PolitikIn den NachrichtenNerdkramsMir wird geschlecht
Kurz ver­linkt: Gewalt, Goog­le, Scho­ko­la­de und Quo­ten

Die kla­re Ansa­ge des Tages kam gestern von „der Anti­fa“, deren Mit­ideo­lo­ge Horst Schöpp­ner medi­al klar­stel­len zu müs­sen mein­te:

Gewalt wirkt. Egal, ob es einem gefällt oder nicht. Gewalt wirkt auch gegen Nazis. Viel­leicht wirkt sogar nur Gewalt gegen Nazis.

Und zwar, weil:

Wenn Sie kein Ras­sist, Islam­has­ser oder Nazis sind, wenn Sie also die Paro­len von PEGIDA oder AfD nicht gut fin­den, dann sind Sie für Ihr Gegen­über ver­mut­lich auto­ma­tisch: dumm, Anti­fa, Gut­mensch, Neger, Lügen­pres­se, Schwuch­tel, Staats­büt­tel oder alles zusam­men.

Erst mal davon aus­ge­hen, dass der Gegen­über einen für dumm oder – eine offen­sicht­lich noch weit schlim­me­re Belei­di­gung – Anti­fa (sic!) hält, um ihm prä­ven­tiv auf’s Maul hau­en zu dür­fen, ist eine über­aus ele­gan­te Lösung. Nie habe ich mir so sehr gewünscht, auch ein­mal für dumm gehal­ten zu wer­den. Herr Schöpp­ner, wie wär’s?


Goog­le fin­det, Pass­wör­ter sei­en kei­ne für Android zukunfts­taug­li­che Sicher­heits­vor­keh­rung, und möch­te statt­des­sen eure bio­me­tri­schen Daten in der cloud (also auf den Rech­nern über­dies US-ame­ri­ka­ni­scher Frem­der) spei­chern.

Kotz


2005: Dun­kel­häu­ti­ge Scho­ko­la­den­mas­kott­chen sind ras­si­stisch.
2016: Sich über dun­kel­häu­ti­ge Scho­ko­la­den­mas­kott­chen auf­zu­re­gen ist ras­si­stisch.

Lang­wei­lig wird es mit die­sen Leu­ten zum Glück nie.


Der Femi­nis­mus hat uns nun jah­re­lang gelehrt, dass es nicht etwa aus­bil­dungs- oder lebens­stil­be­dingt, son­dern allein eine Dis­kri­mi­nie­rungs­fol­ge ist, als Frau nicht auf eine Füh­rungs­po­si­ti­on erho­ben zu wer­den. Folg­lich gibt es für die Nach­richt, dass haupt­säch­lich West­deut­sche ost­deut­sche Füh­rungs­po­si­tio­nen inne­ha­ben, nur einen mög­li­chen Grund. Ich erwar­te Oben-ohne-Demon­stra­tio­nen beschrif­te­ter ost­deut­scher Mana­ger in allen grö­ße­ren deut­schen Städ­ten.

PolitikIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik XCIX: Alles, aber nicht die Kir­che!

End­lich erklärt uns Andre­as Pütt­mann, c/o „ZEIT ONLINE“, mal, wie­so die AfD, die­se ein­sti­ge F.D.P. für Pro­fes­so­ren und heu­ti­ge CSU für Arbeits­lo­se, eigent­lich so schlimm und ver­ach­tens­wert sei:

Wer sich als Christ nicht von Gewalt­fan­ta­sien gegen Flücht­lin­ge und demo­kra­ti­sche Poli­ti­ker, von Ras­sis­mus, Affi­ni­tä­ten zu Putin-Russ­land und anti­kirch­li­cher Pole­mik abschrecken lässt, passt auch bes­ser in die neue rechts­au­tori­tä­re Polit-Groß­sek­te als in die Gemein­de der Jün­ger Jesu Chri­sti.

