Am kommenden Wochenende findet in München der alljährliche “Christopher Street Day”, eine merkwürdige Übersetzung der anglophonen “Gay-Pride”-Veranstaltungen, statt, anlässlich dessen homo‑, bi- und transsexuelle Menschen die Straßen säumen und sich darüber freuen, nicht heterosexuell zu sein, jubelnd begleitet von Teilen der linken Szene, denn selbstverständlich sind Stolz auf das Heimatland, Stolz auf die Hautfarbe und Stolz auf das Geschlecht völlig deplatziert, denn auf etwas, was man nicht selbst erreicht hat, stolz zu sein ist mindestens dämlich, aber gay pride ist natürlich etwas völlig anderes, denn bekanntlich ist die sexuelle Orientierung immer eine bewusste Entscheidung, auf die man zu Recht stolz sein kann.
Dabei kommt das zweitägige Spektakel zu einer Zeit, in der es eigentlich nicht viel zu feiern gibt: Jakob Augstein (“SPIEGEL ONLINE”) verwechselt Populismus — wer nicht Populist ist, kann kein erfolgreicher Politiker sein — mit Demagogie und ganz Twitter einschließlich Anhängern der rechtspopulistischen SPD stimmt unbelesen zu. Der “Brexit” ist insbesondere an der Börse überwunden und gerät allmählich wieder in Vergessenheit, die Empörungsspanne des durchschnittlichen Bürgers beträgt nur wenige Tage und Schlandball ist trotz großem Getöse, dass man doch als klarer Sieger verloren habe, auch vorbei, das geht eben gerade vor. In den USA finden immer noch ständig Schießereien statt, wie gewohnt macht jedoch niemand, der eine politische Entscheidung treffen könnte, das Recht auf Waffenbesitz dafür verantwortlich, denn die Waffenhersteller zahlen gut, sondern den Rassismus, denn Rassisten zahlen nicht ganz so gut. In Deutschland ist derweil die Beweislastumkehr für Vergewaltigung zum Gesetz gemacht, der Bundesnachrichtendienst ermächtigt und die Nato noch etwas aggressiver geworden.
Das wären ja prima Voraussetzungen für die Piratenpartei, ihre eigentliche Wichtigkeit mal wieder ins Gespräch zu bringen. Und tatsächlich gibt es von der bayrischen Piratenpartei schon heute ein öffentlich sichtbares Bekenntnis zu den staatenübergreifenden Grundwerten, die die Piratenpartei stets zusammengehalten hat und die in diesen Tagen so wichtig geworden sind wie seit langem nicht mehr:
Sexuelle Vielfalt und Fußball.
Münchner Allianz Arena strahlt zum #CSD ab 21:30.
Das ist ja auch mal ganz schön.


ERSTER! Was für ein selten bescheuerter Beitrag.
Du hast vollkommen recht!
Hätte man nicht warten können?!
LOL! Ich mag Wurst.