In den NachrichtenNerdkrams
Kurz ver­linkt: Män­ner, Frau­en und Tran­s­al­go­rith­men sind vor dem Gesetz gleich.

Apro­pos „die EDV nicht ver­ste­hen“:

In Anleh­nung an das zehn Jah­re alte All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) spricht sich Maas für ein „digi­ta­les AGG, ein Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­ge­setz für Algo­rith­men gegen digi­ta­le Dis­kri­mi­nie­rung und für vor­ur­teils­frei­es Pro­gram­mie­ren“ aus.

Ich for­de­re eine Algo­rith­men­quo­te in deut­schen DAX-Vor­stän­den von min­de­stens 30 Pro­zent! :aufsmaul:

NetzfundstückeMontagsmusikComputer
Cos­mic Fall – Hau­mea

Euli krank, Euli Bettchen.Es ist Mon­tag. Juch­hei! Es pocht der Kopf­schmerz genüss­lich im Takt, so musi­ka­lisch war man seit Jah­ren nicht gelaunt. Das Regen­wet­ter als Sym­bol für das Wohl­be­fin­den zu betrach­ten ist eines Zyni­kers wür­dig, also tun wir das und dre­hen gering­fü­gig durch. Frü­her war mehr Din­gens.

Eine Stu­die belegt, dass Solar­ener­gie der Umwelt grö­ße­ren Scha­den zufügt als Kern­ener­gie. Das hät­te ja ruhig mal wer vor­her sagen kön­nen! Aber die Mär von der „sau­be­ren“ Ener­gie der „Zukunft“ – als stür­be der Pla­net spä­ter, trans­por­tier­te man die erplün­der­ten Res­sour­cen nur noch mit Solar­au­tos fort – hält gan­ze Indu­strie­zwei­ge am Leben und Indu­strie­zwei­ge sind für irgend­et­was „wich­tig“.

Man­cher Men­schen Idio­tie betrifft wenig­stens nur ande­re Leu­te: Linux­nut­zer mit einer Null vorn in ihrem Anmel­de­na­men krie­gen vom neu­en gro­ßen Ding systemd vol­le System­rech­te geschenkt. Das sei kein Feh­ler, sagen die Ent­wick­ler, weil eine Null vorn gar nicht sein kön­ne, und wenn doch, mache man was falsch, denn das sei so nicht gedacht. Mit dem Erfolg von Linux auf irgend­wel­chen Quatsch­sy­ste­men hat tech­nisch ori­en­tier­tes Den­ken wohl lei­der nicht gerech­net.

Machen wir es zu unse­rem eige­nen Schutz so wie die Ent­wick­ler von systemd und schal­ten erst ein­mal das Hirn ab – nur lie­ber mit ein wenig guter Musik.

Guten Mor­gen.

Nerdkrams
Deutsch­land ergeht sich in Platt­form­ge­wäsch.

Medi­en auf: Alles vol­ler „Platt­for­men“.

„Platt­for­men“, erklärt Stef­fan Heu­er aktu­ell in einem mehr­sei­ti­gen Arti­kel im Wirt­schafts­ma­ga­zin „brand eins“ (S. 48 ff.), sei­en die Dien­ste von Unter­neh­men wie Face­book, Ama­zon und Slack, von denen Ent­schei­der aus Ein­fach­heits­grün­den gern mal Gebrauch machen. Dass Slack, das restrik­ti­ve IRC für Maus­schub­ser, als Stan­dard­lö­sung für Fir­men­chats und das Betriebs­sy­stem Unix als Com­pu­ter­fir­ma (Sei­te 53 unten) bezeich­net wird, nimmt dem Arti­kel frei­lich man­che Seriö­si­tät.

