KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Elec­tric Oran­ge – miso­pho­nia

electric-orange-misophoniaDas Quar­tett Elec­tric Oran­ge kommt aus Aachen, was irgend­wie noch als Deutsch­land zählt, und hat mit „miso­pho­nia“, was Eng­lisch für „Miso­pho­nie“ ist, was wie­der­um Kom­pli­ziert für eine gerin­ge Geräusch­to­le­ranz („Hass auf Geräu­sche“) ist, was ein ange­nehm selbst­iro­ni­scher Name ist, was jetzt dann doch etwas zu vie­le Neben­sät­ze sind, im Jahr 2016 ihr immer­hin elf­tes Voll­zeit­al­bum (Stream und Kauf) her­aus­ge­bracht.

An Geräu­schen man­gelt es hier aller­dings kei­nes­wegs, Per­kus­si­on und Schlag­zeug sind stets prä­sent. Wohin die Rei­se, äh, der trip geht, wird schon im ersten und mit 18 Minu­ten Lauf­zeit auch läng­sten Stück auf „miso­pho­nia“, „Orga­ni­zed Suf­fe­ring“, deut­lich. Wei­te Klang­flä­chen, etwas Orgel­spiel, immer aber auch die Gitar­re, kein Gesang; Dro­gen­mu­sik par excel­lence. Im fol­gen­den „Bot­t­ledro­ne“ treibt die Band dies mit Pink-Floyd-Refe­ren­zen auf die Spit­ze, nur um dann noch ein­mal zu beto­nen, wo der Spa­ce­rock eigent­lich sei­nen Anfang nahm. Müss­te ich ein Adjek­tiv für „miso­pho­nia“ wäh­len, so wähl­te ich „flä­chig“, um nicht aber­mals den abge­nu­del­ten Begriff „sphä­risch“ zu ver­schwen­den. Selbst in den für Elec­tric-Oran­ge-Ver­hält­nis­se schnel­le­ren Momen­ten, etwa in dem schlag­zeug­ge­trie­be­nen „Demen­ted“, fin­det man unwirk­lich schwe­ben­de anstel­le erdig rocken­der Klän­ge. Müss­te ich dazu tan­zen, ich wür­de in aus­la­den­den Bewe­gun­gen eine Acht beschrei­ben und sähe dabei ver­mut­lich sehr lustig aus.

Drei der acht Stücke auf „miso­pho­nia“ sind das Titel­stück, nament­lich „Miso­pho­nia“ I bis III, das mit grol­len­dem Bass Beklem­mung als wei­te­res Gefühl in die Rei­se ein­bringt, nach Frei­heit klin­gen­de Trom­pe­te (Trom­pe­te?!) hin oder her. Tan­ge­ri­ne Dream ist euch zu lang­wei­lig? Das ver­ste­he ich. Ver­sucht es doch mal mit Elec­tric Oran­ge.

Mit „Opsis“ las­sen Elec­tric Oran­ge latein­ame­ri­ka­ni­schen Tanz in ihrem Klang­uni­ver­sum gesche­hen, bevor das abschlie­ßen­de „Miso­pho­nia III“ den Hörer mit Dis­so­nan­zen und ruck­ar­ti­gem Schlag­zeug aus der Trance rüt­telt, nur um ihn dann wie­der sanft ent­schwe­ben zu las­sen. Ein Album wie ein Son­nen­auf­gang am Meer.

PolitikIn den Nachrichten
Ram­stei­ner Recht

Der geneig­te Leser möge sich nun set­zen und/oder irgend­wo fest­hal­ten, denn es ist Erschüt­tern­des gesche­hen:

Die US-Regie­rung hat gegen­über dem Aus­wär­ti­gen Amt erst­mals bestä­tigt, dass ihre Mili­tär­ba­sis Ram­stein als Relais­sta­ti­on für Droh­nen­an­grif­fe dient.

Wenn das doch nur jemand geahnt hät­te!

Aber wir kön­nen natür­lich beru­higt sein:

Alles erfol­ge aber im Rah­men des gel­ten­den Rechts.

