Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Zu den Ländern, aus denen es vergleichsweise wenig neue Musik zu geben scheint, die mir als beachtenswert erscheint, gehört Chile. In dessen Musikantenwelt tummeln sich auch Föllakzoid, eine ulkig heißende Musikgruppe zurzeit unbekannter Besetzung, deren selbst gestecktes Ziel, so weit es das Internet zu wissen behauptet, es sei, mit jedem neuen Album noch mehr Platz mit noch weniger Elementen zu füllen. Was schriftlich wie die (sehr gute) Endphase von Talk Talk klingt, hört sich aber noch ganz anders an.
Auf ihrem vierten Album, das nach “Föllakzoid”, “II” und “III” folgerichtig “I” heißt (TIDAL, Bandcamp, Amazon.de), spielen Föllakzoid vielmehr eine Art “Kraut-Trance”. Man verzeihe mir das Erfinden lächerlicher Genrebezeichnungen ausnahmsweise. Es wird elektronische Musik gespielt, die Chilenen lassen dabei von EBM über Shoegaze bis hin zur Berliner Schule nur wenig aus, Ausflüge in den Krautrock von Can und Faust nicht ausgeschlossen.
Das Album bestehe, weiß der Pressetext, aus mehr als 60 verschiedenen, einzeln aufgenommenen Bestandteilen. Offensichtlich gab es genug Zeit für ausgedehnte Experimente. “I” ist fast instrumental, nur eine filmroboterartig verzerrte Stimme ertönt in “I”, “III” und “IIII”, das eigentlich “IV” heißen müsste.
“I” ist tanzbar, aber das ist ja eigentlich jede Art von Musik, wenn man es nur versucht. Ich sitztanze und spreche eine Empfehlung aus.


Es scheppert ja gar nicht. Eher sanfter 90er Techno. So muss es sich folgerichtig um einen Gastbeitrag handeln.
Techno? Nimm das zurück!