Ein Gerät, das aus nicht viel mehr als einem trivialen Alltagsgegenstand – etwa einer Türklingel – besteht, als Zusatzfunktionen jedoch sowohl, dass das etablierte Sicherheitskonzept „Türschloss“ zweinull aufgecybert wird, als auch, dass es eine ständige Verbindung mit einem an unbekanntem Ort stehenden Computer anderer Leute („Cloud“) voraussetzt, um überhaupt irgendwas anderes zu tun als ein Dingdong-Geräusch zu erzeugen, aufweist, mithin nicht viel mehr als eine teure und große Wanze, ist in meinem Verständnis das genaue Gegenteil eines Geräts, das irgendjemand in seinem persönlichen Lebensbereich eingeschaltet haben wollen sollte.
Lightning Born – Renegade
Es ist Montag. Unlängst fand Ginger Baker in hohem Alter sein Ende, was ein bisschen schade, aber es mitzuteilen diesem Tag sicherlich angemessen ist.
Boris Johnson beharrt darauf, dass Großbritannien sich schleunigst aus der Europäischen Union verdrückt. Ich finde das gut und beneide die Briten auch weiterhin. In Tunesien, ein paar Länder daneben, hat währenddessen eine wissenschaftsfeindliche Partei, also eine, die Religion als Politik missversteht, die Parlamentswahl gewonnen. Verrückt: Das ist ja fast wie in Deutschland!
Greta Thunberg zu unterstützen sei rassistisch, weil sie ein weißes Mädchen sei, so lässt sich ein gegenwärtiger #aufschrei lesen. Ich mag es, wenn Nervensägen an ihrem Duktus zerbrechen. Schwarz sein für’s Klima! Ihre extremistisch-dümmlichen Fahrwasserbegleiter von Extinction Rebellion haben vor Monaten schon alles Nötige mitgeteilt: „Wenn eine Gesellschaft so unmoralisch handelt, wird Demokratie irrelevant.“ Jetzt kann uns nur noch ein starker Klimaführer retten.
Oder vielleicht doch lieber Musik. Musik hilft eigentlich immer.
Guten Morgen.
Westliche Werte des Tages (4)
Seit gestern weiß ich, was ein Stockbrunzer ist: Ein (älterer) Herr, der mit aufgeklappter Lederhose an seinem Wanderstock entlang im Festzelt unter den Tisch seicht, damit er seinen Sitzplatz nicht aufgeben muss.
@JuleStinkesocke
Medienkritik in Kürze: Fünf Titelseiten
Ich habe mal wieder einen Blick ins Zeitschriftenregal geworfen. Leider blieb kaum Gelegenheit für einen Zeitschriftenkauf, aber die Titelseiten allein sind ja auch schon sehenswert.
Erstens:
Die Zeitschrift „emotion“ lässt Collien Ulmen-Fernandes, erfolgreiche Schauspielerin und Immobilieninvestorin, trotzig mitteilen:
Ich hätte es leichter, wenn ich keine Frau wäre[.]
Ich hätte vermutlich überhaupt kein Problem damit, nach eines guten Gentlemans Art mein Dasein mit dem von Collien Ulmen-Fernandes zu tauschen. Ich bin ja nicht so.
Zweitens:
Ungewöhnlich reflektiert brüllt das Quietschbuntmagazin „InTouch“ („Das Original!“) anlässlich der „DIÄT-LÜGEN der Stars“:
Unglaublich, wie Heidi & Co. alle für dumm verkaufen wollen …
Zum Glück gibt es noch mutige Investigativjournalisten wie die Redakteure der „InTouch“ („Exklusiv! [Mark Forster] lästert über The Voice“), die sich allein der Wahrheit verpflichtet fühlen. Sagen, was ist!
Drittens:
Das Altdamenmagazin „Petra“, erstaunlicherweise noch immer in der Oktoberausgabe vorliegend, obwohl doch schon Oktober ist, versucht sich an einem Oxymoron:
Keine Frage des Alters: tolle Haut mit 30, 40, 50
Model-Make-up für den Alltag nachschminken
Vermutlich hilft es der Haut bereits, die „Petra“ einfach nicht zu lesen.