Weil:

Die USA hät­ten für Droh­nen­ein­sät­ze „kon­kre­te, am Völ­ker­recht ori­en­tier­te Regeln ent­wickelt“ und „uns gegen­über zum Aus­druck gebracht“, dass die ein­schlä­gi­gen inter­na­tio­na­len Maß­stä­be „selbst­ver­ständ­lich auch für sie gel­ten“.

Weil das Völ­ker­recht näm­lich kein Pro­blem damit hat, wenn zum Zwecke mili­tä­ri­scher Über­le­gen­heit (nicht aus­zu­den­ken, lie­ße man poten­zi­ell brand­ge­fähr­li­che Zwölf­jäh­ri­ge am Leben!) ein paar mut­maß­li­che Ter­ro­ri­sten gemeu­chelt wer­den, denn natür­lich ver­sto­ßen Droh­nen­an­grif­fe gegen das Grund­ge­setz und sonst noch ein paar Regeln, auf­ge­stellt von euro­päi­schen Weich­ei­ern, aber so ein US-Ame­ri­ka­ner, der ist nun mal kein Euro­pä­er. Da kann man schon mal in Deutsch­land rum­sit­zen und einem Com­pu­ter im Aus­land Bescheid geben, wo mal hin­ge­schos­sen wer­den darf. Ope­ra­tio­nen unbe­mann­ter Luft­fahr­zeu­ge sei­en für die USA „kein völ­ker­recht­li­cher Vor­gang“, weil eine Droh­ne eben kei­nem Volk ange­hört, son­dern Welt­bür­ger ist und als sol­cher gar kein Völ­ker­recht kennt. Dass dem­zu­fol­ge so ein Flug­zeug, das wegen aus­blei­ben­der Pilo­tie­rung irgend­wo drauf­fällt, auch kei­nen Ver­stoß gegen das Völ­ker­recht dar­stel­len dürf­te, stößt hin­ge­gen ver­mut­lich nicht auf beson­ders viel Zustim­mung in den USA.

Das gel­ten­de Recht (cf. Hin­rich­tun­gen in sog. „Unrechts­staa­ten“) ist eben immer eine Fra­ge des Stand­punkts.

Netzfundstücke
Was hat Sascha Lobo eigent­lich gegen eine libe­ra­le Gesell­schaft?

Erin­nert sich noch jemand an Sascha Lobo?

Sascha Lobo („Blog­ger, Buch­au­tor, Jour­na­list und Wer­be­tex­ter“, Wiki­pe­dia) wur­de vor eini­gen Jah­ren, wenn er sich nicht gera­de im Fern­se­hen bla­mier­te, dafür bekannt, dass er eine Fri­sur und vor allem eine Mei­nung hat­te; irgend­wo beim Auf­bau der „Blogo­sphä­re“ (ein Wort wie ein Ele­fant mit Blä­hun­gen) bog er falsch ab und mach­te Wer­bung für Voda­fone und die SPD, wor­aus sich zumin­dest fol­gern lässt, dass er durch­aus auch ein Herz für Geschei­ter­te hat. Kon­se­quent arbei­te­te er in der Ver­gan­gen­heit gele­gent­lich mit Chri­stoph „Spin­ner“ Kap­pes zusam­men, zeig­te bis­lang also erschreckend wenig Berüh­rungs­äng­ste mit dem Gripspre­ka­ri­at. (Ande­rer­seits: Sascha Lobo kolum­ni­ert der­zeit regel­mä­ßig für „SPIEGEL ONLINE“ – das Niveau muss man sich erst mal antrai­nie­ren.)