Da sind alle Feind­bil­der ver­sam­melt, die man als moder­ner und auf­ge­klär­ter Leser von „ZEIT ONLINE“ so hat: Nicht nur der Iwan – gemein­sa­me Sache macht man im Westen gefäl­ligst mit latent ras­si­sti­schen, zumin­dest aber fana­ti­schen Got­tes­krie­gern, aber doch nicht mit dem Iwan! -, son­dern auch und gera­de der Säku­la­ris­mus. Zwei­fel­los sind die Gren­zen da flie­ßend („wie CDU-Gene­ral­se­kre­tär Peter Tau­ber sag­te: ‚Das C setzt uns eine ganz kla­re Gren­ze nach rechts‘ “ (ebd.), denn wenn eines links und tole­rant ist, dann ja wohl die katho­li­sche Kir­che), aber in Zei­ten wie die­sen hilft nur noch ein uner­schüt­ter­li­cher Glau­be, befeu­ert durch, wie sich das für einen anstän­di­gen Jour­na­li­sten und Wis­sen­schaft­ler („Andre­as Pütt­mann ist ein deut­scher Poli­tik­wis­sen­schaft­ler, Jour­na­list und Publi­zist“, Wiki­pe­dia) eben so gehört, ein pas­sen­des Bibel­zi­tat:

Indem sich die Kir­che der rech­ten Re-Ideo­lo­gi­sie­rung durch fal­sche Pro­phe­ten „christ­li­cher Kul­tur“ ent­ge­gen­stellt, lei­stet sie nicht nur Wie­der­gut­ma­chung für ihre histo­ri­schen Sün­den der Kum­pa­nei mit auto­ri­tä­ren und faschi­sto­iden Syste­men. Sie kann ihre Anthro­po­lo­gie und Sozi­al­ethik jetzt auch kla­rer her­aus­ar­bei­ten. Deren Kern ist die Frei­heit: „Ihr seid zur Frei­heit beru­fen, Brü­der“ (Gal 5,13).

Eine ande­re Stel­le des Gala­ter­briefs (Gal 6,10), des­sen Ver­fas­ser noch zu Beginn klar­stellt, dass Ange­hö­ri­ge ande­rer Reli­gio­nen grund­sätz­lich Sün­der sind (Gal 2,15), begrün­det dann aller­dings auch die von der AfD emp­foh­le­ne Bevor­zu­gung des Chri­sten­tums – wenn auch unter fal­schen Bedin­gun­gen, denn das christ­li­che Kopf­tuch­ge­bot (1. Kor. 11,5) wird dort, rhe­to­risch nicht unge­schickt, gern igno­riert – gegen­über dem Islam („las­set uns Gutes tun an jeder­mann, aller­meist aber an des Glau­bens Genos­sen“), aber so genau neh­men wir es lie­ber doch nicht, sonst geht uns das schö­ne Nar­ra­tiv noch ver­lo­ren. Das Pro­blem mit der AfD dürf­te jeden­falls kaum ihr feh­len­des Bekennt­nis zum Chri­sten­tum sein.

Andre­as Pütt­mann wei­ter:

Ein Katho­li­ken­tag mit Schau­kampf „Stern­berg con­tra Petry“ und einem selbst als Mode­ra­tor: (…) Dies mag in ruhi­gen Zei­ten satu­rier­ter Gesell­schaf­ten ein bele­ben­des Ele­ment sein, kann aber in Kri­sen­zei­ten fatal wir­ken. Des­halb braucht es jetzt christ­li­che Medi­en­ma­cher, die ihr Fähn­lein nicht nach dem Win­de hän­gen oder sich bloß als Pro­fis in der Bewirt­schaf­tung von Auf­merk­sam­keits­res­sour­cen ver­ste­hen.

Medi­en­ma­cher – ich ergän­ze – wie Andre­as Pütt­mann also, denen die Tren­nung von Staat und Kir­che, die heu­te so drin­gend gebraucht wird wie schon seit Jah­ren nicht mehr, letzt­end­lich so egal ist wie der Kon­text, in den ihre Glau­bens­grund­sät­ze ein­ge­bun­den sind.

Oh Gott.


Apro­pos egal bzw. Böh­mer­mann: „Wer mit Kunst so umgeht, hält, befürch­te ich, allein sich selbst für Kunst und die ande­ren für nütz­li­che Nar­ren.“ Welch tref­fen­der Schluss.

In den NachrichtenMontagsmusik
Por­tu­gal. The Man – Ato­mic Man

Panda zu Eule fünf bitte, Panda!Es ist – die auf­kom­men­de Trüb­sal lässt kei­nen Zwei­fel – Mon­tag; ein Mon­tag, des­sen aus­ge­streck­ter Mit­tel­fin­ger in der Erin­ne­rung bohrt, wie das alles noch war, als es noch war. Hat man es wirk­lich so gewollt? – Statt „Schock­bil­der“ auf viel zu weni­ge poten­zi­ell töd­li­che Din­ge zu drucken, wäre es mög­li­cher­wei­se rat­sam, auf Kalen­dern das gefähr­lich harm­los aus­se­hen­de „Mo“ durch ein gera­de­zu grau­sa­mes Bild, etwa eine Foto­gra­fie Han­no­vers, zu erset­zen, um die Leu­te zu war­nen. All­wö­chent­lich scheint der Mon­tag ja von einer gro­ßen Heim­tücke zu sein, lauscht man ein­mal den Pas­san­ten, die ihr Unglück (den Mon­tag) kaum fas­sen zu kön­nen schei­nen.

