Internes
In eige­ner Sache: Das mit der Anonymität.

Liebe Leser mei­ner­seits, lie­be Leser sei­ner­seits,

wenn ihr die­sen Text hier lest, wur­de die kom­plet­te Internetpräsenz, auf der ihr euch befin­det, an die Anforderungen moder­ner Datenschutzrichtlinien angepasst.

Das heißt im Klartext:
Anstelle des bis­her ver­wen­de­ten Apache-Log-Verwerters AWStats kommt nun die quell­of­fe­ne Echtzeitstatistik Piwik gemein­sam mit dem WordPress-Plugin StatPress zum Einsatz. Das Anlegen von Logdateien habe ich ser­ver­sei­tig deak­ti­viert, alle IP-Adressen - auch die mei­ner Kommentatoren - wer­den vor der Speicherung von sowohl den Statistikwerkzeugen als auch WordPress selbst unum­kehr­bar anony­mi­siert, mit­hin wer­den sie auch nicht, etwa über die Mailbenachrichtigung, Dritten preis­ge­ge­ben. Analog habe ich auch mei­ne Konten bei blogoscoop.net und bloggerei.de deak­ti­viert, auf­grund derer ich hier zwei (ver­steck­te) Zählbanner ein­ge­bun­den hatte.

Wer den­noch miss­trau­isch ist, der kann die Analyse durch Piwik auch kom­plett ver­hin­dern, indem er das ana­ly­sie­ren­de Javascript, das sich am Seitenende befin­det, schlicht blockiert (Firefox-Nutzer: das ohne­hin emp­feh­lens­wer­te NoScript erfüllt hier die­sen Zweck), aber nötig ist dies nicht.

Das Übermitteln der eige­nen Mailadresse beim Kommentieren erfolgt übri­gens nach wie vor freiwillig.
Ich spei­che­re nicht!

Gern gesche­hen.

(„Drei Worte: RTL II - It’s fun.“, na, da zäh­len wir noch mal, lie­be Programmverantwortliche.)

ProjekteSonstiges
Medienkritik XXXI: Der Reiz des Verbotenen (Ghetto, yo)

Auf der Suche nach Erfrischung eigent­lich eher kör­per­li­cher Natur ver­harr­te mein Blick heu­te auf dem Titelblatt der aktu­el­len Ausgabe des Klatsch- und Sexheftchens BRAVO. Abgebildet war ein mir zunächst unbe­kann­ter Zeitgenosse, der mit „Menowin“ beschrif­tet wor­den war. Menowin, das wuss­te ich aus Erzählungen mir lei­der nahe ste­hen­der Personen, hat­te unlängst an aus­ge­rech­net Dieter Bohlens ver­geb­li­cher Talentsuche teil­ge­nom­men und dabei irgend­ei­nen Platz errun­gen. Genauer weiß ich es nicht, was letzt­end­lich ver­mut­lich für mich spricht.

Dieser Menowin jeden­falls war offen­bar min­de­stens ein­mal Insasse einer Justizvollzugsanstalt, und so lau­te­te der beglei­ten­de Textaufdruck der BRAVO wie folgt:

Mein gehei­mes Knast-Tagebuch: Das ging in Menowins Gefängnis wirk­lich ab

(Hervorhebung wie Wortwahl im Original ebenso.)

Selbst, wenn man das Nonsens-Adjektiv „geheim“ gedank­lich streicht (wie sonst nennt die BRAVO dann etwas, was sie eben nicht Millionen von fehl­ge­lei­te­ten Lesern öffent­lich mit­teilt; womög­lich „super­ge­heim“?): Was soll das?

Ist es wie­der im Trend, sich nach der Seife zu bücken, gar ein Statussymbol? Seht her, Kinder, so ein Knast ist voll doof und so, aber, hey, ich bin voll berühmt des­we­gen weil ich bes­ser sin­gen kann als manch ande­rer, was natür­lich gar nichts mit mei­ner Lebensgeschichte, die seit­dem wöchent­lich die Prekariatspresse ziert, zu tun hat! Ihr wollt doch sicher auch so wer­den wie ich!

Das Gangstatum wird wie­der salon­fä­hig, mit der Ära 50 Cents, in der sich die Anzahl an über­leb­ten Schießereien noch zum Prahlen eig­ne­te, war es noch längst nicht vor­über. Ghetto, Alter. Yo. Nur für ech­te Schießereien sind sie zu fei­ge, man könn­te ja ver­se­hent­lich ver­lie­ren, und dann steht man da bzw. eben nicht mehr, also bleibt ihnen ihre Vorgeschichte, die ihnen so unglaub­lich pein­lich zu sein scheint, dass sie, wie erwähnt, nahe­zu wöchent­lich immer wie­der dar­auf zu spre­chen kom­men. So rich­tig abschreckend wirkt das ja nun nicht gera­de. „Boah, der war im Knast, cool!“

Meine Jugendidole waren nie so. Gute, alte Zeit.

(Erklärung: Auf den Kauf der BRAVO habe ich aus Niveaugründen ver­zich­tet, soll­te im inhalt­li­chen Teil also etwas ande­res ste­hen als von mir ange­deu­tet, so bit­te ich um Nachsicht.)

Apropos Niveau: eMule beba 2.61 ist da. Holt es euch, so lan­ge es noch frisch ist!

In den NachrichtenPiratenparteiPolitik
Von Kraken und ande­ren Leuchten

Ich hat­te es für einen Scherz gehal­ten, als man mir davon erzähl­te, es gebe ein Krakenorakel, das bis­lang jedes Ergebnis der deut­schen Fußballnationalmannschaft kor­rekt vor­her­ge­sagt habe. Soeben scroll­te jedoch im IRC-Kanal der Piratenpartei dies an mir vorbei:

(larom­eid) +++++ BREAKING NEWS +++++ DAS KRAKENORAKEL VERSPRICHT SIEG FÜR DEUTSCHLAND! +++++ RTL II TOP-NEWS +++++

Ich folg­te den fol­gen­den Verweisen und war ent­setzt:
Tatsächlich gibt es im Oberhausener Aquarium offen­bar einen Kraken, dem man jeweils die ent­spre­chen­den Flaggen kre­denzt, die er mit­tels Tentakelbewegungen dann als „Siegerflagge“ kenn­zeich­net. Das Viech scheint nun­mehr Anerkennung als Orakel gefun­den zu haben.

