Netzfundstücke
Ket­zer!

Auf der Web­site „schoenerlieben.de“ fin­den sich aller­hand Sex­spiel­zeu­ge sowie Dro­ge­rie­ar­ti­kel und Lite­ra­tur­tipps rund um das The­ma Ero­tik. (…) Bei einer Dis­kus­si­on über mög­li­che Geschäfts­ideen habe der Vor­schlag zu dem Shop plötz­lich im Raum gestan­den, erin­nern sich die Mit­glie­der evan­ge­li­scher Frei­kir­chen. (…) Zwei von ihnen sind ver­hei­ra­tet, einer hat eine Freun­din, der vier­te im Bun­de ist Sin­gle.

(evangelisch.de)

Nie­mand erwar­tet die spa­ni­sche Inqui­si­ti­on!

NetzfundstückeMontagsmusik
The Quiet Temp­le – Shades of Gemi­ni // Mon­tags­über­ra­schun­gen

#montagslächelnEs ist Mon­tag. Die im Inter­net sind heu­te komisch, das schließt mich ein. Gestern Wahl, näch­sten Monat wie­der Wahl. Anstren­gend, dau­ernd zu sehen, dass irgend­wo irgend­wer schon wie­der dar­um gebe­ten wird, aus dem Haus zu schlur­fen, um nichts zu ändern. Jemand soll­te das mal abschaf­fen. Statt­des­sen viel­leicht Hauspan­da­bä­ren ein­füh­ren.

Apro­pos Din­ge, die man ein­führt: Bei Micro­soft gibt es jetzt Über­ra­schungs­spei­chern, jeden­falls im haus­ei­ge­nen „Office“. Com­pu­ter, die genau das tun, was man ihnen zu sagen meint, wenn man eine Schalt­flä­che betä­tigt, auf der etwas drauf­steht, wären ja auch viel zu lang­wei­lig. Wo blie­be denn da das Aben­teu­er?

Posi­ti­ve Neu­ig­kei­ten: Ein Blog­ger, den ich für ver­schol­len gehal­ten hat­te, ist wie­der auf­ge­taucht und fin­det Ber­li­ner Fahr­rad­fah­rer und gesamt­deut­sche Ner­ven­sä­gen wei­ter­hin ein­drucks­voll grau­en­haft. Ich wei­de mich an der­art kunst­voll ver­schrift­lich­ter Fas­sungs­lo­sig­keit, aber ich bin auch ein Fies­ling, jeden­falls mon­tags.

Als klei­ne Ent­schul­di­gung kre­den­ze ich etwas Musik.

Shades Of Gemi­ni

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz ange­merkt zu den Land­tags­wah­len in Bran­den­burg und Sach­sen

Da zu mei­nem Ent­set­zen sowohl in Bran­den­burg (SPD) als auch in Sach­sen (CDU) die Rechts­po­pu­li­sten gemäß aktu­el­len Hoch­rech­nun­gen jeweils die stärk­ste Kraft vor der AfD gewor­den sind, begin­ne ich – gewohnt spät – zu ver­ste­hen, war­um es unter Umstän­den eine gute Idee ist, sonst­wie poli­tisch ori­en­tier­ten Wäh­lern von der Wahl der AfD („hat offen­bar ein Ange­bot für Leu­te, die sich bis­lang igno­riert fühl­ten“) grund­sätz­lich abzu­ra­ten: Wer die AfD wählt, der erhöht damit offen­bar die Gefahr einer not­dürf­tig zusam­men­ge­flick­ten rot-rot-grü­nen Koali­ti­on, und eine wei­te­re sol­che hat wirk­lich nie­mand ver­dient, nicht ein­mal der Ossi, der so is.

