Spaß mit Spam
Hallo!

“Nina” — Absender “sandra@(Domain)” — sandte mir unter obigem Betr­e­ff fol­gende beschauliche Mail (natür­lich im HTML-For­mat, geschrieben mit Win­dows Mail):

Hal­lo
Ich mochte ein inter­es­san­ter Mann zu find­en

Zeilenum­brüche sind das neue Aus­rufeze­ichen.

Ich hoffe, ich bin richtig schriftlich

Na, aber so richtig schriftlich!

Ich schicke Ihnen mein Foto

Nein, Sie schick­ten mir ein photo.zip, in dem sich ein photo.scr, also ein “Bild­schirm­schon­er” (der unter Win­dows aus­führbaren Code enthal­ten kann und wird), befind­et.
Ich schone meinen Bild­schirm und guck’s mir bess­er nicht an.

magst du mich?

Nein.

kussen

kissen
so richtig ins Gesicht
dolle drück­en

Immer wieder gern:
— ich

In den Nachrichten
Die Segnungen des Internets

Am 12. Dezem­ber wird irgend­wo Schnee liegen!

Das ist nicht inter­es­sant? Hm, wie wäre es damit?: Am 12. Dezem­ber wer­den Kinder geboren!

Auch nicht? Dann sich­er auch nicht dies: Am 12. Dezem­ber wird der Papst seinen zweit­en Tweet abset­zen!

Aus mir unerfind­lichem Grund ist zumin­d­est let­zteres aber so unfass­bar bemerkenswert, dass das die Medi­en von Frank­furter Neuer Presse über den Köl­ner Stad­tanzeiger bis zu SPIEGEL Online so sehr bewegt, dass sie dieser Null­nachricht promi­nen­ten Platz ein­räumten. Selb­st ich tu’ das ger­ade, und ihr ver­schwen­det ern­sthaft eure Zeit damit, das zu lesen. Ich bin stolz auf euch.

Ver­mut­lich soll die Welt bewe­gende Neuigkeit sig­nal­isieren, dass die katholis­che Kirche den Mief der mit­te­lal­ter­lichen, mafiös organ­isierten Insti­tu­tion able­gen möchte. Das ist zwar ver­ständlich, aber auch ver­ständliche uner­wün­schte Wer­bung bleibt uner­wün­schte Wer­bung.

Und dann aber ander­er­seits: Ja, der Papst twit­tert — die katholis­che Kirche ist endlich in der Neuzeit angekom­men! Vor­bei ist’s mit der Rück­ständigkeit, zum Beispiel der Hal­tung zur Homo­sex­u­al­ität, zu Sex­u­al­ität, zur evan­ge­lis­chen Kirche, zu Schei­dun­gen, zu Pädophilie, zu -

Schon gut, hab’ nichts gesagt.

Montagsmusik
Gotye — State of the Art

Der bel­gisch-aus­tralis­che Musik­er Gotye ist der gegen­wär­ti­gen Gen­er­a­tion wom­öglich vor allem für das Lied “Some­body That Used To Know” bekan­nt, das, zugegeben, einen nicht üblen Text besitzt (ich zitierte bere­its daraus). Zu diesem Lied gibt es ein ziem­lich lustiges Video, in dem sich Gotye von ein­er nack­ten Frau anschreien lässt, was mich amüsiert.

Weniger bekan­nt ist es, dass Gotye außer MTV-Pop auch wirk­lich bemerkenswerte Lieder im Reper­toire hat.

Ich schätze ja Lieder, die textlich den kul­turellen Ver­fall der Musikin­dus­trie doku­men­tieren, etwa “Four Chords That Made A Mil­lion” von Por­cu­pine Tree. Auch Gotye, iro­nis­cher­weise ja ein Nutznießer besagter Indus­trie, hat auf “Mak­ing Mir­rors” (dem Album mit dem Lied mit der nack­ten Frau im Video) ein solch­es Lied aufgenom­men. “State of the Art” nimmt die neuen Möglichkeit­en auf’s Korn, dass eben Com­put­er heutzu­tage qua­si jedes Instru­ment erset­zen und der Musik somit das Herzblut fehlt.

“State of the Art” by Gotye live in Glas­gow 2012-03-04 — O2 ABC

Now we can’t tell them apart,
but these amaz­ing sim­u­la­tions end up sound­ing even bet­ter than the real thing

Wahr, so wahr.

