Kaufbefehle⁠Musikkritik
Genres sind soo 90er: Boris – Noise

Boris - NoiseBei „Boris“ denkt man­cher viel­leicht an Russ­land, manch ande­rer an Ten­nis. Die japa­ni­sche For­ma­ti­on, die sich eben­falls Boris nennt, hat mit „Noi­se“ aller­dings eines der bemer­kens­wer­te­sten Musikal­ben des Jah­res 2014 ver­öf­fent­licht. Auf dem Cover­bild seht ihr einen Stuhl. Setzt euch erst mal hin!

Nun ist ein neu­es Boris-Album kei­ne Über­ra­schung, immer­hin erscheint ein sol­ches seit der Band­grün­dung 1996 bei­na­he jähr­lich. Abnut­zungs­er­schei­nun­gen aber sind den drei Musi­kern fremd, sie blei­ben krea­tiv. Was wird gespielt? „Dro­ne Metal“ und „Pro­gres­si­ve Rock“ ste­hen im Inter­net als Eti­ket­ten dran, und Eti­ket­ten sind, wie der geneig­te Leser weiß, nur Fei­gen­blät­ter.

Laut Pres­se ist’s mit Gen­res auch nicht getan:

[Noi­se] ver­stärkt Boris‘ end­lo­ses Stre­ben nach musi­ka­li­schen Extre­men und lässt zugleich aggres­si­ven, inten­si­ven Rock in neue Gebie­te vor­drin­gen. Die Band ver­mengt hier mei­ster­haft Sludge-Rock, Bla­sen bil­den­den Crust­punk, schim­mern­den Shoe­ga­ze, episch don­nern­den Doom, psy­che­de­li­sche Melo­dien und so ziem­lich alles, was sie je gemacht haben.

Dabei beginnt „Melo­dy“ noch behut­sam mit lei­ser Gitar­re und Syn­the­si­zer, wenig spä­ter aber bricht der rock los, es gibt Elek­tro­nik und Indie und ordent­lich Bass:

Boris – Melo­dy

Boris pre­schen nach vorn. Mit Pro­gres­si­ve Rock, wie man ihn sich vor­stellt, hat das nicht viel zu tun, und das ist nicht schlimm. Im fol­gen­den „Vanil­la“ win­ken die guten alten Mars Vol­ta aus der Mot­ten­ki­ste und brin­gen eine Ladung Metal mit. Wer es lie­ber behä­big und rhyth­misch mag, der kommt in „Ghost of Romance“ und in „Hea­vy Rain“, des­sen Anfang ich irgend­wo­her – Red Hot Chi­li Pep­pers? – zu ken­nen glau­be.

Was kann da noch kom­men? Japa­ni­scher Gitar­ren­pop! „Tai­yo no baka“. Ich ver­ste­he kein Wort. Ver­hall­ter Gesang aus allen Rich­tun­gen, dazu trei­ben­de Gitar­re und ein Die Ärz­te wür­di­ger Surf­rock-Refrain. Eiderd­aus.

Boris – 太陽のバカ (Tai­yo no Baka)

Ande­re Bands wür­den mit so etwas ein Album begin­nen oder been­den, Boris sind aber nicht ande­re Bands. Wenn ihr eine Band wärt und hin­ter einem drei­ein­halb­mi­nü­ti­gen Poprock­lied noch Platz auf dem Album hät­tet, was wür­det ihr noch in die track­list auf­neh­men wol­len?

Rich­tig: Einen „Longtrack“. Ein lan­ges Stück eben. „Angel“, 18:41 Minu­ten lang, ist allein ein über­zeu­gen­der Grund, „Noi­se“ wert­zu­schät­zen. Behä­bi­ger Post­rock, Shoe­ga­ze, sucht euch was aus. Der Musik­freund sitzt mit Kopf­hö­rern und geschlos­se­nen Augen davor und nickt mit dem Beat. Ver­glei­che? dear john let­ter fal­len mir ein, auch God­speed You! Black Emper­or und Mog­wai. Gesang ist Neben­sa­che.

