Netzfundstücke
Kurz ver­linkt CXLIV: Face­bums.

(Niveau­vol­le Über­schrif­ten sind zu ein­fach.)

Dass „sozia­le Netz­wer­ke“ nicht pri­mär dem vor­geb­li­chen Aus­tausch im Freun­des- oder Fami­li­en­kreis die­nen, son­dern sich in den dor­ti­gen Kon­takt­li­sten im Lau­fe der Zeit vor allem heim­li­che und weni­ger heim­li­che Flam­men ansam­meln, war nie ein all­zu gro­ßes Geheim­nis. Die­je­ni­gen, die post-pri­va­cy zur Lebens­ma­xi­me erko­ren haben, kön­nen nun noch ein­fa­cher dazu ste­hen:

„Bang Your Fri­ends“ heißt die Anwen­dung, zu Deutsch „Bums dei­ne Freun­de“. Sie soll ein­schlä­gig Inter­es­sier­te ohne gro­ße Umwe­ge zu gewünsch­ten Begeg­nun­gen ver­hel­fen. Unter den eige­nen Face­book-Kon­tak­ten kann der Nut­zer die begehr­ten Freun­de mar­kie­ren. Soll­te einer die­ser Face­book-Freun­de umge­kehrt einen ähn­li­chen Wunsch äußern, wer­den bei­de via E‑Mail über das gegen­sei­ti­ge Inter­es­se infor­miert.

Anders gesagt: Wenn im eige­nen „Freun­des­kreis“ jemand Bock auf Pop­pen hat und – jeden­falls zur­zeit noch – dem ande­ren Geschlecht ange­hört und bei­de Teil­neh­mer ihr Begeh­ren der app mit­ge­teilt haben, bekom­men sie voll­au­to­ma­tisch und ohne stö­ren­de vor­he­ri­ge Kon­takt­auf­nah­me unter­ein­an­der ’ne Mail, dass sie den jeweils ande­ren doch mal ganz unver­bind­lich fra­gen soll­ten. Wenn’s halt die eige­nen Eltern oder Kin­der sind, ist das nur vor­über­ge­hend pein­lich. Ich wüss­te aller­dings wirk­lich gern, wie die­je­ni­gen, die die­se app nut­zen, bis­her Frau­en ken­nen gelernt haben, wenn bereits eine höf­li­che, aber direk­te Fra­ge („ey, ficken?“) die Teil­neh­mer über­for­dert.

Ach, apro­pos Eltern oder Kin­der; der Unter­hal­tungs­wert wur­de kürz­lich per Aktua­li­sie­rung besei­tigt:

Nun soll dafür gesorgt sein, dass als Fami­li­en­mit­glie­der mar­kier­te Face­book-Kon­tak­te von der App-Aus­wahl aus­ge­nom­men sind.

Ich neh­me ja sowie­so an, dass die Ziel­grup­pe der app über­wie­gend aus Leu­ten besteht, die mit dem Anbah­nen von Sexkon­tak­ten im Fami­li­en­kreis am wenig­sten Pro­ble­me hät­ten. Unglaub­lich.