Beachtlich ist übrigens auch das Album “Mature Themes” von Ariel Pink’s Haunted Graffiti, erschienen bereits im August 2012 und von mir, Verzeihung!, zu spät bemerkt.
Ariel Pink ist das Alter Ego des Kaliforniers Ariel Rosenberg, der schon diverse sehr merkwürdige Lo-Fi-Musikalben veröffentlicht hatte. Zusammen mit seiner Haunted Graffiti Band macht er immer noch Musik, für die “interessant” ein treffliches Adjektiv ist.
Das erste Stück, “Kinski Assassin”, klingt nach dem Canterbury Sound à la Egg mit weniger Georgel und mehr Gegitarre, das Titelstück “Mature Themes” könnte auch von einem der Beatles stammen, “Only In My Dreams” von einer dieser 60-er-Jahre-Beatbands. “Driftwood” lehnt sich mit dominantem Bassspiel und allerlei merkwürdigen Effekten an den Psychedelic Rock und den Krautrock an. Das abschließende Donnie-und-Joe-Emerson-Cover “Baby” ist vergleichsweise geradliniger Soul. Eine musikalische Gemeinsamkeit aller anderen Stücke: Frank Zappa lässt grüßen.
Daran trägt nicht nur die Stimme Herrn Rosenbergs die Schuld, auch stilistische Merkmale stimmen überein. “Schnitzel Boogie” (allein der Titel schon!) etwa könnte direkt von Zappas “Joe’s Garage” stammen, und sonst so:
Es gibt keinen Punkt, keinen Sinn, keine Richtung und keinen Stil. Es ist alles ein großer, bunter Freak-out, der entweder im Narzissmus oder in der paranoiden Psychose mündet.
Ziemlich großartiges und dabei nicht mal allzu verqueres, sondern gelegentlich schnell eingängiges Zeug.
Ein bisschen schade ist es nur, dass die Stücke überwiegend recht kurz sind, nur “Nostradamus & Me” fällt mit etwa siebeneinhalb Minuten Laufzeit ein wenig aus dem Rahmen. Aber die fehlende Quantität tut der herausragenden Qualität keinen Abbruch. Empfehle Reinhören.

