PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
The Hirsch Effekt – Bezoar // Töten vol­ler Ethik

Schlafen, schlafen wär' mal wasEs ist Mon­tag und die Lau­ne ist der­ma­ßen geho­ben, dass man es tat­säch­lich ein biss­chen bedau­ert, so ein anstän­di­ger Mensch gewor­den zu sein und über­dies in einem Land zu leben, das es gar nicht gern sähe, wür­de man sei­ner Wut all­zu nach­hal­ti­gen Aus­druck ver­lei­hen. Wahr­schein­lich ist das auch nicht fair und wahr­schein­lich hat man das alles so was von ver­dient, aber der Mensch, der Mensch an sich schei­tert immer schö­ner.

Die Ermor­dung von Poli­zi­sten zu ver­ur­tei­len sei ande­rer­seits ras­si­stisch, erklärt die­ser Dis­kus­si­ons­strang auf „Indy­me­dia“, so leicht wie ange­nom­men ist es also nicht, Mord blöd zu fin­den und trotz­dem mora­lisch auf der rich­ti­gen Sei­te zu ste­hen. Auf „SPIEGEL ONLINE“ fragt kon­se­quent Hei­ke Le Ker – sieht gar nicht so aus – ohne Anflug von Sar­kas­mus: „Die Poli­zei in Dal­las hat Micah John­son mit einem Robo­ter getö­tet. Hat sie damit eine ethi­sche Gren­ze über­schrit­ten?“ – nor­ma­les Töten ist bekannt­lich super, so lan­ge es in ehr­li­cher Hand­ar­beit geschieht, aber ethisch frag­wür­dig wird’s bei SPON erst, wenn die­se ver­ma­le­dei­te Tech­nik ins Spiel kommt.

Tech­nik – ein gutes Stich­wort: Der­zeit ist der neue Ingress-Abklatsch „Poké­mon Go“ das erfolg­reich­ste Spiel für „mobi­le Gerä­te“. Dabei pro­fi­tie­ren die Macher wohl vor allem auch davon, dass Smart­phones immer noch vor­wie­gend Dum­bu­ser haben, denen Daten­schutz­hin­wei­se grund­sätz­lich zu viel Text beinhal­ten, um gele­sen zu wer­den:

Bei­spiels­wei­se könn­ten wir Web­be­a­cons nut­zen, Coo­kies zu plat­zie­ren oder mit ihnen zu kom­mu­ni­zie­ren, um (…) die Wirk­sam­keit unse­rer Wer­bung zu über­wa­chen.

Taub­sis im Vor­gar­ten sind eben nicht bil­lig.

Ich bin so des­il­lu­sio­niert, ich hab‘ sogar Musik dabei.

The Hirsch Effekt – Bezoar

Guten Mor­gen?

In den NachrichtenPiratenpartei
Nicht links, nicht rechts, son­dern stolz auf einen Zufall

Am kom­men­den Wochen­en­de fin­det in Mün­chen der all­jähr­li­che „Chri­sto­pher Street Day“, eine merk­wür­di­ge Über­set­zung der anglo­pho­nen „Gay-Pride“-Veranstaltungen, statt, anläss­lich des­sen homo‑, bi- und trans­se­xu­el­le Men­schen die Stra­ßen säu­men und sich dar­über freu­en, nicht hete­ro­se­xu­ell zu sein, jubelnd beglei­tet von Tei­len der lin­ken Sze­ne, denn selbst­ver­ständ­lich sind Stolz auf das Hei­mat­land, Stolz auf die Haut­far­be und Stolz auf das Geschlecht völ­lig deplat­ziert, denn auf etwas, was man nicht selbst erreicht hat, stolz zu sein ist min­de­stens däm­lich, aber gay pri­de ist natür­lich etwas völ­lig ande­res, denn bekannt­lich ist die sexu­el­le Ori­en­tie­rung immer eine bewuss­te Ent­schei­dung, auf die man zu Recht stolz sein kann.