Die wie­der­um, wenn’s der Markt bestim­men darf, über­wie­gend umge­hend psy­cho­lo­gi­sche Hil­fe benö­ti­gen: Ein eigent­lich ander­wei­tig kon­zi­pier­tes Arm­band ver­teilt nun auch Elek­tro­schocks, wenn man zu viel Geld aus­gibt. Ange­sichts des Kauf­prei­ses für das Gerät ist der erste Strom­stoß ver­mut­lich schon inklu­si­ve. Das merk­wür­di­ge Blog „Volks­ver­pet­zer“ hat der­weil nicht ver­stan­den, dass „Anony­mous“ kei­ne homo­ge­ne Grup­pe von Lin­ken ist, wenn doch schon die Lin­ken selbst nur so homo­gen sind wie die Pöst­chen, die sie anstre­ben: Eine ehe­ma­li­ge Grü­nen- und Pira­ten­po­li­ti­ke­rin möch­te nun für die „Lin­ke“ in den Bun­des­tag, die­ses Aus­wür­feln von Über­zeu­gun­gen funk­tio­niert halt nicht immer so gut. Wer hat da eben gesagt, Blogs sei­en der bes­se­re Jour­na­lis­mus?

Aber was ist schon gut, wenn schon „schon gut“ meist das Gegen­teil meint? Nun, zumin­dest Por­tu­gal. The Man.

After you, I don’t know what I belie­ve in.
After you, hell should be easy.

Guten Mor­gen.

SonstigesIn den NachrichtenComputer
Qua­li­täts­jour­na­lis­mus (Digi­ta­ledi­ti­on)

„SPIEGEL ONLINE“ stell­te gestern vor­über­ge­hend einen Teil der Ver­tei­lung von Schad­soft­ware ein, rät aber nach wie vor davon ab, mit­tels einer Soft­ware­lö­sung den Rest der ver­teil­ten Schad­soft­ware vom eige­nen Rech­ner fern­zu­hal­ten.


In wei­te­ren Nach­rich­ten: Das Ver­ga­sen und/oder „Schred­dern“ (sic!) von männ­li­chen Küken, weil sie blö­der­wei­se kei­ne Eier legen, ist kein Ver­stoß gegen das Tier­schutz­ge­setz. Unklar bleibt, ob das Ver­ga­sen und/oder „Schred­dern“ (sic!) bestimm­ter Poli­ti­ker, weil sie blö­der­wei­se weder Eier legen noch Milch geben und noch nicht mal beson­ders gut schmecken, auch wei­ter­hin als Ver­stoß gegen Men­schen­rech­te gilt.

NetzfundstückeNerdkrams
💩

Das hat­te ich völ­lig über­se­hen: Irgend­wo in einem klei­nen Raum mit, hof­fent­lich, Wän­den aus Gum­mi arbei­ten For­scher am näch­sten gro­ßen Ding.

Emo­jis mit anpass­ba­rem Geschlecht und änder­ba­rer Haar­far­be.
Die näch­ste Gene­ra­ti­on der Emo­jis.

Falls noch jemand ver­se­hent­lich den Men­schen für die intel­li­gen­te­ste Spe­zi­es hielt: Tschul­di­gung!

PolitikIn den NachrichtenComputer
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 17. Mai 2016

Soll ja kei­ner sagen, die da oben – die Schwat­ten und der Sich­ma – tra­gen zum Auf­bau des Sozi­al­staats nichts bei. Im Gegen­teil, sie tun sogar was gegen Arbeits­lo­sig­keit: Hartz-IV-Bezie­her mit gerin­gen Job­aus­sich­ten sol­len län­ger in Ein-Euro-Jobs arbei­ten und leich­ter in Früh­ren­te geschickt wer­den kön­nen. Das haben sie dann davon, sol­len sie doch arbei­ten, wenn ihnen das nicht passt.


„Linux ist sicher“ des Tages: The real „hard truth“ about Linux ker­nel secu­ri­ty is that there’s no such thing as a free lunch.