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Schmalhans des Tages: Holger Stahlhelm, äh, Stahlknecht, CDU.

Dieser Artikel ist Teil 6 von 18 der Serie Schmal­hans des Tages

Ein auf­schlussre­ich­es Gespräch mit Sach­sen-Anhalts Innen­min­is­ter Hol­ger Stahlknecht (CDU, was auch son­st?) hat Tilman Stef­fen “ZEIT ONLINE” kür­zlich geführt. Hol­ger Stahlknecht — wer ihn nicht ken­nt — ist der­jenige, der sich gern zusam­men mit anderen CDU-hard­lin­ern wie Uwe Schüne­mann und Hans-Peter Friedrich ablicht­en lässt, um auch mal in der Zeitung zu sein. Schon im Kinder­garten gab es ja immer Leute, die lieber mit den coolen kids — also den Row­dys — ihre Zeit ver­bracht­en.

Inter­es­sant fand ich die Ein­leitung des Gesprächs: Ein Scheit­ern des näch­sten NPD-Ver­bots würde den Rechtsstaat stärken, teilte Hol­ger Stahlknecht ihrzu­folge mit. Diese Aus­sage, für sich allein ste­hend, erschien mir so grandios grotesk, dass ich mich tat­säch­lich mit dem kom­plet­ten Inter­view befasste. Und es wurde nicht bess­er!

Er — Hol­ger Stahlknecht — fände ein NPD-Ver­bot an sich ziem­lich pri­ma. Ob er dafür die nöti­gen Beweise habe? Neien! Müsse er ja auch nicht:

Aus mein­er Sicht reicht die Erken­nt­nis, dass die Partei zur Umset­zung ihrer poli­tis­chen Ziele Gewalt zumin­d­est bil­li­gend in Kauf nimmt. Ob dies dann pro­gram­ma­tisch ver­ankert sein muss, sei dahingestellt.

Entschei­dend für die Beurteilung der Aggres­siv­ität ist, was in den Köpfen der Parteiführer vorge­ht. Für mich ist klar, dass die NPD physis­che und psy­chis­che Gewalt nutzt, um ihre poli­tis­chen Ziele umzuset­zen. (…)

Es sind uns Tele­fonge­spräche bekan­nt, in denen NPD-Mit­glieder Gewal­tak­te bei Demon­stra­tion gutheißen. Das belegt: Gewalt ist für die NPD ein pro­bates Mit­tel.

Zur Erin­nerung: Der Mann ist in der CDU. Das reicht nicht? Nun:

Und so weit­er und so fort. Wie beurteilen wir nun die Aggres­siv­ität der CDU? Hol­ger Stahlknechts Wort­wahl war offen­bar nicht die klüg­ste. Blöder­weise merkt er das nicht mal, wenn man nach­fragt:

ZEIT ONLINE: Muss aber nicht die ganze Partei und ihre Führung eine solche Hal­tung zeigen und nicht nur einzelne Mit­glieder oder Grup­pen?

Stahlknecht: Ich meine: Wenn es einzel­nen Parteigrup­pen nach­weis­bar ist, reicht das aus, die aggres­siv-kämpferische Grund­hal­tung zu bele­gen.

Schön, dass das endlich gek­lärt ist.

Weit­er im Text. Worauf Herr Stahlknecht genau spekuliert, war bis hier­hin offen. Erfreulicher­weise stellt er anschließend klar, dass ein Ver­bot der NPD eigentlich gar nicht so wichtig sei, eigentlich wäre es auch ganz gut, bliebe sie erlaubt:

Sollte das Ver­fas­sungs­gericht die NPD nicht ver­bi­eten, sähe ich das nicht als Nieder­lage. Auch das Scheit­ern eines NPD-Ver­bots wäre ein Sieg für den Rechtsstaat. Dann müssen wir uns inhaltlich mit der NPD auseinan­der­set­zen.

(Diese Rei­hen­folge lasse ich ein­fach mal so ste­hen; Her­vorhe­bung von mir.)

Das eigene Tun erscheint oft so viel phil­an­thropis­ch­er, wenn man es nur am richti­gen Gegenüber misst.
So ein Rechts-Staat braucht ander­er­seits immer eine geeignete Regierung, nicht wahr?

