Spaß mit Spam
Kurz­spam: Blit­zer­war­ner Aus­ver­kauf – spa­re viel

Unter obi­gem Betreff erreich­te mich soeben eine Wer­be­mail für (ver­mut­lich) irgend­ein Dings­da, das wie auch die lächer­li­chen „Flit­zer­blit­zer“ im unnö­ti­gen Radio vor Geschwin­dig­keits­kon­trol­len war­nen soll.

Völ­lig unent­gelt­lich möch­te ich hier­mit den Spam­mern und Radio­ma­chern das küm­mer­li­che Geschäft kaputt­ma­chen, indem ich einen völ­lig kosten­lo­sen Geheim­tipp mit euch tei­le, der euch alle wei­te­ren Pro­ble­me mit sol­chen Kon­trol­len erspart:

Fahrt nicht wie ein Arsch­loch!

Bit­te­schön.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
The Raveo­net­tes – Aly, Walk With Me

Was, Montag?!„Natur hat die Nei­gung zum Plu­ral, nur Stei­nen ist der Plu­ral egal.“
– Foy­er des Arts: Zwei Refrains


Es ist – hur­ra! – Mon­tag. Wäh­rend Mit­glie­der der offen­bar von allen guten Gei­stern ver­las­se­nen Ber­li­ner „Lin­ken“, deren maß­geb­li­che Kar­rie­re­qua­li­fi­ka­ti­on es bis­her war, mehr oder weni­ger feh­ler­frei frem­de Tex­te vor­zu­le­sen, ver­ge­bens ver­su­chen, ihr haupt­säch­li­ches Feind­bild per Akkla­ma­ti­on zu ver­wirk­li­chen, hat man nicht ein­mal mehr die Muße, um sich anstän­dig dar­über zu echauf­fie­ren, weil man ja schon immer wuss­te, was ande­re nun schmerz­voll erfah­ren müs­sen, und der­weil ganz ande­re Sor­gen sich mani­fe­stie­ren, nament­lich die Ent­beh­rung (mein­ten Sie: Ent­bä­rung?), die selbst ein Wochen­en­de hin­ter Schlei­er legt. Das muss nicht so, das ist kaputt.

Klin­ge­ling, ding­dong, die Nach­rich­ten. Ein Flücht­lings­heim brennt, ein Syrer war’s. Man hat es auch nicht leicht als Neo­na­zi heut­zu­ta­ge, die­se Flücht­lin­ge neh­men einem sogar die Hob­bys weg. Zu dem unlu­sti­gen Kas­per Jan Böh­mer­mann, den irgend­wie gut zu fin­den selbst mir zu doof wäre, bleibt, übri­gens, an die­ser Stel­le zur Abwechs­lung mal Ser­dar Somun­cu zu zitie­ren: „Wir reden nicht über Geschmack.“ – Das wäre im deut­schen Fern­se­hen auch ein sehr kur­zes Gespräch.

Und sonst so? In Chi­na gibt es flausch­be­fell­te Pan­da­bä­ren, in Japan gibt es Igel­ku­scheln für acht Euro. Asi­at müss­te man sein, aber Betrübt ist ja auch ganz schön. Viel­leicht soll­te sich statt der omi­nö­sen free hugs ein­mal das Kon­zept der paid hugs durch­set­zen; oder über­haupt: hugs.

Aly, walk with me in my dreams all through the night.

The Raveo­net­tes – Aly, Walk With Me (Live on KEXP)

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Hei­li­ge Hand­gra­na­te

Und dann guckt man ins Web und liest aus Ver­se­hen:

Hei­li­ge Hand­gra­na­ten auch HHG genannt kön­nen laut Lek­tü­re zum ent­stö­ren von Elek­tro­smog, Erd­strah­len wie Was­ser­adern und Mobil­funk­strah­len ein­ge­setzt wer­den.
HHGs sind viel­sei­tig ein­ge­setz­bar schaf­fen ein homo­ge­nes Ener­gie­feld, wel­ches sich posi­tiv Mensch und Tier aus­wir­ken kann.

