PolitikIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in aller Kür­ze: Was ich gegen Rei­mar Paul ein­zu­wen­den habe

Woge­gen Rei­mar Paul, frei­er „Jour­na­list“ und „Autor“, übri­gens unter Bil­li­gung der „taz“, des bio­ve­ga­nen Haus­blat­tes der „Grü­nen“, nichts ein­zu­wen­den hat:

Auch gegen eine hand­fe­ste Abrei­bung für Rechts­extre­mi­sten oder Farb­ei­er­wür­fe auf die prot­zi­gen Vil­len der schla­gen­den Ver­bin­dun­gen ist nicht all­zu viel ein­zu­wen­den.

Dage­gen, Herrn Paul in sei­ner ver­mut­lich nicht gera­de aske­tisch ein­ge­rich­te­ten Prot­z­woh­nung das Brett von sei­ner Stirn zu ent­fer­nen, um es ihm mor­gens zum Wach­wer­den über die offen­sicht­lich von klu­gen Gedan­ken gänz­lich befrei­te Rübe zu zie­hen, gäbe es ver­mut­lich auch nicht viel ein­zu­wen­den, wenn man nur etwas ent­mensch­lich­ter wäre.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Arbor Labor Uni­on – Hel­lo Trans­mis­si­on

Blumen, nichts als BlumenDa wacht man nichts­ah­nend auf und schon wie­der ist Mon­tag. Pas­sen­der­wei­se reg­net es dazu, alles Übri­ge wäre durch­aus unan­ge­mes­sen.

Es ist Mon­tag und das Land brennt noch immer nicht. Julia Schramm miss­fällt das. Da hat Syri­en mehr Glück: In dem Land, in dem die Ach­se des Guten der­zeit bevor­zugt öffent­li­che Plät­ze zwecks bal­di­ger Befrie­dung bom­bar­diert, wer­den die Lebens­mit­tel knapp. Ver­fluch­ter Hun­ger nach Krieg. Kei­ne Sor­ge, euer Geld ist sicher.

Und sonst so? Knap­pe 50 Jah­re, nach­dem das Gegen­teil sich als rich­tig her­aus­ge­stellt hat, ver­schafft sich die Behaup­tung Gehör, Uni­ver­si­tä­ten müs­sen drin­gend par­tei­po­li­ti­scher wer­den, denn nur par­tei­po­li­ti­sche Bil­dung sei gute und rich­ti­ge Bil­dung. Lang genug für ein ange­mes­se­nes Hoch­rol­len wer­den mei­ne Zehen­nä­gel in die­sem Leben nicht mehr.

Ein Tri­vi­um: Aus irgend­ei­nem Grund ist „Rie­sen­pim­mel“ hier noch immer der häu­fig­ste Such­be­griff. Dabei ist mein Musik­ge­schmack doch fast genau so inter­es­sant.

Arbor Labor Uni­on – Hel­lo Trans­mis­si­on

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Kurz ver­linkt: Heult doch!

Die ent­schie­de­ne Ant­wort an die Dau­er­be­lei­dig­ten jeder Cou­leur muss also lau­ten, dass weder im deut­schen Grund­ge­setz noch an ande­rer Stel­le Stan­dards for­mu­liert sind, die Men­schen einen Rechts­an­spruch dar­auf zusi­chern, von stö­ren­den Inhal­ten unbe­hel­ligt zu blei­ben.

ZEIT.de, trotz­dem wahr.

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 29. Juli 2016

Es soll ja kei­ner mehr sagen, mit einem Abschluss in Gen­der Stu­dies oder Sozio­lo­gie fin­de man kei­ne Fest­an­stel­lung: Ret­tung naht!


Öfter mal was Neu­es: Regres­si­ve Lin­ke, teil­wei­se mit Pira­ten­ver­gan­gen­heit, fin­den, Sahra Wagen­knecht soll­te flücht­lings­po­li­tisch christ­kon­ser­va­ti­ver wer­den.


Apro­pos Nazis:

Auch das könn­te ein Grund sein, wes­halb die völ­ki­schen Sied­ler „bis­her wenig auf­ge­fal­len“ sind, wie die Stif­tung moniert. Wenn der­lei Gestal­ten im Wend­land, Hot­spot grün­ge­strick­ten Wur­zel­sep­pen­tums und mili­tan­ter Castor-Blocka­den, irgend­wie auf­fal­len woll­ten, müss­ten sie auf dem Markt­platz von Lüchow schon laut­hals „Heil Hit­ler!“ brül­len.

Manch­mal feh­len eben nur Nuan­cen.