Mir wird geschlechtIn den Nachrichten
Penis­no­bel­preis

Wer in sei­nem Leben eine so gründ­li­che Aus­bil­dung genos­sen hat, dass er anschlie­ßend die Zeit bis zum Beginn sei­ner Ver­grei­sung mit For­schung und Ent­deckung ver­bringt, dem wird viel­leicht ein Nobel­preis zuteil, hier­zu­lan­de außer­halb von Phy­sik und Lite­ra­tur lei­der kaum beach­tet. Selbst­ver­ständ­lich sehen die Hoch­schu­len, an der der Geehr­te einst stu­diert hat, einen Teil die­ses Ergeb­nis­ses auch in der eige­nen Lehr­wei­se und hän­gen ihn daher als Bei­spiel dafür, was man als Stu­dent im eige­nen Haus ein­mal errei­chen kön­ne, an eine Ehren­wand, jeden­falls als Foto, sel­ten als Per­son.

Obwohl Wis­sen­schaft­ler, deren For­schung preis- und wand­wür­dig ist, sehr vie­le inter­es­san­te Eigen­schaf­ten an sich tra­gen, etwa das Feld und das Ziel die­ser For­schung, gehört ihr Geschlechts­teil nach mei­nem Ver­ständ­nis nicht dazu. Zudem ist das Wesen der For­schung ein zutiefst meri­to­kra­ti­sches: Geehrt wird, wer Ergeb­nis­se vor­tra­gen kann. Ent­ge­gen der momen­ta­nen media­len Erzähl­wei­se, die es bevor­zugt, eine mög­lichst foto­ge­ne Frau in den Mit­tel­punkt zu stel­len, ist oft lei­der ein Mann an Ent­wick­lun­gen betei­ligt. Histo­ri­sche Grün­de bin ich aus­zu­schlie­ßen gewillt, eine Geschlech­ter­tren­nung an Hoch­schu­len ist schon län­ger nicht mehr en vogue.

Die Meri­to­kra­tie anzu­er­ken­nen ist jedoch nicht jeder­manns Sache, was dazu führt, dass mit­un­ter Fach­kon­fe­ren­zen abge­sagt wer­den, weil nur Män­ner inter­es­san­te Bei­trä­ge ein­ge­reicht haben und das natür­lich nicht divers sei. Jetzt könn­te man anre­gen, dass, wenn man die Art der Fort­pflan­zung eines Wis­sen­schaft­lers für min­de­stens so inter­es­sant hält wie das, was er zu sagen hat, es emp­feh­lens­wert sei, den Anteil an For­schern ohne Penis mit­tels Wer­bung zu erhö­hen zu ver­su­chen.

Oder man macht es wie US-ame­ri­ka­ni­sche Hoch­schu­len und ent­fernt erfolg­rei­che Wis­sen­schaft­ler, die mit dem Makel eines Penis­ses gebo­ren sind, wie einst die alten Römer aus dem Gedächt­nis:

An der Yale School of Medi­ci­ne hän­gen in den Flu­ren eines Gebäu­des zum Bei­spiel 55 Por­träts: Drei Frau­en und 52 Män­ner. Sie sind alle weiß. (…) Eine Opti­on ist, sie woan­ders hin­zu­hän­gen.

(Schlech­te Über­set­zung von mir.)

Da möch­te man von den ande­ren Optio­nen lie­ber gar nichts wis­sen. Oh, Sie haben Krebs geheilt? Blöd – jetzt ist erst mal eine Frau dran. Kom­men Sie spä­ter wie­der.

Wann genau haben Hoch­schu­len ihr Ziel ver­lo­ren?

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Emis­sio­nen ein­fach weg­rol­lern!

War­um statt Brumm­krei­seln, Drei­rä­dern und Win­deln aus­ge­rech­net Tret­rol­ler es in die Welt der ver­meint­lich Erwach­se­nen geschafft haben, erklärt Ben Schwan („hei­se online“):

Die Unter­su­chung kam wei­ter­hin zu dem Schluss, dass die Scoo­ter bis zur die Hälf­te der Emis­sio­nen eines Stan­dard­au­tos ver­brau­chen, rund 200 Gramm CO2 pro Mei­le[.]

Wenn also künf­tig auf jedes Stan­dard­au­to zwei Tret­rol­ler („Scoo­ter“) kom­men, ist es nicht mehr weit, bis auch Die­sel­mo­to­ren end­lich emis­si­ons­frei fah­ren: Die ange­fal­le­nen Aus­stö­ße wer­den offen­sicht­lich gramm­wei­se ein­fach weg­ver­braucht. Es könn­te so ein­fach sein!

