PolitikIn den Nachrichten
Wenn schon Daten vor­rats­spei­chern, dann wenig­stens die fal­schen.

*speicher*Apro­pos „bescheu­er­te Poli­ti­kideen von frü­her“: Um die­ser ver­damm­ten Kin­der­por­no­gra­fen end­lich hab­haft zu wer­den, emp­fiehlt die CDU aber­mals, man sol­le sicher­heits­hal­ber die Daten aller Ein­woh­ner Deutsch­lands auf Vor­rat spei­chern; sie könn­ten ja irgend­wann mal was anstel­len und dann sei es zu spät.

Wer jetzt annimmt, sie habe seit dem letz­ten dies­be­züg­li­chen Vor­stoß nichts über EDV gelernt, der liegt erstaun­li­cher­wei­se dane­ben: Wie der Gene­ral­se­kre­tär der Par­tei kor­rekt fest­stellt, fin­det zwar nicht die Her­stel­lung, aber die Ver­brei­tung von Kin­der­por­no­gra­fie eher im „Dark­net“ als auf einem Markt­platz statt. Nun zeich­net sich „das Dark­net“ dadurch aus, dass man nicht nur eine geson­der­te Zugangs­soft­ware braucht, son­dern auch dadurch, dass die dort anfal­len­den Daten im Best­fall kei­ner­lei Rück­schlüs­se auf die eige­ne Per­son zulas­sen. Die belieb­te Zugangs­soft­ware „Tor“ etwa funk­tio­niert so, dass man das Gesuch, eine Sei­te im „Dark­net“ auf­zu­ru­fen, einem zufäl­li­gen Zugangs­kno­ten mit­teilt, der es wie­der­um einem wei­te­ren mit­teilt, was ein paar­mal so wei­ter­geht, bis der letz­te Kno­ten schließ­lich die gewünsch­te Web­site auf­ruft, die nur des­sen IP-Adres­se, aber nicht die des­je­ni­gen erfährt, der sie ursprüng­lich auf­ge­ru­fen hat.

Ent­spre­chend ist auch das Spei­chern von Ver­bin­dungs­da­ten nicht ziel­füh­rend: Der anfra­gen­de Nut­zer sen­det sei­ne Anfra­ge ver­schlüs­selt an einen unver­däch­ti­gen Rech­ner irgend­wo auf der Welt, ein wahr­schein­lich völ­lig Unbe­tei­lig­ter sen­det ihm eben­so ver­schlüs­selt die Daten zu. Die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung könn­te hier allen­falls die Zahl der Nut­zer sol­cher Anony­mi­sie­rungs­dien­ste erfas­sen, dar­über hin­aus wäre sie aber völ­lig wir­kungs­los.

Fol­ge­rich­tig for­dert Paul Zie­mi­ak:

Des­halb gilt: Unse­re Ermitt­ler brau­chen zur Auf­klä­rung von Kin­des­miss­brauch die Mög­lich­keit der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung.

Ich per­sön­lich befür­wor­te schon lan­ge, sicher­heits­hal­ber die CDU zu ver­bie­ten und ihre Mit­glie­der ein­zu­sper­ren. Sie hat zwar, anders als die SPD, noch nichts wirk­lich Schlim­mes ange­stellt – aber sie könn­te!

In den NachrichtenComputer
Der Por­no­fil­ter für Erwach­se­ne

Was genau elf Jah­re nach den schon damals miss­lun­ge­nen For­de­run­gen nach einer Sper­re für Web­sites, auf denen recht­lich unfei­ne Din­ge feil­ge­bo­ten wer­den, die von jedem auf­ge­weck­ten Elf­jäh­ri­gen, der eine Such­ma­schi­ne bedie­nen kann, ohne gro­ße Anstren­gung schlicht weg­kon­fi­gu­riert wer­den könn­te, sich plötz­lich geän­dert haben soll­te, so dass schon wie­der Bestre­bun­gen, den ver­damm­ten Chi­ne­sen, die uns sonst alles nach­ma­chen, dies­mal selbst was nach­zu­ma­chen, näm­lich das Weg­sper­ren eines gro­ßen Teils des ver­meint­lich frei­en Webs, laut wer­den, weiß ich lei­der nicht, aber mich amü­siert die Vor­stel­lung, dass dem­nächst in deut­schen Haus­hal­ten zahl­rei­che Erwach­se­ne her­um­druck­send von ihren geschütz­ten Kin­dern und/oder Enkeln in Erfah­rung zu brin­gen ver­su­chen, wie sie die­se blö­de Sper­re denn umge­hen kön­nen.


