In den NachrichtenComputer
Goog­le erklärt dem frei­en Web den Krieg

Apro­pos „Mist­mach­web“:

Goog­le benutzt einen Algo­rith­mus namens Twidd­ler, der Inhal­te, von denen sie nicht wol­len, dass man sie über ihre Dien­ste sieht, schlech­ter bewer­tet.

Das bedeu­tet, dass – so weit nichts Neu­es – Such­an­fra­gen über die Goog­le-Suche und You­Tube nicht vor allem nach ihrer Rele­vanz, son­dern nach ihrer Moral sor­tiert wer­den. Zu den Begrif­fen, die zu einer schlech­te­ren Bewer­tung füh­ren, gehö­ren gemäß der kol­por­tier­ten Fil­ter­li­ste neben poli­ti­schen Phra­sen auch „depres­sed“ und „depres­si­on“. Man kann Nut­zer des Webs ja nicht ein­fach so dem ech­ten Leben aus­set­zen!

Noch amü­san­ter frei­lich:

Laut vor­he­ri­gen Pro­ject-Veri­tas-Leaks soll­te die­se Infor­ma­ti­ons­kon­trol­le ver­wen­det wer­den, um die Wah­len im Jahr 2020 zu beein­flus­sen, damit sie „kei­ne wei­te­re Trump­si­tua­ti­on“ haben wer­den.

(Unzu­rei­chen­de Über­set­zun­gen von mir.)

Ver­damm­ter Putin mit sei­nen Wahl­be­ein­flus­sun­gen immer! :aufsmaul:

In den Nachrichten
Bahn­stra­fe für Sol­da­ten

Ich habe lan­ge ergeb­nis­los über­legt, wel­che Stra­fe jemand ver­dient, der sich frei­wil­lig zum Die­ner für die wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen von Ölin­du­stri­el­len macht und für die­sel­ben in Angriffs­krie­ge zwecks Wah­rung des Frie­dens zieht.

Aus­ge­rech­net die rechts­po­pu­li­sti­sche CDU/CSU hat nun einen Vor­schlag gemacht, dem ich mich in sei­ner Per­fi­di­tät nur anschlie­ßen kann: Zer­set­zen wir ihre Wehr­kraft doch mit Bahn­fah­ren!

„Das sind Men­schen, die tag­täg­lich einen Dienst für uns alle lei­sten, und mit der kosten­lo­sen Bahn­fahrt gibt es eine Mög­lich­keit (…), Aner­ken­nung und Dank­bar­keit dafür zu zei­gen“, sag­te Sei­bert.

Im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass die Bun­des­wehr abge­schafft gehört.

ProjekteNerdkrams
In eige­ner Sache: Tweets weni­ger schlimm anzei­gen mit bird­cries.

Als daten­schutz­be­wuss­ter Teil­neh­mer des Mist­mach­webs hat man es oft nicht leicht, wenn es dar­um geht, auf akzep­ta­ble Wei­se öffent­li­che Mit­tei­lun­gen sei­nen Mit­men­schen zugäng­lich zu machen. Ver­weist man etwa auf ein You­Tube-Video, so fin­det viel­fach Daten­aus­tausch mit Goog­le statt. Zusätz­lich zu Video- und Rekla­m­einhal­ten wer­den etli­che Kilo­byte an Java­Script gela­den und aus­ge­wer­tet. Eher text­la­sti­ge Medi­en wie Twit­ter haben es auch nicht viel leich­ter: Ein ein­zel­ner Tweet passt nur noch mit Mühe auf eine Dis­ket­te.

Immer­hin: Für You­Tube gibt es mit invidio.us eine akzep­ta­ble Alter­na­ti­ve; man erset­ze in You­Tube-Links youtube.com durch invidio.us und ver­öf­fent­li­che statt­des­sen die­se. Schwie­ri­ger scheint es bei Twit­ter zu sein, denn eine daten­schutz­freund­li­che Mög­lich­keit, ein­zel­ne Tweets als etwas ande­res als einen Screen­shot mit ande­ren Men­schen zu tei­len, ist mir nicht geläu­fig.