Und jetzt sagt es vor­aus, dass Deutschland auch gegen Argentinien gewin­nen wird.

Man muss schon ein ziem­lich ver­quer den­ken­der Mensch sein, um der­lei als einer Fernsehnachricht wür­dig zu erach­ten, was mich neben­bei auch dar­in bekräf­tigt, mich von RTL II, der BILD und ähn­li­chen Idiotenmedien kon­se­quent fern­zu­hal­ten; aber dass die­ses Tier auch von Leuten für halb­wegs ernst genom­men wird, denen ich eigent­lich mehr zuge­traut hät­te, ist erschreckend.

Na, spä­te­stens am Sonntag gibt’s Frischfleisch im Fischgeschäft. Selber schuld.

Apropos Piratenpartei übrigens:

„Das Internet darf kein rechts­frei­er Raum sein“, sag­te Gauck dem Abendblatt. „In unse­rem Land mit unse­rer Geschichte darf all das, was in gedruck­ter Form ver­bo­ten ist, im Netz nicht ohne Weiteres erlaubt sein.“

Aufstachelung zum Rassenhass oder Anstiftung zum Terrorismus könn­ten nicht außer­halb des Rechtsstaates statt­fin­den, for­der­te der ehe­ma­li­ge DDR-Bürgerrechtler. „Deswegen müs­sen sol­che Inhalte aus dem Netz gelöscht wer­den.“ Der Ruf etwa der Piratenpartei nach unbe­grenz­ter Freiheit habe „einen Hang zur Vermessenheit“, kri­ti­sier­te er.

(Hervorhebung von mir.)

Seltsam; mir war, als wäre „Löschen statt Sperren“ genau das, was die Piratenpartei bereits seit Jahren for­dert. Sollte ich mich da etwa geirrt haben, oder kann es auch nur sein, dass Joachim Gauck, der im Internet meist als best­ge­eig­ne­ter Kandidat beschrie­ben wird, schlicht­weg kei­ne Ahnung hat, was für einen Unsinn er sich da zusam­men­fa­bu­liert hat?

Mir graut es bereits vor dem Ergebnis der Präsidentschaftswahl. Au, weia.
Vielleicht doch lie­ber ein Knödel?

Sonstiges
Traumberuf Schrottverkäufer

Womit man, wenn man den unter dem Scheibenwischer man­cher Autos zu fin­den­den Visitenkarten trau­en darf, übri­gens auch ein gewis­ses Vermögen anhäu­fen kann, ist das Handeln mit kaput­ten Fahrzeugen, Motorschaden inklusive:

Dass auf der Rückseite „An- und Verkauf“ steht, schmä­lert das Interesse dar­an, jemals mit der­lei Gestalten ins Geschäft zu kom­men, doch erheblich.

Nerdkrams
Tiling Window Managers: awe­so­me für Windows

Ich las­se mich bekannt­lich gern begei­stern von wun­der­li­chen, pro­duk­ti­vi­täts­stei­gern­den Computerprogrammen aller Art. So ist es dann auch nur wenig erstaun­lich, dass ich frü­her oder spä­ter awe­so­me ken­nen und schät­zen ler­nen musste.

awe­so­me ist ein so genann­ter Tiling Window Manager, der im Gegensatz zum Beispiel zu Windows, das seit Version 2.0 einen „Stacking“, also einen „sta­peln­den“, Fensterverwalter besitzt (bedeu­tet: man schiebt die Fenster kreuz und quer durch die Gegend, lässt sie sich über­lap­pen u.a.), die Arbeitsoberfläche qua­si kachelt, also Fenster neben- und über­ein­an­der anord­net. Damit es nicht zu voll auf dem Bildschirm wird, stellt awe­so­me zudem ins­ge­samt 9 „work­s­paces“, also Arbeitsbereiche, bereit, zwi­schen denen per Tastenkombination umge­schal­tet wer­den kann, ähn­lich dem auch unter Windows inzwi­schen geschätz­ten Prinzip der „vir­tu­el­len Desktops“.

Die nun­mehr über­flüs­si­gen Fenster-Titelleisten wer­den eben­falls aus­ge­blen­det. Die gesam­te Fensterverwaltung erfolgt fort­an mit Tastenkürzeln, was nach ein wenig Eingewöhnungszeit, gera­de, wenn man mit meh­re­ren Anwendungen gleich­zei­tig arbei­tet (etwa Chatprogramm und Browser, Texteditor und IDE, …), eine deut­li­che Zeitersparnis und ggf. Arbeitserleichterung bedeu­tet. Unter Linux sieht die­ses Konzept etwa so aus:

Nun hat Microsoft Windows eine Fensterverwaltung beschert, die das Ausführen alter­na­ti­ver Fenstermanager deut­lich erschwert, soll hei­ßen: gar nicht erst unter­stützt. Möchte man also die­se hüb­sche Tiling-Funktion auch unter Windows nach­bil­den, blei­ben im Wesentlichen nur drei Möglichkeiten offen:

Erstens: Man instal­liert eine alter­na­ti­ve Shell, die den Explorer mit­samt Desktop und Startmenü ersetzt. Allerdings erschwert dies zunächst das Auffinden von Dateien und Programmen, man muss sich in eine völ­lig neue Umgebung ein­ar­bei­ten, und führt auch nicht zwangs­läu­fig zum Ziel; ob es über­haupt eine Alternative gibt, die nach dem Kachelprinzip arbei­tet, ist mir gera­de nicht bekannt.

