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Genitalverstümmelung muss deutsch bleiben!

Ronald Düker („ZEIT ONLINE“) wirkt ehrlich begeistert, dass ihm, äh, den Flüchtlingen endlich mal wer erklärt, wie Ficken geht:

Das Aufklärungsportal „Zanzu – Mein Körper in Wort und Bild“ richtet sich an Migranten. „Vor allem zu uns geflüchtete Menschen“, heißt es in einer amtlichen Mitteilung, „die noch nicht lange in Deutschland leben, erhalten hier einen diskreten und direkten Zugang zu Wissen in diesem Bereich.“

Man lernt dort: Sex ist ganz in Ordnung, wenn alle Beteiligten Spaß daran haben und niemandem etwas zustößt. Dabei gibt der Verantwortliche für das Schnackselportal, das Bundesministerium für Gesundheit, den väterlichen Ratgeber, verzichtet jedoch leider darauf, das mit den Gesetzen allzu genau zu nehmen:

Nur am Rande dräut Ärger durch Überschreitungen, die den Flüchtlingen dann doch zugetraut werden. Eigene Abteilung: Genitalverstümmelung, die „ist in Deutschland gesetzlich verboten“.

So weit, so Quatsch.

Ende Dezember 2012 hat die damalige Bundesregierung das gesetzliche Verbot von Genitalverstümmelung durch den Erlass von § 1631d BGB gelockert, in dem es heißt:

(1) Die Personensorge umfasst auch das Recht, in eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes einzuwilligen, wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden soll. Dies gilt nicht, wenn durch die Beschneidung auch unter Berücksichtigung ihres Zwecks das Kindeswohl gefährdet wird.

Das heißt: Ein sorgeberechtigter Vormund, zum Beispiel eine nur heimlich geistesgestörte Mutter, hat hochoffiziös das Recht, aus nicht nennenswerten Gründen die Genitalien ihrer Söhne – natürlich nicht der Töchter, dieses Privileg steht in einem anständigen Patriarchat gefälligst nur Söhnen zu – verstümmeln zu lassen (denn was, wenn nicht Verstümmelung, ist das Abschneiden kleiner Körperteile wie Ohrläppchen, Fingerkuppen oder Vorhäuten?), so lange es jemand tut, der nachweislich ärztliche Kunst zu vollziehen vermag, und sei sie auch noch so abstrakt.

Es kommt noch schlimmer:

(2) In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes dürfen auch von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehene Personen Beschneidungen gemäß Absatz 1 durchführen, wenn sie dafür besonders ausgebildet und, ohne Arzt zu sein, für die Durchführung der Beschneidung vergleichbar befähigt sind.

So genau muss man es mit der ärztlichen Kunst nicht nehmen: Ein für das Befassen mit Kindergenitalien besonders ausgebildeter (zum Beispiel katholischer) „dazu vorgesehener“ Heilsbringer darf – von notwendiger Einwilligung der Sorgeberechtigten spricht das Gesetz hier interessanterweise nicht – im ersten halben Lebensjahr dem Kind (lies: dem männlichen Kind) das Fortpflanzungsorgan zerschneiden. Ein paar Kunstfehler fallen in der Statistik kaum auf.

Man kann nur hoffen, dass diejenigen Flüchtlinge, die hier bleiben wollen, möglichst gottlose und anständige Eltern haben.

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