Also habe ich selbst eine pro­gram­miert.

bird­cries – engl. „Vogel­schreie“ – ist für Twit­ter, was invidio.us für You­Tube ist. Ich gehe noch einen Schritt wei­ter und ver­zich­te absicht­lich dar­auf, ein­ge­bet­te­te Medi­en wie Vide­os oder Bil­der anzu­zei­gen. Wer die unbe­dingt sehen möch­te, der möge zum Ori­gi­nalt­weet (selbst­ver­ständ­lich jeweils ver­linkt) grei­fen. Um die­je­ni­gen Men­schen ein wenig zu ärgern, die trotz allem der Mei­nung sind, Open Source bedeu­te immer auch hohe Qua­li­tät, habe ich bird­cries im Quell­code ver­öf­fent­licht. Wer sich bemü­ßigt fühlt, selbst eine Instanz zu instal­lie­ren und/oder mein Ori­gi­nal zu ändern, der möge das somit tun.

Als näch­stes grö­ße­res Fea­ture erwä­ge ich oEm­bed-Unter­stüt­zung, so dass die Vogel­schreie wie auch Tweets ein­fach per URL-Nen­nung ein­ge­bun­den wer­den kön­nen. Ich weiß aber noch nicht, ob sich der Auf­wand lohnt.

NetzfundstückeNerdkrams
Kom­for­ta­bel, sicher und gefähr­lich: Linux als Wer­be­mit­tel für Clo­sed Source

„hei­se online“, 16. Mai 2019:

Linux kom­for­ta­bel und sicher ent­sper­ren

Man kann recht ein­fach eine Pass­wort­ab­fra­ge durch eine Gesichts­er­ken­nung erset­zen.

„hei­se online“, heu­te:

Sicher­heits­gau bei der Bio­me­trie­da­ten­bank „Bio­star 2“ der süd­ko­rea­ni­schen IT-Fir­ma Supre­ma: (…) Die Exper­ten konn­ten sich nach eige­nen Anga­ben ohne gro­ße Mühen Zugang zu 27,8 Mil­lio­nen Ein­trä­gen ver­schaf­fen, die 23 Giga­byte an Daten aus­mach­ten. Dar­un­ter waren neben unver­schlüs­sel­ten Pro­fil­in­for­ma­tio­nen wie Nut­zer­na­men und Pass­wör­tern über eine Mil­li­on Fin­ger­ab­drücke sowie eine unge­nann­te Zahl an Gesichts­bil­dern.

Jemand soll­te mal eine Mög­lich­keit erfin­den, sich in irgend­ei­nem elek­tro­ni­schen System anzu­mel­den, ohne sei­ne Bio­me­trie preis­ge­ben zu müs­sen. Dass dar­auf noch nie­mand gekom­men ist!


Zu mei­ner beson­ders aus­blei­ben­den Über­ra­schung ist die „Open Source Sum­mit“ der Linux Foun­da­ti­on, eine Art Selbst­ap­plaus von Fir­men, die ihr Geld damit ver­die­nen, Benut­zer schlech­ter Betriebs­sy­ste­me zu ver­klap­sen, gar kei­ne Open-Source-Ver­an­stal­tung, son­dern eine Wer­be­ver­an­stal­tung für pro­prie­tä­re Soft­ware. Das passt her­vor­ra­gend ins Bild. Wohl dem, der sei­ne genutz­te Soft­ware nach ihrer Nütz­lich­keit und nicht nach ihrer Ethik bewer­tet!

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik CXVI: Was­ser pre­di­gen, Fleisch­wurst kau­en

„Die Pres­se ist ein Erzie­hungs­in­stru­ment, um ein Sieb­zig-Mil­lio­nen-Volk in eine ein­heit­li­che Welt­an­schau­ung zu brin­gen.“
– Adolf Hit­ler, 1934


Wäh­rend in den USA die lang­wei­li­ge alte Dis­kus­si­on dar­über, ob man nicht fie­se Mör­der­spie­le ver­bie­ten sol­le, auf dass das Spie­len mit den dort über­all erhält­li­chen Waf­fen kei­ne grö­ße­ren Schä­den anrich­ten möge, schon wie­der ermü­dend aus­führ­lich geführt wird, spre­chen Deut­sche über das, womit sie sich aus­ken­nen: Schwei­ne.