Dabei kommt das zwei­tä­gi­ge Spek­ta­kel zu einer Zeit, in der es eigent­lich nicht viel zu fei­ern gibt: Jakob Aug­stein („SPIEGEL ONLINE“) ver­wech­selt Popu­lis­mus – wer nicht Popu­list ist, kann kein erfolg­rei­cher Poli­ti­ker sein – mit Dem­ago­gie und ganz Twit­ter ein­schließ­lich Anhän­gern der rechts­po­pu­li­sti­schen SPD stimmt unbe­le­sen zu. Der „Brexit“ ist ins­be­son­de­re an der Bör­se über­wun­den und gerät all­mäh­lich wie­der in Ver­ges­sen­heit, die Empö­rungs­span­ne des durch­schnitt­li­chen Bür­gers beträgt nur weni­ge Tage und Schland­ball ist trotz gro­ßem Getö­se, dass man doch als kla­rer Sie­ger ver­lo­ren habe, auch vor­bei, das geht eben gera­de vor. In den USA fin­den immer noch stän­dig Schie­ße­rei­en statt, wie gewohnt macht jedoch nie­mand, der eine poli­ti­sche Ent­schei­dung tref­fen könn­te, das Recht auf Waf­fen­be­sitz dafür ver­ant­wort­lich, denn die Waf­fen­her­stel­ler zah­len gut, son­dern den Ras­sis­mus, denn Ras­si­sten zah­len nicht ganz so gut. In Deutsch­land ist der­weil die Beweis­last­um­kehr für Ver­ge­wal­ti­gung zum Gesetz gemacht, der Bun­des­nach­rich­ten­dienst ermäch­tigt und die Nato noch etwas aggres­si­ver gewor­den.

Das wären ja pri­ma Vor­aus­set­zun­gen für die Pira­ten­par­tei, ihre eigent­li­che Wich­tig­keit mal wie­der ins Gespräch zu brin­gen. Und tat­säch­lich gibt es von der bay­ri­schen Pira­ten­par­tei schon heu­te ein öffent­lich sicht­ba­res Bekennt­nis zu den staa­ten­über­grei­fen­den Grund­wer­ten, die die Pira­ten­par­tei stets zusam­men­ge­hal­ten hat und die in die­sen Tagen so wich­tig gewor­den sind wie seit lan­gem nicht mehr:

Sexu­el­le Viel­falt und Fuß­ball.

Münch­ner Alli­anz Are­na strahlt zum #CSD ab 21:30.

Das ist ja auch mal ganz schön.

PersönlichesNerdkrams
Smart­phone­blues

Seit ich im Jahr 2010 zufäl­lig Andro­id­nut­zer wur­de (ich berich­te­te), habe ich nur weni­ge Gedan­ken dar­an ver­schwen­det, ob ich den ein­ge­schla­ge­nen Weg jemals ver­las­sen wür­de. Klar, die Smart­phones sind seit­dem grö­ßer gewor­den, ihre CPUs und GPUs stär­ker und ihre Prei­se unver­schäm­ter, aber sonst ist doch alles fast wie frü­her.

Allein: Der der­zei­ti­ge Smart­phon­e­markt ist geprägt von der Angst, inter­es­sant zu sein, fürch­te ich.

‘Smart­phone­blues’ wei­ter­le­sen »

SonstigesIn den Nachrichten
Urhe­ber­recht des Tages

Eure Rund­funk­ge­büh­ren, mitt­ler­wei­le wohl „Haus­halts­ab­ga­ben“ genannt, deren Bezah­lung uns allen einen Zugang zu den gran­dio­sen Erzeug­nis­sen deut­scher Film- und Fern­seh­kunst, zum Bei­spiel, äh, Fuß­ball im Fern­se­hen, gewährt, die in der so genann­ten „Media­thek“ für eine begrenz­te Zeit abruf­bar sind, weil so ein Ser­ver ja auch mal schla­fen muss, bezah­len offen­sicht­lich kei­ne Kunst:

Prö­del hat in dem zwölf Sekun­den lan­gem Video alle Elf­me­ter-Schüs­se des deut­schen Teams beim Vier­tel­fi­na­le gegen Ita­li­en über­ein­an­der­ge­legt. Bei Twit­ter und Face­book hat es inzwi­schen die Run­de gemacht[.] (…) Auf You­tube, wohin Prö­del sein Elfer-Video eben­falls hoch­ge­la­den hat, ist statt des Film­chens mit den Schüs­sen der sieg­rei­chen deut­schen Mann­schaft nur noch der Text „Die­ses Video ent­hält Inhal­te von UEFA. Die­ser Part­ner hat das Video aus urhe­ber­recht­li­chen Grün­den gesperrt“ zu lesen. Wo kämen wir auch dahin, wenn die kost­ba­ren Medi­en­rech­te an der Euro 2016 von jeder­mann umgan­gen wer­den? (…) Am Nach­mit­tag dann war Prö­dels kom­plet­te Twit­ter-Sei­te ver­schwun­den.

Wäre ich Fuß­bal­ler, wür­de ich jetzt, da ich sozu­sa­gen zum Urhe­ber ernannt wur­de, fol­ge­rich­tig die UEFA nach mei­nem Anteil an den Ein­nah­men fra­gen, wie das eben so üblich ist.

In den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlecht
The Ani­mal In Me – Rap God

Du - ich - dieser Baum?Alles ist Mon­tag, alles ist schlecht. Auf­ste­hen, räus­pern, durch­dre­hen. Wann war es anders? Damals, ja. Frü­her war so vie­les bes­ser, aber heu­te ist es schlecht.

Man­ches aber ist nicht nur schlecht, son­dern auch etwas ande­res. Schwu­ler Stolz hui, deut­scher Stolz pfui. Wählt euren Zufall wei­se. Dem­nächst: Rei­hen­wei­se abge­knick­te Regen­bo­gen­fah­nen, weil die Grü­nen es nicht wol­len, dass ihr mit eurer Umwelt mal im Rei­nen seid. Schlecht, auf jeden Fall, ist Fuß­ball. Im Fern­se­hen hei­ßen Wali­ser „Kel­ten“ und Islän­der „Wikin­ger“, Fran­zo­sen aller­dings selt­sa­mer­wei­se nicht „Frosch­fres­ser“. Ehre, wem Ehre gebührt.

Auch schlecht, auf jeden Fall, ist es, ein Mann zu sein, also dem­nächst, wenn ein­ver­nehm­li­cher Geschlechts­ver­kehr vor dem Gesetz so lan­ge eine Ver­ge­wal­ti­gung ist, bis zwei­fels­frei das Gegen­teil bewie­sen wur­de, und vor­sich­ti­ge Nicht­teil­nah­me vor­aus­sicht­lich sexi­sti­sche Dis­kri­mi­nie­rung. Kann man es rich­tig machen? Klar: Ein­fach Frau sein. Gewon­nen qua Geschlecht.

Schö­nes kommt der­weil von den Ver­ein­ten Natio­nen: Inter­net­zen­sur ver­letzt die Men­schen­rech­te; das tut Krieg zwar auch, aber irgend­wo muss man ja anfan­gen. Alles Wei­te­re regelt ein Bun­des­ge­setz. Es wäre ver­früht, uns nun dar­auf einen run­ter­zu­ho­len.

Machen wir statt­des­sen das Nahe­lie­gen­de: Hören wir ein Metal­co­ver eines Emi­nem-Stücks.

Emi­nem – „Rap God“ (Cover By The Ani­mal In Me)

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenMir wird geschlechtSonstiges
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 2. Juli 2016

Im aktu­el­len „SPIEGEL“ tref­fen Femi­nis­mus, Anti­deutsch­tum und Vega­nis­mus vor­treff­lich auf­ein­an­der:

Die Spre­che­rin der Links­ju­gend wur­de von Migran­ten ver­ge­wal­tigt. Der Poli­zei sag­te sie zunächst nur, sie sei bestoh­len wor­den, von Män­nern, die deutsch spra­chen. (…) Gören mit ihrer wei­ßen Blu­se, dem streng zur Sei­te gefloch­te­nen Zopf und dem glit­zern­den Herz­an­hän­ger wür­den vie­le für eine ange­hen­de Betriebs­wir­tin hal­ten, hät­te sie nicht eine Freun­din mit lila gefärb­ten Haa­ren als Ver­stär­kung mit­ge­bracht. Woher sie sich ken­nen? “Unter vega­nen Anti­fa­schi­sten kennt man sich eben”, ant­wor­tet Gören.