Trotz­dem sind „Platt­for­men“ (als wäre nicht jede pop­li­ge Web­sei­te bereits eine klei­ne „Platt­form“!) gera­de auch wegen des „NetzDG“, des vom Bun­des­tag jüngst durch­ge­wink­ten Zen­sur­ge­set­zes, gera­de wie­der ein aktu­ell schwe­len­des The­ma: Patrick Brey­er, einer der weni­gen ver­blie­be­nen Daten­schutz- und Netz­po­li­tik­fach­leu­te der Pira­ten­par­tei, hat die­ser Tage sei­nen Twit­ter­ac­count ent­fernt und wird fort­an nur noch auf GNU Social erreich­bar sein. GNU Social, den Jün­ge­ren muss man das erklä­ren, ist eine vom fana­tisch reli­giö­sen GNU-Pro­jekt gesteu­er­te „dezen­tra­le“ Alter­na­ti­ve zu Twit­ter, die ähn­lich aus­sieht, aber zumin­dest in der Theo­rie von jedem Benut­zer selbst instal­liert wer­den kann, so dass die Anzahl an mit­ein­an­der ver­netz­ten Ser­vern belie­big groß ist und eine zen­tra­le Zen­sur­in­fra­struk­tur nicht ohne Wei­te­res ein­ge­rich­tet wer­den kann. Von GNU Social gab es in der Ver­gan­gen­heit mit Quit­ter eine twit­ter­ähn­li­che Instanz, die wäh­rend einer der unge­zähl­ten Wel­len von „wir gehen jetzt alle von dem doo­fen Zen­s­urt­wit­ter weg“ in den letz­ten Jah­ren einen bedeut­sa­men Zuspruch fand; erst vor weni­gen Wochen fan­den Gab.ai und Mast­o­don als wei­te­re Twit­ter­al­ter­na­ti­ven grö­ße­re media­le Auf­merk­sam­keit.

Nun steht und fällt natür­lich der Erfolg einer sol­chen „Platt­form“ (mein­ten Sie: Web­site?) mit einer aus­rei­chend gro­ßen Sog­wir­kung, und wer vor ein paar Jah­ren das Gewe­se um Ello, Minds und Dia­spo­ra mit­be­kom­men hat, die alle­samt ein viel bes­se­res Face­book sein soll­ten, aber bis heu­te von den mei­sten der weni­gen Benut­zer ver­mut­lich höch­stens als Zweit- oder Dritt­ka­nal zu Twit­ter genutzt wer­den, der fasst sich bei Auf­for­de­run­gen, man möge doch bit­te in irgend­ei­nes die­ser wie Unkraut nach­wach­sen­den „dezen­tra­len Net­ze“ kom­men, nur mehr an die Stirn. Twit­ter ist nicht so groß gewor­den, wie es heu­te ist, weil es beson­ders aktiv die Daten sei­ner Nut­zer schützt, son­dern, weil man gern nicht nur mit sich selbst reden wür­de. Auf GNU Social (und so wei­ter) sind die Inter­ak­ti­ons­mög­lich­kei­ten mit ande­ren Men­schen in Erman­ge­lung ande­rer Men­schen hin­ge­gen eher begrenzt, was durch die unre­gel­mä­ßig auf­tre­ten­de Auf­tei­lung der com­mu­ni­ty in diver­se, teil­wei­se mit­ein­an­der inkom­pa­ti­ble Bes­ser-als-Twit­ters nicht bes­ser wird.

Natür­lich gibt es Dien­ste, die man hin­sicht­lich ihrer libe­ra­len Tech­nik irgend­wie bes­ser fin­den kann als ande­re, die zumeist irgend­wel­chen kom­mer­zi­ell ori­en­tier­ten Unter­neh­men gehö­ren. Man kann also sei­ne Erreich­bar­keit in den gro­ßen „sozia­len Netz­wer­ken“ auf ein Mini­mum beschrän­ken und der drit­te oder vier­te Benut­zer von GNU Social wer­den. Man kann auch aus Prin­zip irgend­ein Nischen­be­triebs­sy­stem nut­zen, für das es höch­stens drei brauch­ba­re Anwen­dun­gen gibt, um es Micro­soft mal so rich­tig zu zei­gen. Man kann sich auch ein Bein abhacken, damit skru­pel­lo­se Schuh­her­stel­ler nur noch die Hälf­te bekom­men. Blöd­heit ist ja nicht ver­bo­ten.