In die­sem Fall die Ver­teue­rung ihres Lei­bes zwecks – Moment, ich muss kurz im Aus­re­den­ka­len­der blät­tern – Kli­ma­schut­zes:

Wer Fleisch isst, bela­stet das Kli­ma. So viel steht fest.

Dass bereits das Kli­ma bela­stet, wer nicht augen­blick­lich das Atmen ein­stellt, und dass die Zukunft der Erde als für Men­schen bewohn­ba­rer Pla­net mit­tel­fri­stig nur zu schüt­zen wäre, hör­ten Men­schen end­lich mit die­ser von erbärm­li­chem Drang danach, die eige­ne als die sieg­rei­che Ras­se erken­nen zu dür­fen, getrie­be­nen Ver­meh­rung auf, wird medi­al unver­än­dert wenig betrach­tet. Den Men­schen zu ver­ste­hen zu geben, dass sie das Pro­blem und nicht die Lösung sind, ist außer­halb femi­ni­sti­scher Medi­en offen­bar kein belieb­tes Mit­tel. Vor­her grei­fen sie lie­ber nach jedem Pla­stik­stroh­halm.

Ein­zig der „Deutsch­land­funk“ fällt aus der Rei­he und klaus­kins­kit das Publi­kum: Ihr seid bloß zu doof!

Ange­sichts der Mög­lich­kei­ten, die der Markt bie­tet und die Wer­bung nutzt, sind die Bür­ger als Kon­su­men­ten erkenn­bar über­for­dert – intel­lek­tu­ell wie mora­lisch.

Und natür­lich müs­sen des­halb Ver­bo­te her[.]

Denn zwar sind die­je­ni­gen, die am lau­te­sten den Ver­zicht auf ver­meint­li­chen Luxus von ihren Mit­men­schen her­bei­zu­kra­kee­len ver­su­chen, selbst die­je­ni­gen, von denen man erwar­ten soll­te, ein Vor­bild zu sein zu ver­su­chen, aber das lässt Ulri­ke Win­kel­mann, pri­vat ger­ne mal am Flug­ha­fen, nicht gel­ten:

Die Öko­pre­di­ger neh­men doch selbst das Flug­zeug und essen Fleisch. (…) Gre­ta Thun­berg hät­te auch recht, wenn sie statt im Segel­schiff mit dem Flug­zeug zum Kli­ma­gip­fel anrei­sen wür­de. (…) Wer for­dert, den Fleisch­kon­sum ein­zu­däm­men, hat recht, auch wenn er unlängst mit einem Schnit­zel in der Kan­ti­ne gese­hen wur­de.

Ich bin davon über­zeugt, dass das Kli­ma am Ende sei­ner Kräf­te vol­ler Ehr­furcht auf die Pre­di­ger des Wah­ren zurück­blicken und sagen wird: Ja, gut, die haben mir jetzt mehr gescha­det als die mei­sten ande­ren Men­schen, aber wenig­stens haben sie unter­des­sen nicht die grund­fal­schen Din­ge gesagt.

Aber schränkt ein mög­li­ches Ver­bot von bestimm­tem Fleisch nicht mei­ne Frei­heit ein? Ulri­ke Win­kel­mann ist für die­se Fra­ge gerü­stet:

Dadurch wer­den Frei­hei­ten ein­ge­schränkt – oh ja: zum Woh­le ande­rer. Kommt immer mal wie­der vor: Es ist nicht lan­ge her, da war es erlaubt, ande­ren im Restau­rant Zigar­ren­qualm ins Essen zu pusten. Ist jetzt ver­bo­ten.