Fazi­al­pal­mie­rend wei­ter­le­sen auf Blend­le (Bezahllink, par­don).


Beim „Mit­tel­deut­schen Rund­funk“ wur­de vor­ge­stern getwit­tert:

ICE aus Angst vor Ter­ror­an­schlag in Nie­der­sach­sen eva­ku­iert. Ein Rei­sen­der hat­te laut Koran­ver­se zitiert. Kein Spreng­stoff gefun­den.

Nicht mal auf die Ter­ro­ri­sten ist noch Ver­lass. :twisted:


Wo muss denn unbe­dingt noch mehr Inter­net rein? Rich­tig:

Win­del mel­det dem Smart­phone, wenn sie voll ist

Ich fin­de ja, das ist eine Schei­ßidee.


Habt ihr schon „Kar­tof­fel­sa­lat“, den groß­ar­ti­gen Film mit diver­sen deut­schen YouTube-„Stars“, gese­hen? Nein? Gut so!

PolitikIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Potenz­ge­prot­ze mit „ZEIT ONLINE“

ZEIT.de, heu­te, 7:53 Uhr:

Die Brexit-Anfüh­rer woll­ten die natio­na­le Kon­trol­le erobern. (…) Ihr Potenz­ge­prot­ze hat der Demo­kra­tie gescha­det. (…) Weil John­son und die ande­ren ihre groß­spu­ri­gen Ver­spre­chen nicht ein­lö­sen, ver­stär­ken sie ihre Anhän­ger nur noch in der Wahr­neh­mung, dass die Poli­tik sowie­so nichts mehr ändern kann oder will. Dass sie als Bür­ger aus­ge­lie­fert sind.

ZEIT.de, heu­te, 7:29 Uhr:

Nicht nur in Euro­pa, auch in Groß­bri­tan­ni­en hof­fen vie­le, die Brexit-Ent­schei­dung lie­ße sich noch mal umkeh­ren. (…) Gibt es noch Wege, den Aus­tritt Groß­bri­tan­ni­ens aus der EU zu ver­hin­dern? Wir stel­len fünf Mög­lich­kei­ten vor[.}

Man ver­sprach mir Ver­lags­ster­ben.

Netzfundstücke
Bin­go!: ARD und WTF?

Fett, Jun­ge:

Das neue, auf die jun­ge Gene­ra­ti­on aus­ge­rich­te­te Online­an­ge­bot von ARD und ZDF soll am 1. Okto­ber star­ten. (…) Ziel­grup­pe sind die 14- bis 29-Jäh­ri­gen.

Flo­ri­an Hager, etwa 40 Jah­re alt und somit bei ARD und ZDF noch fast ein Küken, hat also ein ehr­gei­zi­ges Ziel: Über ein „Online­an­ge­bot“ Leu­te zu begei­stern, die besten­falls nur elf Jah­re jün­ger sind als er und mit dem gan­zen Mist auf­ge­wach­sen sind, gene­rel­le Blöd­heit wie die gele­gent­li­che Ver­wechs­lung von Web und Inter­net, Face­book und Inter­net sowie Goog­le und Inter­net aus dra­ma­tur­gi­schen Grün­den ein­mal bei­sei­te gelas­sen.

Denn wenn es einen Men­schen gibt, der weiß, wie er Kin­der und Jugend­li­che begei­stern kann, dann ist es ja wohl jemand, der ihr Vater sein könn­te und beim Opa­fern­se­hen arbeitet!!1! Bei „SPIEGEL ONLINE“ kennt man sich damit ja aus. (Sie­he auch hier u.a.)