Inter­es­san­te Fra­ge des Tages: War­um gibt es eigent­lich kli­ma­be­dingt eine Kauf­prä­mie für Elek­tro­au­tos, aber kei­ne für Fahr­rä­der?

In den NachrichtenMontagsmusik
TESA – Con­trol 5 // Coro­na­po­li­zei hilf!

Wie man halt so aussiehtEs ist Mon­tag. Die popu­lä­re Mei­nung des Tages umschreibt die Put­zig­keit von Pan­da­bä­ren, die unpo­pu­lä­re Mei­nung des Tages hin­ge­gen kommt von einer Mit­wei­ßen, die gestern schrieb, an einem Anstieg von Coro­na­fäl­len auf Demon­stra­tio­nen gegen Poli­zei­ge­walt, auf denen Abstands­re­geln igno­riert wer­den, sei allein die Poli­zei­ge­walt schuld. Da hät­ten wir das mit die­ser blö­den Hygie­ne ja auch las­sen kön­nen. Na, näch­stes Mal!

Da aber neu­er­dings anti­se­mi­ti­sche Pro­pa­gan­da als Sym­bol­bild für die Unter­drückung von Schwar­zen genutzt wird, wäh­rend an ande­rer Front Frau­en­quo­ten gefor­dert wer­den, wird es all­mäh­lich etwas unüber­sicht­lich. Wer wird jetzt am mei­sten unter­drückt und bedarf daher unse­rer größ­ten Unter­stüt­zung: Schwar­ze, Frau­en, Anders­se­xu­el­le oder der Brech­reiz beim Lesen der Ver­laut­ba­run­gen der SPD-Halb­vor­sit­zen­den, die öffent­lich bekannt­gab, beim Geld­ver­tei­len sei die Fra­ge, woher das Geld denn kom­me, erst mal vor allem im Weg?

Apro­pos im Weg: Der Thü­rin­ger Daten­schutz­be­auf­trag­te scheint sich, glaubt man den Medi­en, des Pro­blems anzu­neh­men, dass in der Kri­se Leh­rer wie­der­holt die DSGVO miss­ach­te­ten, um sich mit ihren Schü­lern wei­ter­hin aus­tau­schen zu kön­nen. Das führ­te zu gro­ßer Empö­rung in der Leh­rer­ge­mein­schaft, denn es kön­ne von Leh­rern (von wem sonst?) nicht ver­langt wer­den, sich aus­nahms­wei­se mal Gedan­ken dar­über zu machen, was mit den Daten ihrer Schü­ler pas­siert. Hof­fent­lich erfin­det bald mal jemand eine Kom­mu­ni­ka­ti­ons­platt­form, die nicht Face­book gehört.

Von Platt­for­men ist der Sprung zurück zum vor­he­ri­gen The­ma kein wei­ter, denn einen wich­ti­gen Anfang sol­le man, for­dert das Inter­net, jetzt machen, indem man die pod­casts von Schwar­zen abon­nie­re. Das sei ein soli­da­ri­scher Akt, erklärt aber qua­si neben­bei auch ganz gut, war­um ich Pod­casts für einen furcht­bar über­flüs­si­gen Unsinn hal­te; denn wenn es dar­um gehen wür­de, was dort gesagt wird, und nicht dar­um, wer es sagt: Wär’s statt­des­sen nicht viel bes­ser mit einem Blog getan?

Da nun auf­grund der schon aus Prin­zip gemie­de­nen Pod­casts etli­che Stun­den unge­nutzt blei­ben kön­nen, bleibt unser­ei­nem viel Zeit für das, was wirk­lich wich­tig ist: Musik.