Zwei­mal täg­lich Fleisch essen, ande­ren Gift übers Essen pusten: Alles das­sel­be im Hau­se Win­kel­mann.

Wie viel Kli­ma es wohl ret­ten wür­de, schal­te­te man den Web­ser­ver vom „Deutsch­land­funk“ – die­se Gerä­te sind kei­nes­wegs dafür bekannt, dass sie zwi­schen zwei Auf­ru­fen einen Wald auf­for­sten – ein­fach mal ab?


Scha­de: In Ber­lin war ein Auto­tei­le­händ­ler zu schnell, als es um das spon­so­ring für Warn­we­sten für Kin­der (zum Schutz vor besag­ten Autos) gehen soll­te. Ein Ziga­ret­ten­händ­ler hät­te es doch viel nöti­ger gehabt!

In den NachrichtenMontagsmusik
Lunar Gra­ve – Altar of Smo­ke

Muss diese Eule schmelzen?Es ist Mon­tag. Ein Schul­di­ger für das Ver­sa­gen der Men­schen beim Bekämp­fen des Kli­ma­wan­dels ist gefun­den: Es sind die Grü­nen. Wer sie wählt und ihnen so zu Geld für Flug­rei­sen ver­hilft, der gefähr­det somit Pin­gui­ne, Eis- und sicher­lich auch Pan­da­bä­ren. Nur ein herz­lo­ser Tier­feind lie­ße es also zu, dass sein Umfeld die Grü­nen unter­stützt!

Apro­pos Popu­lis­mus: Simo­ne de Beau­voir, „Vor­den­ke­rin“ („Deutsch­land­funk“) des jün­ge­ren Femi­nis­mus, ist unter ande­rem dafür bekannt, dass sie ein­ver­nehm­li­chen Bei­schlaf mit Kin­dern ent­kri­mi­na­li­sie­ren woll­te. Ich emp­feh­le die­sen Umstand kei­nes­wegs zu ver­ges­sen, wenn – wie jüngst auf­grund eines unap­pe­tit­li­chen „Zufalls“ – wie­der ein­mal skan­diert wird, dass alte wei­ße Män­ner immer nur das Böse wol­len.

Woher kommt eigent­lich die deut­lich gestie­ge­ne Zahl an rechts­extre­men Straf­ta­ten? Soll­ten wir die­sen nicht eine noch offe­ne­re Gesell­schaft ent­ge­gen­set­zen? Anschei­nend bes­ser nicht: „Betrof­fe­ne Juden geben an, dass 81 Pro­zent der kör­per­li­chen Angrif­fe auf Mus­li­me zurück gehen“ (sic! A.d.V.), viel­leicht reicht es ja, ein­fach ein paar Gra­tis­kon­zer­te gegen Über­grif­fe zu ver­an­stal­ten. Das hat immer gut funk­tio­niert. Gute Nach­rich­ten ertön­ten wäh­rend­des­sen von Leni Brey­mai­er, MdB: Sie habe nichts gegen Pro­sti­tu­ti­on, nur dage­gen, dass es dort Kun­den gibt. Ich für mei­nen Teil habe auch nichts gegen die SPD, nur dage­gen, dass sie jemand wählt.

Insta­gram macht dumm. Blei­ben wir klug und hören wir etwas Musik!

Lunar Gra­ve – Altar of Smo­ke

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: „ZEIT ONLINE“ rät von „ZEIT ONLINE“ ab.

Auf „ZEIT ONLINE“ darf Anna Mil­ler unter dem Sujet des digi­tal detox, der „digi­ta­len Ent­gif­tung“ also, unge­straft kon­sta­tie­ren:

Das digi­ta­le Leben macht uns krank und wir wis­sen das. Wir müs­sen es been­den!

