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Recht und Gesetz gegen Canonical und VG Wort

Die vermutlich Kriminellen des Tages sind die Herrschaften hinter Canonical, deren heute veröffentlichtes Ubuntu 16.04 (Symbolbild) mal eben absichtlich die GPL verletzt und somit qua Gesetz illegale Software ist. Welche Worte Linuxer dafür fänden, würde zum Beispiel Microsoft beim Lizenzbruch erwischt, möge sich der geneigte Leser an dieser Stelle selbst ausmalen.

Dicht gefolgt wird Canonical in der Rangliste von den in der VG Wort organisierten Verlegern, die offensichtlich jahrelang unrechtmäßig Geld, das Autoren zustand, in die eigene Tasche gesteckt haben. Schon liest man erste Kommentare, dass die nun zu erwartenden Rückforderungen das Ende des Verlagswesens besiegelten; und noch einige Jahre nach dem Beschluss des Leistungsschutzrechts wird mein Bedauern darüber überschattet von einer unbändigen Freude. Ich stelle schon mal den Whisky warm.


Nur im übertragenen Sinne kriminell ist bekanntlich die Doofheit gerade jugendlicher Smartphonenutzer; selbst mir passiert es immer häufiger, dass ich öde blondierten Mädchen begegne, die vor lauter Freude am Herumwischen auf ihrer Wanze für unterwegs ganze Grünphasen von Fußgängerampeln verpassen. Ich lache dann immer ein bisschen. Die Stadt Augsburg möchte mir den Spaß jetzt aber nehmen:

Die Stadtwerke Augsburg testen derzeit in Augsburg an zwei Straßenbahn-Haltestellen LED-Boden-Ampeln, die Handy-Nutzer vor Unfällen schützen sollen.

Gemeinheit.

Senfecke

Bisher gibt es 8 Senfe:

  1. „Die vermutlich Kriminellen des Tages sind die Herrschaften hinter Canonical“

    Diese Aussage erscheint mir angesichts der Tatsache, dass die Rechtslage umstritten ist und hier auch nur die Position einer Seite wiedergegeben wird, doch schon recht mutig :-/

    • Unternehmen wurden in der Vergangenheit für den Bruch der GPL vielfach vor Gericht gestellt. Die Position der Gegenseite („nöö, wir dürfen das, weil isso“) war bisher immer ermüdend identisch.

      • Die Gegenseite sagt aber doch nicht isso https://insights.ubuntu.com/2016/02/18/zfs-licensing-and-linux/

        Und deine Formulierung deutet auf eine gewisse Abneigung hin, als ob da etwas ganz böses von Canonical gemacht wurde. Im Prinzip geht es aber nur um die vermeintliche Unvereinbarkeit zweier Opensource Lizenzen. Ich wüßte jetzt nicht welche „Worte“ man dafür findet sollte?

        So was wie: Die rechtliche Situation des Urheberechts und der Lizenzierung von Software ist unbefriedegend.

        • Ich finde, dass sich Ubuntu hier ziemlich weit aus dem Fenster lehnt. Eine Aussage wie

          And zfs.ko, as a self-contained file system module, is clearly not a derivative work of the Linux kernel but rather quite obviously a derivative work of OpenZFS and OpenSolaris.

          halte ich für sehr gewagt.

          Eines der großen Probleme in der aktuellen Auslegung der GPL ist doch, dass „derivative work“ keinesfalls ein klar definierter Begriff ist. Was genau ein derivative work ist, hängt vom Rechtssystem ab und muss erst noch von Gerichten ausgelegt werden. Insbesondere ist es meines Wissens nach in den USA und in Deutschland noch unbekannt. Der erste Prozess, der in dieser Hinsicht etwas Klarheit bringen könnte, ist der VMWare-Prozess.

  2. Zu den Smartphone-Ampeln:
    Ich wohne in Augsburg, kenne die Stelle weil ich täglich dran vorbeikomme.
    https://www.openstreetmap.org/#map=19/48.35490/10.90207

    An diesem Übergang stoßen folgendes Linien zusammen
    – 2 Bahnlinien (Regionalverkehr München)
    – 2 Straßenbahnlinien (unter Tags alle 2 Minuten eine Bahn)
    – eine Fußgängerampel (FH-Studenten) über eine 2spurige Ausfallstraße
    – Durchgangsrad- und Fußgängerverkehr
    Auf dem Foto im verlinkten Artikel sieht man zudem noch, wie eng es auf den Bahnsteigen ist. Zusätzlich ist es in der Unterführung noch laut, sodass man die Straßenbahnen erst hört wenn sie einfahren. http://bilder.pcwelt.de/3979933_original.jpg

    Dass hier mit „Bodenampeln für Smartphonenutzer“ an die Öffentlichkeit gegangen wird ist imho ein großartiger Marketing-Stunt. Aber Kern der Sache ist vielmehr, dass die Stelle recht gefährlich ist. Egal ob mit oder ohne Smartphone.

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