In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Der Sou­ve­rän pola­ri­siert.

Die Polen haben gewählt, und weil man dort über sei­nen Prä­si­den­ten selbst bestim­men darf und nicht ein­fach die erst­be­ste Schnarch­na­se aus der Reste­ram­pe des Bun­des­tags rein­ge­drückt bekommt, ist der „Tages­spie­gel“ ent­setzt:

Die PiS ist dar­auf aus, die Macht­po­si­tio­nen in der Justiz und im öffent­li­chen Rund­funk mit Par­tei­gän­gern zu beset­zen. Die­ser Ansatz scha­det dem Geist der Demo­kra­tie.

Aus dem demo­kra­tisch­sten aller Deutsch­län­der, in dem das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, des­sen Prä­si­dent ein CDU-Poli­ti­ker ist, groß­teils auf Emp­feh­lung der regie­ren­den Par­tei­en zusam­men­ge­setzt wird und der ZDF-Ver­wal­tungs­rat zu zwei Drit­teln aus Mit­glie­dern der­sel­ben besteht, her­aus gesen­det ent­fal­tet die­se War­nung aller­dings eine gera­de­zu komi­sche Wir­kung.

Was darf Sati­re?

In den NachrichtenMontagsmusik
Soup – Memoirs of an Ima­gi­na­ry Fri­end (live) // Merz statt Mäd­chen

>_<Es ist Mon­tag. Ich brauch‘ Wochen­en­de. Wo bleibt der Moti­va­ti­on­s­pan­da­bär?

Da wir erst kürz­lich von Über­set­zun­gen spra­chen: Das ZDF bezeich­net Ziel- neu­er­dings als Ergeb­nis­gleich­heit. Ist ja alles das­sel­be heut­zu­ta­ge. Wenn man schon Frau­en nicht dazu kriegt, frei­wil­lig irgend­was wer­den zu wol­len, dann wer­den sie halt irgend­wo gleich hin­ge­stellt. Ätsch. – Der auch sonst eher schmerz­be­frei­te „Focus“ publi­zier­te im sel­ben Duk­tus ein Inter­view mit dem Kanz­ler kön­nen­den CDU-Stra­te­gen Fried­rich Merz, das mit der Fra­ge begann, ob er mit Frau­en kön­ne, und mir stellt sich wie­der­holt die Fra­ge, ob Ver­tre­ter des zu lang­sam ster­ben­den Ver­lags­we­sens über­haupt noch mit Spra­che kön­nen. Besag­ter Fried­rich Merz gab im sel­ben Inter­view jeden­falls zu ver­ste­hen, dass höhe­re Chan­cen für Frau­en nicht zu einer Benach­tei­li­gung von Män­nern füh­ren dürf­ten, was zwar gut und rich­tig ist (denn auch ein Mann wird gesetz­lich und sat­zungs­ge­mäß nicht auf­grund sei­nes Gemächts in irgend­was rein­ge­wählt), aber sei­ne Chan­cen auf gute Wahl­er­geb­nis­se wohl schmä­lern dürf­te: Bei der Wahl zwi­schen einem fana­ti­schen Anhän­ger eines anti­ken Toten­kul­tes (zur­zeit mit Mas­ke) und einem Befür­wor­ter eines ver­nünf­ti­gen Umgangs mit dem Femi­nis­mus wählt das irre Ple­num eben doch lie­ber das, was ihr weni­ger unbe­kannt ist. Das ist etwas scha­de, denn ich hal­te Fried­rich Merz für einen her­aus­ra­gen­den CDU-Vor­sit­zen­den.

Aber ich mag die CDU auch nicht beson­ders.

Gute Nach­richt zum Abschluss von der Bahn: Kaum will mal kei­ner mit ihr fah­ren, wird sie plötz­lich fast ein biss­chen pünkt­lich. Unab­hän­gig von den äuße­ren Umstän­den aber immer zur rech­ten Zeit kommt: Musik.

Soup – Memoirs Of An Ima­gi­na­ry Fri­end (Live)

Guten Mor­gen.