Der Arti­kel wird, wenn man nicht über die „Kom­plett­an­sicht“ rein­geht, ohne tech­ni­schen Anlass auf drei „Sei­ten“ auf­ge­teilt. So was macht mich ja krank und ich weiß das. Er besteht im Wesent­li­chen dar­aus, dass die Schrei­be­rin ihr Leben ver­passt, weil sie statt­des­sen Zeit im Inter­net ver­geu­det, indem sie zum Bei­spiel belang­lo­sen Quatsch auf „ZEIT ONLINE“ ver­öf­fent­licht. Man kann den Arti­kel per Klick auf Face­book und Twit­ter tei­len, denn der durch­schnitt­li­che Leser wird für zu doof gehal­ten, einen Link zu kopie­ren.

Viel­leicht ist bereits eine „ZEIT-ONLINE“-Entziehungskur ein rich­ti­ger Schritt.

Netzfundstücke
Dach überm Kopf for Future

„Blick“:

Schon am drit­ten Tag lie­gen bei den Kli­ma-Tee­nies die Ner­ven blank. Die Unzu­frie­den­heit unter den Teil­neh­mern des «Smi­le for Future»-Klimagipfels in Lau­sanne ist förm­lich zu spü­ren. (…) «Es ist schon schön, dass jeder immer über sei­ne Gefüh­le reden kann», kom­men­tiert ein Schwei­zer Teil­neh­mer. «Ich ver­ste­he aber auch, dass ande­re mehr arbei­ten wol­len.» Die Krux: Die Gras­wur­zel­be­we­gung will, dass jeder glei­cher­ma­ssen zu Wort kommt. Nicht immer klappt das – auch hier gibt es Teil­neh­mer, die nach vor­ne drän­gen. Das führt bei sen­si­ble­ren Teil­neh­mern zu Unmut. Und: Sobald jemand mit den Hän­den ein Dach über dem Kopf formt, bedeu­tet das «Ich füh­le mich unwohl». Dann darf er sofort dar­über spre­chen – selbst im Ple­num mit rund 450 Teil­neh­mern.

Ist es wirk­lich klug, uns bei der Pla­nung unse­rer Zukunft von Sozi­al­ar­bei­tern und Wal­dorf­päd­ago­gen bera­ten zu las­sen?

In den Nachrichten
Säku­la­ris­mus wann anders. (4)

Am 26. Juli, so wird berich­tet, wur­de in Ber­lin, der Stadt, die Ver­rück­te macht, ein Rab­bi­ner auf Ara­bisch beschimpft und bespuckt. Was von einer Gesell­schaft („Kul­tur“) zu hal­ten ist, in der das Bespucken als akzep­ta­ble Form der Kri­tik gilt, soll hier und heu­te nicht mein The­ma sein. Den Kon­sens der Zivi­li­sier­ten abzu­bil­den ist unin­ter­es­sant.

Lesens­wer­ter ist, was die Sou­ve­räns­as­si­stenz dazu mit­zu­tei­len hat:

Nach dem anti­se­mi­ti­schen Angriff auf einen Rab­bi­ner wird Bun­des­au­ßen­mi­ni­ster Hei­ko Maas (SPD [Kleinst­par­tei im Par­la­ment, A.d.V.]) am Frei­tag zu einem Soli­da­ri­täts­ge­bet in Ber­lin erwar­tet. (…) Bei dem Soli­da­ri­täts­ge­bet wür­den Gebe­te für Frie­den und Tole­ranz für alle Men­schen aller Reli­gio­nen auf Hebrä­isch und Deutsch gele­sen.

Gedan­ken und Gebe­te. Das wird dabei hel­fen, reli­giö­sen Zwist zu über­win­den: Mehr Reli­gi­on!

Bonus­punk­te bekommt der evan­ge­li­sche Pres­se­dienst im Übri­gen für die For­mu­lie­rung, es habe „eine David­stern-Schmie­re­rei“ gege­ben. Als „Schmie­re­rei“ wur­den reli­giö­se Sym­bo­le jen­seits des Bud­dhis­mus in der hie­si­gen Pres­se bis­lang eher sel­ten bezeich­net.

