NetzfundstückeIn den NachrichtenMir wird geschlecht
… aber immer „die Män­ner, nur Sex im Kopp“

Dan­ke, lie­be Psy­cho­lo­gen, für die­se Erkennt­nis:

Allein­ste­hen­de Frau­en sind weit­aus mehr an gebun­de­nen Män­nern inter­es­siert als an sol­chen, die noch zu haben sind. „Unse­re weib­li­chen Sin­gles moch­ten die Män­ner beson­ders gern, wenn die­se ver­ge­ben waren“, sagt Melis­sa Bur­kley von der Oklo­ho­ma Sta­te Uni­ver­si­ty. Gemein­sam mit ihrer Kol­le­gin Jes­si­ca Par­ker hat sie eine Stu­die durch­ge­führt, in der sie den Ein­fluss des Bezie­hungs­sta­tus auf die Part­ner­wahl unter­such­te.

Die Fotos von Mr und Mrs Right waren jeweils die glei­chen für alle männ­li­chen bezie­hungs­wei­se weib­li­chen Ver­suchs­per­so­nen. Der Hälf­te der Pro­ban­den erzähl­ten die For­sche­rin­nen, ihr Ide­al­part­ner sei solo, der ande­ren Hälf­te sag­ten sie, er oder sie sei bereits ver­ge­ben.

Und das mach­te den klei­nen, aber fei­nen Unter­schied aus – vor allem bei den Sin­gle­frau­en: Beka­men sie einen allein­ste­hen­den Mann prä­sen­tiert, zeig­ten sich 59 Pro­zent von ihnen an einer Bezie­hung inter­es­siert. War der ver­meint­li­che Traum­mann aber gebun­den, stieg der Anteil der Inter­es­sen­tin­nen auf 90 Pro­zent.

Einer Frau den Mann aus­zu­span­nen, wür­de somit einen Erfolg bedeu­ten und das Selbst­wert­ge­fühl stei­gern.

Ob die­se 90 Pro­zent über die Bedeu­tung einer Bezie­hung wohl noch die glei­che Mei­nung ver­tre­ten, wenn sie in einer sel­bi­gen sind?


Nach­trag:
Arne Hoff­mann und Chri­sti­an Schmidt haben zum The­ma Femi­nis­mus auch noch was zu sagen. Bit­te umge­hend kon­su­mie­ren und sich mer­ken!

PolitikIn den Nachrichten
Mord ist ihr Hob­by

Althauscontainer: http://twitpic.com/d9rtqSo sind sie, die gro­ßen Volks­par­tei­en im Wahl­kampf:
Nach­dem der Thü­rin­ger CDU-Vor­zei­ge­po­li­ti­ker Die­ter Alt­haus ein Men­schen­le­ben been­det hat­te, war er aus gesund­heit­li­chen Grün­den nicht in der Lage, sich hier­zu zu äußern oder gar Kon­se­quen­zen zu zie­hen.

Irgend­wann waren die zahl­lo­sen Rufe, Alt­haus möge doch bit­te sei­ne Ämter nie­der­le­gen, nur noch schwach zu ver­neh­men, und der Mini­ster­prä­si­dent blüh­te wie­der auf, ja, er nutz­te den Ski­un­fall gar, um sich anzu­bie­dern, und es tat ihm alles furcht­bar Leid – klar, es gab eine Wahl zu gewin­nen, und Wäh­ler sind seit jeher für ihr schlech­tes Gedächt­nis bekannt. (CDU? Waren das nicht die mit der Mehr­wert­steu­er?)

Es geht um Macht­er­halt, nicht um Glaub­wür­dig­keit. Der Wäh­ler will den Rück­tritt? Bis zur näch­sten Wahl dau­ert es noch lan­ge genug.