Was dann auch die ARD („Lügen­pres­se“) nicht ganz ver­stan­den hat, die längst geplan­te Ent­las­sun­gen in Groß­bri­tan­ni­en dem „Brexit“ in die Schu­he zu schie­ben ver­sucht, denn ent­we­der ist Putin schuld oder der Bri­te an sich, nie­mals aber die Wirt­schaft, denn die Wirt­schaft ist gut.


Eben­falls gut ist es, wenn das Volk mal gefragt wird. Am kom­men­den Sonn­tag etwa zählt wie­der ein­mal Vol­kes Stim­me. Kei­ne Sor­ge, nicht die eure: Am Sonn­tag demon­strie­ren vie­le Tür­ken in Deutsch­land dafür, dass der tür­ki­sche Prä­si­dent alle Tür­ken ein­sper­ren darf. Das wird irgend­je­man­dem sicher eine Leh­re sein!


Eine groß­ar­ti­ge Erfin­dung übri­gens: Ein Ama­zon-Tür­schloss, das die Tür unter Sprach­kon­trol­le stellt. Was kann da schon schief­ge­hen?

In den NachrichtenComputer
Alles über Dark­net Duck

Das Cyber-BKA cyber­er­klärt heu­te anläss­lich der wie­der ein­mal auf­bran­den­den Dis­kus­si­on dar­über, ob man nicht auch als Nicht­kin­der­ficker Tor benut­zen dür­fen soll­te, so pla­ka­tiv wie blö­de:

Deep Web (= Ver­bor­ge­nes Web): Aus geziel­ten Daten­bank­ab­fra­gen dyna­misch gene­rier­te Inter­net­sei­ten, durch Pass­wör­ter geschützt oder Web­sei­ten, die eine Inde­xie­rung ver­hin­dern.

Dass Web und Inter­net bei den Damen und Her­ren von der Exe­ku­ti­ve eini­ger­ma­ßen aus­tausch­ba­re Begrif­fe sind („Dark­nets sind Teil­net­ze im Deep Web“, ebd.) und die dort ange­ge­be­ne Grö­ße die­ser „Teil­net­ze“ allen­falls gera­ten ist, möch­te ich eigent­lich gar nicht wei­ter erklä­ren müs­sen; inter­es­sant ist aber die Defi­ni­ti­on:

  1. Unter „aus geziel­ten Daten­bank­ab­fra­gen dyna­misch gene­rier­te Inter­net­sei­ten, durch Pass­wör­ter geschützt“ lässt sich man­cher­lei vor­stel­len. Die mei­sten Blogs, ver­mut­lich auch sämt­li­che Foren und so genann­te „Online­shops“ sind aus geziel­ten Daten­bank­ab­fra­gen dyna­misch gene­rier­te Inter­net­sei­ten, der Pass­wort­schutz ist zumeist auch gege­ben (oder habt ihr schon mal ohne Pass­wort was bei Ama­zon bestellt?). Merk­wür­dig, so dun­kel kam es mir dort bis­her gar nicht vor.
  2. Auch der zwei­te Teil erscheint nicht logisch: Wenn man kein Pass­wort davor­hängt, ist man trotz­dem noch Teil des „ver­bor­ge­nen Deep Webs“, wenn man die Inde­xie­rung ver­hin­dert, also dar­auf ver­zich­tet, von Such­ma­schi­nen erfasst zu wer­den? Nun besitzt zum Bei­spiel die Blog­soft­ware Word­Press dafür ein ein­fa­ches Häk­chen – hät­te ich gewusst, wie ein­fach das ist, wäre ich längst nur noch in die­sem „Deep Web“ zu fin­den! Aber erst in die­ser Kri­se wird klar, wie mäch­tig der Ein­fluss der Kin­der­por­noter­ro­ri­sten ist: Selbst angeb­lich renom­mier­te Unter­neh­men wie Goog­le erklä­ren auf ihrer Web­site, wie man Such­ma­schi­nen den Zutritt zu bestimm­ten Unter­sei­ten strikt unter­sa­gen kann. Ich wuss­te schon immer, dass bei denen was faul ist.

Ob es aller­dings bereits zur Anzei­ge bei der Ter­ror­fahn­dung ver­pflich­tet, wenn gro­ße Ver­la­ge dar­um bit­ten, nicht mehr von Goog­le indi­ziert zu wer­den, bleibt unklar. Viel­leicht soll­te man das ein­fach mal aus­pro­bie­ren.