Effek­tiv ist sie nur eben auch nicht unbe­dingt.

(Offen­le­gung: Man fin­det mich sowohl auf Dia­spo­ra als auch auf Quit­ter, jedoch bin ich ins­be­son­de­re auf Quit­ter allen­falls alle paar Wochen ein­mal lesend aktiv.)

KaufbefehleMusikkritik
Musik 06/2017 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se

Die­ser Arti­kel ist Teil 18 von 29 der Serie Jah­res­rück­blick

Ach, wie haben sich die Leu­te doch gefreut, als das für Musi­ker erstaun­lich töd­li­che Jahr 2016 ein Ende nahm. Ich war­te­te mit der musi­ka­li­schen Jah­res­rück­schau 2016 also sicher­heits­hal­ber bis Janu­ar – und am Tag dar­auf wur­de der Tod John Wet­tons ver­mel­det. Eben­so hat die­ses Jahr bis­her Chuck Ber­ry, Allan Holds­worth und sicher noch ein paar bemer­kens­wer­te Musi­ker sozu­sa­gen auf dem Gewis­sen. Das macht doch alles kei­nen Spaß mehr.

Und wie immer, wenn ich den Spaß zu ver­lie­ren mei­ne, hilft – der Iro­nie bin ich mir bewusst – Musik, den rech­ten Pfad wie­der­zu­fin­den. Es fol­gen kon­se­quent die pri­ma­sten Musikal­ben des ersten hal­ben Jah­res 2017 abzüg­lich der bereits zuvor the­ma­ti­sier­ten neu­en Alben von Buckethead, Pon­ti­ak und All Them Wit­ches. Ich emp­feh­le alles Wei­te­re den jewei­li­gen Arti­keln zu ent­neh­men.

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PolitikIn den Nachrichten
Kein Tag zum Fei­ern.

Heu­te sei, jubel­te man auf Twit­ter, „ein Tag zum Fei­ern“, denn der deut­sche Bun­des­tag hat heu­te mit den Stim­men der Grü­nen Vol­ker Becks „Lebens­werk“ – nein, nicht das mit den nack­ten Kin­dern oder das mit den Dro­gen, son­dern das mit dem Ner­ven von Men­schen und der Öff­nung einer anti­quier­ten Lebens­wei­se für mehr Paa­re als bis­her – beschlos­sen.

Wäh­rend also aller­or­ten die Pro­sec­co­kor­ken unter lau­tem „Stöß­chen!“ knall­ten, wand­te man sich in der „gro­ßen Koali­ti­on“, deren all­ge­mei­nes Gewis­sen bekannt­lich nur für eine ein­zi­ge Abstim­mung gefragt war, einem The­ma zu, von dem die Abge­ord­ne­ten gemein­hin noch weni­ger Ahnung haben als von moder­nen Bezie­hungs­ent­wür­fen, näm­lich dem Inter­net: Irgend­wo zwi­schen den unzäh­li­gen über­schwäng­li­chen Begei­ste­rungs­stür­men über die Ehe­r­e­form inklu­si­ve eines Regen­bo­gen-Os im Logo von „SPIEGEL ONLINE“ (objek­ti­ver Jour­na­lis­mus ist sooo 90er!) ist ein Arti­kel ver­steckt, der davon berich­tet, dass neben­bei in einem plötz­lich fast lee­ren Ple­num – der Groß­teil der zuvor anwe­sen­den Abge­ord­ne­ten hat­te wohl bereits etwas vor, zum Bei­spiel hei­ra­ten – das wohl ver­fas­sungs­feind­li­che Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz („NetzDG“), eine Art staat­lich for­cier­ter Lösch­in­fra­struk­tur für Pri­vat­un­ter­neh­men, beschlos­sen wur­de; was immer­hin aber­mals bekräf­tigt, dass eine Web­site, die man nicht selbst betreibt, ein denk­bar unge­eig­ne­ter Ort für poli­ti­sche Äuße­run­gen ist.