Zweitens: Man arran­giert sich irgend­wie mit dem in Windows 7 ein­ge­führ­ten Aero Snap oder ver­gleich­ba­ren Anwendungen, etwa AeroSnap oder (ein­ge­schränkt) ac’tivAid, die das Prinzip aber nur unzu­rei­chend simu­lie­ren können.

Drittens: Man greift zu einer der weni­gen Anwendungen, die den Explorer um eine Tiling-Funktion erweitern.

Ich möch­te hier letz­te­re Lösung genau­er erläu­tern, da sie am ein­fach­sten anzu­wen­den ist und das Resultat awe­so­me, tech­nisch gese­hen, am ehe­sten gleicht.

Neben dwm-win32, das eine blo­ße Windows-Portierung von dwm, der Grundlage für awe­so­me, und gera­de für Einsteiger eher schwie­rig zu kon­fi­gu­rie­ren ist, stel­len HashTWM und bug.n her­vor­ra­gen­de Alternativen dar.

HashTWM ent­hält eben­so wie das ähn­li­che, aber anschei­nend nicht mehr wei­ter ent­wickel­te Tiler ledig­lich die Tiling-Funktionen, nicht aber eine „workspace“-Unterstützung, die­se kann bspw. mit Dexpot nach­ge­rü­stet wer­den. Mit HashTWM wer­den alle Fenster auto­ma­tisch ange­ord­net, es ste­hen neben Kacheln auch gleich­för­mi­ge Gitter, Stapel und ein Vollbildmodus zur Verfügung. Zum Umschalten und Bedienen von HashTWM die­nen Tastenkürzel, es wird daher emp­foh­len, sich vor dem Starten der Anwendung mit der Dokumentation - der Datei readme.txt - zu befas­sen. Die Bedienung basiert auf Kombinationen mit Strg-Alt (in der Dokumentation „Mod“, „Modifikator“, genannt), HashTWM lässt sich etwa mit Strg-Alt-Esc beenden.

Etwas umfang­rei­cher ist bug.n, der­zeit die ent­spre­chen­de Anwendung mei­ner Wahl. Ich bezie­he mich im Folgenden auf die Version 3.6 Alpha, die, wie mir der Entwickler per Mail mit­teil­te, für die­sen Zweck eher geeig­net ist als die „neue“ Version 7.0, aller­dings ein instal­lier­tes AutoHotkey vor­aus­setzt. Die Installation die­ses Programms soll­te indes kein Problem darstellen.

Ist dies geschafft, ist bug.n ein­satz­be­reit; zum Starten ist die Datei bugn.ahk, ein AutoHotkey-Skript, zu öff­nen. In der Regel genügt hier­zu ein Doppelklick auf sie.

bug.n bie­tet neben neun Arbeitsflächen, hier wie auch in eini­gen Vorbildern aus der Linuxwelt „Tags“ genannt, deren Status stan­dard­mä­ßig am obe­ren Bildschirmrand ange­zeigt wird (dies, wie auch vie­les ande­re, kann man mit einem Texteditor in der Datei config.ahk anpas­sen), vie­le wei­te­re Funktionen, etwa das auto­ma­ti­sche Zuweisen von „Tags“ zu bestimm­ten Programmen. Als „Modifikator“ dient in bug.n die Windows-Taste, das Skript erzeugt aber außer­dem ein Symbol im Benachrichtigungsfeld neben der Uhr, über des­sen Kontextmenü eini­ge Funktionen zur Verfügung stehen.

Nach dem Starten von bug.n wird am obe­ren Bildschirmrand die Statusleiste ein- und, je nach Konfiguration in der bereits erwähn­ten Datei config.ahk, die Windows-Taskleiste aus­ge­blen­det. Der Bildschirm ist - bei der vor­ein­ge­stell­ten Horizontalansicht - zwei­ge­teilt: Links befin­det sich die „master area“, also der Bereich, in dem das Fenster, mit dem man pri­mär arbei­ten möch­te, mit vol­ler Höhe ange­zeigt wird, rechts wer­den die übri­gen Fenster gesta­pelt. bug.n unter­stützt wie HashTWM auch ande­re Darstellungen, etwa „floa­ting“, also die in Windows übli­chen frei schwe­ben­den Fenster, und „grid“, also ein gleich­för­mi­ges Gitter.

Standardmäßig haben alle Fenster alle neun ver­füg­ba­ren „Tags“, sind also auf jeder Arbeitsfläche sicht­bar. Die wich­tig­sten Befehle in Kurzform („Win“ bedeu­tet „Windows-Taste“, „Umsc“ „Umschalttaste“):

  • Win+[1-9]: Zeige nur Fenster mit dem Tag 1..9
  • Win+Umsc+[1-9]: Weise dem akti­ven Fenster den Tag 1..9 zu (das Fenster ist fort­an nur noch dort sichtbar)
  • Win+Umsc+Leer: Aktiviere/deaktiviere die Fensterverwaltung für das akti­ve Fenster (wenn deak­ti­viert, ver­hält sich das Fenster wie ohne bug.n)
  • Win+Links: Verkleinere die „master area“
  • Win+Rechts: Vergrößere die „master area“
  • Win+T: Zeige/Verstecke die Windows-Taskleiste
  • Win+Return: Schiebe akti­ves Fenster in die/aus der „master area“
  • Win+Umsc+Q: Beende bug.n

Auch hier emp­fiehlt es sich, zunächst die Dokumentation (docs/help.txt) zu lesen.

Fragen? Anregungen? Kommentare? Gern!
Ansonsten bit­te ich alle Leser, die Häufung von Computerthemen in letz­ter Zeit zu ver­zei­hen; ist erst mal der letz­te Beitrag die­ser Art. Ich möch­te ja nie­man­den unnö­tig langweilen.


Nachtrag vom 21. Juli 2015: Ich habe eini­ge Links angepasst.