Nerdkrams
Android 4.2, Tasker und das Problem mit dem Flugmodus

Ich ver­wende seit einiger Zeit die ziem­lich gute app Tasker, um Auf­gaben zu pla­nen und damit etwa von kurz nach 1 bis 9 Uhr den Flug­modus zu aktivieren, um ein wenig Strom zu sparen. Das hat lange (von, wenn ich mich recht entsinne, Android 2.3 bis 4.1.x) ziem­lich gut funk­tion­iert.

Mit Android 4.2 führten die Entwick­ler eine neue Beschränkung ein und ver­bi­eten es Anwen­dun­gen wie Tasker und sein­er bekan­nten Konkur­renz-app Locale nun, direkt auf den Flug­modus zuzu­greifen. Eine entsprechende Änderung wurde in Tasker 1.3.3u2 einge­baut:

Android 4.2+: made Air­plane Mode, Air­plane Radios, Stay On, Wifi Sleep unavail­able (Google restric­tion)

Beste­hende Auf­gaben behält Tasker zwar bei, informiert den Benutzer jedoch darüber, dass Anweisun­gen wie “mach um 2 Uhr den Flug­modus an” for­t­an schlicht ignori­ert wür­den.

Das Pop­up, in dem diese Infor­ma­tion zu find­en ist, wird unmit­tel­bar von Tasker angezeigt und weist oben­drein auf die Lösung hin: Man möge doch bitte ein gerootetes Gerät ver­wen­den (das sollte heutzu­tage ja beina­he der Nor­mal­fall sein; Fra­gen hierzu nehme ich im Kom­men­tar­bere­ich ent­ge­gen) und sich das Secure-Set­tings-Plu­g­in herun­ter­laden.

Tasker besitzt bekan­ntlich ein umfan­gre­ich­es Plu­g­in-Sys­tem, in das sich beliebige Anwen­dun­gen ein­klinken kön­nen; so ist es zum Beispiel möglich, auch Anweisun­gen von anderen apps als Auf­gabe zu pla­nen. Eine solche app ist Secure Set­tings (die kosten­lose Ver­sion genügt hier vol­lkom­men), das Tasker und Locale laut Beschrei­bung um Funk­tio­nen wie “Blue­tooth an/aus”, “Schrift­größe ändern” und eben eine Fein­justierung des Flug­modus’ erweit­ert.

Das klang gut. Also habe ich besagte app instal­liert, in mein­er “Nachtmodus”-Aufgabe die Aktion “Plu­g­in — Secure Set­tings” hinzuge­fügt, drück­te dort auf “Bear­beit­en” und fand — nichts. Schrift­größe, Kam­er­aak­tio­nen, SIP-Anrufe, nur kein Flug­modus vorhan­den. Das frus­tri­erte mich so sehr, dass ich meine naturgegebene Faul­heit über­wand und nach ein­er Lösung für das Prob­lem suchte. Diese fand ich schließlich im XDA-Devel­op­ers-Forum. Der entschei­dende Satz lautet:

Launch Secure Set­tings, go over to the Helper tab and install the helper.

Hier war das Pop­up seit­ens Taskers ein wenig missver­ständlich — ich hat­te somit schlicht nicht daran gedacht, mich vor dem Anle­gen der Auf­gabe mit der app selb­st zu beschäfti­gen.

In Secure Set­tings selb­st also befind­et sich ein Tab namens “Helper”, wo es — root-Rechte voraus­ge­set­zt — genügt, den “Helper” zu instal­lieren:

Nun ist es möglich, in Tasker über Aktion — Plu­g­in — Secure Set­tings über die nun hinzugekomme­nen Ein­träge entwed­er den Flug­modus zu aktivieren/deaktivieren (“Air­plane Mode”) oder zu entschei­den, welche Verbindun­gen in den Flug­modus geset­zt wer­den sollen (“Air­plane Mode Radios”). Ich habe mich für erstere Lösung entsch­ieden:

Sollte noch jemand ein ähn­lich­es Prob­lem haben, kann es gut sein, dass Secure Set­tings es löst. Die Gründe für die neuer­lichen Restrik­tio­nen seit­ens der Android-Entwick­ler sind mir übri­gens unbekan­nt und regen mich ein biss­chen auf.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz verlinkt CXXX: Vom Schuh zerteilt?