Viertens:
„MADAME“, ein Heft, dessen Titel bereits eindrucksvoll passiv-aggressiv ist, macht mich hungrig:
POWER dressing
Es geht dann aber doch bloß um Klamotten und nicht um Salat.
Fünftens:
Abschließend rät „GEO PERSPEKTIVE“, nicht unbedingt ein Magazin von Kindern für Kinder, munter drauflos:
Die Jugend der Welt: Was sie will, wie sie fühlt
Man könnte die Jugend der Welt mal mit dieser Ausgabe konfrontieren. Ich bin schon jetzt gespannt auf die Reaktionen.
„Ok Google, verkauf mich!“
Der Google Assistant, ein Programm zur Aufzeichnung, Verfolgung und Internetfreigabe der Gespräche seiner Besitzer (vulgo „smarter Lautsprecher“), hat eine neue Funktion bekommen:
Auch in Google Assistant möchten wir euch noch bessere Möglichkeiten bieten, Einblick in eure Daten zu erhalten und sie zu verwalten.
Auf die Frage hin “Ok Google, wie schützt du meine Daten?” wird Assistant euch Auskunft über unsere Maßnahmen zum Schutz und zur Sicherheit eurer Daten geben.
Der komische Klangeffekt, mit dem der Google Assistant die Frage quittiert? Das ist das Prusten des Mitarbeiters am anderen Ende. Das muss so.
Kurzkritik: Morgen
Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
In der florierenden US-Musikszene des Jahres 1969 – das ist jetzt genau 50 Jahre her – war es vergleichsweise leicht, als Musikgruppe kaum aufzufallen. Zu denjenigen Gruppen, die bislang nicht mal einen Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia bekommen haben, gehört Morgen. Morgen war ein von 1968 bis 1969 bestehendes Quintett, einer derer Mitgründer Steve Morgen hieß oder vielleicht noch heißt, was den Namen erklären kann. 1969 fand das einzige, anscheinend namenlose Studioalbum von Morgen (Amazon.de, TIDAL) den Weg aus einem Studio heraus und in Plattenläden hinein.
Natürlich atmet es auch noch den Geist der späten 60er und wartet mit beinahe gewöhnlichem Psychedelic Pop/Rock („She’s The Nitetime“) auf, darüber hinaus, behauptet das Internet, ist es jedoch auch ein Pionieralbum des Heavy Metals. Auf dem Coverbild ist „Der Schrei“ abgebildet. Ich mag das Bild.
Mit Pantera und Iron Maiden hat es freilich kaum Gemeinsamkeiten, vielmehr höre ich Blues- („Love“) ebenso wie Hippierock, der zu dieser Zeit längst aus der Mode gekommen war, was die vergleichsweise Unbekanntheit von Morgen vielleicht erklärt, vielleicht aber auch nicht. Als Einflüsse der beteiligten Musiker wurden unter anderem Pete Townshend, Jimmy Page und die Rolling Stones genannt. Das merkt man. Das ist gut.
Wie man es auch immer genrisch einzuordnen gewillt ist: Ich mag’s aus dem gleichen Grund, warum ich das umstrittene „Their Satanic Majesties Request“ der damals schon ollen und bereits erwähnten Rolling Stones mag. In irgendwelchen Zeitschriften und Onlineshops stünde über/unter/neben diesem Album so was wie „für Fans von …“. Aber ich mag kein Fantum. Ich mag nur einfach gute Musik. Dies hier ist gute Musik.
Hört’s!
Drei witzige Neuigkeiten
Der Fernseh-Satiriker Jan Böhmermann ist offiziell in die SPD aufgenommen worden[.] (…) »Aber wir sind eine Partei und keine Satireveranstaltung.«
Manche Fallhöhe ist niedriger als andere.
Besondere Aufmerksamkeit der Wissenschaftler erregte dabei die noch nicht genauer benannte Spezies aus der Gattung Auanema, die sogar drei Geschlechter aufweist (…).