Nur dies­mal konn­te sich der Wäh­ler, wider Erwar­ten, mal etwas mer­keln mer­ken:

1. Sep­tem­ber: Vera Lengs­feld hat sich als erste pro­mi­nen­te Uni­ons­po­li­ti­ke­rin für den Rück­tritt von Mini­ster­prä­si­dent Die­ter Alt­haus (CDU) aus­ge­spro­chen. Man müs­se der SPD „einen über­zeu­gen­den Grund geben, mit der CDU zu regie­ren“, sag­te die frü­he­re DDR-Bür­ger­recht­le­rin.
2. Sep­tem­ber: Thü­rin­ger CDU hält um jeden Preis an Alt­haus fest
3. Sep­tem­ber: Mini­ster­prä­si­dent Die­ter Alt­haus tritt zurück.

Scha­de, dass man dafür erst eine Wahl ver­lie­ren muss­te.

Sonstiges
Medi­en­kri­tik XV: Wun­der­li­che acti­mel-Wer­bung

Da gera­de schon wie­der die­se grau­si­ge acti­mel-Wer­bung mit dem voll­kom­men natür­lich wir­ken­den Durch­schnitts­stu­den­ten lief, fra­ge ich mich im Nach­hin­ein, ob ihm selbst eigent­lich auf­ge­fal­len ist, für welch frag­wür­di­ge The­sen er da eigent­lich in die Kame­ra grinst.

  • „Eine Grup­pe trank acti­mel, die ande­re nicht.„
    Wovon hat sich die ande­re in der Zeit ernährt? Das wird sicher­heits­hal­ber nicht erwähnt. Aber ist eigent­lich irgend­wo die Rede davon, ob es der Nicht-acti­mel-Grup­pe nach Ablauf der Test­zeit signi­fi­kant schlech­ter ging?
  • „Ich war ja erst skep­tisch, (…) am Ende hab ich dann erfah­ren, dass die posi­ti­ve Wir­kung auch in der Stu­die bestä­tigt wur­de.„
    Schön, wenn Stu­di­en The­sen bele­gen; weni­ger schön, wenn die The­se so schwam­mig for­mu­liert ist, dass man sie sich auch hät­te spa­ren kön­nen. Die omi­nö­se „posi­ti­ve Wir­kung“ wird jeden­falls nicht näher belegt. Stär­ke­re Abwehr­kräf­te ver­schafft acti­mel angeb­lich, so das Mot­to des Pro­dukts; die Erkran­kungs­ra­te der Ver­gleichs­ziel­grup­pe muss dem­nach höher gewe­sen sein. Wie wur­de das gemes­sen? Wur­de gar eine Erkäl­tung pro­vo­ziert?
  • „… dann hab ich gemerkt, dass es mir echt gut tut.„
    Anders aus­ge­drückt: Hin­ter­her fühlt man sich „bes­ser“. Satt, gesund? Wer weiß. Nach einer Tas­se grü­nen Tees füh­le ich mich aller­dings auch bes­ser, und das weit preis­wer­ter. Was ist nun den Mehr­preis wert? Womög­lich die Kosten für die Wer­be­kam­pa­gne.

Ich gra­tu­lie­re jeden­falls dem Sport trei­ben­den, sich gesund ernäh­ren­den, voll­kom­men natür­lich wir­ken­den Durch­schnitts­stu­den­ten, der nach Ablauf der Stu­die nicht krank gewor­den ist. Das aller­dings hät­te ich auch ohne acti­mel geschafft.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Die Musik­in­du­strie, der Fern­seh­preis und die Gro­tes­ke an sich

Ich wünsch­te, ich könn­te zum zehn­ten Jubi­lä­um der Sen­dung Wer wird Mil­lio­när? an die­ser Stel­le über ein ent­spann­te­res Ver­hält­nis der Mensch­heit zum Geld berich­ten, aber Puste­ku­chen:

Offen­bar bedingt durch die gesun­ke­nen Ein­nah­men, seit Nut­zer von File­sha­ring­pro­gram­men in Deutsch­land weit­ge­hend ihre Ruhe vor unan­ge­mes­se­nen Straf­for­de­run­gen haben dürf­ten, beschrei­tet die Indu­strie jetzt krea­ti­ve­re Wege (irgend­wo­her muss das Geld für die Pro­duk­ti­on dritt­klas­si­ger Pop­schnul­zen ja kom­men), um an die gewünsch­ten Mehr­ein­nah­men zu gelan­gen: Sie lässt ihre weni­gen noch ver­blie­be­nen Kun­den teu­er abmah­nen, wenn sie ver­su­chen, ihre legal erwor­be­nen Ton­trä­ger wei­ter­zu­ver­kau­fen.