:irre:

PolitikNetzfundstückeIn den NachrichtenPiratenparteiMir wird geschlecht
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 7. April 2016

Immer die­se pro­ame­ri­ka­ni­schen Propagandistensender!!1

Euro­zen­tri­stisch mit einem star­ken Hang zu US-lie­be­die­ne­ri­scher Dar­stel­lung, regie­rungs­fromm mit Blick auf Ber­lin, anti­rus­sisch und anti­chi­ne­sisch, igno­rant gegen­über geo­po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen, unvoll­stän­dig und ten­den­zi­ös in ihren Bil­dern aus Latein­ame­ri­ka, noch defi­zi­tä­rer hin­sicht­lich aller Afri­ka betref­fen­den Nach­rich­ten, agi­ta­to­risch, pro­pa­gan­di­stisch und des­in­for­ma­tiv.

Ein Skan­dal ist es eben nur, wenn der Iwan die Schuld trägt.


In Japan haben Tau­sen­de von Men­schen am Sonn­tag beim all­jähr­li­chen Kana­ma­ra Mats­u­ri («Festi­val des metal­le­nen Phal­lus») dem männ­li­chen Glied gehul­digt.


Lei­stung muss sich wie­der loh­nen: Die F.D.P. hat einen eige­nen Dienst­lei­ster zum Twit­tern.


Apro­pos F.D.P.: Ein paar Daten­wis­sen­schaft­ler haben das Pro­gramm der AfD ana­ly­siert und dabei zum Einen fest­ge­stellt, dass die Par­tei weni­ger rechts ist als CDU und F.D.P., zum Ande­ren, dass „der Algo­rith­mus bei­spiels­wei­se bei der SPD gar kei­ne ein­deu­ti­ge Aus­sa­ge“ erkennt. Aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht kann die SPD also gar nicht umfal­len, weil sie gar kei­ne The­men besetzt.


Lustig: Die Uni­ver­si­tät Mar­burg hält Gen­der Stu­dies für eine ernst­haf­te Wis­sen­schaft, die es zu ver­tei­di­gen gilt, die Pira­ten­par­tei Mar­burg fasst sich an die Stirn.


Schö­ne, neue Welt: Es gibt jetzt Sex­si­mu­la­to­ren.

Spaß mit Spam
Mit Bit­te um Prü­fung: Cos­mos­Di­rekts höf­li­che Auf­trags­spam­mer von der online­facts UG

Gele­gent­lich habe ich an die­ser Stel­le schon etwas zu den The­men Alko­hol und Jugend geschrie­ben. Über wel­chen der Bei­trä­ge der Herr von der online­facts UG aus Mün­chen letzt­lich gestol­pert sein mag, als er beschloss, mich über eine „Initia­ti­ve“ der offen­sicht­lich sehr ver­zwei­fel­ten Cos­mos­Di­rekt-Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft zu infor­mie­ren, lässt sich lei­der nicht so genau rekon­stru­ie­ren; unter dem Betreff „Bit­te um Prü­fung“ erhielt ich heu­te jeden­falls fol­gen­de E‑Mail:

Sehr geehr­ter Herr (Name aus dem DENIC-Whois, A.d.V.),

auf Ihrer Web­sei­te tuxproject.de betrei­ben Sie eine hilf­rei­che Link­li­ste:

https://tuxproject.de/blog/2013/04/kurz-verlinkt-clvi-zweimal-tammtamm/

Da Sie von dort aus auf infor­ma­ti­ve Sei­ten ver­wei­sen, möch­te ich Ihnen die Initia­ti­ve „Don’t Drink and Dri­ve – Gegen Alko­hol am Steu­er“, die unse­re Exper­ten-Redak­ti­on gemein­sam mit pro­mi­nen­ten Bot­schaf­tern aus dem Fern­se­hen rea­li­siert hat, vor­stel­len.

Schau­en Sie doch gern ein­mal vor­bei: (Spam­link her­aus­re­di­giert, A.d.V.)

Es sind beein­drucken­de Zah­len, mit denen wir vor allem jun­ge Fah­rer dazu auf­for­dern die Fin­ger von Alko­hol im Stra­ßen­ver­kehr zu las­sen:

• pro Minu­te sind schät­zungs­wei­se 170 Auto­fah­rer alko­ho­li­siert auf deut­schen Stra­ßen unter­wegs

• 35,3 Pro­zent der ins­ge­samt 455 von uns befrag­ten Fahr­schu­len berich­ten von Vor­fäl­len mit Fahr­schü­lern, die alko­ho­li­siert eine Fahr­stun­de antre­ten woll­ten

Unse­re Initia­ti­ve ist selbst­ver­ständ­lich wer­be­frei und der­zeit infor­mie­ren sich bis zu 15.000 Leser pro Tag auf unse­rer Sei­te.