Boris – „Angel“

Moment, war nicht von Dro­ne Metal die Rede? Der kommt im Anschluss: „Quick­sil­ver“, noch mal 9:50 Minu­ten lang, lebt sechs­ein­halb Minu­ten lang vom Häm­mern des Schlag­zeugs und dem Krei­schen von Sän­ger und Gitar­re; die dann all­mäh­lich aus­klingt und dro­nes weicht. Sunn O))) sei­en nahe, heißt es, aber auf so etwas ist bei Boris kein Ver­lass. Gen­res? Kon­stan­ten? Wofür?

Wo der arme Saturn-Mit­ar­bei­ter die­ses Album ein­sor­tie­ren wird, ist also wahr­schein­lich allein dem Zufall über­las­sen. Schnel­ler wer­det ihr woan­ders fün­dig: „Noi­se“ könnt ihr strea­men oder kau­fen; wenn ihr Bandcamp.com aus irgend­wel­chen Grün­den mei­den wollt, gibt’s das Album auch auf Amazon.de. Gefällt mir.

Netzfundstücke⁠In den Nachrichten
Facebook / Was wirklich zählt

Über die Mel­dung selbst wun­de­re ich mich ja schon gar nicht mehr:

Facebook

Es wur­de nie­mand ver­letzt, Twit­ter stand ja als Auf­fang­becken bereit.

Aller­dings:

Vie­le Nut­zer beklag­ten sich bei Twit­ter über den Aus­fall – und über die all­zu kar­ge Gestal­tung der Feh­ler­sei­te.

So ein Mist! Auf der Feh­ler­sei­te seh‘ ich nicht mal mei­ne Glücks­nüs­se! – Erstaun­lich, dass die Nut­zer Twit­ter gefun­den haben. Ande­rer­seits war wahr­schein­lich Goog­le noch erreich­bar.

Dafür prang­te unten auf der Feh­ler­sei­te (Screen­shot: sie­he SPIEGEL ONLINE) ein ©-Zei­chen. Damit sie nie­mand unbe­fugt kopiert, neh­me ich an.

Politik⁠In den Nachrichten
Kurz notiert zu Israel

Natür­lich ist es auch wenig ange­nehm, wenn zwei benach­bar­te Staa­ten (momen­tan steht’s 1327 zu 59 für Isra­el, das blö­der­wei­se auf Foul­spiel setzt) gegen­sei­tig mili­tä­risch von der Land­kar­te zu til­gen ver­su­chen, ins­be­son­de­re dann nicht, wenn einer der bei­den Staa­ten Schüt­zen­hil­fe bekommt: USA ver­ur­tei­len Angriff auf Schul­ge­bäu­de in Gaza (30. Juli 2014), USA stel­len Isra­el wei­te­re Muni­ti­on zur Ver­fü­gung (31. Juli 2014). Viel­leicht haben sie beim ersten Mal nicht alles erwischt.

Bei so viel Für­sor­ge sei­tens unse­rer US-ame­ri­ka­ni­schen „Freun­de“ (Joa­chim „Zu den Waf­fen!“ Gauck) müs­sen „wir“ (ebd.) uns ja eigent­lich nicht mehr dar­um küm­mern. SPIEGEL ONLINE indes, 23. Juli 2014:

„Wir hier in Deutsch­land freu­en uns dar­über, dass in die­sem Land Nach­kom­men der Men­schen woh­nen, die ande­re Deut­sche vom Erd­bo­den ver­til­gen woll­ten“, sag­te Gauck.

Den Satz muss man gege­be­nen­falls zwei­mal lesen. „Ande­re Deut­sche“ ist hier das Sub­jekt, neh­me ich an. Aber zum Glück ist die Zeit, in der ein gan­zes Volk ver­tilgt wer­den sei, längst vor­bei:

„Sie müs­sen ster­ben und ihre Häu­ser soll­ten zer­stört wer­den, damit sie kei­ne wei­te­ren Ter­ro­ri­sten gebä­ren kön­nen“ sag­te Shaked (Aye­let Shaked, Mit­glied des israe­li­schen Par­la­ments, A.d.V.). „Sie alle sind unse­re Fein­de und ihr Blut soll­te an unse­ren Hän­den kle­ben. Dies gilt auch für die Müt­ter der toten Ter­ro­ri­sten.“

Die „Zivil­ge­sell­schaft“ (tagesspiegel.de, 23. Juli 2014) soll­te wirk­lich net­ter zu Isra­el sein.