In den NachrichtenWirtschaft
Fach­kräf­te­be­zah­lungs­man­gel (2)

Ich, 2016:

Der hie­si­ge Arbeits­markt lei­det nicht unter einem „Fach­kräf­te­man­gel“, der sich nur mit oft schlecht aus­ge­bil­de­ten, aber dafür gün­sti­gen aus­län­di­schen Arbei­tern mil­dern lie­ße. Er lei­det an wirt­schaft­li­chen Erwä­gun­gen (lies: am Geiz) derer, die ihn bekla­gen.

„Golem.de“, heu­te:

Angeb­lich fehl­ten der Indu­strie noch nie so vie­le IT-Exper­ten wie zur­zeit. Doch die Fir­men rei­ßen sich um die vor­han­de­nen Soft­ware­ent­wick­ler offen­bar nicht mit ent­spre­chend höhe­ren Gehäl­tern.

Ach, hm, tja.

Ist ja kein Pro­blem, die Zuge­zo­ge­nen las­sen sich ja noch ver­schau­keln, wie die SPD am 7. Juni die­ses Jah­res fest­stell­te:

Deutsch­land hat ein Fach­kräf­te­ein­wan­de­rungs­ge­setz. (…) Zusätz­li­che Fach­kräf­te sind ein Fun­da­ment für unse­ren künf­ti­gen wirt­schaft­li­chen Erfolg und garan­tie­ren so sozia­le Sicher­heit für alle in Deutsch­land.

Wo bleibt eigent­lich die Revo­lu­ti­on?

In den NachrichtenWirtschaftMontagsmusik
Seno­gul – Pija­mas // Schwu­le Play­boys

Arschbombe!Es ist Mon­tag. Mil­len­ni­als sol­len den Play­boy ret­ten, an Bord sind Femi­ni­stin­nen und Schwu­le. Das wird dem Maga­zin, das davon lebt, dass Män­ner gern schö­ne Frau­en angucken, sicher­lich ganz neue Erfol­ge ein­fah­ren, nur viel­leicht nicht die erwünsch­ten.

Erwünscht schei­nen zur­zeit „E‑Scooter“ zu sein, eine Art Tret­rol­ler mit Motor, zu mei­ner Ent­täu­schung aber ohne Stütz­rä­der. Die Besit­zer der­sel­ben ver­hal­ten sich jeden­falls offen­bar wie die Besit­zer jedes unmo­to­ri­sier­ten Tret­rol­lers auch, näm­lich wie Vier­jäh­ri­ge: „Vie­le E‑Rollerfahrer fah­ren ille­gal auf dem Fuß­weg und gefähr­den Pas­san­ten, ärgern sich Behin­der­ten-Ver­tre­ter“, da muss man erst mal nach­gucken, auf wel­cher Sei­te die ste­hen.

Wer­fen wir zur Bei­be­hal­tung der Mon­tags­stim­mung einen Blick in die Poli­tik. Robert Habeck, desi­gnier­ter Kanz­ler­kan­di­da­tu­r­an­wär­ter in spe, erklärt schon mal, was von einer wei­te­ren Regie­rungs­be­tei­li­gung der Grü­nen zu erwar­ten wäre: Lan­ge kei­nen Angriffs­krieg mehr geführt. Wir sind wie­der wer! Auch bei ande­ren Kurz­den­kern kommt es gele­get­lich zu Aus­fäl­len: „Die Deut­schen besit­zen (…) im Durch­schnitt weni­ger Ver­mö­gen als Ita­lie­ner, Fran­zo­sen und Spa­ni­er, die im Rah­men der euro­päi­schen ‚Soli­da­ri­tät‘ eine grö­ße­re Anstren­gung von uns ver­lan­gen.“ Manch­mal ist Armut vor allem mensch­lich anstren­gend.

Apro­pos Geld: Face­book inve­stiert Geld ins Gedan­ken­le­sen. Dabei sind mei­ne Gedan­ken oft sehr schlicht: Sie dre­hen sich um die Musik.