Wo bleibt eigent­lich das ver­damm­te Ver­lags­ster­ben?

(via Schwerdt­fe­gr)

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Black Midi – bmbmbm (live)

Jetzt-schon-keine-Lust-Kauz.Es ist Mon­tag. Ich fin­de das nicht gut, möch­te es aber vor­erst auch dabei belas­sen. Dem Mon­tag schlägt man viel­leicht ein Schnipp­chen, wenn man so tut, als gäbe es ihn gar nicht.

Statt­des­sen gibt es ein wenig Poli­tik: Welt­weit wird die freie Rede bekämpft, oft gera­de von denen, die sich als Bewah­rer der ver­meint­lich ver­nünf­ti­gen Demo­kra­tie auf­spie­len. Links­flucht, nicht Rechts­ruck. Das sei alles weit weg? Nein, nein – in Deutsch­land bzw. wenig­stens in Dres­den haben Boten obsku­rer Klein­par­tei­en wie der SPD eine Demon­stra­ti­on „für das Gute“ abge­hal­ten, deren anti­deut­scher Unter­bau selbst der grü­nen „taz“ ein erstaun­tes Arti­kel­chen ent­lockt hat. Der offen­sicht­li­che Wider­spruch zwi­schen „wir müs­sen ein offe­nes Deutsch­land sein“ und „Deutsch­land ist eh schei­ße“ erreicht inzwi­schen Stel­len, da kommt man mit der Klo­bür­ste gar nicht erst hin. – Apro­pos Klo­bür­ste: Olaf Scholz fän­de es „absurd“, im Fal­le der SPD-Vor­stands­über­nah­me den Posten als Bun­des­mi­ni­ster zurück­zu­ge­ben. Ich per­sön­lich fin­de es absurd, dass jemand von der SPD ein Bun­des­mi­ni­ste­ri­um lei­tet, aber das ist ja bekannt­lich nicht mehr von lan­ger Dau­er.

Es gibt jetzt Steck­do­sen, die zuhö­ren. In die­ser schö­nen, neu­en Welt gibt es nur noch wenig Ent­la­stung. Aber dann sol­len die Steck­do­sen wenig­stens nicht lei­den – sie bekom­men gute Musik zu hören.

black midi – bmbmbm (Live on KEXP)

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Föl­l­ak­zo­id – I

Föllakzoid - ILan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Zu den Län­dern, aus denen es ver­gleichs­wei­se wenig neue Musik zu geben scheint, die mir als beach­tens­wert erscheint, gehört Chi­le. In des­sen Musi­kan­ten­welt tum­meln sich auch Föl­l­ak­zo­id, eine ulkig hei­ßen­de Musik­grup­pe zur­zeit unbe­kann­ter Beset­zung, deren selbst gesteck­tes Ziel, so weit es das Inter­net zu wis­sen behaup­tet, es sei, mit jedem neu­en Album noch mehr Platz mit noch weni­ger Ele­men­ten zu fül­len. Was schrift­lich wie die (sehr gute) End­pha­se von Talk Talk klingt, hört sich aber noch ganz anders an.

Auf ihrem vier­ten Album, das nach „Föl­l­ak­zo­id“, „II“ und „III“ fol­ge­rich­tig „I“ heißt (TIDAL, Band­camp, Amazon.de), spie­len Föl­l­ak­zo­id viel­mehr eine Art „Kraut-Trance“. Man ver­zei­he mir das Erfin­den lächer­li­cher Gen­re­bezeich­nun­gen aus­nahms­wei­se. Es wird elek­tro­ni­sche Musik gespielt, die Chi­le­nen las­sen dabei von EBM über Shoe­ga­ze bis hin zur Ber­li­ner Schu­le nur wenig aus, Aus­flü­ge in den Kraut­rock von Can und Faust nicht aus­ge­schlos­sen.