Weil die­ser abmah­nen­de Anwalt sowohl gegen­über Tele­po­lis als auch gegen­über dem Spie­gel dar­auf hin­wies, dass jemand, der „sicher gehen“ wol­le, „im Zwei­fels­fall ein­fach gar kei­ne alten Iron-Mai­den-Pro­duk­te ver­kau­fen“ sol­le, ver­mu­tet der Ett­lin­ger Hea­vy-Metal-Fan, dass die Abmah­nun­gen auch dem Zweck die­nen könn­ten, Per­so­nen, die ihre alten CDs ver­kau­fen möch­ten, zu ver­un­si­chern, um so das Gebraucht­an­ge­bot an lega­len Ton­trä­gern zu ver­knap­pen, damit poten­ti­el­le Käu­fer eher zu Neu­pres­sun­gen grei­fen, an denen die Band und die Rech­te­ver­wer­ter­in­du­strie noch­mals Geld ver­die­nen.

Was tun?
Auf der siche­ren Sei­te ist man, so scheint es, der­zeit, wenn man Iron-Mai­den-Ton­trä­ger vor­erst mai­det mei­det. Jeden­falls im Han­del.


Eben­falls selt­sam, aber mit einem amü­san­te­ren Kon­text, wirkt die Aus­wahl der Kan­di­da­ten für den dies­jäh­ri­gen Deut­schen Fern­seh­preis, der weit vor­neh­mer klingt, als er tat­säch­lich ist, auf nicht nur mich. Die Poin­te ver­ra­te ich schon mal:

Dies­mal ver­klei­den sich Anke Engel­ke und Basti­an Pastew­ka als volks­tü­meln­des Mode­ra­ti­ons­ehe­paar Wolf­gang und Anne­lie­se und wer­den hof­fent­lich ret­ten, was zu ret­ten ist. Viel­leicht wer­den sie dafür näch­stes Jahr wie­der für einen Deut­schen Fern­seh­preis nomi­niert, zum Bei­spiel in der Kate­go­rie „Bester Galaabend/Schraubstock“, zusam­men mit der zwei­ten Halb­zeit eines DFB-Pokal­spiels und einem Kla­vier.

Fast so gro­tesk wie die Preis­ver­lei­hung selbst, aber unbe­dingt lesens­wert:
Der gesam­te Arti­kel im Fern­seh­le­xi­kon.

Hihi.

SonstigesFilmkritik
Medi­en­kri­tik XIV: Ing­lou­rious Baster­ds

Als hoch­qua­li­ta­ti­ver Film­kul­tur gegen­über durch­aus auf­ge­schlos­se­ner gele­gent­li­cher Kino­film­kon­su­ment kam ich nicht umhin, dem neue­sten Werk des geschätz­ten Quen­tin Taran­ti­no Beach­tung zu schen­ken.

Obwohl ich im Vor­feld dar­über infor­miert wur­de, dass Til Schwei­ger als einer der bei­den (*) deut­schen Schau­spie­ler, die nahe­zu jeder Rol­le, die sie spie­len, mit ihrem Gesicht und ihrer Dar­stel­lung den immer glei­chen (will mei­nen: ein­tö­ni­gen) Cha­rak­ter ver­lei­hen, eben­falls mit­spielt, haben sich mei­ne Befürch­tun­gen nicht bestä­tigt, sei­ne Rol­le hat sich in das Gesamt­bild des Films naht­los ein­ge­fügt. Allein dafür: Cha­peau, Herr Taran­ti­no!

