In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Maserati – Monoliths

Nicht im Bild: KäuzchenWelch ein Mon­tag, welch ein Fest. Valen­tin hieß Karl und mehr möch­te man nicht wis­sen müs­sen. Zu zweit ist Tri­stesse fast aus­zu­hal­ten und Ver­liebt­heit sowie­so.

Das Fern­se­hen aber nur schwer­lich. Laut den Nach­rich­ten, die ja gele­gent­lich ihre eige­ne Meta­ebe­ne bil­den, dis­ku­tier­ten kürz­lich diver­se Berufs­schwät­zer bei einer Frau Anne Will – von mei­nen Gebühren!!1 – eben­dort über die Fra­ge, ob Groß­mäch­te mora­lisch han­del­ten. Ganz schön viel Sen­de­zeit für ein ein­fa­ches „Nö, lol“. Ande­rer­seits scheint anläss­lich der dor­ti­gen Kämp­fe zwi­schen Sym­pa­thi­san­ten der Leu­te mit pri­ma Bom­ben („dem Westen“) und Sym­pa­thi­san­ten der Leu­te mit weni­ger pri­ma Bom­ben („den Rus­sen“) manch­mal nicht völ­lig klar, wer nun eigent­lich für das Gute demon­striert.

Frü­her hat­te das, was man­cher unter einer Demon­stra­ti­on ver­ste­hen mag, wenig­stens noch einen klang­vol­len Namen, heu­te heißt eine sol­che, wie jüngst in Augs­burg, zum Bei­spiel Amo­re statt Peng Peng. Glotz glotz, nix kapier. Sack­hüp­fen gegen Rechts. Soll­te sich bis dahin noch ein halb­wegs Erwach­se­ner unter den Anwe­sen­den befun­den haben, so hat man danach ver­mut­lich nie wie­der etwas von ihm gehört.

Von wem man übri­gens aller­dings wirk­lich mal wie­der mehr hören soll­te, sind Mase­r­a­ti. Fan­gen wir doch gleich heu­te damit an.

Mase­r­a­ti – Mono­liths (Live on KEXP)

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Medienkritik in Kürze: Huiiiiiii!

Kühe machen „muuuuuuuuh“, Enten machen „naaaaaaak“, Pin­gui­ne machen „quäääääk“.

Und Ster­ne?

Rich­tig, „SPIEGEL“ (7/2016):

SPIEGEL 7-2016

Brummmm!

(Abt.: „Was kennt ihr für Stern­bil­der?“ – „Gro­ßer Bär!“ – „Per­fekt!“)

In den Nachrichten⁠Nerdkrams⁠Wirtschaft
Tweetwachstum / Schrödingers Boolean

Und dann war da noch Twit­ter.

Das dama­li­ge Neben­pro­dukt einer eigent­lich ganz ande­ren Soft­ware, das 2006 als eine Art „SMS fürs Web“ ent­wickelt wur­de, fand mit sei­nem simp­len Kon­zept sehr schnell Abneh­mer, also Nut­zer; dies wohl auch, weil es ein eini­ger­ma­ßen eigen­stän­di­ges Ziel ver­folg­te und nicht ver­such­te, ein bes­se­res MySpace, Stu­diVZ, Fri­end­ster oder mitt­ler­wei­le Face­book zu sein. Offe­ne APIs sorg­ten für eine unge­ahn­te Viel­zahl an „alter­na­ti­ven“ Twit­ter­cli­ents (zum Bei­spiel für mei­nen), das Echt­zeit­mo­dell ließ Twit­ter mit­un­ter zu einem wich­ti­ge­ren Nach­rich­ten­por­tal wer­den als Nach­rich­ten­por­ta­le selbst.

Ärger­lich am „Wachs­tum“ eines sol­chen Dien­stes aber sind, von den Fol­gen für poten­zi­el­le Kon­kur­renz wie GNU Social – Kennt ihr nicht? Seht ihr! – ein­mal abge­se­hen, für ihn selbst zwei Fak­to­ren: Zum Einen ist expo­nen­zi­el­ler Zuwachs an Benut­zern irgend­wann unrea­li­stisch bis unmög­lich, was ein Pro­blem ist, das sich Twit­ter immer­hin mit den Her­stel­lern von Mobil­te­le­fo­nen teilt, es hat eben kaum ein Mensch mehr als nur zwei Ohren; zum Ande­ren kann ein Unter­neh­men mit sol­chem Per­so­nal und sol­cher tech­ni­scher Infra­struk­tur nicht belie­big lan­ge damit rech­nen, dass man von gut­gläu­bi­gen Inve­sto­ren leben kann. Gera­de, wenn man wie Twit­ter ohne ein funk­tio­nie­ren­des Geschäfts­mo­dell den Bör­sen­gang wagt, wird die Lage mit der Zeit sel­ten ent­spann­ter.

Nun hät­te Twit­ter ein­fach den logi­schen Schritt voll­zie­hen und bezahl­te Kon­ten ein­füh­ren kön­nen, die dann zum Bei­spiel ani­mier­te Ava­tare oder son­sti­ge für die mei­sten Men­schen völ­lig ega­le Extras als Beloh­nung bekom­men hät­ten. Statt­des­sen hat man sich bei Twit­ter ange­se­hen, was (erster Feh­ler) der Markt­füh­rer Face­book so anders macht als man selbst, und (zwei­ter Feh­ler) beschlos­sen, dass eini­ges dort genau das ist, was Twit­ter, das über­haupt nicht ver­sucht hat­te, ein „sozia­les Netz­werk“ zu sein, drin­gend brau­che. Anstup­sen war es bedau­er­li­cher­wei­se nicht.