Föl­l­ak­zo­id – I (Full Album)

Das Album bestehe, weiß der Pres­se­text, aus mehr als 60 ver­schie­de­nen, ein­zeln auf­ge­nom­me­nen Bestand­tei­len. Offen­sicht­lich gab es genug Zeit für aus­ge­dehn­te Expe­ri­men­te. „I“ ist fast instru­men­tal, nur eine film­ro­bo­ter­ar­tig ver­zerr­te Stim­me ertönt in „I“, „III“ und „IIII“, das eigent­lich „IV“ hei­ßen müss­te.

„I“ ist tanz­bar, aber das ist ja eigent­lich jede Art von Musik, wenn man es nur ver­sucht. Ich sitzt­an­ze und spre­che eine Emp­feh­lung aus.

Politik
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: So isser, der „SPIEGEL“.

„ZEIT ONLINE“, 23. August 2019:

In einer Medi­en­ge­sell­schaft wir­ken Medi­en an der Schaf­fung und Festi­gung kol­lek­ti­ver Iden­ti­tä­ten mit. Die über­re­gio­na­len Medi­en in Deutsch­land ver­fe­sti­gen heu­te vor allem eine posi­ti­ve Iden­ti­tät des ehe­ma­li­gen West­deutsch­lands in Abgren­zung zu den Gebie­ten der ehe­ma­li­gen DDR.

Aber kei­ne Sor­ge, die kol­lek­ti­ve Demo­kra­tie kämpft mit gro­ßem Erfolg gegen die­je­ni­gen, die den Tota­li­ta­ris­mus bedeu­ten, obwohl es immer mal wie­der Rück­schlä­ge gibt:

Mari­us Lan­ge war nicht das erste Mal als Wahl­hel­fer im Ein­satz. Doch betro­gen habe er zuvor nie.

Die im Osten bedro­hen unse­re Demo­kra­tie! Ver­damm­te Neo­na- was?

Als Motiv nennt er sei­ne poli­ti­sche Über­zeu­gung: „Mein Herz schlägt links.“ Des­halb habe er nicht hin­neh­men wol­len, dass die rechts­po­pu­li­sti­sche Par­tei so star­ken Zuspruch durch die Wäh­ler erfah­re.

Ach so. Wei­ter so, Genos­se! Das Geld gibt’s an der Kas­se:

Mari­us Lan­ge sagt, dass er vor allem wegen der Auf­wands­ent­schä­di­gung Wahl­hel­fer gewor­den sei und dass er dabei zuvor nie betro­gen habe. (…) Mari­us Lan­ge ist bewusst, dass er sich mit der Wahl­fäl­schung straf­bar gemacht hat, aber er wür­de es wie­der tun.

Das alles hat natür­lich nichts mit der Stim­mung in Ost­deutsch­land zu tun. Die ist in Ord­nung. Und wir wol­len, dass es so bleibt.

So isser, der Ossi.

So isser. Kann man nichts machen. Wie, der wählt falsch? Na, dem zei­gen wir’s!

Vor­wärts immer.

MusikNetzfundstücke
Vinyl 3 (7): Plat­ten fürs Wend­land.

Es klagt Inga „Hoelt­mann“ Hölt­mann“:

Es ist mir ein­fach kom­plett schlei­er­haft, war­um man im Jahr 2019 mit­ten in Deutsch­land nicht ein­mal ein Lied über Spo­ti­fy abspie­len kann, weil die Inter­net­ver­bin­dung zu schwach ist.

So rich­tig die Beob­ach­tung aber auch ist, dass es auch und gera­de im Ver­gleich mit den uns umge­ben­den Staa­ten um die Qua­li­tät des hie­si­gen Mobil­funk­net­zes nicht gut bestellt ist: Mir ist es ein­fach kom­plett schlei­er­haft, war­um man im Jahr 2019 mit­ten in Deutsch­land auf die Ver­füg­bar­keit sowohl einer andau­ern­den Inter­net­ver­bin­dung als auch der Ser­ver eines kom­mer­zi­el­len Musik­ver­leihs ange­wie­sen ist, wenn man ein Lied hören möch­te.