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In den NachrichtenPiratenparteiMontagsmusik
New Order – Cry­stal // #lmvnds162

Es geht doch nichts über ein belebendes WochenendeEin Blick auf den Kalen­der schlägt für heu­te den Mon­tag vor, dabei war doch gera­de noch Don­ners­tag. Urplötz­lich bricht die Gewiss­heit her­ein, dass reflek­tiert-reflex­ar­ti­ges Poli­tik­spiel, für die See­le wird gesorgt, sei­nen Reiz schon immer aus der Beschäf­ti­gung mit dem Dis­sens zog, wes­halb es den Dis­sens erneut zur Maxi­me zu erhe­ben galt. Bis einer heult oder wenig­stens trinkt. Die Eulen­spie­ge­lei als Chan­ce zu begrei­fen flößt, sláin­te!, den Lebens­saft ein, als wäre es gestern gewe­sen. Wer liest schon Par­tei­pro­gram­me? Wert­dis­kus­sio­nen zwi­schen Wer­te­frei­en kön­nen etwas Wür­ze gele­gent­lich gebrau­chen.

Wenn schon der Rest der Welt glei­cher­ma­ßen mit­spinnt: Elek­tro­au­tos sol­len Geräu­sche machen, damit doo­fe Fuß­gän­ger weni­ger oft über­rascht und über­fah­ren wer­den. Ver­pflich­ten wir sie doch auch gleich dazu, Ben­zin zu ver­brau­chen, damit ein feh­ler­haf­ter Akku weni­ger Scha­den anrich­tet! Man könn­te es dann nor­ma­les Auto nen­nen. Ande­rer­seits: Was ist schon noch nor­mal? Eure Kopf­hö­rer kön­nen euch belau­schen, also redet bes­ser künf­tig etwas lei­ser mit ihnen.

(Um nur nicht den „Ausgefidelt“-Witz zum aber­dut­zend­sten Mal zu machen -) Eben noch quietsch­fi­del, jetzt schon ver­klärt; oder aber auch: „Mora­li­sche Rein­heit, die­ses ewi­ge The­ma in die­sem Spek­trum, die kann man einem freund­li­cher­wei­se auch nur andich­ten – denn die Rea­li­tät erlaubt einem sol­che Kopf­ge­bur­ten nicht.“

Bezie­hungs­wei­se: New Order, weil man vor lau­ter Poli­tik und Gedöns mal wie­der das (mein­ten Sie: die?) Wich­tig­ste, natür­lich, ver­ges­sen hat.

New Order – Cry­stal (Offi­ci­al Music Video)

Guten Mor­gen.

NetzfundstückePolitik
Kurz ver­linkt: Rinks.

Wenn ich jetzt hier wie­der „apro­pos“ dran­schrei­be, hört die etwas irri­tie­ren­de Reso­nanz auf mei­nen vor­he­ri­gen Bei­trag ja nie auf, des­we­gen ganz ohne Apro­pos für Freun­de des Kon­texts:

SPD und Grü­ne sind dann etwa „lin­ke“ Par­tei­en, ganz gleich ob ihre Pro­mis, Pro­gram­me und Ent­schei­dun­gen den Klas­sen­kampf von oben besor­gen, kapi­ta­li­sti­sche Krie­ge füh­ren, Ras­sen­theo­rien ver­brei­ten oder die Ehr­furcht vor Gott pre­di­gen. Das ist dann halt alles „links“. Genau­so ist es „links“, wenn sich an ein paar Uni­ver­si­tä­ten eso­te­ri­sche Spin­ner eine Nische für ihre Pseu­do­wis­sen­schaft erobern und von dort die Welt mit einer Opfer­my­tho­lo­gie und kru­dem Sex­ge­schwa­fel über­zie­hen. Das ist auch „links“, weil?

Das Pri­va­te ist poli­tisch. Das, im Zwei­fel, haben sie jetzt davon.

PersönlichesNetzfundstückeNerdkrams
Cha­os Orchid Club: Der #33c3, ein teu­res Miss­ver­ständ­nis?

Die­ser Arti­kel ist Teil 3 von 20 der Serie Congresskrise(n)

Vor­be­mer­kung: Ich bin mit vol­ler Absicht wei­ter­hin Mit­glied des Cha­os Com­pu­ter Clubs, nei­ge jedoch bei Din­gen, die mir per­sön­lich wich­tig sind, mit­un­ter zur Pole­mik. Fol­gen­der Text ist inso­fern kei­nes­wegs als Ver­kün­dung der ein­zig wah­ren Mei­nung zu ver­ste­hen und soll als Ein­la­dung zur Dis­kus­si­on begrif­fen wer­den.