In den Nachrichten
Zum „Sieg“ der „deut­schen“ Mannschaft (4:2 interpoliert)

Zum Ausgleich für das hirn­lo­se „Schlaaaaand“, das durch die Straßen tönt und selbst für in der Psychologie Unstudierte eini­ges über sei­ne Sprecher aus­sagt, auch mal ein paar Beispielrufe meinerseits:

„Mist. Mistmistmist. Riesenmist.
Verflucht! So ein Kack!
Aaaaaargh! Das hät­te nicht sein müssen.
Der Schiedsrichter hat sei­nen Beruf ver­fehlt! Idiot!
Und über­haupt: Unverdient! UNVERDIENT!“

Nicht, dass die eng­li­sche Mannschaft spiel­tech­nisch schlech­ter wäre als die, die man aus irgend­wel­chen selt­sa­men histo­ri­schen Beweggründen her­aus „deut­sche Nationalmannschaft“ nennt, obwohl die Namen ande­res sug­ge­rie­ren; den­noch haben sie es irgend­wie geschafft, ihre Abwehr genau dort zu platz­ie­ren, wo man sie nicht benö­tigt hat. Schönster Fernsehkommentar: „Rache für Wimbledon“, fängt halt wie „Wembley“ mit einem „W“ an.

Apropos Fernsehkommentare: Welchen Mehrwert bie­tet es dem Publikum eigent­lich, wenn man Fußballspielern nach dem Spiel ein Mikrofon unter die Nase hält und tief­sin­ni­ge Fragen wie „Wie ner­vös waren Sie?“ stellt, um eben­falls tief­sin­ni­ge Antworten wie „Wir, ääääh, sind eine, ähm, gute Mannschaft“ zu erhal­ten? Diese Menschen sol­len (mei­net­hal­ben und offen­kun­dig schlech­ten) Fußball spie­len und anson­sten die Fresse, aber kei­ne Reden hal­ten. Oder möch­te im Gegenzug jemand, dass bspw. Angela Merkel eine WM gewinnt? Himmelherrje.

(Tja, bleibt euch die Vuvuzela hier halt noch ein paar Tage erhal­ten. Ätsch.)

PersönlichesSonstiges
Frei stu­diert

Wer auch immer den Satz „So gut wie in der Schule wirst du es nie wie­der haben“ einst als Belehrung für sei­ne Kinder ein­ge­führt und damit, wohl unbe­wusst, zahl­rei­che spä­te­re Eltern beein­flusst hat, der war, wie ich anneh­me, nie Student.

Als Student blicke ich durch­aus mit­un­ter auch auf mei­ne Schulzeit zurück, auf mei­ne Schulfreunde aus die­ser Zeit, auf die Lehrer, die Fächer, die Klassenarbeiten, die - immer viel zu kur­zen - Ferien; und ich ver­mis­se das alles nur sel­ten, gemes­sen an der wei­ten Freiheit, die hin­ter der Tür der Immatrikulation auf mich war­te­te. Freiheit, die ich mei­ne, die mein Herz erfüllt.

Apropos frei: Brillante Ideen für Inhalte die­ser Seite habe ich meist in unpas­sen­den Momenten. Der Grund, war­um hier gestern nichts neu­es erschien, war der, dass ich - ach, nein, von vorn:

Vor eini­gen Tagen ging ich, mehr zufäl­lig, in mei­nem prä­fe­rier­ten ÖPNV-Mittel an einer klei­nen Tür vor­bei. Sie war ver­schlos­sen und befand sich direkt neben der Toilette. Beschriftet war die­se Tür bei­na­he mit „Fahrgastrechte“, tat­säch­lich lei­der nur mit „Formulare für Fahrgastrechte“ o.ä. Diese Tür, die die Mentalität der Betreiberfirma (lies: des betrei­ben­den Unternehmens bzw. sei­ner Verantwortlichen) ein­drucks­voll demon­strier­te, woll­te ich foto­gra­fisch fest­hal­ten und das Resultat hier unter der Überschrift „Unter Verschluss“ ver­öf­fent­li­chen, aber ich war mir nicht sicher, ob ich die Kamera bei mir hat­te. Heute indes benutz­te ich ande­re Verkehrsmittel. Ich bit­te euch, lie­be Leser, daher dar­um, euch den Beitrag nebst Fotografie hier selbst vor­zu­stel­len. (Da behaup­te noch mal einer, der blo­ße Konsum digi­ta­ler Prosa las­se die Fantasie verkümmern.)

Ich wün­sche gute Unterhaltung.

MusikPersönlichesSonstiges
In teil­wei­se eige­ner Sache: Bssssssss!

Woran zumin­dest ich mer­ke, dass es täg­lich wär­mer wird:
Die Zahl der Fliegen, die durch das Wohnzimmer schwär­men, steigt kontinuierlich.

Früher waren es wenig­stens noch Schmetterlinge, die durch das Haus flat­ter­ten und fröh­lich drein­schau­ten. Die summ­ten mir nicht stän­dig um den Kopf her­um und kack­ten mir auf die Gliedmaßen, die stör­ten nicht und sahen zudem noch gut aus, ein wenig wie ich.

Aber in Zeiten der Rezession resp. der „Rezessionsevolution“ (Kafkas, schon ein paar Jahre her) kön­nen wir uns kei­ne Schmetterlinge mehr lei­sten, da reicht es nicht mal für ein paar anstän­di­ge Bienen, nur lang­wei­li­ge, unbun­te Fauna, und die Regierung schaut taten­los zu (Die Ärzte, eben­falls schon ein paar Jahre her).
Herrje.