Smart­phones über­bie­ten ein­an­der dar­in, noch mehr Platz für Lie­der zu haben, und selbst jedes ver­damm­te Auto­ra­dio der letz­ten paar Jah­re weist längst min­de­stens eine Mög­lich­keit auf, statt des Acht­zi­ger­ge­du­dels selbst den „besten Mix“ (ebd.) zusam­men­zu­stel­len. Die „selbst gewähl­te Unmün­dig­keit“ (anders­wo), die Frei­heit des Alles-jeder­zeit-Hörens irgend­wel­chen streams zu opfern, nötigt mir wenig Bedau­ern ab.

Etwas bes­se­rer Emp­fang an weni­ger beleb­ten Orten wäre mir trotz­dem mit­un­ter will­kom­men. Ich möch­te dar­über dann auch kein Lied hören – ich möch­te mir dar­über dann eine Schall­plat­te bestel­len.

NerdkramsPersönlichesProjekte
In eige­ner Sache: Mein Upgrade von Mer­curi­al auf SVN und Darcs

(Vor­be­mer­kung: Schon wie­der Com­pu­ter­kram. Ein­mal geht noch!)

Wer mei­ne Pro­gram­mier­pro­jek­te auf­merk­sam zur Kennt­nis genom­men hat, der hat sicher­lich bereits bemerkt, dass ich mit Git, dem der­zei­ti­gen De-fac­to-Stan­dard­pro­gramm zum Onlin­ever­wal­ten von Datei­ver­sio­nen (gemäß POSIX ist das jedoch SCCS), nicht viel anfan­gen kann.

Ich bin recht spät in die Welt der Ver­si­ons­kon­troll­sy­ste­me – im Fol­gen­den zwecks Les­bar­keit VCS genannt – vor­ge­sto­ßen. Mei­ne ersten so ver­wal­te­ten Pro­jek­te ver­öf­fent­lich­te ich auf SourceF­or­ge, es kam Sub­ver­si­on (SVN) als VCS zum Ein­satz. Das war sehr lan­ge aus­rei­chend, SourceF­or­ge zeig­te jedoch irgend­wann sei­ne Schwä­chen in Bezug auf die Sta­bi­li­tät der Ser­ver und die Bedien­bar­keit der Benut­zer­ober­flä­che, über­dies ging es nicht immer acht­sam mit ihm anver­trau­ten Pro­jek­ten um.

Lei­der fiel mit SourceF­or­ge auch einer der bei­den ein­zi­gen ver­nünf­ti­gen SVN-Hosting­an­bie­ter weg. Der ande­re – Sav­an­nah – schien und scheint sehr restrik­ti­ve Regeln zu haben, wel­che Lizen­zen man dort nut­zen kann. Das fin­de ich nicht gut. Ich war also wie­der offen für ein neu­es System und son­dier­te den Markt. Ich teste­te ver­schie­de­ne Pro­gram­me auf ihre Zuver­läs­sig­keit und Bedien­bar­keit, dar­un­ter Git, Mer­curi­al und Darcs. Wäh­rend ich Darcs inzwi­schen gern und über­zeugt für pri­va­te Pro­jek­te ein­set­ze und Mer­curi­al die Rol­le als All­tags-VCS über­nahm, fiel Git mir vor allem dadurch auf, dass andau­ernd irgend­wel­che Kon­flik­te gelöst wer­den woll­ten und ich dafür öfter git reset –hard HEAD nut­zen muss­te als ich es gern gehabt hät­te. Dass ich mit­un­ter trotz­dem die­je­ni­gen Pro­jek­te, deren Zukunft mir völ­lig egal ist, zur Belu­sti­gung mög­lichst vie­ler Men­schen in das open-source-feind­li­che, sexi­sti­sche und ras­si­sti­sche Git­Hub kip­pe, sei dem nicht als Wider­spruch ent­ge­gen­ge­stellt.