MusikkritikKaufbefehle
Kurz­kri­tik: Wire – Mind Hive

Wire - Mind HiveLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Punk ist nicht tot, Punk macht jetzt was ande­res. Wire etwa, anschei­nend unver­wüst­li­che Alt­he­ro­en des Gen­res, haben im Janu­ar 2020 mit „Mind Hive“ (Amazon.de, TIDAL) ein wei­te­res erstaun­li­ches Album vor­ge­legt.

Der Roh­punk­an­teil, schon vor Jahr­zehn­ten auf gerin­ge Dosen redu­ziert, ist zugun­sten von Art­rock und Post­punk gänz­lich ver­schwun­den. Das macht „Mind Hive“ zu einem noch inter­es­san­te­ren Album, denn Roh­punk ist musi­ka­lisch völ­lig unin­ter­es­sant. Statt­des­sen gibt es eine inter­es­san­te Mischung aus Sonic Youth, The Fall und R.E.M., aber auch den spä­ten Beat­les („Unr­ep­en­tant“) und Depe­che Mode („Okla­ho­ma“) zu hören, was mich vor allem des­halb erstaunt, weil ich Depe­che Mode eigent­lich gar nicht lei­den kann.

Cac­tused by Wire

Kann man hören, das.

Mir wird geschlecht
Gerech­te Unfä­hig­keits­quo­te

Zur Frau­en­quo­te in Vor­stän­den – ab 2025 viel­leicht auch in der ohne­hin defekt­quo­tier­ten CDU – ist schon vie­les geschrie­ben wor­den, unter ande­rem von mir. Dass eine sol­che sowohl dem nach zähem Kampf legi­ti­mier­te drit­ten Geschlecht (sol­len die sich doch als Frau füh­len, wenn ihnen das nicht passt!) als auch den neu­lich erst als beson­ders benach­tei­ligt iden­ti­fi­zier­ten Schwar­zen einen sta­ti­sti­schen Nach­teil ver­schafft, ist daher zwar wei­ter­hin wit­zig, aber müßig zu beto­nen.

Mit einem etwas unge­wöhn­li­chen Ansatz bril­liert Tere­sa Bücker, „Jour­na­li­stin“, Femi­ni­stin und Kolum­ni­stin in Per­so­nal­uni­on bei einem Able­ger der „Süd­deut­schen Zei­tung“, indem sie mit Bezug auf das Lei­stungs­prin­zip fragt:

Fin­det ihr alle Män­ner mit Posten, die bei euch in der Par­tei, im Unter­neh­men, in der Orga­ni­sa­ti­on sind, fähig und her­aus­ra­gend? War jeder eurer Chefs die aller­be­ste Beset­zung?

Dar­um, so die Impli­ka­ti­on, wäre es auch kein Pro­blem, nach vie­len unfä­hi­gen Män­nern auch mal eine unfä­hi­ge Frau auf den Chef­po­sten zu set­zen. Ist ja eh egal dann. Dass Fir­men wie HP (lief nicht gut) und Yahoo! (war auch schei­ße) genau das ver­sucht haben und es genau wie erwar­tet lief, ver­schweigt Tere­sa Bücker. Das ist wahr­schein­lich wie mit dem Sozia­lis­mus: Das muss man nur mal rich­tig machen.

Oder man fragt näch­stes Mal – auch bei der CDU – eben doch wie­der jeman­den, des­sen Qua­li­fi­ka­ti­on nicht bloß zwi­schen den Bei­nen zu suchen ist. Viel­leicht mal einen Mann?

PolitikNetzfundstückeNerdkrams
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 7. Juli 2020

Neu­es aus der Open Soße (1): Die kosten­lo­se Ver­si­on von Libre­Of­fice wird künf­tig für den pro­duk­ti­ven Ein­satz sei­tens ihrer Ent­wick­ler „nicht mehr emp­foh­len“ (Sei­te 32). Ist viel bes­ser als Micro­soft, man las­se sich da nichts ein­re­den.