Inter­net­to­a­ster? Ein bat­te­rie­be­trie­be­nes Skate­board? Alter Hut! Wisst ihr, wo unbe­dingt mehr Inter­net rein muss? In eure Vagi­na!

Ich wär‘ auch ger­ne so bekloppt.
Spon­geB­ob Schwamm­kopf


Das Bild der Deut­schen im Aus­land, heu­te mal aus jour­na­li­sti­scher Per­spek­ti­ve, beleuch­tet die Neue Zür­cher Zei­tung:

Dem Wut­bür­ger im Inter­net tritt in man­chen Leit­me­di­en ein Wut­jour­na­lis­mus gegen­über, der Schimp­fen, Weg­hö­ren und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­wei­ge­rung zu Tugen­den erklärt. Eine rhe­to­ri­sche Hau-drauf-Men­ta­li­tät gegen den Feind von rechts gilt nicht nur in Krei­sen von habi­tu­el­len Kra­wall-Kolum­ni­sten, wie sie der «Spie­gel» beschäf­tigt, als Gebot der Stun­de.

„Wut­jour­na­lis­mus“. Find‘ ich gut.

MusikMontagsmusik
Bar­do Pond – Aldrin

Kalenderbeschriftung (eulisch)Es ist Mon­tag; nein, nicht bloß schon wie­der der erste Mon­tag vom Rest des Lebens, des­sen Bös­ar­tig­keit durch aus­ge­rech­net ein christ­li­ches Fest einer­seits abge­mil­dert, ande­rer­seits ver­dop­pelt wird, weil ein Mon­tag, der wie ein Sonn­tag ist, dem Sonn­tag, der kei­ner war, sozu­sa­gen den Boden aus­schlägt, son­dern über­dies einer der weni­gen Mon­ta­ge, an denen es von Bedeu­tung zu sein scheint, wel­cher Hans­wurst am Wochen­en­de sei­nem bedau­erns­wer­ten Land im Wett­streit derer, die glau­ben, ihr Land lie­ße sich durch eng­lisch­spra­chi­gen Bums­pop am besten reprä­sen­tie­ren, den Sieg ein­fuhr. Auch in die­sem Jahr konn­te dem geneig­ten Musik­freund ein klu­ger Umgang mit den Medi­en einen Groß­teil der Bericht­erstat­tung sowie die Kennt­nis des ver­meint­li­chen Sie­ger­lan­des erspa­ren. Deutsch­land scheint’s aber nicht gewor­den zu sein, denn bis­her scholl mir kein viel­stim­mi­ges „Wir sind Grand Prix!“ ent­ge­gen. Mehr gilt es dar­über aber kei­nes­wegs zu wis­sen, denn Wis­sen über Fir­le­fanz belegt Res­sour­cen, die man viel­leicht lie­ber für Sinn­vol­le­res reser­vie­ren soll­te.

Auch ande­re Hob­bys näm­lich füh­ren zu Auf­merk­sam­keit: Exhi­bi­tio­ni­sten in Sau­na fest­ge­nom­men. Geht es nicht noch eine Num­mer klei­ner? Lei­der nicht: Schwei­ne­kopf vor Ange­la Mer­kels Wahl­kampf­bü­ro gefun­den, was ja schon des­halb erstaun­lich ist, weil es kei­nen Anlass zu der Annah­me gibt, eine CDU-Vor­sit­zen­de ver­bin­de mit Schwei­ne­köp­fen etwas Schlech­tes. Frü­her waren wenig­stens poli­ti­sche Dro­hun­gen noch unpein­lich.

Apro­pos unpein­lich und unschlim­me Musik: Die­ser Tage erscheint das drit­te Album der famo­sen Bent Knee. Sicher­lich wird es ein groß­ar­ti­ges Album sein, die Vor­freu­de dar­auf mag ich aber nie­man­dem ver­der­ben, über­sprin­gen wir die War­te­zeit also statt mit dem Nahe­lie­gen­den mit etwas fei­nem Post­rock.

Bar­do Pond – Aldrin

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Ken­ne dein Publi­kum!

Wer bis­her noch kei­nen Anreiz hat­te, die „Braun­schwei­ger Zei­tung“ zu abon­nie­ren: Neu­abon­nen­ten erhal­ten als Will­kom­mens­ge­schenk nun das wich­tig­ste Uten­sil für jeden typi­schen Zei­tungs­le­ser.

