Befund: Montag. Ursache: Unklar. Therapie: Vielleicht hilft es, einfach ein bisschen zu schreien. Ein Tag, so hässlich wie Hannover. — Montag ist ja auch: sich fühlen wie Dilbert, nur mit noch weniger Menschen. Mit Menschen hält man es ja doch nicht lange aus. (Was sie wohl gerade tut?) Gibt es eigentlich ein passenderes Wort als Nostalgie für die Sehnsucht nach früher? Damals, bei Camel und Meer.
Die Männer leiden am meisten darunter. Männer sind gefühlsduseliger. Weiß ein beliebiger Geier, wieso das immer montags passiert; außer natürlich, weil ein Sonntag schon aus dem Gewohnheitsrecht heraus und insbesondere wegen blöder Herzscheiße nicht so enden sollte und man es doch allmähliich doch satt hat, wie ein Teenager auf seine Lämpchen zu starren. These vintage years.
Palim-palim, die Nachrichten. Wir sind wieder wer.
Die Bundesregierung jedenfalls hat dem amerikanischen Ansinnen nachgegeben und sich bereit erklärt, aufgrund des subjektiven Bedrohungsgefühls erstmal 1000 Soldaten mit an die litauisch-russische Grenze zu schicken.
Die Vorwärtsverteidigung wird siegen, keine Gnade dem Aggressor. Wir wollen ja nur helfen; wie damals, als der Iwan der DDR nur helfen wollte, jedenfalls dabei, wiederum der Sowjetunion zu helfen. Für ein Kriegsheer vor der eigenen Grenze hätte also ganz offensichtlich niemand mehr Verständnis als Putin. Von deutschem Boden geht kein Krieg aus, wenn der Boden in Litauen liegt.
Montag, du unflätiges Wort. Es hilft, vielleicht, Musik. Musik, so schwarz wie etwas anderes, das auch schwarz ist. Eloquenz hab’ ich voll drauf.
Schon besser.
Guten Morgen.