Wir wür­den uns freu­en, wenn auch Sie Ihren Lesern mit unse­rer Initia­ti­ve eine wei­te­re infor­ma­ti­ve Quel­le anbie­ten und uns zu Ihrer Link­li­ste hin­zu­fü­gen möch­ten. Falls Sie einen Ban­ner benö­ti­gen, fin­den Sie die­sen im Anhang.

Mit freund­li­chen Grü­ßen
Mar­tin Röm­hild

online­facts UG (haf­tungs­be­schränkt)
Paul-Heyse-Stra­ße 27
80336 Mün­chen

Die Kam­pa­gne, deren Link ich oben aus dra­ma­tur­gi­schen Grün­den (und um Spam nicht unnö­tig zu beloh­nen; ver­we­ge­ne Leser mögen eine Such­ma­schi­ne ihrer Wahl bemü­hen) nicht ste­hen ließ, befin­det sich unter­halb der Domain cosmosdirekt.de, es han­delt sich hier somit trotz des Spam­mers Fir­mie­rung unter „online­facts UG“ um Auf­trags­spam im Namen eines bis­her wohl fälsch­li­cher­wei­se für mehr oder weni­ger seri­ös gehal­te­nen Ver­si­che­rungs­kon­zerns.

Wäh­rend ich im All­ge­mei­nen durch­aus ange­tan davon bin, dass sich Ver­si­che­run­gen ganz unei­gen­nüt­zig für weni­ger Leicht­sinn im Stra­ßen­ver­kehr ein­set­zen, bin ich von der E‑Mail alles ande­re als begei­stert.

Schön ist, dass man sich zumin­dest die Mühe gemacht hat, sich wenig­stens ansatz­wei­se mit der Web­site, auf der man gern bewor­ben wer­den möch­te, zu beschäf­ti­gen: Es han­delt sich um einen Blog mit Lesern und hin und wie­der tau­chen auch Links auf. Ein auto­ma­tisch aus­ge­le­se­nes Domain-Whois sorgt zumin­dest für eine eini­ger­ma­ßen gesit­te­te Anre­de. So weit das Posi­ti­ve an der E‑Mail.

Nicht so schön ist, dass man sich im Hau­se „online­facts UG“ und somit auch bei denen, die sie um Wer­be­ver­mitt­lung bit­ten, um Anstand und Geset­ze allem Anschein nach nicht schert. Die ange­nom­me­ne Her­lei­tung „hat eine Web­site, betreibt also sicher irgend­wel­che bunt zusam­men­ge­wür­fel­ten Link­li­sten, in die wir super rein­pas­sen“ lädt der­ma­ßen wenig dazu ein, der Fir­ma „online­facts UG“ eine wenig­stens grund­le­gen­de Ahnung von die­sem „online“ zu atte­stie­ren, das sie fak­tisch in ihrem Namen trägt, dass ich tat­säch­lich mal kurz nach­gucken muss­te, was die­se Fir­ma eigent­lich macht (Vor­sicht: Ver­weis geht auf die Web­site von „online­facts“!):

Die online­facts Unter­neh­mer­ge­sell­schaft mit Sitz in der Münch­ner Innen­stadt ist ein Zusam­men­schluss unab­hän­gi­ger Redak­teu­re aus ganz Deutsch­land, die Ver­brau­cher in den Medi­en auf­klä­ren. Mit unse­ren Auf­klä­rungs­kam­pa­gnen schaf­fen wir Klar­heit und arbei­ten dafür mit nam­haf­ten Exper­ten und Pro­mi­nen­ten zusam­men.

Zu den „pro­mi­nen­ten Bot­schaf­tern“, die Herr Röm­hild – übri­gens einer der bei­den Geschäfts­füh­rer der „online­facts UG“ – im Zusam­men­hang mit der Cos­mos­Di­rekt-Kam­pa­gne anpries, zäh­len übri­gens Licht­ge­stal­ten wie Dani­el Küb­lböck (!), Ricky Har­ris (!), Indi­ra Weis (!) und Nina Ruge (!), die alle­samt ein „State­ment“ (ebd.) zu der bewe­gen­den Fra­ge, ob man – spoi­ler: Nein! – besof­fen ein Kraft­fahr­zeug füh­ren soll­te, abge­ge­ben haben. Wenn ihr gera­de nicht so genau wisst, wer das alles ist, schlagt es bes­ser nicht nach oder ach­tet vor­her dar­auf, dass ihr kein Getränk im Mund habt.

