In den Nachrichten
Real und die Klo­pa­pier­käu­fer­ziel­grup­pen­ana­ly­se

Als daten­schutz­in­ter­es­sier­ter und tech­nik­af­fi­ner Mensch traut man sich vor lau­ter Furcht kaum noch ein kur­zes Schläf­chen zu hal­ten. Kaum hat man die Dis­kus­si­on über ein Ver­bot von Sicher­heits­soft­ware in Gän­ze auf­ge­nom­men und sei­ne gegen­wär­tig ein­ge­setz­ten Sicher­heits­vor­keh­run­gen auf etwa­ige Kon­se­quen­zen über­prüft, braut sich vor der Haus­tür schon das näch­ste Unglück zusam­men:

Der Super­markt­be­trei­ber Real lässt die Gesich­ter von Kun­den ana­ly­sie­ren, die Bild­schir­me mit Wer­bung im Kas­sen­be­reich anschau­en. (…) Die Erken­nung der Per­so­nen erfol­ge kom­plett anonym, das System erkennt ledig­lich etwa einen Mann von rund 45 Jah­ren.

Das Ziel die­ser Kon­trol­le sei nicht etwa Ter­ror­ab­wehr, was immer­hin ange­nehm unge­wöhn­lich ist, son­dern eine bes­se­re Anpas­sung der ein­ge­blen­de­ten Wer­be­fil­me an den­je­ni­gen, der sie sehe, lässt der Super­markt­be­trei­ber unwi­der­spro­chen sei­nen Spre­cher aus­rich­ten.

Nun war das Erken­nen von per­sön­li­chen Wün­schen anhand einer unge­fäh­ren demo­gra­fi­schen Ein­ord­nung noch nie beson­ders ein­fach, was gera­de Män­ner kli­sche­emä­ßig bestä­ti­gen kön­nen soll­ten, und auch in vor­lie­gen­dem Fall erscheint mir das Erfas­sen von Gesich­tern als unzu­rei­chend für den Zweck, pas­sen­de Wer­bung ein­zu­blen­den. Wie sieht denn jemand aus, der total ger­ne Wer­bung im Super­markt ansieht und nicht ein­fach genervt an ihr vor­über­schlen­dert? Bes­ser noch: Ich zum Bei­spiel sehe am lieb­sten (sofern dies ein Kri­te­ri­um ist) Wer­bung, die mög­lichst däm­lich ist, käme aber nie auf die Idee, auf die­ser Grund­la­ge eine Kauf­ent­schei­dung zu tref­fen. Wer­bung für Damen­bin­den zum Bei­spiel ist oft gran­di­os absurd, jedoch ver­dient in abseh­ba­rer Zukunft kein Her­stel­ler die­ser Pro­duk­te etwas an mir. Kauft eine Frau von etwa 23 Jah­ren, die gera­de an der Kas­se steht und aus unkla­rem Grund auf den Spio­na­ge­bild­schirm schaut, qua Gesicht lie­ber Tam­pons oder Kat­zen­fut­ter?

Haupt­sa­che, man hat ein Video; die­se Argu­men­ta­ti­on zumin­dest teilt der Super­markt­be­trei­ber Real mit eini­gen Unter­neh­men, deren Kun­de ich dann aller­dings doch lie­ber nicht sein möch­te.


Da wir gera­de sowie­so auf „SPIEGEL ONLINE“ waren, viel­leicht noch dies: Das Ärger­li­che an der Bericht­erstat­tung über Donald Trump sind nach wie vor die jour­na­li­sti­schen Stan­dards, die ihr zugrun­de lie­gen. Seht her, ein Schreib­feh­ler! ROFL!