Neu­es aus der Open Soße (2):

Welt­weit ent­ste­hen immer mehr Initia­ti­ven des Sel­ber­ma­chens, in denen eine Viel­falt von Anlie­gen und Pro­ble­men kol­lek­tiv bear­bei­tet wer­den. (…) Das Buch wid­met sich der visio­nä­ren Kraft die­ser viel­ver­spre­chen­den inno­va­ti­ven Pra­xis und bie­tet zugleich eine gesell­schaft­li­che Ein­ord­nung der neu­en »Labo­re« gesell­schaft­li­cher Trans­for­ma­ti­on.

Eine Rück­kehr in die Deindu­stria­li­sie­rung als „visio­nä­re Kraft“ einer „inno­va­ti­ven Pra­xis“ zu beschimp­fen ist zwei­fel­los eine wit­zi­ge Idee, somit ist die Prä­mis­se des Buches bereits jetzt humor­freund­li­cher als unge­fähr jedes zeit­ge­nös­si­sche Fern­seh­ka­ba­rett; ärger­lich nur (auch und gera­de beim Buch), dass sein Witz aus­ge­rech­net den Fal­schen ent­geht.


Die blö­den Grü­nen haben den Ent­wurf für ein neu­es Grund­satz­pro­gramm ver­öf­fent­licht. Es folgt mei­ne per­sön­li­che Top 5 der albern­sten Abschnit­te.

Erstens:

Wür­de, Frei­heit und Gleich­heit erge­ben sich aus der Uni­ver­sa­li­tät und Unteil­bar­keit der Men­schen­rech­te. (…) Die Ver­wirk­li­chung von Frau­en­rech­ten (…) sowie eine akti­ve Mäd­chen- und Frau­en­för­de­rung in allen Berei­chen sol­len die inter­na­tio­na­le Poli­tik lei­ten.

  • Ja, wie denn nun? Gleich­heit oder doch lie­ber nicht?

Zwei­tens:

Wir sind aus ver­schie­de­nen Wur­zeln zusam­men­ge­wach­sen. Sie lie­gen in der Öko- und Anti-Atom-Bewe­gung, der Frau­en- und Bür­ger­rechts­be­we­gung, der Lesben‑, Schwulen‑, Eine-Welt- und Frie­dens­be­we­gung sowie der Frei­heits­be­we­gung der fried­li­chen Revo­lu­ti­on.

  • Da haben die Grü­nen doch glatt die Natio­na­li­sten ver­ges­sen. Aber es ist ja nur ein Ent­wurf und es ist noch etwas Platz.

Drit­tens:

Unse­re gemein­sa­me euro­päi­sche Wäh­rung trägt zu einem star­ken gemein­sa­men Euro­pa bei. (…) Daher gilt es, die euro­päi­sche Wäh­rungs­uni­on zu voll­enden und die dafür not­wen­di­gen Ver­trags­ver­än­de­run­gen auf den Weg zu brin­gen.

  • Anders­wo im Pro­gramm ist von „der EU“ die Rede, daher liegt der Schluss nahe, dass hier statt­des­sen vom geo­gra­fi­schen Euro­pa die Rede ist. Gute Nach­richt: End­lich kriegt die Schweiz den Euro!

Vier­tens:

Poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen müs­sen dar­an gemes­sen wer­den, ob ihre Fol­gen mit der Ein­hal­tung der pla­ne­ta­ren Gren­zen ver­ein­bar sind.

  • Die Ant­wort auf die Fra­ge, wel­che poli­ti­sche Ent­schei­dung damit zu tun haben könn­te, dass die pla­ne­ta­ren Gren­zen nur durch unser Aus­ster­ben noch sicher ein­ge­hal­ten wer­den kön­nen, könn­te die Bevöl­ke­rung ver­un­si­chern.

Fünf­tens und letz­tens:

Ein Mensch ohne Pri­vat­sphä­re ist nie­mals selbst­be­stimmt. Infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung und infor­ma­ti­ons­tech­ni­sche Sicher­heit sind zu garan­tie­ren. (…) Jeder Mensch hat ein Recht, sich frei zu infor­mie­ren und frei zu kom­mu­ni­zie­ren. Die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on kann allen Indi­vi­du­en mehr Macht ver­lei­hen. Sie bringt eine neue Wel­le der Auf­klä­rung mit sich.