Wie die Anderen
Wie die Anderen (4): Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Honk

(Vor­be­mer­kung: Dies ist der vier­te Teil mei­ner losen Rei­he „Wie die Ande­ren“, dies­mal inspi­riert und geneh­migt vom kiez­neu­ro­ti­ker.)

Herzlichen Glückwunsch

Manch­mal lat­sche ich in mei­ner Frei­zeit irgend­wo­hin. Gewäs­ser, Geschäf­te, Gemü­se. Beim Lat­schen blei­be ich manch­mal ste­hen, zum Bei­spiel vor Whis­key­re­ga­len. Manch­mal kau­fe ich auch was davon und trin­ke es dann. Bush­mills, Dal­mo­re, Nik­ka. Haupt­sa­che kein Bil­lig­fu­sel. Passt gut in die Haus­bar und auf Gela­ge. Mit Stil, aber nicht zu nobel. Damit kom­me ich durch. Damit darf ich mit­spie­len und muss nicht den Scheiß trin­ken, den sie vor­hal­ten. Den Jame­son, Jim Beam, John­ny Depp und wie die alle hei­ßen. Mit der Extra­por­ti­on Kot­ze. Höch­stens fuff­zehn Euro und ein Kater bis nach Mos­kau. So viel kann ich gar nicht nach­spü­len, dass das zu schmecken beginnt. Mit zwölf ist’s egal, mit zwölf ist man cool. Irgend­wann spä­ter kriegt man Geschmack.

Rein ins Inter­net. Blogs lesen. Schreibt ein Rant­blog­ger über Whis­ky. Ver­rückt. Gutes The­ma, guter Blog­ger.

Bis jetzt.

Geht schon schei­ße los. „Ich lat­sche an man­chen Wochen­en­den mit einer halb aus­ge­sof­fe­nen Whis­ky­fla­sche irgend­wo­hin.“

Whis­ky sau­fen. Kann man machen. Man kann auch mit ’nem Bug­at­ti ein­kau­fen fah­ren. Bei ALDI gibt’s Sauf­whis­ky für ’nen Fün­fer, schmeckt nach Bat­te­rie­säu­re. Ist halt Ver­schwen­dung. Man kann sich auch ’n Ei an die Schie­ne tackern. Oder nachts in Ham­burg Bus fah­ren. Prost.

Quatscht der Typ wei­ter. Über Par­tys. Auf den Par­tys, auf denen er sich rum­treibt, gibt’s Jäger­mei­ster, Apfel­korn. Sau­er­kirsch­wod­ka. Erklärt man­ches.

Kon­se­quenz? Par­ty mei­den. Oder halt Whis­ky per­ver­tie­ren. Kost‘ ja nix. Immer noch zu viel. Son­sti­ge Hob­bys? Mit halb­lee­ren Bow­mo­re-Fla­schen Nüs­se kau­fen. Er muss den Mist ja irgend­wie run­ter­krie­gen. Geht mit Waren zur Tan­ke und ist empört, wenn die Frau dort sie für frisch geklaut hält.

„Was ist das Haupt-Ein­stel­lungs­kri­te­ri­um von Tank­stel­len? Dass man ohne Hil­fe das Klo fin­det, damit man den Job ohne Erwach­se­nen­win­deln machen kann?“

Tan­ken­frau­en. Sind so blöd. Ken­nen nicht mal ihr Sor­ti­ment. Oder Jame­son. Oder Bow­mo­re. Haha.

Pre­ka­ri­at. Honk. Glück­wunsch.

Projekte⁠Nerdkrams
Frisch gebacken: eMule beba v3.00 beta / OpenDownload² v4.0.0

Auf­merk­sa­me Leser wis­sen, dass ich, wenn ich mich nicht gera­de auf- oder abre­ge, gele­gent­lich auch mal Din­ge pro­gram­mie­re.