Wer es wagt, hin­sicht­lich des heu­ti­gen Tages von einem „guten Tag“ für Bür­ger- und Men­schen­rech­te zu spre­chen, der kann kein guter Mensch sein.

In den Nachrichten
Real kann nicht, wenn jemand zuguckt.

Die Super­markt­ket­te Real – in Eigen­schrei­bung real,-, obwohl es dort gar nicht so vie­le Pro­duk­te mit einem gera­den Euro­preis gibt – war erst neu­lich zusam­men mit der Deut­schen Post in den Nach­rich­ten, indem in eini­gen ihrer Filia­len Kun­den­ge­sich­ter ana­ly­siert wur­den (ich reg­te mich bereits dar­über auf). Nun hat sie – die Super­markt­ket­te, nicht die Deut­sche Post – ange­kün­digt, vom Wei­ter­be­trieb der umstrit­te­nen Tech­nik vor­erst abzu­se­hen.

Haben sie doch noch ihr Ver­ständ­nis für die Per­sön­lich­keits­be­lan­ge ihrer Kun­den wie­der­ge­fun­den? Nun ja:

Hin­ter­grund die­ser Ent­schei­dung ist die in den ver­gan­ge­nen Tagen öffent­lich geführ­te Dis­kus­si­on, die den Ein­druck erweck­te, in real,- Märk­ten (sic! A.d.V.) wür­den im Kas­sen­be­reich ohne Wis­sen der Kun­den Daten erho­ben.

Ver­damm­te Dis­kus­sio­nen immer.

PolitikIn den Nachrichten
Wie die „Ehe für alle“ nach dem Wil­len der SPD das Ehe­recht ein­schrän­ken soll

Zu mei­nem Erstau­nen hat die SPD kurz vor der Bun­des­tags­wahl doch noch bemerkt, dass sie bei Regie­rungs­ent­schei­dun­gen nicht zur Untä­tig­keit ver­ur­teilt ist, son­dern vom Wäh­ler sogar die Mög­lich­keit ein­ge­räumt bekom­men hat, sie aktiv mit­zu­ge­stal­ten, und so küm­mert sie sich vol­ler Taten­drang end­lich um die wirk­lich wich­ti­gen Pro­ble­me des Lan­des:

SPD will Abstim­mung über Ehe für alle noch in die­ser Woche

Ja, Mensch, end­lich tut mal einer was! Um den unsin­ni­gen Begriff von der „Ehe für alle“, die eben kei­nes­wegs „für alle“ ist, soll es heu­te mal nicht gehen, denn dar­über habe ich mich letz­te Woche schon aus­rei­chend auf­ge­regt. Neh­men wir ein­fach mal an, die „Ehe für alle“ hie­ße in der poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Dis­kus­si­on statt­des­sen „Ehe für homo- und hete­ro­se­xu­el­le Paa­re“, und fah­ren wir zur Abwechs­lung mal inhalt­lich fort.

Die SPD regt an, vor allem § 1353 I 1 BGB zu ändern, wodurch eine „Lösung“ her­bei­ge­führt wür­de, wie sie behaup­tet. Die bis­he­ri­ge For­mu­lie­rung lau­tet:

Die Ehe wird auf Lebens­zeit geschlos­sen.