SENOGUL „Pija­mas“

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Onsé­gen Ensem­ble – Awalaï

Onségen Ensemble - AwalaïLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

In der Zeuhl­welt gibt es außer den unver­min­dert groß­ar­ti­gen Mag­ma ja eine ver­gleichs­wei­se klei­ne Aus­wahl an Musik­grup­pen, die sich dar­an ver­su­chen, die­sem doch recht ein­ma­li­gen Stil eine eige­ne Note hin­zu­zu­fü­gen. Oft stam­men die­se weni­gen Grup­pen aus Frank­reich oder Japan. Auch, aber nicht nur des­halb, ist das Onsé­gen Ensem­ble erwäh­nens­wert, denn es ist in Finn­land zu Hau­se.

Dort nahm es nach lan­ger Zeit des War­tens sein Voll­zeit-Debüt­al­bum „Awalaï“ (Amazon.de, TIDAL, Bandcamp.com) auf, das Anfang Janu­ar 2016 schließ­lich ver­öf­fent­licht wur­de und schon nament­lich ahnen lässt, wohin es ehen soll. Wie vie­le Musi­ker betei­ligt waren, ließ sich nicht ein­fach her­aus­fin­den, aber die­ses Ensem­ble ist auch in unkla­rer Grö­ße erfreu­lich.

Die eige­ne Note ist hier aber domi­nant, was man nicht nur an den fin­ni­schen Titeln der ersten bei­den Stücken, son­dern auch in der Dar­bie­tung erken­nen kann. „Awalaï“ ist ein Album mit jazz­ge­tränk­tem Spa­ce­rock, der von einem zeuh­les­quen Frau­en­chor beglei­tet wird. Gele­gent­lich („Sol­ei“) schafft der Zeuhl es zu etwas mehr Stär­ke, in ande­ren Momen­ten („Hot­toizzoH“) klin­gen aber auch mal Rush – eine die­ser Grup­pen, um die es scha­de ist – an.

Kann man hören.

In den NachrichtenMusik
Vinyl 3 (6): 31 Sekun­den gegen Ent­eig­nung

In mei­nen wie­der­keh­ren­den Musik­rück­schau­en wei­se ich regel­mä­ßig dar­auf hin, dass die von mir vor­ge­stell­ten Musikal­ben zumeist auch auf Amazon.de test­zu­hö­ren sind, wo die Län­ge der Hör­pro­ben – ich nen­ne sie gele­gent­lich begründ­bar „Schnip­sel“ – auf etwa 30 Sekun­den begrenzt ist. Dass die­se 30 Sekun­den für einen ver­nünf­ti­gen Ein­druck kaum rei­chen, sofern das Stück nicht gera­de selbst nur weni­ge Sekun­den lang ist, hal­te ich sel­ten für aus­rei­chend erwäh­nens­wert. Letzt­end­lich ver­bin­de ich mit mei­nen Emp­feh­lun­gen ja nai­ver­wei­se auch immer die Ver­mu­tung, dass, wer Musik mag, sich ohne­hin den rich­ti­gen Ton­trä­ger zule­gen wird.

Zu Unrecht?

Pop­mu­sik war schon immer ein eige­ner Kos­mos im ste­ti­gen Wan­del. Wel­chen Ein­fluss hat die fort­schrei­ten­de Digi­ta­li­sie­rung dar­auf? Nicht nur die Wei­se, wie wir Pop hören, son­dern auch die Art, ihn zu pro­du­zie­ren, ändert sich. (…) Ein Song muss sofort ins Ohr gehen, damit er nicht weg­ge­klickt, son­dern län­ger gestreamt wird. So braucht es 31 Sekun­den Ver­weil­dau­er bei einem Track auf Spo­ti­fy, damit über­haupt Geld an den Künst­ler fließt.

Dass Strea­ming fak­tisch wegen der gerin­gen Umsatz­be­tei­li­gung pro „Stream“ den Musi­kern, wegen sei­nes Kon­zepts als jeder­zeit abschalt­ba­re Leih­au­dio­thek auch den Musik­hö­rern scha­det, ist ein von mir inzwi­schen ermü­dend oft wie­der­hol­ter Umstand. Ich habe den­noch den Ein­druck, dass nur eine fort­wäh­ren­de Wie­der­ho­lung die­ses Ein­wands irgend­wann ein­mal zu etwas mehr Beden­ken füh­ren wird. Der Mensch neigt zur Träg­heit.