For­scher for­schen: „For­scher vom Mann­hei­mer Zen­tral­in­sti­tut (ZI) für See­li­sche Gesund­heit wol­len jun­gen Men­schen per App den Aus­stieg aus der Can­na­bis­sucht erleich­tern.“ Lei­der wei­ter­hin per App uner­leich­tert bleibt der Aus­stieg aus der Sucht nach dau­ern­dem Star­ren ins Smart­phone.

Man ver­su­che „die guten Gefüh­le, die Can­na­bis erzeugt, anders aus­zu­lö­sen“. Ich wer­de davon ja nur müde und krie­ge den wider­li­chen Gestank nicht mehr aus der Nase. Wie soll die App denn hei­ßen? „Han­no­ver-Simu­la­tor“?


Anti­fa ist Hand­ar­beit.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Long Distance Cal­ling – Hazard // Ster­be­hil­fe als Uni­form

Frühstück! (via baerchen57 auf Flickr)Es ist Mon­tag in einer Stadt mit einem nestei­ge­nen funk­tio­nie­ren­den Flug­ha­fen; ätsch. Der Punkt ist erreicht, an dem mich Gril­len all­mäh­lich ein wenig anzu­stren­gen beginnt. Hof­fent­lich ist es bald wie­der zu kalt für den Kram. Nicht, dass es nicht ohne­hin sinn­vol­ler wäre, dann drau­ßen ein Feu­er zu ent­zün­den, wenn es kalt ist; aber die Men­schen nei­gen mit­un­ter nicht zum ver­nünf­ti­gen Ver­hal­ten. Der Bun­des­tag möch­te Tabak­wer­bung noch etwas schwie­ri­ger machen, aber Fuß­ball­knei­pen dür­fen auch wei­ter­hin unge­ahn­det dem Befrie­di­gen meh­re­rer gefähr­li­cher Süch­te auf ein­mal (Sau­fen und Pas­siv­sport) nach­ge­hen. Viel­leicht wäre es ein­fa­cher, wenn Tabak auch einen ver­gleich­ba­ren Rausch­zu­stand aus­lö­ste und sei­nen Kon­su­men­ten nicht nur zu einem zitt­ri­gen Qualm­wrack mach­te. Gibt es da nicht was aus der Che­mie?

Gute Nach­rich­ten: Die SPD setzt sich statt rei­ner Alters­ar­mut aus­nahms­wei­se auch mal hart­näckig für Ster­be­hil­fe ein. Da wäre ich fast ver­sucht, eine aner­ken­nen­de Bemer­kung anzu­brin­gen, aber ich mag nicht. Zwecks Gleich­be­rech­ti­gung schwer­be­hin­der­ter und nicht schwer­be­hin­der­ter Men­schen bei der Ster­be­hil­fe steht Karl Lau­ter­bachs Genos­sin Eva Högl ihm jeden­falls zur Sei­te und möch­te auch jun­gen Men­schen mit­tels erneu­ter Wehr­pflicht beim Ster­ben hel­fen. Ein paar Jah­re ohne all­zu offen­sicht­lich geführ­ten Krieg und schon wird die SPD wuschig. Das geht ja so nicht. – Die­sel­be SPD frei­lich, die die „jun­ge Welt“ neu­lich als neo­li­be­ral bezeich­net hat, irri­tie­ren­der­wei­se aber „Ber­tels­mann-Stif­tung“ und nicht „SPD“ dran­ge­schrie­ben hat.

Die dies­jäh­ri­ge Gold­me­dail­le im Hun­dert­me­ter­strei­ken geht an Lui­sa Neu­bau­er, die dazu auf­ge­ru­fen hat­te, „vom Wil­ly-Brandt-Platz bis zum Bun­des­tag“ zu „strei­ken“, wie auch immer das mit dem Streik im vor­lie­gen­den Fall – zumal in der Feri­en­zeit – wohl aus­se­hen mag. Anders­wo erkennt man der­weil einen Gegen­prä­si­den­ten an, um eine Men­ge Geld nicht raus­rücken zu müs­sen. Das könn­te man in Deutsch­land auch mal machen.

