Aus Versehen habe ich über diesen Beitrag zum zehnjährigen „Geburtstag“ von WordPress die Website von Monika Thon-Soun, nach eigenen Angaben „Fachfrau & Autorin“ in WordPress-Dingen mit „Beratung & Humor“, gefunden. In der Tat finde ich sie sehr lustig.
Bereits der initiale Aufruf mit aktiviertem NoScript (leider in der heutigen Zeit unverzichtbare Erweiterung zum Schutz vor nervtötenden Animationen und unfreundlichen Zeitgenossen) lässt mich schallend lachen: Frau Thon-Soun setzt auf Comic Sans. Comic Sans. Kann man als Webdesigner machen, muss man nicht. Sollte man vielleicht auch nicht.

Mit aktiviertem JavaScript wird die hässliche Comic Sans durch eine hässliche Schriftart aus dem Internet ersetzt. Dem aufmerksamen Betrachter entgeht wahrscheinlich nicht, dass die Vielzahl an Schriften nicht nur nicht sonderlich zur grafischen Ausgewogenheit beiträgt, sondern dass einige Schriftarten auch ziemlich kaputt aussehen. Aber ich habe keine Ahnung, ich bin ja keine Fachfrau.

Bereits auf dieser Startseite erklärt Frau Thon-Soun, was sie unter „modernem Webdesign“ („WebDesign“, ebd.) versteht:
modernes WebDesign (…)
» ist nie perfekt und nie fertig – ausbaufähig
» bietet Textgestaltung – lesefreundlich
„Ausbaufähige Textgestaltung“. Hübsch zusammengefasst. Und sie selbst kommt diesen eigenen Forderungen wie nach? Nun, auch das erfährt der geneigte Besucher:
der WebDesigner in mir…
» Webstandards
» CSS3 und HTML5 genauso wie XHTML strict
(…)
» ihre Kunden verführen
Ein kurzes Lacherchen (ja, Humor hat’se) über das mit dem Verführen und dann zurück zur Sache.
Webstandards und CSS3 will Frau Thon-Soun also beherrschen. Das ist für den Besucher vielleicht nicht ganz so lustig, die Fehlerkonsole von Firefox bekommt aber schon fast keine Luft mehr vor Lachen. Da stehen dann so Zeilen wie:
Warnung: Deklaration erwartet, aber ‚*‘ gefunden. Übersprungen bis zur nächsten Deklaration
Quelldatei: http://www.webdesign-in.de/wp-content/themes/mts-webdesign-12/style.css
Zeile: 332
Der Code in besagter Zeile: .wp_page_numbers ul{display: inline-block; *display: inline; *zoom: 1;width:100%;}. Was immer das machen soll, direkt irgendwelche Standards erfüllt es nun nicht unbedingt. Das gleiche passiert Frau Thon-Soun noch an verschiedenen anderen Stellen.
Gut, einen Fehler verzeiht man schnell, auch, wenn er mehrmals gemacht wird. (Aus Fehlern zu lernen ist nicht verpflichtend, auch dann nicht, wenn man irgendwas mit Webdesign macht.) Firefox verzeiht aber weniger leicht als der Mensch. Diesen Fehler ebenfalls:
Warnung: Fehler beim Verarbeiten des Wertes für ‚border-radius‘. Deklaration ignoriert.
Quelldatei: http://www.webdesign-in.de/wp-content/themes/mts-webdesign-12/style.css
Zeile: 183
Frau Thon-Soun schreibt dort border-radius:none. Kann man machen, ist halt falsch. In eine ähnliche Kategorie fallen Fehler wie dieser:
Warnung: Farbe erwartet, aber ’noneimportant‘ gefunden. Fehler beim Verarbeiten des Wertes für ‚border‘. Deklaration ignoriert.
Quelldatei: http://www.webdesign-in.de/wp-content/themes/mts-webdesign-12/style.css
Zeile: 551
Warnung: Farbe erwartet, aber ’noneimportant‘ gefunden. Fehler beim Verarbeiten des Wertes für ‚border‘. Deklaration ignoriert.
Quelldatei: http://www.webdesign-in.de/wp-content/themes/mts-webdesign-12/style.css
Zeile: 552
Zweifelsohne: noneimportant ist keine Farbangabe. Gemeint war vielleicht: border:none !important; – aber Frau Thon-Soun macht was mit diesem Webdesign, die macht solche Fehler nicht. Und schon gar nicht mehrfach.
Sie ist halt Profi. Wenn sie was versiebt, dann wenigstens richtig:
Warnung: Identifikator für Pseudoklasse oder Pseudoelement erwartet, aber ‘ ‘ gefunden. Regelsatz wegen ungültigem Selektor ignoriert.
Quelldatei: http://www.webdesign-in.de/wp-content/themes/mts-webdesign-12/style.css
Zeile: 734
Warnung: Unerwartetes Dateiende beim Suchen nach Abschließende } eines ungültigen Regelsatzes.
Quelldatei: http://www.webdesign-in.de/wp-content/themes/mts-webdesign-12/style.css
Zeile: 736
(Für die grauenvolle Grammatik in Firefox-Fehlermeldungen kann sie zumindest wahrscheinlich nichts.)
Die zahllosen „Warnungen“ aufgrund von Präfix-CSS-Angaben (etwa -moz-border-radius) möchte ich hier gar nicht weiter auseinandernehmen, obige Beispiele sollten genügen.
Frau Thon-Soun hat ihrer Website den Seitentitel „professional WebDesign barrierefrei“ gegeben. Ja, doch, Humor hat sie.
Nachtrag: In den Kommentaren zu eingangs erwähntem Beitrag wirft mir Frau Thon-Soun vor, mich hinter eventueller Satire zu verstecken. Ich teile diese Auffassung nicht.