Weni­ger erfreu­lich allen­falls sind die Kri­ti­ken der deut­schen Medi­en wie auch die Selbst­kri­tik der Dar­stel­ler; Til Schwei­ger selbst erwähn­te in einem anschlie­ßend geführ­ten Inter­view, er habe sich noch tage­lang dafür geschämt, eine SS-Uni­form getra­gen zu haben. Ja, herr­je, ist das jetzt ein Recht­fer­ti­gungs­ver­such? Es ist nicht ver­kehrt, sich als Schau­spie­ler auch mit sei­ner Rol­le zu iden­ti­fi­zie­ren, aber sich dafür zu schä­men hal­te ich doch für über­zo­gen. War­um nimmt ein deut­scher Schau­spie­ler eine Rol­le als SS-Füh­rungs­kraft an (und bekommt eine womög­lich nicht uner­heb­li­che Sum­me Gel­des hier­für), wenn er sie hin­ter­her madig redet? – Nein, so recht glaub­wür­dig ist das nicht.

Damit jedoch liegt er auf einer Linie mit Jens Jes­sen, c/o Die Zeit:

Der Erfolg des Fil­mes in den deut­schen Kinos wird übri­gens auch davon leben, dass sich das Publi­kum natür­lich nicht mit den Deut­schen von damals, son­dern mit den ame­ri­ka­ni­sier­ten Juden iden­ti­fi­zie­ren wird. Für die Nach­ge­bo­re­nen ein Fest der Selbst­ge­rech­tig­keit. Alle wer­den auf der rich­ti­gen Sei­te das Splat­ter­mo­vie gou­tie­ren.

„Die rich­ti­ge Sei­te“ ist also die, die sich selbst von sich distan­ziert, um nicht ver­se­hent­lich erkannt zu wer­den.

Zen­tra­le Fra­ge in all die­sen vor­sich­ti­gen Kri­ti­ken zu „Ing­lou­rious Baster­ds“ scheint die­se zu sein:
Darf man als Deut­scher einen Film gut fin­den, in dem die ver­folg­ten Juden einen Anschlag auf die Reichs­füh­rung pla­nen und damit sogar Erfolg haben?

Ich hal­te dage­gen:
Falls nicht, darf man statt­des­sen jene Atten­tä­ter als Hel­den fei­ern, die tat­säch­lich sol­cher­lei ver­such­ten, aber geschei­tert sind?

Ing­lou­rious Baster­ds ist, wie die mei­sten Fil­me Taran­ti­nos, auch eine Sati­re, aber kei­nes­falls eine Doku­men­ta­ti­on. Es ist – wie schon Taran­ti­nos „Kill Bill“ – ein Film, in dem die, denen Unrecht wider­fah­ren ist, Rache neh­men an ihren Unter­drückern. Im Film blei­ben die­je­ni­gen Sie­ger, denen man es außer­halb des Fil­mes hier­zu­lan­de seit 64 Jah­ren nach­träg­lich wünscht.

Kehrt sich die Moral ins Gegen­teil, wenn sich die Guten im Film der Metho­den der Bösen im wirk­li­chen Leben bedie­nen?

Ich jeden­falls betrach­te den Film Ing­lou­rious Baster­ds als das, was er ist:
Eine durch­weg unter­halt­sa­me Fik­ti­on mit einer – sit venia ver­bo – sau­coo­len Haupt­fi­gur, die bis zur letz­ten Minu­te span­nend bleibt.

Und somit ein Film, für den es offen­bar einen Quen­tin Taran­ti­no brauch­te, gemes­sen an den zahl­rei­chen Ödnis­sen der letz­ten Jah­re, die als Mei­ster­wer­ke ange­kün­digt waren, bei denen sich mir aber schon beim Lesen der Inhalts­an­ga­ben ein Gäh­nen auf­dräng­te.

Ganz gro­ßes Kino!
Ihr dürft mich gern zitie­ren.


(*): Der ande­re ist, übri­gens, Moritz Bleib­treu.

MusikNetzfundstücke
oasisinet.com: Geo­a­sist! (Kicher.)

Guten Abend, lie­be Schöp­fer von Neo­lo­gis­men!