Wie konn­te die „online­facts UG“ trotz­dem so bekannt wer­den? Nun, ihre Web­site gibt dazu Aus­kunft:

Bekannt aus dem Sondermüll

Soso.

Aber kom­men wir noch mal kurz auf die per se lobens­wer­te Kam­pa­gne „Don’t Drink and Dri­ve“ – natür­lich im Ori­gi­nal mit gera­dem statt typo­gra­fisch kor­rek­tem Apo­stroph, weil eine deutsch­spra­chi­ge Web­site gefäl­ligst irgend­wie eng­lisch zu hei­ßen hat, sonst klickt ja kei­ner drauf, wäh­rend natür­lich jeder Hans­franz, mich ein­ge­schlos­sen, dau­ernd auf irgend­wel­chen Spam­links rum­klickt – zurück. Herr Röm­hild führ­te aus:

Unse­re Initia­ti­ve ist selbst­ver­ständ­lich wer­be­frei[.]

Gucken wir doch mal in die­se wer­be­freie Web­site hin­ein. Zwar wur­de eine Mög­lich­keit ein­ge­bun­den, die Kam­pa­gne statt per Spam­mail auch via „sozia­lem Netz­werk“ zu ver­tei­len, aller­dings han­delt es sich um die weit­ge­hend unbe­denk­li­che „Zwei-Klick-Lösung“, die erst nach aus­drück­li­cher Geneh­mi­gung Daten aus­horcht:

Zweiklickspam

Aber halt – was bemän­gelt jetzt uMa­trix? Herr Röm­hild hat doch nicht etwa gelo­gen? Da gucken wir doch noch mal genau­er hin:

<script src="https://t13.intelliad.de/cl/5343834333236323131303.js" data-phase="app-preprocess"></script>

Ich hal­te die Kom­bi­na­ti­on aus „Intel­li-“ und „Ad“, also „intel­li­gen­te Wer­bung“, ja für ein Oxy­mo­ron, aber ich bin auch eher tech­nik- als wirt­schafts­be­gei­stert; jeden­falls: damit nicht genug!

<script>
$(function(){var a=Math.random()+"";var a=a*10000000000000;$("body").append('<iframe src="//fls.doubleclick.net/activityi;src=1002335;type=2016;cat=fahrafaq;ord='+a+'?" width="1" height="1" frameborder="0" style="display:none!important;"></iframe>')});
</script>
<noscript><iframe src="//fls.doubleclick.net/activityi;src=1002335;type=2016;cat=fahrafaq;ord=1?" width=1 height=1 frameborder=0 style="display:none!important;"></iframe></noscript>

Natür­lich: display:none!important, Vali­di­tät ist sooo 90er und mehr Mühe sind wir dem nutz­lo­sen Wer­ber­pack eben nicht wert. Nun kann es gut sein, dass der für die­se Kam­pa­gne ver­ant­wort­li­che – lei­der nicht: zur Ver­ant­wor­tung gezo­ge­ne – Pixel­schub­ser hier ein­fach nur Code hin­ein­ko­piert hat, den ihm der Wer­be­ver­mark­ter Dou­ble­Click emp­foh­len hat, was die Sache jedoch nicht bes­ser macht. (Was ver­dient eigent­lich so ein Geschäfts­füh­rer bei der „online­facts UG“, also finan­zi­ell, nicht mora­lisch?) Der Name „Dou­ble­Click“ soll­te euch übri­gens bekannt vor­kom­men, denn das ist der Name, unter dem das Unter­neh­men Goog­le Inc. seit eini­gen Jah­ren bedau­er­lich erfolg­reich Online­mar­ke­ting betreibt und es damit schon zu trau­ri­ger Berühmt­heit gebracht hat:

Dou­ble­click will let adver­ti­sers con­trol how often an ad is shown to a brow­ser, how long it is shown for and how often it will appear. (…) For exam­p­le, if you are on a news web­site and you visit the sports pages, then adverts for match tickets may be more rele­vant than make­up. This infor­ma­ti­on belongs to the web­site owner only. (…) Becau­se it records your IP address, Dou­ble­click can also make a good guess of your coun­try and town/city, too.