Nicht unbe­ein­druckt vom 32. Cha­os Com­mu­ni­ca­ti­on Con­gress schrieb ich im Janu­ar d.J.:

Den wohl lei­der nur vor­läu­fi­gen Höhe­punkt der Umwand­lung des Hacker­tums in ein Flau­sch­netz für Hob­by­ver­letz­te sehe ich mit der key­note des letzt­jäh­ri­gen 32C3 erreicht (…): Es sprach eine Afri­ka­ne­rin, als deren Qua­li­fi­ka­ti­on ange­ge­ben wur­de, dass sie zwei­mal in ihrem Leben flüch­ten muss­te, dar­über, dass Men­schen net­ter zuein­an­der sein soll­ten.

In einer Zeit, in der das Netz drin­gend einen erfah­re­nen Für­spre­cher als Gegen­ge­wicht zu den qua­si sträf­lich unbe­le­se­nen Lai­en von SPD und Digi­tal­cou­ra­ge braucht, befas­sen sich die­je­ni­gen, deren Pro­fes­si­on ab Grün­dung die krea­ti­ve Nut­zung von Com­pu­ter­tech­nik – die drei „C“ in „CCC“ hat­ten irgend­wann mal eine Bedeu­tung, die nichts mit Flücht­lin­gen und Geschlech­ter­kampf zu tun hat­te – zum Gebot erhob, lie­ber mit Raum­fahrt und sozia­ler Gerech­tig­keit. Jedes Jahr wer­den Platz und freie Ein­tritts­kar­ten knap­per, weil die Ver­an­stal­ter es für eine gute Idee hal­ten, Quan­ti­tät der Qua­li­tät vor­zu­zie­hen: Natür­lich ist man auch als Berufs­la­ber­ta­sche mit sei­ner gan­zen Fami­lie will­kom­men, Fach­kennt­nis ist optio­nal. Denen, die was kön­nen, wird schon was ein­fal­len, aber Prio­ri­tät hat der ganz­heit­li­che Ansatz, denn die Nische, die die seit Jah­ren vor sich hin­ster­ben­de CeBIT hin­ter­lässt, will gefüllt sein.

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In den Nachrichten
Und nun zum Sport.

Das Leben ist zu auf­re­gend? ZEIT ONLINE hilft.

Der Schach­welt­mei­ster trägt an die­sem Sonn­tag einen eng geschnit­te­nen Anzug; die knap­pen Hosen­bei­ne rut­schen ihm etwas hoch, als er sich setzt, und geben den Blick auf sei­ne Socken frei. Sie sind tau­ben­blau. (…) Schließ­lich steht er im Neben­raum, stellt eine Ein­kaufs­tü­te mit Sachen ab und – das ist nun sehr schön – eine Ther­mos­kan­ne. Der Her­aus­for­de­rer des Schach­welt­mei­sters bringt sich zu sei­ner Schach­par­tie etwas War­mes zu trin­ken mit (…). Kar­ja­kin, ein Mann des Vol­kes!

Das Rau­schen, das ich höre – das wird der Jubel sein.

PolitikMontagsmusik
Gong – The Isle of Ever­y­whe­re // Alter­na­tiv: Los.

Wie, es ist Montag?!Jaha­ha, es ist Mon­tag, der letz­te Mon­tag vor­’m Advent, was, glaubt man den Geschäf­ten in einer belie­bi­gen Innen­stadt, eine ziem­lich gro­ße Sache zu sein scheint. Viel­leicht gehe ich die­ses Jahr da auch mal hin. Vor­erst aller­dings gilt der Kum­mer, hat sich doch aber­mals die Lage nur gering­fü­gig ver­än­dert; man ist und bleibt eben vor­ran­gig, wie Oma noch wuss­te, ’nen Hap­pen detsch. Wohl bekomm’s.