Gegen Mit­ter­nacht wur­de auf der Oasis-Web­site bekannt gege­ben, dass Noel Gal­lag­her die Band ver­las­sen hat. Das ist nun über 22 Stun­den her, und die Sei­te ist immer noch nur schwer erreich­bar. Abge­se­hen davon, dass jetzt wegen der nur schwer erreich­ba­ren Quel­le die­ser Infor­ma­ti­on zahl­rei­che Gerüch­te über die Hin­ter­grün­de und eine mög­li­che Auf­lö­sung kur­sie­ren und mir den Feed­rea­der ver­stop­fen: Erfin­det ihr nach gehe­ist und geslash­dot­tet jetzt eigent­lich auch geo­a­sist?

Nur so als Fra­ge.

MusikPolitikSonstigesNetzfundstückeIn den Nachrichten
Wir sprin­gen über’s Som­mer­loch

So, wei­ter geht’s. Ich hof­fe, ihr hat­tet trotz feh­len­der Unter­hal­tung durch die­se Inter­net­prä­senz ein paar ange­neh­me Wochen.
Viel­leicht soll­te ich häu­fi­ger pau­sie­ren; kaum war hier Sen­de­pau­se ange­sagt, über­schlu­gen sich die Ereig­nis­se im Land.

Frank-Wal­ter Stein­ei­mer Stein­mei­er ließ sich von eini­gen SPD-Inter­es­sier­ten befra­gen, nur Ant­wor­ten hat­te er nicht parat: Bür­ger fra­gen, Stein­mei­er fragt zurück. Und ganz neben­bei ver­wen­de­te man bei SPON, ver­mut­lich unbe­dacht, den Begriff der „wider­recht­li­chen Tötung“, bei dem ich noch immer gern wüss­te, wie recht­mä­ßi­ge Tötung eigent­lich funk­tio­niert.

Im ZDF war indes kürz­lich ein Kon­zert anläss­lich des zwan­zig­jäh­ri­gen Bestehens der Fan­ta­sti­schen Vier zu sehen. Von der trotz fort­ge­schrit­te­nen Alters sicht­lich moti­vier­ten Com­bo, deren Lie­der wohl auch wegen der refle­xi­ven, nach­denk­li­chen Tex­te vie­len Men­schen einen wich­ti­gen Teil des Lebens erge­ben, wur­de unter ande­rem das Stück „Som­mer­re­gen“ auf­ge­führt, nach des­sen Genuss ich erst mal eine Pau­se brauch­te:

Komm, wir leh­nen uns wie­der gegen den Wind,
und wir erle­ben im Regen, wes­sen Wege es sind,
wenn wir schick­sals­er­ge­ben uns im Tal begeg­nen,
um Trä­nen zu zäh­len im Rinn­sal des Lebens.

Puh. Dan­ke dafür.


Nicht ohne Belu­sti­gung hin­ge­gen nahm ich eini­ge Zeit zuvor die recht neue Pro-Sie­ben-Come­dy-Sen­dung Bro­ken Come­dy wahr, die den Hang zur Geschmack­lo­sig­keit schon im Namen trägt; aber zwi­schen Hip-Hop-Par­odien und ähn­li­chen Albern­hei­ten ist durch­aus auch hin­ter­grün­di­ger Humor zu fin­den. Wenn bei­spiels­wei­se wöchent­lich sämt­li­che Vor­ur­tei­le über eine ande­re deut­sche Stadt in Lied­form ver­ar­bei­tet wer­den, hält das trotz der teils der­ben Wort­wahl der Gesell­schaft, die die­se Vor­ur­tei­le auf­baut, den Spie­gel vor und ist somit durch­aus den (wenn­gleich sub­ti­le­ren) Sati­ren der Tita­nic ver­gleich­bar.

Derb sein indes kön­nen die US-Ame­ri­ka­ner bekannt­lich immer noch am besten, und sie ver­su­chen es auch am auf­fäl­lig­sten zu ver­ber­gen: Im Schul­be­zirk Hou­ston ist nun das Her­um­schicken selbst ange­fer­tig­ter Nackt­auf­nah­men ver­bo­ten, nicht nur das Sen­den, son­dern auch das Emp­fan­gen, was zwar eini­gen Scha­ber­nack ermög­licht, aber jeden­falls mich unwei­ger­lich zu der Fra­ge führt, wes­halb sol­che Maß­nah­men dort nötig sind. Eine Ant­wort, so fürch­te ich, wer­de ich nie erhal­ten.