Bit­bucket, die­je­ni­ge Platt­form, die Git­Hub bereits vor Jah­ren den gro­ßen, inzwi­schen immer­hin ein­ge­hol­ten Vor­teil vor­aus hat­te, dass pri­va­te Repo­si­to­rys, also sol­che, die nicht öffent­lich sicht­bar sind, dort kein Geld koste­ten, gefiel mir als Mer­curi­al­ser­ver­an­bie­ter seit­dem ganz gut. Bis heu­te.

Heu­te erhielt ich einen Hin­weis, dass Atlas­si­an, das skru­pel­lo­se Unter­neh­men hin­ter Pro­duk­ten wie Jira und eben auch Bit­bucket, im kom­men­den Jahr die Unter­stüt­zung für Mer­curi­al ein­stel­len wird. Es wer­de nur von weni­gen Men­schen benutzt, so wird im Wesent­li­chen argu­men­tiert, und sei daher nicht mehr wich­tig genug. Dass die­je­ni­gen, die absicht­lich Mer­curi­al ein­set­zen, sich dabei wahr­schein­lich etwas gedacht haben, scheint irrele­vant zu sein. Man möge doch bit­te auf Git migrie­ren, wird dort ver­laut­bart. Mei­nen herz­li­chen Dank auch.

Damit blei­ben als Alter­na­ti­ven für einen Wei­ter­be­trieb mei­ner Mer­curi­al­pro­jek­te eigent­lich nur SourceF­or­ge und Sav­an­nah übrig. Bei­de sind, das habe ich eben noch mal über­prüft, auf­grund der völ­lig unüber­sicht­li­chen Pro­jekt­sei­ten lei­der noch unbrauch­bar. Ein Wech­sel zu Darcs­hub ist nicht für jedes mei­ner Pro­jek­te sinn­voll und über­dies poten­zi­ell gefähr­lich: Mei­nes Wis­sens steht wie auch hin­ter Source­hut, das ich aber im Auge behal­ten wer­de, nur eine Per­son hin­ter dem Pro­jekt, die Vor­gän­ger­sei­ten wur­den längst abge­schal­tet – die Zukunft des Por­tals ist also kei­nes­wegs gesi­chert. Was wer­de ich also mit den grö­ße­ren Pro­jek­ten machen?

Die Ant­wort über­rascht mich selbst. Zufäl­lig las ich bei der hasti­gen Recher­che, dass Git­Hub trotz sei­nes Namens auch eine SVN-Brücke anbie­tet. Die­se hat­te ich vor­hin aus­pro­biert und sie scheint zu funk­tio­nie­ren. Zurück zu den Wur­zeln also: Sobald Bit­bucket kei­ne Lust mehr hat, von mir benutzt zu wer­den, wer­den all mei­ne bestehen­den Pro­jek­te auf Darcs (klei­ne­re Pro­jek­te) und SVN (grö­ße­re Pro­jek­te) migriert. Sol­len die doch in ihrer Mehr­heit schwim­men!

Mal gucken, wer den län­ge­ren Atem haben wird.


Nach­trag vom 22. August 2019: Einen Teil mei­ner Pro­jek­te – erst mal nur eines – habe ich, wie ange­kün­digt, bereits auf Darcs­hub umge­zo­gen und bin erwar­tungs­ge­mäß zufrie­den. In den Kom­men­ta­ren hier­un­ter hat sich wäh­rend­des­sen her­aus­ge­stellt, dass es durch­aus noch ver­nünf­ti­ge Alter­na­ti­ven zu SVN über Git­Hub gibt, dar­un­ter Fos­sil, das ich völ­lig ver­ges­sen hat­te. Ich ver­su­che es viel­leicht noch mal damit.

In den Nachrichten
Jesus und die Esel

Sachar­ja 9,9:

Aber du, Toch­ter Zion, freue dich sehr, und du, Toch­ter Jeru­sa­lem, jauch­ze! Sie­he, dein König kommt zu dir, ein Gerech­ter und ein Hel­fer, arm, und rei­tet auf einem Esel und auf einem jun­gen Fül­len der Ese­lin.

„kath.net“:

So beka­men Bischof Georg Bät­zing als auch Weih­bi­schof Tho­mas Löhr jeweils einen Audi A 8 mit einem Hybrid-Die­sel mit stol­zen 286 PS, der Grund­preis der Autos ist dabei 90.600 Euro.