Moss Intro­du­ces Jen To The Inter­net | The IT Crowd Series 3 Epi­so­de 4: The Inter­net

KaufbefehleMusikkritik
Musik 06/2016 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se

Die­ser Arti­kel ist Teil 16 von 29 der Serie Jah­res­rück­blick

Es ist ein hal­bes Jahr vor­bei, und schon der Dis­zi­plin (eine sonst über­schätz­te Tugend) wegen wird es daher Zeit, ein­mal die ersten sechs Mona­te der musi­ka­li­schen Neu­erschei­nun­gen – all jene also, derer ich bis Ende Juni hab­haft wer­den konn­te – Revue pas­sie­ren zu las­sen, wohl wis­send, dass all das von vorn­her­ein von vie­len Toden und mitt­ler­wei­le auch der Auf­lö­sung von Beard­fi­sh über­schat­tet wird.

In die­sem für die Musik doch eher merk­wür­di­gen Jahr gibt es auch gute Neu­ig­kei­ten: Beak> droh­te es nicht mehr zu geben, aber Ende März wur­de eine Neu­be­set­zung ange­kün­digt. Das zwi­schen­durch erschie­ne­ne Album „Cou­ple in a Hole“, im Wesent­li­chen eine Skiz­z­ensamm­lung und des­halb hier nicht inter­es­sant, ist jeden­falls noch im alten Mit­ein­an­der auf­ge­nom­men wor­den. Kei­nes­falls geson­der­te Erwäh­nung fin­den hier auch die bereits ander­wei­tig emp­foh­le­nen neu­en Alben von Kula Shaker und Karokh, die aller­dings wei­ter­hin unein­ge­schränkt hörens­wert sind.

Im Juni zwei­fel­te Dirk Peitz auf „ZEIT ONLINE“ dar­an, dass es eine gute Idee sei, Kon­zert­be­su­cher per Beschluss davon abzu­hal­ten, das Kon­zert nur durch ihre Smart­phone­bild­schir­me wahr­zu­neh­men. Möge Dirk Peitz sich wei­ter­hin mit seich­ter Pop­mu­sik her­um­schla­gen, die ein frag­wür­di­ges Kli­en­tel anlockt! Euch ist der­weil viel Spaß mit fol­gen­den Glanz­stücken zu wün­schen:

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NetzfundstückeMontagsmusik
Camel – Lady Fan­ta­sy // Giga­we­nig!

Kaffee?Welch Gau­di­um, welch Mon­tag! Was fehlt: Die Sonn­ta­ge, nur die Sonn­ta­ge. Die spin­nen, die Mensch­li­chen.

Ande­ren fehlt Ein­fa­che­res, näm­lich das Ein­mal­eins:

Voda­fone bringt Dich ins Giga­bit-Zeit­al­ter

Das heißt, Voda­fone bringt mir eine Inter­net­an­bin­dung von einem oder gar meh­re­ren Giga­bit pro Sekun­de? Haha, nein:

Tele­fo­nie­re und sim­se unbe­grenzt mit unse­rer All­net Flat und surf rasend schnell mit bis zu 225 Mbit/s.

„Bis zu“, weil eine Funk­zel­le ja blö­der­wei­se ein geteil­tes Medi­um ist; aber wer braucht schon so genaue Zah­len? Etwas fester sind die Wer­te zumin­dest an der hei­mi­schen Netz­do­se:

GIGASPEED – 400 Mbit/s für Dein Zuhau­se

Unter einem Giga­bit hab‘ ich mir immer irgend­wie mehr vor­ge­stellt.

Gute Nach­rich­ten aus den USA: Unles­ba­re Graf­fi­ti wer­den les­bar gemacht. ZOOB.

Erwähn­te ich, dass Sonn­ta­ge feh­len? Was bleibt: Mehr von ihnen ein­zu­fan­gen. Öfter mal was Alt­be­kann­tes.

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz notiert zum Amok­lauf in Mün­chen

Je mehr wir wis­sen, desto bizar­rer scheint es, was als Schnell­schuss schon gestern Abend gefor­dert wur­de, näm­lich eine Ver­schär­fung von Asyl- und ähn­li­chen Geset­zen. Dass auf der Fest­plat­te des Täters gewalt­ver­herr­li­chen­de Spie­le – ich hof­fe, es kom­men Poké­mon dar­in vor – gefun­den wur­den und der Bun­des­in­nen­mi­ni­ster ent­spre­chen­de Vor­schlä­ge für rich­tig hält, ist längst Teil lang­wei­li­ger Rou­ti­ne. Viel inter­es­san­ter sind die aktu­el­len Erkennt­nis­se, näm­lich, dass der Täter mög­li­cher­wei­se vom schii­ti­schen zum christ­li­chen Glau­ben kon­ver­tiert war und sich zuvor aus Print­me­di­en über Amok­läu­fe infor­miert hat­te; wor­aus wir ein­fach ein­mal fol­gern soll­ten, dass Men­schen, die zum christ­li­chen Glau­ben kon­ver­tie­ren und ihre Infor­ma­tio­nen nicht wie nor­ma­le Men­schen aus dem Inter­net bezie­hen, grund­sätz­lich gefähr­lich sind.

Nerdkrams
Dyna­mi­sche Sin­gle-Ser­ving Sites mit Open­BSD-Bord­mit­teln erstel­len

Unter „Sin­gle-Ser­ving Sites“ ver­steht man gemein­hin Web­sites wie IsItChristmas.com, WhatIsMyIP.org und purple.com, die als Gegen­ent­wurf zu infor­ma­ti­ons­über­la­de­nen Web­por­ta­len meist genau eine ein­zi­ge Fra­ge beant­wor­ten. Es gibt in der Regel kei­ne Unter­sei­ten, kei­ne ech­te Inter­ak­ti­vi­tät und auch sonst sind sol­che Web­sites sehr ange­nehm anzu­se­hen.

Meist ist so eine Web­site schlicht in sta­ti­schem HTML geschrie­ben wor­den, denn ser­ver­sei­ti­ge Scripts sind eben­so über­flüs­sig wie jQuery oder ande­re Per­ver­sio­nen des Moder­nen. Was aber, wenn man dem Besu­cher etwa abhän­gig von sei­ner Brow­ser­spra­che oder per Zufalls­al­go­rith­mus eine ande­re Ansicht prä­sen­tie­ren will? Natür­lich könn­te man auf Java­script zurück­grei­fen; wer das aber nicht möch­te, zum Bei­spiel, weil er sich nicht dar­auf ver­las­sen möch­te, dass der Besu­cher Java­script akti­viert hat und einen mit dem geschrie­be­nen Code kom­pa­ti­blen Brow­ser benutzt, dem bleibt letzt­lich nur die Nut­zung ser­ver­sei­ti­gen Codes, etwa Perl oder PHP, übrig.

Nun gilt für Ser­ver mehr noch als für einen Lap­top oder PC, dass jede zusätz­lich instal­lier­te Soft­ware wegen mög­li­cher noch unent­deck­ter oder unkor­ri­gier­ter Feh­ler ein poten­zi­el­les Sicher­heits­ri­si­ko birgt, wozu auch Skript­spra­chen, Web­ser­ver­soft­ware und sogar Text­edi­to­ren zäh­len. Dazu kommt der Res­sour­cen­hun­ger, den man­cher stack mit sich bringt: Benutzt man etwa die belieb­te Kom­bi­na­ti­on aus dem Web­ser­ver nginx und der Spra­che PHP im Fast­C­GI-Modus (php-fcgi), ist es kei­ne Sel­ten­heit, dass auch im Leer­lauf diver­se Pro­zes­se an den System­res­sour­cen knab­bern.

Lässt sich eine sol­che Web­an­wen­dung auch pro­gram­mie­ren, ohne den Ser­ver unnö­ti­ger Last und Gefah­ren aus­zu­set­zen? ‘Dyna­mi­sche Sin­g­le-Ser­­ving Sites mit Open­BSD-Bor­d­­mit­teln erstel­len’ wei­ter­le­sen »

PolitikIn den Nachrichten
Sehen alle gleich aus.

Ich weiß noch nicht, was ich an die­ser hier­zu­lan­de nur unzu­rei­chend the­ma­ti­sier­ten gest­ri­gen Mel­dung am lustig­sten fin­de:

US-Bom­ben­an­griff tötet 85 syri­sche Zivi­li­sten, nach­dem sie fälsch­li­cher­wei­se für IS-Kämp­fer gehal­ten wor­den waren. (…) Am Mon­tag wur­den 21 Men­schen bei Angrif­fen getö­tet, von denen eben­falls ange­nom­men wird, dass sie von Flug­zeu­gen der US-geführ­ten Koali­ti­on durch­ge­führt wur­den. (…) Der tra­gi­sche Ver­lust des Lebens von Zivi­li­sten in Syri­en wird dem Pen­ta­gon, das beab­sich­tigt, sowohl die „Her­zen und Hir­ne“ des Vol­kes für sich zu gewin­nen als auch den mili­tä­ri­schen Sieg über die Ter­ror­grup­pe (hier: IS, A.d.V.) zu errin­gen, gro­ße Kopf­schmer­zen berei­ten.

(Über­set­zung von mir.)

Viel­leicht wirkt die Poin­te nur, wenn man ein­mal die­se heu­ti­ge Mel­dung als Kon­tra­punkt setzt:

Der deut­sche Außen­mi­ni­ster schloss sich in Washing­ton den War­nun­gen vor all­zu ein­fa­chen Ant­wor­ten an. (…) Die Men­schen im Irak jeden­falls hät­ten ein Recht dar­auf, aus „der Skla­ve­rei des IS befreit zu wer­den“.

Glück­li­che Syrer: Wer tot ist, kann nicht mehr ver­sklavt wer­den.


Hur­ra: Node.js in der JVM! Fehlt nur noch Docker für ein Sofort­bin­go.

PolitikIn den NachrichtenComputerMir wird geschlecht
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 19. Juli 2016

Was für Leu­te wer­den in Ber­lin eigent­lich vom Steu­er­zah­ler finan­zier­te Lehr- und Respekts­per­so­nen? Sol­che Leu­te:

ich ken­ne per­so­nen, die legen listen an mit cafès mit hol­ly­wood­schau­keln, cafès mit spree­blick ohne autos und son­nen­un­ter­gän­gen, cafès mit öko-zimt auf man­del­milch-lat­tes, cafès mit schö­nen trans_x_enden fotos und selbst­ge­backe­nen vega­nen kuchen – und cafés zum nicht-hin­ge­hen, mit ras­si­sti­schen per­so­nen die dort arbei­ten und ras­si­sti­schen menü­na­men, mit gen­de­ri­sti­schen cock­tail­na­men und per­so­nen die dort arbei­ten, mit schlech­ten arbeits­be­din­gun­gen, trans-dis­kri­mi­nie­ren­den tür­po­li­ti­ken, zweig­endern­den gen­de­ri­stisch dis­kri­mi­nie­ren­den toi­let­ten, lie­ber gehe ich nicht mehr in cafés als

:irre:


Es wäre wirk­lich lächer­lich, anzu­neh­men, dass aus­ge­rech­net ein hoch­ran­gi­ger SPD-Poli­ti­ker etwas mit Käuf­lich­keit zu tun haben könn­te, sonst fie­le mir zum anschei­nend kor­rup­ten Sig­mar Gabri­el jetzt irgend­was Bis­si­ges ein. Bekommt nicht ein­mal eine Super­markt­fu­si­on gebacken, will aber mit den USA TTIP ver­han­deln.


War­um man es tun­lichst ver­mei­den soll­te, sei­ne Web­site bei einem gro­ßen Unter­neh­men wie Word­Press oder Goog­le statt auf einem eige­nen Ser­ver zu hosten: Da wird schon mal ein 14 Jah­re lang anstands­los betrie­be­nes Kunst­blog ohne ersicht­li­chen Grund von Goo­gles Platt­for­men gelöscht.


Defi­nie­re Deutsch­land: Kreuz­wort­rät­sel-Kunst­werk „beschä­digt“. Im Neu­en Muse­um Nürn­berg setz­te eine Besu­che­rin feh­len­de Lösungs­wör­ter ein.


Die gro­ßen Ver­la­ge mit eini­ger­ma­ßen reich­wei­ten­star­ken Publi­ka­tio­nen, dar­un­ter auch das jüngst mit einer nicht wirk­sa­men „Paywall“ aus­ge­stat­te­te „SPIEGEL ONLINE“, ver­spre­chen mit­un­ter ihre bal­di­ge Plei­te. Bedau­er­li­cher­wei­se ver­su­chen sie auch wei­ter­hin nicht durch Qua­li­tät ihr Fort­be­stehen zu sichern, son­dern schrei­ben statt­des­sen so etwas:

Erst seit Anfang des Monats hat Lady Gaga einen Füh­rer­schein – und schon die erste Ver­kehrs­kon­trol­le hin­ter sich.

Hof­fent­lich hat der Todes­kampf der Ver­la­ge bald ein Ende.

Nach­trag vom 20. Juli 2016: Hof­fent­lich sehr, sehr bald.

In den NachrichtenMontagsmusik
Jere­my Flower – Take // Trau­ri­ge Wel­ten

Man fühlt sich nicht immer großEs ist Mon­tag und ich bin sehr trau­rig.

Ich bin sehr trau­rig, denn ich habe mich wie­der ein­mal auf die unan­ge­neh­me Wei­se dar­an erin­nern las­sen, dass es immer, immer noch ein wenig schlim­mer geht; nicht nur wer mit wem, son­dern auch wo, womit alle wesent­li­chen Fra­gen abge­deckt wären und das drin­gen­de Bedürf­nis, für die näch­ste bestür­zen­de Mel­dung in den Nach­rich­ten selbst ver­ant­wort­lich zu sein, um sich ein­fach ein biss­chen abzu­re­gen, blö­der­wei­se ein­fach nicht weg­geht.

Ich bin sehr trau­rig, denn ich habe es völ­lig ver­säumt, den gest­ri­gen Welt-Emo­ji-Tag ange­mes­sen zu fei­ern; ande­rer­seits hat­te ich dazu schon im Mai alles Nöti­ge geschrie­ben. Dazu passt die frei­täg­li­che Mel­dung, dass Goog­le Emo­jis für gleich­be­rech­tig­te Frau­en stan­dar­di­sie­ren lässt und damit, glaubt man Face­book, Dut­zen­de wei­te­rer Geschlech­ter dis­kri­mi­niert. Es kann kei­ne Gleich­be­rech­ti­gung geben, so lan­ge kei­ne bise­xu­el­len india­ni­schen ein­bei­ni­gen Trans­se­xu­el­len ein eige­nes Arzt-Emo­ji haben!

Ich bin sehr trau­rig, dass die von der CDU-geführ­ten Regie­rung im Euro­päi­schen Par­la­ment zu ver­ant­wor­ten­den ertrun­ke­nen Flücht­lin­ge – über 800 wur­den vor ein paar Tagen aus dem Mit­tel­meer gefischt – in der Flut an Non­sens­mel­dun­gen wie der über drei tote Deut­schenein, nicht auch noch Deut­sche! – in Niz­za völ­lig, hihi, unter­gin­gen. Auch ande­re Staa­ten haben es lei­der ver­säumt, ihren Teil zu einer über­sicht­li­chen Welt­la­ge bei­zu­tra­gen: Wäh­rend ganz Euro­pa noch blö­de vor sich hin­trau­er­te, putsch­te fast das Mili­tär in der Tür­kei für mehr Frie­den und Demo­kra­tie, denn so eine Mili­tär­re­gie­rung ist ja noch aus Ägyp­ten dafür bekannt, beson­ders gut zur Frie­dens­si­che­rung geeig­net zu sein. Ihre erste Amts­hand­lung war das Ver­hän­gen einer Aus­gangs­sper­re. Klar: Wenn kei­ner mehr raus darf, kann drau­ßen nichts mehr pas­sie­ren.

Ich bin sehr trau­rig, aber es gibt ja Musik.

Jere­my Flower ~ Take ~ [ Cham­ber Rock ]

Jetzt ist es bes­ser, glau­be ich.

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz notiert zum Anschlag in Niz­za

Unser total­über­wach­tes Nach­bar­land Frank­reich hat wie­der ein­mal unter Beweis gestellt, dass Vor­rats­da­ten­spei­che­rung, all­ge­gen­wär­ti­ge Instal­la­ti­on von Kame­ras und Ver­hän­gung des Aus­nah­me­zu­stands abge­se­hen von der Ein­schrän­kung sämt­li­cher rele­van­ten Frei­heits­rech­te im Gegen­satz zur Bom­bar­die­rung Syri­ens gänz­lich fol­gen­los blei­ben.

PolitikIn den NachrichtenComputer
Rechts­freie Räu­me vol­ler Hass

Was macht eigent­lich das Bun­des­in­nen­mi­ni­ste­ri­um, des­sen Errich­tung eines rechts­frei­en Raums durch die Frei­las­sung eines „Staats­tro­ja­ners“ vor inzwi­schen 1.741 Tagen vom Cha­os Com­pu­ter Club publi­ziert wor­den war?

Nun, es bekämpft natür­lich auch wei­ter­hin „das Böse“, behaup­tet es auf Twit­ter:

Rechtsfreier Raum

In der Theo­rie klingt das mög­li­cher­wei­se ganz nett, in der Pra­xis aber geht es eben nicht um die Bekämp­fung rechts­frei­er Räu­me – dafür fehlt dem Mal­ware­mi­ni­ste­ri­um auch die nöti­ge Recht­schaf­fen­heit – und schon gar nicht um die Bekämp­fung von „Hass­re­de“, was auch immer das genau sein soll, son­dern expli­zit um die Rech­ten, wie Raz­zi­en bele­gen. Das Ziel dahin­ter: Weg­lö­schen von allem, was nach „Hass“ aus­sieht, was bedau­er­li­cher­wei­se Geschmacks­sa­che zu sein scheint, von Medi­en, über die ein deut­sches Mini­ste­ri­um gar kei­ne Ent­schei­dungs­ge­walt hat. „War­um soll ein US-ame­ri­ka­ni­sches Unter­neh­men Din­ge zum Bei­spiel löschen, die dort gar nicht straf­bar sind? Am deut­schen Gefühls­we­sen soll die Welt gene­sen? Ihr spinnt doch!“

Zur glei­chen Zeit wie das Bun­des­in­nen­mi­ni­ste­ri­um rief auch die Ama­deu-Anto­nio-Stif­tung („Ama­deu Anto­nio Stif­tung“), zu deren nam­haf­ten Mit­glie­dern auch die bekann­te Hass­red­ne­rin Julia Schramm zählt, dazu auf, man möge als anstän­di­ger Bür­ger doch etwas gegen „Het­ze“ unter­neh­men, ver­mied es dabei jedoch, bekannt­zu­ge­ben, auf wel­che Wei­se man Julia Schramm wohl zur Ruhe brin­gen könn­te; jeden­falls: die Twit­te­rer beim BMI waren spon­tan so begei­stert, dass sie die Bro­schü­re öffent­lich bewar­ben und sich gleich­zei­tig von Julia Schramm distan­zier­ten, will hei­ßen: wenn eine Hass­red­ne­rin Tipps gegen Hass gibt, dann dis­qua­li­fi­ziert sie das noch nicht als „Exper­tin“, was bedau­er­li­cher­wei­se auch man­ches aus­sagt.

Um Zwei­fel an dem Selbst­ver­ständ­nis der Ama­deu-Anto­nio-Stif­tung („Ama­deu Anto­nio Stif­tung“) nach­drück­lich aus­zu­räu­men, hat die Vor­sit­zen­de besag­ter Stif­tung, im tak­ti­schen Vor­teil durch jah­re­lan­ge Erfah­rung als Sta­si­spit­zel, die­ser Tage unmiss­ver­ständ­lich ver­deut­licht, dass es ein Unding sei, wenn sie, der – wie bekannt – frü­he­re Sta­si­spit­zel, als frü­he­rer Sta­si­spit­zel bezeich­net wer­de.

Die Stif­tung ver­langt, den Bei­trag aus der Media­thek zu löschen.

So gehört sich das in einem funk­tio­nie­ren­den Staat: Steu­er­fi­nan­zier­te Fern­seh­sen­der wer­den von Leu­ten, die sich von Sati­re, die ledig­lich erkenn­bar die per­sön­li­che Lebens­lei­stung die­ser Leu­te wür­digt, belei­digt füh­len, um die Ent­fer­nung die­ser Sati­re gebe­ten, auf dass die rei­ne Leh­re nicht geschmä­lert wer­de. Die Ama­deu-Anto­nio-Stif­tung („Ama­deu Anto­nio Stif­tung“) ermu­ti­ge Initia­ti­ven vor Ort, sich für demo­kra­ti­sche Kul­tur stark zu machen, tönt die Web­site die­ser Stif­tung, und viel­leicht kam mir gera­de ein biss­chen Kot­ze hoch.

In der Tür­kei schafft man es so bis ganz nach oben.


Apro­pos media­le Inkom­pe­tenz: „SPIEGEL ONLINE“ – wer sonst? – hat seit kur­zem eine eher schlecht funk­tio­nie­ren­de Paywall. Sie funk­tio­niert so schlecht, dass ihr, statt zu zah­len, ein­fach mit ein biss­chen Java­script die „Ver­schleie­rung“ auf­he­ben könnt. Qua­li­tät gibt’s eben nicht umsonst.

MusikIn den Nachrichten
War­um Keith Jar­rett zu beju­beln ist

Gestern schrieb Cle­mens Setz auf „ZEIT ONLINE“ über ein Kon­zert des unbe­strit­ten erst­klas­si­gen Jazz­pia­ni­sten Keith Jar­rett unge­fähr dies:

Ich war auf­ge­regt. Ich hat­te ihn nie zuvor live erlebt. Der Held mei­ner Jugend, noch aus jener Zeit, als ich dach­te, ich könn­te viel­leicht selbst ein gro­ßer Jazz­pia­nist wer­den. (…) Als Näch­stes kam Keith Jar­rett. Er sah nicht sehr glück­lich aus. Er trat ans Mikro­fon und sag­te: „Ich spie­le nicht eine ein­zi­ge Note auf die­sem Kla­vier, bis die zwei Per­so­nen, die Fotos gemacht haben, das Gebäu­de ver­las­sen haben!“ (…) Jar­rett setz­te, mit einer Hand Schwei­gen gebie­tend, noch eins drauf. Er habe durch unse­re Unver­schämt­heit den Kon­takt mit der Musik ver­lo­ren. (…) Der Künst­ler ent­zieht uns rück­wir­kend sei­ne See­le! Was wir gehört haben, war nicht wirk­lich er. Und falls es uns gefal­len hat, zeigt das nur, wie dumm wir sind. Herr­je.

„Herr­je“, was hat die­ser Künst­ler­arsch doch eine völ­lig fal­sche Vor­stel­lung von Musik! Es steckt kein Herz­blut im Gehör­ten? Das ist egal, es ist belie­big. Der Mann kann uns doch nicht das Atmen ver­bie­ten und das fast genau so wich­ti­ge Belä­sti­gen des inter­es­sier­ten Publi­kums mit Licht­blit­zen erst recht nicht, denn völ­lig unge­ach­tet der Fra­ge, ob die Gefühls­rei­se geneig­ter Anwe­sen­der, auf die sie mit guter Musik auf­zu­bre­chen ver­mö­gen, nicht von blö­dem Geknip­se von Banau­sen unsanft been­det wer­den könn­te und man sich das viel­leicht mal frü­her über­le­gen soll­te, darf man nicht aus den Augen ver­lie­ren, wor­um es wirk­lich geht, wenn man ein Kon­zert besucht, näm­lich um einen wei­te­ren Etap­pen­sieg im ewig wäh­ren­den Wett­kampf um Däum­chen und Stern­chen. Jemand macht was, egal was: Like. War­um den Abend genie­ßen, wenn man ihn auch hin­ter­her auf einem Bild­schirm angucken kann? Die heu­ti­ge Video­tech­nik lässt ver­blüf­fend ech­tes fee­ling auf­kom­men, als wäre man bei dem auf­ge­nom­me­nen Kon­zert selbst dabei gewe­sen.

Krass.

Cle­mens Setz schrieb wei­ter­hin:

Er schien uns zu sagen: Ihr beklatscht ohne­hin alles, also was soll’s, hier ist ein Blues. Zyni­sche Musik. Bit­te­re Imi­ta­tio­nen sei­ner selbst, vir­tu­os hin­ge­knallt für ein dum­mes Publi­kum, das nicht still und unsicht­bar sein kann. (…) Ich stell­te mir vor, wie der Künst­ler vor dem Kon­zert ins Mikro­fon sagt: (…) „Und schau­en Sie nicht dau­ernd auf die Arm­band­uhr. Was hat Tech­no­lo­gie hier neben mir und mei­ner Kunst zu suchen?“

Wenn ich noch drin­gend irgend­wo hin muss oder ein­fach nur den Moment her­bei­seh­ne, dass der Mist vorn auf der Büh­ne end­lich endet, dann ist es nicht die Auf­ga­be des Künst­lers, sei­ne Arbeit so schnell wie mög­lich hin­ter sich zu brin­gen, denn er hat den unge­dul­di­gen Kon­zert­be­su­cher nicht dar­um gebe­ten, an einem Ort zu sein, an dem er gar nicht sein will. Wäre ich selbst Musi­ker, ich wür­de mich gleich­falls erheb­lich an Men­schen stö­ren, die trotz frei­wil­li­gen Bei­woh­nens offen­sicht­lich nicht gewillt sind, mir zuzu­hö­ren. Ich gehe ja auch nicht in eine Metz­ge­rei, wenn ich Lust auf Salat habe, und las­se die aus­blei­ben­de dor­ti­ge Befrie­di­gung die­ser Lust schon gar nicht am anwe­sen­den Metz­gersper­so­nal aus.

Da ich dies gera­de schrei­be, fällt mir auf, wem ich sicher­lich nicht hät­te zuhö­ren sol­len: Cle­mens Setz näm­lich. Aller­dings tu‘ ich ihm nicht den Gefal­len und beschwe­re mich bei ihm dar­über, dass ich mei­ne Zeit damit ver­schwen­det habe, sei­nen Banau­sen­quatsch zu lesen, denn das war mei­ne eige­ne und vor allem freie Ent­schei­dung. Ich höre lie­ber ein wenig Jazz. Das ent­spannt.

Und ich brau­che nicht mal ein Foto vom Kla­vier dafür.