Dass ich mei­ne Fire­fox- und Sea­M­on­key-Erwei­te­rung Open­Down­loa­d² auf den neue­sten Stand brin­ge, war dabei über­fäl­lig, denn die bis­lang aktu­el­le Ver­si­on 3.5.1 funk­tio­niert unter Fire­fox ab 31 nicht mehr rich­tig. Ver­si­on 4, die neben­bei aus Ver­se­hen das Pro­blem behebt, dass alles Aus­zu­füh­ren­de stets ein zwei­tes Mal her­un­ter­ge­la­den wur­de, lud ich also zwecks Tests in den „Ent­wick­ler­ka­nal“ hoch; inter­es­sier­te Nut­zer hät­ten also ledig­lich auf der Mozil­la-Web­site nach unten blät­tern müs­sen, um sie zu fin­den. Offen­sicht­lich ist der typi­sche Fire­fox­nut­zer aber nicht in der Lage, das Erwei­te­rungs­por­tal in Gän­ze zu erfas­sen, denn ich erhielt den­noch eini­ge nega­ti­ve Bewer­tun­gen und E‑Mails mit der Auf­for­de­rung, doch end­lich eine neue Ver­si­on bereit­zu­stel­len. Zumin­dest ver­schwan­den die mei­sten die­ser Bewer­tun­gen nach einem freund­li­chen Hin­weis auf die Test­ver­si­on recht schnell.

Aller­dings habe ich nur wenig Lust dar­auf, mich fort­wäh­rend mit der­lei Kin­ker­litz­chen befas­sen zu müs­sen; seit ein paar Stun­den ist die zwei­te Test­ver­si­on nach nur kur­zer Test­pha­se als fina­le Ver­si­on 4.0.0 ver­füg­bar. End­lich Ruhe.


Apro­pos „end­lich“: Auch die Ent­wick­lung von eMu­le geht wei­ter. Der Code der kom­men­den Ver­si­on 0.50b ist seit eini­gen Mona­ten öffent­lich und bringt bereits jetzt manch nütz­li­che Ver­bes­se­rung, dar­un­ter ein moder­nes Upload­sy­stem, mit sich. Da die aktu­el­le „sta­bi­le“ Ver­si­on von eMu­le beba auch schon über ein Jahr alt ist, ist dies eine gute Gele­gen­heit, die neue Code­ba­sis ein­mal aus­zu­pro­bie­ren: Eine Vor­ab­ver­si­on von beba 3.00 gibt es hier.

An ein paar Eigen­ent­wick­lun­gen, etwa einer ver­bes­ser­ten Pro­xy­an­zei­ge, arbei­te ich noch, eine Liste der bereits ein­ge­bau­ten neu­en Funk­tio­nen ist im ent­hal­te­nen chan­ge­log zu fin­den. Ein bekann­tes Pro­blem, das mir lei­der zu spät auf­ge­fal­len ist: Ich habe ver­se­hent­lich zwei Sym­bo­le im Such­me­tho­den­feld ver­tauscht, das wird bis zur fina­len Ver­si­on noch kor­ri­giert. Anson­sten wün­sche ich vor­erst viel Ver­gnü­gen damit.

Piratenpartei⁠Mir wird geschlecht
Piratenleaks, 29. Juli 2014

Im August 2013 ver­öf­fent­lich­te ich an die­ser Stel­le Infor­ma­tio­nen über eine unter Ande­rem von Tho­mas Gaul ver­ant­wor­te­te Mai­ling­li­ste der Pira­ten­par­tei Nie­der­sach­sen, die der „Pres­se­ko­or­di­na­ti­on der Lan­des­ver­bän­de“ die­nen soll­te, auf die aber nicht jeder Pres­se­spre­cher Zugriff bekam. Was bei Vor­stands­li­sten, wo womög­lich inter­ne Daten aus­ge­tauscht wer­den, noch Sinn ergibt, ist in Pres­se­din­gen allen­falls absurd.