Besu­che ich also die selbst­ver­ständ­lich wer­be­freie Web­site besag­ter „Initia­ti­ve“, so lässt die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft Cos­mos­Di­rekt ohne mei­ne Zustim­mung die Berufs­spam­mer­ab­tei­lung des US-ame­ri­ka­ni­schen Unter­neh­mens Goog­le wis­sen, wo ich unge­fähr woh­ne und dass ich mich für Alko­hol am Steu­er inter­es­sie­re. Oder für Dani­el Küb­lböck.

:zensur:

Die DENIC weist übri­gens dar­auf hin, dass die Nut­zung der Doma­in­da­ten „zu Wer­be- oder ähn­li­chen Zwecken“ einen Ver­stoß gegen die Nut­zungs­be­din­gun­gen dar­stellt. Da der Mail­ver­fas­ser die von ihm als für sei­ne Zwecke fälsch­li­cher­wei­se als pas­send erkann­te Web­site zwei­fels­frei nicht ein­mal auf­ge­ru­fen hat, so dass die Aus­re­de, die Anre­de könn­te auch aus dem Impres­sum stam­men, hier nur schwer­lich mög­lich ist, haben wir es hier also nicht nur mit ein­fa­cher Spam (also mit dem Ver­dacht einer kri­mi­nel­len Hand­lung, cf. § 7 UWG) zu tun, son­dern über­dies mit der mut­maß­li­chen Erschlei­chung von Dienst­lei­stun­gen. Wirk­lich beein­drucken­de Geschäfts­prak­ti­ken unter­stützt die Cos­mos­Di­rekt AG da.

Der Bit­te um Prü­fung des Anlie­gens und anschlie­ßen­de Infor­ma­ti­on mei­ner Leser hof­fe ich hier­mit hin­rei­chend ent­spro­chen zu haben. War mir ein Ver­gnü­gen!

NetzfundstückeMontagsmusik
Ben Levin Group – Freak Machi­ne

Erst mal aufräumenMon­tag. Ich mei­ne: MONTAG! Das Wochen­en­de, so san­gen die Wise Guys einst, war mal wie­der süß und zart, mon­tags gibt es dafür einen Tritt mit Anlauf; und den hat man dann auch noch ver­dient. Wenig­stens hält sich das brül­len­de gel­be Biest am Him­mel wenig­stens heu­te vor­nehm zurück.

Und trotz­dem fehlst du mir.
Die Ärz­te: Som­mer, Pal­men, Son­nen­schein

Es gibt aber auch nicht mehr viel zu lachen auf der Welt. Schon wie­der nah­men aus­ge­rech­net die­je­ni­gen Leu­te am dies­jäh­ri­gen 1. April teil, die bis­her nicht mit ihrer her­aus­ra­gen­den Wit­zig­keit auf­fie­len. Es ist also bemer­kens­wert, dass der wohl amü­san­te­ste April­scherz die­ses Jah­res von Comic­zeich­nern stammt, die sich einen gemein­sa­men Witz aus­ge­dacht haben, des­sen Poin­te es ist, dass er nicht mal beson­ders lustig ist. Das trifft mei­nen Humor vor­züg­lich.

Viel­leicht soll­ten wir ein­fach alle durch­dre­hen.

Freak Machi­ne Music Video – Ben Levin Group

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Medi­en­kri­tik XCVII: Knack­po, aber schnell!

Von den „effek­tiv­sten Tricks der Stars“ zum Errei­chen eines „Knack­pos“ – aber schnell! – berich­tet die noch aktu­el­le „JOY“ (Aus­ga­be „April 2016“), wo’s für effi­zi­en­te Tricks schon nicht reicht, eben­so wie von „50 Beau­ty-Blitz­tricks für unter­wegs“. Die wis­sen eben, wie sie mich zum Kauf ver­füh­ren, wenn schon des Maga­zins unge­fähr sie­ben­und­drei­ßig­stes Jes­si­ca-Alba-Cover­bild nicht reicht.

JOY April 2016

Gucken wir doch mal rein.