MusikIn den Nachrichten
Fuß­ball und Kom­merz

Am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de erhielt „Deutsch­lands größ­ter Musik­star“, wie es heißt, näm­lich Hele­ne Fischer, eine viel­stim­mi­ge Rück­mel­dung hin­sicht­lich sei­nes Auf­tritts mit­ten in einem Fuß­ball­spiel; von einer plötz­li­chen Kom­mer­zia­li­sie­rung des gelieb­ten Brüll­balls ist die Rede, als wäre ange­sichts der Mil­lio­nen­ge­häl­ter von Fuß­ball­funk­tio­nä­ren und ‑spie­lern der Auf­tritt einer sowie­so schon längst quä­lend oft gehör­ten „Träl­ler­trul­la“ (Twit­ter über Hele­ne Fischer) ein Sym­ptom für ein uner­war­te­tes Umden­ken, die die­je­ni­gen, die für jedes Spiel, dem sie direkt bei­woh­nen, sozu­sa­gen ihren Wochen­lohn opfern, auf dass der Ver­ein sich wei­te­re Reprä­sen­tan­ten, die für diver­se Mil­lio­nen Euro andert­halb Stun­den lang ein wenig her­um­lau­fen, lei­sten kann, nicht mit­tra­gen wol­len, denn Fuß­ball ist bekannt­lich weit davon ent­fernt, mehr mit Geld als mit sport­li­cher Lei­stung etwas zu tun haben zu wol­len.

Sol­len sie halt Fuß­ball essen.

In den NachrichtenMontagsmusik
sleep­makes­wa­ves – Emer­gent // Dan­ke, Donald!

Es wird warm. Auch das noch!Es ist Mon­tag. Ab schwei­fen Gedan­ken wie Pan­da­bä­ren, vom Brücken­tag hat­te man als anstän­di­ger Mensch ja auch nicht viel außer den siche­ren Hohn derer, die ihn nutz­ten. Jede Aus­re­de ist will­kom­men, um dem Wirt­schafts­ge­dan­ken eine Pau­se zu ver­ord­nen, jedoch kei­ne genug, um sich noch zu schät­zen zu wis­sen. Über den Wol­ken, nur eben: allein.

Kei­nes­wegs zu schät­zen wis­sen auch die Leu­te unver­än­dert den US-ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Donald Trump, obwohl wir ihm vie­les zu ver­dan­ken haben. Ver­tre­ter der rechts­po­pu­li­sti­schen SPD etwa erwä­gen sei­net­we­gen eine Reduk­ti­on des „Aus­tauschs“ (ebd.) mit des­sen (D. Trumps) Geheim­dien­sten, womit berech­tigt als gesi­chert ange­nom­men wer­den kann, dass die Prä­si­dent­schaft Donald Trumps die all­um­fas­sen­de glo­ba­le Über­wa­chung zu unse­ren Gun­sten ver­än­dert. Sehen die Leu­te aber nicht und ver­ste­hen sie nicht.

Das könn­te natür­lich an der Bericht­erstat­tung lie­gen, deren Neu­tra­li­tät (ver­glei­che hier­zu ein­schlä­gi­ge Nach­rich­ten­for­ma­te), bezo­gen auf das Staats­ober­haupt frem­der Län­der, mit­un­ter zu wün­schen übrig lässt. Ten­denz­jour­na­lis­mus ist eben kein Jour­na­lis­mus, auch wenn die Ansprü­che sin­ken: Das ist wie aus ande­rer Leu­te Müll­ei­mer zu fres­sen. Es ist schwer, noch etwas zu glau­ben, was man liest. Die media­le Total­ver­sor­gung ist getrie­ben vom Mit­tei­lungs­drang der Lau­te­sten, mich selbst ein­fach pro­vi­so­risch ein­mal ein­ge­schlos­sen. Wenig­stens wol­len sie selbst dafür ange­mes­sen beschimpft wer­den.

Über jeden Zwei­fel erha­ben bleibt jedoch: Musik.

sleep­makes­wa­ves – Emer­gent | Audio­tree Live

Guten Mor­gen.