Twit­ter bekam also ein neu­es Aus­se­hen, geschwät­zi­ge­re Benut­zer­pro­fi­le, die Mög­lich­keit, sich in Direkt­nach­rich­ten ohne die übli­che Begren­zung auf 140 Zei­chen aus­zu­drücken, und nun end­lich auch die Funk­ti­on, kein Echt­zeit­me­di­um mehr zu sein: Man kann Tweets jetzt nach Rele­vanz sor­tie­ren, wohl­ge­merkt: nach der von Twit­ter geschätz­ten Rele­vanz, was unge­fähr „je mehr Leu­te einem Benut­zer fol­gen, desto rele­van­ter ist sein Ser­mon“ bedeu­tet. Dass die­se Opti­on nicht nur abschalt­bar, son­dern auch stan­dard­mä­ßig deak­ti­viert ist, sich für bestehen­de Nut­zer also bis auf Wei­te­res nichts ändert, mil­der­te die Pro­test­wel­le kaum ab. Wie­der ein­mal ist Twit­ter „end­gül­tig“ gestor­ben, wie­der ein­mal wer­den obsku­re Alter­na­ti­ven als die künf­ti­ge Hei­mat ganz Twit­ters ange­prie­sen; begin­nend mit näch­ster Woche wer­den die­se Alter­na­ti­ven dann alle­samt wie­der Staub anset­zen, weil ein Nichtt­wit­ter eben kei­nen Spaß macht, wenn man dort ganz allein lustig ist.

Wor­auf ich aber eigent­lich hin­aus woll­te: Die Nut­zer­zahl von Twit­ter sta­gniert, und das hat durch­aus Grün­de, die nichts damit zu tun haben, dass Twit­ter­nut­zer eigent­lich lie­ber bei Face­book wären.

War­um führt Twit­ter nicht end­lich auch Glücks­nüs­se ein? :motz:


Apro­pos :motz::

Com­pu­ter sind pri­ma, weil sie binär funk­tio­nie­ren und es nur rich­tig und falsch gibt, rich­tig?

Falsch!

Ein Pro­gramm hat, grob zusam­men­ge­fasst, zwei mög­li­che Zustän­de beim Been­den, näm­lich true (alles hat funk­tio­niert) oder fal­se (irgend­was lief beim Aus­füh­ren schief), dabei ent­spricht der Rück­ga­be­wert 0 oder „gar nichts“ in der Regel true und jede grö­ße­re Zahl fal­se. Das true-Pro­gramm (true.c) aus dem GNU-Pro­jekt – das ist das, mit dem sich Linux­nut­zer angeb­lich her­um­är­gern müs­sen – lässt das aber offen:

#ifndef EXIT_STATUS
# define EXIT_STATUS EXIT_SUCCESS
#endif

#if EXIT_STATUS == EXIT_SUCCESS
# define PROGRAM_NAME "true"
#else
# define PROGRAM_NAME "false"
#endif

// ...

return EXIT_STATUS;

true ist unter han­dels­üb­li­chem Linux also ent­we­der true oder fal­se, das ist Defi­ni­ti­ons­sa­che. :mrgreen: Dass für eine der­ar­ti­ge Auf­ga­be 80 Zei­len nötig sind, erklärt sich über­wie­gend dar­aus, dass ja Ver­si­ons- und Hil­fe­aus­ga­ben nötig sind, falls der Benut­zer mal nicht weiß, wel­che Ver­si­on von „gib 0 zurück“ er nun eigent­lich ver­wen­det.

Falls sich das mal ändert oder so.

(teil­wei­se via @ixception)

In den Nachrichten
Christliche Pappnasen (Nachtrag): Nous sommes le carnaval!

Erin­nert sich noch jemand an das wit­zi­ge Komi­ker­duo „Erkan und Ste­fan“, das vor nicht beson­ders lan­ger Zeit – also vor unge­fähr 34 Jugend­spra­chen – die so genann­te „Kanak-Sprak“ zum wit­zi­gen Stil­mit­tel erhob und damit durch­aus ver­gleichs­wei­se erfolg­reich war?

Erkan und Ste­fan – Respek­ti­ve Beru­fe – Tür­ste­her

Flo­ri­an „Ste­fan“ Sim­beck macht inzwi­schen etwas Seriö­se­res, er regt sich zum Bei­spiel im Web über Kar­ne­vals­wa­gen auf:

Der Faschings­um­zug im ober­baye­ri­schen Stein­kir­chen beschäf­tigt nun auch die Ermitt­lungs­be­hör­den in Ober­bay­ern: Sie ermit­teln wegen des Ver­dachts der Volks­ver­het­zung. Bei dem Umzug fuhr auch ein als Pan­zer deko­rier­ter Wagen mit den Auf­schrif­ten „Ilm­ta­ler Asyl­ab­wehr“ und „Asyl­pa­ket III“.