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In den NachrichtenNerdkrams
War­um „Ubun­tu für Win­dows“ den plötz­li­chen Jubel nicht ver­dient

Nun, da die erste gro­ße Wel­le der Begei­ste­rung abge­flacht ist und die bei­den ver­fein­de­ten Lager sich nach Aber­tau­sen­den von Kom­men­ta­ren erschöpft zurück­ge­zo­gen haben, um neue Kraft für das wei­te­re Gesche­hen zu sam­meln, möch­te ich die­se Mel­dung an die­ser Stel­le auch nicht unkom­men­tiert las­sen:

Micro­soft hat ein Linux-Sub­sy­stem für Win­dows 10 ent­wickelt, mit dem sich Linux-Pro­gram­me für die Kom­man­do­zei­le direkt unter Win­dows aus­füh­ren las­sen.

Was einen „Jour­na­li­sten“ von „hei­se online“ gera­de­zu vor Begei­ste­rung auf die Tasta­tur spei­cheln lässt, ist für erfah­re­ne Com­pu­ter­nut­zer ein alter Hut: Eine sol­che Abstrak­ti­ons­schicht kennt man aus Syste­men wie Free­BSD – dort heißt sie „Linuxu­la­tor“ – schon seit Jah­ren. Dar­um wur­de aber merk­wür­di­ger­wei­se nie so ein Gewe­se gemacht wie um die fas­zi­nie­ren­de Neu­ig­keit, dass Micro­softs anfangs noch für das Betriebs­sy­stem OS/2 geplan­ter NT-Ker­nel schon immer in der Lage war, ver­schie­de­ne Sub­sy­ste­me zu nut­zen. Win­dows NT 3.1, die erste „NT-Ver­si­on“ von Win­dows, wur­de von vorn­her­ein neben dem Win32- auch mit einem POSIX- und einem OS/2‑Subsystem aus­ge­lie­fert, es war also, wie man bei „hei­se online“ heut­zu­ta­ge wohl schrei­ben wür­de, drei Betriebs­sy­ste­me in einem.

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In den NachrichtenPolitik
Die­se Bar­ba­ren!

Apro­pos „SPIEGEL ONLINE“ (und, wie üblich, die „Grü­nen“):

„Bedenkt man, wie leicht Senf- und Chlor­gas zu schmug­geln sind und dass die­se Bar­ba­ren immer mehr auf Ter­ror auch im Westen set­zen, dann ist das alar­mie­rend“, meint der Grü­nen-Sicher­heits­po­li­ti­ker Omid Nou­ri­pour.

…, meint Mar­kus Becker, Brüs­sel, und will damit viel­leicht sagen, dass Omid Nou­ri­pour die Bar­ba­rei eines Kriegs mit einer Viel­zahl an zivi­len Todes­op­fern, wie zum Bei­spiel eine von USA, Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en unter­stütz­te „Koali­ti­on“ unter der Füh­rung Sau­di-Ara­bi­ens ihn im Jemen führt, nur dann für alar­mie­rend hält, wenn Senf- und Chlor­gas zum Ein­satz kom­men, weil das Zer­fetzt­wer­den ja meist recht schnell und dar­um unbar­ba­risch geschieht: Klap­pe auf, Bom­be run­ter, Explo­si­on, Kör­per zer­teilt, alle Bösen (Gute gehen bekannt­lich nicht dahin, wo Bom­ben hin­fal­len) tot. Das ist nicht bar­ba­risch, das ist effi­zi­ent!

Zwar wis­se nie­mand genau, wie hoch die Wahr­schein­lich­keit für einen Ter­ror­an­schlag mit Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen sei, sagt Brow­ne (ehem. bri­ti­scher Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ster, A.d.V.). Aller­dings wächst unter Exper­ten die Sor­ge dar­über, dass der IS wegen der Serie von Nie­der­la­gen im Nahen Osten aus Ver­zweif­lung zu Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen grei­fen könn­te.

Die der IS ande­rer­seits ver­mut­lich eben­falls dort besorgt hat, woher ein gro­ßer Teil sei­nes übri­gen Arse­nals stammt; aus Sau­di-Ara­bi­en näm­lich, das sei­ner­seits gera­de ver­sucht, durch das Meu­cheln mög­lichst vie­ler jeme­ni­ti­scher Zivi­li­sten (vul­go: „Frau­en und Kin­der“) den IS zum Frie­den zu über­re­den.