MusikkritikKaufbefehle
Kurz­kri­tik: Free Sala­man­der Exhi­bit – Unde­stroy­ed

Etwas – wenn auch nicht viel – ern­ster als letz­tes Mal geht es bei Free Sala­man­der Exhi­bit zu.

Die Musik­grup­pe Slee­py­ti­me Goril­la Muse­um, 1999 aus Idi­ot Fle­sh her­vor­ge­gan­gen und bis 2011 aktiv, war eine höchst selt­sa­me Com­bo, deren Stil sich viel­leicht am ehe­sten als Expe­ri­men­tal­me­tal mit Dada-Ein­fluss beschrei­ben lässt, womit sie zeit­wei­se (cf. u.a. Sebkha-Chott und uneX­pect) nicht allein waren. Unter den zahl­rei­chen Abkömm­lin­gen von Slee­py­ti­me Goril­la Muse­um fällt die Band Free Sala­man­der Exhi­bit nicht nur durch einen recht ähn­li­chen Namen (der Weg zur Sala­man­der­aus­stel­lung vom Goril­la­mu­se­um ist kein wei­ter), son­dern ins­be­son­de­re auch durch eine hohe Über­ein­stim­mung der per­so­nel­len Beset­zung – lei­der gegen­wär­tig ohne Car­la Kihl­stedt – auf, so dass ich es ein­fach mal wage, Free Sala­man­der Exhi­bit als jüng­ste Qua­si-Reuni­on von Slee­py­ti­me Goril­la Muse­um zu benen­nen.

Im Jahr 2016 erschien nun also das Album „Unde­stroy­ed“. Wir sind noch nicht zer­stört. Passt, denn zer­stö­ren tun sie lie­ber selbst.

Free Sala­man­der Exhi­bit – Time Master

„Unde­stroy­ed“ – wenn auch bei Wei­tem nicht so durch­ge­knallt wie frü­he­re Alben aus dem Band­um­feld – wird beherrscht von viel­fäl­ti­gen Rhyth­men, sti­li­stisch bewegt man sich zwi­schen Math­rock und Metal mit dem alt­be­kann­ten Grow­ling, aber auch Can­ter­bu­ry ist dem Quin­tett nicht fremd, wie „The Keep“ her­aus­ra­gend beweist:

Der­zeit befin­det sich die Band mit illu­stren Zeit­ge­nos­sen wie Cheer-Acci­dent auf einer aus­ge­dehn­ten Tour­nee, es geht also hof­fent­lich noch wei­ter. „Unde­stroy­ed“ ist jeden­falls ein will­kom­me­nes Lebens­zei­chen einer refor­mier­ten Band, deren Fort­be­stand unbe­dingt wün­schens­wert ist.

NetzfundstückeComputer
Tele­kom: Die Indu­strie von mor­gen mit dem Inter­net­zu­gang von gestern.

Auf Twit­ter mach­te vor ein paar Tagen die begei­stern­de Fra­ge der Mobil­spar­te der Tele­kom die Run­de, was man mit un-fass-baren vier Giga­byte Über­tra­gungs­vo­lu­men per Monat denn so alles anfan­gen wür­de. Eine belieb­te Ant­wort lau­te­te, dass man mit vier Giga­byte gera­de so die Strecke bis nach Däne­mark schaf­fen könn­te, eines unse­rer Nach­bar­län­der, in denen das mobi­le Inter­net (allein der Begriff schon!) eher weni­ger von Dros­se­lun­gen und Volu­men­ta­ri­fen betrof­fen ist, glaubt man den ein­schlä­gi­gen Sta­ti­sti­ken und Berich­ten.