TESA – Con­trol 5 (OFFICAL VIDEO)

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeNerdkrams
So wirst du von „Per­spec­ti­ve Dai­ly“ über­wacht

Bedau­er­lich: Auf „Per­spec­ti­ve Dai­ly“ warnt Dirk Wal­brühl unter der blöd duzen­den Über­schrift „So wirst du im All­tag über­wacht“, man wer­de auf sie­ben Arten über­wacht, dar­un­ter Über­wa­chungs­ka­me­ras, Kenn­zei­chen­er­fas­sung und Droh­nen. Die ach­te Art – die auf „Per­spec­ti­ve Dai­ly“ ein­ge­bun­de­nen exter­nen Java­Scripts von Goog­le­ser­vern wie s.ytimg.com und ajax.googleapis.com, fehlt lei­der in der Liste.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Mehr Jans für Deutsch­land! (3): Justiz­quo­tiert.

Eine Frau­en­quo­te muss nicht bedeu­ten, dass dar­un­ter die viel not­wen­di­ge­re Kom­pe­tenz lei­det. Gera­de in Beru­fen, in denen eine fach­lich unfä­hi­ge Per­son gro­ßen Scha­den anrich­ten kann, wird man ja wohl im Zwei­fel dar­auf ach­ten, dass ein Min­dest­maß an Ver­ständ­nis vor­han­den ist. Man lässt ja auch kei­nen Auto­her­stel­ler Rad­we­ge ent­wer­fen.

Außer, man ist bei den Grü­nen:

Für Über­ra­schung sorgt, dass Grü­nen-Che­fin Anna Gal­li­na künf­tig das Justiz­res­sort lei­ten soll, obwohl sie kei­ne Juri­stin ist. Gal­li­na hat Poli­tik­wis­sen­schaft, Phi­lo­so­phie und Öffent­li­ches Recht an der Uni­ver­si­tät Ham­burg stu­diert. Vor­gän­ger Till Stef­fen hat­te den Posten auf­grund der Grü­nen-Frau­en­quo­te frei­ge­macht.

Immer­hin: Das Phi­lo­so­phie­stu­di­um könn­te dabei hel­fen, poli­ti­sche Zusam­men­hän­ge in Ham­burg bes­ser zu ver­ste­hen; zum Bei­spiel, war­um wel­che Anwär­ter mit wel­chen Posten aus­ge­stat­tet wer­den.

(Zuvor in die­sem Kino.)

In den NachrichtenWirtschaft
Der neue Mehr­wert­ge­winn­satz ist da.

Letz­ten Monat äußer­te ich mein Unver­ständ­nis dar­über, dass die Bun­des­wehr (die abge­schafft gehört) 137 Mil­li­ar­den Euro für Din­ge aus­ge­ben darf, mit denen man Men­schen umbrin­gen soll. Der Staat hat wegen Coro­na immer­hin erkannt, dass das eine Sum­me ist, die unver­hält­nis­mä­ßig erscheint, und beschlos­sen, finan­zi­el­le Mit­tel in Höhe von fast einer Bun­des­wehr – näm­lich 130 Mil­li­ar­den Euro – dafür bereit­zu­stel­len, dass die Bür­ger wie­der mehr unnüt­zen Krem­pel kau­fen. Die Wirt­schaft, Sie ver­ste­hen; die eben auch fast eine Luft­han­sa weni­ger wert ist als die Armee. Irgend­wel­che Prio­ri­tä­ten muss man eben haben.

Fünf von den 137 Mil­li­ar­den Euro sol­len an die Deut­sche Bahn gehen, die bekannt­lich drin­gend mehr Geld braucht. Aber auch der Bür­ger soll es gut haben:

Ein „Herz­stück“ des Pake­tes ist nach den Wor­ten des CSU-Vor­sit­zen­den Mar­kus Söder eine Sen­kung der Mehr­wert­steu­er. Vom 1. Juli an bis zum 31. Dezem­ber 2020 soll der Mehr­wert­steu­er­satz von 19 Pro­zent auf 16 Pro­zent und für den ermä­ßig­ten Satz von 7 Pro­zent auf 5 Pro­zent gesenkt wer­den. Um rund 20 Mil­li­ar­den Euro wer­den die Ver­brau­cher ent­la­stet, wenn die Prei­se ent­spre­chend sin­ken.

