Der seitens der EU-Verfechter geäußerte Ruf nach dem Weiterbestehen eines stramm durchbürokratisierten starken Überstaates, der doch bitteschön zusammenzuhalten hat, weil er nur so seine Rolle als Weltmacht gegenüber den Anderen behaupten kann, ist nicht wesentlich mehr als Ausdruck des Wunsches nach einem Großeuropa, dem nur mehr die charismatische Führerfigur fehlen möge. Befeuert wird dies durch das fortwährende Streben, den kalten Krieg mit dem verhassten Nachbarn im Osten (“dem Iwan”) keinesfalls abkühlen zu lassen. Es mutet wenigstens seltsam an, dass es Menschen zu geben scheint, die wie selbstverständlich nationalstaatliches Begehren für sonstwie rechts statt für natürlich gegeben halten und als Gegenentwurf ausgerechnet die Institution EU präsentieren.
Zweitens:
Wenn, wie es den medialen Anschein hat, das wesentliche Problem der EU mit einem Austritt eines Mitgliedsstaates darin besteht, dass die Börsen (“der Markt”, “die Wirtschaft”, niemals aber “der Mensch”) darunter leiden, dann hat dieser Mitgliedsstaat zweifelsohne die richtige Entscheidung getroffen.
Drittens:
Es ist für die Attraktivität der Europäischen Union für die übrigen oder gar potenzielle neue Mitgliedsstaaten und somit für ihre weitere Stabilität sicherlich nicht von Vorteil, wenn ihre Vertreter der Umsetzung eines demokratischen Referendums so viele Stöckchen in die Speichen halten wie nur irgendwie möglich. “EU-Vertreter haben bereits angekündigt, dass sie an den Briten ein Exempel statuieren werden[,] um andere Staaten abzuschrecken”, schreibt Christoph Sydow auf “SPIEGEL ONLINE” und ahnt selbst wohl nicht, wie klug diese Wortwahl war.



fsmaulalda?