Im Fest­netz aller­dings macht sie kaum eine bes­se­re Figur. Als domi­nan­ter Anbie­ter in Deutsch­land, einem Land mit einem eigent­lich nur von zwei Kon­zer­nen domi­nier­ten Markt für fest­netz­ba­sier­te Inter­net­an­schlüs­se, sieht die der­zei­ti­ge nicht rein wirt­schaft­li­che Erfolgs­sta­ti­stik der Tele­kom so mau aus wie ihre Akti­en­kur­se: Laut einem Aka­mai-Bericht (wer es tabel­la­risch mag und Fließ­text doof fin­det, der möge direkt ab Sei­te 34 nach die­ser Aus­drucks­form Aus­schau hal­ten) aus dem Vor­jahr – seit­dem hat sich dar­an ver­mut­lich eher wenig getan – liegt Deutsch­land hin­sicht­lich der durch­schnitt­li­chen Über­tra­gungs­ge­schwin­dig­keit über IPv4 auf dem 26. Platz, hin­sicht­lich der Maxi­mal­ge­schwin­dig­keit sogar nur auf Platz 43 – jeweils immer­hin noch vor Öster­reich. Auf dem glo­ba­li­sier­ten Welt­markt spielt Deutsch­land, „Indu­strie 4.0“ und son­sti­ge Bonus­fel­der für’s Bull­shit­bin­go (was genau war denn dann die „Indu­strie 1.0“?) hin oder her, auch des­halb kaum eine Rol­le, denn:

Ein Maschi­nen­bau­er ohne super­schnel­le Daten­lei­tung wird halt die Maschi­nen sei­ner Abneh­mer nicht online war­ten kön­nen. (…) [D]ie Tele­kom ver­steht unter dem „Anschluss der Zukunft“ kei­ne erhöh­te Geschwin­dig­keit – son­dern eine signi­fi­kant NIEDRIGERE. (…) Stück für Stück zeigt sich, dass die Deut­sche Tele­kom in ihrem aktu­el­len Vor­ge­hen ein Krebs­ge­schwür im Hirn des Wirt­schafts­stand­or­tes Deutsch­land dar­stellt.

Und die sind die tech­nisch Ver­ant­wort­li­chen für die deut­sche cloud (weil: ist ja alles siche­rer, wenn BND statt NSA am Kno­ten hängt). Nicht, dass ich es nicht gut­hie­ße, wür­de die tota­le Ver­net­zung sich des­halb noch etwas lang­sa­mer fort­be­we­gen als in ande­ren Län­dern, und nicht, dass ich irgend­ei­nen Vier­null­blöd­sinn für einen imma­nen­ten Bestand­teil moder­nen Zusam­men­le­bens hiel­te, aber eine gewis­se Öff­nung des Netz­mark­tes auch hin­sicht­lich der Finan­zie­rung klei­ne­rer Unter­neh­men könn­te doch man­ches deut­lich inter­es­san­ter machen.

Hal­lo Zukunft!
Tele­kom, ca. 2006

In den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 24. Mai 2017

Ver­bie­tet Was­ser, es ist – laut „SPIEGEL ONLINE“ – die „neue Waf­fe des IS“!


„Linux ist sicher“ des Tages: Sicher­heits­lücke von WannaCry’schem Aus­maß in aktu­el­len Sam­ba-Ver­sio­nen.


Na, auch evan­ge­lisch-luthe­risch? War­um nicht gleich in die NPD?


Wirt­schafts­nach­rich­ten (1): Jeder zwei­te Deut­sche sieht sich als „beson­ders wohl­ha­bend“. Dann ist ja alles in bester Ord­nung.


Wirt­schafts­nach­rich­ten (2): Die „Wirt­schafts­wo­che“ ist ent­setzt, weil die Bör­se nicht, wie gewünscht, deut­li­chen Miss­mut über irgend­wel­che Spren­gun­gen in Kon­zert­hal­len erken­nen lässt. Als Resul­tat bleibt immer­hin zu ver­mel­den, dass Men­schen, die ein Kon­zert von Aria­na Gran­de besu­chen und dabei aus irgend­wel­chen Grün­den getö­tet wer­den, kei­ne nen­nens­wer­te Wirt­schafts­macht sind.