So weit, so lustig, denn genau genom­men stellt damit jede Schei­dung, sofern bei­de Part­ner noch am Leben sind, selbst einer völ­lig gott­lo­sen (und damit wenig­stens spa­ßi­gen) Ehe einen Geset­zes­ver­stoß dar. Eine Ein­schrän­kung ist hier aber nicht zu sehen, denn der Geset­zes­text legt weder Anzahl noch Geschlecht der mög­li­chen Ehe­part­ner fest. Das soll sich ändern, schlägt die SPD mit fol­gen­dem Ersatz­satz vor:

Die Ehe wird zwi­schen zwei Per­so­nen glei­chen oder ver­schie­de­nen Geschlechts auf Lebens­zeit geschlos­sen.

Die ein­zi­ge inhalt­li­che Ände­rung, die eine Annah­me des Geset­zes­vor­schlags also zur Fol­ge hät­te, wäre es, dass die Ehe gemäß Bun­des­ge­setz­buch auf zwei Men­schen beschränkt wird, was mit einer „Öff­nung der Ehe“ nichts zu tun hat. Tat­säch­lich ist das Pro­blem kein gesetz­li­ches, son­dern ein geleb­tes: Stan­des­be­am­te wei­gern sich ohne gesetz­li­che Grund­la­ge, zwi­schen nicht ver­schie­den­ge­schlecht­li­chen Paa­ren (oder gar grö­ße­ren Grup­pen von Men­schen) etwas ande­res als eine ein­ge­tra­ge­ne Lebens­part­ner­schaft zu schlie­ßen. Ein Gesetz, das schon bis­her die gleich­ge­schlecht­li­che Ehe erlaubt hat, dahin­ge­hend zu ändern, dass es Poly­ga­mie expli­zit aus­schließt, ist zwar immer­hin eine Ände­rung, aber kei­ne, die plötz­lich einen über­ra­schen­den neu­en Rah­men schaf­fen wür­de.

Viel­leicht ist das Kon­zept der welt­li­chen Ehe in einer vor­geb­lich säku­lä­ren Zeit auch ein­fach eines, das nicht geöff­net, son­dern ersatz­los abge­schafft wer­den soll­te.

(Übri­gens: Bei den Vor­be­rei­tun­gen für die­sen Text ist mir an vie­len Stel­len die Behaup­tung begeg­net, in Deutsch­land sei die gleich­ge­schlecht­li­che Ehe nicht erlaubt. Einen Nach­weis für die­se Behaup­tung erbrach­te kei­ne der Quel­len.)

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Thü­rin­gi­sche Gynai­ko­kra­tie

Die „Thü­rin­gi­sche Lan­des­zei­tung“ berich­tet:

Rot-Rot-Grün will die pari­tä­ti­sche Beset­zung von Par­la­men­ten gesetz­lich regeln. „Es geht um uns die seit Lan­gem über­fäl­li­ge Gleich­be­rech­ti­gung der Geschlech­ter in den demo­kra­ti­schen Gre­mi­en“, sag­te die Lin­ke-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de, Susan­ne Hen­nig-Well­sow.

Genau so habe ich mir eine Demo­kra­tie immer vor­ge­stellt.

In den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlecht
Menis­cus – Over­hang

Selbstbild als...Es ist Mon­tag. Das war kei­ne beson­ders gute Idee, aber ist jetzt lei­der auch nicht mehr zu ändern. Wenn mein Leben ein­mal ver­filmt wird, soll der Film bit­te­schön Mon­tag hei­ßen. Dann geht wenig­stens nie­mand rein. (Auch: Wenn das Wet­ter eine Stadt wäre, wäre es Ber­lin.)