Schlim­mer noch: Nicht nur wer­den Künst­ler arm und Kon­su­men­ten besitz­los gehal­ten, auch der ideel­le Wert der Musik wird wei­ter­hin aus der Betriebs­wirt­schaft her­aus­ge­hal­ten.

Micha­el Krau­se, Mana­ging Direc­tor bei Spo­ti­fy für Zen­tral­eu­ro­pa, (…) befür­wor­tet jedoch Play­li­sten mit „funk­tio­na­ler Musik, kura­tiert von unse­rer Redak­ti­on“.

Wenn die­se blut­leer gewor­de­ne Welt eines nicht unbe­dingt braucht, dann ist es eine Gene­ra­ti­on von Men­schen, für die Lei­den­schaft und Musik in zwei völ­lig ver­schie­de­ne Kate­go­rien gehö­ren, die mit­ein­an­der allen­falls Berüh­rungs­punk­te haben. Wie trau­rig wäre es, wäre die Musik der Zukunft von nicht mehr als Algo­rith­men geschrie­ben und auf­ge­führt! Wie arm wäre eine Gesell­schaft, in der der letz­te Wert der Musik ihr Preis­schild ist! – Ich ver­schan­ze mich hin­ter einer Bar­ri­ka­de aus Schall­plat­ten und CDs. Die letz­te Schlacht gewin­nen wir.

Wer macht mit?

Mir wird geschlechtNetzfundstücke
Gewalt hat eine Kul­tur: Der Euro­pa­rat leb­te lie­ber män­ner­arm.

2013 initi­ier­te der Euro­pa­rat, eine inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­ti­on aus offen­sicht­lich zu vie­len Staa­ten, das „No Hate Speech Move­ment Deutsch­land“. Dies ist eine in der deutsch­spra­chi­gen Wiki­pe­dia vol­ler blö­der Stern­chen und mit einem Über­maß an Leer­zei­chen als „Jugend­be­we­gung“ beschimpf­te Orga­ni­sa­ti­on, deren Ziel es sei, von „Hass­re­de“ Betrof­fe­ne zu empowern. Tsch­ak­ka!

Anläss­lich des Zuto­de­kom­mens eines Acht­jäh­ri­gen in Frank­furt, den ein, wie man liest, gut inte­grier­ter Schwei­zer Eri­tre­er mit­hil­fe eines Zuges gemeu­chelt hat, haben die Empowe­rer ver­ständ­li­cher­wei­se viel damit zu tun, jeden, der es unbe­dingt lesen müs­se, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass das gar kein Pro­blem der Her­kunft sei.

So weit, so rich­tig.

Nur der Fol­ge­schluss ist ein tran­tü­ti­ger: Nicht näm­lich sei Gewalt einer Natio­na­li­tät geschul­det, son­dern schlicht der Bio­lo­gie:

Aber Gewalt hat kei­ne Natio­na­li­tät, son­dern ein Geschlecht. #toxi­c­Mas­cu­li­ni­ty

Schä­del­ver­mes­sung war gestern, heu­te wer­den Chro­mo­so­men gezählt. Sieht man von die­ser histo­ri­schen Par­al­le­le, dass näm­lich unge­zähl­te über­le­ge­ne und eine unter­le­ge­ne Men­schen­art exi­stier­ten, nach dem Abklin­gen der plötz­lich ein­set­zen­den star­ken Kopf­schmer­zen ein­mal ab, dann muss man sich gege­be­nen­falls wie ich sehr zügeln, um nicht die offen­sicht­li­che Fra­ge zu stel­len:

Wenn Gewalt also ein Pro­blem von Män­nern und nicht ein Pro­blem von Natio­na­li­tä­ten ist, ist es dann nicht eine ziem­lich blö­de Idee, in See­not gera­te­ne Män­ner an Land zu brin­gen?