In den NachrichtenNerdkramsNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 15. April 2016

Es war geradezu skandalös:

Beim diesjährigen Linz-Marathon, der am Wochenende über die Bühne ging, sorgten übermotivierte Eltern für ein empörendes Bild: Es zeigt, wie sie ihre heulenden Kinder an den Händen über die Ziellinie zerrten.

Aber keine Sorge – die Eltern haben daraus gelernt:

Die Eltern, die ihre weinenden Kinder beim Linzer Junior-Marathon ins Ziel gezerrt hatten, überraschten sie jetzt mit einem Ausflug ins Disneyland Paris als Wiedergutmachung. Vor Ort entbrannte jedoch ein Konkurrenzkampf unter den Eltern. Sie zerrten ihre weinenden Kinder stundenlang durch das Disneyland, um vor den anderen fertig zu sein.

(Rantnotiz, absichtlich mit „t“ geschrieben: Eltern, die ihr Kind an seinen Leistungen messen und ihm bei besseren oder schlechteren Sportergebnissen, Schulnoten oder Modelplatzierungen mehr oder weniger Zuneigung und Fürsorge entgegenbringen, haben es nicht verdient, Eltern genannt zu werden. Das Kind als Trophäe aufzuziehen, weil man in seinem eigenen Leben jämmerlich beim Versuch versagt hat, stolz auf sich selbst sein zu können, ist einer der erbärmlichsten Triebe, die die heutige Gesellschaft noch nicht generell zu einer Ächtung des Versagenden verleiten.)


Aus der beliebten Reihe „ich ernähre mich vegan, denn vegan ist gesund“:

Das „Veganz Hanfprotein-Pulver Rohkostqualität“ enthalte so viel Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), dass bei Kleinkindern die maximal empfohlene tägliche Aufnahme überschritten werden könne[.]

Die „Ernaehrungs Umschau“ (sic!) rät in ihrer aktuellen Ausgabe ja prinzipiell dazu, dass Veganer ihre Mangelernährung gelegentlich mal überprüfen lassen. Womöglich sollte außerdem ein Drogenberater anwesend sein.


Problem: Debian Linux liefert zu alte Software aus. Die offensichtliche Lösung: Den nervigen Hinweis darauf, dass es eine neuere Version gibt, einfach entfernen.


Als ich mich unlängst über Raser aufregte, hatte ich gar nicht bedacht, dass es für Leute, die wie Arschlöcher fahren, auch freundlichere Begriffe geben könnte. „SPIEGEL ONLINE“ schlägt „Temposünder“ vor, denn wenn jemand irgendwen totfährt, weil er zum Beispiel in einer verkehrsberuhigten Zone dringend auf’s Gas treten musste, dann reichen vier Vaterunsers und sieben Avemarias und dann ist alles wieder in bester Ordnung, denn im Gegensatz zu einer asozialen Straftat verzeiht der liebe Kreuzfahrergott kleine Sünden sofort. Lobet den Herrn.

Senfecke:

  1. Uiuiui, is schon wieder Montag?
    * Deine Veganrants waren schon mal besser. Was hat denn vegan primär mit thc zu tun? Nix? Oh!
    * Deine Debian/Linux-rants auch (was zur Hölle is an dem xscreesaverding so übel scheisse? Weil Felix Uberhaxor da argumentfrei rummault oder was? Gibt’s da irgendwelche nennenswerten Sicherheitslücken seit – sagen wir – 2006?)

    P.s. Deine Mailbenachrichtigungsaktivierung hatte, wenn ich mich recht entsinne mal ein Label. Wenn ich mich falsch erinnere: wir ham 2016.

    • Übel scheiße ist es, dass man offenbar „neu und stabil“ für ein Oxymoron hält. Zwei Jahre können recht lang sein. Ansonsten ist das kein Rant, für einen Rant hätte ich mehr Text genutzt. :D

      Was für ein Label?

      • Hmm?

        Es gibt auf deiner BSD Kiste keine Software die 2 Jahre alt ist und wunderbar läuft?

        Der Autor (von xscreensaver) ist ein Ignorant und Polterer. Zumal in dem Bugreport relativ sachlich besprochen wird, wie man den Wünschen des Autors entsprechen kann. Warum das in der Blogsphäre und bei Fefe (der ja bekanntermassen der Vorreiter und Förderer von Bleeding Edge Software ist) so dargestellt wird, als ob Debian sich nicht an den Wünschen des Autors orientiert erschliesst sich mir nicht.

        openSUSE z.b. hat die Meldung 2014 einfach entfernt und in der bekanntesten Linux Distri ist die Software noch von 2011, daher sind die nicht betroffen.

        Ich nutze Debian aus dem Grund, weil es stabil läuft und erlebe es auf einem Manjarao was es bedeutet eine rollendes System zu benutzen.

        Es ist zwar schade, dass der xscreensaver Autor meint zwei Jahre wäre alt für seine Software, aber das Beste wäre in Zukunft das Programm zu entfernen und halt einen Klone anbieten. Aber sich über die Wünsche der Benutzer hinwegzusetzen und diese mit solchen Meldungen zu nerven ist Dummheit.

        • Man kann über jwz ’ne Menge sagen, aber ignorant ist er sicher nicht. Im Bugreport geht es eben darum, wie man auf seine Wünsche am besten scheißen kann.

          Gut, gehen wir mal davon aus, der Wunsch nach aktueller Software mit korrigierten Bugs wäre völlig weltfremd: du meinst also, irgendwer hätte eher einen Vorteil davon, alte Software voller Fehler zu nutzen, die nicht darauf hinweist, dass sie veraltet ist, als davon, gelegentlich mal ein Update zu bekommen? Wie sieht denn dieser Vorteil aus?