Die Bot­schaft hin­ter dem Wagen wie auch hin­ter vie­len ähn­li­chen – Mario Six­tus, der vom Char­lie­s­ein nichts hält, ver­teil­te erstaun­lich wenig wort­reich Inflek­ti­ve dar­über – ist offen­sicht­lich eine Sati­re auf die gegen­wär­ti­ge Ent­wick­lung hin zu einer restrik­ti­ve­ren Asyl­po­li­tik. Das hät­te Mario Six­tus und den Ermitt­lungs­be­hör­den natür­lich mal jemand sagen kön­nen, dass Kar­ne­vals­um­zü­ge oft­mals bis­si­ge Kri­tik an der Poli­tik des Lan­des the­ma­ti­sie­ren und nicht nur allen­falls für sehr betrun­ke­ne Men­schen gera­de noch mittel­lu­sti­ge Furz­witz­fei­ern sind. Was Sati­re davor schützt, zum Instru­ment irgend­ei­ner Herr­schaft zu wer­den, ist ja gera­de ihr puber­tär-anar­chi­sti­scher Geist, der über alles sei­ne Wit­ze rei­ßen will. Ein ande­res Medi­um emp­fiehlt schei­niro­nisch die Ein­rich­tung eines Sati­re­mi­ni­ste­ri­ums, um erlaub­te (also sol­che, an der sich nie­mand stößt) von uner­laub­ter Sati­re zu tren­nen, was es immer­hin von der Ägi­de des bis­her letz­ten Reichs­pro­pa­gan­da­mi­ni­sters („Der poli­ti­sche Witz wird aus­ge­rot­tet“, Febru­ar 1939) unter­schei­det, der das offen­sicht­lich auch nicht beson­ders iro­nisch gemeint hat.

Nein, vom Ter­ro­ris­mus las­sen „wir“ – der Westen – uns die Spä­ße nicht ver­bie­ten. Wir brin­gen die Spä­ße schon vor­her in Sicher­heit.

Montagsmusik
3epkano – Here’s Hoping

Und die Eule blickte stumm...Es ist Mon­tag und so fühlt er sich auch an, was aber nicht so sehr ins Gewicht fällt, da man sei­nen Sonn­tag schon am Sonn­abend hat­te und über­haupt gera­de alles durch­ein­an­der scheint, ins­be­son­de­re der Kopf. Visio­nen ret­ten nicht alles, oft nicht ein­mal ihren Besit­zer. Letz­te Aus­fahrt: Anschmie­gen mit Fingerspitzen(-)gefühl. (Und dann: Wohn­mo­bil ein­par­ken und nicht mehr weg­fah­ren.) Welch fei­ne Nar­re­tei. Alaaf, hel­au!

Aus der Welt der Com­pu­te­rei gibt es der­weil Fol­gen­des zu ver­mel­den: In einen Leno­vo-Lap­top einen Dritt­an­bie­ter-Akku ein­zu­bau­en ist nur so lan­ge eine gute Idee, bis man ihn laden möch­te; das geht näm­lich nicht, ohne den Akku­con­trol­ler zu patchen. Offen­sicht­lich wer­fen Leno­vo-Akkus der­art hohe Gewin­ne ab, dass eine Auf­recht­erhal­tung der Ver­kaufs­zah­len auch zu Ungun­sten der bereits zah­len­den Kun­den gebo­ten ist. Viel­leicht soll­te man sich von Leno­vo sowie­so fern­hal­ten. Wer nun aber statt­des­sen zu einem Apple-Gerät grei­fen möch­te, der soll­te auch lie­ber spen­da­bel sein: Nicht auto­ri­sier­te Repa­ra­tu­ren wer­den bestraft.

Ande­res bestraft indes der Welt­geist: In Pisa starb der Schau­spie­ler Rapha­el („Micha­el“, faz.net) Schu­ma­cher, indem er sich in einer insze­nier­ten Erhän­gen-Sze­ne tat­säch­lich selbst erhäng­te. Es hät­te schlim­mer kom­men kön­nen: Das ursprüng­li­che Skript sah Tod durch Erschie­ßen vor.

Drau­ßen und in Live­me­di­en tobt der Kar­ne­val, aber das Alter­na­tiv­an­ge­bot für die­je­ni­gen, die nicht mitt­oben möch­ten, könn­te gar nicht groß genug sein. Ich tra­ge mein Scherf­lein bei. Die Kopf­hö­rer auf dem Kopf, den Part­ner zur Sei­te, die Augen geschlos­sen und die Klap­pe ein­fach auch mal.

Here’s Hoping – 3epkano

Guten Mor­gen.

Politik⁠In den Nachrichten⁠Wirtschaft
Terrorgeld

Das hat All­zweck­losmi­ni­ster Schäub­le schon rich­tig erkannt: Wer in die­sem Land trotz der hor­ren­den Steu­ern, der Infla­ti­on und der Miet­prei­se noch über eine nen­nens­wer­te Sum­me Bar­gel­des ver­fügt, der macht bestimmt was Anrü­chi­ges.

Nur sol­le die Geld­wä­sche bes­ser bekämpft wer­den. Und des­halb erwägt das Res­sort von Finanz­mi­ni­ster Wolf­gang Schäub­le (CDU), eine Ober­gren­ze für Bar­geld­ge­schäf­te von 5.000 Euro ein­zu­füh­ren. (…) Bei dem Vor­stoß, Zah­lun­gen ober­halb einer gewis­sen Gren­ze ver­pflich­tend per Über­wei­sung vor­zu­neh­men, gehe es nicht um die Abschaf­fung des Bar­gel­des, son­dern um die Bekämp­fung von Geld­wä­sche und Steu­er­be­trug im gro­ßen Stil.

