Kaum überlässt man die Radikalfemanzen (ich berichtete unter anderem hier) mal für eine Weile sich selbst, bereut man es. Hätte ich es nicht so spät in der Nacht erst gesehen, ich hätte mir vermutlich vor Schreck irgendwas über die Hose geschüttet.
Bekanntlich finden im kommenden Jahr einige Landtagswahlen statt, für deren Resultate unter anderem die jeweiligen Landesverbände der Piratenpartei als derzeit am wenigsten unwählbare Partei zur Wahl stehen. (Bedenkt: Wer nicht wählt, wählt CDU!) Das hätte ich als nicht von jenen Wahlen Betroffener wohl noch nicht bemerkt, hätte „Isi“ nicht in ihrer bekannten Weise ein Hetzpamphlet gegen die Piratenpartei veröffentlicht, das sich selbst dermaßen persifliert, dass es eine wahre Freude ist. Ich erlaube mir einmal einige Zitate aus den „10 Gründen, die Piratenpartei und deren Direktkandidaten NICHT zu unterstützen oder zu wählen“:
1. Die Piratenpartei besteht überwiegend aus politisch Einfältigen und anderen Heuchlern.
Von Beginn an stehen die Mitglieder der Piratenpartei dazu, auf dem Feld der Politik noch unerfahren zu sein, politische Einfalt vermisse ich jedoch, denn die sammelt ihre ganze Kraft in konservativen Parteien wie der CDU und den Grünen. Konservativismus hat immer auch etwas rückständiges an sich. Nein, „Isi“, niemand heuchelt. Die Piratenpartei lässt andere Meinungen – aus jeglichem politischen Spektrum – ausdrücklich zu, so lange sie mit der Satzung und dem Kodex konform gehen, und radikalfeministisches Herumgepöbel im Forum der Piratenpartei zählt nicht dazu. Aber, „Isi“, wenn man dich („Sie“ bedingt Respekt, und Respekt ist keine Gottesgabe) maskulistisch vollpöbeln würde, du würdest binnen kürzester Zeit das Gespräch abbrechen, nicht wahr? Du intoleranter Heuchler!
3. Piratenpolitik ist sexistisch, widersprüchlich und realitätsfern.
(…) Eine strukturelle und direkte Diskriminierung von Frauen wird nicht nur verleugnet, sondern selbst praktiziert. Dennoch behaupten, Piraten Sexismus bereits überwunden zu haben, einfach weil sie ihn neu definieren und kritische Hinweise ignorieren und als „Diskriminierung der Männer“ verachten und aktiv mit einer parteiinternen AG Männer, die sich gezielt gegen die „Diskriminierung der Männer“ ausspricht, bekämpfen.
Wer Gleichberechtigung und Selbstbestimmung wichtig findet, wird keine Piraten wählen.
Wer Gleichberechtigung und Selbstbestimmung wichtig findet, für den fängt Gleichberechtigung nicht mit gezielter Frauenförderung an, sondern damit, auch die Männer mal auf ihre gesellschaftlich geduldete Unterdrückung hinweisen zu lassen. Sexismus beginnt dort, wo man Menschen nach ihrem Geschlecht sortiert. (Die diversen „AG Frauen“, zeitweise drei an der Zahl, wurden wohl versehentlich in der Argumentation vergessen.)
4. Piraten sind Postdemokraten und beschützen und verteidigen Faschisten, Soziopathen und Kriminelle!
Faschisten wie die meisten Gründungsmitglieder der CDU, Soziopathen wie das sexistische Femanzenduo „Isi“ und „Piratenweib“, Kriminelle wie die Kinderporno-Vorführtante Ursula von der Leyen – sie alle haben eins gemeinsam: Die Piratenpartei beschützt sie nicht.
Wer Antifaschismus ernst nimmt, ist kein Mitglied der Piratenpartei.
Wer Antifaschismus in Zeiten, in denen DVU und NPD sich wegen Mitgliedermangels zusammenschließen müssen, noch so ernst nimmt, dass er wiederholt zu antidemokratischen Straftaten aufruft, ist mir weder ein willkommener Mitpirat noch habe ich allgemein Interesse daran, mit ihm auf demselben Planeten zu leben oder auch nur zu sterben.
6. Piratenpolitik ist Stellvertreterpolitik.
Gratuliere, „Isi“, du hast verstanden, wie so ein Bundestag eigentlich funktioniert. Da trifft sich nicht das Volk, da treffen sich die Politiker. Das Volk darf aber, unabhängig von seiner politischen Präferenz, zusehen. Gehst du auch manchmal hin und winkst, wenn die Onkels und Tanten von der Regierung zu dir gucken?
7. Die Piratenpartei hat keine Ahnung vom Datenschutz.
(…) Die Piratenpartei hat vom Datenschutz soviel Ahnung wie eine Henne vom Klavier spielen.
Aber zum Glück haben wir die anderen Parteien, deren Bestrebungen darauf abzielen, das Wort „Datenschutz“ zum Terrorverdacht umzudeklarieren. Pah, Piraten mit ihrem technischen Dilettantentum!
9. Die Piratenpartei betreibt Lobbyismus.
So ist das in der Politik: Es wird immer eine Gruppe von Menschen geben, die von einer politischen Entscheidung profitiert. Die AG Drogen beschließt, Legalisierung von Cannabis ins Programm aufnehmen zu lassen? Eindeutig Lobbyarbeit für Herausgeber von Hanfmagazinen! Die Linke will mal wieder Lichterketten gegen Rechts errichten? Klar: Lobbyarbeit für Kerzenproduzenten! CSU-Funktionäre auf dem Oktoberfest? Davon profitieren doch wieder nur die Brauereien!
10. Die Piratenpartei ist nicht basisdemokratisch.
(…) Die besondere „Basisnähe“ der Parteiführung drückt sich übrigens darin aus, die Hierarchie von oben nach unten wirken zu lassen und nicht umgekehrt.
Die besondere Basisdemokratie der Piratenpartei drückt sich übrigens darin aus, dass auch schon mal ein Parteivorsitzender von der Basis überstimmt wird, das zwar nicht so toll findet, aber sich der Mehrheit beugt. Das sollten andere Parteien auch mal machen, also das mit der Mehrheit.
Jedenfalls fasse ich zusammen:
Die Piratenpartei ist sexistisch, antifeministisch, tolerant selbst gegenüber Wirrköpfen, realitätsfern und voller Idioten.
Das sind fünf Argumente, warum man sie als Volkspartei bezeichnen sollte, denn so nah am Volk ist keine andere mir bekannte Partei.
Und genau darum sollte man sie wählen.
Tüdeldü, nicht ganz dicht.
– Leibwächter von The Who, c/o „Die Simpsons“