Neu­lich las und hör­te ich ver­schie­den­fach, Mar­kus Söder habe sich in der Coro­na­zeit bereits jetzt als erstaun­lich klu­ger Poli­ti­ker erwie­sen. Erstaun­lich, dass er jetzt aus­ge­rech­net am Grund­wis­sen der Zusam­men­hän­ge in der Wirt­schaft schei­tert.

Ich möch­te aber nicht immer nur nör­geln, füge mich der Emp­feh­lung und freue mich schon auf die Preis­an­pas­sun­gen. Scha­de eigent­lich, dass ich von ihnen erst im Janu­ar 2021 etwas mit­be­kom­men wer­de.


Inzwi­schen bei den Grü­nen: Ein ille­gal besetz­tes Haus soll geräumt wer­den? Das ist gera­de ganz blöd, das muss ver­hin­dert wer­den wegen… Moment… wegen der Ras­si­sten!

In den NachrichtenNerdkrams
(Micky-Maus-Stim­me:) „Kei­ne Panik!“

Was kann da schon pas­sie­ren?

Durch KI lässt sich die mensch­li­che Stim­me bereits klo­nen und ver­än­dern. Eine neue Soft­ware geht nun einen Schritt wei­ter und bie­tet Nut­zern an, die eige­ne Stim­me zu lizen­zie­ren und zu ver­kau­fen. (…)

In sei­ner Daten­schutz­er­klä­rung behält sich das austra­li­sche Unter­neh­men aller­dings vor, per­sön­li­che Infor­ma­tio­nen wie Name, Mail­adres­se, Alter, Kre­dit­kar­ten­in­for­ma­tio­nen und den Ort zu spei­chern und Drit­ten bereit­zu­stel­len. Dazu gehö­ren neben Regie­rungs­be­hör­den auch poten­zi­el­le Geschäfts­part­ner von Repli­ca Stu­di­os.

Ach so, ja: Alles. Mein Feh­ler.

In den Nachrichten
Bei­schlaf­kri­te­ri­en uner­wünscht

Über die Ursa­chen dafür, dass man eine ande­re Per­son (oder gleich meh­re­re) kör­per­lich attrak­tiv fin­det, ist bereits man­ches geschrie­ben wor­den. Für das Phä­no­men, dass man­che Men­schen sich von man­chen Eth­ni­en stär­ker ange­zo­gen füh­len als von ande­ren, wur­de in den ohne­hin prü­de­rie­do­mi­nier­ten Ver­ei­nig­ten Staa­ten gar der Begriff des sexu­el­len Ras­sis­mus geprägt.

Da neu­lich, wie zuvor erwähnt, in besag­ten Ver­ei­nig­ten Staa­ten ein Inha­ber einer ande­ren Haut­far­be als der sei­nes Geg­ners mit der Kon­se­quenz gro­ßer Erre­gung in so Medi­en umge­bracht wur­de, erhielt eines der Kol­lek­ti­ve, die die Rele­vanz eines Lebens an der Haut­far­be fest­ma­chen, aber­mals gro­ßen Zuspruch, indem Deut­sche schwar­ze Vier­ecke in sozia­le Medi­en hin­ein­lu­den. Damit gilt der Ras­sis­mus end­lich als so gut wie über­wun­den. Sogar Barack Oba­ma sieht jetzt die Zeit für eine ech­te Ver­än­de­rung gekom­men. Ich fin­de ja, er soll­te sich mal als Prä­si­dent bewer­ben. Da könn­te er rich­tig was errei­chen!