Geld­trans­fers mit grö­ße­ren Beträ­gen sind also künf­tig bevor­zugt vir­tu­ell vor­zu­neh­men. Angst vor Über­wa­chung? So ein Quatsch. Die USA haben doch ver­spro­chen, in Zukunft ein biss­chen reu­iger zu gucken, wenn ihre Geheim­dien­ste bei der Arbeit ertappt wer­den. Auch eine Art von Moral.

Seid erkenn­bar; wich­ti­ger noch: seid ver­folg­bar! Es ist ja zu unser aller Wohl. Es wird die mei­sten Ver­bre­chen effi­zi­ent ver­hin­dern, wenn etwa durch unsau­be­re Geschäf­te erwor­be­nes Geld nur noch in Kof­fern aus­ge­tauscht wer­den kann, die höch­stens 5.000 Euro beinhal­ten. Mehr geht nicht, mehr ist ja ver­bo­ten.

So viel Geld lässt sich, weiß Gott, nicht mit etwas Gutem ver­die­nen.
Fried­rich Schil­ler: „Kaba­le und Lie­be“

In den Nachrichten⁠Nerdkrams
Datenschutz unter Fuchsfeuer

Im Forum von „hei­se online“ ver­mel­de­te heu­te ein pseud­ony­mer Nut­zer, es brau­che eine Alter­na­ti­ve zur Such­ma­schi­ne von Goog­le, denn „wir“ könn­ten nicht „unser“ gesam­tes Wis­sen durch Goog­le „vor­fil­tern“ las­sen. Wenn doch nur jemand eine zwei­te Such­ma­schi­ne und ein unab­hän­gi­ges Nach­schla­ge­werk erfän­de!

Einen zwei­ten Brow­ser könn­ten „wir“ übri­gens auch mal brau­chen. Bei Mozil­la, einem der frü­her offen­sicht­li­chen Wer­be­kun­den von Goog­le, hat man schon seit län­ge­rer Zeit ein gespal­te­nes Ver­hält­nis zu Pri­vat­sphä­re und Daten­schutz; bei der Ent­schei­dung zwi­schen letz­te­ren Din­gen und einer mög­lichst dep­pen­si­che­ren user expe­ri­ence fal­len die­se Kri­te­ri­en mit­un­ter auch völ­lig aus der Pla­nung.

Ein häu­fi­ges Pro­blem von Web­nut­zern ist es, sich all die kom­pli­zier­ten Kom­bi­na­tio­nen aus Benut­zer­na­men und Pass­wör­tern zu mer­ken. Nicht jeder möch­te eine sepa­ra­te Pass­wort­ver­wal­tung nut­zen. Hier­für gibt es zum Bei­spiel den eta­blier­ten Dienst Ope­nID, der von vie­len Web­sites unter­stützt wird; vie­le Men­schen besit­zen bereits eine Ope­nID-Ken­nung, ohne es zu wis­sen. Mozil­la aber fand, es sei den Benut­zern nicht zuzu­mu­ten, Anmel­de­da­ten über einen Ser­ver ihrer Wahl veri­fi­zie­ren zu las­sen, und ersann Mozil­la Per­so­na, des­sen ein­zi­ger nen­nens­wer­ter Unter­schied zu Ope­nID dar­in besteht, dass es die Pass­wör­ter für 24 Stun­den im Brow­ser spei­chert, was für den Daten­schutz sicher­lich prin­zi­pi­ell sehr hilf­reich ist.

Nach­dem Mozil­la bekannt­ge­ge­ben hat­te, Per­so­na wegen man­geln­den Zuspruchs im Novem­ber die­ses Jah­res ein­zu­stel­len, muss­te natür­lich eine selbst­ge­strick­te Alter­na­ti­ve her, deren schnel­le Ver­brei­tung von vorn­her­ein sicher­ge­stellt sein soll­te. Das neue gro­ße Dings­bums nennt sich Fire­fox-Accounts, es wur­de bis­her vor­ran­gig für den Dienst „Fire­fox Sync“ ver­wen­det und soll künf­tig die ein­zi­ge Anmel­de­me­tho­de für alles sein, was mit Mozil­la zu tun hat. Ver­hin­dert wird damit die Tren­nung zwi­schen meh­re­ren Pseud­ony­men (ein ein­zel­ner Benut­zer von Mozil­la-Pro­duk­ten wird damit leich­ter iden­ti­fi­zier­bar), eben­so wird es nicht mehr mög­lich sein, sich mit einer belie­bi­gen, nicht ein­deu­tig zuor­den­ba­ren E‑Mail-Adres­se zum Bei­spiel auf der Addons-Sei­te anzu­mel­den.