Irgend­wo zwi­schen Gesell­schafts­kri­tik und Poli­tik bewegt sich auch Ste­fan Nig­ge­mei­er, der gemein­sam mit ix zu ver­ste­hen ver­sucht, war­um kurz vor den Wah­len aus­ge­rech­net eine Wahl­kampf-Par­odie mehr media­le Auf­merk­sam­keit bekommt als der tat­säch­li­che Macht­kampf zwi­schen Uni­on und SPD:

Es scheint einen brei­ten Kon­sens unter Jour­na­li­sten zu geben, dass die 18 Pro­zent, die Horst Schläm­mer angeb­lich bekom­men wür­de, wenn er bei den Bun­des­tags­wah­len anträ­te, ein Armuts­zeug­nis für die Poli­tik sei­en. Dass die gan­ze Geschich­te ein Armuts­zeug­nis für ihren eige­nen Berufs­stand sein könn­te, dar­auf kom­men sie nicht.

Gut gebrüllt, Löwe!

Schön, wie­der da zu sein. Hof­fent­lich bleibt die Welt so ver­rückt.


(Apro­pos „ver­rückt“: War­um heißt die Deut­sche Post eigent­lich Deut­sche Post? [gefun­den hier])

Persönliches
Blog­ur­laub 2.0

Vorsicht im Urlaub!Wer­te Leser­schar,

wie ange­kün­digt wird jetzt hier ein paar Tage lang nichts pas­sie­ren. Ich geneh­mi­ge mir, zeit­wei­se fern der Hei­mat, ein paar Tage Aus­zeit von der vir­tu­el­len Rea­li­tät, um neue Kräf­te in jed­wel­cher Hin­sicht zu sam­meln.

Wei­ter geht’s, so ist es jeden­falls geplant, spä­te­stens Anfang Sep­tem­ber. Bis dahin las­se ich mir einen Bauch wach­sen und ein wenig Son­ne auf ihn schei­nen. Viel­leicht auch anders­her­um.

Ich hof­fe, eini­ge von euch anschlie­ßend wie­der als regel­mä­ßi­ge Leser die­ser flau­schi­gen Inter­net­prä­senz begrü­ßen zu dür­fen.
Fast bin ich geneigt, mich mit einem die­ser abge­dro­sche­nen juve­ni­len Päd­ago­gen­sprü­che – „Wir sehen uns in alter Fri­sche!“ – zu ver­ab­schie­den, aber an die­sem Satz stimmt in die­sem Fall nahe­zu gar nichts. Von „sehen“ kann hier kei­ne Rede sein, „Fri­sche“ ist auch eher rudi­men­tär vor­han­den.

(Wobei ich die Hoff­nung hege, dass sich dies nach mei­ner Rück­kehr merk­lich geän­dert haben wird. „Wir wer­den in hof­fent­lich neu erwor­be­ner Fri­sche indi­rekt Kom­mu­ni­ka­ti­on betrei­ben!“? Das klingt selbst für einen Ein­trag auf die­ser niveau­lo­sen Sei­te reich­lich wun­der­lich.) …

Sei’s drum.
Bis spä­ter!

Netzfundstücke
Heu­te mal spon­tan sein.

Spon­tan den Tag ver­plant und es zu spät bemerkt. Scha­de.

Garfield über das Studentenleben

(Apro­pos „scha­de“: Auf cicero.de schreibt Thea Dorn als Ant­wort hier­auf über die Rol­len­ver­tei­lung im Zeit­al­ter der Eman­zi­pa­ti­on.
Unbe­dingt lesens­wert und sehr bedenk­lich. Scha­de, dass der radi­ka­le Geschlech­ter­kampf noch immer mit spit­zer Feder geführt wird.)