Es ist Mon­tag, es ist auch schon wie­der Poli­tik. Mir macht das ja selbst kei­nen Spaß. Viel­leicht könn­te man Wahl­kampf, Wahl und Wahl­be­richt­erstat­tung künf­tig völ­lig unter­las­sen, denn eine Wahl, deren Ergeb­nis (ich schrei­be jetzt nicht: wie noch vor kur­zem einen Kon­ti­nent wei­ter) schon vor­her so unaus­weich­lich scheint, dass sie nicht ein­mal mehr Nuan­cen kennt, ist Res­sour­cen­ver­schwen­dung: Oskar Lafon­taine (73) sagt, er möch­te fri­schen Wind in die Poli­tik brin­gen, indem er zum drit­ten Mal in Fol­ge den Chef­kan­di­da­ten sei­ner Par­tei im Saar­land gibt. Mir läuft es noch etli­che Kilo­me­ter vom Saar­land ent­fernt kalt den Rücken hin­un­ter. Auch in der Bun­des­po­li­tik ist mit Über­ra­schun­gen nicht zu rech­nen: Ange­la Mer­kel bleibt und, schlim­mer noch, der für NSA-Skan­däl­chen und Abbau des Sozi­al­staats maß­geb­lich mit­ver­ant­wort­li­che Frank-Wal­ter Stein­mei­er lässt sich schon jetzt den künf­ti­gen Bun­des­prä­si­den­ten nen­nen, denn, haha, natür­lich könn­te man, also der Bür­ger, 2017 eine Par­tei mit einem eige­nen Gegen­kan­di­da­ten wäh­len, aber, haha­ha, doch nicht hier. Macht doch kei­ner. Will doch kei­ner. Ist doch alles bestens hier.

Ist mir auch ein Rät­sel, wie­so die AfD so beliebt ist.

Musik? Oh, ja, bit­te!

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeComputerMir wird geschlecht
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 19. Novem­ber 2016

Deutsch­land in einem Satz: Ein Todes­fall ist kei­ne plötz­li­che Erkran­kung.


Das Pro­blem mit „Emo­jis“ ist ja, dass es ein­fach nicht auf­hört; wer Emo­jis als ein­heit­li­che Emo­ti­cons begreift, der möge das viel­leicht ein­fach ein­mal kri­tisch hin­ter­fra­gen:

Zu den neu­en Emo­jis gehö­ren unter ande­rem Vam­pi­re, Meer­jung­rau­en (sic! A.d.V.), flie­gen­de Unter­tas­sen, stil­len­de Frau­en und eine Frau im Hijab.

„Wie fühlst du dich?“
„Wie ’n UFO.“
„???“


Wo muss denn unbe­dingt mehr Inter­net rein? Rich­tig: In den Kuh­stall!


Alter Schwe­de: Nörd­lich von Deutsch­land gibt es jetzt ein Not­fall­te­le­fon, wo man anru­fen kann, wenn man als Frau etwas von einem Mann erklärt bekommt. Damit ihnen jemand bei­steht oder so.


Na, auch Linux statt Win­dows zu Hau­se, weil es so sicher ist? Dann besucht bes­ser kei­ne Web­sites.


Rau­chen kann töd­lich sein, ist jetzt aber noch bil­li­ger und mit unver­än­dert hoher Qua­li­tät ver­se­hen. Wer könn­te da wider­ste­hen? :)

PolitikIn den Nachrichten
Iwan des Tages: Frie­den gegen Russ­land

„ZEIT ONLINE“, 15. Novem­ber 2016:

Den Erkennt­nis­sen zufol­ge sol­len US-Sol­da­ten vor allem in den Jah­ren 2003 und 2004 womög­lich min­de­stens 61 Men­schen gefol­tert haben. Im sel­ben Zeit­raum sol­len CIA-Mit­ar­bei­ter dem­nach min­de­stens 27 Gefan­ge­ne in Geheim­ge­fäng­nis­sen in Polen, Litau­en und Rumä­ni­en miss­han­delt haben. (…) Laut Ben­sou­da han­delt es sich nicht um Ein­zel­fäl­le, son­dern offen­bar um das Ergeb­nis einer vor­sätz­lich betrie­be­nen Poli­tik.