Dem­nächst wird dann ein Mozil­la-Ent­schei­der viel­leicht die­se neue, hip­pe Funk­ti­on „Anmel­den mit Face­book“ ent­decken. Das wür­de das Pro­blem ja ein für alle­mal…

:irre:

Politik⁠In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Purposeful Porpoise – Cycles

ChrrrrrrEs ist Mon­tag, ab jetzt geht’s berg­ab. Das Sonn­tags­mit­ein­an­der erin­nert stets dar­an, wie sehr es das Leben auf­wer­tet und sich dadurch unver­zicht­bar macht. Stand up, stand up, stand up. Das Dasein als Apho­ris­mus, man woll­te es nicht anders. Attrak­ti­on macht Sprach­ge­fühl kaputt und das ist eigent­lich nur ein biss­chen furcht­bar.

Man könn­te es ja auch schlim­mer haben, man könn­te statt­des­sen Staats­be­such aus dem Iran bekom­men. Erst mal die beschnie­del­ten Sta­tu­en ver­stecken. Sonst glaubt der noch, Ita­lie­ner hät­ten eine auf­ge­klär­te Gesell­schaft.

Darf man 2016 eigent­lich noch von einer auf­ge­klär­ten Gesell­schaft reden? Da flie­gen immer­hin Hand­gra­na­ten auf Flücht­lings­hei­me, was ja nun nicht beson­ders zivi­li­siert wirkt; aber kei­ne Sor­ge, die Schul­di­ge ist vom Föje­tong schon ermit­telt wor­den: Frau­ke Petry (AfD) befür­wor­tet bewaff­ne­ten Grenz­schutz, was natür­lich kon­tro­vers dis­ku­tiert („AfD ver­bie­ten! Nazis auf’s Maul!“ usw.) wird, denn die Deut­schen sol­len bit­te­schön nett zu Leu­ten sein, die hier rein­wol­len. Ande­ren geht das ja auch immer noch nicht schnell genug: Der offen­sicht­lich nicht mehr völ­lig dich­te Nato-Gene­ral­se­kre­tär, ein Herr Stol­ten­berg, for­dert mehr deut­sche Berufs­mör­der beim Ein­satz gegen das Böse. Irgend­wo mehr Sol­da­ten hin­zu­schicken war bekannt­lich schon immer ein Garant für ein fried­li­ches Mit­ein­an­der.

Frie­den ohne staat­lich geför­der­te Gewalt­tä­ter kön­nen oder wol­len sie nicht, aber „orga­ni­sie­ren kön­nen die Deut­schen“ (Traudl Jun­ge, 2001) aller­dings, und dafür reicht es alle­mal: Hit­ler ist nun kein Ehren­bür­ger von Ueter­sen mehr. Das hat er nun davon.

Wir hin­ge­gen haben von die­sem Mon­tag auch Musik.

Pur­po­seful Por­poi­se – Cycles

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
ZUGRIFF! – Entschuldigung. ZUGRIFF! – Entschuldigung. ZUGRIFF! Entsch-

Hopp­la:

Es ist kurz vor sechs Uhr, als Beam­te des Bie­le­fel­der Spe­zi­al­ein­satz­kom­man­dos (SEK) und ihre Kol­le­gen einer Hun­dert­schaft an einem Mehr­fa­mi­li­en­haus an der Güters­lo­her Diek­stra­ße vor­fah­ren, sich schuss­si­che­re Westen und Sturm­hau­ben über­strei­fen und ihre Waf­fen in Anschlag neh­men. (…) Mit den Wor­ten: „Das ist die fal­sche Woh­nung“, ver­schwin­den sie so schnell, wie sie gekom­men waren. An der Tür zur Nach­bar­woh­nung setzt die ver­mumm­te Ein­griff­trup­pe erneut den Ramm­bock an. Wie­der wird ein Mann im Schlaf über­wäl­tigt, wie­der ist es der Fal­sche. Auch beim drit­ten Vor­stoß eine Eta­ge tie­fer sind die Poli­zi­sten an der fal­schen Adres­se. Erst der vier­te Anlauf gelingt.

:wallbash:

In den Nachrichten⁠Wirtschaft
VW: Das Management.

Wenn schon sonst nicht mehr auf vie­les Ver­lass ist, so hat doch wenig­stens der Volks­wa­gen-Kon­zern end­lich eine Ant­wort auf die Fra­ge gefun­den, wie man wie­der zu einer belieb­te­ren Auto­mar­ke wird. Dafür hat Mar­ken­chef Her­bert Diess kürz­lich ein „Zwölf-Punk­te-Pro­gramm“ vor­ge­stellt, das alles bes­ser machen soll.

Näm­lich so (Quel­le: Inter­net):

1. Welt­wei­te Posi­tio­nie­rung

Die ver­füg­ba­ren Auto­mar­ken des Kon­zerns sol­len an die jewei­li­gen Märk­te „ange­passt“ wer­den. Eini­ge Auto­mar­ken wer­den in bestimm­ten Län­dern also wegen gerin­ger Ver­kaufs­zah­len ver­mut­lich ein­ge­stellt wer­den.

Ver­mu­tung: Damit wer­den auch weni­ger Mit­ar­bei­ter benö­tigt.

2. Kosten und Auf­wand

Durch gerin­ge­re Kosten soll mehr Gewinn erzielt wer­den.

Ver­mu­tung: Über­mä­ßig teu­re Posten, zum Bei­spiel zu vie­le Mit­ar­bei­ter, wer­den redu­ziert.

