NerdkramsPersönlichesProjekte
In eigener Sache: Mein Upgrade von Mercurial auf SVN und Darcs

(Vorbe­merkung: Schon wieder Com­put­erkram. Ein­mal geht noch!)

Wer meine Pro­gram­mier­pro­jek­te aufmerk­sam zur Ken­nt­nis genom­men hat, der hat sicher­lich bere­its bemerkt, dass ich mit Git, dem derzeit­i­gen De-fac­to-Stan­dard­pro­gramm zum Onlin­ev­er­wal­ten von Dateiver­sio­nen (gemäß POSIX ist das jedoch SCCS), nicht viel anfan­gen kann.

Ich bin recht spät in die Welt der Ver­sion­skon­troll­sys­teme — im Fol­gen­den zwecks Les­barkeit VCS genan­nt — vorgestoßen. Meine ersten so ver­wal­teten Pro­jek­te veröf­fentlichte ich auf Source­Forge, es kam Sub­ver­sion (SVN) als VCS zum Ein­satz. Das war sehr lange aus­re­ichend, Source­Forge zeigte jedoch irgend­wann seine Schwächen in Bezug auf die Sta­bil­ität der Serv­er und die Bedi­en­barkeit der Benutze­r­ober­fläche, überdies ging es nicht immer acht­sam mit ihm anver­traut­en Pro­jek­ten um.

Lei­der fiel mit Source­Forge auch ein­er der bei­den einzi­gen vernün­fti­gen SVN-Hostin­gan­bi­eter weg. Der andere — Savan­nah — schien und scheint sehr restrik­tive Regeln zu haben, welche Lizen­zen man dort nutzen kann. Das finde ich nicht gut. Ich war also wieder offen für ein neues Sys­tem und sondierte den Markt. Ich testete ver­schiedene Pro­gramme auf ihre Zuver­läs­sigkeit und Bedi­en­barkeit, darunter Git, Mer­cu­r­ial und Darcs. Während ich Darcs inzwis­chen gern und überzeugt für pri­vate Pro­jek­te ein­set­ze und Mer­cu­r­ial die Rolle als All­t­ags-VCS über­nahm, fiel Git mir vor allem dadurch auf, dass andauernd irgendwelche Kon­flik­te gelöst wer­den woll­ten und ich dafür öfter git reset –hard HEAD nutzen musste als ich es gern gehabt hätte. Dass ich mitunter trotz­dem diejeni­gen Pro­jek­te, deren Zukun­ft mir völ­lig egal ist, zur Belus­ti­gung möglichst viel­er Men­schen in das open-source-feindliche, sex­is­tis­che und ras­sis­tis­che GitHub kippe, sei dem nicht als Wider­spruch ent­ge­gengestellt.

Bit­buck­et, diejenige Plat­tform, die GitHub bere­its vor Jahren den großen, inzwis­chen immer­hin einge­holten Vorteil voraus hat­te, dass pri­vate Repos­i­to­rys, also solche, die nicht öffentlich sicht­bar sind, dort kein Geld kosteten, gefiel mir als Mer­cu­ri­alserver­an­bi­eter seit­dem ganz gut. Bis heute.

Heute erhielt ich einen Hin­weis, dass Atlass­ian, das skru­pel­lose Unternehmen hin­ter Pro­duk­ten wie Jira und eben auch Bit­buck­et, im kom­menden Jahr die Unter­stützung für Mer­cu­r­ial ein­stellen wird. Es werde nur von weni­gen Men­schen benutzt, so wird im Wesentlichen argu­men­tiert, und sei daher nicht mehr wichtig genug. Dass diejeni­gen, die absichtlich Mer­cu­r­ial ein­set­zen, sich dabei wahrschein­lich etwas gedacht haben, scheint irrel­e­vant zu sein. Man möge doch bitte auf Git migri­eren, wird dort ver­laut­bart. Meinen her­zlichen Dank auch.