Fatboy

Man beach­te ins­be­son­de­re auch die gera­de­zu wie die Faust auf’s Auge pas­sen­de Bezeich­nung des Uten­sils. Ein Cha­peau dem Wer­be­tex­ter!

:irre:

PolitikIn den Nachrichten
„Euro­päi­sche Lösung“ des Tages

Man dür­fe Erdoğan ja nicht zu sehr ver­är­gern, denn wir brau­chen sein Wohl­wol­len; las­sen wir weni­ger Tür­ken nach Deutsch­land, lässt er mehr Syrer nach Deutsch­land, und wenn Deutsch­land die Wahl zwi­schen mehr Syrern und mehr Tür­ken habe, dann – das ist impli­ziert – sei die Ent­schei­dung doch wohl klar. Weni­ger Platz­pro­ble­me in Deutsch­land, weni­ger Syrer in Euro­pa, kei­ne Kur­den mehr in der Tür­kei.

Was, wer brüllt da dazwi­schen, man kön­ne Flücht­lin­ge auch ein­fach erschie­ßen? Das ver­bit­tet sich die Bun­des­re­gie­rung doch ent­schie­den, Deutsch­land ist ein welt­of­fe­nes Land. War das etwa schon wie­der so ein rechts­ra­di­ka­ler Rechts­po­pu­li­sten­na­zi von der rechts­po­pu­li­sti­schen Rechts­po­pu­lis­mus­na­zi-AfD? Kein Fuß­breit, dafür müs­sen wir Sor­ge tra­gen! – Moment, ich krie­ge gera­de eine Eil­mel­dung:

Drei syri­sche Flücht­lin­ge und ein Schlep­per sei­en im März und April von tür­ki­schen Grenz­schüt­zern erschos­sen wor­den, berich­tet HRW. Die Syri­sche Beob­ach­tungs­stel­le für Men­schen­rech­te sprach im März gar von 16 Toten.

Ach, hm, ähm. Das bedeu­tet jetzt aber nicht, dass -

ZDF-Störung

Seht mal, zwei Exfreun­din­nen von Justin Bie­ber haben beef mit­ein­an­der!

PolitikIn den Nachrichten
Die über­flüs­si­ge Armee

Auf „ZEIT ONLINE“ beklagt Hau­ke Frie­de­richs heu­te unter der ach-so-dra­ma­ti­schen Über­schrift „Die über­for­der­te Armee“, dass die Bun­des­wehr nicht aus­rei­chend auf eine anstän­di­ge Run­de Real­kil­ler­spie­le vor­be­rei­tet ist:

Der Wehr­etat wird bis 2019 von 33 auf 35 Mil­li­ar­den Euro erhöht, dar­auf hat sich das Kabi­nett bereits geei­nigt. Doch die größ­ten Pro­ble­me der Streit­kräf­te sind damit nicht gelöst: Ihre Ein­sät­ze wer­den immer bri­san­ter, die Aus­rü­stung den­noch immer älter. Die Bun­des­wehr wer­de über­for­dert, war­nen Bun­des­wehr­ver­band und der Wehr­be­auf­trag­te des Bun­des­ta­ges. (…) Zwar soll die Bun­des­wehr nun mehr Geld erhal­ten – doch die Zahl ihrer Auf­trä­ge dürf­te wei­ter­hin deut­lich stär­ker stei­gen als die Mit­tel.

Das Ertei­len von Auf­trä­gen an Grup­pen von Leu­ten, die zur Erfül­lung die­ser Auf­trä­ge bewaff­net sein müs­sen, nann­te man frü­her ja noch ganz anders, aber Spra­che ändert sich eben. Schla­gen wir doch mal eben im Sprach­kom­pen­di­um „ZEIT ONLINE“ (glei­cher Arti­kel) nach, wie man das heu­te so nennt, wenn ein Staat bewaff­ne­te Mili­zen irgend­wo, wo sie nichts zu suchen haben, hin­schickt, wor­auf sie dort mit etwas Glück wenig­stens von Bom­ben zer­fetzt wer­den, bevor sie jeman­dem weh­tun kön­nen:

„In den nörd­li­chen Lan­des­tei­len Malis ist die Bedro­hungs­stu­fe erheb­lich“, sag­te Staats­se­kre­tär Mar­kus Ede­rer aus dem Aus­wär­ti­gen Amt im Bun­des­tag. (…) „Jüng­ste Vor­fäl­le, (sic! A.d.V.) wie der Angriff auf das Hotel Radis­son Blu in Bamako am 20. Novem­ber 2015 zei­gen, dass radi­ka­le Kräf­te wei­ter­hin ver­su­chen, den ein­ge­lei­te­ten Aus­söh­nungs­pro­zes­ses zu unter­gra­ben.“

Ach, rich­tig: Aus­söh­nungs­pro­zess.