Bei SPIEGEL ONLINE hat wieder jemand ein Gläschen zu viel — oder zu wenig — getrunk­en, bevor er sich ans Über­schriften­basteln geset­zt hat:

Uno-Schlappe entzweit Israelis

Wortk­laubereien betr­e­ffs des Wortes “entzweien” — es han­delt sich doch sich­er um mehr als zwei Per­so­n­en — ein­mal außer Acht gelassen, gibt diese Zeile noch immer Rät­sel auf:

  1. “Uno-Schlappe”: Han­delt es sich um einen ital­ienis­chen Hauss­chuh mit ein­er Eins darauf oder um eine Nieder­lage im gle­ich­nami­gen Karten­spiel? Die UNO ist sicher­lich nicht gemeint — die schreibt man bekan­ntlich groß.
  2. “entzweit Israelis”: Geht es hier­bei um das Zerteilen einzel­ner Israelis oder treibt die Uno-Schlappe eine größere Men­schen­gruppe aus dem Kreise der Ein­wohn­er Israels auseinan­der?

Wenn man etwas mehr Worte ver­wen­den möchte, was man als Schor­nal­ist beim Quatschblatt SPIEGEL ONLINE eigentlich kön­nen und wollen sollte, bleiben also zwei Alter­na­tiv­for­mulierun­gen:

Nieder­lage beim Karten­spiel zerteilt Israelis

Oder eben pas­siv:

Schlappe: Israelis wer­den mit­tels eines Hauss­chuhs zer­streut

Hier­bei sollte man beacht­en, dass der Schreibfehler “ver­streut” nahe läge, jedoch etwas ganz anderes bedeutet.

Gern geschehen.

(mit Genehmi­gung von, Dank an und via L.)

Netzfundstücke
Medienkritik in Kürze: “heise Security” macht das mit dem subtilen Witz

Mich erre­ichte heute eine Rund­mail seit­ens des heise-Ver­lages, der mir als treuem Kun­den mit­tels ihrer ein Abon­nement ein­er Zeitschrift andrehen wollte, die ich bere­its abon­niert habe, und es zwar hin­bekom­men hat, hier­für meinen Namen und meine Mailadresse in den Mail­head­er zu schreiben, nur, haha­ha, nicht in den Mail­text selb­st:

Ähn­lich pro­fes­sionell arbeit­en auch die Jour­nal­is­ten, die für “heise Secu­ri­ty” Dinge ins Inter­net rein­tun. Zum Beispiel Ronald Eiken­berg. Heute mor­gen erschien näm­lich, veröf­fentlicht unter seinem Namen, diese Mel­dung:

Bei einem Test von heise Secu­ri­ty stellte sich her­aus, dass man What­sApp-Accounts erneut mit geringem Aufwand kapern kann.

Das ist zwar eine böse Sicher­heit­slücke, aber wer seine Kom­mu­nika­tion frei­willig über den Serv­er eines Drit­tan­bi­eters laufen lässt, der sollte schon wis­sen, was er tut. Und wie löst man das Prob­lem mit dem man­gel­nden Daten­schutz bei What­sApp? Ganz ein­fach, schreibt Ronald Eiken­berg:

Wenn man Revue passieren lässt, wie What­sApp bis­lang mit dem The­ma Sicher­heit umge­gan­gen ist, kann man eigentlich nur noch von der Nutzung des Dien­stes abrat­en. Alter­na­tiv­en mit ein­er ähn­lichen großen Nutzerge­meinde sind Skype oder Face­book.

Ich rate übri­gens von der Nutzung des Dien­stes “heise Secu­ri­ty” ab. Alter­na­tiv­en mit ein­er ähn­lich großen Nutzerge­meinde sind Nor­ton Inter­net Secu­ri­ty oder ein Aluhut.

Gehört der heise-Ver­lag eigentlich auch zu den Ver­la­gen, die ein Schutzrecht für ihre “Leis­tung” ver­lan­gen?

NerdkramsNetzfundstücke
PDF und ODT per Userscript und Google Docs direkt im Browser betrachten

(Vorbe­merkung: Aus Daten­schutz­grün­den ist es rat­sam, fol­gen­den Trick nur anzuwen­den, wenn man weiß, wie man eine unter Umstän­den uner­wün­schte “Pro­fil­ierung” durch Google ver­hin­dert.)

