NetzfundstückePersönliches
Der bessere Sexismus

Ich wollte mich hier zum Thema Sexismus beziehungsweise der aktuellen Debatte zu diesem Thema eigentlich nicht weiter äußern, das habe ich an anderer Stelle bereits mehr als deutlich getan. Die Bigotterie, die diesem Thema anhängt, haben unter anderem Klopfer und die Mutti treffend thematisiert.

Eigentlich hätte ich es damit auf sich beruhen lassen können.

Nun wurde mir die Website alltagssexismus.de – bewusst nicht verlinkt – in meinen Nachrichtenticker gespült. Dort steht zu lesen:

Hier werden Erlebnisse zu Sexismus, Homo-, Queer- und Transfeindlichkeit, zu Rassismus und Ableismus, den Frauen erleben, gesammelt. Das können Kleinigkeiten sein, die sich wie Alltag anfühlen oder sexualisierte Übergriffe und Gewalt, Sachen, die euch lähmen oder aufregen, die euch nerven oder stören. Beschreibt sie so lang oder kurz wie ihr wollt, gerne anonym, wenn ihr möchtet. Sexismus ist keine Bagatelle sondern ein ernsthaftes Problem, das wir nicht akzeptieren wollen.

(Hervorhebungen von mir.)

Rassismus als Form von Sexismus zu betrachten ist bereits eine lustige Idee; der Einfall, eine Seite namens „Aufschreien gegen Sexismus“ nur Frauen zu widmen, ließ mich vor Lachen fast kollabieren. Das ist doch Absicht, Mädels. Andererseits: Aufschreien könnt ihr ja hervorragend, zum Beispiel dann, wenn ’ne mannsgroße Spinne an der Zimmerwand sitzt. Dann ruft ihr selbstverständlich den starken Mann, denn ihr seid die schwache Frau. Ebenso, wie ihr die Männer ruft, wenn irgendwas mit dem Computer ist. Oder mit dem Fernseher. Oder es Möbel zu schleppen gilt. Denn ihr seid ja nur Frauen, und Männer kennen sich bekanntlich schon rein genetisch mit Möbelschleppen und Elektronik aus.

Es ist müßig zu erwähnen, dass ich diese alltäglichen Kleinigkeiten (neben einer anderswo beschriebenen weniger kleinen Igkeit – allein an der Bedeutungslosigkeit sollte es nicht scheitern) gerne anonym auf der Seite „Aufschreien gegen Sexismus“ zu melden versucht habe.

Sie wurden allesamt nicht freigeschaltet.

Auf Twitter riet man mir, für größeren Erfolg meine Berichte als Frau einzureichen. Natürlich hätte ich sie dafür so umschreiben müssen, dass die beiden beteiligten Gruppen die Rollen getauscht hätten. Wahrscheinlich wäre in diesem Fall die Freischaltung wirklich kein Problem gewesen.

Merkt ihr selbst, oder?

Senfecke:

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