Eben­falls in Deutsch­land gemacht: Musik.

LONG DISTANCE CALLING – Hazard (OFFICIAL VIDEO)

Guten Mor­gen.

ComputerIn den Nachrichten
Wan­zen­zwang

Wenn es doch bloß end­lich eine Mög­lich­keit gäbe, vom Kauf einer Wohn­zim­mer­wan­ze mit gro­ßem Bild­schirm („smar­ter Fern­se­her“) abse­hen zu kön­nen!

Ver­netz­te Fern­seh­ge­rä­te sam­meln oft ohne Wis­sen der Betrof­fe­nen inti­me Nut­zungs­da­ten, haben die Wett­be­werbs­hü­ter fest­ge­stellt. (…) Bei der Erst­ein­rich­tung füg­ten sich die mei­sten Kun­den zudem den ange­zeig­ten Bedin­gun­gen, da sie dazu kei­ne Alter­na­ti­ve sähen.

Hof­fent­lich erfin­det bald jemand ein ande­res Medi­en­kon­sum­ge­rät.

NetzfundstückeNerdkrams
hass­red-it

Es ist ja schön, dass red­dit end­lich etwas gegen hass­erfüll­te Bei­trä­ge unter­nimmt, aber …

Com­mu­ni­ties and peo­p­le that inci­te vio­lence or that pro­mo­te hate based on iden­ti­ty or vul­nerabi­li­ty will be ban­ned. (…) For exam­p­le, the rule does not pro­tect groups of peo­p­le who are in the majo­ri­ty[.]

… ich emp­fin­de es als unfair, dass man dort jetzt nach Belie­ben Han-Chi­ne­sen – die größ­te eth­ni­sche Grup­pe der Welt und somit zwei­fel­los die majo­ri­ty – hass­be­re­den darf. Das hät­te man doch bestimmt auch anders lösen kön­nen!

(alter­na­ti­ve Les­ar­ten: Fefe, „hei­se online“ [dort, wie so oft, vor allem das Forum])

In den NachrichtenComputer
Aus­bre­cher ver­hin­dern? Gefäng­nis­se spren­gen!

Oder:

Ermitt­ler wei­sen seit Jah­ren auf die Rol­le von Stra­ßen bei Unfall­to­den hin.

Oder auch:

Ermitt­ler wei­sen seit Jah­ren auf die Rol­le von Was­ser bei Haus­halts­un­fäl­len hin.

Bezie­hungs­wei­se, wie es rich­tig heißt:

„Wir müs­sen erken­nen, dass Kin­des­miss­brauch im Netz wei­ter ver­brei­tet ist, als wir bis­her ange­nom­men haben.“ (…) Die­se Ein­schät­zung über­rascht, denn Ermitt­ler (…) wei­sen seit Jah­ren auf die Rol­le des Inter­nets bei Kin­des­miss­brauch hin.

Das wird noch teu­er.


Inzwi­schen in Polen:

IKEA hat­te einen Mit­ar­bei­ter gefeu­ert, der in der inter­nen Fir­men­kom­mu­ni­ka­ti­on Homo­se­xu­el­len mit dem Tod gedroht hat­te. Die Staats­an­walt­schaft geht davon aus, dass damit die Reli­gi­ons­frei­heit des Homo-Has­sers ver­letzt wur­de.

War­um gehört das Chri­sten­tum eigent­lich zu Deutsch­land?