Da bei­de Sei­ten sich im Recht sahen, wur­den mit Arne Hat­ten­dorf und Ste­fan „Sekor“ Kör­ner, mit­hin Kan­di­dat für die Nach­fol­ge Bernd Schlö­mers sowie Thor­sten Wirths als Bun­des­vor­sit­zen­der und, wie man so liest, regel­mä­ßi­ger Akteur in Tho­mas Gauls Bekann­ten­kreis, zwei eigens hier­zu beru­fe­ne Schlich­ter dar­um gebe­ten, sich das Archiv der Mai­ling­li­ste ein­mal vor­zu­neh­men, um zu prü­fen, ob nun eigent­lich irgend­wel­che Klün­ge­lei­en betrie­ben wur­den oder nicht.

‘Pira­ten­leaks, 29. Juli 2014’ wei­ter­le­sen »

Montagsmusik
Sigur Rós – Glósóli

Zu schwül­stig, so scholl’s mir ent­ge­gen, sei, womit ich hier regel­mä­ßig die Woche begin­ne. Als emp­fäh­le ich The Moo­dy Blues!

Nein, nein. Ich mag kei­ne Mon­ta­ge. Mon­ta­ge beinhal­ten das Ende eines Wochen­en­des. Schwül­stig? Wer ver­ka­tert ist, hört auch kei­nen Death Metal.

Statt­des­sen: Musik wie ein Som­mer­mor­gen.

Sigur Ros – Glo­so­li – HD

Guten Mor­gen!

Sonstiges
Pur, mild und ursprünglich

Heda, Kat­jes Fas­sin GmbH & Co. KG,

dan­ke, dass ihr mir nach­drück­lich erläu­tert, wie purer, mil­der und ursprüng­li­cher Lakritz­ge­nuss schmecken muss, immer­hin habt ihr eurem offen­bar neu­en Pro­dukt „Back to the Roots“ gan­ze 5 – in Wor­ten: fünf – Pro­zent Süß­holz­saft bei­gemischt.

Back to the roots

„Ohne tie­ri­sche Gela­ti­ne“, wie’s halt bei natür­li­chem Lakritz­ge­schmack so unna­tür­lich ist, dass es noch mal groß drauf­ge­druckt wer­den muss. Lakritz schmeckt, „glaubt ihr“ eben am Besten, wenn mög­lichst wenig Lakritz drin ist.

Kat­jes? Kat­noh!

Internes
Suchbegriffe, Monat Juli 2014

Was hat­ten wir denn lan­ge nicht? Ach ja: Eure häu­fig­sten Such­be­grif­fe, die euch hier­her geführt haben.

Und was ihr im Juli bis­her wie­der für krea­ti­ve Ideen hat­tet!

Suchbegriffe: Helene Fischer

Nein, natür­lich ist es nicht so schlimm, obwohl die Sexua­li­tät von Hele­ne Fischer für eine stei­gen­de Zahl von Men­schen eine Rol­le zu spie­len scheint. War­um? Wer weiß. Eini­ge von euch such­ten auch nach ver­nünf­ti­ge­ren Din­gen:

frau­en ficken

Halt, ich fang‘ noch mal an. Eini­ge von euch such­ten auch nach ver­nünf­ti­ge­ren Din­gen:

Kätz­chen

Na also, geht doch.

alter­na­ti­ves feed­ly

Hier ent­lang!

vim latest bina­ry

Hier ent­lang!

blow job mäd­chen

„Und – was bist du von Beruf?“ – „Och …“

ero­tik­zo­ne frau

Ich dach­te immer, das heißt Sperr­ge­biet.

funfzehn jah­ri­ge last sick von hin­ten ficken

zwolf jah­ri­ger such mitt hürn aus

kosten­los ficken über whats­app

Ein­fach Schwanz in die Lade­buch­se und los!

fick sei­ten wie whats app

Whats­App, die olle Fick­sei­te! – Wobei: Erlaubt der neue Besit­zer so was über­haupt?

Anson­sten gehe ich davon aus, das hier war der glei­che:

merk­be­frei­ung

Und dann immer­hin auch:

hexen quä­len und ficken por­no

Wenn in einem sol­chen dann noch Hele­ne Fischer mit­spielt, implo­diert wahr­schein­lich das Inter­net.