Das Pro­blem der Bun­des­wehr ist nicht, dass sie zu wenig Geld hat.

Das Pro­blem der Bun­des­wehr ist, dass sie noch immer exi­stiert.

NetzfundstückeIn den NachrichtenMontagsmusikPersönliches
Van der Graaf Gene­ra­tor – Dark­ness (11/11)

Blergh.Es ist Mon­tag. Ihr kennt das. – Etwas aber ist neu: Die Son­ne ist da. Men­schen in der Stra­ßen­bahn sind jetzt nicht nur laut und dumm, sie fan­gen end­lich auch wie­der an, anstren­gend zu rie­chen. Wie längst gewohnt war das Wochen­en­de den­noch beherrscht vom rie­si­gen Schat­ten, den man selbst nach­ge­sagt bekommt, und aller­lei Geseufz. Kaum hat man den Kopf frei, denkt man ja doch nur wie­der über sein Leben nach. Eine schreck­lich anstecken­de Wit­zig­keit ist und bleibt noch immer die beste Tar­nung für den nagen­den Selbst­zwei­fel. Früh­ling ist, wenn man ver­misst.

Und die Men­schen ler­nen nichts, damit ist man wenig­stens nicht allein. „t3n“ bewirbt ein Pro­gramm, das nach einer ein­stell­ba­ren Zeit­span­ne Pro­gram­me been­det, die von der Arbeit ablen­ken, nach­dem man sie zuvor gestar­tet hat. Manch­mal fehlt mir das Gerät, das über’s Inter­net Ohr­fei­gen ver­teilt, doch immens. Es darf auch gern ein gro­ßes sein; ein­mal per Knopf­druck jedem Dum­men links und rechts eine klat­schen, was zwar vor­aus­sicht­lich nicht gegen des­sen Dumm­heit hilft, aber gegen die­se elen­de Anspan­nung, wenn man so etwas liest: Wis­sen­schaft­ler notiert Dif­fe­ren­zi­al­glei­chun­gen, US-Ame­ri­ka­ne­rin äußert Ter­ror­ver­dacht. Wenn alles, was ein Dum­mer nicht ver­steht, bereits ein vali­der Anlass zu einer Ter­ror­war­nung ist, dann habe ich ein paar schlech­te Nach­rich­ten für euch.

Ande­re Völ­ker sind wenig­stens nur lie­bens­wert ver­klemmt: Chi­na unter­sagt ero­ti­sches Bana­ne­n­es­sen in Live­streams. Rein­schie­ben scheint wei­ter­hin erlaubt zu blei­ben, zumin­dest ist im Arti­kel nicht vom Gegen­teil die Rede.

Dut­zen­de Flücht­lin­ge las­sen sich tau­fen. Damit erhö­hen sie auch ihre Chan­ce auf Asyl. Wenn wir eins drin­gend brau­chen, dann ja wohl mehr Reli­gi­on! Und Geld, Geld könn­te hel­fen: Geld macht Män­ner attrak­ti­ver, und kau­fen kön­nen sie sich dann auch ab und zu mal was.

Zum Bei­spiel ein gutes Musik­al­bum.

Van Der Graaf Gene­ra­tor – Dark­ness (11/11) – Live Rock­pa­last 2005

I did not choo­se it, I did not choo­se it,
I did not, no, no, I did not, I tru­ly did not choo­se it.

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Hook­worms – The Hum

Hookworms - The HumTief in mei­ner Musik­ki­ste habe ich Haken­wür­mer gefun­den.

Hook­worms sind eine bri­ti­sche Band, die 2010 gegrün­det wur­de und gele­gent­lich mit den hier schon ange­prie­se­nen Woo­den Shjips zu den „Neo-Psychedelic“-Bands gezählt wird. Die fünf Her­ren nen­nen sich JN, SS, MJ, MB und JW und auch sonst gilt es bei die­ser Band, sich auf die Musik zu kon­zen­trie­ren. 2014 erschien ihr vier­tes und bis heu­te aktu­el­les Stu­dio­al­bum „The Hum“. In Groß­bri­tan­ni­en erreich­te es Platz 22 der Alben­hit­pa­ra­de, was über Groß­bri­tan­ni­en sicher­lich man­ches aus­sagt.