Der Gegen­be­griff zu „bar­ba­risch“ ist heu­te dem­ge­mäß etwa „zivi­li­siert“.
Wiki­pe­dia

Netzfundstücke
Hey, Marc Röh­lig!

Anläss­lich der gestern im deut­schen Fern­se­hen gesen­de­ten Fol­ge „Die Braut des Grau­ens“ der selt­sa­men Fern­seh­se­rie „Sher­lock“ fra­gen Sie Ihre wahl­wei­se jovi­al oder respekt­los geduz­ten Leser auf „ben­to“, der noch häss­li­che­ren klei­nen Schwe­ster von „SPIEGEL ONLINE“:

Sex macht doof

Möch­te man die vol­le Punkt­zahl für das Ergeb­nis, man sei „so schlau wie Sher­lock“ und eben­so unbe­liebt, was also offen­sicht­lich von Ihnen als erstre­bens­wert – vol­le Punkt­zahl! – erach­tet wird, errei­chen, so muss man Fra­gen wie die abge­bil­de­te mög­lichst schlau beant­wor­ten.

Aber wel­che der drei Ant­wor­ten ist die beste? Lei­der haben Sie kei­ne Auf­lö­sung bei­gelegt, aller­dings habe ich zumin­dest schon her­aus­ge­fun­den, dass Sie „Unnö­tig.“ als akzep­ta­ble Ant­wort gel­ten las­sen. Jetzt mal so dumm wie Dr. Wat­son gefragt: Heißt das, dass das Befür­wor­ten von sexu­el­lem Aus­tausch auto­ma­tisch wert­vol­le Punk­te auf der Schlau­heits­ska­la kostet, oder ist man dann ein­fach nur nor­mal schlau, aber nicht mehr so schlau?

Mögen Sie viel­leicht ein­fach nur kei­nen Sex?

Komm­ste nich drauf klar.
Marc Röh­lig in ande­rem Zusam­men­hang

Montagsmusik
Mono­myth – Huy­gens

Augen zu und durchStellt euch vor, es ist Mon­tag und kei­ner geht hin.

Man wacht auf und weiß nicht, war­um, weil man ja nicht raus muss, aber etwas drückt, nein, bedrückt so sehr, dass man auch ohne einen Blick auf den Kalen­der weiß, wel­cher Wochen­tag heu­te ist, was man ja seit den ersten Stu­di­en­se­me­stern ver­lernt hat­te. Die Gleich­form kommt spä­ter, jaja. Was hat man sich eigent­lich gedacht? Hat man sich über­haupt etwas gedacht?

Mon­tags­füh­lig­keit. Zum Schrei­en.

Nicht hin­zu­ge­hen fühlt sich auch ein biss­chen wie Sach­sen-Anhalt an, das aus der Sache (der Land­tags­wahl näm­lich) eine wich­ti­ge Lek­ti­on mit­ge­nom­men hat:

„Die­ses Zur-Tages­ord­nung-Über­ge­hen ist wohl Teil des Schocks“, sagt David Beg­rich von der Arbeits­stel­le Rechts­extre­mis­mus des Sach­sen-Anhal­ter Demo­kra­tie-Ver­eins Mit­ein­an­der.

Sich vor lau­ter (nie­mals auch: lei­ser) Schockiert­heit erst ein­mal nor­mal zu ver­hal­ten ist eine Eigen­schaft, die so man­chem Hyste­ri­schen zwar abgeht, aber nicht fehlt, nimmt man doch das mit der Empö­rung in man­chen Krei­sen zwar wahr, aber nur in den fal­schen Momen­ten auch sich zu Her­zen, weil Plär­ren das Gegen­teil von ver­nünf­ti­gem (also: wün­schens­wer­tem) Han­deln ist, bezie­hungs­wei­se: run­ter kom­men sie immer.

Mono­myth – Huy­gens

Guten Mor­gen.

ProjekteNerdkrams
Mit Com­mon Lisp gegen Web­müll

Im Novem­ber 2015 schrieb ich, der kosten­lo­se Web­dienst feed43 sei zum Ent­mül­len von Web­sites mit­tels RSS prin­zi­pi­ell geeig­net, ver­schlucke sich aber gele­gent­lich. Das ist auf Dau­er ganz schön anstren­gend. Außer­dem besteht wie bei allen kosten­lo­sen Web­dien­sten die Gefahr, dass ich eines Tages ohne ihn aus­kom­men muss. Ich habe mir also selbst eine Alter­na­ti­ve ent­wickelt, die auf einem mei­ner Ser­ver läuft und deren kor­rek­te Funk­ti­ons­wei­se ich im Zwei­fels­fall also selbst sicher­stel­len kann.