Damit bleiben als Alter­na­tiv­en für einen Weit­er­be­trieb mein­er Mer­cu­ri­al­pro­jek­te eigentlich nur Source­Forge und Savan­nah übrig. Bei­de sind, das habe ich eben noch mal über­prüft, auf­grund der völ­lig unüber­sichtlichen Pro­jek­t­seit­en lei­der noch unbrauch­bar. Ein Wech­sel zu Darc­shub ist nicht für jedes mein­er Pro­jek­te sin­nvoll und überdies poten­ziell gefährlich: Meines Wis­sens ste­ht wie auch hin­ter Source­hut, das ich aber im Auge behal­ten werde, nur eine Per­son hin­ter dem Pro­jekt, die Vorgänger­seit­en wur­den längst abgeschal­tet — die Zukun­ft des Por­tals ist also keineswegs gesichert. Was werde ich also mit den größeren Pro­jek­ten machen?

Die Antwort über­rascht mich selb­st. Zufäl­lig las ich bei der hasti­gen Recherche, dass GitHub trotz seines Namens auch eine SVN-Brücke anbi­etet. Diese hat­te ich vorhin aus­pro­biert und sie scheint zu funk­tion­ieren. Zurück zu den Wurzeln also: Sobald Bit­buck­et keine Lust mehr hat, von mir benutzt zu wer­den, wer­den all meine beste­hen­den Pro­jek­te auf Darcs (kleinere Pro­jek­te) und SVN (größere Pro­jek­te) migri­ert. Sollen die doch in ihrer Mehrheit schwim­men!

Mal guck­en, wer den län­geren Atem haben wird.


Nach­trag vom 22. August 2019: Einen Teil mein­er Pro­jek­te — erst mal nur eines — habe ich, wie angekündigt, bere­its auf Darc­shub umge­zo­gen und bin erwartungs­gemäß zufrieden. In den Kom­mentaren hierunter hat sich während­dessen her­aus­gestellt, dass es dur­chaus noch vernün­ftige Alter­na­tiv­en zu SVN über GitHub gibt, darunter Fos­sil, das ich völ­lig vergessen hat­te. Ich ver­suche es vielle­icht noch mal damit.

Senfecke:

  1. auf SVN? Ich finde git allein deswe­gen bess­er, weil ich, um einen Com­mit zu machen, nicht online sein muss.

    Nutzt du keine Branch­es in SVN? Ger­ade bei größeren Pro­jek­ten stört doch dann eigentlich, dass hun­derte Datei dupliziert wer­den. Und wenn man nicht nur trunk als Check­out hat, lädt der die ganzen alten Branch­es und unzäh­lige Dateien mit.

    Hätte man nicht warten kön­nen?! Jeho­va! Jeho­va!

    • Ja, habe ich mir inzwis­chen mehrmals angeguckt. “Es ist bess­er als Git” ist ja erst mal eine schöne Aus­sage, denn das gilt unter bes­timmten Voraus­set­zun­gen sog­ar für CVS. Dass der Entwick­ler von Fos­sil und SQLite sowohl Fos­sil als auch SQLite bess­er find­et als die Konkur­renz, sagt noch nicht viel aus. ;)

      Ich habe auf einem mein­er Serv­er test­weise auch Fos­sil laufen, aber ich finde es furcht­bar umständlich zu admin­istri­eren, sobald man mehr als ein Repos­i­to­ry hat. In SVN muss man dafür ja bloß das Verze­ich­nis wech­seln. Aber noch habe ich Zeit, mich zu entschei­den. Fos­sil hätte den Vorteil, dass ein Back­up der Repos­i­to­rys sehr ein­fach wäre. Noch ein Nachteil: Es wird noch unwahrschein­lich­er, dass andere Men­schen was zu meinen Pro­jek­ten beitra­gen. Ich finde diesen Basarstil schon ganz gut für manche Pro­jek­te. Aber vielle­icht habe ich es ein­fach noch nicht richtig ver­standen.

Comments are closed.

https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_smilenew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_biggrin2.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_sadnew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_eek.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_shocked.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_confusednew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_coolnew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_lol.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_madnew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_aufsmaul.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_seb_zunge.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_blushnew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_frown.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_twistedevil1.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_twistedevil2.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/icon_mad.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_rolleyesnew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_wink2.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_idea2.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_arrow2.gif 
mehr …
 

Erlaubte Tags:
<strong> <em> <pre> <code> <a href="" title=""> <img src="" title="" alt=""> <blockquote> <q> <b> <i> <del> <tt> <span style=""> <strike>

Datenschutzhinweis: Deine IP-Adresse wird nicht gespeichert. Details findest du hier.