KaufbefehleMusikkritik
Musik 06/2016 — Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 16 von 29 der Serie Jahres­rück­blick

Es ist ein halbes Jahr vor­bei, und schon der Diszi­plin (eine son­st über­schätzte Tugend) wegen wird es daher Zeit, ein­mal die ersten sechs Monate der musikalis­chen Neuer­schei­n­un­gen — all jene also, der­er ich bis Ende Juni hab­haft wer­den kon­nte — Revue passieren zu lassen, wohl wis­send, dass all das von vorn­here­in von vie­len Toden und mit­tler­weile auch der Auflö­sung von Beard­fish über­schat­tet wird.

In diesem für die Musik doch eher merk­würdi­gen Jahr gibt es auch gute Neuigkeit­en: Beak> dro­hte es nicht mehr zu geben, aber Ende März wurde eine Neube­set­zung angekündigt. Das zwis­chen­durch erschienene Album “Cou­ple in a Hole”, im Wesentlichen eine Skizzen­samm­lung und deshalb hier nicht inter­es­sant, ist jeden­falls noch im alten Miteinan­der aufgenom­men wor­den. Keines­falls geson­derte Erwäh­nung find­en hier auch die bere­its ander­weit­ig emp­fohle­nen neuen Alben von Kula Shak­er und Karokh, die allerd­ings weit­er­hin uneingeschränkt hörenswert sind.

Im Juni zweifelte Dirk Peitz auf “ZEIT ONLINE” daran, dass es eine gute Idee sei, Konz­ertbe­such­er per Beschluss davon abzuhal­ten, das Konz­ert nur durch ihre Smart­phonebild­schirme wahrzunehmen. Möge Dirk Peitz sich weit­er­hin mit seichter Pop­musik herum­schla­gen, die ein frag­würdi­ges Klien­tel anlockt! Euch ist der­weil viel Spaß mit fol­gen­den Glanzstück­en zu wün­schen:

1. Super-Scheiben.

  1. Neu­rosen­blüte — ganz frisch
    “Es ist und ist und ist ein­fach / und ist und ist.” (Immer dieses Jet­zt)

    Endlich mal eine Rezen­sion, die sich sozusagen von allein schreibt!

    Auf der Mail­ingliste “progrock-dt” kündigte die Ham­burg­er Band Neu­rosen­blüte — allein der Name schon! — ihr diesjähriges Minial­bum “ganz frisch” wie fol­gt an:

    Was drin ist:
    ‑Acht Titel mit ein­er Gesamt­spielzeit von ca. 30 Minuten
    ‑Front- und Back­cov­er zum Sel­ber­basteln (oder ‑back­en)
    ‑Texte mit Ver­stand
    ‑Texte ohne Ver­stand
    ‑Tak­te zum Kopfrech­nen
    ‑Ganzton‑, Zwölftonzeug
    ‑lang­weiliges, nor­males Dur/­Moll-Zeug
    ‑Dinge, die klin­gen wie Ver­spiel­er
    ‑echte Ver­spiel­er

    Das kann ich ruhi­gen Gewis­sens so ste­hen lassen. Ich höre Krautrock und vor allem viel King Crim­son. Die Her­ren haben noch Großes vor sich, wie mir scheint. Ich wün­sche viel Erfolg.

    Rein­hören: Auf Bandcamp.com lässt sich “ganz frisch” anhören und — lei­der nur als Down­load — kaufen.

  2. DeWolff — Roux-Ga-Roux

    DeWolff — der Leser möge sich erin­nern — ist ein immer noch junges Trio, dessen Mit­glieder gegen­wär­tig noch immer weit von ihren 30ern ent­fer­nt sind und dem man ein fehlen­des Pro­fil schon jet­zt nicht attestieren kann:

    Die Musik­er selb­st beze­ich­nen ihren Stil als „psy­che­delis­chen, elek­tri­fizierten, fuz­zgetränk­ten, eksta­tis­chen, hart grooven­den Space-Rock‑n’-Roll”.

    Nun also gibt es nicht nur ein neues Liveal­bum namens “Live & Out­ta Sight”, son­dern auch ein neues Stu­dioal­bum: “Roux-Ga-Roux”.

    Ein roux-ga-roux oder rougarou ist, so teilt’s die Wikipedia mit, ist ein Blut saugen­des Fabel­we­sen aus indi­an­is­ch­er Folk­lore, das irgend­wie mit dem Wer­wolf zusam­men­hängt, wom­it man bei DeWolff ja eigentlich auch hätte rech­nen kön­nen. Die “VISIONS” nen­nt Teile des Albums ver­sumpft und meint das wahrschein­lich pos­i­tiv.

    Zu tun haben wir’s hier allerd­ings nicht mit Sumpf­musik, son­dern mit fein­stem Blues­rock, die Rede ist von Deep Pur­ple und Led Zep­pelin als Anhalt­spunk­te und das ist nicht mal beson­ders falsch. Die psy­che­delis­che Spiel­rich­tung des Blues­rocks, wie sie in den 1970ern pop­ulär war, find­et in DeWolff nach wie vor einen willkomme­nen Für­sprech­er. Ich bin wil­lens, hier und da auch etwas von Hen­drix und ein biss­chen von den Doors anklin­gen zu hören, und bin rest­los begeis­tert. Starke Scheibe, wie man auf Neudeutsch sagt.

    Rein­hören: Auf YouTube gibt es ein the­ma­tisch passendes Video zu “Sug­ar Moon”, Amazon.de hat halb­minütige Schnipsel zum Rest des Albums im Port­fo­lio.

  3. Jupiter Jones — Brül­lende Fah­nen
    “Flim­mernde Pupillen wer­fen Chaos zurück” (Lauf.Forrest.Lauf!)

    Jupiter Jones? Hier? Aber ja! Glaubt mir: ich bin min­destens so entset­zt wie ihr.

    Dabei ist die meiste Musik solch­er Deutschrock­bands vor allem wegen des Sängers schau­rig, ein ungeeigneter Sänger (zum Beispiel Phil Collins) kann selb­st die the­o­retisch beste Band zu einem jäm­mer­lichen Häu­flein Pop­musikan­ten degener­ieren. Jupiter Jones sind mir insofern vielle­icht auch deshalb zum ersten Mal pos­i­tiv aufge­fall­en, weil sie für “Brül­lende Fah­nen” mit ihrem neuen Sänger Sven Lauer zusam­mengear­beit­et haben, der hier selb­st für meine gequäl­ten Ohren unge­mein passend klingt.

    Was wird hier musikalisch darge­boten? Nun, neben dem wohl gen­rebe­d­ingten Liebeslied “70 Siegel” hört man eine inter­es­sante Mis­chung aus mod­ern­er Elek­tron­ik und erdi­gem Deutsch- und Indie­rock, als hät­ten die Musik­er neben, dies teil­ten sie dem Pub­likum jeden­falls mit, den Arc­tic Mon­keys auch Die Gold­e­nen Zitro­nen sowie The Nation­al zu ihren Musen erko­ren. (Ich habe zumin­d­est das jet­zt nicht über­prüft.)

    Die “VISIONS” spekulierte sichtlich befremdet, alte Fans hät­ten an den Dis­so­nanzen im Titel­stück ver­mut­lich schw­er zu knab­bern, das Radiobe­gleit­magazin “musik­ex­press” ist naturgemäß ger­adezu schock­iert über die Abkehr von der Art Musik, die ein­st­mals “Früh­stücks­fernse­hzuschauern” (ebd.) bekan­nt zu wer­den ver­mochte, mich indes begeis­tern die krum­men Akzente. Dabei übertreiben Jupiter Jones es nicht über­mäßig, zur Avant­garde mag’s nicht reichen; allein: Wenn bewährter Gitar­ren­rock (noch so eine Assozi­a­tion: Die Toten Hosen, erfreulicher­weise nicht textlich) auf nach vorn preschen­des Schlagzeug trifft, nicht begleit­et, son­dern übertönt von einem ger­adezu absichtlich intro­vertiert wirk­end sin­gen­den Sänger, und all das häu­fig so, dass man sich dann doch mal ans Mitzählen der Tak­te macht, weil etwas merk­würdig erscheint, dann funk­tion­iert hier irgend­was richtiger als da, wo der “musik­ex­press” Jupiter Jones offen­sichtlich gern sehen würde.

    “Grausam” sei “Brül­lende Fah­nen”, da sich “kein einziger Song mit Hit­poten­zial” darauf befinde, befand ein über­mäßig unge­hal­tener Hör­er auf Amazon.de, und wenn wir uns nun alle ein­mal gemein­sam vor Augen führen, wie Alben, auf denen “Songs” mit “Hit­poten­zial” zu hören sind, ins­ge­samt so klin­gen (Phil Collins!), dann ist allein das fünf Sterne wert.

    Ich kaufe ja gern mal das Gegen­teil.

    Rein­hören: Warum nicht mal auf TIDAL?

  4. De Staat — O
    “I’ve got 99 solu­tions but the blues got none.” (Blues Is Dead)

    Oh! De Staat, eine hocher­freuliche Com­bo aus einem hocher­freulichen Land, sind nach wie vor aktiv.

    Es begin­nt wie einst ein grauen­haftes Album von aus­gerech­net Muse mit selt­samen Instru­men­tal­fan­faren, wird dann aber deut­lich bess­er. “Peptalk” ist Selb­stironie in Musik­form. “We’re gonna have some fun tonight, tonight”, darge­boten in ein­er offen­sichtlich absichtlich schrä­gen Grup­penge­sangsnum­mer. Seit “Sweat­shop” (“Machin­ery”, 2011) haben sie nichts ver­lernt.

    Anson­sten chan­neln De Staat mal Primus (“Make The Call, Leave It All”), mal die Pet Shop Boys, schwin­gen im Kos­mos von Tanzpop (“Baby”), New Wave und Groove herum, ohne sich dabei in irgendwelche Gren­zen zwän­gen zu lassen. “Blues Is Dead” ist eine Blues­rock­num­mer, die die üblichen Verdächti­gen (Gary Moore und so weit­er) als bekan­nt voraus­set­zt, aber den besun­genen Stil als endlich begraben deklar­i­ert: “Hip-hip hooray, the blues is dead”. Hat­te noch jemand angenom­men, dass “O” eins der üblichen bier­ern­sten Indie-Rock-Alben ist, so weiß er es spätestens jet­zt bess­er; beziehungsweise:

    Unter den Din­gen, die sich im De-Staat-Kos­mos nicht geän­dert haben, ist auch, dass die Hol­län­der mit ihrer Mis­chung aus Pop-Appeal, Kun­stanspruch, Ironie und hem­mungslos­er Bek­lopptheit nach wie vor völ­lig unver­wech­sel­bar und eigen­ständig sind.

    Den Witz mit der “run­den Sache” haben schon zu viele Leute vor mir gemacht, was mir natür­lich jet­zt die Pointe ruiniert; und aber jeden­falls: “O”? O ja!

    Rein­hören: Ama­zon hat Halb­minüter, zu “Make The Call, Leave It All” gibt es ein bek­nack­tes Stu­dio- und zu “Get On Screen” ein min­der weniger bek­nack­tes Live­v­ideo. Viel Vergnü­gen.

  5. Dae­v­id Allen Weird Quar­tet — Elevens­es

    Die, so behauptet es ein Hin­weis auf der CD-Umhül­lung, “let­zten Auf­nah­men” des ver­stor­be­nen Dae­v­id Allen, einst Mit­grün­der von Gong, die erfreulicher­weise weit­er­hin existieren, und Soft Machine sowie let­ztes Urmit­glied der Erst­ge­nan­nten, fan­den nicht zusam­men mit dem Rest ein­er dieser bei­den Bands statt, son­dern in einem Quar­tett, das sich immer­hin standes­gemäß das Dae­v­id Allen Weird Quar­tet nen­nt.

    Nun ist die Ver­mu­tung, es han­dele sich tat­säch­lich um Her­rn Allens “let­zte” Auf­nah­men, nicht nur ger­ingfügig falsch, son­dern trotz der ver­mut­lich starken Ver­mark­tungswirkung fernab der Tat­sachen, sind doch seine Beiträge zum Album, wie das Inter­net weiß, zwis­chen 2006 und 2008 und somit min­destens drei Jahre vor seinem tat­säch­lich let­zten Album, “sound­bites 4 tha reV­e­la­tion 2012”, ent­standen. Auch das Quar­tett selb­st ist eigentlich nicht neu, es nahm noch vor 2006 unter dem Namen Weird Bis­cuit Teatime — auch hier eine Anspielung auf das 70-er-Werk von Gong — bere­its “DJDDAY”, ein krautiges Space-Rock-Album, auf und änderte seinen Namen erst für die Veröf­fentlichung dieses Albums, nach­dem Dae­v­id Allen, der zuvor dem fast fer­ti­gen Album seine Zus­tim­mung gegeben hat­te, gestor­ben war, weil die Plat­ten­fir­ma das gern so haben wollte. Klar: Dae­v­id Allen ken­nt man, aber wer war noch mal Don Fal­cone? Wenn es nicht ger­ade merk­würdi­ge Namen trägt, nen­nt sich das “Kollek­tiv” allerd­ings Spir­its Burn­ing, umfasst auch schon mal Mit­glieder von Hawk­wind und lädt Steven Wil­son, Nic Pot­ter und weit­ere Größen des Pro­gres­sive Rocks zum Spie­len ein. Weird.

    So weit zum Schlecht­en, denn das alles allerd­ings ist Schall und Rauch, ins­beson­dere des Wort­spiels wegen: “Elevens­es” ist pure Kraut- und Dro­gen­musik, psy­che­delisch im besten Sinne und oben­drein der­maßen gespickt mit der guten alten Hip­pieorgel, dass man sich beim Hören beina­he wieder jung (und bek­ifft) fühlt. Musikalisch hat Dae­v­id Allen 1970 seit sein­er Ankun­ft nie ver­lassen.

    Bere­its das zweite Stück “Imag­ick­na­tion” wirkt wie direkt einem der frühen Space-/Krautrock­alben ent­nom­men, der Geist von Can, Amon Düül (II) und eben Gong weht durch jede der fast vier Minuten, “Grasshop­ping” ist ein instru­men­taler Trip durch eine sehr bunte Tropen­welt — oder vielle­icht doch Gras? — und auch “God’s New Deal”, bis dato nur als eins der vie­len Gedichte Dae­v­id Allens bekan­nt, atmet in sein­er bemerkenswerten Zusam­menset­zung aus Zirkus­musik, Folk und beat­lesquem Psy­che­del­ic Rock die Aura der Blu­menkinder ein.

    Lässt man ein­mal die zumin­d­est unglück­liche Ver­mark­tung außer Acht, ist “Elevens­es”, was Alben von und mit Dae­v­id Allen schon immer aus­geze­ich­net hat: Freakig im besten Sinne, dro­gen­schwanger, far­ben­froh und nie auch nur nahe dem Ernst; wohl auch, weil 2008 sein Kreb­stod noch nicht abse­hbar war. “Elevens­es” als sein Ver­mächt­nis zu beze­ich­nen wäre sicher­lich nicht in seinem Sinne gewe­sen. Ich schlage daher vor, es als das zu betra­cht­en, was es eigentlich ist: Ein dur­chaus beachtlich­es Psy­che­del­ic-Rock-Album aus dem — wie tre­f­fend — Allen’schen Klangkos­mos für jeden, der Gong und alles aus deren musikalis­chem Umfeld zu schätzen weiß.

    Rein­hören: Es möge ein Ver­weis auf Ama­zons Hör­proben vorüberge­hend genü­gen.

  6. Hawk­wind — The Machine Stops
    “The secret lies with­in us / deep inside the human mind” (King of the World)

    Apro­pos Hawk­wind.

    Im Dezem­ber 2015 starb Lem­my Kilmis­ter, seines Zeichens nicht nur Grün­der und Front­mann von Motör­head, Phil-Collins-Bewun­der­er und Bour­bon­trinker, son­dern zur pos­i­tiv­en Abwech­slung zudem ins­ge­samt viert­er Bassist der Hardrock­band Hawk­wind von 1972 bis 1975, die mit nur ein­er Pause von weni­gen Monat­en Dauer seit 1969 sozusagen durchge­hend aktiv ist und somit neben Pink Floyd und ähn­lichen Grup­pen aus jen­er Zeit zu den Pio­nieren des Space­rocks gezählt wer­den kann, wenn man das unbe­d­ingt möchte.

    Dass von der Urbe­set­zung von Hawk­wind nur mehr Gitarrist/Sänger/Keyboarder Dave Brock übrig ist, der in diesem Jahr 75 Jahre alt wird, macht “The Machine Stops” trotz des klis­chee­haft schau­ri­gen Cover­bildes um so inter­es­san­ter. Die Band selb­st ist 2016 zu sechst, wobei Neuzu­gang Haz Wheaton lediglich in den let­zten bei­den Stück­en am Bass zu hören ist. Anson­sten servieren Hawk­wind hier weit­ge­hend bewährte Kost, allerd­ings auch mit bewährt hohem Stan­dard und mit einem erwäh­nenswerten Hin­ter­grund: Es stand die gle­ich­namige Kurzgeschichte des Erzäh­lers Edward Mor­gan Forster von 1909 Pate, in der die Men­schheit, deren sämtliche Bedürfnisse von ein­er riesi­gen Mas­chine befriedigt wer­den und deren Kom­mu­nika­tion bevorzugt über “Sofort­nachricht­en” stat­tfind­et, nach ein paar unan­genehmen Zwis­chen­fällen unterirdisch leben muss; diejeni­gen Men­schen, die Zweifel an der Qua­si­göt­tlichkeit der Mas­chine haben, gel­ten als Aus­gestoßene und wer­den von ihren Mit­men­schen entsprechend ger­inggeschätzt. Inwiefern Edward Mor­gan Fos­ter das Smart­phonezeital­ter damit vorherge­se­hen hat, füllt sicher­lich so manchen wis­senschaftlichen und pseudowis­senschaftlichen Auf­satz, soll allerd­ings auch gar nicht das The­ma dieser Rezen­sion sein. Vielle­icht nur dieser Gedanke: Vieles, was wir als Fik­tion ken­nen, ist eigentlich gar keine.

    So. Zur Musik.

    Mit “All Hail the Machine” geht es bere­its stilecht los: Blub­bernde Syn­the­siz­er leit­en über in einen tech­nis­chen, hek­tisch flim­mern­den Rhyth­mus aus aller­lei Verz­er­rtem, es spricht ein Erzäh­ler exaltiert von der Großar­tigkeit der Mas­chine — “Blessed is the machine! Blessed is the machine!” -, bis schließlich viele Stim­men durcheinan­der rufen: “All hail the machine!” Der Hör­er weiß so auch ohne Ken­nt­nis von der Kurzgeschichte, worum es wohl geht. Fein.

    Wie es sich für ein anständi­ges Konzep­tal­bum gehört, wird diese Ein­leitung mit dem ersten richti­gen Lied, das den Namen “The Machine” trägt, überblendet. Neben dem knack­i­gen Bass, hier von Jonathan Dar­byshire, der sich gele­gentlich Mr Dibs nen­nt, gespielt, fällt mir ein musikalis­ch­er Rück­griff in den Post­punk der 1980-er Jahre auf, wenn auch etwas frisch­er klin­gend, dominiert vom Gitar­ren­spiel und Gesang Dave Brocks. Das Punkige legt die Band auf “The Machine Stops” nie völ­lig ab, selb­st in “Syn­chro­nized Blue”, das die Wurzeln der Band in der psy­che­delis­chen Musik der späten 1960-er Jahre noch ein­mal deut­lich wer­den lässt; auch das großar­tige “King of the World” schlägt in eine ähn­liche Kerbe, angere­ichert mit den genre- und bandüblichen elek­tro­n­is­chen Effek­ten, die dem Lied eine entrück­te Atmo­sphäre ver­lei­hen. Zwei weit­ere Lieder sind eigentlich Soloauf­nah­men zweier Band­mit­glieder: “Hexa­gone”, eher eine Space­bal­lade als ein Space­rock­stück, wird allein von Phillip Reeves alias Dead Fred, neben­beru­flich Key­board­er bei Inner City Unit, intoniert und instru­men­tiert, das ori­en­tal­isch anmu­tende “The Har­mon­ic Hall” von Niall Hone (son­st Gesang, Key­boards und Syn­the­siz­er).

    Ihr merkt es vielle­icht schon: “The Machine Stops” macht Spaß, weil es nur sel­ten in Space­rock­klis­chees versinkt, dann aber immer so, dass man es für Selb­stironie hal­ten kön­nte. Es sind die kleinen Details, die es zu einem sehr angenehmen Erleb­nis machen. Natür­lich agieren Hawk­wind hier weit von dem Space­rock ent­fer­nt, den zum Beispiel Gong (hat­ten wir ja ger­ade) oder Pink Floyd in ihren besten Zeit­en gemacht haben, aber genau das ist es, was diesem Jahr noch gefehlt hat.

    Es möge die Mas­chine Hawk­wind noch lange nicht ange­hal­ten wer­den!

    Rein­hören: Wie wäre es mit TIDAL? Anson­sten hil­ft Amazon.de gern weit­er.

  7. Ton­bruket — Forever­greens

    Ein­fach mal ein biss­chen Instru­men­tal­jazz zwis­chen­durch. Wobei: Ist das noch Jazz?

    Ton­bruket, ein Quar­tett aus der Periph­erie des auf bedauer­liche Weise unterge­gan­genen Esb­jörn Svens­son Trios und der nicht üblen, aber eben­so aufgelösten Indie­rock­band The Sound­track of Our Lives, alle­samt aus dem her­rlichen Schwe­den, spie­len hier jeden­falls alles andere als bloße Klas­sik­er. Ignori­ert das pot­thässliche Cover­bild, es lenkt nur unnötig ab.

    Nach der gesproch­enen spanis­chen Ein­leitung (“Intro”) wird zunächst ein­mal die Erin­nerung an den Flat Beat — wenn ihr den ger­ade nicht im Kopf habt, holt das bloß nicht nach — geweckt. Tor­toise und ver­gle­ich­bare Bands lassen hier grüßen: Ein merk­würdig schlep­pen­der, verz­er­rter beat fräst sich ins Ohr, um sogle­ich wieder zu ver­schwinden und Platz zu machen für Perkus­sion und Klavier, deren Spiel von bemerkenswert­er Melan­cholie geprägt ist und die bis zum Ende von “Mano Sin­is­tra”, allmäh­lich fordern­der wer­dend, das Fun­da­ment für die Eska­paden der übri­gen Instru­mente. Etwas ruhiger geht es im folki­gen “Sinkadus”, mit dem die nor­wegis­che Lie­der­ma­cherin Ane Brun als Gast auf “Forever­greens” ihren Ein­stand hat, zu. Mit “Taran­tel­la”, “Lin­ton” und “First Flight of a New­bird” find­en Ton­bruket immer wieder zur elek­tro­n­is­chen Tanz­musik, immer wieder klingt Artver­wandtes wie von Jaga Jazz­ist und eben Tor­toise an, maßge­blich eigen­ständig durch die dom­i­nante Klavier­ar­beit von Johan Lind­ström und Mar­tin Hederos, der ab und zu auch zu Akko­rdeon, zum ersten Mal hör­bar in “Sinkadus”, und Geige greift.

    “Forever­greens” ist eines dieser Alben, die offen­sichtlich unschein­bar­er wirken als sie tat­säch­lich sind. Wenn ihr gegen ein wenig Jazz nichts einzuwen­den habt, gebt ihm eine Chance.

    Rein­hören: Bei Amazon.de geht’s hier ein paar Auszüge, TIDAL hat den Rest.

  8. Joe Bona­mas­sa — Blues of Des­per­a­tion
    “I keep search­ing this world / for some­one to hold me” (No good place for the lone­ly)

    Wahrschein­lich ist es ein Zeichen mein­er allmäh­lichen Ver­greisung, aber ich gebe zu: Dieses — schon wieder — Blues­rock­album beein­druckt mich. Das kön­nte am Kün­stler liegen. Nun fällt diese Rezen­sion ein wenig aus der gewohn­ten Rei­he, denn ich mag eigentlich keinen Blues­rock, deshalb verzei­he man mir die Freude an vielle­icht Gewöhn­lichem. Die offen­sichtlich auf bloßen Trüb­sinn geschriebe­nen Texte, deren Sänger trotz­dem Voraus­set­zung für ein angenehmes Klanger­leb­nis ist, sind oft zu wenig tief­sin­nig, zu unin­ter­es­sant. Irgen­det­was hat dieses Album aber an sich, das bei mir das sprich­wörtliche Klick aus­löst.

    Joe Bona­mas­sa entstammt ein­er ausster­ben­den Spezies, namentlich der­jeni­gen der Gitar­ris­ten, die als Einzel­musik­er schon pos­i­tiv aufgenom­men wor­den waren, bevor sie sich ein­er Band angeschlossen hat­ten, obwohl er zumin­d­est mir erst mit den zwis­chen­zeitlich aufgelösten Black Coun­try Com­mu­nion zum ersten Mal aufge­fall­en ist. Gele­gentlich ist zu lesen, sein Spiel erin­nere oft an Eric Clap­ton, was trotz des sub­tilen Sub­textes, dass es ihm dem­nach wohl an Orig­i­nal­ität man­gele, dur­chaus nicht die schlecht­este Ref­erenz ist. In sein­er Solodisko­grafie find­et man mehrfach eine Zusam­me­nar­beit mit Beth Hart, die trotz ihrer Ent­deck­ung in der Cast­ingsendung “Star Search” später ern­sthafte Musik­erin wurde und, wie sich das für anständi­ge Musik­er gehört, nach ihrem Dro­ge­nentzug in den let­zten zehn Jahren unter anderem zusam­men mit Jeff Beck aufge­treten war, und seit 2008 ganze zehn Liveal­ben beziehungsweise ‑videos. Der Mann ist gern unter­wegs, wie mir scheint.

    Jet­zt also “Blues of Des­per­a­tion”, “Blues der Verzwei­flung”. Gibt es denn auch anderen Blues? Von Verzwei­flung ist freilich jeden­falls musikalisch nicht viel zu hören, dafür fein­er Blues­rock, dessen Rhyth­mus­abteilung man ver­mut­lich bess­er auswe­ichen sollte, denn sie gibt voll auf die Fresse. Vielle­icht ist das im Blues­rock immer so. Die erste Ver­schnauf­pause, das in der Tat clap­tonesque “Dri­ve”, fol­gt direkt auf den ersten Höhep­unkt, das kraftvolle “Moun­tain Climb­ing”, das allein es wert wäre, dieses Album mal gehört zu haben. Ein über­ra­gen­der Auf­takt, der die Freude bis hin zum Ende des Albums fes­tigt. Dass die Texte zu den erfreulichen Melo­di­en nicht ger­ade zum Feiern ein­laden (“Blood on my hands and there’s holes in my jeans / you scrub all day but you nev­er get them clean”), ist eines dieser Dinge, die ich am Blues­rock wohl nie ver­ste­hen werde. Ich habe beschlossen, die Lied­texte von “Blues of Des­per­a­tion” ein­fach ein­mal als schmück­endes Bei­w­erk und nicht als essen­zielle Kom­po­nente zu betra­cht­en, und trotz­dem funk­tion­iert es immer noch für mich.

    Zugegeben: Blues­rock lebt stilis­tisch nicht ger­ade von Vielfalt und Abwech­slung. Aber das muss er auch gar nicht. Der Etiket­ten­schwindel sei verziehen: “Blues of Des­per­a­tion” lässt den Hör­er nicht etwa verzweifelt, son­dern völ­lig aus dem Häuschen zurück. Ich sollte offen­sichtlich mehr über dieses Genre in Erfahrung brin­gen. Euch lege ich dieses Album bis dahin nahe. Es ist gut — und ich weiß nicht, warum.

    Rein­hören: “Moun­tain Climb­ing” auf YouTube. Mag ich.

  9. Jere­my Flower — The Real Me
    “The cur­tains start to close / and every­body knows” (Long­ing in the Tooth)

    Jere­my Flower (heißt wohl wirk­lich so) war bish­er ein ver­gle­ich­sweise unbeschriebenes Blatt auf dem weit­en Feld der anspruchsvollen Musik mit Rock­bezug und tobte sich eher im Klas­sik- und Jazzbere­ich aus. Mit “The Real Me” führt er dem geneigten Hör­er vor, wie schade das eigentlich ist.

    In 14 Stück­en und etwa 70 Minuten, wom­it sich die Lieder “eigentlich” auf Radi­olänge hal­ten, aber keines­falls eine Chance haben, jemals im seicht­en Ein­heits­brei aufzu­tauchen, bril­liert Herr Flower (heißt wohl wirk­lich so) hier an Gitarre, Key­boards und Mikro­fon, und das nicht ein­mal allein; an sein­er Seite geigt und singt neben elf weit­eren Musik­ern auch Car­la Kihlst­edt, die der geneigte Hör­er von ihrer Zusam­me­nar­beit mit respek­tive Mit­glied­schaft in Bands wie den Stolen Babies, Sleep­y­time Goril­la Muse­um, The Book of Knots und so weit­er und so fort ken­nt. Die Frau hat Ref­eren­zen und — dies ste­ht außer jeglichem Zweifel — sin­gen kann sie richtig gut. Davon macht sie — abge­se­hen von “Long­ing In The Tooth” — hier auch reich­lich Gebrauch. Ist das “wahre Ich” Jere­my Flow­ers (heißt wohl wirk­lich so) also eigentlich Car­la Kihlst­edt? Und: Ist das eigentlich von Belang?

    “The Real Me” ist auf jeden Fall ein stim­mungsvolles Album, es herrschen Melan­cholie und Schw­er­mut. Das begin­nt bere­its im wütend-trau­ri­gen Titel­stück, das den Hör­er mit entschlossen­em Rhyth­mus her­anzieht und gle­ich­sam gefan­gen nimmt. Die dun­kle Bal­lade “Take”, in denen sich Car­la Kihlst­edts Stimme in beein­druck­ende Höhen schraubt, führt inter­es­sante Dis­so­nanzen mit sich, was zum Text passt: “When end­ings come we fall to pieces”, ach. Wie anders doch das vorder­gründig beschwingt hüpfende “The Loneli­est Num­ber”, das mit ein­er über­raschend guten Mis­chung aus RIO/Avant und Pop wie eine Reinkar­na­tion von Think­ing Plague und Eatl­iz zugle­ich klingt, während sich die Melodie immer weit­er ver­knotet und schließlich in einem Stre­ich­er­so­lo ausklingt. “Keep The Lights On” lebt schließlich von seinem selt­sam schlep­pen­den Schlagzeugspiel.

    Auch Folkrock (“Along The Banks”) und New Artrock (“This Par­adise”) sind den Musik­ern offenkundig nicht fremd. Was ist das hier also für eine Schublade, in die man das Album gern steck­en möchte? Wie so oft: Keine. Allen­falls Ver­gle­iche (ich höre unter anderem Evan­ge­lista, Nick Cave, Zola Jesus, broken.heart.collector und alles, was trau­rig macht) bieten sich an und tun Jere­my Flower den­noch Unrecht.

    “The Real Me” — nichts für die fröh­liche Aut­o­fahrt. Das ist dur­chaus etwas Gutes.

    Rein­hören: “The Real Me” gibt es auf Bandcamp.com zum Stream und Kauf.

  10. Sham­blemaths
    “Uproar­i­ous rum­pus! Bloody rack­et!” (Con­glom­er­a­tion (or: The Grand Pathet­ic Suite))

    Vor zehn Jahren, um das Jahr 2006 herum, veröf­fentlichte das kur­zlebige Duo Fall­en Fowl, beste­hend aus den nor­wegis­chen Musik­ern Simen Ådnøy Ellingsen (Gitar­ren, Sax­ophon, Gesang) und Eirik Math­ias Husum (Bass), unter­stützt von vier Gast­musik­ern ein paar Demoauf­nah­men sowie den/die/das EP “Do They Love You Now?”. Erster­er beschloss anschließend, stattdessen in Lon­don einen richti­gen Beruf zu erler­nen, und hat inzwis­chen in Quan­ten­physik und Poli­tik­wis­senschaften (Fachge­bi­et: Ter­ror­is­mus mit Kern­waf­fen) pro­moviert, was erst mal wahlweise erschreck­end oder unglaublich lustig klingt, während sein Kol­lege in diversen Bands spielte.

    Offen­sichtlich hat­ten sie aber noch etwas zu sagen. Erfreulicher­weise haben sich die bei­den nun wieder zusam­menge­tan, um gemein­sam mit neun Gast­musik­ern, zusät­zlichen Instru­menten und unter neuem Namen, der zumin­d­est eine Wis­senschaft­sref­erenz bein­hal­tet, das Ver­säumte nachzu­holen; lei­der mit einem grauen­haften Cov­er im Stil alter Sow­jetkampf­plakate, auf dem ein Lastkraft­wa­gen zu sehen ist, der ein sow­jetis­ches Flugzeug­wrack (das ist doch ein Flugzeug­wrack?) trans­portiert. Was auch immer die bei­den Her­ren uns damit sagen wollen — nicht jedes Rät­sel hat eine schnelle Lösung.

    Enthal­ten sind drei Stücke in 54 Minuten, was, um die Band selb­st zu zitieren, schon stark auf Prog hin­deutet. Den Anfang macht “Con­glom­er­a­tion (or: The Grand Pathet­ic Suite)”, das tat­säch­lich pathetisch ist. Zu Beginn gibt es jauchzen­den Key­board-Zeuhl mit Can­ter­bury- und Gen­tle-Giant-Ein­flüssen auf die Ohren. Der namen­lose Ersteller der Bandweb­site merkt dazu an:

    Zügel­lose Anglophilie zeigt sich in den skur­rilen Tex­ten, die, vielle­icht schlecht berat­en, nicht über ein oder zwei Wort­spiele hin­aus­ge­hen.

    Höhö; und weit­er, der zweite Teil des Stücks, “Your Sil­ly Stare”, begin­nt: Faith No More, dann etwas krumm­tak­tiger RIO/Avant, überge­hend in von viel Gebläse befeuerten Jaz­zrock (“A Mock­ery in the Mak­ing”), dazu eine irrlichternde Gitarre, dann wieder die gute, alte Orgel — und das waren nur die ersten sieben Minuten. Zwis­chen­durch bedi­ent man sich scham­los, aber nicht ohne offen­sichtlichen Hin­weis, bei Jethro Tull und Ian Ander­son: “Saucy Tiara Woman!”. Immer noch im gle­ichen Stück kommt auch exper­i­men­tier­freudi­ger Space­rock zu Wort, plöt­zlich etwas Primus, dann wieder Orgel-Can­ter­bury wie einst bei Egg. Das ist nichts für Leute, die ihre Musik gern über­sichtlich und schlicht mögen. Zum Glück bin ich heute in der richti­gen Stim­mung dafür.

    Es ist noch nicht vor­bei! “A Fail­ing Ember”: Mit nur fast neunein­halb Minuten Länge ist das fast radio­tauglich; nein, nicht ganz, zu unter­schiedlich sind die Stim­mungen. Nach ein­er Ein­leitung mit Akustikgi­tarre im Stile Jethro Tulls übern­immt ein eige­nar­tig entrück­ter sin­fonis­ch­er Folkrock mit leichtem schot­tis­chem Akzent, mit­tig aufge­lock­ert durch elek­tro­n­is­ches Fiepen, das einen Pro­gres­sive-Met­al-Zwis­chen­teil ein­leit­et, der nicht lange genug dauert, um anstren­gend zu sein, gefol­gt von griechis­ch­er Folk­lore und aber­mals Jethro Tull, die dies­mal ein biss­chen zu viel vom Kraut genascht zu haben scheinen. Ein ruhiger Moment — es spricht ein Säugling zu getra­ge­nen, aber sehr schrä­gen Klän­gen, woraufhin die Band sich an AOR ver­sucht und selb­st das erfreulich gut hin­bekommt.

    Für das let­zte, wiederum fast zwanzig­minütige Stück “Stalk­er” schließlich, dessen Entste­hung noch auf TiaC (offen­bar eine Abkürzung für There is a Crowd), das Quin­tett, aus dem Fall­en Fowl einst her­vorge­gan­gen waren und das zwis­chen 2002 und 2005 bestand, zurück­ge­ht, das jedoch zuvor nie aufgenom­men wor­den war, ist mit dem Gitar­ris­ten Jan Røe ein ehe­ma­liger Band­kol­lege aus der Ver­schol­len­heit zurück­gekehrt. Was gibt’s zu hören? “Die heiß ersehnte Stille”, ver­spricht die Bandweb­site, aber vorher ein wenig Lie­der­ma­cher­tum, das beina­he in den Pop hinein­re­icht, aber rechtzeit­ig von hüb­sch dis­so­nan­tem Indie-Rock unter­brochen wird (Mr. Bun­gle wer­den schmer­zlich ver­misst), den Hardrock mit Sax­ophon (Sax­ophon!) ablöst, der sich langsam wieder etwas beruhigt, um wieder Platz zu machen für bre­it­for­matige Klangflächen, die nur die Ruhe vor dem Sturm sind, denn wiederum später gibt es auch ein Wieder­hören mit den wilden Can­ter­bury-Eska­paden und bläser­ge­tra­gen­em RIO/Avant, mit dem das Stück und damit das Album schließlich ausklingt.

    Boah.

    Min­destens aus des Frick­el­fre­un­des Sicht ist “Sham­blemaths” schon jet­zt ein Anwärter auf das Album des Jahres 2016. So 70er war der Pro­gres­sive Rock schon lange nicht mehr.

    Rein­hören: Die Quellen sind rar gesät, aber Streamin­gan­bi­eter wie TIDAL wis­sen Rat.

  11. april fish­es — Carpe d’Or

    Wer nen­nt sich denn bitte “April­fis­che”? Das kön­nen ja nur Fran­zosen sein!

    Dabei klin­gen die vier Her­ren von Anfang an eher asi­atisch; sofort bemerke ich das mächtige Brum­men, wie es mich schon bei boris begeis­terte, das dann in einen dröh­nen­den treiben­den Rhyth­mus mit aller­lei Knat­tern und Don­nern überge­ht. Kein Gesang? Kein Gesang! Ich bin wahrlich kein Fre­und franzö­sis­ch­er Sangeskun­st, insofern ist das dur­chaus gut so. Gele­gentliche Sax­ophonaus­brüche schla­gen die Brücke zu den guten alten Van der Graaf Gen­er­a­tor, was neben­bei mit ein­er entsprechen­den Stim­mung ein­herge­ht. Es geht the­ma­tisch wohl um die See, aber See­mannslieder sind das nun wirk­lich nicht. See­mannslieder sind auch erschreck­end scheiße.

    Wom­it haben wir es also zu tun? Puh. Sind Jour­nal­is­ten anwe­send? Sie wür­den es ver­mut­lich Slow­core-Drone­jazz nen­nen, vielle­icht Postrock, vielle­icht Avant­garde, und alles davon ist wahr. Das ist anstren­gend, das braucht Zeit, aber es ist wun­der­voll. Doch, wirk­lich.

    Rein­hören: Amazon.de. TIDAL. Wohl bekomm’s.

  12. Holy Esque — At Hope’s Ravine

    Holy Esque aus Glas­gow macht­en schon ein­mal meine Musik zum Wochen­be­ginn, das dazu gehörende Debü­tal­bum “At Hope’s Ravine”, erschienen im Feb­ru­ar dieses Jahres, habe ich euch aber bish­er ver­schwiegen. Inter­es­sant verz­er­rte Gitar­ren, als hät­ten Place­bo endlich mal ein Instru­men­ta­lal­bum aufgenom­men, tre­f­fen auf die ein­ma­lige Stimme von Pat Hynes und ergeben zusam­men

    (…) einen mitreißen­den Mix, der sich in etwa aus dem rauen Sound von The Pains Of Being Pure At Heart, den ver­spiel­ten Melo­di­en von Bloc Par­ty und dem Pathos der Edi­tors zusam­menset­zt.

    Natür­lich ist das im Wesentlichen nur gut gemachter Indie-Rock, aber mit ein­er der­art beson­deren und ins­beson­dere großar­ti­gen eige­nen Note, dass es wirk­lich schade wäre, “At Hope’s Ravine” nicht zumin­d­est ein­mal gehört zu haben.

    Rein­hören: Drüben auf Nicoro­la gibt’s eine Sound­cloud-Liste mit dem kom­plet­ten Album, Ungeduldige kön­nen auch auf Amazon.de rein­hören.

  13. Com­bichrist — This is Where Death Begins
    “Give me a break / you give what you take” (Skull­crush­er)

    Com­bichrist sah ich zum ersten und bish­er einzi­gen Mal in meinem Leben im Jahr 2011 auf einem Fes­ti­val, auf dem sie beina­he den einzi­gen musikalis­chen Licht­blick gegenüber den eben­falls auftre­tenden Staubkind, Mina Hark­er und son­stiger Mäd­chen­musik darstell­ten. Fragt mich bitte nicht, was ich über­haupt dort ver­loren hat­te. Aus ver­schiede­nen Grün­den hat­ten sie danach bis heute meinen Blick­en ent­zo­gen.

    Die vier Nor­weger sind keine typ­is­che Rock­band; die Beset­zung mit Gesang, Schlagzeug, Perkus­sion und Key­boards, zu denen sich nur live regelmäßig eine richtige Gitarre gesellt, zeigt, dass hier noch mehr Elek­tron­ik am Werk ist. Com­bichrist haben wieder­holte Erfahrun­gen als Vor­gruppe von Ramm­stein gesam­melt und dort passen sie auch hin. Aggres­siv­er Indus­tri­al beherrscht let­ztlich auch dieses Album.

    Dass die Texte und Musikvideos von Com­bichrist noch immer mit Klis­chees spie­len, es geht ja doch immer nur um den Sinn des Lebens und des Daseins, sei ihnen gegön­nt. Ernst nehmen sollte man solch­es nach der Pubertät keines­falls, denn son­st kauft man eine Waffe und bringt jeman­den um. Nein, Com­bichrist machen Musik zum Abreagieren, nicht zur allzu aufmerk­samen Wahrnehmung. Es wird auf Felle gedroschen und zor­nes­rot geschrien, selb­st die Key­boards sind wütend. Aus der Per­spek­tive des Genießers ist das alles eine schreck­liche Zumu­tung, aus der Per­spek­tive eines ein­fachen, unvor­ein­genomme­nen Hör­ers jedoch ist “This is Where Death Begins” nicht weniger als bemerkenswert, zumal es in den meis­ten Stück­en dur­chaus ohrwurm­tauglich ist — ob man will oder nicht. Es muss ja nicht gle­ich die 3‑CD-Ver­sion sein.

    Rein­hören: Auf YouTube gibt es unter anderem Videos zu Skull­crush­er und My Life My Rules.

  14. Vaults of Zin — Kadath

    Einen noch für’n Weg.

    Im Jahr 2014 machte sich das tex­anis­che Quar­tett Vaults of Zin daran, den Nach­fol­ger zu ihrem 2011er Debü­tal­bum aufzunehmen. Warum es noch bis März 2016 dauerte, bis die Öffentlichkeit daran teil­haben durfte, weiß ich nicht, wen­ngle­ich das Absicht sein kön­nte, behauptet die Band doch selb­st von sich, sie sei wil­lens, die Gren­zen der Impro­vi­sa­tion in lan­gen Phasen der Kom­po­si­tion zu erforschen. Das klingt mehr nach Phrasendrescherei als ange­bracht wäre, denn “Kadath” löst dieses Ver­sprechen tat­säch­lich ein.

    Auch “Kadath” hat mit fünf Stück­en zwis­chen dreiein­halb und 22:03 Minuten Laufzeit das Pro­gres­sive schon struk­turell erfasst. Los geht’s mit ausufer­n­dem Gitar­ren­zeuhl (“Amd­u­at”). Dass auch King Crim­son (vgl. deren “Red”) und Bands wie Ruins den Musik­ern nicht unbekan­nt sind, lässt sich nicht nur in “Mons Atan­ua”, dessen Gitar­ren­riff ich schon mal irgend­wo gehört habe, erken­nen, aber da ist dann doch diese beson­dere Note, dieses Schwin­gen zwis­chen Jaz­zrock, Drones und Met­al, die dem Ganzen qua­si die Kro­ne auf­set­zt. Schön­er flir­rten in diesem Jahr noch keine Bässe. Das abschließende “Moon­gate / Heart Girt with a Ser­pent”, mithin das läng­ste Stück auf dem Album, ist zugle­ich auch das lauteste, nach einem schön frick­e­li­gen, space­rock­i­gen Beginn schließlich kip­pend in schlep­pen­den Doom-Met­al, der selb­st einem alten Schöngeist wie mir ein Wohlge­fühl anbi­etet, alles Growl­ing zum Trotz. Das hier macht Gänse­haut, Leute, und das wahrlich nicht zum Schlecht­en.

    Dieses Album ist ver­rückt. Ich mag Ver­rück­tes.

    Rein­hören: Kom­plettstream und ‑kauf gibt’s auf Bandcamp.com.

2. Schlim­mer Schrott.

Die Guten ins Töpfchen, die Schlecht­en hier­her. Ton aus und los.

  • David Bowie — Black­star
    Ange­hörs dieses Albums ist David Bowie wahrschein­lich nicht ein­fach gestor­ben, son­dern für immer eingeschlafen. Was für eine schnar­ch­lang­weilige Pop­grütze.
  • Hypno5e — Shores Of The Abstract Line
    Laut laut.de der “harsche Zwill­ing von Steven Wil­son”, dessen Langeweile wird hier allerd­ings ger­adezu vor­bildlich adap­tiert.
  • Long Dis­tance Call­ing — Trips
    Sta­dion-Hardrock trifft auf 80er-Key­boards. So “schön”.
  • Heron Obliv­ion — Heron Obliv­ion
    Die musikalis­che Begleitung zu einem lan­gen, aus­gedehn­ten Spazier­gang durch Han­nover.
  • San­tana — San­tana IV
    Ich weiß nicht genau, wie Herr San­tana es schafft, auch rock­ige Teile sein­er Stücke zu Bügel­be­gleit­musik zu machen, aber er hat es tat­säch­lich auch dies­mal wieder hin­bekom­men.
  • LNZNDRF — LNZNDRF
    Mit­glieder von The Nation­al (son­st eigentlich ganz gut) und Beirut (mir son­st unbekan­nt) ver­suchen wie Joy Divi­sion zu klin­gen, schaf­fen es aber doch nur zu einem müden Auf­guss von Mark Everett.

3. Schnee von gestern.

Zum Abschluss gibt es einen Rück­blick in die let­zten vierzig Jahre Musik und Gesellschaft. Vor vierzig Jahren hat­ten wir’s erst 1976. Fühlt ihr euch auch ger­ade so unan­genehm geal­tert wie ich? — Musik, Mae­stro:

  • Vor 40 Jahren:

    Mao stirbt, Schmidt wird wiedergewählt, die Todesstrafe in den USA wird wieder einge­führt. Der Vogel des Jahres ist der Wiede­hopf. Auch musikalisch erleben wir 1976 als ein Jahr der Tode und der Neuge­burten:

    Die US-amerikanis­che Sym­phon­ic-Prog-Band Fire­bal­let been­det bere­its mit ihrem zweit­en Album Two, Too …, das gle­ichzeit­ig den wahrschein­lich blödesten Namen und das garantiert bescheuert­ste Cover­bild des Jahres trug, ihre eigene Kar­riere, was den bis dahin involvierten Musik­ern, im Vor­jahr immer­hin auch noch Ian McDon­ald, allerd­ings keinen dauer­haften Schaden zufügt. Ihre britis­chen Kol­le­gen von Camel drehen indes ger­ade erst so richtig auf, mit Moon­mad­ness erscheint im vierten Jahr in Folge ein beein­druck­endes, atmo­sphärisches Album, das im Inter­net gern und vol­lkom­men zu Recht “wun­der­schön” genan­nt wird. Geschwächelt wird erst in den Fol­ge­jahren, das maue Breath­less von 1978 zeigt die Zeichen der Zeit. Allein: Camel hal­ten bis heute durch. Eben­falls auch heute aktiv sind die zwis­chen­durch immer mal wieder aufgelösten Van der Graaf Gen­er­a­tor, die sich mit den bei­den über­ra­gen­den Alben Still Life und World Record — man war kreativ in jenen Tagen — ein let­ztes Mal auf­bäumten, bevor die Gruppe erst den “Gen­er­a­tor” aus ihrem Namen strich und dann, nach einem let­zten Stu­dioal­bum in neuer Beset­zung (The Qui­et Zone / The Plea­sure Dome, 1977) und dem Liveal­bum Vital (schon wieder 1978), nicht zum ersten Mal in ihrer Geschichte vorüberge­hend zer­fiel.

  • Vor 30 Jahren:

    Jahre, die mit 6 enden, sind offen­sichtlich unge­sund. Im Jan­u­ar 1986 fällt die Chal­lenger kaputt vom Him­mel, drei Monate später lässt ein Schichtleit­er in der USSR ein Atom­kraftwerk über­las­ten, was bis heute den Ruf der Kernkraft nicht zum Besseren bee­in­flusst.

    Mit Bal­ance of Pow­er zer­stören im gle­ichen Jahr Elec­tric Light Orches­tra ihren Ruf mit kle­briger Pop­musik, bevor auch sie fün­fzehn Jahre lang von der Bühne ver­schwinden. Eben­so ist für Gen­e­sis bald Schluss mit lustig: Nach Invis­i­ble Touch, das man bitteschön nie wieder auch nur auszugsweise öffentlich auf­führen soll, macht Phil Collins erst mal ein paar Jahre lang blöde Dudel­musik unter seinem eige­nen Namen. Ist der Ruf erst ruiniert… Die anschließende Reunion für das eben­so scheußliche We Can’t Dance (1991) hätte es wirk­lich nicht gebraucht. Was es allerd­ings dur­chaus gebraucht hat, war, dass ein­er ganz anderen Band der Radiopop allmäh­lich schnurzpiepe­gal wurde: The Colour of Spring markiert 1986 den Wen­depunkt in der Kar­riere der ein­sti­gen Pop­kapelle Talk Talk, deren Musik immer sper­riger, immer aus­laden­der und zugle­ich immer intimer wurde, bis die ganze Band eines Tages zu existieren aufhörte. Ihr Sänger Mark Hol­lis lässt seit­dem nur gele­gentlich von sich hören, zulet­zt immer­hin 2012. Auch ein ander­er Sänger meldet sich zur gle­ichen Zeit mit Unge­wohn­tem zurück: Rio Reis­er ver­sucht sich nach der finanziell wohl notwendi­gen Auflö­sung von Ton Steine Scher­ben im Vor­jahr auf Rio I. als Solokün­stler, wobei Stücke wie “König von Deutsch­land” und “Juni­mond”, die ja irgend­wie auch nie­mand mehr so richtig gut ertra­gen kann, eigentlich im Band­kon­text hät­ten veröf­fentlicht wer­den sollen; Ersteres war bere­its 1976 Teil des Scher­ben-Reper­toires. Eben­falls etwas Neues pro­biert die frühere Punkband Beast­ie Boys aus, die mit ihrem Debü­tal­bum Licensed to Ill einen Hip-Hop-Klas­sik­er veröf­fentlicht, der nicht fol­gen­los (Ruhm, Reich­tum, Cov­erver­sio­nen noch und nöch­er) bleiben sollte.

  • Vor 20 Jahren:

    1996 wird Deutsch­land zum drit­ten und bish­er let­zten Mal Europameis­ter im Her­ren­fußball. Ich sah damals zum ersten Mal ein Fußball­spiel auf ein­er richti­gen Lein­wand in ein­er Sche­une und ver­stand schon damals nicht, worüber sich alle so freuen.

    Zur Freude gibt 1996 auch musikalisch kaum einen Anlass: Tic Tac Toe gehen diesem armen gebeutel­ten Land mit ihrem Debü­tal­bum (kack­doofer Titel: Tic Tac Toe) auf die Ner­ven, Mr. Pres­i­dent sind mit der Sin­gle “Coco Jam­boo” und dem dazu bedrück­end gut passenden Album We See the Same Sun im Weg. Zwis­chen Retro- und Neo­prog veröf­fentlichen gle­ich­falls diverse Bands ihre Debü­tal­ben ohne anständi­gen Titel, darunter Quidam, Som­nam­bu­list und Spek­takel, deren gle­ich­namiges Album allerd­ings bere­its 1974 aufgenom­men wor­den war. Plat­ten­fir­men waren damals wohl ein­fach nicht so schnell. Auch der bere­its 1993 ver­stor­bene Frank Zap­pa — der Tag, an dem ich Frank Zap­pa ver­ste­he, wird sicher­lich kom­men — “veröf­fentlicht” mit dem bere­its zwei Dekaden zuvor eigentlich fer­ti­gen Läther eines sein­er wohl unwider­sprochen besten Alben, kon­nte sich darüber aber nicht mehr so richtig freuen. Ob Tor­toise, die für ihr zweites Stu­dioal­bum Mil­lions now liv­ing will nev­er die den damals ehe­ma­li­gen Slint-Gitar­ris­ten David Pajo als Ersatz für den aus­gestiege­nen Bundy K. Brown verpflicht­en kon­nten, mit dem Titel des Albums Recht behal­ten soll­ten, wird sich möglicher­weise allerd­ings noch erweisen.

  • Vor 10 Jahren:

    Als unsterblich gel­ten heute allerd­ings ganz andere Her­ren: 2006 fan­den zugle­ich der sehr lange 250. Geburt­stag von Wolf­gang Amadeus Mozart und der 150. Todestag von Robert Schu­mann statt. Wahrlich, wie man so sagt, große Fußstapfen.

    In die Amy Wine­house nie so ganz hinein­passte: Back to Black sollte ihr let­ztes Album bleiben, es fol­gten auf­bran­den­der Erfolg, Alko­hol und Tod. Bis heute das let­zte Album veröf­fentlichen im gle­ichen Jahr auch Tool mit 10,000 Days, ein erst 2015 für über­standen erk­lärter Rechtsstre­it ver­hin­dert bis heute die Veröf­fentlichung des längst angekündigten Nach­fol­geal­bums, obwohl, wie man so hört, es jet­zt tat­säch­lich nicht mehr allzu lange dauern soll. The Mars Vol­ta hinge­gen existieren inzwis­chen gar nicht mehr, was ich bedau­re, denn mit Amputech­ture, dem Nach­fol­geal­bum des von mir geschätzten, ähn­lich über­dreht­en Frances the Mute, erscheint auch 2006 wieder eines ihrer Alben, die ich Jahre später langsam zu mögen begann. Ganz woan­ders zu verorten sind Kata­to­nia, deren The Great Cold Dis­tance, gefüllt mit ein­er zumin­d­est bemerkenswerten Mis­chung aus Goth­ic und Pro­gres­sive Met­al, einen für dieses Jahr recht passenden Namen trägt.

Damit ist das Hal­b­jahr auch musikalisch endlich vor­bei; aber verza­gt nicht, die Liste für das zweite Hal­b­jahr füllt sich unaufhör­lich und es sind bere­its jet­zt einige feine Perlen dabei. Das wird noch ein wun­der­volles restlich­es Jahr für uns Musik­fre­unde. Näheres zu gegeben­er Zeit.

Danke für die Aufmerk­samkeit!

Jahresrückblick

Musik 12/2015 — Favoriten und Analyse Musik 12/2016 — Favoriten und Analyse
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Senfecke:

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