Eine der etwas seltsameren Funktionen von Android ist die Anzeige des so genannten “Sperrbildschirms” (oder lockscreens — scheußliches Wort). Legt man es kurz zur Seite und wartet, bis der Bildschirm ausgeht, wird das Gerät in der Regel “gesperrt”. Das bedeutet im Standardfall: Man sieht einen langweiligen Bildschirm mit ’ner Uhr und unten so einem Schiebeding, das man nur nach rechts schieben muss, um sein Smartphone wieder benutzen zu können. Keine relevanten Informationen (außer “wie spät ist es denn?!”), obwohl auf dem Bildschirm viel Platz dafür wäre. (Der Sicherheit dient’s eh nicht: PIN-Eingabe ist optional.)
Abhilfe schafft das Widget “DashClock”. DashClock ist eine quelloffene Android-app, die sich als alternativer Sperrbildschirm verwenden lässt und die man als Erweiterungsentwickler um allerlei Spielereien erweitern kann. Unter Android 4.2 (AOSP-Version, unter herstellerseitig angepassten Android-Versionen könnte sich das Vorgehen ein wenig unterscheiden) geht das folgendermaßen:
Zunächst muss man nach erfolgter Installation von DashClock (etwa aus dem Play Store heraus) den Sperrbildschirm aufrufen (also den Bildschirm aus- und wieder einschalten) und ihn ganz nach links wischen (also den Bildschirm “nach rechts verschieben”), bis die Seite, die nur ein “Plus”-Zeichen enthält, erscheint. Dies ist der Bearbeitungsmodus. Dieses Pluszeichen ist zu berühren.
Eine alphabetisch sortierte Liste an verfügbaren “Widgets” sollte erscheinen, “DashClock” unter ihnen. Nach der Auswahl von DashClock wird es möglich sein, die anzuzeigenden Elemente auszuwählen und durch Ziehen an eine geeignete Stelle zu verschieben. Unten befindet sich ein Feld mit der Beschriftung “Erweiterungen hinzufügen”, über das etwaige installierte Erweiterungen (dazu unten mehr) zur Verfügung stehen.
Sind alle gewünschten Informationen vorhanden, kann das Einstellungsmenü per Druck auf das “Häkchen” oben links geschlossen werden. Noch immer im Bearbeitungsmodus kann man nun nochmals überprüfen, ob man nichts vergessen hat (natürlich lässt sich alles auch später noch anpassen):
Nun muss der neue DashClock-Bildschirm nur noch nach rechts verschoben (gedrückt halten und ziehen) werden, um an die Stelle des bisherigen Sperrbildschirms zu treten, und die Einrichtung ist erfolgreich abgeschlossen:
In meinem Beispiel habe ich außer den mitgelieferten Anwendungen “Wetter” (zu Demonstrationszwecken) und “Datum/Uhrzeit” auch den Twitter-Client Falcon Pro eingebunden, der seit einigen Tagen standardmäßig eine eigene DashClock-Erweiterung mitbringt. Etliche weitere dieser Erweiterungen, sogar für ungelesene Facebook- und WhatsApp-Nachrichten, den Batterieladestand und viele andere Anzeigemöglichkeiten, lassen sich per Play Store installieren, sie lassen sich dann über den Einstellungs-“Knopf” oben rechts im Sperrbildschirm (hierfür wie oben beschrieben wieder in den Bearbeitungsmodus wechseln) hinzufügen.
Zu beachten ist jedoch, dass jede Erweiterung wiederum ein wenig Batteriekapazität benötigt. Man sollte daher Aufwand und Nutzen in jedem Fall einzeln abwägen.


