Aber kei­ne Sor­ge, Flo­ri­an Hager hat einen Plan:

Das „Jun­ge Ange­bot“ soll auf einer Inter­net­platt­form basie­ren, cross­me­di­al sein und Fern­seh- und Radio­bei­trä­ge mit Inhal­ten auf Online­fo­ren ver­knüp­fen.

Eine „Inter­net­platt­form“ (das muss man sich wohl wie eine Ölplatt­form vor­stel­len, nur dass dort nach Inter­net gebohrt wird), mit modern­sten Metho­den cross­me­di­al mit dem hip­pen Trend­me­di­um Radio ver­knüpft. Tscheck dis aut!

Facepalm

Es wur­den schon Leu­te für weni­ger Unsinn in einen Ker­ker gewor­fen.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Rotor – Voll­last

Jetzt, hierEs ist Mon­tag. Die Wet­ter­aus­sich­ten sind ange­mes­sen trü­be, weil es wie­der ein­mal tief drin­nen nagt, weil man sich mon­tags ja dann doch immer so fühlt. Ver­mut­lich ist es bes­ser, es nicht zu bemer­ken, wenn man auch mal Glück hat, damit der Unter­schied nicht so schreck­lich auf­fällt. Emo­tio­nal und nerv­lich am Ende mit drei Buch­sta­ben: Ich. Es ist – ihr ahnt es – mit­un­ter bedrückend, ich zu sein.

Die Flucht nach vorn – in die Nach­rich­ten – ist also ange­sagt. Im Ver­ei­nig­ten König­reich und im Vati­kan wird von der unter­le­ge­nen Min­der­heit im „Brexit“-Referendum ange­strebt, das Refe­ren­dum wie­der­ho­len zu las­sen, weil die Mehr­heit doof gewählt hat. Ich fin­de das nach­ah­mens­wert, mir gefällt die Wahl der Mehr­heit in Deutsch­land näm­lich auch nur äußerst sel­ten. Was wis­sen die doo­fen Ande­ren schon von Poli­tik? – Nur kon­se­quent ist es da, dass Jean-Clau­de Jun­cker laut Medi­en­be­rich­ten – die ent­spre­chen­den Medi­en möch­ten hier auf­grund des von ihnen unter­stütz­ten Lei­stungs­schutz­rechts nicht ver­linkt wer­den – jetzt dar­auf drängt, den Euro in der EU zur Pflicht zu machen. Das haben die ande­ren Län­der jetzt davon, nicht auch aus­ge­tre­ten zu sein.

Mal was ande­res: Seid ihr auch im Fuß­ball­fie­ber? Dann ist euch sicher­lich ent­gan­gen, dass die Bun­des­re­gie­rung sich mal eben dar­auf ver­stän­digt hat, künf­tig auch eure Kin­der über­wa­chen zu las­sen, wegen Ter­rors. Wäh­rend ihr ins Aus­land guckt, wird Schritt für Schritt euer Inland zer­stört. Natio­nal­elf erhält Moti­va­ti­ons­schub, weil Betrun­ke­ner in Ber­lin Lein­wand anbrüllt. Das erklärt eini­ges.

Genug der Lap­pa­li­en. Es ist Zeit für etwas Musik.

Rotor – Voll­last

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 26. Juni 2016 (Femi­nis­mus-Spe­zi­al­aus­ga­be)

Es gibt Grund zu fei­ern:

Das Plus-Size-Model Ash­ley Gra­ham hat mit einem Insta­gram-Foto Mil­lio­nen Frau­en begei­stert. Auf einem Fahr­rad fliegt ihr Rock so hoch, dass man einen Groß­teil ihrer Cel­lu­li­te sieht.

Das näch­ste gro­ße Ding: Models mit einem Haut­pro­blem. Gibt’s schon wel­che mit Schup­pen?


Gina-Lisa Loh­fink, der­zeit in allen Klatsch­spal­ten zu Hau­se und mir bis dato unbe­kannt, nach kur­zer Recher­che aller­dings auch nicht für ken­nens­wert befun­den, muss sich, meint Bun­des­rich­ter Tho­mas Fischer, zumin­dest nicht vor­wer­fen las­sen, wie all die ande­ren Kurz­zeit­be­kannt­hei­ten aus dem Arbeits­lo­sen­fern­se­hen nichts Sinn­vol­les gelernt zu haben:

Das (stark her­un­ter­ge­rech­ne­te) Net­to­ein­kom­men die­ser Beschul­dig­ten müss­te dem­nach bei etwa 400 Euro pro Tag (= 12.000 Euro pro Monat) lie­gen, was plau­si­bel ist, denn als Mensch mit dem Beruf „Vor­zei­gen-von-dicken-Sili­kon­brü­sten“ soll­te man schon deut­lich mehr ver­die­nen als der Prä­si­dent eines Ober­sten Bun­des­ge­richts.

Gibt ja sowie­so zu vie­le von denen.


Sowie­so und immer lesens­wert:

Und ich fin­de es selt­sa­me Zei­ten, in denen eine Gesell­schaft Mil­lio­nen über Mil­lio­nen für eine ihrer Grup­pen auf­bringt, deren in Talk­shows her­um­ge­reich­te Ver­tre­ter eben die­se Gesell­schaft zugleich ein Patri­ar­chat nen­nen, das sie unter­drückt.


Die Neue Zür­cher Zei­tung fin­det in einem Text, in dem sie durch­weg das schau­der­haft klin­gen­de und über­dies fal­sche „Stu­die­ren­de“ statt „Stu­den­ten“ ver­wen­det, die poli­ti­cal cor­rect­ness in den USA über­trie­ben.


Ihr seid Män­ner und woll­tet schon immer mal wis­sen, woher die für die angeb­li­che Lohn­lücke zwi­schen Män­nern und Frau­en ver­ant­wort­li­che unglei­che Ver­tei­lung von Arbeits­zei­ten stammt? Ganz ein­fach: Wenn Frau­en so lan­ge arbei­ten wür­den wie ihr, pro­te­stier­te ihr Kör­per dage­gen. Bei Män­nern ist das natür­lich etwas völ­lig ande­res, ein Büro fern­ab von Hob­bys, Freun­den und Fami­lie ist schon evo­lu­tio­när bedingt ihr natür­li­ches Ter­rain.

PolitikIn den Nachrichten
Mor­gen erst mal schön Anschlag. LOL :-)

Sol­che Über­schrif­ten soll­tet ihr mög­li­cher­wei­se vor­erst ver­mei­den. Die USA näm­lich haben, glaubt man aus­nahms­wei­se „hei­se online“, eine pri­ma Mög­lich­keit gefun­den, die Ein­rei­se von Ter­ro­ri­sten erheb­lich zu erschwe­ren:

Gibt es in den näch­sten 60 Tagen kei­nen Ein­spruch, sol­len Ein­rei­sen­de zukünf­tig (…) frei­wil­li­ge Anga­ben zu ihrer Social-Media-Prä­senz machen kön­nen. (…) Im ver­gan­ge­nen Jahr war Kri­tik laut gewor­den, als klar wur­de, dass Details über eine Schie­ße­rei bereits im Vor­feld über Pri­vat­nach­rich­ten über Face­book aus­ge­tauscht wur­den.

Denn wie ja jedes Kind weiß, erkennt man einen Ter­ro­ri­sten pro­blem­los und vor allem feh­ler­frei dar­an, dass er sei­ne Plä­ne im Vor­aus in sozia­len Medi­en bekannt­gibt. Sicher­heit durch Daten­samm­lung!

Facepalm

(via Schwerdt­fe­gr)

PolitikIn den Nachrichten
Drei The­sen zum Aus­tritt „Groß­bri­tan­ni­ens“ aus der EU

Union Flag, ca. 2020Erstens:

Der sei­tens der EU-Ver­fech­ter geäu­ßer­te Ruf nach dem Wei­ter­be­stehen eines stramm durch­bü­ro­kra­ti­sier­ten star­ken Über­staa­tes, der doch bit­te­schön zusam­men­zu­hal­ten hat, weil er nur so sei­ne Rol­le als Welt­macht gegen­über den Ande­ren behaup­ten kann, ist nicht wesent­lich mehr als Aus­druck des Wun­sches nach einem Gro­ß­eu­ro­pa, dem nur mehr die cha­ris­ma­ti­sche Füh­rer­fi­gur feh­len möge. Befeu­ert wird dies durch das fort­wäh­ren­de Stre­ben, den kal­ten Krieg mit dem ver­hass­ten Nach­barn im Osten („dem Iwan“) kei­nes­falls abküh­len zu las­sen. Es mutet wenig­stens selt­sam an, dass es Men­schen zu geben scheint, die wie selbst­ver­ständ­lich natio­nal­staat­li­ches Begeh­ren für sonst­wie rechts statt für natür­lich gege­ben hal­ten und als Gegen­ent­wurf aus­ge­rech­net die Insti­tu­ti­on EU prä­sen­tie­ren.

Zwei­tens:

Wenn, wie es den media­len Anschein hat, das wesent­li­che Pro­blem der EU mit einem Aus­tritt eines Mit­glieds­staa­tes dar­in besteht, dass die Bör­sen („der Markt“, „die Wirt­schaft“, nie­mals aber „der Mensch“) dar­un­ter lei­den, dann hat die­ser Mit­glieds­staat zwei­fels­oh­ne die rich­ti­ge Ent­schei­dung getrof­fen.

Drit­tens:

Es ist für die Attrak­ti­vi­tät der Euro­päi­schen Uni­on für die übri­gen oder gar poten­zi­el­le neue Mit­glieds­staa­ten und somit für ihre wei­te­re Sta­bi­li­tät sicher­lich nicht von Vor­teil, wenn ihre Ver­tre­ter der Umset­zung eines demo­kra­ti­schen Refe­ren­dums so vie­le Stöck­chen in die Spei­chen hal­ten wie nur irgend­wie mög­lich. „EU-Ver­tre­ter haben bereits ange­kün­digt, dass sie an den Bri­ten ein Exem­pel sta­tu­ie­ren wer­den[,] um ande­re Staa­ten abzu­schrecken“, schreibt Chri­stoph Sydow auf „SPIEGEL ONLINE“ und ahnt selbst wohl nicht, wie klug die­se Wort­wahl war.

PersönlichesIn den Nachrichten
Neu­es vom Anfass­zwang

Den Brauch, ein­an­der die Hand zu rei­chen, um ein­an­der zu bewei­sen, dass man zumin­dest in einer Hand kei­ne Waf­fe trägt, kann ich zumin­dest histo­risch ver­ste­hen, wenn­gleich ich es aus hygie­ni­schen Grün­den (ich fas­se die mei­sten Men­schen nur ungern an) selbst so häu­fig zu ver­mei­den ver­su­che wie mög­lich, ihm nach­zu­kom­men. Sel­ten traf ich bei begrün­det ver­wei­ger­ter Ent­ge­gen­nah­me der so lax wie künst­lich ent­ge­gen­ge­streck­ten schweiß­nas­sen Hand auf Unver­ständ­nis, nie­mals aller­dings traf ich bis­lang auf Spie­ßer wie die­se Leh­re­rin:

Vier Mal soll die Päd­ago­gin der Schu­le in Ber­lin-Pan­kow den Geist­li­chen unter Hin­weis auf deut­sche Gebräu­che nach­drück­lich auf­ge­for­dert haben, ihr die Hand zu rei­chen. Der Imam leg­te statt­des­sen die Hand aufs Herz – dies sei die höch­ste in sei­ner Reli­gi­on mög­li­che Respekt­be­zeu­gung bei der Begrü­ßung einer Frau. Das habe der Leh­re­rin jedoch nicht aus­ge­reicht, sie habe dar­auf­hin das Gespräch abge­bro­chen.

Wer ein­an­der anzu­fas­sen sich wei­gert, ver­hal­te sich frau­en­feind­lich, lau­tet die Argu­men­ta­ti­on; was in einer Zeit, in der der Femi­nis­mus gewohnt laut kra­kee­lend ver­sucht, nicht expli­zit geneh­mig­te Berüh­run­gen zur Bei­na­he­ver­ge­wal­ti­gung umzu­de­fi­nie­ren, so man­ches aus­sagt. Wer eine Leh­re­rin nicht anfas­sen will, der ver­wirkt dadurch sein Recht dar­auf, dass sie ihren Pflich­ten nach­kommt. Ist schließ­lich Deutsch­land hier. Hier wird gefäl­ligst kon­ser­va­tiv gewählt, Trot­tel­sport beju­belt und ein­an­der bei jeder sich bie­ten­den Gele­gen­heit ange­fasst. Da muss man sich schon inte­grie­ren oder man fliegt raus aus der Gesell­schaft. So geht das ja nun nicht.

Bei Bono­bos ist es übri­gens Teil des sozi­al erwünsch­ten Ver­hal­tens, Span­nun­gen durch Penis­fech­ten abzu­bau­en. Wir kön­nen viel von Bono­bos ler­nen.


Apro­pos Beknack­te: Nach der Räu­mung eines wider­recht­lich besetz­ten Gebäu­des zur Schaf­fung von Wohn­raum für Flücht­lin­ge haben Links­extre­me in Ber­lin meh­re­re Autos in Brand gesteckt. Das hat die Poli­zei jetzt davon.

In den NachrichtenMontagsmusik
Holy Esque – Stran­ge

Ausschau nach dem PandaEs ist Mon­tag. Nicht vor dem ersten Kaf­fee anspre­chen. Das macht doch alles kei­nen Spaß mehr. Frü­her war mehr Unbe­schwert­heit, aller­dings war frü­her auch mehr zu zweit. Frü­her war alles bes­ser.

Ande­rer­seits: End­lich ist mal Schluss mit dem Patri­ar­chat! Straf­frei das Leben von Men­schen zu zer­stö­ren ist Frau­en­sa­che, was immer eine Frau jetzt eigent­lich ist. Die ewi­ge Stadt Rom wird künf­tig von der ita­lie­ni­schen Par­tei der EU-Geg­ner regiert, aber vom nahe lie­gen­den Eti­kett „Rechts­po­pu­lis­mus“, das medi­al längst der Stan­dard­wert für alles ist, was sich nicht ins Getrie­be ein­fü­gen möch­te, redet hier kei­ner, weil der neue Bür­ger­mei­ster eine Frau ist, was bekannt­lich immer und grund­sätz­lich höher wiegt als das, was sie zu sagen hat. Gestern hat kein ARD-Redak­teur sei­ne Kin­der geschla­gen. Alles unter Kon­trol­le, Situa­ti­on nor­mal.

Ihr aller­dings gehört geschla­gen: Emo­jis sind aus eurem All­tag nicht mehr weg­zu­den­ken. Doch, doch, das ist erwie­sen. Die Spra­che der Zukunft sind bun­te Bild­chen, digi­ta­le Höh­len­ma­le­rei­en ohne dau­er­haf­ten Wert. Schrei­ben ist eine ver­lo­re­ne Errun­gen­schaft. Ande­rer­seits: Soll­te die Jugend so schrei­ben wie sie spricht, ist das wahr­schein­lich auch bes­ser so.

Ein kur­zer Blick in’s Föje­tong. Wenn Tay­lor Swift (Pop­mu­sik, schlimm) einen neu­en Part­ner hat, drängt sich natür­lich vor allem eine Fra­ge auf: Wie soll man die bei­den nen­nen? Bedau­er­li­cher­wei­se ist „Dumm und Düm­mer“ schon ver­ge­ben.

Benei­dens­wert, eigent­lich.

Holy Esque – Stran­ge

Oh I cried / cried cried cried.

Guten Mor­gen.