3. Regi­ons­steue­rung

Regi­ons­ma­na­ger von Volks­wa­gen sol­len mehr Ein­fluss erhal­ten, um mehr Kon­trol­le über „ihr“ Gebiet zu haben.

Ver­mu­tung: Mit mehr Ver­ant­wor­tung geht auch mehr Gehalt für Mana­ger ein­her.

4. Neue Unter­neh­mens­kul­tur

Bei Volks­wa­gen soll ein rege­rer Aus­tausch zwi­schen den ver­schie­de­nen Unter­neh­mens­ebe­nen statt­fin­den. Wor­in das resul­tie­ren wird, bleibt abzu­war­ten.

5. Zukunft durch Effi­zi­enz

Es sol­len unter ande­rem Unter­neh­mens­pro­zes­se beschleu­nigt und ent­feh­lert wer­den, unnö­ti­ge und poten­zi­ell Feh­ler machen­de Zwi­schen­glie­der zwi­schen Füh­rungs­ebe­ne und Beleg­schaft und damit Mit­ar­bei­ter oder gan­ze Abtei­lun­gen ent­fernt wer­den. Wachs­tum ist alles.

6. Kom­mu­ni­ka­ti­on

Es soll eine vom Kon­zern unab­hän­gi­ge Mar­ken­kom­mu­ni­ka­ti­on bei Volks­wa­gen geben.

Ver­mu­tung: Was immer damit gemeint sein mag, es resul­tiert doch letzt­end­lich in out­sour­cing und damit weni­ger Bedarf an Mit­ar­bei­tern.

7. Effi­zi­en­te Pro­zes­se, schlan­ke Struk­tu­ren

Ver­mu­tung: Habe ich eigent­lich schon über Ent­las­sun­gen spe­ku­liert?

8. New Volks­wa­gen

Bereits jetzt beschäf­tigt der Volks­wa­gen-Kon­zern unzäh­li­ge exter­ne Dienst­lei­ster, die als Zulie­fe­rer die „Digi­ta­li­sie­rung“ der Auto­mo­bi­le vor­an­trei­ben. Künf­tig soll die­se „Digi­ta­li­sie­rung“ noch etwas mehr Gewicht bekom­men.

Ver­mu­tung: Da die exter­nen Dienst­lei­ster die ent­spre­chen­den Ent­wick­lun­gen bereits bei­tra­gen, sind weni­ger inter­ne Mit­ar­bei­ter not­wen­dig.

9. Exzel­len­te Füh­rung

Die Wirk­sam­keit von Füh­rung soll im Mit­tel­punkt ste­hen.

Ver­mu­tung: Mehr Geld für effi­zi­en­te Mana­ger.

10. Stra­te­gie­haus

Es soll mit zusätz­li­chem Per­so­nal eine Mar­ken­stra­te­gie ent­wor­fen wer­den. (Ach so, das ist noch gar kei­ne Stra­te­gie?)

Ver­mu­tung: Das zusätz­li­che Per­so­nal wird, wie so oft, vor­über­ge­hend extern ange­mie­tet. Das Gehalt wird durch Ent­las­sun­gen finan­ziert.

11. Unter­neh­me­ri­sche Zie­le und Struk­tu­ren

Die unter­neh­me­ri­sche Ver­ant­wor­tung soll gestärkt wer­den.

Ver­mu­tung: Gehalts­er­hö­hun­gen für Mana­ger.

12. Erschlie­ßung Chan­cen­märk­te

Volks­wa­gen möch­te auch in Län­dern, in denen es bis­her nicht son­der­lich erfolg­reich ist, „star­ke Teams“ eta­blie­ren.

Ver­mu­tung: Mehr Mana­ger ins Aus­land, dort gibt es auch preis­wer­te Arbeits­kräf­te.


Zur weit­ge­hen­den Umset­zung des 12-Punk­te-Pro­gramms wür­den also zwei Ände­run­gen genü­gen:

  • Mehr Ein­fluss und Geld für Mana­ger
  • Weni­ger Mit­ar­bei­ter in weni­ger Abtei­lun­gen

Ich bin davon über­zeugt, dass es so oder so ähn­lich kom­men wird. Und ich bin davon über­zeugt, dass die Bör­se das gou­tie­ren wird.

In den Nachrichten⁠Piratenpartei⁠Montagsmusik
Explosions In The Sky – The Only Moment We Were Alone

KnutscheulenMon­tag, du Ekel! Er kommt auch jede Woche frü­her und käl­ter daher, dies­mal aller­dings unter wirk­lich guten Vor­aus­set­zun­gen. Öfter mal was aus­pro­bie­ren, zu zweit kann nichts schief­ge­hen. Ein ange­mes­se­ner Dank kennt kei­ne Wor­te.