NetzfundstückeMontagsmusik
Gru­som – The Jour­ney

Wieder nur Eulen im SPIEGEL.Es ist Mon­tag. Zwar zu nass, aber wenig­stens auch zu warm. Dem Ziel, end­lich anzu­kom­men, wur­de aber­mals nicht näher gekom­men, über­ra­schen­der­wei­se löst Untä­tig­keit Pro­ble­me eher sel­ten. Die For­schung indes fin­det immer wie­der einen neu­en Sinn im Leben. Die­ser Tage wur­den For­schungs­er­geb­nis­se publik, die das Laden einer Bat­te­rie mit Lebens­en­er­gie für wahr­schein­lich erach­ten. Eine wan­deln­de Lade­sta­ti­on zu sein ist ja auch irgend­wie ein Sinn, auch, wenn es bei vie­len poten­zi­el­len Anwen­dern eben an der Lebens­en­er­gie feh­len wird. Die Zukunft wird wun­der­bar.

Kurz die Kot­ze abwi­schen und wei­ter im Text. – Der olle „SPIEGEL“, der den Unter­schied zwi­schen einer Debat­te und einem Duell nicht mal im Ansatz ver­stan­den hat, titelt die­se Woche falsch: „Wie Hacker die Welt attackie­ren. Wie wir uns schüt­zen kön­nen.“ Die Ant­wort dar­auf lau­tet zum Bei­spiel nicht: indem man Hacker, die längst den letz­ten Schutz­wall zwi­schen über­grif­fi­gen Geheim­dien­sten und Regie­rung auf der einen sowie uns auf der ande­ren Sei­te bil­den, zum Pro­blem erklärt; aber Ahnung von dem, wor­über man da gera­de zu schrei­ben ver­sucht, ist beim „SPIEGEL“ sel­ten ein Anlass zur Beför­de­rung.

Völ­lig furcht­bar auch: Die schlimm­sten Din­ge, die man im Web kau­fen kann, als täg­lich aktua­li­sier­ter Blog.

Ziem­lich gut hin­ge­gen: Musik.

GRUSOM – The Jour­ney (Offi­ci­al Video)

Guten Mor­gen.

Nerdkrams
Tip­pen statt Wischen: Android und der T‑UI-Laun­cher.

Wenn es einen guten Grund gibt, Android irgend­wie pri­ma zu fin­den, dann ist die Anpass­bar­keit sicher­lich einer, der in die enge­re Aus­wahl kommt. Die Myria­den an kon­kur­rie­ren­den apps für bei­na­he alles sind längst nicht mehr zu bezwin­gen.

Das trifft auch und gera­de auf die Welt der „Laun­cher“ zu, der Start­bild­schir­me und Pro­gramm­wäh­ler; hier kon­kur­rie­ren die Stan­dard­an­wen­dung von Android, die vor­in­stal­lier­ten Alter­na­ti­ven ver­schie­de­ner Smart­phone­her­stel­ler (HTCs „Sen­se“, Sam­sungs „Touch­Wiz“, Hua­weis „Emo­ti­o­nUI“ und so wei­ter) und teil­wei­se über Jah­re hin­weg gepfleg­te, oft auf dem Pro­gramm­wäh­ler von Android oder des­sen Fork „Tre­buchet“ (Cya­no­gen­Mod) basie­ren­de Anwen­dun­gen wie Nova Laun­cher, Apex Laun­cher, Action Laun­cher oder der von mir in letz­ter Zeit immer posi­ti­ver auf­ge­nom­me­ne und aktu­ell haupt­säch­lich genutz­te Arrow Laun­cher von aus­ge­rech­net Micro­soft dar­um, den wei­ter­hin ste­tig wach­sen­den Kreis der poten­zi­el­len Kun­den von sich zu über­zeu­gen.

