Die F.D.P., bekannt aus Funk und Fernsehen, macht Ernst:
Angesichts oft nur mittelmäßiger Computer-Kenntnisse deutscher Schüler will die FDP digitale Kompetenzen im Bildungssektor vorantreiben. [Generalsekretärin Nicola Beer] betonte, Kinder müssten “von Anfang an digitale Kompetenz erwerben können – egal, aus welchem Elternhaus sie kommen. Hier fängt soziale Gerechtigkeit an. Wer digitales Analphabetentum zulässt, versündigt sich.”
So ganz ohne religiöses Gedöns geht es eben nicht; und aber jedenfalls sollen auch die ärmsten Elternhäuser ihrem Nachwuchs zuvörderst beibringen, wie man, dem von Frau Beer zitierten Vorbild Estland, wo 2012 das Schulfach Programmieren ab der ersten Klasse eingeführt wurde, womit die Kinder schon programmieren (und vermutlich Englisch) lernen sollen, bevor sie ihre Muttersprache und grundlegende Mathematik halbwegs alltagstauglich beherrschen — denn wer braucht schon Bildung, wenn er stattdessen auch in einem IDE seiner Wahl das abertausendste “Hallo Welt” oder Tic-Tac-Toe zusammenklicken kann? -, gleich, mit so Computerkrams umgeht, was aus den Reihen einer Partei, die zum Twittern einen externen Dienstleister braucht, zumindest absurd klingt, aber man muss ja mit der Zeit gehen:
“Selbst Estland hängt Deutschland ab bei der Digitalisierung”, sagte Beer. “Dort tanzt man schon lange zu dem, was in Deutschland bestenfalls Zukunftsmusik ist.” Hierzulande indes träten immer noch andauernd “Bedenkenträger auf die Bremse”, kritisierte die FDP-Politikerin.
Bedenkenträger etwa wie Philipp Rösler, der noch 2012 Netzpolitik als Wirtschaftspolitik sah und die Wirtschaft ja nun alles Andere als ein Freund des freien Austauschs im Internet ist; der — Rösler — im Übrigen seinerzeit Vorstand derselben F.D.P. war, die im März 2013 gegen ein bisschen Vorratsdatenspeicherung nicht viel einzuwenden hatte. Wenn ich an digitale Kompetenz auf dem Niveau eines Grundschülers denke, fällt mir auch immer zuerst die F.D.P. ein.
Ob es jetzt unbedingt nötig ist, Kinder zu Programmierern zu machen, und ob Frau Beer das überhaupt meinte, bleibt unklar; ebenso unklar leider allerdings auf jeden Fall, woher diese Digitalkompetenz angesichts mit dem technischen Wandel überforderten Lehrern, viel zu langsam anzupassenden Curricula und der Elterngeneration, die “das Internet” nicht mehr von Facebook und allenfalls WhatsApp und YouTube unterscheiden kann, denn kommen soll.
Vielleicht sollte die F.D.P. erst einmal etwas dafür tun, dass diejenigen, die Digitalkompetenz vermitteln sollen, diese Digitalkompetenz vermittelt bekommen. Dafür gibt es doch sicher auch einen externen Dienstleister.
Apropos Kompetenz: Schule in North Carolina eröffnet einen Schießstand. Damit die lieben Kleinen das Zielen üben können und nicht immer aus Versehen ihre Mitschüler umnieten, weil sie den Lehrer nicht erwischt haben.


Es gibt wohl Pläne Arduino als “Programmierung” einzuführen. Ob das ne gute Idee ist sei dahingestellt.