(Und um mei­nen poli­ti­schen Forderungen Nachdruck zu ver­lei­hen, ertönt auf die­ser Internetpräsenz, wie auch auf manch ande­ren Angeboten, nun­mehr der herr­li­che Klang einer Vuvuzela; so lan­ge, bis die deut­sche Fußballnationalmannschaft end­lich aus dem lau­fen­den Turnier aus­ge­schie­den ist, damit end­lich Ruhe ist, Himmelherrgottnocheins!
Alternativ natür­lich, bis mir die Besucher aus­blei­ben. Allerdings: Ein Klick auf die Tröte oder ein Programm wie etwa der Devuvuzelator genügt, damit sie verstummt.)

In den NachrichtenNerdkrams
Optimierte Feuerfüchse

Da seit kur­zem Firefox 3.6.4 ver­füg­bar ist, hal­te ich es für gut und rich­tig, neben­bei mal wie­der ein wenig die Gelüste mei­ner com­pu­teraf­fi­nen Leser zu befrie­di­gen, und ich erwäh­ne also dies:

Seit eini­gen Monaten ver­wen­de ich, jeden­falls unter Windows, aus­schließ­lich opti­mier­te Firefox-Versionen.

„Optimiert“ bedeu­tet hier: Firefox wur­de mit einer bes­se­ren Speicherverwaltung und einer Anpassung an moder­ne Prozessorarchitekturen (meist spe­zi­ell für die SSE- oder SSE2-Befehlssätze) aus­ge­stat­tet, star­tet und ren­dert also spür­bar schnel­ler und Ressourcen scho­nen­der. Das bestehen­de Firefox-Profil kann hier­bei über­nom­men wer­den, Inkompatibilitäten tre­ten nach mei­ner Erfahrung nicht auf. Eine völ­li­ge Neuinstallation mit vor­he­ri­gem Löschen der alten Version ist eben­falls nicht erfor­der­lich, es genügt, den opti­mier­ten Fuchs in das Firefox-Verzeichnis zu ent­packen und even­tu­ell vor­han­de­ne Dateien zu überschreiben.

Unter Linux ist Swiftfox eine gute Wahl, unter Windows ver­wen­de ich der­zeit die aktu­el­len Versionen von tete009 (auf dem Laptop) und pig­foot (auf dem PC), wobei letz­te­re ein deut­lich hüb­sche­res Icon besitzt; aber das soll­te ja nicht das Ausschlag geben­de Kriterium sein. Welche opti­mier­ten Versionen für euer System geeig­net sind (also eben SSE, SSE2 oder noch ande­re), ver­rät bspw. CPU-Z (Windows) oder CPU-G (Linux). Im Zweifelsfall sind auf halb­wegs aktu­el­len Rechnern die SSE2-Versionen immer die rich­ti­ge Wahl.

Abhängig von der Konfiguration der jewei­li­gen Version kann es übri­gens sein, dass sich der opti­mier­te Firefox nach dem Start als „Namoroka“ mel­det und zunächst nur Englisch spricht. Beides ist ein­fach zu besei­ti­gen, indem man die deut­sche Sprachdatei einstellt:

Unter about:config (die Warnmeldung ggf. beach­ten, dann wegklicken) soll­te via Doppelklick zunächst der Wert general.useragent.locale in „de“ geän­dert, dann die­se (Windows) oder die­se (Linux) Erweiterung instal­liert wer­den; und da man ohne­hin gera­de in der Konfiguration her­um­spielt, ist es emp­feh­lens­wert, bei die­ser Gelegenheit auch noch ein paar ande­re Einstellungen zu opti­mie­ren, aber muss ja nicht.

Nun den Fuchs neu star­ten, und er soll­te in neu­em Glanz erstrah­len. :)

KaufbefehleMusikSpaß mit Spam
Spam? Dorthin, wo die Sonne nicht scheint!

Zwar habe ich schon seit län­ge­rer Zeit kei­ne Meldung von ero­ti­sier­ten Russinnen erhal­ten (ich mache mir doch all­mäh­lich ein wenig Sorgen um mei­ne Aura), aber heu­te hat eine ande­re Mail mei­nen Spamfilter erstaun­li­cher­wei­se passiert:

Sie erin­nern sich sicher­lich noch an Ihre Teilnahme am Internetgewinnspiel.

Am Internetgewinnspiel. Sicher. An welchem?
Egal, irgend­eins im Internet oder über das Internet oder so was.

Zur Förderung des tür­ki­schen Fremdenverkehrs und der deut­schen Tourismusbranche wur­den unter allen Einsendungen mit rich­ti­gem Lösungswort aus der Region 8 Traumreisen für 2 Personen verlost …

Und wel­ches Lösungswort die­ses eine, ganz bestimm­te, doch namen­lo­se Internetgewinnspiel genau erwar­tet hat oder wie die Frage lau­te­te, bleibt offen… viel­leicht stand das ja in dem Teil, der hier weg­ge­las­sen wur­de… das hal­te ich für… und überhaupt…

Herzlichen Glückwunsch, Sie gehö­ren zu den Premium-Gewinnern!

Was zeich­net eigent­lich einen „Premium-Gewinner“, ver­gli­chen mit nor­ma­len Gewinnern, aus? Und füh­len sich die Nicht-Premium-Gewinner nicht dann auch ziem­lich ver­klapst, wenn sie eben nur zweit­ran­gi­ge Gewinner sind? (Und was genau haben die eigent­lich gewon­nen? Jedenfalls ver­mut­lich nicht …

Sie flie­gen 1 Woche in die Sonne an der Türkischen Riviera!

… das Schicksal des Ikarus. Ich stel­le mir eine Woche auf dem Weg in die Sonne jeden­falls nicht sehr ein­la­dend vor. Möchte viel­leicht ein Nicht-Premium-Gewinner mit mir tauschen?)

Unsere Leistungen inklu­si­ve für Sie:


- Infococktail im Hotel für 2 Personen

Mjam, pürier­te Prospekte!


- wäh­rend der Fahrten im Bus hal­ten wir kosten­los Wasser zum Trinken für Sie bereit

Das dürf­te auch drin­gend nötig sein, in der Sonne ist es doch recht warm. :mrgreen:

- Reisepreissicherungsschein für 2 Personen

Reise-was?

