Persönliches
ÖPNV-Gespräche (und sie so: Arschloch)

Wenn meine üblicher­weise eher so maue Stim­mung zu kip­pen dro­ht, schaue ich bisweilen dem Volk aufs Maul und fand bis­lang noch immer einen Grund zum Lächeln.

Und ich lächelte heute nach langer Zeit wieder ein­mal aus­giebig über die Jugend und ihren grandiosen Diskus­sion­sstil, und das gle­ich mehrfach:

Einige Rei­hen hin­ter mir nah­men zwei offen­sichtliche Fre­undin­nen, bei­de augen­schein­lich 15 oder 16 Jahre alt, Platz, und eine von ihnen begann geräuschvoll zu schnat­tern. Dem Geschnat­ter kon­nte ich, da es immer wieder von gefühlt minuten­langem “und ich so ey und er dann so ey nä und ich dann so was und er so na”-Scat unter­brochen wurde, recht müh­e­los fol­gende Sit­u­a­tion ent­nehmen:

Die dergestalt schnat­ternde junge Per­son, der ich an dieser Stelle ein ein­drucksvolles Durch­hal­tev­er­mö­gen attestieren möchte — ich habe nicht auf die Uhr gese­hen, aber ihr Monolog dauerte ohne Unter­brechung von Ein­stieg bis Ausstieg, weshalb mir ihre offen­sichtliche Fre­undin ob ihrer Geduld und ihrer Lei­dens­fähigkeit einen gewis­sen Respekt abnötigt, aber genug davon -, hat­te am oder zum Woch­enende aus irgendwelchen, hier nicht zur Diskus­sion ste­hen­den Grün­den ihren Lebens­ab­schnittspart­ner ent­part­nert und warf ihm nun in Abwe­sen­heit divers­es vor.

So besaß er die Kühn­heit Frech­heit, nach der Tren­nung nicht möglichst lange und qualvoll zu lei­den, son­dern war qua­si umge­hend wieder von Inter­essentin­nen umgeben. Er weigerte sich außer­dem, auf die über diverse Nachricht­en­pro­gramme über­mit­tel­ten Beschimp­fun­gen sein­er ehe­ma­li­gen Fre­undin zu reagieren, so dass sie, wie sie mehrfach betonte, “stinksauer” war, “das Arschloch” aus sämtlichen “Lis­ten” ent­fer­nte und, was sie eben­falls gegen Ende der Bus­fahrt mit steigen­der Häu­figkeit erwäh­nte, ihm bei einem eventuellen kün­fti­gen Zusam­men­tr­e­f­fen “alle Zähne raus[zu]hauen” beab­sichtigte, “Alter”.

Dass sie selb­st indes bere­its wieder von “süßen Jungs” umschwärmt wurde, was ihr nicht viel aus­machte, erwäh­nte sie nur in einem Neben­satz; es war ihr wichtiger, anzumerken, dass ihr Ver­flossen­er es wagte, sich, nach­dem sie ihn ver­lassen hat­te, nach Nach­fol­gerin­nen umzuse­hen.

Uralte biol­o­gis­che Riten machen sich bemerk­bar: Man will selb­st nicht mehr mit dem Ball spie­len, aber man will um jeden Preis ver­hin­dern, dass ihn der­weil ein ander­er benutzt, oder, wie es ein regelmäßiger Leser mein­er Texte bei Kon­fronta­tion mit obiger Geschichte for­mulierte, schön auf das But­ter­brot spuck­en, damit nie­mand anders es bekommt.

Ich nehme in meinem naiv­en Glauben an den Sieg des Ver­standes an, dass es auch eine andere ratio­nale Erk­lärung für dieses Ver­hal­ten gibt, und es ist sehr wahrschein­lich, dass sie mich nichts ange­ht, daher möchte ich hier nun auch keine wirren The­sen auf­stellen.

Lediglich zwei rhetorische Fra­gen möchte ich mir hier erlauben:
Wie, beim Barte des Propheten, soll das ein­er ver­ste­hen? Und ist “beim Barte des Propheten” hier über­haupt der richtige Ter­mi­nus?

Welch­er Prophet ist denn gemeint? Wom­öglich ein bib­lis­ch­er? Woher ist der Zus­tand sein­er Gesichts­be­haarung bekan­nt? Fotografie war damals, so weit die Forschung bis­lang her­aus­fand, noch nicht ver­bre­it­et.

Ihr merkt sich­er, wenn ich druck­voll ver­suche, vom Text abzuwe­ichen, daher kehre ich nun flugs zu ihm zurück. Anfangs erwäh­nte ich, ich hätte mehrfach gelächelt, aber ich unter­schlug im Fol­ge­text alle dem ersten fol­gen­den Läch­ler. Nun, um ehrlich zu sein, waren es ins­ge­samt nur zwei, und der zweite erscheint mir in Rela­tion zum ersten eigentlich fast schon albern und kindisch, aber jet­zt habe ich ja schon ange­fan­gen, also bringe ich es auch zu Ende:

Zwei andere Mäd­chen, von mir geschätzt auf ein Alter zwis­chen 12 und 14 Jahren, fuhren in dem gle­ichen Verkehrsmit­tel wie ich. Es sprach die älter ausse­hende zu der jünger ausse­hen­den über eine Klassenkam­eradin oder gemein­same Fre­undin wie fol­gt:

“Die war heute voll aufge­dreht, die hat zum ersten Mal einen geblasen.”