          • Dann lese ich den Bugreport anders als du.

            Es wird sich dort Gedanken darum gemacht, welche Weg der wäre dem Autor zu entsprechen und wie man xscreensaver aus dem Debianprojekt entfernen kann. Der einzige der auf etwas „scheißt“ ist der Autor der ausfällig wird und keinerlei Argumente akzeptiert.

            Ignorant ist er darüber hinaus gegenüber den Wünschen der Nutzer und Maintainer von Debian, da er so tut als ob seine Software die einzige und alleinige wäre.

            Das die Software unter Debian voller Bugs wäre ist ja nicht wahr. sicherheitsrelevante Bugs werden sofort eingearbeitet und auch andere kann über die Backports noch eingereicht werden. Ich habe mit xscreensaver bisher keine Probleme.

            Es geht hier ja um die Updaterichtlinien einer Distribution, die von vielen Nutzern genau so erwartet wird. Da der Autor diese nicht teilt, muss die Software aus dem Projekt entfernt werden. Das geht aber schwer bei einer älteren Version, da das ganze ja von anderer Software abhängt. Daher muss man sich genau darüber Gedanken machen.

            Wer eine andere update Politik möchte kann sich doch ein Arch installieren, ist doch alles kein Problem. Ich weiss nicht, warum um dieses Thema so eine Wallung gemacht wird und warum der Autor der Meinung ist, so rumkotzen müssen. Wenn er Debian (das er offensichtlich nicht mal richtig kennt) nicht gut findet, ist es doch ok und wie gesagt die Maintainer sind seinem Wunsch, xscreensaver nicht mehr auszuliefern, ja aufgeschlossen. Aber er kann doch nicht erwarten, dass ein seit Jahrezehnten stabiles System nur wegen ihm von einem auf den anderen Tag geändert wird.
            Für mich ist das ein Arschlochverhalten.

          • Ach, im übrigen – wie schon gesagt, die Software läuft unter Ubuntu (LTS) in der Version von 2011 (die Debianversion ist von 2014!), da hört man nicht viel von irgendwelchen „voller“ Bugs und instabilitäten.

            Oder aber – das ist nur eine Vermutung – der Autor bekommt tatsächlich die angeblich vielen Bugmeldung von Ubuntuusern (was ja auf Debian basiert) und nicht von Debian.

            Zumal die Änderungen zwischen der Debianversion und der aktuellen nicht so gross sind https://www.jwz.org/xscreensaver/changelog.html (Debian/jessie ist bei 5.30) – das meiste sind OSX/iOS Bugs die da entfernt wurden. Insofern kann ich deine Behauptung Debain würde „alte Software voller Fehler“ anbieten nicht nachvollziehen. Wenn ich das richtig gelesen habe, der Autor im übrigen auch nicht. Viel Sturm im Wasserglas.

  2. Ich hab mir den Thread bei JWC zum xscreensaver durchgelesen. Mir scheint der Programmautor hat den Sinn hinter einer ’stable‘ Distriution nicht verstanden. So wie dort herauskam wurden sicherheitsrelevante Änderungen vom Debian-Maintainer zurückportiert. Immerhin hab ich dabei gelernt daß bei dem Programm ein hartkodierter pimmel enthalten ist ;-)
    Dürfte auf Firmeninstallationen für diverse Späße sorgen. Sind Frauenbeauftragte anwesend??

      • Stimmt. Aber es ist ja nicht so, dass das ein großes Geheimnis oder irgendwie neu wäre. Das macht Debian schon seit Ewigkeiten so. Wer lieber neuere Software haben will, hat genügend andere Optionen.

        Wer unbedingt Debian mit neuerer Software haben will, kann Debian Testing verwenden. Und wer unbedingt Debian Stable nutzen will, kann neuere Software über Debian Backports ( http://backports.debian.org/ ) bekommen. Bei den Backports ist halt standardmäßig nicht alles drin. Xscreensaver gibt’s derzeit nicht, aber wenn irgendjemand Interesse äußern würde, würde es vllt. ein Debian Entwickler bereitstellen.

        • „Die Software, die deine Distribution ausliefert, enthält bekannte, längst behobene Bugs“ ist ein Affront, weil Debian das „halt so macht“?

          • Idealerweise müsste der Maintainer auch die Bugs zurückportieren. Nur ists halt doof wenn der Autor zwischendrin z.B. die libs aktualisiert. Manche Software eignet sich nicht für stable.

            • Eine großartige Idee. Statt einfach ein verdammtes Update zu machen, selektiv ein halbgar gemergtes Backporting pflegen.

              • Naja, klug ist es nicht auf gut Glück immer die neuste Software einzubauen. Niemand kann für alle Abhängigkeiten garantieren.

                Deshalb kann es bei rolling releases immer mal wieder zu Totalausfällen kommen. Das mag auf einem Desktopsystem noch tolerierbar zu sein, auf meinen Servern möchte ist das aber weniger.

                Ich bin grad wieder eine Woche beschäftigt gewesen um alle Änderungen die von Debian 7 zu Debian 8 in der Software enstanden sind. (wobei die größeren Probleme der Desktop macht, auf dem Server waren es nur ein paar Konfigurationsunterschiede des Apache).

                Wenn so was im laufenden Betrieb passiert, wäre es dumm. Daher ist es klug auf unveränderte Software für einen definierten Zeitraum zu setzen.

                • Auf gut Glück eine gerade aktuelle Softwareversion in Stable zu übernehmen und, unabhängig von ihrer tatsächlichen Stabilität, dann jahrelang nur notdürftig zu warten ist also sinnvoller?

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