Ich bitte die etwas sper­rige Über­schrift zu entschuldigen, ich bin momen­tan etwas abge­lenkt. Ich stieß jedoch während mein­er Touren durch das Inter­net unlängst auf ein inter­es­santes User­script.

(Ein kurz­er Exkurs: User­scripts sind im Wesentlichen im Brows­er ablaufende Javascripts. Nutzer von Opera kön­nen diese von Haus aus nutzen, Fire­fox-Nutzer kön­nen Grease­mon­key ein­set­zen. Für Chrome/Chromium gibt es Tam­per­mon­key [Vor­sicht: Ver­weis führt auf den Google-Web­store], und auch für den Inter­net Explor­er habe ich schon Lösun­gen gese­hen, etwa IE7Pro. Zumin­d­est Grease­mon­key bindet instal­lierte User­scripts in das browsereigene Erweiterungssys­tem ein, so dass automa­tis­che Aktu­al­isierun­gen und Aktivieren/Deaktivieren kein Prob­lem darstellen. Para­noide Zeitgenossen wie ich kön­nen ein wenig beruhigt sein: Nor­maler­weise ver­hin­dert der Brows­er, dass ein User­script Unfug anstellt.)

Ein großes Ärg­er­nis beim Browsen sind manche Plu­g­ins, etwa solche zur Anzeige von Doku­menten wie PDF- und Open­Doc­u­ment-Dateien. Oft sind diese insta­bil und/oder langsam und trüben so die Freude am Lesen im Brows­er ein wenig. Alter­na­tiv kann man die Doku­mente meist auch herun­ter­laden und im jew­eils gewählten Betra­chter öff­nen, aber das wäre ein stören­der Zwis­chen­schritt, da man dafür das Browsen unter­brechen müsste.

Auf Userscripts.org — eine Web­site, auf der Besuch­er selb­st geschriebene User­scripts ein­senden kön­nen, auch von mir sind einige darunter — fand ich nun eine ziem­lich ele­gante Lösung in Form des Docs Online View­ers. Dieser blendet nach der Instal­la­tion (nor­maler­weise: ein­fach auf “Install” klick­en) neben Links zu unter­stützten Dateien ein zusät­zlich­es Sym­bol ein. Klickt man auf dieses Sym­bol, so wird die ver­link­te Datei in einem neuen Tab in Google Docs statt im Stan­dard-Anzeige­plu­g­in geöffnet, Adobe-Read­er- und ähn­liche Plu­g­ins kann man also get­rost entsor­gen:

Zu den unter­stützten For­mat­en zählen ODT, DOCX, PDF, ZIP, RAR und sog­ar das gute, alte WPD. Ich finde das pri­ma. Man sollte allerd­ings tun­lichst davon abse­hen, ver­trauliche und beru­fliche Doku­mente auf diesem Wege zu öff­nen. Ander­er­seits: Wer ver­trauliche und beru­fliche Doku­mente auf ein­er Web­site ver­linkt, hat es wahrschein­lich nicht bess­er ver­di­ent.

KaufbefehleMusikkritikPiratenpartei
Toc.Sin

Am Woch­enende fand ein Bun­desparteitag der Piraten­partei Deutsch­land statt, und wer unge­fähr wis­sen möchte, was dort zwis­chen den kon­struk­tiv­en Anträ­gen so passiert ist, der möge es den wie üblich ten­den­z­iösen Nachricht­en ent­nehmen.

Zwis­chen dem ersten und dem zweit­en Parteitagstag, näm­lich am Sonnabend­abend, wurde eine Ver­anstal­tung zur Präsen­ta­tion GEMA-freier Musik abge­hal­ten. Ich beschloss, statt ein­er Teil­nahme hier­an dem Aufruf eines weit­eren nieder­säch­sis­chen Pirat­en zu fol­gen und einem Konz­ert der nor­drhein-west­fälis­chen Musik­gruppe Toc.Sin in Essen beizu­wohnen; ein Entschluss, den ich im Fol­gen­den nicht bereut habe.