„The Hum“. Das Sum­men. Hmm, hmm, schep­per! Hier wird gerockt (Stoner, Indie) und gepunkt (Post), aber nicht gerollt. Obwohl es mit elek­tro­ni­schem Wabern und Schlag­zeug beginnt, als hät­te man es hier mit einer die­ser schreck­li­chen Teen­ager­ka­pel­len zu tun, aber das trügt, denn schnell setzt der ziem­lich ein­ma­li­ge Gesang von „MB“ ein, bis zur Unkennt­lich­keit ver­zerrt und kräf­tig hal­lend, angeb­lich, um die eige­ne Unsi­cher­heit zu über­spie­len, aber tat­säch­lich wohl auch der Effek­te wegen, was ich aus­drück­lich gut­zu­hei­ßen beab­sich­ti­ge. Psy­che­de­lia in Hoch­form.

Hook­worms – The Impas­se (Offi­ci­al Audio)

Ich nei­ge ja dazu, über­all Musik­grup­pen sozu­sa­gen wie­der­zu­er­ken­nen, die ich sehr schät­ze, und auf „The Hum“ habe ich stän­dig die Fra­ge im Kopf, ob die gran­dio­sen Vel­vet Under­ground wohl heu­te so ähn­lich klän­gen, wenn sie heu­te noch klän­gen und dabei von einer die­ser neu­en Retro-Psy­che­de­lic-Bands (ich wür­de Vibra­vo­id emp­feh­len) geco­vert, beglei­tet oder sonst­was wür­den. Das fol­gen­de orgel­klan­gla­sti­ge „On Lea­ving“ setzt das inso­fern fort, als mir sofort Ver­glei­che mit den Raveo­net­tes und ähn­li­chen Bands ein­fal­len.

Bemer­kens­wert sind im Übri­gen die drei instru­men­ta­len Über­gangs­stücke „iv“, „v“ und „vi“, die das Äqui­va­lent zu „i“, „ii“ und „iii“ vom eben­so über­zeu­gen­den Vor­gän­ger­al­bum „Pearl Mystic“ (2013) bil­den und im Wesent­li­chen aus Dro­nes bestehen, sozu­sa­gen als Ruhe zwi­schen dem Sturm. Das hohe Niveau hal­ten Hook­worms bis zum letz­ten, noch­mals druck­vol­len Stück „Retre­at“ durch, Lan­ge­wei­le kommt hier nicht auf.

Hook­worms – Retre­at

Ihr seht mich erfreut.

The Hum. Kann man mal hören.

MusikIn den Nachrichten
Vinyl 3 (3): Daten­ver­lust ist das neue „Das muss so sein“.

Was ern­ten Leu­te wie ich, die lie­ber ihren Wohn­platz mit ton­trä­ger­be­füll­ten Rega­len voll­stel­len als das viel bes­se­re, weil ver­meint­lich por­ta­ble­re und damit fle­xi­ble­re, Musik­strea­ming zum Non­plus­ul­tra zu erklä­ren und alles weg­zu­wer­fen, was anfass­ba­re Musik ist, nicht immer wie­der für ungläu­bi­ges Kopf­schüt­teln: Strea­ming neh­me einem doch nichts weg!

Klar, wenn man eben 15 Jah­re alt ist und sich mit den nur wenig bes­se­ren Furz­ge­räu­schen im Radio zufrie­den zeigt, dann mag das stim­men, und es gibt auf so Platt­for­men ja durch­aus auch ein paar erträg­li­che Musik­grup­pen. Eini­ge weni­ge aber, dar­un­ter King Crims­on, wei­gern sich stand­haft, den müh­sam erar­bei­te­ten krea­ti­ven out­put durch Qua­li­täts­re­duk­ti­on qua­si zer­stö­ren zu las­sen, wie­der­um ande­re sind noch gar nicht von einer gro­ßen Plat­ten­fir­ma, die ent­spre­chen­de Ver­trä­ge schlie­ßen wür­de, auf­ge­nom­men wor­den. Natür­lich könn­te man das ja par­al­lel betrei­ben, es gibt ja inzwi­schen vie­le Neu­ver­öf­fent­li­chun­gen auch als so genann­ten „MP3-Down­load“, man könn­te also sei­ne auch hap­tisch wert­vol­le Plat­ten­samm­lung durch gefühl­lo­sen MP3- und Strea­ming-Quatsch erset­zen und hät­te ein viel ein­fa­che­res Leben, so erzähl­te man mir erst vor eini­gen Tagen wie­der.

