PiratenparteiPolitik
Die Welt vom Sofa aus verändern: Digitales Demonstrieren auf Piratisch

Sehr geehrte Visa/MasterCard,

über die Piratenpartei habe ich selbst wie auch viele andere aufgrund der unfassbar bekloppten „PiratinnenKon“ in den letzten Tagen einigen Spott ergossen. Aber die Piraten wären nicht die liebenswerten Chaoten von früher, wenn sie nicht noch eine gehörige Schippe – hoffentlich – Selbstironie draufzulegen wüssten.

Am 14. und 27. April 2013 werden – von mir an dieser Stelle, sofern zeitlich nicht unpassend, ausdrücklich empfohlene – Demonstrationen gegen die Bestandsdatenauskunft stattfinden. Hierbei ist es von Belang, dass die zuständige Regierung hiervon Kenntnis nimmt. Die Piratenpartei geht mit gutem Beispiel voran: Nicht nur ruft der niedersächsische Landesvorsitzende jeden seiner Verfolger dazu auf, sein Avatarbild auf Twitter durch den Text „DEMO 14.4. NO #BDA“ zu ersetzen, was zum Einen die einst recht übersichtliche timeline vieler Menschen kein bisschen unübersichtlicher macht, zum Anderen die Herrschenden sicherlich immens beeindrucken wird, sondern es sind auch tatsächlich sinnvolle Aktionen geplant.

Zum Beispiel eine weitere Demonstration. Eine Online-Demonstration. Per Telefonkonferenz. Heute Abend wird auftakttelefoniert:

onlineBDADemo

Klar, die Piratenpartei will „Politik 2.0“ machen, frischen Wind und mehr Satire in der Politik etablieren. Die Logik dahinter verstehe ich aber noch nicht ganz. Was ich bisher in Erfahrung bringen konnte, ist diese Herangehensweise: Es gehe unter anderem um digitale Daten, deshalb solle eine Demonstration ebenfalls digital stattfinden. Zugegeben, schwachsinniger Symbolprotest wie dieser hat ja Tradition, man denke nur an die Femenproteste, in deren Verlauf Frauen mit nacktem Oberkörper gegen Sexualisierung protestieren.

Aber eine Online-Demonstration? Per Mumble? Begleitet von einem Video, wie man Mumble installiert, falls irgendein Teilnahmewilliger – auf welche Weise auch immer er von der Aktion erfahren hat – noch nie so einen Kompjuter angefasst hat?! Macht die CDU etwa auch mit?

Es ist selbstverständlich nicht zu erwarten, dass jeder, der gegen die Bestandsdatenauskunft protestieren möchte, sonderlich internetaffin ist. Allein: Während der „Freiheit statt Angst“-Demonstrationen 2009 skandierte man „wir sind hier und wir sind laut, weil ihr uns die Freiheit klaut“. So ein Protestpirat wird aber auch nicht jünger. Er möchte nicht mehr laut sein, er möchte nicht einmal mehr hier sein. „To mumble“ bedeutet etwa so viel wie „Murmeln“. Das Rauschen im frischen Wind.

Aus Protest gegen die elektronische Gesundheitskarte werde ich jetzt erst mal krank. Vive la révolution!

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  2. Ich zocke GN um gegen die Gesellschaft zu demonstrieren! http://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_doh.gif

  3. Aber du spielst doch seit Jahren kein GN mehr.

  4. PINGBACK: Hirnfick 2.0 » Sei Legion!
  5. PINGBACK: Hirnfick 2.0 » Die Welt vom Sofa aus verändern (2): Der Tag, an dem wir Plakate kleben

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