Natür­lich hat die­se Wel­le der Soli­da­ri­tät auch in der Welt der mobi­len Gerä­te etwas ver­än­dert: Grin­dr, eine Platt­form zur Schnack­sel­an­bah­nung, ermög­licht es sei­nen Kun­den künf­tig nicht mehr, nur Ange­hö­ri­ge der sexu­ell bevor­zug­ten Eth­nie anzei­gen zu las­sen, um ras­si­scher Dis­kri­mi­nie­rung ent­ge­gen­zu­wir­ken. Ich fin­de, die­ses Kon­zept soll­te wie so vie­le Kon­zep­te vor ihm auch hier­zu­lan­de end­lich in die Poli­tik Ein­zug hal­ten. Las­sen wir doch künf­tig die SPD ent­schei­den, mit wem wir schla­fen! Ein Fil­tern unse­rer­seits ist immer­hin immer mit Vor­ur­tei­len ver­bun­den.

Ich selbst zum Bei­spiel wür­de sehr ungern Ver­kehr mit ande­ren Her­ren prak­ti­zie­ren, aber die­se Ansicht benach­tei­ligt aus­schließ­lich Homo­se­xu­el­le – gera­de im Pri­de Month Juni eine mehr­fa­che Krän­kung gegen­über einer welt­of­fe­nen Gesell­schaft. Bei­schlaf­kri­te­ri­en sind dis­kri­mi­nie­rend und daher uner­wünscht.

Hof­fent­lich erle­di­gen auch das bald Robo­ter für uns.


In wei­te­ren Nach­rich­ten: Ber­lin kann kei­ne Flug­hä­fen eröff­nen? Pah, Schnee von gestern: Ber­lin kann näm­lich Flug­hä­fen auch nicht schlie­ßen!

In den Nachrichten
Club­be­su­cher­ster­ben

In den Ver­ei­nig­ten Staa­ten wur­de irgend­wer von einem Men­schen mit ande­rer Haut­far­be umge­bracht, wor­auf­hin die als gut zu ver­ste­hen­den Geg­ner des amtie­ren­den Prä­si­den­ten plün­der­ten und brand­schatz­ten, wes­halb die Regen­ten Ber­lins sich spon­tan mit der­je­ni­gen lose orga­ni­sier­ten Grup­pe soli­da­risch zeig­ten, die vor ein paar Jah­ren wie­der­um in Ham­burg Brän­de ver­ur­sacht und Läden ver­wü­stet hat­te. So weit die Nach­rich­ten von heu­te, so weit viel zu nied­rig­schwel­lig irre für einen Kom­men­tar mei­ner­seits.

Ber­lin war die­ser Tage selbst auf viel inter­es­san­te­rem Niveau irre, wie Medi­en, die nicht mehr ver­linkt wer­den möch­ten (LSR), berich­te­ten:

400 Boo­te, 3.000 Men­schen, die am Ber­li­ner Land­wehr­ka­nal oder auf dem Was­ser eine Tech­no-Par­ty fei­er­ten: Die Ver­an­stal­ter der Demo am Sonn­tag gegen das Ster­ben der Club­kul­tur beka­men die Lage nicht unter Kon­trol­le.

Gegen das Club­ster­ben zu demon­strie­ren, indem man sich dem Risi­ko einer töd­li­chen Krank­heit aus­setzt, ist mal wie­der genau mein Humor. Mehr noch, weiß ein ande­res Medi­um, das nicht ver­linkt wer­den möch­te (LSR):

Über den Land­wehr­ka­nal ging die Tour bis zum Urban­ha­fen, genau vor das dor­ti­ge Kran­ken­haus, in dem Covid-19-Pati­en­ten behan­delt wer­den.

Dass ich das mal in Bezug auf Ber­lin schrei­ben wür­de, ent­täuscht mich selbst ein wenig, aber: Passt!

MontagsmusikIn den Nachrichten
Kjell­van­der­ton­bru­ket – Yacht in the Fog // Bekannt­ma­chun­gen ver­bie­ten!

>:-(Es ist Mon­tag. Vor lan­ger, lan­ger Zeit hör­ten Men­schen in Nah­ost, glaubt man ahi­sto­ri­schen Auf­zeich­nun­gen, plötz­lich Stim­men und des­we­gen ist heu­te frei. Ver­rück­te müs­sen belohnt wer­den, so will es die Reli­gi­on.