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Kom­by­nat Robo­tron – Dick­feh­ler Stu­dio Tref­fen I

Kombynat Robotron - Dickfehler Studio Treffen ILan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Das Kom­by­nat Robo­tron, das sich selbst КОМВУИАТ ЯОВОТЯОИ schreibt, was man eigent­lich ganz anders aus­sprä­che, ist ein falsch nach einem Com­pu­ter­her­stel­ler der DDR benann­tes Kie­ler Quar­tett, das seit etwas mehr als zwei Jah­ren exi­stiert und seit­dem bereits meh­re­re Alben ver­öf­fent­licht hat. Das aktu­ell­ste der­sel­ben heißt „Dick­feh­ler Stu­dio Tref­fen I“ (Amazon.de, Bandcamp.com) und dis­qua­li­fi­ziert sich eigent­lich schon aus Prin­zip für mei­ne dies­jäh­ri­ge Musik­rück­schau, denn es wur­de live – wenn auch in einem Stu­dio – auf­ge­nom­men.

Zu hören gibt es Kraut­rock in sei­ner instru­men­tal-hyp­no­ti­schen Aus­prä­gung, das Inter­net schlägt eine Nähe zur Düs­sel­dor­fer Gen­re­ga­li­ons­fi­gur Neu! vor, aber bei jenen hat mir bis­lang immer das Mit­rei­ßen­de gefehlt, das Stücke wie „Sequoia“ mir hier bie­ten.

Dick­feh­ler Ses­si­on No. 1 || КОМВУИАТ ЯОВОТЯОИ – Sequoia

Sicher: Über­ra­schun­gen lau­ern hier nur weni­ge, das Gen­re (sagt man das noch?) wird ja seit über fünf­zig Jah­ren bespielt. Trotz­dem höre ich hier wenig­stens eine fei­ne Abwechs­lung in dem Ein­heits­brei, der heut­zu­ta­ge als Kraut­rock durch­geht. Ich mag das.

In den NachrichtenMontagsmusik
Edwyn Coll­ins – A Girl Like You // Gam­mel­lu­xus statt Bil­lig­gam­mel

Wie ich gucke, wenn ich die Nachrichten leseEs ist Mon­tag. Irgend­wel­che Medi­en und Ver­la­ge fin­den mal wie­der, Face­book sol­le gefäl­ligst nicht so nach­läs­sig mit den Daten sei­ner Besu­cher hau­sie­ren gehen. Das dür­fen nur sie. Es hat Grün­de, war­um das Web von vie­len nicht als der inter­es­san­te­ste Teil des Inter­nets ange­se­hen wird. Wer ahnt, wel­che es sind?

Auf einem Fleisch­gip­fel (hihi), heißt es, habe die Bun­des­agrar­mi­ni­ste­rin vor­ge­schla­gen, man kön­ne Fleisch doch teu­rer machen, denn dann wür­de es Mensch und Tier bei des­sen Her­stel­lung sicher bes­ser erge­hen. Bekannt­lich sor­gen höhe­re Prei­se näm­lich stets für bes­se­re Bedin­gun­gen und nicht etwa für höhe­re Ren­di­ten. Sol­len die Armen doch Kuchen essen! Wumms. – Sibel Schick, die mich noch im Mai, von der lästi­gen Pflicht, andau­ernd Fleisch essen zu müs­sen, befreit hat, kämpft eben­so noch immer für Gerech­tig­keit: Tür­ki­sche Neo­na­zis wer­den mar­gi­na­li­siert und sind daher eine schüt­zens­wer­te Min­der­heit. Gute Idee: Ich habe gele­sen, im Fern­se­hen wer­den dem­nächst wie­der Spre­cher­po­sten frei.

Ver­kehr­te Welt: Der „Deutsch­land­funk“ beruft sich wie zur Abgren­zung zur Kon­kur­renz dar­auf, dass Ein­ord­nun­gen nicht jour­na­li­stisch, weil sub­jek­tiv sei­en, und prompt ertönt ein lau­tes Geschrei, dass es gefäl­ligst die Auf­ga­be des „Deutsch­land­funks“ zu sein habe, den Mit­tei­lun­gen sei­ner Kolum­ni­sten min­de­stens eine Abwer­tung bei­zu­le­gen. Viel­leicht sind es ja gar nicht die Ver­la­ge, die ein Ana­chro­nis­mus sind, son­dern ihre Kun­den?

Zeit­los und daher unge­fähr­det hin­ge­gen bleibt: Musik.

Guten Mor­gen.