Ande­re Leu­te reden zu viel: 93 von 150 Dresd­nern sind rechts­oh­rig. Darf man 2016 noch Wit­ze über Dres­den und Rich­tun­gen machen? Dabei sind doch „Links“ und „Rechts“ mal wie­der so aktu­ell wie sel­ten zuvor: 36 poli­tisch oft weni­ger nütz­li­che Ange­hö­ri­ge des eher am lin­ken Rand fischen­den Ber­li­ner Pira­ten­um­felds, dar­un­ter natür­lich Julia Schramm, betrei­ben jetzt Wer­bung für die „LINKE“. Post­wen­dend hät­te die Ber­li­ner Pira­ten­par­tei bei­na­he beschlos­sen, für die dies­jäh­ri­ge Neu­wahl des Abge­ord­ne­ten­hau­ses nur mehr Par­tei­mit­glie­der zuzu­las­sen, was zu erstaun­li­chen Dis­kus­sio­nen führ­te. Natür­lich leh­ne man die Pira­ten­par­tei ab, aber man wol­le doch trotz­dem für sie antre­ten dür­fen, das habe man doch immer schon so gemacht. So ein Fut­ter­trog lockt eben nicht immer nur die Elfen an. Anders­wo greift man zumin­dest zu hemds­är­me­li­gen Lösun­gen: Auf AfD-Wahl­wer­ber wird mit­un­ter scharf geschos­sen. Und Ihre Demo­kra­tie so?

Eben­falls nicht zu den Elfen gehört die Tele­kom: Für 20 Euro im Monat kann man sich dort von der Stö­rer­haf­tung frei­kau­fen (natür­lich mit Cis­co-Rou­tern, denn mit Cis­co-Rou­tern ist es sel­ten ein Pro­blem, vor Gericht den Übel­tä­ter in File­sha­ring­fäl­len nach­zu­wei­sen), womit die Abschaf­fung der Stö­rer­haf­tung wohl bis auf Wei­te­res poli­tisch erschwert sein dürf­te. Der befreun­de­ten Fir­ma T‑Systems nebst Mut­ter­kon­zern macht man doch als Staat nicht das Geschäft kaputt. Es gibt noch viel zu tun.

Aber vor­her: Musik. Es ist Mon­tag, da kön­nen Herz und Hirn einen klei­nen Anschub­ser ver­tra­gen.

Guten Mor­gen.

Sonstiges⁠In den Nachrichten
Christliche Pappnasen

Man kann gegen Fasching, Fast­nacht, Kar­ne­val eine Men­ge ein­wen­den: Die Musik ist schei­ße, die Wit­ze sind däm­lich, das Publi­kum wür­de unter allen ande­ren Umstän­den samt und son­ders not­ge­schlach­tet wer­den und die immer­glei­chen Ver­klei­dun­gen als Cow­boy, „sexy“ Prinzessin/Hexe oder Bat­man möch­te man ja eigent­lich auch nicht jedes Jahr an Kin­dern sehen müs­sen.

All das Gere­de ist aber offen­sicht­lich nicht zíel­füh­rend, also tut end­lich mal jemand was:

Im öster­rei­chi­schen Kar­ne­val soll es kein „Hohn­la­chen von Mehr­hei­ten über Min­der­hei­ten“ wie Les­ben und Schwu­le mehr geben. (…) Gleich­zei­tig ver­bie­tet die Ethik-Char­ta für den öster­rei­chi­schen Kar­ne­val aller­dings auch schar­fe Kri­tik an Reli­gio­nen: „Fasching und Kar­ne­val dür­fen nie­man­den in sei­nen Gefüh­len ver­let­zen. Das gilt in ganz beson­de­rem Maße für den Umgang in reli­giö­sen Belan­gen“, heißt es im dem vier­sei­ti­gen Papier.

Gebo­ten sind daher Wit­ze, die kei­ne Per­son – kei­ne Min­der­hei­ten, kei­ne reli­giö­sen Fana­ti­ker, ver­mut­lich kei­ne Poli­ti­ker, prak­tisch also nie­man­den – dem Spott der Zuhö­rer aus­set­zen; es blei­ben also nur abstrak­te plots übrig. (Zäh­len eigent­lich Städ­te? Kennt man Han­no­ver in Öster­reich?) Da es nur zwei oder drei mög­li­che Poin­ten dafür gibt, ist Kar­ne­val in Öster­reich damit wohl in die­sem Jahr ein sehr kur­zes „Ver­gnü­gen“.

Auch der deut­sche Kar­ne­val kennt übri­gens eine „Ethik-Char­ta“, die in vie­len Tei­len der öster­rei­chi­schen ver­däch­tig ähn­lich ist. In bei­den Fas­sun­gen fin­det sich fol­gen­der Pas­sus:

Eben­so wie die ande­ren Welt­re­li­gio­nen hat das Chri­sten­tum als die prä­gen­de Kraft euro­päi­scher Kul­tur und als Rah­men­be­din­gung unse­res Tuns Anspruch auf gebüh­ren­den Respekt.

Es ist gut, dass sich end­lich mal wie­der jemand auf unse­re christ­li­chen Tra­di­tio­nen beruft, das hat­ten wir bekannt­lich schon län­ger nicht mehr. Das „hei­li­ge Buch“ des Chri­sten­tums, die Bibel, weist an eini­gen Stel­len dar­auf hin, dass Städ­te wie Sodom und Gomor­ra, in denen Homo­se­xua­li­tät prak­ti­ziert wird, vom christ­li­chen Gott durch­aus auch mal zer­stört wer­den. Der „Römer­brief“ wird noch etwas deut­li­cher:

Dar­um hat sie auch Gott dahin­ge­ge­ben in schänd­li­che Lüste: denn ihre Wei­ber haben ver­wan­delt den natür­li­chen Brauch in den unna­tür­li­chen; des­glei­chen auch die Män­ner haben ver­las­sen den natür­li­chen Brauch des Wei­bes und sind anein­an­der erhitzt in ihren Lüsten und haben Mann mit Mann Schan­de getrie­ben und den Lohn ihres Irr­tums (wie es denn sein soll­te) an sich selbst emp­fan­gen.
Römer 1, 26–27