Gestern fand ich in der nie enden wol­len­der Liste der ein­tref­fen­den Infor­ma­tio­nen einen Blog­ein­trag der Film­chen­platt­form Porn­Hub, des­sen Autor in ihm eine Sta­ti­stik auf­be­rei­te­te, die besagt, dass gera­de Frau­en in der ersten Jah­res­hälf­te 2017 auf­fal­lend oft nach Por­nos mit Fidget-Spin­nern (das sind die­se alber­nen Pla­stik­hand­krei­sel, die gera­de wie­der ein­mal eine Renais­sance erle­ben) such­ten. Regel 34. Mei­nen herz­li­chen Dank dem Infor­ma­ti­ons­ge­ber, jetzt habe ich vor noch mehr Men­schen Angst als bis­her. – Apro­pos Por­no­gra­fie: Der­je­ni­ge Teil des illi­be­ra­len Netz­fe­mi­nis­mus, der einem pro­vo­kan­ten Blog­ger seit Jah­ren das Leben schwer mach­te, weil jener sich gegen üble Nach­re­de zu weh­ren ver­such­te, wur­de nun anschei­nend zu wohl­tä­ti­gen Spen­den ver­don­nert. Die neu­en legis­la­ti­ven Bestre­bun­gen zur Ver­fol­gung von „Hass­re­de“ sind wohl doch nicht die beste Waf­fe gegen das Patri­ar­chat.

Hüb­scher Vor­schlag zu einem ganz ande­ren The­ma: Die Ener­gie­ef­fi­zi­enz von Soft­ware deut­lich kenn­zeich­nen, damit Ent­wick­ler auf­hö­ren, schlech­te Soft­ware zu ent­wer­fen. Ich befür­wor­te die­se Idee.

Was ich eben­falls befür­wor­te: Musik.

Menis­cus – Over­hang (Music Video)

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
G20: Demon­stran­ten mit Hal­tungs­schä­den

Heu­te fand in drei Län­dern eine Men­schen­ket­te gegen Atom­kraft­wer­ke statt. Die Fra­ge, was sozi­al Abge­häng­te mit ihrer vie­len Frei­zeit so anzu­fan­gen wis­sen, erüb­rigt sich. Dem Ver­neh­men nach wur­den für die Men­schen­ket­te, deren Pla­ner sich sicher­lich zuvor tief­grün­di­ge Gedan­ken über den poli­ti­schen Nut­zen des Händ­chen­hal­tens gemacht haben, unter ande­rem auch Flag­gen der Pira­ten­par­tei miss­braucht. Soll­ten hier Jour­na­li­sten mit­le­sen: Als Mit­glied der Pira­ten­par­tei distan­zie­re ich mich aus­drück­lich von jedem Pro­test gegen unschul­di­ge Kern­ener­gie und befür­wor­te eine Züch­ti­gung jedes Teil­neh­mers.

Aber dar­um soll es heu­te mal nicht gehen, statt­des­sen um Demon­stra­tio­nen, die noch in der Zukunft lie­gen.

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PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 23. Juni 2017

Moder­ner Femi­nis­mus scheint sei­ne Prot­ago­ni­stin­nen so ein­sam zu machen, dass sie um eine neue Errun­gen­schaft nicht her­um­ka­men: Sie hei­ra­ten sich jetzt selbst. :roll:


Geheim­dien­st­über­ra­schung zum Ersten: Der deut­sche Geheim­dienst BND hat angeb­lich auch in den USA spio­niert. Das konn­te, impli­ziert man beim „SPIEGEL“, ja wohl nie­mand ahnen!


Geheim­dien­st­über­ra­schung zum Zwei­ten: Es könn­te sich zum all­ge­mei­nen Erstau­nen her­aus­ge­stellt haben, dass die Bun­des­re­gie­rung bei der Beschrei­bung der Zusam­men­ar­beit mit der NSA gelo­gen haben könn­te. Zum Glück haben wir einen Aus­schuss, der das her­aus­ge­fun­den hat, sonst wäre das sicher­lich nie­man­dem auch nur ein­ge­fal­len!


Für einen festen Monats­be­trag kann man bei Ama­zon jetzt eine klei­ne Aus­wahl an E‑Books her­un­ter­la­den, jubelt Dani­el Ber­ger auf „hei­se online“. Die­ses laut Pres­se­dar­stel­lung auf­re­gend neue Kon­zept soll­te sich unbe­dingt ein­mal durch­set­zen, um die­se schmerz­li­che Markt­lücke einer Art Video­thek für Bücher zu fül­len. Viel­leicht sogar mit papier­nen Büchern?