In Berlin bekäme die Spezies direkt eine Professur aufgedrückt.
Als Bündnis haben wir unseren Fokus in der Mobilisierung bewusst darauf gelegt, sichtbar zu machen, dass die sogenannte Wiedervereinigung Gewinner und Verlierer hervorgebracht hat. (…) Es ist nicht mehr die Zeit für selbstreferentielle Abgrenzungsrituale. Die Grenze verläuft zwischen Unten und Oben, nicht zwischen Bierbude und Demo!
(Übersetzung in vernünftiges Deutsch von mir.)
Ideologisch AfD-nahe Antideutsche sieht man heutzutage ja auch nicht mehr so oft.
Der Hintern in der Schlinge
Augenscheinlich aus der Welt derer, die ein Geschlechtsteil für ein soziales Konstrukt halten, erhalte ich eine Mail von „Megan“ an „Megan“:

Zumindest ist das wahrscheinlich billiger als die einschlägigen Tabletten – und gesünder.
Psychedelic Porn Crumpets – Cornflake
Es ist Montag. Nahverkehr soll teurer werden, wegen des Klimas. Was halt so passiert, wenn man die Partei der Flugzeug- und Limousinennutzer einfach mal machen lässt. Eine Pandabärenpartei wäre mir lieber.
Ein Blick in die Nachrichten aus aller Welt: Kate Middleton trug einen Mantel bereits viermal, vorbildlich für’s Klima, aber ganz schön stillos. Zum Glück haben wir mutige Investigativjournalisten. – In Berlin nehmen sie Cheerleaderinnen jetzt den Sport weg, wegen der Frauenrechte und so. Emanzipierte Frauen dürfen keinen Spaß mehr haben. Wo kämen wir da auch hin!
Apropos: Es gibt eine von den üblichen Verdächtigen beworbene Website namens „Frauen gegen digitale Gewalt“. Fast bin ich froh, dass sie es nicht „Cybergewalt“ genannt haben. Gegen „digitale Gewalt“, also gegen Phrasen wie diese, setze übrigens auch ich mich ein, obwohl ich gar keine Frau bin. Darf ich das überhaupt? Man wird sehen.
Was ich auf jeden Fall darf, ist Musik zu hören. Und ihr dürft das auch.
Guten Morgen.
Tabletten gegen Facebook
Man halte sich von einsamen Menschen fern, denn sie sind gefährlich:
Es wird behauptet, dass die modernen Gesellschaften eine Einsamkeitsepidemie ausbrüten, die möglicherweise auch noch ansteckend sein soll und vielleicht mit den sogenannten Sozialen Netzwerken zusammenhängt.
Denn jeder weiß: Je mehr Menschen an einem sozialen Netzwerk, online wie offline, teilnehmen, desto einsamer sind sie. Der am wenigsten einsame Mensch ist folglich einer, der seine Tage fernab von anderen Menschen verbringt. Man gehe keineswegs auf Facebook, Facebook warnt vor mitdenkenden Menschen.
Der Erfolg sozialer Medien sei also keine Konsequenz aus dem Bedürfnis des Menschen nach Kommunikation, sondern seine Ursache. Zum Glück gibt es bald Psychopharmaka gegen Facebook:
Am Brain Dynamics Laboratory der University of Chicago forscht Stephanie Cacioppo, Professorin für Psychiatrie und Verhaltenswissenschaft, über eine medizinische Behandlung von Einsamkeit, letztlich an einem Wirkstoff, der Einsamkeit heilen soll. (…) Die Zuführung von ALLO oder dem Prohormon Pregnenolon haben in Versuchen bei Menschen zur Verbesserung unterschiedlicher, mit Stress verbundenen Störungen geführt und könne auch Einsamkeit erleichtern, was bei sozial isolierten Tieren gezeigt worden sei.
Endlich können wir den Gefahren einer Gesellschaft aus Egoisten mit Beruhigungsmitteln begegnen. Danke, Fortschritt!