Ach, was inter­es­sie­ren uns noch Jahr­tau­sen­de alte Tex­te in der heu­ti­gen moder­nen, auf­ge­klär­ten Zeit? Neh­men wir ein neue­res Bei­spiel, als 2008 der dama­li­ge so genann­te Ver­tre­ter des christ­li­chen Got­tes auf Erden sich zum lei­di­gen Geschlech­ter­the­ma äußer­te:

Die Mensch­heit sol­le auf „die Stim­me der Schöp­fung“ hören, um die vor­ge­ge­be­nen Rol­len von Mann und Frau zu ver­ste­hen. Alles ande­re käme „einer Selbst­zer­stö­rung des Men­schen und der Zer­stö­rung von Got­tes Werk selbst“ gleich.

Nur mal so aus Neu­gier, „Bund Öster­rei­chi­scher Faschings­gil­den“, und „Bund Deut­scher Kar­ne­val e. V.“:

Wenn eure alber­ne „Fei­er“ schon jedes Jahr wie­der statt­fin­den muss und die Teil­neh­mer das Chri­sten­tum zu respek­tie­ren haben – müs­sen Städ­te, in denen Homo­se­xu­el­le leben, jetzt kom­plett zer­stört wer­den oder reicht es, die Homo­se­xu­el­len, wie in 3. Mose 20,13 emp­foh­len, paar­wei­se zu töten?

Ich will das ja gebüh­rend respek­tie­ren.

In den Nachrichten
Liegengebliebenes vom 21. Januar 2016

Reli­gi­on ist kaputt, Reli­gi­on kann weg:

Wegen des Vor­wurfs der Got­tes­lä­ste­rung hat sich in Paki­stan ein 15-Jäh­ri­ger nach Poli­zei­an­ga­ben selbst die Hand abge­hackt. (…) In der Pre­digt hat­te der Imam gefragt, ob jemand anwe­send sei, der nicht an den Pro­phe­ten glau­be, berich­te­te die Poli­zei. Weil er die Fra­ge falsch ver­stan­den habe, soll der Jugend­li­che sei­ne Hand geho­ben und sich gemel­det haben. (…) Anschlie­ßend habe sich der Jugend­li­che zu Hau­se die Hand abge­hackt und sie dem Geist­li­chen als Sym­bol sei­ner Reue prä­sen­tiert, heißt es in Mel­dun­gen ver­schie­de­ner Medi­en. Eltern und Dorf­be­woh­ner hät­ten die Tat des Jugend­li­chen als Zei­chen der Zunei­gung zum Pro­phe­ten gefei­ert, erklär­te dem­nach die Poli­zei.

So ein Feig­ling. Sein Kopf wäre doch ein viel ein­drucks­vol­le­res Sym­bol gewe­sen. Allah ist hof­fent­lich sehr ent­täuscht.


Gute Nach­rich­ten: Der Mann, der mona­te­lang in Häu­ser ein­ge­bro­chen war, um Män­ner am Anus zu kit­zeln, wur­de ver­haf­tet.


Sascha Lobo schreibt:

Vie­len Leu­ten bekommt das Inter­net ein­fach nicht.

Had­mut Danisch ergänzt:

Und wisst Ihr (sic! A.d.V.), was mir auf­ge­fal­len ist, näm­lich auf den Jour­na­li­sten­kon­fe­ren­zen, bei denen ich auch Lobo live erlebt habe? Dass wir über­schwemmt wer­den von einer Jung­jour­na­li­sten­ge­ne­ra­ti­on, die über­haupt nichts mehr den­ken und recher­chie­ren kann und sich nur noch in den Social Media bewegt und aus Twit­ter abschreibt.


Was hat uns denn allen noch gefehlt? Rich­tig: Noch mehr Gerä­te mit Inter­net dran!

Persönliches⁠Piratenpartei⁠Mir wird geschlecht
Der Zusammenbruch der Hackerkultur durch den Siegeszug des Twitterfeminismus

Die­ser Arti­kel ist Teil 1 von 20 der Serie Congresskrise(n)

(Vor­be­mer­kung: Ich bin zur­zeit Mit­glied von CCC und Pira­ten­par­tei, hof­fe aber, des­we­gen nicht an irgend­was die Schuld zu tra­gen. Es folgt, da mich eini­ge Gescheh­nis­se der letz­ten Jah­re nicht ganz unbe­wegt las­sen, ein idea­li­stisch moti­vier­ter Auf­reg­text, der kei­nes­falls zu einer sach­li­chen Dis­kus­si­on bei­tra­gen soll.)

Felix „Fefe“ von Leit­ner ist aus dem Cha­os Com­pu­ter Club aus­ge­tre­ten. Um zu ver­ste­hen, war­um das ein schlech­tes Zei­chen ist, ist es rat­sam, die Geschich­te der Hacker­kul­tur in Deutsch­land ein­mal genau­er zu betrach­ten.

‘Der Zusam­men­bruch der Hacker­kul­tur durch den Sie­ges­zug des Twit­ter­fe­mi­nis­mus’ wei­ter­le­sen »