Mat­thä­us 5,20:

Es sei denn eure Gerech­tig­keit bes­ser als der Schrift­ge­lehr­ten und Pha­ri­sä­er, so wer­det ihr nicht in das Him­mel­reich kom­men.

(via Schwerdt­fe­gr)


Apro­pos Pha­ri­sä­er: McDonald’s hat in Groß­bri­tan­ni­en ein gro­ßes Umwelt­pro­blem – weil es jetzt weni­ger Pla­stik benutzt.

In den NachrichtenMontagsmusik
The Strokes – Is This It?

Herbstkauz' Stunde schlägtEs ist Mon­tag. In den gest­ri­gen Nach­rich­ten war zu lesen, Dia­ne „Krü­ger“ Kru­ger gehe kaum noch ins Kino. Dia­ne „Krü­ger“ Kru­ger ist auch mir nicht aus dem Kino bekannt, inso­fern ist es schön, wie boden­stän­dig sie ist: Belang­lo­se Gemein­sam­kei­ten mit Pro­mi­nen­ten zu haben ist bei man­cher­lei Volk ja posi­tiv besetzt. Ich hät­te lie­ber Gemein­sam­kei­ten mit einem Pan­da­bä­ren oder – noch bes­ser – einen Pan­da­bä­ren. Man kann nicht alles haben.

Klin­ge­ling, Poli­tik: Vol­ker Beck, für für mei­nen Geschmack deut­lich zu vie­le Merk­wür­dig­kei­ten in der Geschich­te der Grü­nen ver­ant­wort­lich, hat auf Twit­ter mit­ge­teilt, dass die AfD sich für ein Schächt­ver­bot ein­set­ze, sei eine histo­ri­sche Par­al­le­le zur NSDAP und Demo­kra­ten sol­len daher „popu­li­sti­schen Ver­su­chun­gen wider­ste­hen“. Ob Schäch­ten jetzt unbe­dingt eine gute Waf­fe im Kampf gegen Rechts ist, scheint mir weni­ger ein­deu­tig ein beson­ders guter Ein­fall zu sein als ihm. Zur Per­son passt: In einem an Teen­ager gerich­te­ten Buch über Trans­se­xua­li­tät darf ein Sechs­jäh­ri­ger erzäh­len, wie schön er es fin­det, Oral­ver­kehr mit ande­ren Jungs zu voll­zie­hen. Ich hal­te davon ver­mut­lich das Rich­ti­ge.

Apro­pos: Die Faschi­sten kom­men! Was ist mora­lisch gut und was ist falsch? Die über Karl Pop­pers Schrif­ten bekannt gewor­de­ne Fest­stel­lung, es sei grund­sätz­lich gut, davon aus­zu­ge­hen, der Geg­ner könn­te Recht haben, ist im uni­ver­si­tä­ren Dis­kurs einem Abso­lut­heits­an­spruch gewi­chen, der vie­len libe­ral den­ken­den Men­schen noch gro­ße Pro­ble­me berei­ten wird, sobald sie in fal­schen Krei­sen nicht fal­sche Über­le­gun­gen zum Besten geben. Kon­ser­va­ti­vis­mus scheint die weni­ger into­le­ran­te Daseins­form gewor­den zu sein. Wer hat noch Fra­gen zur Links­flucht, die als „Rechts­ruck“ ver­brämt wird? Ich sehe mich inzwi­schen reich­lich gewapp­net, sie zu beant­wor­ten.

Mit einem Arti­kel, des­sen Info­ka­sten „VPN“ völ­lig falsch erklärt, berich­tet Patrick Beuth („SPIEGEL ONLINE“) von sei­nen Erfah­run­gen im „feind­se­lig­sten WLAN der Welt“. Ich berich­te lie­ber von mei­nen Erfah­run­gen mit der unblö­de­sten Musik der Welt. Wie wäre es mit die­ser hier?

The Strokes – Is This It?

Guten Mor­gen.