‘Tip­pen statt Wischen: Android und der T‑UI-Laun­­cher.’ wei­ter­le­sen »

NetzfundstückeComputer
com­cryp­to: Mit Script­zwang und Goo­gle­wan­zen gegen Über­wa­chung?

Die Start­up­sze­ne in Deutsch­land ist eine flo­rie­ren­de. Die Geschäfts­mo­del­le sind oft voll­kom­men absurd und schei­tern erfreu­lich schnell, ande­re fußen auf rea­len Bedürf­nis­sen und fül­len ihre jewei­li­ge Nische oft auf her­aus­ra­gen­de Wei­se.

Und dann wäre da noch com­cryp­to.

com­cryp­to – laut Eigen­be­schrei­bung im Sei­ten­ti­tel zustän­dig für „Authen­ti­zi­tät und Ver­schlüs­se­lung im Infor­ma­ti­ons­aus­tausch“ – ist eine seit 2016 in irgend­wel­chen Regi­stern ste­hen­de Chem­nit­zer GmbH, die unter ande­rem auf der dies­jäh­ri­gen CeBIT in Han­no­ver zu Gast war, um ihre Dien­ste anzu­prei­sen. Das tut sie zum Bei­spiel wie folgt:

Bei­spie­le wie das Spio­na­ge­pro­gramm PRISM oder zuneh­men­de Scha­dens­fäl­le durch E‑Mail-Fäl­schun­gen sind Beleg für die zuneh­men­de Ver­letz­lich­keit unse­res pri­va­ten und geschäft­li­chen Nach­rich­ten­aus­tau­sches.

Und:

Von com­cryp­to ent­wickel­te Lösun­gen ent­spre­chen höch­sten Anfor­de­run­gen.

Und:

Kom­mu­ni­ka­ti­on benö­tigt Ver­trau­en. Wir ermög­li­chen es.

Dass die eige­ne Web­site ohne einen tech­ni­schen Anlass mit deak­ti­vier­tem Java­Script prak­tisch unbe­dien­bar (schlim­mer noch: unles­bar) ist, dass man den Her­ren von com­cryp­to also erst ein­mal ohne erkenn­ba­ren Grund das Aus­füh­ren von belie­bi­gem Code auf dem eige­nen Rech­ner erlau­ben muss, um über­haupt in den Genuss der Heils­ver­spre­chen zu kom­men, könn­te aller­dings ein Zei­chen dafür sein, dass das jun­ge Unter­neh­men sei­ne Ziel­grup­pe maß­los unter­schätzt.

comcrypto - Kein JS, keine Infos!

Und wenn man com­cryp­to dann mal ver­traut und nicht wei­ter nach­fragt und am besten auch nicht ans Ende der sehr, sehr lan­gen Sei­te scrollt, wird man auch nie­mals den Daten­schutz­hin­weis – blass­blau auf hell­blau – aus­klap­pen und fol­gen­de Infor­ma­ti­on nicht ein­mal zur Kennt­nis neh­men:

Die­se Web­site benutzt Goog­le Ana­ly­tics, einen Web­ana­ly­se­dienst der Goog­le Inc. (“Goog­le“).

Eine Web­site, so heißt es, sei heut­zu­ta­ge das Aus­hän­ge­schild eines Unter­neh­mens, das etwas auf sich hält. Was der Umstand, dass sicher­heits­be­wuss­te Inter­es­sen­ten die­ses Schild in den mei­sten Fäl­len nicht ein­mal lesen kön­nen, ohne gleich bei Goog­le vor­stel­lig wer­den zu müs­sen, über das Unter­neh­men aus­sagt, möge die Ent­schei­dung der Ein­zel­nen blei­ben.

Ich wür­de unter die­sem Schild jeden­falls ohne Helm nicht ein­mal ent­lang­ge­hen wol­len.