Die mir unbekan­nte schlechte Vor­band (irgend­was mit Punk) hätte nicht sein müssen, aber zum Glück ging die irgend­wann weg, und irgend­wann gegen 23 Uhr — vielle­icht etwas früher, vielle­icht etwas später — betrat ein Teil von Toc.Sin die Bühne. Es fol­gten zunächst nur inter­es­sante Gitar­ren­klänge, die eine Vor­bere­itung auf das sein soll­ten, was der Hör­er zu erwarten hat­te. Ich mag ja diesen leicht dreck­i­gen Postrock mit Verz­er­rung und mächtig Wumms. Den gab es.

Toc.Sin nen­nen sich selb­st ein von unter anderem Tool, Kyuss und Mog­wai inspiri­ertes “Post-Ambi­ent-Rock-Kollek­tiv”. Das ist ein biss­chen über­trieben, schließlich sind es nur vier Musik­er und eine zwar tal­en­tierte, aber völ­lig deplatzierte Tänz­erin. “Post-Ambi­ent-Rock” kann aber passen.

Ein wenig schade war, dass der ergraute Herr am Mis­ch­pult das mit dem aus­ge­wo­ge­nen Klang noch nicht ganz ver­standen hat: Die Vor­band war zu dröh­nend, der Gesang von Toc.Sins recht engagiert­er (allerd­ings nicht in jedem Lied zu hörende) Front­frau “Layn” (schade, dass über sie nur wenig in Erfahrung zu brin­gen ist) zu laut gemis­cht. Schlecht war es trotz­dem nicht. Der geneigte Musik­fre­und hört Isis, Tool und Ocean­size her­aus und freut sich, dass er das in diesem Jahr veröf­fentlichte Album vor­ab nicht gehört hat, denn live ist’s immer bess­er.

toc.sin — cry (live @ Kun­st Periph­erie Ruhrstadt 2012)

Dass vor der Bühne nicht ein­mal ein Dutzend Zuschauer stand, ist ein biss­chen schade. Toc.Sin haben sicher­lich mehr Aufmerk­samkeit ver­di­ent. Mögen sie sel­bige nun bekom­men!

Sonstiges
Ein weiterer Grund für das Aussterben der Printmedien am Beispiel der Zeitschrift c’t

Ach ja, das Zeitungsster­ben. Schlimm, dass die klas­sis­chen Medi­en mit den mod­er­nen Kom­mu­nika­tion­s­mit­teln nicht mehr mithal­ten kön­nen! Davon soll­ten aber doch zumin­d­est die Com­put­er­magazine prof­i­tieren, immer­hin gab es nie so viel zu schreiben wie heute, oder?

Ich habe das mal zusam­mengestellt:

Beziehungsweise eben:

Ich bitte auf die Zeitleiste zu acht­en; da mir frühere Aus­gaben nicht vol­lzäh­lig vor­liegen, kon­nte ich hier nur auszugsweise Zahlen wiedergeben. Die Eurow­erte bis Mitte 2001 (eigentlich 5,50 DM) wur­den umgerech­net. Auss­chläge wie bei Aus­gabe 24/2008 haben meist einen beson­deren Anlass (in besagtem Fall han­delte es sich um eine Jubiläum­saus­gabe). Entschei­dend ist die Ten­denz: Weniger Inhalt für mehr Geld.

Das Inter­net ist schuld!!1

In den NachrichtenNerdkramsPiratenpartei
Die Piraten Freiburg im Kampf gegen objektive Erwägungen

Wohin es führt, wenn die Abwä­gung vorge­blich freier gegen pro­pri­etäre Soft­ware von Poli­tik­ern anstelle von EDV-Fach­leuten über­nom­men wird, ist dieser Tage am Beispiel der Freiburg­er Piraten­partei zu sehen. In Freiburg näm­lich wurde jüngst vom Gemein­der­at beschlossen, dass das einge­set­zte OpenOffice.org in der Stadtver­wal­tung wieder durch das zuvor instal­lierte Microsoft Office, allerd­ings in ein­er neuen Ver­sion, erset­zt wer­den soll.

Das war keine ein­stim­mige Entschei­dung:

Mit 25 zu 20 Stim­men beschlossen CDU, SPD, Freie Wäh­ler und zwei Mit­glieder der Grü­nen heute die Rück­kehr zu Microsoft.