Der­je­ni­ge, der sol­cher­lei sprach, ist treu­er App­le­kun­de, weil Apple ein­fach alles rich­tig mache.

Außer natür­lich, man ver­sucht Apple Music zu nut­zen, das absicht­lich – das muss so – nach erfolg­ter Anmel­dung jede Musik­da­tei auf der Fest­plat­te mit dem eige­nen Daten­be­stand abgleicht, assi­mi­liert und von der Fest­plat­te löscht. Man kann sich die Musik ja danach ein­fach wie­der anhö­ren, nur eben über Apple Music (also im Zwei­fel kaputt­kom­pri­miert), und viel­leicht fin­det es sogar die glei­che Auf­nah­me; Pech, wer bis­her sel­te­ne Boot­leg­auf­nah­men popu­lä­rer Lie­der besaß.

For about ten years, I’ve been war­ning peo­p­le, “hang onto your media. One day, you won’t buy a movie. You’ll buy the right to watch a movie, and that movie will be ser­ved to you. If the com­pa­nies ser­ving the movie don’t want you to see it, or they want to chan­ge some­thing, they will have the power to do so. They can alter histo­ry, and they can make you keep paying for things that you form­er­ly could have bought. Infor­ma­ti­on will be a uti­li­ty rather than a pos­ses­si­on. Even infor­ma­ti­on that you yours­elf have crea­ted will requi­re unen­ding, recur­ring payments just to access.”

Manch­mal ist es beun­ru­hi­gend, Recht zu haben.


Nach­trag vom 15. Mai 2016: Apple weiß nicht, wie­so iTu­nes Datei­en löscht. Da lohnt sich doch der Umstieg gleich dop­pelt.

In den NachrichtenWirtschaftMir wird geschlecht
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 5. Mai 2016

Der Femi­nis­mus war erschreckend still in letz­ter Zeit. Jetzt stellt sich her­aus: Er hat nur Kräf­te gesam­melt. Der Dop­pel­schlag:

  1. Vir­tu­el­les Man­spre­a­ding. Das heißt: Wenn ihr irgend­wo im Web (zum Bei­spiel: hier unten drun­ter) einen Kom­men­tar hin­ter­lasst, ohne dar­auf zu ach­ten, dass es an der glei­chen Stel­le bereits recht vie­le Kom­men­ta­re von Män­nern gibt, aber selbst kei­ne Frau seid, tragt ihr dazu bei, dass Frau­en dort unter­re­prä­sen­tiert sind, was frau­en­feind­lich, rüpel­haft und min­de­stens so schlimm wie Hit­ler ist.
  2. Was eine Par­tei im (erneu­ten) Auf­wind – vgl. Pira­ten­par­tei um 2011 her­um – unbe­dingt braucht, sind ja sol­che Ideen: Femi­ni­sti­sche Libe­ra­le for­dert Frau­en­quo­te in der F.D.P., und so lang­sam kön­nen wir uns von der F.D.P. dann wohl auch wie­der ver­ab­schie­den.

Immer nur Dro­gen sind ja auch lang­wei­lig: Poli­zei greift jun­gen Mann mit Dro­gen und 3.000 Pfan­deti­ket­ten auf.


Abschlie­ßend kurz notiert zur re:publica: Eine Sze­ne, die sich von Sascha Lobo anfüh­ren lässt, wird immer nur zu lan­ge Tex­te schrei­ben, aber nie­mals was ver­än­dern.


Apro­pos „kein Geld haben“: Die Steu­ern, die grie­chi­sche Bür­ger ret­ten sol­len, haben statt­des­sen grie­chi­sche Ban­ken geret­tet. Das ist natür­lich jetzt eine gro­ße Über­ra­schung.


Ganz Deutsch­land beklagt die bal­di­ge Abschaf­fung gro­ßer Geld­schei­ne, ohne jemals einen beses­sen zu haben. Dabei gibt es gute Grün­de, das Bar­geld auch mit gro­ßen Nenn­wer­ten für ein Sicher­heits­netz zu hal­ten: Stu­den­tin bekommt aus Ver­se­hen einen Mil­lio­nen­kre­dit und ver­pul­vert ihn. Mit 500-Euro-Schei­nen wäre das nicht pas­siert!