- Reiseführer Türkei des Reiseveranstalters pro Buchung

Die gro­ße Frage bis hier­hin lau­tet dann auch: Wer genau ist denn der Reiseveranstalter? Klingt bis­lang nicht nach jeman­dem, der das beruf­lich macht.

Sie und eine Begleitperson erhal­ten die­se Leistungen exklu­siv der Servicepauschale und Kerosinzuschlag/PaxTax für 0,00 Euro!

Äh, ja. Sicher.

Für alle orga­ni­sa­to­ri­schen Arbeiten und den Telefon- und Schriftverkehr wur­de das Reisebüro M.e.i.e.r. Reisen beauftragt.

M.e.i.e.r.? Haben die irgend­was mit dem bekann­ten Kredit- und Scheckkartenbetrüger Max Mustermann zu tun?

Ihre Gewinnnummer: sw010589

Ich neh­me an, jede ande­re „Nummer“ wäre auch akzep­ta­bel; aber die­se Zahl sieht mal ziem­lich erstaun­lich aus. 01.05.89; mein Geburtstag jeden­falls ist das nicht. Immer die­ses spam­men­de Jungvolk!

Zur Gewinnbestätigung und wei­te­ren Informationen zur Reise geht es hier: …/tracker.php?id=166

Mir dünkt, das Einzige, was mir die­se Mail beschert, ist die­se Adresse, die den Absender brav dar­über infor­miert, dass die Mail über­haupt gele­sen wurde.
Zu der­lei Werbepost jeden­falls fällt mir nur noch eins ein:

Gute Reise!

(Und wäh­rend ich dies schrei­be, läuft zum wie­der­hol­ten Male Their Names Escape Me von Spock’s Beard, genau­er: Von deren neu­em Album „X“. Ich begin­ne mich nun ernst­haft für die Geschicke die­ser Musikgruppe zu inter­es­sie­ren. Eine unge­fäh­re Rezension gibt’s auf den Babyblauen Seiten. Hört bei­zei­ten mal hinein!)

KaufbefehleMusikkritik
Musik 06/2010 - Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 5 von 24 der Serie Jahresrückblick

Das ging schnell; schon wie­der ist das erste hal­be Jahr bei­na­he vor­bei. Zeit also wird es, die sehn­süch­ti­gen Gedanken ein­mal bei­sei­te zu wischen und statt­des­sen einen Blick auf die präch­tig­sten Musikveröffentlichungen der letz­ten sechs Monate zu wer­fen, ob Rock oder Pop, ob gra­tis oder teu­er, ob Kaufbefehl oder völ­li­ger Reinfall.

Auf eine sepa­ra­te Liste für deutsch­spra­chi­ge Alben habe ich dies­mal ver­zich­tet, die drei­ein­halb Exemplare habe ich statt­des­sen in der Hauptliste unter­ge­bracht. Das hat einen ganz ein­fa­chen Grund: Ich habe zu spät dar­an gedacht. Selbstverständlich tut mir die­ser Fauxpas unglaub­lich Leid, für die Rückschau 12/2010 gelo­be ich Besserung. (Nachtrag vom 13. Dezember 2010: Leider gab das Jahr kei­nen Anlass, eine sol­che Liste anzulegen.)

Wie üblich jeden­falls wird die­se Liste auch die­ses Mal wie­der gekrönt von einer Rückschau auf 40 Jahre wech­seln­den Zeitgeists in der Musik. Vielleicht fin­det ja jemand von euch, mei­ne geschätz­ten Leser, wie­der einen klei­nen Schatz dar­un­ter, der nur dar­auf war­tet, von euch geho­ben zu werden.

Viel Spaß beim Erforschen!

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Netzfundstücke
Kurz ver­linkt XVIII: Herr Vodafone ist unbeliebt

Und da mich der Nachtwächter für mei­nen vori­gen Beitrag mit einem Link belohnt hat, revan­chie­re ich mich direkt, zumal sei­ne sub­ti­le Misanthropie, gepaart mit der grund­sätz­li­chen Aversion gegen Belästigung durch Werbeheinis, die uns immer­hin see­lisch ver­bin­det, mit­un­ter zu wahr­lich beein­drucken­den Texten führt, in die­sem Fall zu die­sem:

Und dann blieb ich ste­hen, so ruck­ar­tig, wie ich das kann, wenn ich es will, und mit einer eher mecha­ni­schen bewe­gung wand­te ich mich ihm zu, den lächeln­den gesichts­aus­druck bewusst ver­stei­nert. Es ist so leicht, einen irren zu spie­len, wenn man vom irr­sinn umge­ben ist! Herr voda­fone spul­te sein pro­gramm ab und reich­te mir gera­de die­sen bun­ten fet­zen papier, und ich ließ mein gesicht umschla­gen und schau­te die­sem scher­gen der arsch­lö­cher mit star­rem blick in sei­ne kal­ten augen, mit zit­tern­den lip­pen. Und der merk­te es immer noch nicht. Da sag­te ich in abso­lu­ter ruhe, mit sehr deut­li­cher aus­spra­che und etwas über­trie­be­ner into­nazjon des „r“ nur: „Ich ver­ach­te sie dafür, dass sie für ein unter­neh­men arbei­ten, dass so gern dabei mit­ge­hol­fen hat, die inter­net­zen­sur in deutsch­land ein­zu­füh­ren.“ Es war unglaub­lich, der rede­fluss die­ses arsch­lo­ches hat­te wirk­lich auf­ge­hört, und in sei­nen augen zeig­te sich so etwas wie angst. Ich mag das ja nicht, wenn jemand angst hat, aber wer kei­nen respekt vor ande­ren men­schen emp­fin­det und sie für ein biss­chen rekla­me­schei­ße aus einem schö­nen tag rei­ßen will, der muss eben angst füh­len. Und ich setz­te fort, in genau dem glei­chen mon­to­nen ton­fall, aber mit zuneh­men­den zit­tern am kör­per: „Gehen sie bit­te ster­ben! Wenn ihnen das mit der frei­heit nicht gefällt, kön­nen sie ja nicht mehr nach drü­ben gehen. Also ster­ben sie! Schnell, wenn es geht.“ Ich rotz­te die­sem bastard noch ein­mal vor die füße, freu­te mich inner­lich dar­über, dass er rich­tig schiss um sein über­flüs­si­ges, auf­ge­bläh­tes, maden­haf­tes dasein hat­te und ging ganz ruhig wei­ter, ohne die­sem typen noch einen ein­zi­gen blick zu schen­ken. Ich hof­fe, dass der das den gan­zen tag lang nicht ver­ges­sen hat.