PersönlichesFotografie
Impres­sio­nen: Roman­ti­sche Betrach­tung eines Mor­gens im August in Beglei­tung eines Haus­tiers (Ver­such 2)

Nach einer eigent­lich zu kur­zen Nacht, der Son­nen­auf­gang war schnel­ler als man selbst, ver­lässt man das Haus. Das fer­ne Zwit­schern des frü­hen Vogels dringt durch die Stil­le der Klein­stadt wie durch Nebel. Der vier­bei­ni­ge Beglei­ter begibt sich, gleich­sam schwei­gend, auf die Suche nach ver­trau­ten Gerü­chen.

Die Son­ne, die noch zwi­schen den Dächern schwebt, färbt die Bäu­me am Weges­rand leuch­tend grün, deren Duft den Raum erfüllt, des­sen Wegen man folgt. Als wäre es Lebens­en­er­gie, atmet man tief ein, um den Geruch des Som­mer­mor­gens, jeden sei­ner Bestand­tei­le, in sich auf­zu­neh­men. Inmit­ten die­ser Sze­ne hüp­fen jun­ge Vögel umher und begrü­ßen den Tag.

Guten Morgen.

All die Ein­drücke, die so auf­ein­an­der tref­fen, las­sen ein eigen­ar­ti­ges Gefühl ent­ste­hen. Etwas brei­tet sich im Inne­ren aus. Für einen kur­zen Moment ist man allein mit sich selbst.

Gera­de recht­zei­tig kommt der Vier­bei­ner zurück, schaut erwar­tungs­voll und setzt auf ein kaum merk­li­ches Zei­chen hin sei­ne Erkun­dungs­rei­se fort.
Wie, denkt man dann, macht so ein Hund das eigent­lich mit dem Glück­lich­sein?

In den NachrichtenPolitikProjekteNetzfundstücke
Medi­en­kri­tik XIII in gebo­te­ner Kür­ze: Ilo­na Chri­sten und die indi­rek­te Rede.

Argh bzw. „gut“ gemacht, SPIEGEL online:

Ihr Ehe­mann sag­te dem „Sonn­tags­Blick“ zufol­ge, sei­ne Frau sei gestürzt und habe sich dabei ein Häma­tom und schließ­lich eine böse Blut­ver­gif­tung zuge­zo­gen. „Ein Sturz, ein Häma­tom und eine böse Blut­ver­gif­tung gin­gen dem Abschied vor­aus“.

Außer­dem, heißt es, habe sie sich, ver­ur­sacht durch einen Sturz, ein Häma­tom und eine böse Blut­ver­gif­tung ein­ge­fan­gen. Mir war jeden­falls, als hät­te ich das irgend­wo gele­sen.


Und „irgend­wo gele­sen“ hat so man­cher die­ser Tage auch Wahl­kampf­phra­sen mit den Schlag­wor­ten „Inter­net“ und „rechts­frei­er Raum“, oft in einem sach­lich schlicht fal­schen Zusam­men­hang von Poli­ti­kern einer Gene­ra­ti­on geäu­ßert, die mit dem Inter­net noch nicht auf­ge­wach­sen sind, zum Bei­spiel auf der Inter­net­sei­te des Ham­bur­ger Abend­blatts.

Nein, ver­gli­chen mit dem tat­säch­li­chen Leben ist das Inter­net mit­nich­ten ein rechts­frei­er Raum, viel­mehr das Gegen­teil. Man­ches Ver­hal­ten ist im Netz weit­aus gefähr­li­cher als im rea­len Leben. Und dar­an wird sich offen­bar auch in der näch­sten Zeit nichts ändern.


Übri­gens baste­le ich in den Seme­ster­fe­ri­en natür­lich auch hin und wie­der ein wenig an mei­nen Pro­jek­ten:

Seit gestern ist Open­Down­load 2.1.1 ver­füg­bar; die Fire­fox-Erwei­te­rung, die die aus ande­ren Brow­sern bekann­te „Ausführen“-Schaltfläche im Dia­log „Datei spei­chern“ hin­zu­fügt, funk­tio­niert jetzt auch mit Sea­M­on­key. Eben­falls ist eine neue Ver­si­on von eMu­le beba bereits seit eini­gen Wochen fast fer­tig™, es sind nur noch eini­ge klei­ne Kor­rek­tu­ren vor­zu­neh­men.
Über wei­ter­hin reges Inter­es­se freue ich mich natür­lich sehr und dan­ke allen zufrie­de­nen Nut­zern. :)