„ZEIT ONLINE“, 16. Novem­ber 2016:

Russ­land zieht sei­ne Unter­schrift unter das Grün­dungs­sta­tut des Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hofs (IStGH) in Den Haag zurück. (…) Zur Begrün­dung hieß es, der zur Ver­fol­gung von Kriegs­ver­bre­chen ein­ge­rich­te­te Gerichts­hof wer­de den Hoff­nun­gen der inter­na­tio­na­len Gemein­schaft nicht gerecht.

„Han­dels­zei­tung“, 17. Novem­ber 2016:

Sowohl Oba­ma als auch Mer­kel spra­chen sich für einen Dia­log mit Russ­land aus, aber auch für Här­te, wenn die rus­si­sche Füh­rung inter­na­tio­na­le Nor­men ver­let­ze wie in der Ost­ukrai­ne.

Genau – das Ver­let­zen inter­na­tio­na­ler Nor­men, etwa des Völ­ker­rechts, unter­liegt zwei­fels­frei dem Urhe­ber­recht der USA, und beim The­ma Urhe­ber­recht ver­ste­hen die bekannt­lich kei­nen Spaß.

Ver­damm­ter Putin immer.

SonstigesNetzfundstücke
Scho­ko­la­den­fu­ror

Poli­tik ist eine ärger­li­che Sache, ja, aber ein Unter­neh­men, das limi­tier­te Scho­ko­la­de anbie­tet und des­we­gen irgend­wann kei­ne mehr hat, das ist das wah­re Übel auf die­ser Welt! :aufsmaul:

Da bekommt es zu Recht den Volks­zorn zu spü­ren:

Wie vie­le Nut­zer kom­men­tier­te auch ich die Ent­schul­di­gung von Rit­ter Sport auf Face­book mit einem Smi­ley: einem wüten­den.

So wütend!

Das haben sie jetzt davon.

(via Schwerdt­fe­gr)

MusikIn den NachrichtenPiratenpartei
In aller Kür­ze: GEMA zu Hau­se, du alte Schei­ße.

Da ganz Deutsch­land sich der­zeit über den – mit etwas Pech – kom­men­den Bun­des­prä­si­den­ten Stein­ei­mer amü­siert, geht bei­na­he das wirk­lich Inter­es­san­te im Rau­schen unter: Die Berei­che­rung an gei­sti­gem Eigen­tum Drit­ter durch GEMA und Musik­ver­la­ge ist ille­gal. Ich wie­der­ho­le: Die Berei­che­rung an gei­sti­gem Eigen­tum Drit­ter durch GEMA und Musik­ver­la­ge ist ille­gal.

Nicht mal die Pira­ten­par­tei kann man mehr für unzu­rech­nungs­fä­hig hal­ten. :motz:

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Jet­h­ro Tull – Sweet Dream

herbst-symbolbildEs ist Mon­tag und prin­zi­pi­ell sehr schön; drau­ßen kühlt es und drin­nen, jaja!, wärmt man ein­an­der an der Gewiss­heit, heu­te noch zu leben; war­um dann nicht ein­fach bei­sam­men? Eigent­lich ist das alles ja ganz ein­fach, eigent­lich ist man aber auch gele­gent­lich ein wenig zweck­ge­bun­den ver­stimmt, womög­lich auch der trotz­dem über­ra­schen­den Lin­de­rung wegen, die um so bes­ser wird, je mehr man sie als sol­che wahr­nimmt.

Anders­wo pocht flat­ter auf die Soli­da­ri­tät („alles / was uns fehlt / ist die Soli­da­ri­tät“, schrumm­schrumm!), punkt­ge­nau pfei­fen die immer­glei­chen „Grü­nen“ auf alte Zöp­fe und hei­ßen den Klas­sen­feind herz­lich will­kom­men: Die­ter Zet­sche („Daim­ler-Chef“, „SPIEGEL ONLINE“) sprach auf deren Par­tei­tag und plötz­lich erscheint eine Koali­ti­on der Bil­li­gen aus „Grü­nen“ und F.D.P. nicht mehr so abwe­gig wie noch vor weni­gen Jah­ren. Tem­po­ra mutan­tur.