Natür­lich auch dies nicht geflüstert. Ich, der hin­ten saß, kon­nte es in aus­re­ichen­der Laut­stärke von ihr, die ver­gle­ich­sweise weit vorn saß, vernehmen. Ich ließ mir aber nichts anmerken und grin­ste still in mich hinein.

Um die pein­liche Stille, die hier eigentlich ange­bracht wäre, geschickt zu umge­hen, schließe ich diesen Ein­trag ent­ge­gen mein­er Gewohn­heit nicht mit einem Ver­weis auf irgend­sowas komis­ches oder mit ein­er hier einge­bun­de­nen Fotografie oder son­sti­gen Grafik, son­dern ein­fach so. Und zwar jet­zt.

In den NachrichtenWirtschaft
taz.de: “Schäuble überwacht nun Banken”

Ich weiß noch nicht, was ich an dieser Schlagzeile für humorös­er halte:

Die oben nochmals zitierte Über­schrift, wie Fefe vorschlägt?

Nein, vielle­icht doch eher den Artikel selb­st:

… Ein Job, dessen Inhab­er mit allen poli­tis­chen Wassern gewaschen sein muss, das Ohr der Kan­z­lerin braucht und zugle­ich über Glaub­würdigkeit in der Öffentlichkeit ver­fügt.

Der Mann, auf den diese Stel­lenbeschrei­bung aus Sicht von Kan­z­lerin Angela Merkel passt, heißt Wolf­gang Schäu­ble.

Passt, ja. Wie Faust aufs Auge, Arsch auf Eimer oder Ele­fant in Porzel­lan­laden.

Ürks!

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PersönlichesLyrik
Sie. (Fragment)

… Noch in seinem Ses­sel, er hat­te längst die Zeit aus den Augen ver­loren, überkam ihn ein selt­sames Gefühl. Er blick­te an sich herab. Was war nur mit ihm passiert?
Er ließ die Zeit, seit sie fort war, Revue passieren. Das war nun schon lange her, und den­noch berührte es ihn noch immer sehr, wann immer er an sie dachte; und er dachte oft an sie.

Als sie noch bei ihm war, so sagten seine Fre­unde und seine Fam­i­lie, schien er voller Lebens­freude, mit sich und dem Leben im Reinen. Seine Augen leuchteten und seine Wan­gen glüht­en, wenn er von ihr sprach. Sie hat­te sein Leben bere­ichert, war längst zu einem Teil von ihm gewor­den; nein, sie war sein Leben. Men­schen verän­dern sich, dachte er, und das nicht immer nur zum Guten. Er hat­te es, wie so oft, gründlich ver­mas­selt, hat­te dadurch, dass er nur keine Fehler machen wollte, den größten Fehler seines bish­eri­gen und, so meinte er, ver­mut­lich auch zukün­fti­gen Lebens gemacht.

Hat­ten sie nicht die schön­ste Zeit ihres oder jeden­falls min­destens seines Lebens gemein­sam ver­bracht? Und dachte sie eigentlich genau so? Er wusste es nicht, es war ihm in dieser Minute auch völ­lig egal. “Ganz schön selb­st­süchtig”, dachte er und ver­achtete sich, wie so oft in den let­zten Monat­en, für seine eige­nen unaus­ge­sproch­enen Gedanken.

Nach­dem sie es been­det hat­te, war er nicht in Depres­sion ver­fall­en — die hätte er ver­mut­lich längst über­wun­den -, son­dern in Apathie. Seine Zukun­ft­spläne lagen in Scher­ben, das Leucht­en war ver­schwun­den. Es blieb eine Leere, die er, wenn er die Augen schloss, wie ein großes schwarzes Loch vor sich sah.

Im Radio lief “Was zählt” der Toten Hosen. Er sang leise mit:

“Für mich ist gestern wert­los und mor­gen ganz egal, so lange du mir ver­sprichst, dass du mich hal­ten kannst…”

Über all die Monate, bald Jahre hat­te er jeglich­es Inter­esse daran, seine Ver­gan­gen­heit endlich ruhen zu lassen, abgelegt. Nie­mand anders, dessen war er sich sich­er, hat­te ihm je dieses Gefühl gegeben, und er kon­nte sich nicht vorstellen, dass eine andere es ihm jemals geben kön­nte.

Er war damals — früher — sich­er nie ein Kostverächter gewe­sen, aber er wusste: Wenn er jemals wieder glück­lich wer­den wollte, brauchte er sie dafür. Natür­lich gab es andere Frauen in seinem Fre­un­des- und Bekan­ntenkreis, und natür­lich hätte er, und sei es aus Trotz, ver­suchen kön­nen, seine Geschichte in ihren Armen zu vergessen. Allein: Er wusste eben­so wie sie, dass dies unmöglich funk­tion­ieren kon­nte. Er würde ihnen — und sich — das Herz brechen. In seinen Träu­men sah er sie. In seinen Träu­men war er glück­lich, seine Augen leuchteten und seine Wan­gen glüht­en. Nein, so kon­nte das nicht funk­tion­ieren.