Und die Moral von der Geschichte gibt’s nach Klick auf den Verweis zu lesen.
Bitte durchführen!

(Und da ich gera­de stu­pi­de am Verlinken bin, ist jetzt womög­lich auch der rich­ti­ge Zeitpunkt, um auf Vuvuzela-Time, das nun mehr­fach an mir vor­bei­scroll­te, hin­zu­wei­sen. Jede Webseite ein kul­tu­rel­ler Hochgenuss. Mittendrin statt nur dabei! Herrlich.)

Nerdkrams
PC-Hunde leben gefährlich

Ach, apro­pos selt­sa­me Werbung, habt ihr auch alle schon herz­lich über die aktu­el­le Werbekampagne für den Internet Explorer 8 gelacht, deren Beiträge stets damit enden, dass der jewei­li­ge Protagonist selt­sa­me Dinge wie etwa „Ich bin ein PC-Hund“ verkündet?

Stets geht es dar­um, dass eben­die­ser Protagonist ziem­lich dum­me Dinge tut, die der Internet Explorer 8 abzu­weh­ren weiß. In einer Episode etwa erzählt einer der Beteiligten in einer ziem­lich hek­ti­schen Sprechweise, er habe eine E-Mail erhal­ten, die er für von sei­ner Bank stam­mend hielt, und erst ein­mal wild dar­in her­um­ge­klickt, und nur dem Internet Explorer 8 (und nicht etwa sei­ner eige­nen Idiotie) sei es zu ver­dan­ken, dass hier­durch kein blei­ben­der Schaden an sei­nem PC ent­stan­den sei, so weit es ersicht­lich sei.

Böse Zungen wür­den nun behaup­ten, wer den Internet Explorer 8 ver­wen­det, tra­ge schon genug Schaden davon, aber so ein­fach mache ich es mir nicht; das Problem an die­ser Werbung liegt doch viel tie­fer. Wer in blin­dem Glauben an die Authenzität einer E-Mail in sel­bi­ger her­umklickt, nur weil sie vor­gibt, von einer Bank oder einem ande­ren renom­mier­ten Institut zu stam­men, der wird schnell zur Spamschleuder oder zumin­dest arm, weil man sein Konto leerräumt.

„Ich bin ’n PC-Hund, kei­ner legt mich rein!“ behaup­tet die Protagonistin einer ande­ren Episode die­ser furcht­ba­ren Werbekampagne, und das ist ein ziem­lich fata­ler Trugschluss, denn man wird nicht weni­ger her­ein­ge­legt, wenn eine Software die Konsequenzen lin­dert, wes­halb es auch kei­ne gute Idee ist, sein Sicherheitskonzept kom­plett von Drittanbietern regeln zu las­sen; und wer mit dem Wort „Sicherheitskonzept“ nichts anfan­gen kann, der möge an die­ser Stelle bit­te zur Kenntnis neh­men, dass ich mit ihm künf­tig kei­ner­lei elek­tro­ni­sche Kommunikation wün­sche, schon aus Eigeninteresse, nicht eben­falls von Spam heim­ge­sucht zu wer­den. Spam pflegt sich nicht sel­ten über Mail-Adressbücher fort­zu­pflan­zen. Das, was Magazine wie die unsäg­li­che Computer-BILD gern als Sicherheitskonzept ver­kau­fen möch­ten, also die Installation diver­ser, zum Großteil über­flüs­si­ger Programme wie etwa „Personal Firewalls“, kann und wird nie die gebo­te­ne Vorsicht beim Herumklicken erset­zen. Werbung wie die für den Internet Explorer 8 lei­stet an den Nutzern die­ser Programme einen Bärendienst, indem sie sug­ge­riert, es sei voll­kom­men unnö­tig, beim Bedienen des Internets Vorsicht wal­ten zu las­sen, so lan­ge es (übri­gens eben­falls poten­zi­ell feh­ler­an­fäl­li­ge) Programme gibt, die nach dem frag­li­chen Klick über­prüft, ob es klug war, ihn zu tätigen.

Der Rat soll­te also nicht lau­ten, den Internet Explorer 8 zu ver­wen­den, um im Internet siche­rer unter­wegs zu sein, son­dern sein Hirn ein­zu­schal­ten, bevor man auf alles klickt, was anklick­bar aus­sieht, und es hin­ter­her und somit zu spät bereut.

(Und war­um eigent­lich „PC-Hund“? Mit einem Hund wür­de ich nun spon­tan so man­ches asso­zi­ie­ren, aber kei­ne irgend­wie qua­li­fi­zier­te Ahnung von Computersicherheit. Seltsam!)

Sonstiges
Alter Schwede!

Ich wun­der­te mich schon, wie­so es im deutsch­spra­chi­gen Internet gera­de so ruhig ist; dann schau­te ich zufäl­lig kurz ins 2DF und ver­stand sofort:

Die schwe­di­sche Kronprinzessin Victoria hei­ra­te­te heu­te stun­den­lang, eisig lächelnd, ihren lang­jäh­ri­gen Verlobten, und neben dem Fußvolk, das applau­die­rend und joh­lend die Straßen Schwedens säum­te, durf­ten auch „Millionen“ an Fernsehzuschauern welt­weit die Zeremonie ver­fol­gen, also zuse­hen, wie eine Adlige einen Reichen hei­ra­tet, und all dies scheint min­de­stens so auf­re­gend zu sein wie die offen­bar immer noch lau­fen­de Fußball-Weltmeisterschaft.

