Die heutige “ZEIT” begründet wortreich — auf immerhin drei Seiten — die jüngst bekannt gegebenen Änderungen in Kinderbüchern betreffs der Negerkinder.
Ich habe mir den Quatsch nun nicht durchgelesen, möchte die Aufmerksamkeit meiner geschätzten Leser jedoch auf den Einführungstext lenken:
Unsere liebsten Kinderbücher werden politisch korrekt umgeschrieben — ist das ein Fortschritt?
Politisch korrekte Sprache also, hier wie auch bei der unsäglichen Modeerscheinung “Gendern”.
Sprache war zu allen Zeiten ein Mittel des Volkes, nicht etwa der Herrschenden. Natürlich haben immer wieder Herrschende versucht, sich der Sprache zu bemächtigen, von Dauer war jedoch keiner dieser Versuche.
Was hätte die Politik davon, die Sprache des Volkes zu regulieren? Vor allem hätte sie Macht. Nicht erst Orwells “1984” mit der ministeriumsgesteuerten Sprache sollte uns da vorsichtig werden lassen. Wer versucht zu bestimmen, wie man richtig spricht, versucht auch das Werturteil zu beeinflussen, welcher Gedanke gut und welcher böse ist. Staaten, die das versuchen, sind gefährlich.
Politische Korrektheit, wenngleich nicht immer obligatorisch, geht stets mit Entmündigung einher.
Seid wachsam.