Vielle­icht hat­te er nur noch eine Chance, vielle­icht keine mehr; auf jeden Fall musste er es ver­suchen. Er musste seinen Mut zusam­men­nehmen, er musste sie zurück­gewin­nen. Was sollte ihm passieren? Er hat­te nichts zu ver­lieren, er kon­nte nur gewin­nen. Den Haupt­gewinn. Sie.

Zufrieden lächel­nd im Gedanken an das Glück griff er zaghaft nach der Bier­flasche, die halb geleert neben ihm stand.
Eine ver­traute Stimme in sein­er Erin­nerung flüsterte leise: “Ich liebe dich.” …

(Stim­mung heute: Schwül­stig.)

PolitikNetzfundstücke
Jubiläum: 30 Jahre paranoid

Vor unge­fähr 30 Jahren urteilte die dama­lige Regierung über das sich ankündi­gende RTL-Fernse­hen in Deutsch­land fol­gen­der­maßen:

“Ich kann mir nichts Gefährlicheres für die Fam­i­lie vorstellen.” Zu viele Krim­is, Quiz und Shows macht­en die Men­schen “muf­fig und sprach­los”.

Der Unter­gang nicht nur men­schlichen Miteinan­ders, son­dern auch öffentlich-rechtlich­er Fernsehsender und wer­be­fi­nanziert­er Nachricht­en­magazine wurde vorherge­sagt, und man hat­te schon einen Plan in pet­to, um der unlieb­samen neuen Medi­en­welt Ein­halt zu gebi­eten:

Jus­tizmin­is­ter Vogel hat eine mögliche Ver­fas­sungsän­derung schon vorbe­dacht. Sein­er Ansicht nach ist die nach Artikel 5 des Grundge­set­zes garantierte Infor­ma­tions­frei­heit “eingeschränkt” durch den Artikel 6, der die Fam­i­lie schützt. Vogel: “Wir kön­nen doch nicht zulassen, daß durch Infor­ma­tion­süber­flu­tung die Pri­vatheit der Fam­i­lie zer­stört wird.”

(Voll­ständi­ger Text: SPIEGEL 40/1979, 1. Okto­ber 1979.)

Wer­be­fi­nanziertes Pri­vat­fernse­hen war Ende der 70-er Jahre also so unge­fähr das, was heute das Inter­net ist; min­destens der Unter­gang der men­schlichen Zivil­i­sa­tion und die Ursache für die geistige Abs­tump­fung und den moralis­chen Wertev­er­fall ganz­er Gen­er­a­tio­nen, dem und der man mit allen Mit­teln einen Riegel vorzuschieben hat­te. (Die nahe liegende Frage, ob das Beispiel RTL für eine zynis­che Betra­ch­tung dieses The­mas allzu geeignet ist, möchte ich an dieser Stelle nicht berück­sichti­gen.)

Hat eigentlich darüber schon jemand eine aus­führliche Abschlus­sar­beit ver­fasst? Son­st merke ich mir das The­ma schon mal für später…

In den Nachrichten
Schärfer als die Realität

Ich rolle mich inner­lich lachend auf dem Par­kett herum, wenn ich fol­gende Mel­dung lese:

Weil ein Ober­stab­s­feld­webel bei der Präsen­ta­tion eines pro­fes­sionellen Schießsim­u­la­tors ins Schwär­men geri­et und das Sys­tem laut ein­er Zeitung “bess­er als jede Playsta­tion” fand, hagelt es nun Kri­tik von Eltern­ver­bän­den und Lan­despoli­tik­ern.

(…)

Nach Angaben der Zeitung trainieren Sol­dat­en in dem com­put­era­n­imierten Kino mit Elek­trowaf­fen für den Ein­satz in Afghanistan. Die Eltern kri­tisieren laut dem Bericht, dass sie ver­sucht­en, ihre Kinder von Baller­spie­len fernzuhal­ten, und dann passiere in der Kaserne so etwas.

Ich fasse das mal zusam­men:

  • Eine Schulk­lasse besucht eine Kaserne.
  • In dieser Kaserne befind­en sich Sol­dat­en.
  • Diese Sol­dat­en wer­den dazu aus­ge­bildet, im Zweifels­fall gezielt Men­schen zu ermor­den, gern auch mehrere auf ein­mal.
  • Die Eltern hal­ten es für unver­ant­wortlich, wenn ihre Kinder in dieser doch eigentlich so harm­losen und lehrre­ichen Umge­bung mit Schießsim­u­la­toren kon­fron­tiert wer­den.

Kich­er aber auch:

“Ich halte es für päd­a­gogisch nicht vertret­bar, wenn Her­anwach­senden ein solch­er Schießsim­u­la­tor vorge­führt wird”, sagte (…) Ekke­hard Klug.

Da wollen die Päd­a­gogen nur das Beste für ihre Schüt­zlinge, und dann wer­den sie in ein­er Kaserne unver­hofft mit Gewalt und Schießereien kon­fron­tiert. Frech­heit, das.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Datenleck im Hirn

Facebook? Facepalm.Da schau her: Gold­man Sachs macht wieder reko­rd­verdächtige Umsätze. Es reicht ja, wenn die Wirtschaft­skrise den Steuerzahler beutelt.