Das Schlimm­ste am neu­en SPD-Spio­na­ge­ge­setz? Nein, nicht der Staats­tro­ja­ner, der wird aller Vor­aus­sicht nach ohne­hin erstens abwehr­bar (nein, „schab eh Linux“ wird nicht genü­gen) sein und dürf­te zwei­tens vom BVerfG gekippt wer­den. Viel schlim­mer: Zeu­gen einer ver­mu­te­ten Straf­tat ver­lie­ren einen Groß­teil ihrer Bür­ger­rech­te. Wer wählt so was?


Apro­pos Ver­bre­cher­par­tei­en: Ver­fas­sungs­feind­li­chen Par­tei­en soll künf­tig die Staats­fi­nan­zie­rung ent­zo­gen wer­den; dass die­ses Gesetz aller Vor­aus­sicht nach nur für pro­gram­ma­tisch, nicht aber für tat­säch­lich ver­fas­sungs­feind­li­che Par­tei­en wie die SPD gel­ten wird, ist bei­na­he das ein­zig Trau­ri­ge dar­an.

Politik
#fedidw­gugl: Der Schlag­an­fall als poli­ti­sches Signal.

Auf­merk­sam­keit erhal­ten jun­ge, gut ver­netz­te Erst­wäh­ler seit heu­te von unge­wohn­ter Sei­te: Die rechts­po­pu­li­sti­sche CDU springt auf den von Pira­ten und SPD eta­blier­ten poli­ti­schen Trend des Twit­ter­wahl­kamp­fes auf und hat nun auch einen eige­nen, keck augen­zwin­kern­den Hash­tag in den ein­schlä­gi­gen „sozia­len Medi­en“. Er lau­tet #fedidw­gugl und beweist damit nicht nur Mut und Geschmack, son­dern auch Krea­ti­vi­tät – alles Eigen­schaf­ten, die in der poli­ti­schen Land­schaft meist schmerz­lich ver­misst wer­den.

:ja:

Politik
Kurz notiert zur selt­sa­men Idee von der „Ehe für alle“

So lan­ge der Volks­mund durch zähes Wie­der­ho­len der unzu­läs­si­gen Ver­kür­zung der ange­streb­ten Öff­nung der Ehe auch für homo­se­xu­el­le Paa­re als „Ehe für alle“ nicht ein­mal ver­ste­hen zu wol­len ange­hal­ten wird, wie­so homo- und hete­ro­se­xu­el­le Paa­re eben noch lan­ge nicht alle sind; so lan­ge Poly­amo­rie in der Dis­kus­si­on nicht vor­kommt und die Poli­ti­ker zudem davon aus­ge­hen, dass man pünkt­lich zu sei­nem acht­zehn­ten (aus­nahms­wei­se: sech­zehn­ten) Geburts­tag plötz­lich merk­lich ehe­fä­hi­ger ist als noch am Tag zuvor; so lan­ge den sozi­al­ro­man­ti­schen „Grü­nen“ als Argu­ment, die­se „Ehe für alle“ unbe­dingt ein­füh­ren zu wol­len, nicht viel mehr ein­fällt als dass es 2017 ist; so lan­ge abschlie­ßend die­se Ehe für sehr vie­le Men­schen eigent­lich nur wegen der Steu­er­erleich­te­run­gen inter­es­san­ter ist als eine ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft, der wie­der­um auch nicht der Todes­hauch der Kir­che anhaf­tet: so lan­ge darf die Fra­ge nicht lau­ten, war­um nicht hete­ro­se­xu­el­le Paa­re nicht hei­ra­ten dür­fen, son­dern, war­um ein vor­geb­lich fort­schritt­li­cher Staat starr an der Schaf­fung von Pri­vi­le­gi­en für Ver­hei­ra­te­te fest­hält, die ande­ren ein­an­der Lie­ben­den nicht zuste­hen.