In den NachrichtenPolitik
Schmal­hans des Tages: Tho­mas de Mai­ziè­re, CDU.

Die­ser Arti­kel ist Teil 14 von 18 der Serie Schmal­hans des Tages

Die Regie­rungs­ko­ali­ti­on aus CDU/CSU und SPD gedenkt, medi­al belegt, noch vor der näch­sten Bun­des­tags­wahl – obwohl abzu­se­hen ist, dass auch wei­ter­hin der Groß­teil der Wäh­ler gar nicht erst auf die Idee käme, dem frei­heits­feind­li­chen Trei­ben der drei­sten Drei per Abstim­mung zugun­sten einer ande­ren Par­tei Ein­halt zu gebie­ten – am BVerfG vor­bei den Ein­satz von Schad­soft­ware gegen die eige­nen Bür­ger zum Gebot zu erklä­ren, indem sie ein­fach ins Gesetz­buch rein­schrei­ben, dass sie das dür­fen.

Der Rechts­staat wol­le es so, sag­te der amts­be­dingt fach­lich gänz­lich des­in­ter­es­sier­te Mini­ster des Inne­ren, Tho­mas de Mai­ziè­re, im Stuhl­kreis derer, die sich selbst dafür, dass sie es schaf­fen, halb­wegs feh­ler­frei Word­Press zu instal­lie­ren, zur Kory­phäe in Medi­en­po­li­tik ernann­ten, näm­lich auf der nun­mehr ver­gan­ge­nen „re:publica“-Konferenz:

Der Staat kann dem Mini­ster zufol­ge nicht akzep­tie­ren, „wenn es eine Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­se­lung in einem Mes­sen­ger­dienst gibt, dass des­we­gen, weil es eine Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­se­lung gibt, auto­ma­tisch rechts­staat­li­che Befug­nis­se des Staa­tes zur Straf­ver­fol­gung in die­sem Dienst tech­nisch aus­ge­schlos­sen sind. (…)“

Der Staat also fin­de es unvor­teil­haft, wenn die Bür­ger auch mal unbe­ob­ach­tet über Pri­va­tes reden möch­ten, und in letz­ter Kon­se­quenz erstaunt es mich, dass das Zukle­ben von Brief­um­schlä­gen über­haupt noch legal ist. Spre­chend indes ist der Ter­mi­nus von den „rechts­staat­li­chen Befug­nis­sen“, der hier eine ange­neh­mer klin­gen­de For­mu­lie­rung für „Befug­nis­se und Rech­te des Staa­tes“ zu sein scheint, was zwar ähn­lich klingt, aber nicht ähn­lich bedeu­tet.

Rechts­staat­lich­keit bedeu­tet laut Klaus Stern (zitiert in u.a. Wiki­pe­dia), dass „die Aus­übung staat­li­cher Macht nur auf der Grund­la­ge der Ver­fas­sung und von for­mell und mate­ri­ell ver­fas­sungs­mä­ßig erlas­se­nen Geset­zen mit dem Ziel der Gewähr­lei­stung von Men­schen­wür­de, Frei­heit, Gerech­tig­keit und Rechts­si­cher­heit zuläs­sig“ sei, meint mit­hin also einen Staat, des­sen Maxi­me vor allem Men­schen- und Bür­ger­rech­te sind, wozu eini­ge Jahr­zehn­te nach „Auf­ma­chen, Gesta­po!“ tat­säch­lich auch zumin­dest grund­le­gen­der Libe­ra­lis­mus im Sin­ne der Unver­letz­lich­keit pri­va­ter Lebens­be­rei­che gehö­ren soll­te, was in einer voll­ge­cy­ber­ten Zeit wie der unse­ren sich letzt­lich viel­fach auf das Digi­ta­le redu­zie­ren las­sen kann, sind Com­pu­ter doch heu­te Foto­al­bum, Tage­buch und Brief­ka­sten zugleich.