Manch­mal, ganz sel­ten, fra­ge ich mich, was ich eigent­lich falsch mache.

Politik⁠In den Nachrichten
Blogretrospektive, 23. Juli 2014: Von Datenschutz, Bällen und Ballerei.

Der Westen – der Westen!!1 – hat eine her­vor­ra­gen­de Lösung gefun­den, wie mit dem Abschuss von Pas­sa­gier­flug­zeu­gen über ukrai­ni­schem Gebiet umzu­ge­hen ist: Waf­fen an Russ­land lie­fern und dann Russ­land die Fuß­ball-WM 2018 weg­neh­men, weil Russ­land Waf­fen hat. Das wird den irren Dik­ta­tor (hier: Putin) zum Ein­len­ken bewe­gen, denn wenn Russ­land kei­ne Fuß­ball­mei­ster­schaft behei­ma­ten darf, wird es sicher­lich eine Men­ge ver­lie­ren; Zeit und Geld aller­dings nicht.

Ja, der Westen. USA dro­hen EU mit Sank­tio­nen, falls EU Sank­tio­nen gegen Russ­land nicht ver­schärft. Absurd? Mit­nich­ten. Aber es soll ja berg­auf gehen:

Die Bun­des­re­gie­rung will Deutsch­land zum „Ver­schlüs­se­lungs­stand­ort Num­mer 1“ machen und peilt eine „Daten­ord­nungs­po­li­tik“ an. (…) Geschäfts­mo­del­le, die auf Pseu­do- und Anony­mi­sie­rung set­zen, sei­en zu för­dern. (…) Das euro­päi­sche Daten­schutz­recht im digi­ta­len Bin­nen­markt möch­te die Bun­des­re­gie­rung „rasch moder­ni­sie­ren und har­mo­ni­sie­ren“, um die Bür­ger­rech­te zu stär­ken und der Bedeu­tung der Pri­vat­sphä­re als „ent­schei­den­dem wirt­schaft­li­chen Stand­ort­fak­tor“ gerecht zu wer­den.

Daten­schutz und Pri­vat­sphä­re als wirt­schaft­li­che Stand­ort­fak­to­ren, denn so ein Bür­ger ist vor­ran­gig eine Enti­tät hin­ter einer Kun­den­num­mer oder sei­ner Deutsch­land-Card, für den Markt erkenn­bar an den RFID-Chips in sei­ner Geld­bör­se. Ah, der Herr Mül­ler, will­kom­men bei ALDI. Sie haben doch vor vier Tagen in Ber­lin einen Ero­tik­shop auf­ge­sucht, Gur­ken fin­den Sie hier im vier­ten Regal links. Daten­schutz. Pri­vat­sphä­re. Bür­ger­rech­te. Bin­nen­markt. Wie oft wir als Bun­des­re­gie­rung unse­re Bür­ger aus­spio­nie­ren? Das geht doch den Bür­ger nichts an. Maul hal­ten und wäh­len.

Und es wird ja nicht bes­ser. Deutsch­lands Eli­te wächst nach. „Lucia, Pau­la, Tim und der Namen­lo­se sind viel­leicht fünf­zehn. Und das ist noch opti­mi­stisch geschätzt.“ Ich war nicht so, und viel­leicht hat mir das gut getan. Aber eli­tär war ich eben auch nicht.

Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gungs­zom­bies. Irgend­wann wer­den sie 18, wenn sie nicht vor­her ein­ge­gan­gen sind, und blei­ben so boden­stän­dig wie sie es von Mut­ti gelernt haben: Eli­sa­beth muss spek­ta­ku­lär aus­se­hen! Und der Nagel­lack erst! Wel­che Mut­ter könn­te schon wol­len, dass das eige­ne Kind sich als ein­zi­ges Anwe­sen­des halb­wegs natür­lich freu­en kann? Väter sind natür­lich mit­ge­meint.

