Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
In der Zeuhlwelt gibt es außer den unvermindert großartigen Magma ja eine vergleichsweise kleine Auswahl an Musikgruppen, die sich daran versuchen, diesem doch recht einmaligen Stil eine eigene Note hinzuzufügen. Oft stammen diese wenigen Gruppen aus Frankreich oder Japan. Auch, aber nicht nur deshalb, ist das Onségen Ensemble erwähnenswert, denn es ist in Finnland zu Hause.
Dort nahm es nach langer Zeit des Wartens sein Vollzeit-Debütalbum “Awalaï” (Amazon.de, TIDAL, Bandcamp.com) auf, das Anfang Januar 2016 schließlich veröffentlicht wurde und schon namentlich ahnen lässt, wohin es ehen soll. Wie viele Musiker beteiligt waren, ließ sich nicht einfach herausfinden, aber dieses Ensemble ist auch in unklarer Größe erfreulich.
Die eigene Note ist hier aber dominant, was man nicht nur an den finnischen Titeln der ersten beiden Stücken, sondern auch in der Darbietung erkennen kann. “Awalaï” ist ein Album mit jazzgetränktem Spacerock, der von einem zeuhlesquen Frauenchor begleitet wird. Gelegentlich (“Solei”) schafft der Zeuhl es zu etwas mehr Stärke, in anderen Momenten (“HottoizzoH”) klingen aber auch mal Rush — eine dieser Gruppen, um die es schade ist — an.
Kann man hören.