Apro­pos Ver­rück­te: Beim „SPIEGEL“ – Res­sort „SPIEGEL Wis­sen­schaft“ – wur­de neu­lich einem Viro­lo­gen erklärt, dass Gan­dalf gar nicht kämp­fe, und auf die Fra­ge, wer das sei, ant­wor­te­te der Jour­na­list, ob das der Ernst des Viro­lo­gen gewe­sen sei. Wel­che Wis­sen­schaft das abbil­den soll, weiß ich lei­der nicht.

Neu­es aus der Welt der Poli­tik: Die Län­der, mit­hin die sie regie­ren­den Par­tei­en, von denen ich daher bit­te nie wie­der etwas über EDV hören möch­te, wür­den gern gesetz­lich erzwin­gen, dass Betriebs­sy­stem­her­stel­ler die Jugend­schutz­maß­nah­men in Tele­me­di­en (lies: Porn­hub) gefäl­ligst zu prü­fen hät­ten. Ich bin schon sehr gespannt, was die Län­der tun wer­den, wenn Micro­soft, Goog­le und Apple die­ses Ansin­nen zurück­wei­sen. Etwa Smart­phones ver­bie­ten?

Ich habe neu­lich zufäl­lig her­aus­ge­fun­den, dass das hie­si­ge Lan­des­amt für Sozia­les, Jugend und Fami­lie sei­ne Ver­laut­ba­run­gen – man scrol­le ein wenig hin­un­ter – unter ein Urhe­ber­recht gestellt sieht, dem­zu­fol­ge jene nicht etwa dem Steu­er­zah­ler, son­dern nur der Behör­de gehö­ren, auf dass man sie nur mit Geneh­mi­gung bekannt­ma­che. Ich möch­te obi­ge Anmer­kung zum The­ma Län­der­kom­pe­tenz noch­mals betont wis­sen.

Ganz ohne Ein­ho­lung einer aus­drück­li­chen Geneh­mi­gung mache jeden­falls ich wie­der bekannt: Musik.

Yacht in the Fog

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Kurz ange­merkt zur täg­li­chen Schreib­faul­heit

Men­schen, für die die wich­tig­sten Eigen­schaf­ten der schrift­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on die Ver­füg­bar­keit von mög­lichst vie­len Emo­jis, eine mög­lichst treff­si­che­re auto­ma­ti­sche Kor­rek­tur und eine jeder­zeit ver­füg­ba­re Edi­tier­funk­ti­on sind, so dass sie nicht nur schnell und gedan­ken­los kom­mu­ni­zie­ren, son­dern die dabei unwei­ger­lich gemach­ten Tipp­feh­ler auch spä­ter noch kor­ri­gie­ren kön­nen, ohne dabei unnö­tig viel Spra­che ver­wen­den zu müs­sen, sind immer auch Men­schen, denen ich mit gro­ßem Respekt begeg­ne, denn eine der­art offen dar­ge­bo­te­ne Miss­ach­tung des Gegen­übers, dass es nicht ein­mal mehr für die Mühe reicht, sich selbst um Ver­ständ­lich­keit des eige­nen Anlie­gens zu küm­mern, fin­det man heut­zu­ta­ge lei­der nur noch sel­ten in der Mis­an­thro­pie.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: le_mol – White Noi­se Ever­y­whe­re

le_mol - White Noise EverywhereLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Da sich die dies­jäh­ri­ge Halb­jah­res­rück­schau aus orga­ni­sa­to­ri­schen Grün­den abseh­bar ver­zö­gern wird, las­se ich es mir nicht neh­men, statt­des­sen schon frü­her eini­ge der ange­nehm­sten Musikal­ben des Jah­res 2020 zu ver­bra­ten, wie man so schön sagt. Heu­te befas­sen wir uns mit le_mol und ihrem dies­jäh­ri­gen her­vor­ra­gen­den Album „White Noi­se Ever­y­whe­re“ (Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL).