Die voll­ständi­gen Begrün­dun­gen für die Abkehr sind mir nicht bekan­nt, die SPD hat sich aber eine recht orig­inelle aus­gedacht:

Die SPD begrün­dete zum Entset­zen anwe­sender Sachver­ständi­ger ihre Entschei­dung mit Beiträ­gen aus dem in IT-Kreisen als leg­endär unsach­lich bekan­nten Heise-Forum.

Das ist an sich noch nicht schlimm.

Schlimm finde ich hinge­gen das Bohei, das die Freiburg­er Pirat­en nun um diese For­malie machen. Direk­tkan­di­dat André Martens gibt hierzu dies zu Pro­tokoll:

Nun entste­ht der Ein­druck, die einge­set­zte Open Source Soft­ware (sic!) sei nicht gle­ich­w­er­tig, was defin­i­tiv falsch ist.

Das stimmt, denn im Gegen­satz zu Microsoft Office wird OpenOffice.org gegen­wär­tig kaum bis gar nicht mehr weit­er entwick­elt, da das Gros der Entwick­ler zum Libre­Of­fice-Pro­jekt abge­wan­dert ist. Lieber freie und schein­tote als pro­pri­etäre und aktiv gepflegte Soft­ware also soll in der Stadtver­wal­tung einge­set­zt wer­den. Ja, so sieht das aus mit dem Fortschritt.

Der­selbe André Martens hat­te auch vor ein­er Woche noch vor Microsoft Office gewarnt:

“Unab­hängig von der Kosten­seite ist das Set­zen auf offene Dateifor­mate auch ein Garant für die dauer­haft mögliche Archivierung von Doku­menten. Der Aus­tausch von Dat­en ist beim pro­pri­etären Microsoft-For­mat sog­ar zwis­chen ver­schiede­nen Ver­sio­nen der Microsoft Office-Pro­duk­te mit Prob­le­men behaftet. Eine wirk­liche Zukun­ftssicher­heit ist damit nicht gegeben”, so Martens weit­er.

…, während das Prob­lem, dass zum Beispiel Libre­Of­fice 3.6 gele­gentlich in kom­plex­eren Open­Doc­u­ment-Dateien, die mit Libre­Of­fice 3.5 gespe­ichert wur­den, das Lay­out zer­stört, natür­lich nicht gegen Zukun­ftssicher­heit spricht.

Die Archivierung von Doku­menten der öffentlichen Ver­wal­tung, die in Baden-Würt­tem­berg geset­zlich vorgeschrieben ist, wäre mit dem ISO-zer­ti­fizierten Open­Doc­u­ment-Stan­dard wesentlich sin­nvoller umzuset­zen als mit dem pro­pri­etären Microsoft-For­mat.

Das “pro­pri­etäre” Office-Open-XML-For­mat, das Microsoft Office seit “Ver­sion” 2007 stan­dard­mäßig nutzt, ist seit 2008 eben­falls ISO-zer­ti­fiziert. Aber warum sollte man sich mit solchen Fein­heit­en herum­schla­gen, wenn es um die gute Sache geht?

Putzig, diese Pirat­en Freiburg.

Netzfundstücke
Mit harter Arbeit zum Erfolg

Jet­zt arbeit­et ihr schon seit vie­len Jahren in eurem Unternehmen, aber der große Durch­bruch, die entschei­dende Beförderung blieb euch bis­lang ver­wehrt? Wom­öglich fehlte euch bis­lang ein­fach nur die zün­dende Idee.

Ich helfe doch gern: Mas­tur­ba­tion ist der Schlüs­sel zum Erfolg.

“Was … was machen Sie da?!”
“Ich mache Über­stun­den, Chef!”
“Oh — ich wollte nicht stören.”

Jet­zt weiß ich, was ich bish­er falsch gemacht habe.

PiratenparteiMontagsmusik
Haggard — The Final Victory

Heute begin­nt offiziell der Wahlkampf der Piraten­partei Nieder­sach­sen. Nun kann man von dieser Partei hal­ten, was man will — die Wahlkam­pagne ist ziem­lich amüsant und wom­öglich überzeu­gend, zumin­d­est aber eine willkommene Alter­na­tive zu dem Ein­heits­brei der etablierten Parteien.

So bringt sie ein wenig Farbe in den trüben Wahlkampf­spätherb­st; oder eben:

The final vic­to­ry has crushed the autumn silence
The final vic­to­ry has crushed the autumn silence

Guten Mor­gen.