Grandios unterge­gan­gen ist übri­gens auch das Aktions­bünd­nis Win­nen­den, das sich der Ein­fach­heit hal­ber auch nicht zu der Frage durchrin­gen kann, wieso Amok­läufe fast immer aus­gerech­net in Schulen stat­tfind­en, son­dern lieber für viel Geld dazu aufrufen, Spiele-CDs zu entsor­gen.

Medi­en­präsen­ter allerd­ings ist derzeit das mit der Sicher­heit dieser ominösen “Web‑2.0″-Anwen­dun­gen. Damit meine ich nicht mal unbe­d­ingt den unge­fähr siebe­nund­drölfzig­sten Ver­such unin­formiert­er Medi­en, das bloße Ausle­sen von SchülerVZ-Dat­en für einen fiesen Hack zu hal­ten, son­dern die Tat­sache, dass unab­hängig vom ver­wen­de­ten Por­tal mit der Nutzung auch die Sicher­heit­sprob­leme steigen.

Warum eigentlich sind immer noch Men­schen, die schon länger als eine Woche im Inter­net aktiv sind, der Mei­n­ung, sie seien aus­gerech­net auf Inter­net­seit­en, auf denen sie teil­weise ihr ganzes Leben zur Schau stellen, vor unan­genehmen Über­raschun­gen sich­er?

Für die Antwort auf drin­gende Fra­gen wie “Welche Simp­son-Fig­ur bist du?” bit­ten sie den Anwen­der zunächst um Zugang zu seinem [Benutzer-]Kon­to. Ges­tat­tet er das, haben sie Zugriff auf alle Ressourcen des Anwen­ders.

Ich bin immer wieder beein­druckt von Leuten, die für solcher­lei triv­iale Zwecke jeglichen Ver­stand über Bord wer­fen. Über den prak­tis­chen Nutzen von zumeist kom­merziell ori­en­tierten (auch Wer­bung bringt Ein­nah­men, liebe Leser) und für die zwis­chen­men­schliche Kom­mu­nika­tion alle­samt immens wichti­gen Seit­en wie Face­book oder Wer-ken­nt-Wen möchte ich mich auch an dieser Stelle gar nicht aus­lassen, den kann sich ver­mut­lich jed­er, der aus­re­ichend Chuzpe Auf­nah­me­fähigkeit vorzuweisen hat, hier ab und zu vor­beizuschauen, selb­st gut aus­malen (so mit Bunts­tiften und allem, was man son­st so braucht), aber mal ganz unter uns, liebe Gen­er­a­tion Inter­net:

Warum tut ihr das?

Sich­er bleibt es jedem selb­st über­lassen, wie viel er von sich preis­geben möchte. Nie­mand kann euch daran hin­dern, die Nack­t­tanz­bilder von der let­zten Sauf­par­ty auf irgen­deine Seite zu kleis­tern. Damit tut ihr besten­falls euch selb­st keinen Gefall­en, aber schadet son­st nie­man­dem damit. Aber gewöh­nt euch bess­er ab, Eingabefelder immer als Auf­forderung zum Eingeben pri­vater Dat­en mis­szu­ver­ste­hen. Der Com­put­er denkt nicht für euch.

Ich wün­schte, dieser Satz stünde rot, fett und lustig blink­end ganz oben und (zur Sicher­heit) ganz unten auf jedem Bild­schirm dieser Welt, sobald er eine dieser Seit­en anzeigen muss.

Unver­mutet auf­tauchende Eingabefelder soll­ten sel­ten dazu genutzt wer­den, irgendwelche Pass­wörter einzu­tip­pen, schon gar nicht die eige­nen. Aber ich habe die unan­genehme Vorah­nung, dass die “Betrof­fe­nen” nichts aus ihren Fehlern ler­nen wer­den. Sie wer­den auch weit­er­hin ihre Freizeit damit ver­brin­gen, drin­gen­den Fra­gen nachzuge­hen, deren Beant­wor­tung früher ein­mal die Auf­gabe von Zeitschriften wie der Micky Maus war, sie wer­den sich auch weit­er­hin von lang­weili­gen Spießern nicht vorschreiben lassen, wie sie ihr geiles und buntes Inter­net gefäl­ligst zu bedi­enen haben, sie wer­den auch weit­er­hin hier klick­en, wenn hier ste­ht “hier klick­en”, und sie wer­den auch weit­er­hin ihre Pro­file auf irgendwelchen deklassierten “Fre­unde dich mit Leuten an, denen du draußen an der frischen Luft am lieb­sten einen Tritt in den Hin­tern geben würdest”-Portalen mit Dutzend­sprüchen, schlechter Musik, unlusti­gen Grafiken und den Fotos von der let­zten Sauf­feier beschmieren. Immer­hin ste­ht groß dran: “Nur für Fre­unde sicht­bar”.

Nicht wahr?

KaufbefehleMusikkritik
Rammstein — Liebe ist für alle da

Fleißige Leser dieser flauschi­gen Inter­net­präsenz haben sich­er in eini­gen mein­er Beiträge schon eine Affinität zu melodis­ch­er Frick­el­musik erken­nen kön­nen. Ich hoffe, all jene, die solcher­lei erkan­nt haben, ver­fü­gen über starke Ner­ven oder sitzen ger­ade auf einem vor verse­hentlichem Herun­ter­fall­en geschützten Möbel­stück, denn ich muss nach eini­gen Stun­den inten­siv­en Hörens ein wom­öglich über­raschen­des Geständ­nis machen:

Das neue Album von Ramm­stein ist klasse.

Man kann von den Brachial­rock­ern hal­ten, was man will, man kann sie auch auf­grund ihrer ost­deutschen Herkun­ft in einem Atemzug mit Tokio Hotel nen­nen, wie es der früher eigentlich mal ganz okaye Musik­ex­press in der aktuellen Aus­gabe tut und sich damit jegliche Sym­pa­thien bei mir ver­spielt hat, aber man kommt nur schw­er­lich an ihnen vor­bei.

Nach den bei­den schwachen Alben “Reise, Reise” und “Rosen­rot”, erschienen in den Jahren 2004 und 2005, hörte man nicht mehr viel von dem Sex­tett. Zwis­chen­drin erschien mit “Völker­ball” ein Liveal­bum, das aber nicht beson­ders viel Auf­se­hen erregte. Ich habe es anfangs nicht ein­mal bemerkt.

Erst im Som­mer 2009 war die Band wieder in den Schlagzeilen, allerd­ings mit ein­er Schlagzeile, die nicht unbe­d­ingt für all­ge­meine Freude gesorgt hat: Nach­dem Auss­chnitte aus dem Album “Liebe ist für alle da”, um das es hier geht, ihren Weg ins Inter­net “gefun­den” hat­ten, gab es Abmah­nun­gen in nicht geringer Zahl sowie eine min­destens eben­so große Zahl an davon bee­in­flussten Schmähkri­tiken in deutschsprachi­gen Weblogs zu lesen. Ich habe mich da mal vornehm zurück­ge­hal­ten; Auss­chnitte aus urhe­ber­rechtlich geschützten Werken und Hin­weise hierzu unge­fragt auf irgendwelchen Nachricht­en­seit­en zu veröf­fentlichen ist nichts, was man als Kün­stler ignori­eren müsste, Bürg­er­rechte hin oder her. Wer immer für diese Abmah­n­welle ver­ant­wortlich war: Es war sein gutes Recht. Kor­rek­tur: Es war zumin­d­est aber nicht nett. (Danke an Peter für den Hin­weis. Manch­mal schreibe ich mich verse­hentlich in Rage und vergesse dabei einige nicht ganz unwichtige Details.)

Nach­dem also jeden­falls die Propheten des Unter­gangs des Abend­lan­des allmäh­lich ver­s­tummt waren, rück­te man endlich mit der Sprache raus und machte wieder das, was man in den weichge­spül­ten Vorgänger­al­ben vor Eingängigkeit ganz überse­hen hat­te; Man brach Tabus.
Die Sex­u­al­isierung in der Musik ist nun kein unbe­d­ingt neues The­ma mehr, ein Musikvideo als Pornofilm zu drehen nur kon­se­quent. Den­noch wurde dieser Schritt natür­lich all­ge­mein als Tabubruch beze­ich­net, ohne dass irgend­je­mand mal dazu geschrieben hätte, welch­es noch beste­hende gesellschaftliche Tabu denn mit­tels dieses Videos nun gebrochen sei. Die Darstel­lung sex­ueller Aktiv­itäten im Inter­net ist jeden­falls sich­er nicht gemeint, und im Fernse­hen läuft, so weit mir bekan­nt ist, auss­chließlich eine zen­sierte Fas­sung.

Das ehe­ma­lige Nachricht­en­magazin Der Spiegel hat das mit der Ironie noch immer nicht so ganz ver­standen und zitiert Paul Lan­ders infor­ma­tiv, aber auch sug­ges­tiv:

Gitar­rist Paul Lan­ders behauptet, die Pro­voka­tion sei keine bewusste Strate­gie. “Wir sitzen doch nicht am Schreibtisch und fra­gen uns: Wo kön­nten wir noch provozieren?”, sagt er, während seine Nieten und Ket­ten klap­pern, “so komisch es klingt: Die Pro­voka­tion find­et uns”.

Die Her­vorhe­bun­gen sind, wie meist, von mir.

Sich­er kann man Ramm­stein dergestalt als fortwährend irgendwelche “Tabus” brechende Bösewichte darstellen, und sie sind auch nicht ganz unschuldig daran. Dies jedoch möchte ich von nun an wieder den etablierten Klatschme­di­en über­lassen und lieber wieder zum The­ma zurück­kom­men:

Das neue Album von Ramm­stein ist klasse.

Bere­its das erste Stück, “Ramm­lied”, zeigt, dass “Liebe ist für alle da” wieder den Stil der ersten Alben “Herzeleid” und “Sehn­sucht” auf­greift. Melodis­che, bal­ladeske Selt­samkeit­en, wie sie auf den bei­den Vorgänger­al­ben vorherrscht­en, sind hier nur noch eingeschränkt zu find­en. Stattdessen begin­nt das Album mit — ich schreib’s noch mal — dem “Ramm­lied”, das an das Lied “Ramm­stein” vom Album “Herzeleid” anknüpft, mich textlich bei jedem Hören an “Super Drei von den Ärzten erin­nert und zu dem man ordentlich auf die sprich­wörtliche Kacke hauen kann. Auf diesem Niveau geht es erfreulicher­weise auch weit­er, Aus­fälle gibt es nicht. Mit “Früh­ling in Paris” ist auch mal wieder eine Bal­lade im Stil des furcht­bar eingängi­gen “Ohne dich” dabei, die aber den guten Ein­druck auch nicht mehr ruinieren kann.

“Liebe ist für alle da” ist ein dur­chaus mit Bedacht gewählter Titel für das Album; mit Aus­nahme des Ramm­lieds han­deln tat­säch­lich alle Titel von Liebe in seel­is­ch­er oder rein kör­per­lich­er Form — natür­lich, in Ramm­stein-Manier, mit sado­masochis­tis­chen Zügen inklu­sive ein­er Schilderung des Inzest­falls von Amstet­ten, all dies unter­malt von Musik der härteren Gan­gart, wie sie zulet­zt auf “Herzeleid” und “Sehn­sucht” so ausufer­nd zu hören war. Dazu schre­it und singt Till Lin­de­mann, der seine Stimme um gle­ich mehrere Nuan­cen erweit­ert zu haben scheint, mit ein­er Kraft, dass es eine wahre Freude ist. Schön, dass sie wieder zu ihrer alten Form gefun­den haben. Jet­zt bitte so bleiben!

Schrieb ich schon, dass das Album klasse ist?

Nach­trag vom 6. Novem­ber: Ange­blich ist das Album nun indiziert. Ein weit­er­er Kau­fan­reiz für das jün­gere Pub­likum, wie ich annehme.

In den NachrichtenPiratenpartei
Heiße Luft, und Sie?

Aha:

Die Unter­händler von Union und FDP sind sich laut einem Bericht der Deutschen Presseagen­tur in allen wichti­gen Sicher­heit­s­the­men einig.

Das klingt wie eine Dro­hung.

Bei der Vor­rats­daten­spe­icherung solle die Nutzung der Dat­en auf schwere Gefahren­si­t­u­a­tio­nen beschränkt wer­den, zitiert die dpa Bun­desin­nen­min­is­ter Wolf­gang Schäu­ble (CDU).

Wer ständig und über­all schwere Gefahren für das Land wit­tert, hat es ein­fach, solcher­lei “Ein­schränkun­gen” zu beschließen. Inter­es­sant auch: Ursprünglich sollte die Vor­rats­daten­spe­icherung gegen Ter­ror­is­mus ver­wen­det wer­den, inzwis­chen also all­ge­mein für “schwere Gefahren­si­t­u­a­tio­nen”.

Bei den Inter­netsper­ren hät­ten sich die Ver­hand­lungspart­ner darauf ver­ständigt, dass das Bun­deskrim­i­nalamt (BKA) zunächst ver­suchen solle, kinder­pornografis­che Seit­en zu löschen statt zu sper­ren.

Die Her­vorhe­bung ist von mir und die Änderung ist keine. Dank der Inter­ven­tion der SPD wurde das Gesetz bere­its in dieser Form beschlossen. Ver­ständlich aber, dass davon nicht mehr die Rede ist.

Wie weit sollen diese Ver­suche eigentlich gehen? Kann da auch ein­er sagen, och, nö, da sper­ren wir lieber gle­ich?
Da die Zen­surmech­a­nis­men offen­bar also erhal­ten bleiben, bleibt das ursprüngliche Prob­lem auch beste­hen. “Vor­erst vom Koali­tion­stisch”? Welch ein Geschwätz!

Für heim­liche Online-Durch­suchun­gen von Com­put­ern soll kün­ftig die Gen­er­al­bun­de­san­waltschaft einen Antrag stellen müssen.

Keine Änderung im Vorhaben, nur eine Ver­lagerung der Zuständigkeit. Grandios.

Ins­ge­samt meinen Glück­wun­sch an die F.D.P.; damit wäre die Partei, die sich in den Wochen vor der Wahl als “bessere Piraten­partei” darzustellen ver­suchte, nun­mehr in allen entschei­den­den Punk­ten über­stimmt.

Wie hieß es noch vor kurzem?

Eine Koali­tion darf es nur geben, wenn die Vor­rats­daten­spe­icherung zurückgenom­men wird!

“Heiße Luft würde Schwarz-Gelb wählen.”

MusikSonstigesNetzfundstückeKaufbefehlePersönliches
Wirre Gedankenfetzen, mit denen ich Twitter nicht belästigen wollte.

Ich wurde nun in einem Blog ver­linkt, das ein eigentlich recht inter­es­santes The­ma behan­delt, und füh­le mich sehr geehrt. Ich sollte das als Anreiz nehmen, hier mehr und öfter zu schreiben, aber — wie so oft — fehlt es ein­fach meist an Bericht­enswertem.

Außer­dem hat Peter mein Blog als zu unver­ständlich kri­tisiert. Das nimmt mich doch recht mit.

Also schmiere ich hier ein­fach mal ein paar nicht zusam­men­hän­gende Satzfet­zen und Gedanken hinein und hoffe, dass es keinem auf­fällt. Und falls doch: Bitte nicht pet­zen.

Also:

Ich sollte häu­figer Anzüge tra­gen, das kommt ange­blich gut an. In dreiein­halb Wochen steigt das Konz­ert des Jahres in der Stadt der Sehn­sucht. Aben­dröte legt eine merk­würdi­ge Pati­na über die Seele. Bin ich eigentlich der einzige Blog­ger, der “I wan­na take a ride on your dis­co stick” für einen unguten Text zu ein­er Wer­be­un­ter­malung hält? Über­mor­gen erscheint, apro­pos, das neue Album der Gold­e­nen Zitro­nen. Sehr gut, so weit die “Reinhören”-Funktion von Amazon.de dies zuließ.

Pri­ma und dann doch irgend­wie apro­pos: Frank schreibt und sam­melt wieder, bei­des in neuer Gestal­tung. Ab und zu mal vor­beizuschauen wird emp­fohlen.

(Reicht für heute.)
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PersönlichesSonstigesIn den Nachrichten
Medienkritik XVI: Drama, Baby! (lächel)

Auf der Suche nach Zer­streu­ung fiel mein Blick vor eini­gen Stun­den auf eines jen­er Klatschblät­ter, die all­wöchentlich erscheinen und die sich in ihrer niedri­gen Preis­gestal­tung wie auch in ihrer sicher­lich keines­falls kreativ­en oder wenig­stens ein­prägsamen Namensge­bung gegen­seit­ig noch zu unter­bi­eten wis­sen, so dass aufmerk­same Beobachter sich jede Woche aufs Neue und nicht ein­mal zu Unrecht fra­gen, woher der von Krisen, wie es heißt, arg gebeutelte Markt denn aus­re­ichend viele Inter­essen­ten für so viele Nuan­cen des stets gle­ichen Pro­duk­ts anzuziehen ver­mag, und ich musste ein wenig schmun­zeln. Dies nicht etwa, weil die sich mir ent­bi­etende Front­seite jenes Mag­a­zins ein gewolltes oder gewollt scheinen­des Amuse­ment beherbergte, son­dern der Absur­dität der Schlagzeile geschuldet, die sich mehr­far­big ins Auge des Betra­chters fraß und unge­fähr so lautete:

Fam­i­lien-Dra­ma bei TV-Koch Johann Lafer:
Selb­st­mord-Schock

Diese immer­hin nur mit gefühlten zwölf Aus­rufeze­ichen abgeschlossene Kurzmel­dung wurde kon­trastiert mit ein­er neben­ste­hen­den Fotografie des vergnügt lächel­nden Kon­ter­feis eben­jenes Fernsehkochs, als wollte er sagen: “Seht mal, für welch voyeuris­tis­che Klien­tel ich als Kau­fan­reiz dienen soll! Ist das nicht albern?”

Ich bin trotz stetig fortschre­i­t­en­der Alterung noch immer nicht ein­fältig genug, Recherchen darüber anzustellen, was bei TV-Koch Johann Lafer denn passiert sein mag, dass es die Aufmerk­samkeit poten­zieller Leser in gle­ichem Maße zu erheis­chen ver­sucht wie die auf nur wenige Meter ent­fer­n­ten Titel­seit­en großer Nachricht­en­magazine zu sehen­den innen- und außen­poli­tisch aktuellen und auch für TV-Koch Johann Lafer sich­er nicht unbe­deu­ten­den The­men wie zum Beispiel die sich täglich in von Frieden­strup­pen beset­zten Gebi­eten eben­falls zutra­gende, sich aber keines­falls auf wie auch immer geart­ete Fam­i­lienkreise beschränk­enden Dra­men (unter Zuhil­fe­nahme ein­er, zugegeben, recht umgangssprach­lichen Ver­wen­dung des Wortes Dra­ma), daher verzichtete ich aus­nahm­sweise auf einen Blick ins Innere des vergebens um mein Inter­esse buh­len­den Heftes. Vielmehr gefällt es mir, ver­schiedene mögliche Szenar­ien zu ersin­nen und über jedes von ihnen entrüstet den Kopf zu schüt­teln.

So komme ich wenig­stens zu etwas Bewe­gung.

KaufbefehleMusikkritik
Jardín de la Croix — Pomeroy

Für die Fre­unde instru­men­tal­en Jaz­zrocks zwis­chen King Crim­son und Rush noch kurz ein musikalis­ches Fund­stück, das, 2008 ent­standen, bis vor weni­gen Minuten noch in meinen Archiv­en schlum­merte:

Rauhe, aber melodis­che Gitar­ren­riffs über­lagern und verzwirbeln sich zu einem kom­plex­en, aber trotz­dem durch­schaubaren Geflecht. Kurze Soli schnei­den wie Messer­stiche durch das Riff-Netz. Der Bass bril­liert mit melodis­chen Läufen und das Schlagzeug explodiert regelmäßig im Unter­grund. Die Spanier kreieren mal met­allisch ange­hauchte Rif­forgien, mal melodis­che Postrock-Klang­wälle und mal ein­fach fast schon san­ft dahin­glei­t­ende epis­che Ton­land­schaften mit mediter­ran­er Leichtigkeit. Und ein Händ­chen für ungewöhn­liche Arrange­ments haben die Jungs auch, da sei exem­plar­isch die Stelle gegen Ende von “Suo­mi” erwäh­nt, wenn sich aus dem E‑Gi­tar­ren-Riff­ing langsam eine akustis­che Gitarre her­auss­chält und dann genau­so langsam, majestätisch, sich wieder ins E‑Gi­tar­ren-Nir­vana ver­liert.

Sich­er keine Dutzend­ware und oben­drein kosten­los zu beziehen, daher eine uneingeschränk­te Lauschempfehlung für alle, denen Atmo­sphäre in der Musik wichtig ist und die auch auf Gesang oder allzu ausufer­n­den Gitar­ren­lärm verzicht­en kön­nen.

Zu haben gibt es das gute Stück auf Jamendo.com; wer dieser Seite aus beliebi­gen Grün­den nicht so recht über den Weg traut, der wird natür­lich, wie immer, auch bei eMule fündig.

Einen angenehmen Start in die Woche wün­sche ich.

PolitikIn den Nachrichten
Kriegsnobelpreis für den Messias

22. Sep­tem­ber 2009: Nahost: Oba­ma drängt auf schnelle Friedensver­hand­lun­gen

Ah?

9. August 2008: Oba­ma is no friend of Israel
29. August 2009: Oba­ma will mehr deutsche Sol­dat­en nach Afghanistan entsenden lassen
12. Sep­tem­ber 2009: 3000 weit­ere US-Sol­dat­en nach Afghanistan
15. Sep­tem­ber 2009: USA ver­ab­schieden sich von rechtlich verbindlichen Zie­len bezgl. des Kli­maschutzes
16. Sep­tem­ber 2009: Oba­ma dro­ht Entwick­lungslän­dern mit “grünem” Han­del­skrieg
27. Sep­tem­ber 2009: Oba­ma lässt Guan­tá­namo doch länger geöffnet
28. Sep­tem­ber 2009: Oba­ma und Netan­jahu dro­hen Iran
30. Sep­tem­ber 2009: Oba­ma beze­ich­net Krieg in Afghanistan als NATO-“Mission”
5. Okto­ber 2009: Oba­ma will das Prob­lem mit dem Iran “nicht mehr lange” nur mit Worten zu lösen ver­suchen
6. Okto­ber 2009: Oba­ma empfängt Dalai Lama nicht
7. Okto­ber 2009: Oba­ma bekräftigt “Kampf gegen Ter­ror­is­mus”

Die logis­che Kon­se­quenz:

9. Okto­ber 2009: Oba­ma erhält Frieden­sno­bel­preis


(Auch recht gute Rand­no­tiz: Ein Sprech­er im ZDF ver­wech­selte Phish­ing mit Fist­ing. Und ich habe es zu spät gese­hen. Mist.)

Nach­trag vom 10. Okto­ber:
Auch Fam­i­lie Oba­ma fis­tet gern. Wom­öglich im Inter­net?

In den Nachrichten
Polizei, Polizei!

Das meinen die aber jet­zt nicht ernst, oder?

Der Bund Deutsch­er Krim­i­nal­beamter … erneuert anlässlich seines ger­ade stat­tfind­en­den Bun­des­delegier­tent­ages in Suhl seine Forderung nach dem Notruf-But­ton für Brows­er. Damit möcht­en die Krim­i­nalpolizis­ten wirk­sam Web-Ange­bote auf­spüren, die zum Beispiel Kinder­pornografie oder radikales Gedankengut ver­bre­it­en. Auch schnelle Infor­ma­tio­nen an eine Clear­ing-Stelle etwa über Chat­in­halte mit Ankündi­gun­gen von Suizid, Amok­lauf oder ver­baler beziehungsweise sex­ueller Beläs­ti­gung inner­halb von Cha­t­rooms haben die Krim­i­nal­beamten im Visi­er.

Wirk­sam auf­spüren? Um dann was zu tun — ein Stopp­schild davorset­zen? Löschen geht bekan­ntlich “nicht so ein­fach”.

Und wer soll sich um die Auswer­tung der Infor­ma­tio­nen küm­mern, also Spaßmel­dun­gen her­aus­fil­tern und dann den Kon­text eventuell “verdächtiger” Chat­di­aloge analysieren, um eventuelle Ironie zu erken­nen?

Schwache Gemüter kön­nten sich des Weit­eren zum Beispiel auch von eini­gen Inhal­ten dieser von Ihnen, lieber Leser, derzeit kon­sum­ierten Inter­net­seite ver­bal belästigt fühlen oder meine Herb­st- und Win­ter­de­pres­sio­nen gar als angekündigten Suizid werten. Und wo soll das dann noch enden?

Anders aus­ge­drückt:
Was für welt­fremde Gestal­ten arbeit­en eigentlich beim BDK?

NetzfundstückeIn den NachrichtenFotografie
Heiter bis wolkig.

Das Herz schlug schon im Herb­strhyth­mus.

Man hat­te sich schon an den Gedanken gewöh­nt, nun vor­erst wieder eingepackt wie das Miche­lin-Män­nchen durch die Herb­st­land­schaft spazieren und düstere Musik hören zu müssen, um der merk­würdi­gen Melan­cholie, die der Anblick fal­l­en­der Blät­ter in der Seele des Beobachters zweifel­sohne her­vorzu­rufen in der Lage ist, angemessen Trib­ut zu zollen, und dann so was:

Heiter bis wolkig

Frech­heit eigentlich.

‘Heit­er bis wolkig.’ weit­er­lesen »