2019 regt mich auf.
„Sicherer als Windows“ des Tages (18)
Na, auch Linux statt Windows zu Hause?
Dann installiert mal schön einen Malwareschutz!
Sozialismusdemokratisch
Wenn die SPD, wie man erst heute wieder auf „FAZ.net“ – möchte leistungsschutzrechtsbedingt nicht verlinkt werden – lesen darf, sich und alles, was sie zu tun behauptet („Der Klimaschutz – sozial und demokratisch“, ebd.), als „sozialdemokratisch“ allein deshalb bezeichnet, weil es sowohl sozial als auch demokratisch sei und das zusammen nun mal „sozialdemokratisch“ heiße: Ist die Jugendorganisation der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, mithin ein vor allem im Inland aktiver Verein, dann eigentlich national und sozialistisch?
Liegengebliebenes vom 26. September 2019
Unterraschung: Eine Folge von #MeToo ist, dass Frauen aus Furcht vor falschen Anschuldigungen lieber nicht mehr eingestellt werden. Das muss dieses Patriarchat sein.
Es ist zu leicht, heutzutage als Feind des Fortschritts beschimpft zu werden, als Ewiggestriger, der in seiner Freizeit wahrscheinlich Falschparker aufschreibt und bei Musikgehör um 22:01 Uhr umgehend die Polizei verständigt. Deshalb lasse ich die Meldung, dass der skrupellose Reklamekonzern Facebook in Gedankensteuerung investiert, vorerst unkommentiert. Niemand hat die Absicht usw.; huch, zwei Herren im Anzug!
Knieschuss des Jahres: Verlage wollen Leistungsschutzgeld von Google? Kriegen sie halt keine kostenlose Werbung mehr.
Windows has encountered computer.
Bereits 2013 festgestellt: Neoliberale Staaten sind gut für die Umwelt.
Kurz angemerkt zur Flugpreisrelation
Wenn, wie erschreckend viele Parteien ebenso wie vorgeblich journalistische Medien seit wenigstens 2018 mit steigender Frequenz in immer größeren Buchstaben mit immer mehr Ausrufezeichen es zu erhoffen mitteilen, das Fliegen, wenn schon aus wirtschaftsliberalen Gründen nicht völlig verboten, doch wenigstens erheblich verteuert werden sollte, auf dass die lästigen Armen endlich aus den Flughafen fernbleiben mögen und infolgedessen der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid verringert werden möge, woraus zu folgern sein kann, dass es der Umwelt nachhaltig besser ginge, wenn nur der Lebensstandard der Deutschen endlich den Punkt erreichte, an dem Arm und Reich auch räumlich wieder getrennt sein können: Wäre es, obgleich sicherlich unpopulär, dann nicht im Sinne des gewählten Deckmantels des Umweltschutzes so konsequent wie angemessen, setzte man mit einer solchen Preiserhöhung anstelle der von anteilsmäßig weniger Bürgern wahrgenommenen Möglichkeit des preiswerten Reisens zunächst einmal an einem Produkt an, das von vielen genutzt wird, und verteuerte stattdessen den Zugang zum Internet, dessen Kohlenstoffdioxidausstoß bereits vor über einem Jahr bei etwa 33 Millionen Tonnen p.a. lag, in erheblichem Maße – oder geht es womöglich gar nicht um konsequenten Umweltschutz, sondern um etwas ganz anderes?
Heroin gegen Drogentote (3): Prost!
Zum Glück sind Kiffen und Koksen, wenn auch ungleich, hierzulande verboten. Sonst wäre die Jugend ja völlig schutzlos.
Aus Polizeisicht ist die Wiesn wie erhofft friedlich gestartet. (…) Schon zehn Minuten nach dem Anzapfen haben indes Sanitäter die erste „Bierleiche“ behandelt. „Eine 18-Jährige Engländerin hatte vorher zuviel getrunken und dann eine Alkoholvergiftung erlitten“, teilte die Aicher Ambulanz Union am Samstag mit.
O’zapft is.