Ande­re Koali­tio­nen hin­ter­las­sen nicht ein­mal mehr ver­stimm­te Wäh­ler: Wäh­rend das bür­ger­li­che Spie­ßer­tum sich noch über die doo­fe Demo­kra­tie in den USA auf­reg­te, nutz­te die doo­fe Demo­kra­tie im Inland die Gele­gen­heit und beschloss aber­mals die wei­te­re logi­sti­sche Unter­stüt­zung der Zivi­li­sten­meu­che­lei im Irak und in Syri­en. Es ist wirk­lich unbe­greif­lich, wie­so so vie­le Men­schen dort ent­wei­chen wol­len, über­dies in das Land, das über­haupt erst man­chen Flucht­grund lie­fert. Ein gewis­ser Maso­chis­mus mag dem gemei­nen Syrer zu eigen sein, ande­rer­seits: dann könnt‘ er auch gleich dort blei­ben und sich meu­cheln las­sen, wie sich das für einen guten Kol­la­te­ral­scha­den gehört. Ganz schön undank­bar.

Musik? Aber ja doch.

Jet­h­ro Tull – Sweet Dream / For a Thou­sand Mothers Live 1969 HD

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Abschlie­ßen­de Noti­zen zu Donald Trump

Er ver­spricht viel, hält aber nichts? Woher dann die Angst? Als Lin­ker soll­te man Donald Trump jeden­falls schät­zen, nicht nur, weil er den Iwan nicht mehr als Klas­sen­feind begreift: Auch Isra­el ist ange­tan und spricht schon jetzt von Freund­schaft, was nach acht Jah­ren mit dem eher isra­el­kri­ti­schen Barack Oba­ma zumin­dest eine Ver­än­de­rung zeigt. Dass vie­le Leu­te erst jetzt Angst vor den Über­wa­chungs­me­cha­nis­men, schlim­mer noch: den Atom­spreng­köp­fen ent­wickeln, auf denen die USA seit Jahr­zehn­ten schon abschuss­be­reit sit­zen, ist aller­dings obskur; waren die­se denn weni­ger gefähr­lich, als noch der Irre mit dem Intel­li­genz­pro­blem den roten Knopf besaß? Immer­hin gehen da gern mal wel­che ver­lo­ren.

Ist die Wahl Donald Trumps nicht ein­fach nur ein Zei­chen von dem Erstar­ken von Rech­ten? Nein, das Gegen­teil ist der Fall, denn die waren schon län­ger da – die ver­meint­li­che Leh­re aber gilt auch und gera­de in der Par­al­le­le zu Deutsch­land:

Ihr habt die Gesell­schaft kaputt gemacht, Wer­te lächer­lich gemacht, Men­schen ent­so­li­da­ri­siert, Zusam­men­halt geschleift, sozia­le Sicher­heit auf­ge­bohrt und das toxi­sche Kon­kur­renz­den­ken in alle Berei­che des Lebens getra­gen, gefor­dert und geför­dert, seit 25 Jah­ren macht ihr das. Jetzt kommt der Fick­fin­ger. Eure Ver­ant­wor­tung. Eure Quit­tung. Fresst die Medi­zin. Schön schlucken. Lecker. Nicht?

Wäre Donald Trump ein deut­scher Poli­ti­ker, man schöl­te ihn ver­mut­lich einen auto­no­men Anar­chi­sten und Lin­ke druck­ten sein Kon­ter­fei auf ihre T‑Shirts aus Ban­gla­desch. Eine Rebel­li­on gegen die Eli­te muss nicht immer von außen kom­men, die Ido­le der Klas­sen­kämp­fer waren und sind oft Gut­si­tu­ier­te aus bele­se­nem Hau­se.

Nicht mal das krie­gen die Sozia­li­sten noch allein hin.


Mög­li­cher­wei­se ein völ­lig ande­res The­ma: Mozil­la wur­de von einem Troll gegrün­det.

Yes, I abso­lut­e­ly bran­ded Mozilla.org the way for the sub­text of „the­se free soft­ware peo­p­le are all a bunch of com­mies.“ I was trol­ling.

:mrgreen: