ComputerIn den Nachrichten
Was wir aus Wan­naCry ler­nen kön­nen

Eine von der NSA pro­gram­mier­te Schad­soft­ware für seit län­ge­rer Zeit nicht aktua­li­sier­te Instal­la­tio­nen von Micro­soft Win­dows legt seit ein paar Stun­den welt­weit mit­un­ter lebens­wich­ti­ge Infra­struk­tur lahm. Wie sich das für eine anstän­di­ge Sicher­heits­lücke heu­te gehört, hat sie mit „Wan­naCry“ natür­lich sofort einen grif­fi­gen Namen und ver­mut­lich auch ein Logo, eine Web­site und ein tren­di­ges Shirt­de­sign bekom­men.

Dar­aus könn­te man jetzt – wie es in den ein­schlä­gi­gen Foren natür­lich bereits der Fall ist – fol­gern, dass erstens das alles mit einem System, das nicht von Micro­soft stammt, nie pas­siert wäre, als läge das Pro­blem nicht in der man­geln­den War­tung vor­han­de­ner Syste­me begrün­det und lie­ße sich mit einem Wech­sel auf ein ande­res nicht gewar­te­tes System lösen, dass zwei­tens drin­gend die Cyber­wehr etwas gegen den Iwan, denn die­ser wird ver­mut­lich schnell als ver­meint­li­cher Schul­di­ger aus­ge­macht wer­den, unter­neh­men soll­te und dass drit­tens die­ses Ver­net­zen aller mög­li­chen Gerä­te eine furcht­ba­re Idee ist, was zumin­dest völ­lig rich­tig ist.

Die ent­schei­den­de Erkennt­nis aber lau­tet (außer natür­lich, dass ein Mensch, der kei­ne Sicher­heits­up­dates durch­führt, jedes Recht, einen Com­pu­ter zu admi­ni­strie­ren, auf Lebens­zeit ver­lie­ren soll­te und dass Viren­scan­ner aus­schließ­lich dem Geld­beu­tel ihrer Ver­käu­fer von Nut­zen sind):

Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten, übri­gens durch­aus auch bereits die guten Ver­ei­nig­ten Staa­ten mit dem guten Prä­si­den­ten Barack Oba­ma, lei­ste­ten und lei­sten sich eine Ter­ror­zel­le, die, staat­lich geför­dert, gezielt Schad­soft­ware schreibt, die lebens­kri­ti­sche Infra­struk­tur schwä­chen kann. Dabei wird nicht, etwa durch eine lan­des­weit ver­füg­ba­re Feh­ler­kor­rek­tur, Vor­sor­ge dafür getra­gen, dass wenig­stens die eige­nen Bür­ger nicht zu Scha­den kom­men, und wie zum Hohn nennt sich die­se Ter­ror­zel­le dann auch noch die Agen­tur für natio­na­le Sicher­heit, als habe ein Kran­ken­haus­vi­rus einen Nut­zen für das wei­te­re Wohl­erge­hen der Nati­on; anders aus­ge­drückt: Staat­li­che Ein­rich­tun­gen der USA gefähr­den jetzt gera­de in die­sem Moment die Gesund­heit euro­päi­scher Zivi­li­sten.

Ich bin mir nicht ganz sicher, wie die Reak­ti­on der Welt­öf­fent­lich­keit wohl aus­fie­le, wäre die Schad­soft­ware statt­des­sen syri­schen oder jeme­ni­ti­schen Ursprungs; einen kon­se­quent und objek­tiv geführ­ten Krieg gegen den Ter­ror inklu­si­ve Amts­ent­he­bung und jah­re­lan­ger Weg­sper­rung nebst aus­gie­bi­ger Fol­ter der Ver­ant­wort­li­chen habe ich mir aller­dings, Huma­nis­mus hin oder her, sel­ten so sehn­lich her­bei­ge­wünscht wie heu­te.

PolitikIn den Nachrichten
Seid Ter­ro­ri­sten! (3)

Das laut über­ein­stim­men­den Medi­en­be­rich­ten – Län­der, in denen nur böse Men­schen woh­nen, wer­den tra­di­tio­nell eher nicht berück­sich­tigt – meist­ter­ro­ri­sier­te Land der Welt, näm­lich Frank­reich, ist aus irgend­ei­nem bedau­er­li­chen Ver­se­hen her­aus auch das­je­ni­ge Land in der Euro­päi­schen Uni­on, dem Frei­heit und Bür­ger­rech­te die frem­de­sten sind. Seit inzwi­schen fast 18 Mona­ten befin­det sich das Land im Aus­nah­me­zu­stand, des­sen Legis­la­tur neben ande­ren Unan­nehm­lich­kei­ten auch Aus­gangs­sper­ren, Durch­su­chun­gen und Haus­ar­re­ste ohne rich­ter­li­chen Beschluss, mit unse­ren west­li­chen Wer­ten kaum ver­ein­bar, zu gel­ten­dem Recht erklärt. Selbst­ver­ständ­lich bedeu­tet eine Ent­rech­tung von Frank­reichs Bür­gern nun nicht, dass nichts mehr pas­siert; die erhöh­te exe­ku­ti­ve Auf­merk­sam­keit sorgt ledig­lich dafür, dass Dro­gen­kon­su­men­ten noch schnel­ler als bis­lang tot­ge­schos­sen wer­den.

Statt Frank­reich aber, wie es für eine Wer­te­ge­mein­schaft mit frei­heit­li­chen Prin­zi­pi­en eigent­lich selbst­ver­ständ­lich sein soll­te, uneh­ren­haft aus der ver­meint­li­chen „Euro­päi­schen Uni­on“ zu ent­las­sen, auf dass es in sei­ner Libe­ra­li­täts­feind­lich­keit sich selbst über­las­sen blei­be, äußert man viel­fach Ver­ständ­nis. Gebeu­tel­tes Land. Muss ja. Geht ja nicht anders.

Und da das Erfolgs­mo­dell Über­wa­chungs­staat als Pro­to­typ in Frank­reich nun genug Zeit zur Rei­fung hat­te, pas­siert hier­zu­lan­de über­ra­schen­der­wei­se dies:

Die Bun­des­re­gie­rung will die Liste der Delik­te ver­län­gern, bei deren Ver­fol­gung Vor­rats­da­ten abge­fragt wer­den dür­fen. (…) Neben Delik­ten wie Völ­ker­mord, Hoch­ver­rat, Mord und Tot­schlag, Ver­brei­tung von Kin­der­por­no­gra­fie sol­len Ermitt­ler künf­tig auch bei „Ein­bruch­dieb­stahl in eine dau­er­haft genutz­te Pri­vat­woh­nung“ auf die Daten zugrei­fen kön­nen, wie es im Geset­zes­ent­wurf heißt.

Mög­lich gemacht wird das von der übli­chen Mehr­heit der rechts­po­pu­li­sti­schen Par­tei­en CDU/CSU und SPD. Der christ­de­mo­kra­ti­sche Schulz­zug kennt kein Hal­ten mehr, befeu­ert von der Angst, die Bösen könn­ten mal eine Wahl gewin­nen und Euro­pa – die­ses wun­der­bar west­lich-freie Euro­pa – in einen ein­zi­gen gro­ßen Poli­zei- und Unrechts­staa­ten­bund, hex-hex!, ver­wan­deln. Zum Glück haben die Popu­li­sten in Frank­reich und den Nie­der­lan­den nicht die wesent­li­che Mehr­heit errun­gen; lei­der sind wir weit davon ent­fernt, die grund­los zwei­stel­li­ge Dau­er­re­gie­rung durch den Libe­ra­lis­mus zu erset­zen, der uns nun end­lich ein­mal zusteht.

Eine anlass­lo­se Spei­che­rung der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­da­ten all jener, die sich unter deut­scher Juris­dik­ti­on auf­hal­ten, senkt die Hür­de für eine anlass­lo­se Aus­wer­tung immens. Die selbst vor­ge­nom­me­ne Ver­schlüs­se­lung jedes Daten­ver­kehrs ist und bleibt der letz­te Aus­weg für den, der sei­ne Frei­heit bewah­ren will. Seid Ter­ro­ri­sten, seid kei­ne Fran­zo­sen!

Nichts ist so gefähr­lich für die Frei­heit wie ein Bür­ger, dem sie egal ist.

Sonstiges
Was zur #rp17 schon 2009 zu sagen blieb

Näm­lich:

Ein Bekann­ter mein­te zu dem Pro­gramm nur trocken, er wür­de dann mal sein Blog ein­stamp­fen. Mit sol­chen Leu­ten wol­le er nichts zu tun haben.

(Bezie­hungs­wei­se: Wenn die Laut­spre­cher von „Netzpolitik.org“ und der geschei­ter­te Wer­be­fach­mann Sascha Lobo mit ande­ren popu­li­sti­schen Nicht- und Möch­teg­ern­tech­ni­kern über die Tötung von Pan­das und die Poli­tik der AfD dis­ku­tie­ren, das Dark­net für Neu­land hal­ten und wie Blin­de von Far­ben ein­an­der von sexu­el­ler Revo­lu­ti­on zweinull erzäh­len, dann hat das mit der „Netz­ge­mein­de“ unge­fähr so viel zu tun wie Han­no­ver mit Lebens­freu­de.)

In den Nachrichten
Kurz ver­linkt: Non scho­lae sed mori­an­do dis­cunt. (II)

Demon­stra­ti­ons­recht des Tages:

(…) packen drei Feld­jä­ger der Bun­des­wehr einen jun­gen Mann, der sich schrei­end wehrt, und zer­ren ihn bru­tal über den Anle­ger. Ein paar Meter wei­ter hal­ten drei ande­re Mili­tär­po­li­zi­sten einen zwei­ten jun­gen Mann fest, der sich eben­falls nach Kräf­ten ver­tei­digt. (…) Die bei­den fest­ge­hal­te­nen Akti­vi­sten hat­ten ledig­lich ein gro­ßes Trans­pa­rent mit der Auf­schrift »Kein Wer­ben fürs Ster­ben« hoch­ge­hal­ten. Sie konn­ten nach Über­prü­fung ihrer Per­so­na­li­en gehen, auch die Per­so­na­li­en vier wei­te­rer Akti­vi­sten wur­den über­prüft.

Ent­mensch­lich­te Kämp­fer, die dafür bezahlt wer­den, mit allein zu Tötungs­zwecken gebau­ten Gerä­ten aus­ge­rü­stet in frem­den Län­dern her­um­zu­fah­ren, mögen es offen­sicht­lich gar nicht, wenn man Krieg als eine Gefahr für die Unver­letzt­heit von Men­schen bezeich­net.

Im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass die Bun­des­wehr abge­schafft gehört.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Twen­ty Six­ty Six And Then – The Way That I Feel Today

Was fehltEs ist Mon­tag und es wird warm. Das ist ein wenig scha­de, denn bald wer­den die Stra­ßen und die Züge wie­der gesäumt sein von schwit­zen­den Men­schen mit zu wenig Zeit. Ein Salz­streu­er, der kei­ne Musik spielt, ist ein schlech­ter Salz­streu­er, aber wer bin ich schon, dass ich mir Wert­ur­tei­le anma­ße?

Es ist Mon­tag und es wur­de gewählt. In der Hoff­nung, die Nazis so los­wer­den zu kön­nen, hat die Wäh­ler­schaft Schles­wig-Hol­steins lie­ber CDU und SPD, ein bewähr­tes Gespann auch auf Bun­des­ebe­ne, wenn es dar­um geht, die Frei­heits­rech­te mün­di­ger Bür­ger zu beschnei­den, eine theo­re­ti­sche Koali­ti­ons­mehr­heit ver­schafft. Bei der Wahl zwi­schen gefähr­li­chen Faschi­sto­iden und der AfD ent­schei­det sich der Möch­te­gern-Intel­lek­tu­el­le dann doch lie­ber für erste­ren Geg­ner sei­ner Frei­heit. Kol­le­ge Jour­na­list sagt, die SPD sei gut, also ist sie das auch. Im glei­cher­ma­ßen faschi­sto­iden Frank­reich – dem Land mit dem andau­ern­den Aus­nah­me­zu­stand und der Total­über­wa­chung jedes mensch­li­chen Seins – wur­de der­weil statt Mari­ne le Pen zum Glück ein Euro­pa­be­für­wor­ter zum Ver­ant­wort­li­chen für die wei­te­re Ent­rech­tung der Fran­zo­sen ernannt. Das Pro­blem war noch nie der Prä­si­dent, es war, ist und bleibt die Poli­tik sei­nes Par­la­ments. Ler­nen durch Schmerz, nur ohne Ler­nen.

In wei­te­ren ver­zicht­ba­ren Nach­rich­ten: You­Tube-Ner­ven­sä­ge „Bibi“ von „Bibis Beau­ty Palace“ hat ein wun­der­schö­nes Lied auf­ge­nom­men. Ich emp­feh­le den Mon­tag jedoch statt­des­sen mit etwas ange­neh­me­rer Musik zu begin­nen.

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeMir wird geschlecht
Ras­si­sche Plug­kon­trol­le

Am kom­men­den Sonn­abend fin­det, natür­lich in Ber­lin, das „Que­er Zine­fest“ statt. „Que­er“ ist ein Adjek­tiv, das Geschlechts­schi­zo­phre­ne für sich selbst mit­un­ter bevor­zu­gen, und was ein „Zine­fest“ ist, erklärt die Web­site zum Fest:

Zines sind selbst ver­leg­te, unkom­mer­zi­el­le, auto­no­me Medi­en, die in allen denk­ba­ren For­ma­ten erschei­nen kön­nen. (…) Zine­fe­ste gel­ten als eine krea­ti­ve, poli­ti­sche und sozia­le Plat­form die durch Work­shops, Stän­de und ein­lan­den­den (sic!) Raum den Aus­tausch von Ideen, Selbst­aus­druck und die Ent­ste­hen einer Com­mu­ni­ty ermög­li­chen und för­dern.

Wir ler­nen: Man kür­ze ein­fach das eng­li­sche „maga­zi­ne“ als „Zine“ ab, und schon hat man ein rebel­li­sches neu­es Wort erschaf­fen. Die­se Her­an­ge­hens­wei­se an die eng­li­sche Spra­che stammt wie das Wort selbst aller­dings aus der austra­li­schen Umgangs­spra­che, es han­delt sich also um einen durch­aus geeig­ne­ten Fall von kul­tu­rel­ler Aneig­nung: Die sich selbst als weiß iden­ti­fi­zie­ren­den Orga­ni­sa­to­ren des „Zine­fe­stes“ über­neh­men Sprachma­rot­ten aus ande­ren Kul­tu­ren zur Benen­nung ihrer Fei­ern. Sie soll­ten sich selbst somit auf ihrer eige­nen Ver­an­stal­tung Gelän­de­ver­bot ertei­len:

Schwar­ze Men­schen und Peo­p­le of Color erfah­ren Rassismus/Diskriminierung was unter ande­rem über ‚Kul­tu­rel­le Aneig­nung‘ aus­ge­drückt wird.
Daher möch­ten wir Freund*innen – , Interessierte‑, und ande­re Schwar­ze und of Color-Teil­neh­men­de am Que­er Zine Fest unter­stüz­ten (sic!) und kei­ne Dre­ad­locks und Plugs von wei­ßen Besucher*innen auf unse­rem Fest haben.

Was ein „Plug“ ist und wie des­sen Vor­han­den­sein über­prüft wer­den soll, möch­te ich dann jetzt auch gar nicht mehr so genau wis­sen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: OTUS – 7.83Hz

OTUS - 7.83HzApro­pos Bom­ben.

Unter der Schu­mann-Reso­nanz ver­steht man, wie die Schwarm­in­tel­li­genz weiß, „das Phä­no­men, dass elek­tro­ma­gne­ti­sche Wel­len bestimm­ter Fre­quen­zen ent­lang des Umfangs der Erde ste­hen­de Wel­len bil­den“. Eine die­ser Fre­quen­zen – die inten­siv­ste – liegt bei etwa 7,83 Hertz.

Das im März 2016 ver­öf­fent­lich­te Stu­dio­al­bum „7.83Hz“ der ita­lie­ni­schen Doom-Sludge-Band heißt sicher­lich nicht zufäl­lig so, denn mit der­ar­ti­ger Musik ver­bin­de ich weni­ges so sehr wie Schall­wel­len. Sei­ne Wie­der­ver­öf­fent­li­chung im März 2017 ist ein will­kom­me­ner Anlass, es ein­mal genau­er zu begut­ach­ten.

OTUS – The­ta Syn­chro­ny

Laut offi­zi­el­ler Beschrei­bung han­delt es sich bei „7.83Hz“ tat­säch­lich um ein Kon­zept­al­bum, das aller­dings mit Schall­wel­len weni­ger zu tun hat als mit ganz ande­ren Phä­no­me­nen, indem es in ins­ge­samt drei Kapi­teln das nicht völ­lig unbe­kann­te Zitat Timo­thy Lea­rys, man möge „ein­schal­ten, ein­stel­len, aus­stei­gen“ („turn on, tune in, drop out“), ver­tont.

Das Ergeb­nis frei­lich klingt weni­ger hip­piesk als die Beschrei­bung es glau­ben las­sen mag, denn das hier ist, ver­dammt noch mal, Doom-Metal mit einer Extra­por­ti­on Arsch­tritt, mit­hin: genau das Rich­ti­ge für einen ent­spann­ten Fei­er­abend, wie ich mei­ne.

OTUS – Avi­dya (full song)

Ich höre Post­rock, Stoner Rock und eine Men­ge auf­ge­stau­ter Ener­gie; wer dar­an teil­ha­ben möch­te, dem sei Bandcamp.com ein Hafen.

Feu­er frei.

PolitikIn den Nachrichten
Zucker­bom­ben für Afgha­ni­stan!

Stark und schön müs­sen sie sein, unse­re tap­fe­ren Sol­da­ten im Osten, vom Volk geliebt und von Kin­dern beschenkt:

Die Rhein-Neckar-Zei­tung (8. April 2017) berich­tet unter der Schlag­zei­le »Fünft­kläs­ser schicken Oster­pa­ke­te an deut­sche Sol­da­ten in Afgha­ni­stan« gera­de­zu begei­stert. »In der Feld­post waren dies­mal Oster­pa­ke­te mit Lecker­bis­sen und Wün­sche auf gesun­de Heim­kehr«, freut sich das Lokal­blatt. »Unglaub­li­che 41 Kilo­gramm Lecke­rei­en kamen so zusam­men. Aber das war noch nicht alles, was die Schü­ler zum Mut­ma­chen ver­sand­ten: In die Pake­te leg­ten sie für jeden Sol­da­ten einen Oster­brief mit vie­len Glücks- und Früh­lings­bil­dern, der herz­li­che Grü­ße aus Neckar­ge­münd nach Masar‑e Sha­rif über­mit­tel­te sowie ein Foto der Klas­sen mit dem stell­ver­tre­ten­den Schul­lei­ter Joa­chim Phil­ipp, der eben­so wie Schul­lei­ter Horst Linier das Vor­ha­ben von Anfang an unter­stütz­te.«

Es ist immer wie­der erfreu­lich, wenn der Nach­wuchs schon so früh lernt, was im Leben zählt; näm­lich ins­be­son­de­re ein glück­li­ches Ostern für die Hee­res­grup­pe Süd­asi­en. Blut Scho­ko­la­de und Ehre, wem sie gebüh­ren.

Die größ­ten Arsch­lö­cher sit­zen manch­mal in den klein­sten Schu­len.

NetzfundstückeComputer
Wo muss denn unbe­dingt mehr Inter­net rein?: Smar­tes für’n Arsch.

Die­ser Arti­kel ist Teil 4 von 16 der Serie Mehr Inter­net in alles!

Aus dem Hau­se Monit stammt ein smar­tes Gerät, das auto­ma­tisch den Win­del­sta­tus des Nach­wuch­ses erriecht und so den Über­wa­chern Eltern mit­teilt, dass es Zeit für die ver­mut­lich unan­ge­nehm­ste Tätig­keit jun­ger Eltern wird.

Wenn das Kind dann ein wenig älter ist, soll­te es auf­pas­sen, dass die Eltern nicht auch Ama­zons neue smar­te Kame­ra „Echo Look“ gekauft haben, die wohl als Ersatz für rich­ti­ge Freun­de kon­zi­piert wur­de, indem sie ver­sucht zu ermit­teln, in wel­cher Klei­dung man bes­ser aus­sieht als in der ande­ren; selbst­ver­ständ­lich mit Live­an­bin­dung an US-ame­ri­ka­ni­sche Ser­ver, die sozu­sa­gen in direk­ter Nach­bar­schaft neben Ser­vern der CIA exi­stie­ren.

Auch in Deutsch­land lie­fen die Wer­be­kam­pa­gnen für Ama­zons digi­ta­le Haus­halts­hil­fen, die eher so neben­bei das intim­ste Pri­vat­le­ben sei­ner Besit­zer ande­ren Leu­ten zur Ver­fü­gung stel­len, bis­lang recht erfolg­reich an.

Was kann schon schief­ge­hen?

:wallbash:

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
The Black Angels – Ent­rance Song // Der dümm­ste Klaas Heufer-Umlauf, der je gelebt hat

Jetzt 'n Panda!Es ist Mon­tag, Tag der Arbeit und frei ist’s auch noch. Die heu­ti­gen Nach­rich­ten wird man nicht lesen wol­len, denn es ist abseh­bar, dass man­che Gewalt­tat blu­mig (etwa als „Akti­vis­mus“) umschrie­ben wer­den wird. Wenig­stens muss man das Bett heu­te nicht ver­las­sen, um das haut­nah mit­zu­er­le­ben; und wenig­stens ist haut­nah auch so ein Wort, das an einem Mon­tag­mor­gen trotz­dem immer wie­der einen Schau­er her­auf­be­schwört. Mensch­lich­keit ist nicht der beste Cha­rak­ter­zug des Men­schen.

Ver­gess­lich­keit aller­dings auch nicht: Das geplan­te Inter­net­zer­stö­rungs­ge­setz der schei­den­den – hehe, „Schei­de“ – und ver­mut­lich auch kom­men­den Bun­des­re­gie­rung hät­te fast ein Erfolg wer­den kön­nen; bedau­er­li­cher­wei­se hat jemand bemerkt, dass es aktiv dazu auf­for­dert, dass Inter­net­zu­gangs­an­bie­ter mit Inkraft­tre­ten zum län­ger­fri­sti­gen Spei­chern auch von Kin­der­por­no­gra­fie ver­pflich­tet wür­den. Spei­chern statt Löschen, gegen so was sind wir (lies: die) 2009 noch auf die Stra­ße gegan­gen – das war frei­lich, bevor die Pira­ten­par­tei Wahl­kampf lie­ber mit bezahl­ba­rem Wohn­raum, Geschlech­ter­fra­gen und kosten­lo­sem Geld für alle als mit so Netz­kram gemacht hat.

In der Tür­kei indes­sen ist aus­nahms­wei­se pro­mi­nent nicht Face­book oder Twit­ter, son­dern die Wiki­pe­dia gesperrt wor­den. Aus poli­ti­scher Sicht ist das natür­lich nur all­zu ver­ständ­lich, denn wenn jeder Bür­ger eines Unrechts­staa­tes ein­fach so die eine Defi­ni­ti­on eines Unrechts­staa­tes nach­le­sen kann, ist das der staat­li­chen Repu­ta­ti­on ver­mut­lich eher abträg­lich. Fol­ge­rich­tig erwä­gen die Außen­mi­ni­ster der Euro­päi­schen Uni­on (zu denen, wir erin­nern uns schmerz­ver­zerrt, unse­rer­seits Sig­mar Gabri­el zählt) die Bei­tritts­ver­hand­lun­gen mit der Tür­kei unbe­irrt fort­zu­set­zen. Wer jetzt noch die Bri­ten für unbe­son­nen hält, weil sie es gar nicht erwar­ten kön­nen, die­ses ent­setz­li­che Kon­strukt „Euro­päi­sche Uni­on“ end­lich hin­ter sich zu las­sen, der gehört ver­mut­lich auch zu den­je­ni­gen Men­schen, die gele­gent­lich einen ande­ren Men­schen dafür bezah­len, ihnen kör­per­li­che und see­li­sche Schmer­zen zu berei­ten. Ja, Her­rin! Ich bin ja kein EU-Skep­ti­ker, aber ich ahne, war­um ein Staat mit star­ker, nicht schüt­zen­der Hand bei den Heck­ler-und-Koch-Funk­tio­nä­ren und den Inter­net­miss­ver­ste­hern einen ein­wand­frei­en Ruf genießt.

Durch die Nach­rich­ten geht der­weil Klaas Heufer-Umlauf, zwei­te Hälf­te des über­ra­gend unsym­pa­thi­schen Komi­ker­du­os Joko und Klaas, das sei­nem Haus­sender Pro­Sie­ben gute Dien­ste beim Ver­such lei­stet, eine Alter­na­ti­ve zum min­de­stens eben­so uner­träg­li­chen und erschreckend infan­ti­len Jan Böh­mer­mann zu eta­blie­ren. Bei­fall erhielt eben­die­ser (die­ser Klaas, nicht jener Jan) dem Ver­neh­men nach für ein flam­men­des Plä­doy­er für das Wei­ter­be­stehen einer star­ken Euro­päi­schen Uni­on, wobei Pan­zer sicher­lich hel­fen mögen. Ein wei­te­res Zer­bre­chen der Uni­on auf­grund unüber­leg­ter Ent­schei­dun­gen des Vol­kes wür­de bedeu­ten, „wir“ sei­en „die dümm­ste Gene­ra­ti­on, die je gelebt hat“, und wäh­rend ich mir da mit Blick auf ver­schie­de­ne Krie­ge in der deut­schen Ver­gan­gen­heit noch nicht so ganz sicher bin, wür­de ein Zutref­fen die­ser Ver­mu­tung aber zumin­dest erklä­ren, wie eine Flitz­pie­pe wie Klaas Heufer-Umlauf es über­haupt ins öffent­li­che Bewusst­sein schaf­fen konn­te.

Was aller­dings viel mehr öffent­li­ches Bewusst­sein ver­dient hät­te: Musik.

The Black Angels – Ent­rance Song

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenComputer
Äpfel und Bir­nen

Alt: Äpfel mit Bir­nen ver­glei­chen und dafür aus­ge­lacht wer­den.

Neu: Äpfel mit Bir­nen ver­glei­chen und gewin­nen!

In einem Rechts­streit konn­te Apple einen Sieg erzie­len. Die EU-Mar­ken­rechts­be­hör­de EUIPO folg­te dem Ein­spruch des Unter­neh­mens mit dem Logo eines ange­bis­se­nen Apfels. Laut der Behör­de hat die Sil­hou­et­te einer Bir­ne zu viel Ähn­lich­keit mit dem Apple-Motiv.

:wallbash:

Sonstiges
Medi­en­kri­tik CIV: „JOY“: Du bist schön*.

Gewohnt son­der­bar ist natür­lich auch die Mai­aus­ga­be der andau­ern­den „JOY“, deren Titel­sei­te den Spa­gat zwi­schen der angeb­li­chen Schön­heit des Lesers und man­cher­lei Vor­schlag zur Ver­bes­se­rung die­ser Schön­heit durch das auf­ge­druck­te Bild von Mila Kunis, deren visa­ge mich auch nach Jah­ren noch nicht zu rei­zen ver­mag, nicht etwa end­gül­tig ad absur­dum führt, son­dern qua­si per­fek­tio­niert.

You are beau­tiful, aber Trick­jeans, ein vol­les Porte­mon­naie (wenn­gleich mit sym­pa­thi­scher Schreib­wei­se) und natür­li­che Schön­heit dank Deck­far­be im Gesicht soll­ten es schon sein. Mich per­sön­lich spricht aller­dings vor allem „NETFLIX & SCHLANK“ an: Nicht vom Sofa auf­ste­hen zu müs­sen har­mo­niert ganz gut mit mei­ner momen­ta­nen Lebens­pla­nung.

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