PersönlichesMusikKaufbefehleMusikkritik
Qar­pa – inZ­hYR / Hil­des­heim statt Hei­no

Oha: Als ich gera­de den Datei­ord­ner mit den noch unsor­tier­ten Musi­ka­li­en öff­ne­te und wahl­los diver­ses pro­be­hör­te, fiel mir erneut ein für mich recht unty­pi­sches Stück Musik – will mei­nen: Alter­na­ti­ve, Pop, irgend­was in die­ser Rich­tung – auf.

Bei der sol­cher­lei Musik inter­pre­tie­ren­den Musik­grup­pe des Namens Qar­pa mit dem sym­pa­thi­schen Pin­gu­in auf ihrer Inter­net­sei­te han­delt es sich nach mei­nem gegen­wär­ti­gen Kennt­nis­stand um ein Damen­quin­tett aus Kiew in der Ukrai­ne. Front­frau ist Ire­na Kar­pa, die im ukrai­ni­schen Raum laut Wiki­pe­dia neben­bei wohl auch für ihre Tätig­keit als Foto­mo­dell in ein­schlä­gi­gen Män­ner­ma­ga­zi­nen bekannt sein dürf­te.

Die­se Musik­grup­pe jeden­falls macht gar nicht mal so üble Tanz­mu­sik mit herr­lich alber­nen Cho­reo­gra­fien in zum Bei­spiel die­sem Musik­vi­deo. Wor­um es text­lich geht? Gute Fra­ge – ich kann kein Ukrai­nisch. Spaß macht’s aber auf jeden Fall, und wenn die Anzahl der Such­ergeb­nis­se im Inter­net ein Indiz für Bekannt­heit ist, hat Qar­pa so wenig Auf­merk­sam­keit, wie ich mei­ne, mit­nich­ten ver­dient.

Rein­hö­ren, dazu wüst her­um­hüp­fen, gut fin­den und kau­fen – emp­foh­len wird’s in die­ser Rei­hen­fol­ge.


Apro­pos „wüst her­um­hüp­fen“ und als total unauf­fäl­lig plat­zier­te Wer­be­an­zei­ge in jeden­falls teil­wei­se eige­ner Sache zu ver­ste­hen:
In Hil­des­heim – genau­er: in der Kul­tur­fa­brik – fin­det am 7. Novem­ber für tat­säch­lich nur wenig Geld ein von den Schall­gren­zen orga­ni­sier­tes Kon­zert mit gleich zwei bra­vou­rös klin­gen­den Postrock­bands, nament­lich Nihi­ling und Her­me­lin, statt. Ich wer­de vor­aus­sicht­lich eben­falls dort sein und Bericht erstat­ten.

Natür­lich könn­te man am 7. Novem­ber statt­des­sen auch zu Hei­no. Aber das kostet mehr und ist, neh­me ich an, nicht ganz so atmo­sphä­risch.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es im Schall­gren­zen-Kon­zer­te­b­log. Ent­schei­det selbst!

PersönlichesWirtschaft
In Zei­ten flau­er Wirt­schafts­la­ge…

… muss ein Staat mit der Zeit gehen:

(+Xen­ion) voll übel das kasi­no wo ich arbei­te gehört dem staat ^^
(+Xen­ion) der staat kriegt die koh­le, die die leu­te ver­lie­ren .…

So ist’s rich­tig, Robin Hood!


(War­um wei­gert sich das viel geprie­se­ne Som­mer­wet­ter eigent­lich beharr­lich, mal ein paar Tage am Stück zu ver­wei­len? Man traut sich ja kaum noch vor die Tür. – Eigent­lich scha­de, lädt der Juli doch gewohn­heits­mä­ßig zum Vor­die­tür­ge­hen ein.
Ich hof­fe, im August wird’s bes­ser; dann mache ich hier ein paar Tage Pau­se und gön­ne mir ein biss­chen Feri­en. Aber dazu schrei­be ich spä­ter noch was.)