„Mädchen“, dies ver­si­cher­te mir eine lie­be Freundin, als ich nach dem Hintergrund für das Publikumsinteresse frag­te, „lie­ben pom­pö­se Hochzeiten“. Ja, sicher, bei der eige­nen leuch­tet mir dies auch noch eini­ger­ma­ßen ein, ist sie doch letzt­lich der Beginn des, so zu hof­fen, schön­sten und läng­sten Lebensabschnittes bzw. zumin­dest als sol­cher gedacht. Warum dann aber die Projektion der eige­nen Sehnsüchte auf glück­li­che Paare, sich wohl durch­aus des­sen bewusst, dass das eige­ne Leben nie auch nur ansatz­wei­se so aus­se­hen wird wie das der Kronprinzessin Victoria?

„Wenn ich groß bin, will ich Prinzessin wer­den, Mama“; das hört man nicht sel­ten von Mädchen noch gerin­gen Alters, und, auch, wenn die Frauenbewegung das nicht so gern hört, so wer­den sie noch immer erzo­gen. „Mamas klei­ne Prinzessin“ dient Prinzessins gro­ßer Mama als Ersatz für die eige­ne Kindheit und Jugend („mein Kind soll es ein­mal bes­ser haben als ich“, dies ist der Grundsatz vie­ler Eltern, und das ist auch gut und rich­tig so!), und es ist, auch, wenn die Frauenbewegung das nicht so gern hört, das Wesen man­cher Frau, sich selbst als schmu­si­ges, engels­glei­ches Wesen zu betrach­ten, das doch bit­tes­ehr hofiert wer­den soll, weil auch ihr das von Kindesbeinen an so bei­gebracht wur­de, noch resul­tie­rend aus uralten Gegebenheiten; der Mann näm­lich zieht durch die Wälder und jagt, wäh­rend die Frau zu Hause am wär­men­den Feuer sitzt und den Nachwuchs pflegt. Zugegeben, so span­nend wie das Leben als Prinzessin, die den gan­zen Tag durch das Land reist, gezwun­gen fröh­lich winkt und anson­sten in ihrem gol­de­nen Luftschloss dahin­ve­ge­tiert, ist das augen­schein­lich nicht, aber letzt­lich hat sich an die­ser Rollenverteilung trotz aller Gleichstellungsmaßnahmen und Statistiken bis heu­te nur wenig geändert.

Dass man selbst, wenn man die­se klas­si­schen Rollenbilder zu über­win­den ver­mag, indes jemals glück­lich wer­den kann, wenn man fort­wäh­rend die Sehnsucht hegt, ein Leben wie die Reichen und Schönen zu füh­ren, bezweif­le ich. (Sollte man das wol­len?) Woher die­ser Masochismus, die­ses gepfleg­te Wissen um die eige­ne Unvollkommenheit und rela­ti­ve Armut? Weshalb möch­te sich man­cher Mensch stän­dig dar­auf besin­nen, eben kein Thronfolger mit Millionen auf dem Konto, einem eige­nen Palast, einem Äffchen und einem Pferd zu sein, son­dern schreck­lich gewöhn­lich, wenn doch jeden­falls mir und sicher auch vie­len ande­ren Menschen das Gewöhnliche weit näher liegt als das Extravagante, sofern es nur Anmut und Würde sein Eigen nennt? Wahres Glück braucht kei­ne jubeln­den Massen, es bedarf nur zwei­er Liebender und einer gemein­sa­men Richtung.

Auch in dem Wissen, dass nur weni­ge Frauen, die die­sen Text hier jemals lesen, sich um mei­ne Ratschläge sche­ren wer­den, so mei­ne ich den­noch: Die schön­ste Hochzeit im gan­zen Leben soll­te stets die eige­ne blei­ben. Wer immer nur nach frem­den Träumen greift, dem wird der eige­ne nie erfüllt werden.

(Und selbst dann nicht unbe­dingt; ach.)

In den NachrichtenNetzfundstücke
Gestörter Konzertgenuss

Und da ich gera­de der deut­schen Gurkentruppe beim bereits sehn­süch­tig erwar­te­ten Versagen zuschaue, sen­det man mir die­sen Verweis, der mich Tränen lachen mach­te und den ich somit für kopie­rens­wert hielt:

Members of the South Africa Vuvuzela Philharmonic Orchestra, wide­ly con­si­de­red to be among the best lar­ge-sca­le mono­to­nic wind instru­ment ensem­bles in the world, told repor­ters Friday they were furious over the recent out­breaks of inter­na­tio­nal soc­cer matches during their tra­di­tio­nal out­door concerts.

Es ist aber auch furcht­bar; da geht man als kul­tu­rell inter­es­sier­tes Individuum auf ein klas­si­sches Freiluftkonzert und wird dann von schänd­li­chen so genann­ten „Sportlern“ und ihren grö­len­den Anhängern am Musikgenuss gehin­dert. Ein wei­te­rer Grund, war­um es eine ein­la­den­de Vorstellung ist, dass die­ser Firlefanz hier­zu­lan­de bald ein Ende fin­det; die armen Musiker!

(Und wäh­rend die Masse mit Brot und Spielen bei Laune gehal­ten wird, stellt man anders­wo schon mal den tol­len neu­en elek­tro­ni­schen Personalausweis vor; ein paar Flaschen, die über den Ball stol­pern, sind ja auch erwäh­nens­wer­ter als die trü­ben Aussichten für unse­re eige­ne Zukunft, so sieht’s doch aus.)

Ist doch wahr.