Alles wird gut. Deut­sche Tor­na­dos in der Eifel wer­den umge­baut, damit Atom­bom­ben ein­ge­klinkt wer­den kön­nen. Wir sind wie­der wer. Hur­ra!

Sokra­tes hät­te sich erschos­sen.

Montagsmusik
Isis – Weight

(… und ihr wacht auf und der Mon­tag ist vor­bei, er nahm mit sich, was ihr liebt und wonach ihr euch ver­zehrt. Ihr stürzt euch in die Flut aus Far­ben und plötz­lich ergibt alles einen Sinn.

ISIS „Weight“ Live at the Trou­ba­dour

Digi­ta­le Rebel­len der Neu­zeit: Mon­tags­mu­sik am Diens­tag­mor­gen.)

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Medienkritik extern: Die zwei Arten von Journalisten

Habt ihr auch manch­mal den Ein­druck, die Medi­en wür­den bestän­dig bou­le­var­desker? Das hat Grün­de:

Die Zahl der Jour­na­li­sten, die wenig­stens sprach­lich noch les­bar und lesens­wert schrei­ben kann (sic), ist dra­stisch zurück­ge­gan­gen und wird auch nicht mehr gesucht. Das Ein­stel­lungs­kri­te­ri­um ist nicht mehr die Schrei­be, son­dern der „Umgang mit Social Media”, die Fähig­keit des Twit­terns. Die aller­mei­sten Jour­na­li­sten fal­len heu­te nur noch in zwei Kate­go­rien: Die, die bei DPA abschrei­ben, und die, die bei Twit­ter abschrei­ben. Bei Wiki­pe­dia schrei­ben sie alle ab. Und wenn sich da mal nichts abschrei­ben lässt, brin­gen sie das neue­ste You­tube-Video. Gei­sti­ge Lee­re, sprach­li­che Inkom­pe­tenz.

Lese­be­fehl!

Kaufbefehle⁠Musikkritik
Musik 06/2014 – Favoriten und Analyse

Die­ser Arti­kel ist Teil 13 von 29 der Serie Jah­res­rück­blick

Huch, schon Mit­te Juli! Hät­tet ihr mir nicht was sagen kön­nen?

Ein hal­bes Jahr ist längst vor­bei, und ihr wisst, was das bedeu­tet: Hier gibt’s Musik satt – alles, was bis Ende Juni so in mei­ner Besten­li­ste gelan­det ist – zu lesen. Ent­ge­gen der öffent­li­chen Mei­nung ist die Num­me­rie­rung aller­dings will­kür­lich gewählt. Rang­li­sten sind Fir­le­fanz.

‘Musik 06/2014 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se’ wei­ter­le­sen »

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Ein ganzer Bundestag voller Pfuscher

Ich habe einen Feh­ler gemacht.

Ich nahm fälsch­li­cher­wei­se an, jemand, der die freie Enzy­klo­pä­die Wiki­pe­dia zu erwei­tern mit­hel­fe, sei ein Mani­pu­la­tor, egal, ob er sich nun einer bestimm­ten Ideo­lo­gie ver­schrie­ben habe oder eben nicht.

Mar­kus Böhm (SPIEGEL ONLINE) belehr­te mich jedoch gestern dar­über, dass das manch­mal nicht Mani­pu­la­ti­on, son­dern Pfusch hei­ße:

Wie oft wird vom Bun­des­tag aus am Online-Lexi­kon Wiki­pe­dia her­um­ge­pfuscht?

Jetzt bin ich mir nicht ganz sicher, wie ich das ver­ste­hen soll: Sind alle Wiki­pe­dia-Autoren außer den Pfu­schern, die im Bun­des­tag arbei­ten, Mani­pu­la­to­ren oder ver­hält es sich genau anders­her­um, sind also alle Wiki­pe­dia-Autoren Pfu­scher außer denen, die ein Geschlech­ter­the­ma mani­pu­lie­ren? Ist man bei­des, wenn man vom Bun­des­tag aus einen ideo­lo­gie­ge­la­de­nen Arti­kel ändert, oder gibt es dafür wie­der ein ganz ande­res Wort?

Herr Böhm, hel­fen Sie mir!