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KaufbefehleMusikkritik
Are­n­na – Given to Emp­tin­ess

Arenna - Given to EmptinessNoch so ein Album, das man nicht uner­wähnt las­sen soll­te. Are­n­na – mit Doppel‑N, nicht die schlim­me Neo­prog­ka­pel­le des ehe­ma­li­gen Maril­li­on-Schlag­zeu­gers – ist ein spa­ni­sches Quin­tett, das 2015 nach vier Jah­ren sein zwei­tes Album „Given to Emp­tin­ess“ ver­öf­fent­licht hat.

Was mich an spa­ni­scher wie an ita­lie­ni­scher Rock­mu­sik meist beson­ders stört, ist der Gesang in der Lan­des­spra­che – nicht, weil mir die Kennt­nis­se fehl­ten, dem Text inhalt­lich zu fol­gen, son­dern, weil es ein­fach nicht gut klingt; wohl wis­send, dass das sub­jek­tiv ist. Are­n­na umge­hen dies, indem sie ein­fach auf Eng­lisch sin­gen. Nun könn­te man eigent­lich mal wie­der Götz Als­mann hul­di­gend zitie­ren, der ein­mal sag­te, man kön­ne in einer frem­den Spra­che kei­ne Tex­te schrei­ben, die von Her­zen kom­men, und damit wahr­schein­lich sogar Recht hat­te, und sich nicht ent­schei­den kön­nen, ob man nicht viel­leicht doch lie­ber schlech­ter klin­gen­den Gesang gehabt hät­te oder gleich gar kei­nen, obwohl man die Tex­te dann wie­der­um wahr­schein­lich ins­ge­samt ver­mis­sen wür­de. Man könn­te aber auch ein­fach zur Abwechs­lung mal das Gute her­vor­he­ben: Das sonst stil­ty­pi­sche anstren­gen­de Über­frach­ten des Gesangs mit Echo­ef­fek­ten besticht hier durch Abwe­sen­heit.

Ach, der Stil. Das hat­ten wir ja noch gar nicht.

Ist aber auch gar nicht so schwie­rig, denn eigent­lich ist „Given to Emp­tin­ess“ vor­ran­gig eine Stoner-Rock-Plat­te, wie Stoner Rock eben so klingt, näm­lich vor allem laut: Gitar­ren­breit­wän­de, die sich zu einem musi­ka­li­schen Rausch ver­dich­ten, den man in jeder Faser spürt. Fünf Ster­ne auf Ama­zon, sonst ja nicht gera­de ein gutes Bewer­tungs­por­tal für Qua­li­täts­mu­sik. – Nein, Are­n­na machen das wirk­lich groß­ar­tig.

Die Fra­ge, ob sie’s könn­ten, ein­mal bei­sei­te gelas­sen (denn das kön­nen sie): Das übli­che „mehr vom Glei­chen“ ist hier nicht zu erwar­ten. Hören wir nach dem die Mess­lat­te in Schwin­del erre­gen­de Höhen hän­gen­den Anfang „Butes“, noch ein wenig benom­men vom Stau­nen, doch mal in das fast neun­mi­nü­ti­ge „Chro­ma“ hin­ein. Ist das Pink Floyd? Es gibt kei­nen Gesang, dafür den David-Gilmour-sound in den Gitar­ren, der sich all­mäh­lich zu einer Psy­che­de­lic/­S­to­ner-Num­mer ver­dich­tet, die dabei nicht ein­mal gewollt klingt, son­dern wie aus Ver­se­hen ins Schö­ne gera­ten.

Oder „Move Through Figurehead Lights“, ein bemer­kens­wer­tes Stück Folk­rock und/oder Art­ver­wand­tes. So könn­ten Kan­sas klin­gen, wenn sie ihren wei­ner­li­chen Sän­ger ins Bett bräch­ten und sich jeman­den such­ten, der sin­gen und nicht jam­mern will.

Der Lee­re gege­ben. Die Augen zu und immer ein wenig neben dem Rhyth­mus nicken, weil man takt­los ist.

Gute Rei­se.