Eine Furcht ein­flö­ßen­de Gitar­ren­band ist das Wie­ner Shoe­ga­ze­duo le_mol ent­ge­gen mei­ner Ver­mu­tung bis­her nicht gewor­den, obwohl es auf sei­nem vier­ten Album mit­un­ter doch recht bedroh­lich zugeht: Bereits das eröff­nen­de „Mdme Psy­cho­sis“ kün­digt ein Don­ner­grol­len an, das sich im anschlie­ßen­den Titel­stück aber doch in ein­la­dend melo­disch-rhyth­mi­schen Post­rock auf­löst. Gesang, der über elek­tro­nisch über­la­ger­te Sprach­samples (etwa im krau­ti­gen „1/f bruo“) hin­aus­geht, gibt es auch wei­ter­hin kaum, Gesang will ich aber auch nicht haben. Dass der kla­gend vor­ge­tra­ge­ne Text von „Hands“ trotz­dem gut ins Gesamt­ge­fü­ge passt, sei hier­bei nicht ver­schwie­gen. Das Gefühl der see­li­schen Enge, das sich von innen her­aus aus­brei­tet, hilft dabei, le_mol zu ver­ste­hen, und fügt dem Alben­ge­nuss das gewis­se Etwas hin­zu, das in postrock­na­hen Her­vor­brin­gun­gen zu oft ver­misst wird.

1/F Bruo

Post­rock, apro­pos: Dass le_mol das gro­ße Vor­bild Mog­wai immer noch nicht zu leug­nen ver­su­chen, wenn etwa Rai­mund Schla­ger die Gitar­ren­loops unver­mit­telt breit­wan­dig auf­baut und nur weni­ge Sekun­den spä­ter wie­der über dem Hörer ein­stür­zen lässt, trägt zur Qua­li­tät von White Noi­se Ever­y­whe­re bei. Dass die bei­den Her­ren zudem auch ohne Text einen gran­dio­sen Humor in ihre Musik ein­flie­ßen las­sen, beweist das abschlie­ßen­de, unge­wöhn­lich ent­spann­te Instru­men­tal­stück „Por que está todo en Espa­ñol?“ – „War­um ist alles spa­nisch?“.

Emp­feh­lung hier­mit erteilt, es möge Freu­de berei­ten.

In den Nachrichten
Säku­la­ris­mus wann anders. (5)

Ber­lin, die Stadt der Bau­vor­ha­ben, hat jetzt end­lich genug von die­ser Viel­fäl­tig­keit und beruft sich wie­der dar­auf, dass man etwas ja schon immer so gemacht habe:

Wenn Wind und Wet­ter gün­stig sein soll­ten – vor allem der Wind –, wird am Frei­tag die­ser Woche das Kreuz auf die Kup­pel der Schloss-Rekon­struk­ti­on geho­ben. (…) Wenn schon histo­ri­sche Kup­pel, dann mit dem histo­ri­schen Kreuz, wink­ten des­sen Befür­wor­ter ab.

Es ist immer­hin undenk­bar, wenn man irgend­was wie­der auf­baut, aus der Zeit gefal­le­ne Zei­chen (Reli­gi­ons­in­si­gni­en, Haken­kreu­ze und der­glei­chen) schlicht weg­zu­las­sen. Das wäre histo­risch unan­ge­mes­sen. Macht man nicht. Geht nicht.

Aber kei­ne Sor­ge, das­je­ni­ge Gerät, an das vor vie­len Jahr­hun­der­ten reli­gi­ös Auf­müp­fi­ge zwecks Ermor­dung gehängt wur­den, ste­he seit­dem bekannt­lich nicht für Fol­ter, Krieg und Hexen­pro­zes­se, son­dern nur für Gutes:

Das Kreuz als Sym­bol für das Chri­sten­tum steht für Näch­sten­lie­be, Frei­heit, Welt­of­fen­heit und Tole­ranz.

West­li­che Zivi­li­sa­ti­on ist, wenn unter dem Bei­fall einer Groß­stadt gol­de­ne Fol­ter­in­stru­men­te auf Dächer geschraubt wer­den. Ob aus­ge­rech­net Ber­lin ein Sym­bol für Näch­sten­lie­be tra­gen soll­te, ist frei­lich eine ganz ande­re Dis­kus­si­on.

Wie man es auch nimmt: Kann ich die­sen Säku­la­ris­mus noch mal sehen?