Unter rechts­staat­li­chen Vor­aus­set­zun­gen haben die Com­pu­ter frem­der Leu­te für den Staat ergo nicht weni­ger unbe­rühr­bar zu sein als ein Ehe­bett: So lan­ge dort nicht gera­de ein Mord im Ent­ste­hen begrif­fen ist, hat dort kein noch so eif­ri­ger Geset­zes­hü­ter etwas ver­lo­ren.

Lei­der hütet der Staat Geset­ze, die ihm selbst nicht von Vor­teil sind, eher ungern, hält aber um so mehr von sei­nen eige­nen Befug­nis­sen, was eben bedeu­tet:

Daher hal­te er Quel­len-TKÜ und Online-Durch­su­chung „unter rechts­staat­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für zwin­gend gebo­ten“.

Gebo­ten wäre im Übri­gen auch eine Revo­lu­ti­on oder zumin­dest eine grund­le­gen­de Reform des Wahl­sy­stems, um die wei­te­re Unter­wan­de­rung des mensch­li­chen Mit­ein­an­ders sei­tens eines über­grif­fi­gen Staa­tes zu ver­mei­den; aber auf mich hört ja kei­ner.

Ich hab‘ den nicht gewählt.

In den NachrichtenMir wird geschlechtMusikPolitikNetzfundstücke
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 17. Mai 2017

Ich bin mir nicht sicher, ab wel­cher Schwe­re der Ver­ge­hen einer Regie­rung gemäß Art. 20 Abs. 4 GG ein Wider­stand gelei­stet wer­den darf, aber ich bin durch­aus gewillt, die­se Opti­on gegen die schlim­me SPD zumin­dest in Erwä­gung zu zie­hen: Hass­mi­ni­ster Hei­ko Maas wür­de gern das offen­sicht­lich ver­fas­sungs­wid­ri­ge Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz noch die­se Woche beschlie­ßen las­sen. Der Rechts­staat, das sind die ande­ren.


„Linux ist sicher“ des Tages: Über eine der unzäh­li­gen Sicher­heits­lücken in Ubun­tu – mein Mit­leid mit sei­nen oft ver­ächt­lich auf Win­dows hin­ab­blicken­den Nut­zern hält sich in sehr engen Gren­zen – war es mög­lich, den stö­ren­den Anmel­de­zwang, um auf die Datei­en eines ande­ren Benut­zers zuzu­grei­fen, ein­fach zu umge­hen.

(via Schwerdt­fe­gr)


Eine erschrecken­de Ver­mu­tung, die alles, was wir bis­her über Musik zu wis­sen mein­ten, in Fra­ge stellt: Wer­den Tex­te in der Pop­mu­sik immer repe­ti­ti­ver?


Wenn Blin­de über Far­ben reden, wer­den sie irgend­wann Com­pu­ter­jour­na­list bei der Tages­schau:

IP-Adres­sen sind aus dem Inter­net nicht mehr weg­zu­den­ken.

Sie­he auch:

Ja wahr­lich, tele­fo­nie­ren ohne Tele­fon­num­mern, das gibt es prak­tisch nicht mehr. Selbst die Post­zu­stel­lung ohne Anschrift gehört der Ver­gan­gen­heit an.

Wir leben in erstaun­li­chen Zei­ten.


Hihi:

Auf dem Fuß­bo­den bleibt die omi­nö­se Buch­sta­ben­fol­ge “FCK ARN” zurück. Nach eini­gem Gerät­sel lässt sich das wohl nur als hasti­ger Beginn der Wor­te “FICKT ARNE HOFFMANN” inter­pre­tie­ren, was immer­hin mal eine femi­ni­sti­sche For­de­rung wäre, der ich zustim­men kann, auch wenn ich bis­her nicht auf den Gedan­ken kam, sie auf Trot­toirs zu sprü­hen. War der gan­ze Pick-up-Kram also doch zu etwas gut …

:lachtot: