei steckt hin­ter der Atti­tü­de wirk­lich Hörens­wer­tes:

Das Album beginnt mit dem Plät­schern eines Baches. All­mäh­lich set­zen Schlag­zeug und Orgel­klän­ge ein, ein Erzäh­ler hält einen kur­zen Mono­log und es wird schlag­ar­tig düster: „Incen­se for the Dam­ned“ ist eine schnei­den­de Gitar­re über trei­ben­dem Bass- und Schlag­zeug-Fun­da­ment, Front­mann Justin Oborn steu­ert ver­zerr­ten Gesang bei: “ I don’t give a fuck about anyo­ne / or your socie­ty. I just need / incen­se for the Dam­ned“, die Sex Pistols hät­ten es nicht bes­ser aus­drücken kön­nen. Doom Metal ist viel­leicht letzt­lich auch nur eine Spiel­art der Punk­kul­tur, aber da ken­ne ich mich nicht beson­ders gut aus.

Das fol­gen­de Titel­stück „Time to Die“ bleibt ohne wei­te­re Auf­fäl­lig­keit, inter­es­san­ter ist das elf­ein­halb­mi­nü­ti­ge „I Am Not­hing“, das mit sei­nem hyp­no­ti­schen Rhyth­mus und der repe­ti­ti­ven Melo­die, die bei­na­he vom Gesang, der in der zwei­ten Hälf­te aller­dings gar nicht mehr vor­kommt, ablen­ken, den­je­ni­gen belohnt, der einen guten musi­ka­li­schen trip zu wür­di­gen weiß, aus dem man von den Sprach­fet­zen in „Destroy Tho­se Who Love God“ nur vor­über­ge­hend her­aus­ge­ris­sen wird, bis man in „Fun­e­ral of your Mind“ wie­der in den Stru­del gerät und dort bis zum letz­ten Stück, dem krautrock­la­sti­gen „Saturn Dethro­ned“, das wie­der­um mit einem Bach­plät­schern endet, in ihm gefan­gen (obwohl sich das wirk­lich gut anfühlt) bleibt. Das muss die­ser „Höl­len­trip“ sein, von dem alle reden.

Pri­ma Album, das.

PersönlichesIn den Nachrichten
Bring Your Own Fäkal­nach­weis

Das mit die­sen Wert­cou­pons, die man auf Bahn­hofs­toi­let­ten bekommt, ist so teuf­lisch, dass ich selbst gern dar­auf gekom­men wäre und im Wort­sin­ne mit Schei­ße Geld ver­dient hät­te.

Für die, die das nicht ken­nen: Wenn man auf einem durch­schnitt­li­chen deut­schen Bahn­hof einen Euro ein­wirft, um sei­ne Not­durft ver­rich­ten zu dür­fen, bekommt man dafür einen Gut­schein über 50 Cent zurück, den man dann in bahn­hofs­ei­ge­nen Geschäf­ten ein­lö­sen kann – natür­lich beschränkt auf einen Gut­schein pro Per­son und Bestel­lung, denn sonst kann man sei­ne Ver­dau­ungs­be­le­ge ja ein­fach lan­ge genug sam­meln und sich dann irgend­wann bei Bur­ger King qua­si gra­tis in den Herz­tod schlem­men. (Sagt man das bei Bur­ger King eigent­lich so, „schlem­men“?) Der Ver­such, einen sol­chen Wert­cou­pon ein­zu­lö­sen, besagt doch eigent­lich nur: Seht her, ich habe aus­gie­big gekackt und möch­te nun mei­nen Lohn erhal­ten!

Mein aus­drück­li­cher Glück­wunsch hier­bei geht an die Frau, die gestern ver­ge­bens ver­such­te, fünf die­ser Gut­schei­ne in einer Fast-Food-Filia­le ein­zu­lö­sen, und dabei recht auf­dring­lich Unver­ständ­nis über die Beschrän­kung sowie Befürch­tun­gen über die Gül­tig­keits­dau­er äußer­te. Stim­me und Habi­tus erin­ner­ten mich der­ma­ßen an die Figur der Lor­raine Swan­son aus der US-ame­ri­ka­ni­schen Serie „MADtv“, dass es mir ver­gleichs­wei­se schwer fiel, dem Vor­gang kei­ne über­mä­ßi­ge Auf­merk­sam­keit zu wid­men. Im Krieg waren Essens­mar­ken noch mit weni­ger Über­win­dung von Scham ver­bun­den.

Sie haben ja kei­ne Wahl:

Bahn­hofs­toi­let­ten wer­den bereits seit meh­re­ren Jahr­zehn­ten an Toi­let­ten­be­trei­ber ver­pach­tet, da die Betrei­bung von Toi­let­ten­an­la­gen nicht zwin­gend zum Kern­ge­schäft eines Eisen­bahn­in­fra­struk­tur­un­ter­neh­mens gehört. (…) Eine wirt­schaft­li­che Betrei­bung der Anla­gen macht die Erhe­bung eines Nut­zungs­ent­gel­tes erfor­der­lich. (…) Eine Betrei­bung auf die­sem Niveau ist nur mit­tels eines ange­mes­se­nen Nut­zungs­ent­gelts in Höhe von einem Euro je Nut­zer umsetz­bar.

Was dann ja ande­rer­seits erklärt, wie­so das Niveau von Zug­toi­let­ten so nied­rig ist. Das Sau­ber­hal­ten gehört nicht zwin­gend zum Kern­ge­schäft der Bahn. Die haben ja kein Geld.

So lan­ge blei­ben sie hän­gen, wie es nach den Geset­zen der Hygie­ne mög­lich ist.
Adolf Hit­ler, 1922


Gute Nach­rich­ten übri­gens: Jemand hat end­lich RFC 1149 imple­men­tiert!

MontagsmusikPersönliches
Disci­pli­ne. – Befo­re the Storm

EulenkaterMont-argh. Hol­ter­di­pol­ter, da kul­lert das Niveau unter’m Wochen­en­de her­vor. Wenn die Pira­ten­par­tei wählt, dann wählt sie gern von der Geträn­ke­kar­te. Da geht wenig­stens nichts kaputt. Wir sind ja nicht zum Spaß da.

Ande­rer­seits: Spaß? Bei jedem „Tor!“-Ruf im Fern­se­hen befürch­tet man, dass gleich sein Gesicht zu sehen ist, wenn man es schon schafft, ent­schei­den­de Elf­me­ter in ein Eigen­tor zu ver­wan­deln, und sich der Ourob­oros nicht zu dre­hen auf­hört; der Kon­se­quenz aus der Kon­se­quenz kann man nicht mit Umkehr­schlüs­sen begeg­nen. Es funk­tio­niert nur, wenn man es nicht ver­sucht, und es schlägt pom­pös fehl, wenn man sich anstrengt, es aktiv nicht zu ver­su­chen. Das magi­sche Feu­er brennt wohl nur ein­mal im Leben, danach zählt, was man selbst zu lei­sten ver­mag. Wie hat man das damals eigent­lich geschafft? Manch­mal, nur manch­mal ist der freie Fall noch auf­zu­hal­ten, und man streckt die Arme aus und streift zumin­dest wei­ches Fell, das sich ein­fügt wie dafür gemacht. Per­fek­te Momen­te kennt man ja auch nur als „hopp­la, da war wie­der einer“, wie Stern­schnup­pen und Voll­mon­de, man ist ja nicht mehr nur nicht der Schnell­ste, son­dern nun auch noch nicht mehr der Jüng­ste.

Recht hast du, kla­gen­des Käuz­chen in der Fer­ne. Dir fehlt sie auch, nicht?

And I can’t remem­ber befo­re the storm or the oce­an.

Disci­pli­ne band Befo­re The Storm / Blue­print

I can still see the sun in your eyes,
and I can see you the­re like it’s yester­day.

Mor­gen.

Spaß mit Spam
Hel­lo. Re: Maria (ID15896374) 27 y.o chan­ged photos…[hlslvb]

So eine Betreff­zei­le hat den Vor­teil, dass man sofort sehen kann, was der Ver­fas­ser eigent­lich vom Emp­fän­ger zu wis­sen begehrt. In die­sem Fall bin ich rat­los.

Aber der Text selbst ist auch nur bedingt hilf­reich:

[jwkgty­yg]
Hello.[rovjgx]
I am Maria (ID15896374) ‚27 y.o , I chan­ged pho­tos ,
can we chat now?
sweet kiss,
yours Maria
My e‑mail:ledirus2015@(zensiert).ru
[wuv­flbg]

„Ich habe mein Bild geän­dert, hast du jetzt Lust auf eine Unter­hal­tung mit mir?“

Die Atti­tü­de zu ändern wäre womög­lich ziel­füh­ren­der.

gfuth­gut­hgf.

In den Nachrichten
Piëch gehabt

Ende 1997: Die Ver­ein­ten Natio­nen eini­gen sich weit­ge­hend auf das „Pro­to­koll von Kyo­to zum Rah­men­über­ein­kom­men der Ver­ein­ten Natio­nen über Kli­ma­än­de­run­gen“ („Kyo­to-Pro­to­koll“). Die SUV-Nar­ren in den USA unter­zeich­nen nicht, ihnen genügt ihr 1963 beschlos­se­ner Clean Air Act.

14. März 2013: Es wird bekannt, dass ver­schie­de­ne in der EU (ein­schließ­lich Deutsch­land) ver­kauf­te Auto­mo­bi­le sich bei Abgas­tests anders ver­hal­ten als unter reel­len Bedin­gun­gen. Irgend­wo fällt ein Sack nicht näher bestimm­ten Getrei­des um.

April 2015: Fer­di­nand Piëch, Enkel von Fer­di­nand Por­sche und Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der der Volks­wa­gen AG, schei­tert beim Ver­such, sei­nen ein­sti­gen Pro­té­gé Mar­tin Win­ter­korn wegen zu gerin­ger Gewin­ne in den USA aus dem Vor­stand zu drän­gen, und räumt schließ­lich sei­ner­seits sei­nen Posten.

18. Sep­tem­ber 2015: Die US-ame­ri­ka­ni­sche Umwelt­be­hör­de EPA gibt bekannt, dass ver­schie­de­ne in den USA ver­kauf­te Audi- und VW-Model­le sich bei Abgas­tests anders ver­hal­ten als unter reel­len Bedin­gun­gen.

In den fol­gen­den Tagen stürzt die Aktie der Volks­wa­gen AG deut­lich ab. Anle­ger und Käu­fer sind außer sich, dass VW so doof war und sich erwi­schen ließ, und for­dern Scha­dens­er­satz für die durch weni­ger sau­be­re Ver­bren­nung gewon­ne­ne Ben­zi­n­er­spar­nis. Die betrof­fe­nen Model­le wer­den bis auf Wei­te­res nicht ver­kauft.

23. Sep­tem­ber 2015: Mar­tin Win­ter­korn tritt zurück.

Was künf­ti­ge Gene­ra­tio­nen dar­aus viel­leicht ler­nen kön­nen: Das Beschei­ßen von Kun­den und Staat ist ein Kava­liers­de­likt, aber wenn das euren Akti­en­kurs in den USA beein­träch­tigt, seid ihr raus. Der Markt regelt das schon.


Auf Twit­ter wird heu­te der „Bi Visi­bi­li­ty Day“ zele­briert. Vie­le gera­de jun­ge Men­schen for­dern, dass die Gesell­schaft noch deut­li­cher zur Kennt­nis nimmt, dass sie Män­ner und Frau­en vögeln. Schön, dass die Jugend sich noch für wirk­lich wich­ti­ge Din­ge enga­giert.

In den NachrichtenPiratenpartei
Poli­tik ist sexy (in Öster­reich)

FapFapFapWas macht eigent­lich Anne Helm?

Tja, so genau weiß ich das erfreu­li­cher­wei­se auch nicht, halb­nackt für mehr Bom­bar­de­ments zu wer­ben ist auch sooo 2014. Apro­pos 2014: Es ist jetzt unge­fähr ein Jahr her, dass die mitt­ler­wei­le durch den Lan­des­vor­stand in die Auf­lö­sung getrie­be­ne Pira­ten­par­tei Hil­des­heim in einem Sado-Maso-Club tag­te und dadurch viel­fa­che Dis­kus­sio­nen dar­über aus­löst, ob sexu­el­le Frei­zü­gig­keit Gren­zen haben soll­te. Ich weiß auch nicht, wie ich dar­auf kom­me, eigent­lich woll­te ich doch die­se Mel­dung (Vor­sicht: unge­zähl­te hof­fent­lich absicht­lich lächer­li­che Ver­su­che, das Wort „Wich­sen“ zu ver­mei­den) kom­men­tie­ren:

Wer der­zeit auf [You­Porn, A.d.V.] surft, der sieht sich (…) plötz­lich mit einer Dame kon­fron­tiert, die ggf. dem Wunsch nach sexu­el­ler Erleich­te­rung schnell ein Ende set­zen könn­te: Johan­na Miki-Leit­ner, bis­her eher bekannt als Öster­reichs Bun­des­in­nen­mi­ni­ste­rin denn als Dame, die bei You­Porn (in wel­cher Form auch immer) in Erschei­nung tritt.

„Johan­na will dir zuschau­en“ heißt es dort auf einem Foto der Innen­mi­ni­ste­rin. Doch der Klick auf die bewor­be­ne Sei­te zeigt nicht etwa inti­me Ein­sich­ten in das Leben der ÖVP-Poli­ti­ke­rin oder eine Form der maso­chi­sti­schen Betä­ti­gung der You­Porn-Nut­zer, die gleich­zei­tig Geld in Öster­rei­ches Kas­sen spült. Nein, man sieht nur eine Sei­te der Pira­ten­par­tei Öster­reichs, die hier auf das manch­mal recht voy­eu­ri­stisch anmu­ten­de Stre­ben der Mini­ste­rin hin­weist und die Bedeu­tung der Pri­vat­sphä­re her­vor­hebt.

Natür­lich geht die­se Akti­on völ­lig an der Lebens­rea­li­tät der Öster­rei­cher vor­bei; wer guckt schon auf You­Porn, noch dazu ohne einen Wer­be­blocker? :)

Wie nach­hal­tig sie anson­sten sein mag, wird Öster­reich viel­leicht noch erle­ben. Grund­sätz­lich aber ist es löb­lich, dass schon bald im Kom­men­tar­be­reich unter der Mel­dung die Fra­ge auf­kam, wie­so das eigent­lich die Pira­ten­par­tei Deutsch­land noch nicht adap­tiert hat. Ich begrü­ße die­sen Vor­schlag: Nur wenig wird das ein­fa­che Volk so deut­lich zum Nach­den­ken brin­gen wie das ein­ge­blen­de­te Gesicht von Tho­mas de Mai­ziè­re auf einer Por­no­web­site. Ich gehe sogar noch wei­ter und rege hier­mit an, Wer­be­flä­chen mit die­sem Motiv in allen gro­ßen Schund­me­di­en (You­Porn, Red­Tu­be, xHam­ster, RTL-Nach­mit­tags­pro­gramm, BILD, SPIEGEL ONLINE) zu plat­zie­ren. Wäh­len Sie die­sen Mann ab und Sie kön­nen wie­der unge­stört mastur­bie­ren.

Blöd nur, dass die­se Wer­bung dann kei­ner gese­hen haben will.

In den NachrichtenMontagsmusik
Por­ti­co Quar­tet – Ruins

Guten MorgenEs ist so was von Mon­tag, das glaubt ihr gar nicht. Die­ser Tag kämpft mit har­ten Ban­da­gen; noch här­ter als Mat­thi­as Beer­mann, der sich am Frei­tag in der „Rhei­ni­schen Post“ dar­über beklag­te, die „deut­sche See­le“ sei zer­fres­sen von einem „Arg­wohn gegen Ame­ri­ka“, was durch den „völ­lig irra­tio­na­len Kreuz­zug gegen TTIP“ (alle­samt: ebd.) belegt wer­den kön­ne. Ich schla­ge den „Orden wider den tie­ri­schen Ernst“ für Mat­thi­as Beer­mann, einen Troll son­der­glei­chen, vor.

Frei­heit hat ihren Preis. Auch ziem­lich teu­er war übri­gens der „neue“ Ber­li­ner Flug­ha­fen. Auf­grund von Sta­tik­pro­ble­men könn­te es sein, dass er spä­ter fer­tig wird als, sagen wir, GNU/Hurd. Frü­her hätt’s das nicht gege­ben, da hät­te man das den Pro­fis über­las­sen. Ande­res übri­gens auch: Sau­di-Ara­bi­en ist bei den UN nun für Men­schen­rech­te zustän­dig, Sad­dam Hus­sein war lei­der gera­de unpäss­lich.

Kapi­tu­liert haben auch Ande­re, zum Bei­spiel die drei Her­ren von Por­ti­co, die 2013 ihr vier­tes Mit­glied, das „Quar­tet“ im Band­na­men und ihre musi­ka­li­sche Aus­rich­tung ver­lo­ren haben und 2015 mit „Living Fields“ ein schnarch­lang­wei­li­ges Elek­tro­po­p­al­bum auf den Markt schmis­sen. Ihre Vor­gän­ger­band indes hin­ter­ließ man­ches Juwel der zeit­ge­nös­si­schen Jazz­mu­sik, zum Bei­spiel „Ruins“.

Welch tref­fen­der Titel für einen Mon­tag­mor­gen, welch ver­rück­te Benen­nung ange­hörs des Wohl­klangs!

Por­ti­co Quar­tet – Ruins

Guten Mor­gen.